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Wird das was?

Der Digitalpodcast von ZEIT ONLINE. “Wird das was?“ – diese Frage stellen wir sterblichen Nutzerinnen und Nutzer uns oft bei Digitalprojekten. Braucht irgendwer wirklich Blockchain? Wird sich das „Smart Home“ nach all den Jahren doch noch durchsetzen? Und wie intelligent ist eigentlich die so genannte künstliche Intelligenz, von der jetzt alle reden? Über solche Fragen sprechen Redakteurinnen und Redakteure von ZEIT ONLINE mit führenden Expertinnen und Experten.

Der Podcast wird produziert von Pool Artists.

Alle Folgen

  • 12.03.2020
    55 MB
    57:47
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    Im Netz ist alles hackbar. Wie verhindern wir das Schlimmste?

    Manchmal scheint es, als mache uns das Internet besonders verletzlich: Schon winzige Versäumnisse im Alltag können gravierende Auswirkungen entfalten. Kurz das Smartphone-Update weggedrückt, einmal den Anhang einer nicht vertrauenswürdigen E-Mail geöffnet, schon können Kriminelle aus dem Netz Schaden anrichten – bei einem selbst oder gar dem ganzen Unternehmen, bei dem man beschäftigt ist. Auf der Suche nach dem Schuldigen heißt es später oft: Das Problem sei der Mensch, weil er sich, seinen Rechner, seine Daten online nicht ausreichend schütze. Die Wissenschaftlerin Melanie Volkamer sieht das anders. Die Professorin für Sicherheitstechnik forscht am Karlsruher Institut für Technologie und beschäftigt sich unter anderem mit dem Faktor Mensch in der IT-Sicherheit. "Eigentlich ist die Technik schon zu kompliziert", sagt sie in einer neuen Folge des ZEIT-ONLINE-Digitalpodcasts Wird das was?. Man brauche ein menschenzentriertes Design, das der durchschnittliche Nutzer auch einfach bedienen könne. Das sei heute oft nicht gegeben. Im Digitalpodcast erklärt Melanie Volkamer, wie man sich trotzdem schützen kann, wieso Sicherheit und Datenschutz nicht immer zusammenpassen und warum wir uns von der Vorstellung der hundertprozentigen Sicherheit im Netz verabschieden müssen.

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  • 27.02.2020
    73 MB
    01:16:07
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    Warum ist es so schwer, das Internet zu regulieren?

    Mächtige Technologieunternehmen? Hass im Netz? Verschlüsselte Kommunikation im Netz, in die man nicht reinschauen kann? Dagegen muss man doch was tun! Solche Impulse führen manchmal zu seltsamen gesetzlichen Auswüchsen. Denn die gut gemeinten Versuche, das Internet irgendwie zu regulieren, verfehlen oft ihren Effekt.

    Warum es so kompliziert ist, Probleme im Internet gesetzlich zu lösen, erklärt der Jurist, Netzaktivist und Podcaster Ulf Buermeyer in einer neuen Folge des ZEIT-ONLINE-Digitalpodcasts Wird das was? – am Beispiel von Regulierungsversuchen wie dem Netzwerkdurchsetzungsgesetz (NetzDG), der europäischen Urheberrechtsreform und der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Buermeyer ist Richter am Landgericht in Berlin und engagiert sich für digitale Grundrechte, etwa als Vorsitzender der Gesellschaft für Freiheitsrechte (GFF). Im Podcast erklärt er, was die Versuche, Hasskriminalität nun wirklich einmal beizukommen, mit Vorratsdatenspeicherung zu tun haben, warum die Datenschutz-Grundverordnung ein historisches Glück ist – und was ihr dennoch fehlt.

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  • 13.02.2020
    51 MB
    53:11
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    Was soll das eigentlich mit diesen Podcasts?

    Nicht nur bei ZEIT ONLINE, überall werden derzeit eifrig Podcasts entwickelt, gestartet und ja: auch gehört. Nun ist eigentlich gar nicht so viel Neues daran, in Mikrofone reinzusprechen und die Aufzeichnung später zu veröffentlichen. Was ist also wirklich das Neue daran – und der Grund dafür, dass diese Produktionen derzeit so viel Anklang finden?

    Ann-Kathrin Büüsker kennt beides: Sie ist beim Deutschlandfunk nicht nur Moderatorin der Frühsendung "Informationen am Morgen" im Deutschlandfunk, sondern ist auch eine der Hosts von "Der Tag", dem täglichen Podcast des Senders. Sie verrät, warum gerade Letzteres so einen großen Reiz für sie hat, woran man gute Podcasterinnen erkennt und bricht eine Lanze für das, was oft als "Laberpodcast" geschmäht wird.

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  • 16.01.2020
    47 MB
    48:50
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    Können wir Huawei vertrauen?

    Ist es vorausschauend und pragmatisch, den chinesischen Technikausrüster an deutschen 5G-Netzen mitbauen zu lassen – oder vollkommen verantwortungslos, weil es die IT-Sicherheit unserer Mobilfunknetze gefährdet?

    Über diese Frage wurde 2019 in Deutschland viel gestritten – und noch immer ringt die Regierungskoalition um eine gemeinsame Position. Weil es eben nicht nur darum geht, wer besonders schnell und günstig die Hardware für den neuen Mobilfunkstandard zur Verfügung stellen kann – sondern auch um deutsche Handelsbeziehungen zu China und inwiefern man die USA verärgern möchte, die sich in dieser Frage aktiv in europäische Entscheidungen einzumischen versucht.

