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ZEIT Bühne

Bernie Sanders, Sheryl Sandberg, Paul Auster oder Frank-Walter Steinmeier: Sie alle waren schon auf den Bühnen der ZEIT zu Gast. Redakteurinnen und Redakteure sprechen regelmäßig vor Publikum mit Spitzenpolitikern und Wirtschaftsentscheidern, Persönlichkeiten aus Kultur, Wissenschaft, Sport und Gesellschaft. Die spannendsten Gespräche gibt es ab sofort als Podcast ZEIT BÜHNE. Durch die Folgen führt Roman Pletter, stellvertretender Leiter des Wirtschaftsressorts der ZEIT.

Der Podcast wird produziert von Pool Artists.

Alle Folgen

  • 05.07.2019
    73 MB
    01:16:39
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    Sibel Kekilli: "Irgendwann kriege ich eins auf die Fresse"

    Dass Sibel Kekilli Schauspielerin geworden ist, ist Zufall: Eine Castingagentin sprach sie auf der Straße an. Damals, im Jahr 2002, arbeitete Kekilli bei der Heilbronner Stadtverwaltung. Fatih Akins Film "Gegen die Wand" machte sie schlagartig berühmt. Sie spielte danach unter anderem die Tatort-Kommisarin Sarah Brandt. Einem internationalen Publikum wurde sie als Darstellerin in der Serie "Game of Thrones" bekannt.

    Im Podcast ZEIT Bühne, aufgenommen bei der Langen Nacht der ZEIT, spricht sie mit Kilian Trotier über ihre Vorstellungen von Schauspiel. Emotionen sind für sie der Schlüssel jeder guten Rolle, sie bezeichnet sich als "Bauchschauspielerin".

    Sie erzählt von ihrem Engagement gegen Gewalt gegen Frauen: Als Mitbegründerin eines Frauennetzwerkes begleitete sie Heiko Maas auf einer Delegationsreise nach Mexiko, Brasilien und Kolumbien. Die Reise war für sie sehr emotional: "Ich weiß zwar, was Gewalt bedeutet, ich kenne psychische und physische Gewalt, aber die Frauen in diesen Ländern zu erleben, war schwierig und sehr emotional." Vieles sei sehr schwer zu begreifen: "Wenn ich höre, dass in Mexiko alle drei Minuten eine Frau vergewaltigt wird, geht mir das einfach nicht in den Kopf."

    Als "Tatort"-Kommissarin ist Kekilli inzwischen nicht mehr zu sehen, im Jahr 2017 ist sie ausgestiegen. Dabei hat die Rolle Parallelen zu ihrem privaten Leben. Unter Freunden hat sie den Spitznamen "Polizistin", weil sie gerne mal Leute anspricht, die ihren Müll auf die Straße werfen. Sie sagt: "Irgendwann kriege ich eins auf die Fresse, wenn ich meinen Mund nicht halte."

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  • 28.05.2019
    57 MB
    01:00:06
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    Klaus Maria Brandauer: "Meine Frau hat immer zu mir gesagt: Gib nicht so an!"

    Als Hendrik Höfgen in der Klaus-Mann-Verfilmung "Mephisto" wurde er international berühmt. Er war der Gegenspieler von James Bond in "Sag niemals nie". Und für seine Rolle als Baron von Blixen-Finecke in "Jenseits von Afrika" wurde er für den Oscar nominiert.

    Klaus Maria Brandauers einzigartige Schauspielkunst entfaltet sich besonders in ambivalenten Figuren oder gar wahren Scheusalen. Er hat unzählige Hauptrollen an großen deutschsprachigen Theatern gespielt und mit den renommiertesten Regisseuren gearbeitet. Mit Giovanni di Lorenzo spricht der Schauspieler im Deutschen Schauspielhaus bei der Langen Nacht der ZEIT über seine Karriere und sein Leben zwischen Altaussee, Wien, Berlin und New York.

    Zu den Fridays for Future Demonstrationen sagt Brandauer: "Die Jugendlichen müssen unterstützt werden, das muss verbreitet werden." Er mahnt, die Grundlagen unseres Zusammenlebens nicht als selbstverständlich zu erachten. "Unsere Heimat, für die wir unendlich dankbar sein müssen, ist die Demokratie." Und er erklärt im Podcast ZEIT Bühne seine Liebe zu Europa: "Ich liebe die europäische Idee, seit ich denken kann, seit ich sie einfach verstehe. Ich finde diese Leute fantastisch, denen wir das zu verdanken haben und die, die jetzt noch dafür kämpfen."

    Letztlich wollte Klaus Maria Brandauer aber nicht Politiker werden: "Ein paar Mal hatte ich die Chance zu überlegen, ob ich in die Politik gehe. Aber ich könnte in solchen Gremien kaum überleben."

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  • 26.03.2019
    60 MB
    01:11:37
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    Boris Palmer: Was richtig ist, muss richtig bleiben

    Als "Oberbürgermeister des deutschen Volksempfindens" wurde er mal bezeichnet – weil Boris Palmer sich mit seinen oft provokanten Äußerungen wie kaum ein zweiter Kommunalpolitiker Gehör verschafft. Zum Start des Podcasts ZEIT Bühne, der bei einer ZEIT Matinee aufgezeichnet wurde, erzählt er den Moderatoren Josef Joffe und Roman Pletter, warum er nach wie vor bei den Grünen ist, was seine Vorstellung von Realpolitik ist und wie er in Tübingen den Energieverbrauch um 32 Prozent gesenkt hat.

    Seit zwölf Jahren ist Boris Palmer Oberbürgermeister von Tübingen. Mit einer beeindruckenden Mehrheit von 61,7 Prozent der Stimmen wurde er im Jahr 2014 für eine zweite Amtszeit gewählt. Seit 2015 eckt er bei seiner Partei jedoch immer wieder an: Er kritisierte wiederholt die Asylpolitik der Grünen und kündigte erst im Januar an, "auffällige" Flüchtlinge in polizeilich gesicherten Einrichtungen unterzubringen.

    Im Podcast erklärt er, wie Sebastian Kurz die Kanzlerschaft von Angela Merkel gerettet hat. Er kritisiert Merkels Politikstil und findet, dass sie eine Mitschuld an der Politikmüdigkeit der Jüngeren trägt. In Tübingen hat Boris Palmer eine Bürger-App initiiert, die junge Leute erreichen soll.

    Boris Palmer spricht sich gegen Dieselfahrverbote aus. Er meint, es sei wissenschaftlich nicht nachweisbar, dass ein solches Verbot "auch nur eine Erkrankung" verhindere "oder ein Menschenleben" rette. Trotzdem sei er dafür, Autos aus Städten zu verbannen. Für "zwei Tonnen schwere SUVs", sagt Palmer, "ist schlicht kein Platz."

    Der Social-Media-affine Boris Palmer kündigt an, dass er im Mai einen Monat lang "Facebook fasten" werde, um in dieser Zeit ein neues Buch zu schreiben.

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