    "Huawei ist ein besonderer Akteur in diesem Markt", sagt Janka Oertel in einer neuen Folge des ZEIT-ONLINE-Digitalpodcasts "Wird das was?". Sie ist Sinologin und Direktorin für das Asien-Programm am European Council on Foreign Relations. Sie sieht Belege dafür, dass im Zusammenhang mit dem chinesischen Hardwarehersteller staatliches Handeln nicht immer von Unternehmenshandeln zu trennen ist und sagt, es sei "eine Illusion", dass auf private Unternehmen in China kein staatlicher Einfluss ausgeübt werde. Gerade die Frage von Vertrauen in Hersteller spiele bei 5G-Netzen aber eine immer größere Rolle. Zum einen, weil sie als Infrastruktur der Zukunft an Bedeutung gewinne. Aber auch, weil 5-G-Netze technisch immer stärker auf Software basierten und damit eine langfristige und viel engere Verbindung zu den Ausrüstern von Netzwerktechnologien entsteht, als das bislang bei Mobilfunknetzen der Fall war. "Die Hersteller", sagt Oertel, "bekommen jetzt eine ganz andere Rolle im System."

    Die Folge mit Janka Oertel haben wir vor Weihnachten aufgezeichnet.

    Sie erreichen uns per Mail unter [email protected]

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  • 19.12.2019
    54 MB
    57:03
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    Digital konsumieren, blöd fühlen, aber trotzdem weitershoppen?

    Viele schämen sich, online Geschenke, Essen oder Taxis zu ordern. Und tun es trotzdem. Das ist rational, verdrängt aber das Problem, sagt der Philosoph Ludger Heidbrink.

    Flugscham ist spätestens seit diesem Jahr ein fester Begriff bei allen, die peinlich berührt zugeben müssen, dass sie trotz der Klimakrise schon wieder in den Flieger steigen. Viele Menschen plagt aber auch Digitalscham: dieses zerknirschte Gefühl, die Weihnachtsgeschenke doch schon wieder bei Amazon bestellt zu haben, obwohl man doch um die Berichte über die Arbeitsbedingungen in den Logistikzentren weiß.

    Oder aber, weil man erneut Essen, Taxi oder andere Dienstleistungen im Internet geordert hat – obwohl die damit verbundenen Probleme von Arbeitnehmerrechten bis zur Nachhaltigkeit auch hier auf der Hand liegen. Warum aber tun wir es trotzdem? Wie berechtigt sind die Schamgefühle – und was bringen sie überhaupt?

    Wir sind "Virtuosen der Verantwortungsabwehr", sagt Ludger Heidbrink, Professor für praktische Philosophie an der Universität Kiel. Im Gespräch mit ZEIT ONLINE seziert er, warum es durchaus rational sein kann, online einzukaufen, mit welchen Tricks und Verrenkungen wir unser moralisches Gewissen trotzdem beruhigen und was besser wäre als ein Boykott digitaler Anbieter.

    Digital konsumieren, blöd fühlen und dann trotzdem weitershoppen – dazu komme es auch, wenn Konsumentinnen und Konsumenten eben nur das Gefühl der Scham hätten, aber ihre Schuld an den Zuständen und Auswirkungen, die ihnen da so unangenehm sind, nicht anerkennen würden. Anlass zur Resignation ist das aber nicht: Heidbrink betont, dass die Konsumentinnen und Konsumenten gerade im Digitalen stärker Einfluss auf die Geschäftspraktiken der Unternehmen nehmen können. Eine solche Rolle als demokratische Konsumentinnen und Konsumenten müsse allerdings noch gelernt werden.

    Sie erreichen uns per Mail unter [email protected] Die nächste Folge erscheint am 16. Januar.

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  • 05.12.2019
    43 MB
    44:41
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    Wie sehr beeinflusst uns Desinformation wirklich?

    Die Debatte über Fake-News im Netz sei teils hysterisch, sagt Publizistikprofessor Martin Emmer im Digitalpodcast. Dennoch könnte sie die Gesellschaft spalten.

    Spätestens seit dem amerikanischen Wahlkampf 2016 stehen Fake-News im Verdacht, Bürgerinnen und Bürger, Meinungen und politische Diskurse zu beeinflussen. Aber ist das so? Können uns falsche Informationen manipulieren? Und wo zieht man die Grenze zwischen einer Fake-News und einer überspitzten Meldung, die aber noch einen wahren Kern enthält? Welche Rolle spielen Messenger wie WhatsApp oder Signal bei der Verbreitung von Desinformation? Wie können wir Nutzerinnen und Nutzer der Fake-News-Falle entkommen? Kann man von jeder und jedem verlangen, ständig Fakten zu checken?

    Martin Emmer ist Professor für Publizistik- und Kommunikationswissenschaften an der Freien Universität in Berlin und Gründungsdirektor des vom Bundesforschungsministerium geförderten Weizenbaum-Instituts für die vernetzte Gesellschaft. Er forscht unter anderem zu Hass im Netz und zu Propaganda in den sozialen Medien. Menschen läsen etwas und glaubten es dann einfach – das sei die klassische Vorstellung von Medienwirkung, sagt Emmer im ZEIT-ONLINE-Digitalpodcast Wird das was?. Die öffentliche Debatte sei in dieser Hinsicht sehr hysterisch. Tatsächlich lehnen wir Botschaften häufig ab, die nicht unserer Meinung entsprechen. Im Digitalpodcast erklärt Emmer, warum falsche Informationen in Messengern wie WhatsApp oder Signal ein Problem darstellen, wieso Plattformen nicht das Problem sind, man ihnen aber trotzdem nicht die Verantwortung überlassen sollte – und warum er nicht immer zu einem Faktencheck raten würde.

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  • 21.11.2019
    67 MB
    01:09:40
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    Was macht die Digitalisierung mit der Liebe?

    Dating-Apps wie Tinder, OK Cupid und Grindr haben die Art, wie sich Menschen kennenlernen können, drastisch verändert. Wandelt sich durch solche Datingportale aber auch die Art und Weise, wie wir intime Beziehungen angehen? Wandeln sich gar die Beziehungen selbst? Vermischen sich gesellschaftliche Schichten stärker? Wird die Liebe durch die Portale endgültig ökonomisiert – oder war sie das schon immer?

    Diese Fragen beantwortet Thorsten Peetz in einer neuen Folge des Digitalpodcasts. Er ist Soziologe und wissenschaftlicher Mitarbeiter im Arbeitsbereich Soziologische Theorie der Universität Bremen. Eines der Projekte, das er dort leitet, heißt “Intime Bewertungen. Liebe im Zeitalter von Tinder”. Im Digitalpodcast erklärt Peetz, warum Onlinedating nicht oberflächlicher als das analoge Kennenlernen ist, weshalb der Zufall durch die Portale transformiert wird, welches emanzipatorische Potenzial hinter den Plattformen steckt, wieso die Ökonomisierung der Liebe kein neues Phänomen ist – und was es mit der Gründungsgeschichte einer Beziehung macht, wenn man den Lebenspartner auf dem Klo gewischt hat.

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  • 07.11.2019
    62 MB
    01:04:59
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    Was können wir von Science Fiction über die Zukunft lernen?

    Welche Rolle spielt Technologie in der Science Fiction? Wie verhalten sich in dem Genre Literatur und Film zueinander? Und wie genau werden in der Science Fiction eigentlich Welten und mögliche Zukünfte erfunden? All diese und ein paar mehr Fragen beantwortet der Schriftsteller, Sachbuchautor und Feuilletonist Dietmar Dath in der neuen Folge des Digitalpodcasts „Wird das was?“ von ZEIT ONLINE. Und weil Dath ziemlich viele Bücher erwähnt, auf unserer Webseite eine komplette Liste der Literatur, die in dem Interview auftaucht. Denn es gibt viel zu lesen, nicht nur, aber vor allem über die Zukunft.

    Link zur Literaturliste: https://www.zeit.de/digital/2019-11/dietmar-dath-science-fiction-zukunft-wird-das-was-digitalpodcast

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  • 26.09.2019
    50 MB
    52:04
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    "Jugendliche wollen mit mir immer den Job tauschen“

    Ja, man könne auch Geld verdienen, indem man Computerspiele spiele. Das ist ein Satz, den Max Bröcker häufiger sagt, wenn er über seinen Job spricht. Der 23-Jährige, besser bekannt unter seinem Alias qojqva, ist professioneller E-Sportler: Er spielt hauptberuflich ein Onlinegame namens "Dota 2".

    Wie sieht der Alltag eines E-Sportlers aus? Wie lange trainiert Bröcker täglich? Wie oft mit seinen vier Teamkollegen? Warum muss er sich mit ihnen persönlich treffen, wenn sein Spiel doch online gespielt werden kann? Wie wichtig ist körperliche Fitness für den E-Sportler? Wie viel verdient er? Und was hat er gedacht, als sein Mitspieler im größten Turnier des Jahres vor einigen Wochen einen Fehler machte? In einer neuen Folge des ZEIT-ONLINE-Digitalpodcasts "Wird das was?" gibt Bröcker Einblicke in sein Profileben.

    Wenn er jüngeren Menschen von seinem Job erzähle, dann wollten die immer mit ihm tauschen, sagt der E-Sportler. Es gehöre aber mehr dazu, als zu beschließen, dass man ab morgen professionell spielen wolle. Im Digitalpodcast gibt Bröcker Tipps, wie man erkennt, ob man selbst das Zeug zum E-Sportler hat, und erklärt, warum für ihn Pausen von "Dota 2" so wichtig sind, weshalb ihn in China und den USA viele auf der Straße erkennen und wieso Teams, die mehrere Saisons zusammen spielen, besser sind.

    Sie erreichen uns per Mail unter [email protected] Wir machen eine kurze Pause, die nächste Episode des Podcasts erscheint am 7. November.

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  • 12.09.2019
    74 MB
    01:17:52
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    "Wir können nicht alle Übel der Welt auf Airbnb schieben"

    Vor knapp einem Jahrzehnt, im Mai 2010, hat die Publizistin Rachel Botsman in Sydney einen TED-Vortrag gehalten, in dem sie dafür plädierte, dass wir Menschen Güter und Dienstleistungen lieber miteinander teilen sollten, statt sie auf herkömmliche Weise zu kaufen. Botsman nannte das „collaborative consumption“, kooperativen Konsum, der nachhaltiger, sozialer und ressourcenschonender sein sollte als das althergebrachte Modell Shoppen-und-Wegschmeißen. Popularisiert wurde die durchaus utopische Idee dann unter dem Begriff Sharing Economy, der die vermeintlich neue Wirtschaftsweise bezeichnet.

    Denn so neu sei die auch vor bald zehn Jahren nicht gewesen, sagt der Konsumhistoriker Frank Trentmann in der neuen Folge des Digitalpodcast „Wird das was?“ von ZEIT ONLINE: "Schon Höhlenbewohner haben Sachen geteilt." Die Idee des Teilens, Leihens und Verleihens sei so alt wie die des Besitzens, so Trentmann, der am Birkbeck College der University of London Geschichte lehrt. Und vieles von dem, was streng genommen auch unter den Begriff Sharing Economy falle, würden wir schlicht nicht als etwas wahrnehmen, das wir miteinander teilen: öffentliche Bibliotheken, öffentliche Schwimmbäder, den öffentlichen Nahverkehr.

    Zum Zeitpunkt von Botsmans Vortrag 2010 existierten die beiden heute wohl bekanntesten Unternehmen der Sharing Economy, der Mitfahrdienst Uber und die Unterkunftsvermittlung Airbnb, seit einem Jahr beziehungsweise zwei Jahren. Und das neueste Leihgerät unserer "hypermobilen Zeit", wie Trentmann die Gegenwart nennt, war noch nicht einmal erfunden: der E-Scooter.

    Aber ist das Herumfahren auf Leih-Tretrollern nun ernsthaft das, was von der Utopie der Sharing Economy übrig geblieben ist? Wurde uns nicht mehr versprochen, haben wir uns nicht selbst mehr davon versprochen? Sind die Firmen der Sharing Economy wirklich fair zu den Menschen, die für sie arbeiten? Und wie genau sieht die Zukunft des Konsums eigentlich aus?

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  • 29.08.2019
    74 MB
    01:17:21
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    „Algorithmen diskriminieren eher Leute in machtlosen Positionen”

    Maschinen entscheiden längst über Menschen. Wie verhindern wir, dass sie ungerecht urteilen? Regulierung allein helfe kaum, sagt Matthias Spielkamp von Algorithmwatch.

    Zahlreiche Entscheidungen und Einschätzungen werden in unserem Alltag heute bereits von Algorithmen und künstlicher Intelligenz mitgetroffen: Sie sind es, die den Newsfeed auf Facebook sortieren, sie sind es aber auch, die die Plausibilität von Steuererklärungen in Deutschland prüfen oder Jobbewerber vorsortieren. Das klingt zunächst einmal effizient, modern und neutral – bis sich zeigt, dass auch Maschinen Menschen diskriminieren können. Oder eben Entscheidungen treffen sollen, die auch uns Menschen schwerfallen – etwa beim autonomen Fahren.

    Wie aber weist man Diskriminierung nach? Warum treffen Algorithmen so oft Entscheidungen, die gar nicht so neutral sind, wie viele es von Computersystemen erwarten würden? Wie kann man diese Maschinen besser kontrollieren, ihre Entscheidungen im Notfall auch revidieren – und wie treibt man ihnen die Vorurteile wieder aus?

    Staaten, aber auch Firmen arbeiten längst an Antworten auf diese Fragen. Pauschale Lösungen gebe es nicht, sagt Matthias Spielkamp von der Nichtregierungsorganisation "Algorithmwatch". Was daran liege, dass die Computersysteme an so unterschiedlichen Stellen eingesetzt würden und ganz unterschiedlich funktionierten. Seine Organisation klärt darüber auf, welche Wirkung Algorithmen haben und wo sie zum Einsatz kommen. Spielkamp versuchte, mit seinen Kolleginnen und Kollegen besser zu erforschen, wie die Schufa arbeitet. Und sie berichteten, wie eine Software in den Niederlanden Sozialbetrüger aufspüren sollte.

    Es gehe darum, Softwaresysteme so einzusetzen, dass das Gemeinwohl gefördert, nicht geschwächt werde, sagt Spielkamp. Doch das sei schwer umzusetzen – unter anderem, weil eben sektorspezifisch auf die Algorithmen geschaut werden müsse, statt vermeintlich einfache Lösungen wie einen Algorithmen-TÜV oder politische Regulierungen zu fordern.

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  • 15.08.2019
    97 MB
    01:41:04
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    "So ist für Nutzer klar: Die Position der Dienstmagd hat eine Frau"

    Siri, Wetter! Wir reden nicht mit Sprachassistentinnen, wir befehlen. Das sei deformiertes Sprechen, sagt der Soundexperte Holger Schulze im Digitalpodcast.

    Sie sagen uns das Wetter in Hamburg voraus, verraten uns den Namen der Hauptstadt von Malaysia oder spielen unsere Lieblingsmusik ab: Digitale Sprachassistenten sollen unseren Alltag erleichtern. Bis 2021 soll die Zahl der Geräte mit Sprachsteuerung die der Menschen auf diesem Planeten übersteigen, prognostiziert die Beratungsfirma Ovum.

    Was bedeutet das für uns? Mit dieser Frage beschäftigt sich die neue Folge des ZEIT-ONLINE-Digitalpodcasts "Wird das was?". Zu Gast ist Holger Schulze, Kulturwissenschaftler und Professor für Musikwissenschaft an der Universität in Kopenhagen.

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  • 01.08.2019
    73 MB
    01:16:27
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    "Menschen sehen Kameras als Bestätigung ihrer Ängste"

    In der Bahn, auf großen Plätzen, am Flughafen: Überall im öffentlichen Raum hängen Kameras, die viele unserer Schritte aufzeichnen. Schon heute sollen die Aufnahmen bei der Aufklärung von Verbrechen helfen. In Zukunft, so zumindest stellen es sich Sicherheitsbehörden vor, sollen die Daten mithilfe von Gesichtserkennung in Echtzeit ausgewertet werden können – und vielleicht sogar Verbrechen verhindern können, bevor sie geschehen. Aber ist das realistisch? Was kann Gesichtserkennung heute schon? Ist Sicherheit nicht ohnehin nur eine Illusion? Und wie lebt es sich in einer Welt, in der niemand mehr so richtig anonym ist? Der Soziologe Nils Zurawski beantwortet diese Fragen in einer neuen Folge des Digitalpodcasts "Wird das was?“. Zurawski forscht am Institut für Kriminologische Sozialforschung an der Universität Hamburg zu Überwachung und Sicherheit im öffentlichen Raum. Die bisherigen Testergebnisse zu Gesichtserkennungssystemen in Deutschland überzeugen den Wissenschaftler nicht. Bis 2018 lief ein Pilotprojekt mit drei Systemen am Berliner Südkreuz. In 80 Prozent der Fälle erkannten sie zwar die gesuchten Zielpersonen, die sich freiwillig für das Projekt gemeldet hatten. Das sei für Gesichtserkennungssysteme aber ein eher peinlicher Wert, sagt Zurawski im Gespräch mit den ZEIT-ONLINE-Redakteuren Lisa Hegemann und Dirk Peitz.
    In einer demokratischen Gesellschaft hält der Soziologe flächendeckende Überwachung für problematisch. "Im öffentlichen Raum ist es unabdingbar, dass wir anonym sind", sagt er. Es müsse gewährleistet sein, dass eine Person nicht überall erkannt werde.
    Im Digitalpodcast spricht Nils Zurawski außerdem über das Bild als Nimbus von Wahrheit und Wahrhaftigkeit, Kameras als Bestätigung bestehender Ängste und darüber, wie sich Überwachung auf eine Gesellschaft auswirken kann.

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  • 18.07.2019
    66 MB
    01:09:25
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    „Wir sollten für unsere Social-Media-Accounts bezahlen müssen“

    An der Bushaltestelle, in der U-Bahn, im Bett und manchmal sogar auf der Toilette: Gibt es eigentlich einen Ort, an den wir unser Smartphone nicht mitnehmen und dann im Zweifel Facebook, Instagram und Twitter durchscrollen? Ist das noch gesund – oder nimmt das bereits Züge von Abhängigkeit an? Gibt es Smartphone- und Online-Sucht also? Wie würde man exzessive Handy-Nutzung bei sich erkennen? Und ist die ein Zeichen der heutigen Zeit, unserer digitalen Gesellschaft, in der sich auch schon Kinder zurechtfinden müssen?

    Darüber sprechen wir in dieser Folge von „Wird das was?“, dem Digitalpodcast von ZEIT ONLINE, mit Christian Montag, Professor für molekulare Psychologie an der Universität Ulm. Montag, der unter anderem zu Suchtanfälligkeit bei Menschen forscht und zu Auswirkungen digitaler Technologien auf uns, sagt: Die reine Bildschirmzeit sei kein hinreichendes Kriterium bei der Frage, ob man einen bedenklichen Umgang nicht nur mit seinem Smartphone hat, sondern auch mit dem Online-Sein an sich.

    Man solle sich fragen: Wie viel davon ist Kommunikation mit Freunden, die uns ja meistens guttut? Spürt man dennoch einen Kontrollverlust beim Umgang mit dem Smartphone? Weiß man also, dass man eigentlich zu lange auf Social-Media-Plattformen herumhängt, schafft es aber nicht mehr, das Handy wegzulegen? Und beeinträchtigt dieses Verhalten den eigenen Alltag spürbar?

    Insbesondere Social-Media-Plattformen besäßen Suchtpotenzial, sagt Montag, weil ihre App-Architekturen daraufhin gebaut seien, dass Menschen sich darin möglichst lange aufhalten und möglichst viele Daten hinterlassen. Solange das Geschäftsmodell etwa von Facebook und Instagram bleibe, diese Daten für personalisierte Werbung zu nutzen, hätten diese Firmen keinen Grund, etwas zu ändern. Eigentlich "sollten wir für unsere Social-Media-Accounts bezahlen müssen", fordert Montag. Dann müssten sich die Unternehmen im Umkehrschluss verpflichten, "Apps zu bauen, die weniger süchtig machen".

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  • 04.07.2019
    55 MB
    57:29
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    "Welche Funktionen wollen wir auf Maschinen übertragen, welche nicht?”

    Künstliche Intelligenz steckt schon heute in unseren Smartphones und Navigationssystemen, hilft Ärzten bei der Diagnose, unterstützt beim Katastrophenschutz. Und all das soll erst der Anfang sein. Um international möglichst gut mithalten zu können, haben viele Staaten, darunter auch Deutschland, sich KI-Strategien verpasst – um die Chancen der Technologie zu fördern, aber auch, um mögliche Risiken einzudämmen.

    Aber wie intelligent ist die Technologie wirklich? Was kann sie schon und was nicht? Werden unsere Jobs wirklich wegfallen? Welche Grenzen müssen wir ihnen setzen? Tun wir in Deutschland genug und das Richtige, um sie zu fördern? Und wird es irgendwann wirklich eine generelle künstliche Intelligenz geben, wie wir sie aus Science-Fiction-Filmen kennen?

    Jana Koehler ist überzeugt von den Chancen, die in der künstlichen Intelligenz stecken. "Computer helfen uns, viele Dinge besser zu tun", sagt die Informatikerin, die seit Februar 2019 das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz leitet. Zuvor war sie Professorin für Informatik an der Hochschule Luzern in der Schweiz, arbeitete zwischenzeitlich für IBM und den Aufzughersteller Schindler. Bereits in den Neunzigerjahren arbeitete sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am DFKI und habilitierte an der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg. Sie ist eine der führenden Wissenschaftlerinnen zum Thema und räumt in der neuen Folge des Digitalpodcasts "Wird das was?" von ZEIT ONLINE mit einigen Missverständnissen über künstliche Intelligenz auf.

    Koehler rechnet zwar damit, dass künstliche Intelligenzen in vielen Branchen Berufsbilder verändern und auch Jobs kosten werden. Insgesamt habe sie aber den Eindruck, "dass wir in der Summe eher mehr Arbeit bekommen als weniger". Klimaveränderungen, Ressourcenknappheit, verminderte Artenvielfalt – für all diese Probleme brauche es Lösungen, wenn wir weiterhin gut leben wollen, so Koehler. Und dafür sei Computertechnologie geeignet.

    Sie sieht aber noch ganz andere Herausforderungen, vor die die künstliche Intelligenz Gesellschaften aktuell stellt. "Die Computertechnologie verlangt von uns, unsere ethischen Grundlagen erneut zu überdenken." Die Gesellschaft müsse sich die Frage stellen, welche Funktionen wir auf Maschinen übertragen wollen und welche nicht, sagt Koehler. Und verrät, welchen Science-Fiction-Film über künstliche Intelligenz sie für gelungen hält.

    "Heutige KI-Systeme sind dem Menschen eher unähnlich", sagt Koehler. Allgemeine künstliche Intelligenz halte sie für "keine sehr erstrebenswerte Vision", sagt sie – und zeichnet ein düsteres Bild davon, was passieren könnte, wenn Menschen die Ziele, die künstliche Intelligenz verfolgt, nicht mehr kontrollieren.

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  • 20.06.2019
    65 MB
    01:07:42
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    „In der Luft wird es keinen Stau geben“

    Wann heben die Flugtaxis ab? In drei bis fünf Jahren, sagt Volocopter-Mitgründer Alexander Zosel im Digitalpodcast. Sein Startup will bis zu 300.000 Stück pro Jahr bauen.

    Als die CSU-Politikerin Dorothee Bär im März vergangenen Jahres eines ihrer ersten Fernsehinterviews als damals noch künftige Staatsministerin für Digitales gab, erwähnte sie fast nebenbei, man werde irgendwann mit Flugtaxis in Deutschland durch die Gegend fliegen. Bär widerfuhr danach, was wohl insbesondere junge Politikerinnen erleben, wenn sie sich über technologische Zukunftsideen äußern: Sie wurde mit Hohn und Spott bedacht, etwa auf Twitter. Der Hashtag #Flugtaxi trendete ein paar Tage lang, die Kommentatoren überboten sich mit lustigen oder nur lustig gemeinten Scherzen – und dann schien das Thema auch schon wieder aus der öffentlichen Wahrnehmung verschwunden.

    Tatsächlich aber arbeiten neben Airbus seit Jahren unter anderem auch zwei deutsche Start-ups seriös an der Entwicklung dessen, was man so Flugtaxi nennt: Lilium hat einen senkrechtstartenden Fünfsitzer konzipiert, genannt Lilium Jet; und der entfernt an einen Hubschrauber erinnernde Volocopter des gleichnamigen Start-ups aus Bruchsal ist ein zweisitziger Multikopter, der von 18 Rotoren elektrisch angetrieben wird.

    Seiner Firma habe die Aufregung um Bärs Flugtaxi-Aussagen sehr genützt, sagt Alexander Zosel, Mitgründer von Volocopter und Chief Innovation Advisor des Start-ups, in der neuen Folge des Digitalpodcasts Wird das was? von ZEIT ONLINE. Nach Bärs Äußerung würden die Pläne seines Unternehmens nun ernster genommen als zuvor.

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  • 06.06.2019
    48 MB
    57:01
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    "Blockchain kann zur massiven Kontrollmaschine werden"

    Blockchain? Was ist das noch gleich? Kryptoexpertin Shermin Voshmgir erklärt im Digitalpodcast, wie die Technologie funktioniert – und warum wir sie überall brauchen.

    Bald würde das ganze Internet über die Blockchain laufen, das schien 2017 völlig klar. Damals wurde die Kryptowährung Bitcoin beinahe täglich wertvoller und übersprang schließlich sogar die Marke von 20.000 US-Dollar. Durch den Erfolg des digitalen Geldes sprach man auch über die dezentrale Technologie dahinter, die Blockchain. Es schien nur eine Frage der Zeit, bis sie Transaktionen im gesamten Netz verändern würde.

    Es kam zwar anders: Mit dem Bitcoin-Kurs flachte auch der Hype um die Blockchain wieder ab. Trotzdem gilt die Blockchain als eine Technologie der Zukunft, mit der sich Geld sparen lässt und Prozesse genauer abgebildet werden können. Aber was heißt das eigentlich genau? Wo wird die Blockchain heute angewandt? Und wo in Zukunft? Wie wird sie unseren Alltag verändern? Und müssen wir eigentlich wirklich verstehen, wie sie funktioniert?

    All das erklärt Shermin Voshmgir, Professorin an der Wirtschaftsuniversität in Wien und Gründerin des Berliner Blockchainhubs, in einer neuen Folge des Digitalpodcasts Wird das was?. Voshmgir hat Wirtschaftsinformatik studiert und in IT-Management promoviert. Zudem hat sie für verschiedene Start-ups sowie als IT-Beraterin gearbeitet. Sie beschäftigt sich schon seit Jahren mit Kryptowährungen und der dahinterliegenden Technologie.

    Im Podcast spricht sie mit den ZEIT-ONLINE-Redakteuren Lisa Hegemann und Dirk Peitz über die Ursprünge der Blockchain und über ihr Potenzial. Shermin Voshmgir erklärt, wie das dezentrale System funktioniert, was es mit Tokens auf sich hat, warum sich die Blockchain zu einer massiven Kontrollmaschine entwickeln kann und wieso sie vergleichbar mit Nationalstaaten ist. Die Expertin stellt auch gleich ein paar Forderungen auf: Sie wünscht sich digitale Bildung schon in der Schule – und ein Recht auf Kryptografie.

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  • 23.05.2019
    35 MB
    42:23
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    „Wir gucken nicht in die Daten unserer Kunden“

    „Wird das was?“ Diese Frage stellen sich Nutzerinnen und Nutzer ja bei vielen digitalen Entwicklungen. Plötzlich reden alle über irgendein technologisches Thema im Alltag, und eigentlich weiß man gar nicht so genau, was das soll oder dahintersteckt. Zeit, darüber zu reden. Genau das machen wir bei ZEIT ONLINE alle zwei Wochen in unserem Digitalpodcast.

    In der fünften Folge spricht Kulturredakteur Dirk Peitz mit dem Amazon-Technikchef Werner Vogels vor allem über die Cloud – das heißt die IT-Dienste, welche die Amazon-Tochterfirma AWS anderen Unternehmen anbietet. Denn was viele Menschen nicht wissen: Egal worauf sie im Netz klicken, die Wahrscheinlichkeit ist relativ hoch, dass sie dadurch einen Server von Amazon Web Services (eben AWS) anwerfen. So lagern etwa alle Filme und Serien, die auf der Streaming-Plattform Netflix verfügbar sind, auf AWS-Rechnern. Ebenso läuft das Videospiel „Fortnite“ über das Cloud-Computing von Amazon, und wenn man auf der Website von Zalando ein neues T-Shirt bestellt, geschieht das ebenfalls über AWS.

    Was bedeutet es, wenn derart viele verschiedene Online-Dienste keine eigene IT-Infrastruktur besitzen, sondern die Rechenkapazitäten eines einzigen Cloud-Anbieters wie AWS nutzen, der in dem Bereich Weltmarktführer ist? Sind unsere Daten dort wirklich sicher, auch sicher voneinander getrennt? Und wirft Amazon wirklich keinen Blick auf all das, was da in den AWS-Rechenzentren überall auf der Welt gespeichert ist und dort prozessiert wird? Nein, sagt Werner Vogels, der Chief Technology Officer (CTO) von Amazon. Vogels arbeitet seit 2004 bei dem Tech-Konzern und ist der Schöpfer dessen Cloud-Dienstes.

    Ein Hinweis noch: Das Interview mit dem Niederländer Vogels wurde auf Englisch geführt. Wir hoffen, dass das Gespräch dennoch für die meisten Zuhörerinnen und Zuhörer gut verständlich ist.

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  • 09.05.2019
    46 MB
    54:36
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    "Das Internet wird durch das Urheberrecht nicht zerstört werden“

    Wenn irgendwo auf der Welt intensiv an Regeln und Verantwortlichkeiten im Internet gearbeitet wird, dann in der Europäischen Union: Ihre Datenschutzgrundverordnung, die vor knapp einem Jahr in Kraft trat, soll endlich die Privatsphäre der Bürger im Netz schützen. Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager verhängt für internationale Tech-Unternehmen Milliardenstrafen. Und auch die Urheberrechtsreform ist mit dem Ziel angetreten, Regeln für digitalisierte Zeiten anzupassen.

    Aber: Wird das was? Diese Grundfrage des gleichnamigen Digitalpodcasts von ZEIT ONLINE stellt sich auch beim Datenschutz und bei der Regulierung. In der vierten Folge sprechen Meike Laaff und Lisa Hegemann, beide Digitalredakteurinnen bei ZEIT ONLINE, mit Bundesjustizministerin Katarina Barley über diese Themen. Denn die SPD-Politikerin ist nicht nur in ihrer bisherigen Funktion als Ministerin mit vielen dieser Fragen eng betraut, sondern tritt bei den Wahlen zum Europaparlament am 26. Mai außerdem als Spitzenkandidatin für die SPD an, könnte also künftig selbst in der EU mitmischen.

    Nur: Schießt sich Europa mit seinen ständigen Datenschutzvorstößen im technologischen Wettbewerb mit China und den USA nicht endgültig aus dem Rennen? Was haben die Bürgerinnen und Bürger eigentlich tatsächlich von der Datenschutz-Grundverordnung? Und warum genau hat Barley am Ende doch nicht die von vielen verhassten Uploadfilter in der EU-Urheberrechtsreform gestoppt?

    All das erklärt Katarina Barley in unserem Podcast. Sie führt aus, was der Versuch, Tech-Unternehmen zu regulieren, mit dem Mindestlohn zu tun habe, und warum die Datenschutz-Grundverordnung kein Allheilmittel, aber trotzdem ein Exportschlager sei. Sie beklagt die ungerechte Behandlung der SPD während der Debatte um die EU-Urheberrechtsreform – und bekennt sich zum Zocken von Daddelspielen im Flugzeug.

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  • 25.04.2019
    31 MB
    37:34
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    "Ich bin jemand, der Schlüssel grundsätzlich verliert"

    "Wird das was?" Diese Frage stellen sich Nutzerinnen und Nutzer ja bei vielen digitalen Entwicklungen. Plötzlich reden alle über irgendein Thema im Alltag, und eigentlich weiß man gar nicht so genau, was das eigentlich soll oder was dahintersteckt. Zeit, darüber zu reden. Genau das machen wir bei ZEIT ONLNE alle zwei Wochen in unserem Digitalpodcast.

    In der dritten Folge spricht Digitalredakteurin Lisa Hegemann mit dem Smart-Home-Pionier Lars Hinrichs. Schon seit Jahren prognostizieren Expertinnen und Experten, dass wir bald alle in vernetzten Wohnungen und Häusern leben werden: Mit dem Smartphone sollen wir dann die Tür öffnen können, das Licht einschalten oder auf dem Heimweg vom Büro schon mal das Badewasser einlaufen lassen können. Der Kühlschrank soll von selbst melden, wenn die Milch leer ist, und Thermostate sollen unsere Heizung automatisch regulieren, wenn wir nicht da sind. So liest man es zumindest immer wieder. Doch obwohl die technischen Möglichkeiten teils schon existieren, ist unser Zuhause bis auf ein paar Sprachassisten noch überraschend undigital.

    Wo fängt also das vernetzte Zuhause an? Und für wen ist das was? Braucht es wirklich eine vernetzte Glühbirne, die wir über das Smartphone steuern können? Wie verändert sich durch ein voll digitalisiertes Zuhause unsere Vorstellung vom Wohnen? Werden wir künftig Wohnprofile haben, die wir von unserer Wohnung mitnehmen können in ein Hotel oder in das Haus eines Freundes? Wie sicher ist das alles? Und ist das Smart Home nicht eh nur was für Besserverdiener?

    Diese und andere Fragen beantwortet der Digitalunternehmer Lars Hinrichs, der einst das Businessnetzwerk Xing gegründet hat und heute mit dem Apartimentum einen voll vernetzten Wohnkomplex in Hamburg betreibt. Im Podcast spricht Hinrichs darüber, warum es nur eine Frage der Zeit ist, bis alle Wohnungen einen gewissen Digitalstandard erfüllen, weshalb er das vernetzte Zuhause für sicherer hält als das nicht vernetzte – und wieso er den Lichtschalter so liebt.

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  • 11.04.2019
    42 MB
    50:40
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    “Autonome Waffen können kein Mitleid zeigen”

    “Wird das was?” Diese Frage stellen wir Nutzerinnen und Nutzer uns oft bei Digitalprojekten. Plötzlich wird ein Thema aktuell, und eigentlich weiß man gar nicht genau, was dahintersteckt und wozu man das brauchen sollte. Zeit, darüber zu reden. Genau das machen wir bei ZEIT ONLINE alle zwei Wochen in unserem neuen Digitalpodcast.

    In der zweiten Folge sprechen Digitalredakteurin Lisa Hegemann und Kulturredakteur Dirk Peitz mit der Politikwissenschaftlerin Anja Dahlmann über eine dunkle Seite der Digitalisierung: Sie verändert nicht nur unser alltägliches Leben, sondern auch die Art, wie wir Krieg führen. Längst sind Soldatinnen und Soldaten auf den Schlachtfeldern der Welt ebenso über das Netz verbunden wie wir Zivilisten mit unseren Smartphones und Computern. Noch bedeutsamer aber erscheint, wie digitale Technologien die Waffen verändern, mit denen gekämpft wird. Sogenannte autonome Waffensysteme könnten die Kriegsführung künftig stark beeinflussen: Sie werden mit künstlicher Intelligenz ausgestattet sein und womöglich irgendwann unabhängig von menschlichen Bedienern entscheiden, auf welche Ziele sie schießen – und wer oder was kein Ziel ist.

    Werden also künftig Maschinen gegen Maschinen Krieg führen? Müssen wir Menschen uns vor diesen Waffen fürchten, weil sie ohnehin unmenschliche Kriege noch unmenschlicher machen – und gegen uns kämpfen? Welche Staaten entwickeln diese Waffen und wozu? Und was ist eigentlich die Haltung der deutschen Bundesregierung dazu?

    Diese und weitere Fragen beantwortet Anja Dahlmann, die bei der Stiftung Wissenschaft und Politik in Berlin zu Sicherheits- und Verteidigungspolitik forscht und dabei insbesondere zu militärischer Robotik. Sie klärt auch gleich die erste Frage, die viele Menschen beim Wort “Killerroboter” haben: Werden autonome Waffensysteme, die sich manche wie humanoide Roboter vorstellen, wirklich wie Arnold Schwarzenegger in “Terminator” aussehen?

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  • 28.03.2019
    50 MB
    59:18
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    "Natürlich kann man den Menschen verbieten, ein Auto zu besitzen"

    "Wird das was?" – diese Frage stellen wir sterblichen Nutzerinnen und Nutzer uns oft bei Digitalprojekten. Plötzlich wird ein Thema aktuell, und eigentlich weiß man gar nicht genau, was dahintersteckt und wozu man das brauchen sollte. Zeit, darüber zu reden. Genau das machen wir bei ZEIT ONLINE alle zwei Wochen in unserem neuen Digitalpodcast.

    In der ersten Folge sprechen Digitalredakteurin Lisa Hegemann und Kulturredakteur Dirk Peitz mit dem Verkehrsforscher Andreas Knie. Während Politik, Autoindustrie und auch ziemlich viele Autofahrerinnen und Autofahrer in Deutschland noch über Dieselmotoren und Tempolimits reden, tut sich vor uns längst die Zukunft der Mobilität auf. Die verspricht alternative Antriebsarten wie den Elektromotor, vor allem aber neue Verkehrskonzepte. Autos sollen zum Beispiel bald autonom fahren, ohne dass der Mensch noch eingreifen muss.

    Aber will der Mensch das auch wirklich, nicht mehr selbst fahren? Und warum sind in Deutschland bislang nur rund 100.000 Elektrofahrzeuge zugelassen – unter 57 Millionen Fahrzeugen, die derzeit auf deutschen Straßen unterwegs sind? Obwohl es doch längst Elektroautos gibt, die nicht nur abgasfrei sind, sondern auch noch als cool gelten?

    Diese und andere Fragen beantwortet Andreas Knie, der seit drei Jahrzehnten zu Mobilität forscht. Er spricht darüber, wie neue Verkehrssysteme die Stadt der Zukunft prägen werden, warum das autonome Fahren zuerst auf dem Land beginnen sollte – und warum Fans von Benzinschluckern irgendwann in Gehegen im Kreis herumfahren werden.

    Sie erreichen uns per Mail unter [email protected]

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