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hr2 Hörspiel

Hörspielpool der neuen hr2-Ursendungen sowie ausgewählte Sendungen der ARD und dem hr-Archiv

Alle Folgen

  • 29.05.2020
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    53:29
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    Lou Reed in Offenbach | Musik-Hörspiel über die nachkriegsdeutsche Provinz

    1979: Ein 17-Jähriger wird von seiner Freundin auf sein erstes Rock-Konzert in die Stadthalle Offenbach geschleppt. Auf ein Konzert, das nie stattfindet, denn Lou Reed bricht nach endloser Warterei und wenigen Minuten on Stage ab, verlässt nach kurzen Provokationen und einem Gewaltausbruch die Bühne. Es folgt ein Tumult im Saal, Stühle fliegen, jemand lässt die Boxen auf die Bühne krachen. Der Star bringt mit seinem "Auftritt" die deutsche Provinz um das Konzert ihres Lebens.

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  • 23.05.2020
    0 MB
    01:18:15
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    Der Platz | Hörspiel von Annie Ernaux

    Ausbruch aus der sozialen Herkunft! Auch in „Der Platz“ ist das autobiographische Schreiben von Annie Ernaux ihr Thema und Markenzeichen. Anhand der Auseinandersetzung mit dem Vater nach dessen Tod und in der Beschreibung ihrer eigenen Herkunft aus einem kleinen Ort in der Normandie erzählt Ernaux nüchtern aber schonungslos ihre eigene soziale Emanzipation heraus aus einer Arbeiterfamilie hin zu einer bürgerlichen Existenz.

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  • 15.05.2020
    0 MB
    01:10:55
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    Der vertauschte Koffer / Krimi-Komödie von Victor Gunn

    Die Geschichte beginnt im Büro eines Funkdramaturgen, der seinen Assistenten auf Urlaub zu einem Onkel schickt. Dort soll er ein brauchbares Kriminalstück schreiben oder sich wenigstens eine gute Story einfallen lassen. Doch was er bei seiner Rückkehr berichtet, lässt seinem Chef die Haare zu Berge stehen...

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  • 02.05.2020
    0 MB
    01:00:10
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    Felicitas Französischer Literaturklassiker v. Gustave Flaubert

    Die einfache Hausmagd Felicitas, die im Dienste der Witwe Aubain in Pont-L’Évêque steht, hat geliebt. Im Laufe ihres Lebens verschenkte sie zuerst ihr Herz an einen jungen egoistischen Mann, dann an die beiden Kinder ihrer Herrin, ihren Neffen Victor, einen Greis und schließlich an den Papagei Loulou, der später ihre einzige Beziehung zur Umwelt wird. Nach dessen Tod lässt sie ihn ausstopfen. Felicitas ist im Alter taub und blind geworden, und Madame Aubain ist gestorben. Als sie einsam und im halbzerfallenen Haus im Sterben liegt, wird der Papagei in ihrer Vorstellung eins mit dem Heiligen Geist, dessen Verkörperung sie zeitlebens gesucht hatte. Mit Günter Schramm, Maria Körber, Hilde Körber u.v.a. Gustave Flaubert (1821-1880) verabschiedete in seinem Werk das romantische Erzählen. In seinem bekanntesten Roman »Madame Bovary« (1856) analysiert er erbarmungslos das wilde Herz einer Arztfrau aus der Provinz. In seiner kunstvoll verdichteten Novelle »Un cœur simple« (1877) liegt das schlichte Herz einer Magd auf dem Seziertisch, das einer herzlosen Umwelt ausgeliefert ist. Aber nicht der vorgeblich kritische Ansatz fasziniert an dieser Erzählung; es ist vielmehr Flauberts inniges, beinahe demütiges Verständnis für dieses einfache Geschöpf seiner Phantasie. Fränze Roloff (* 1896) war eine deutsche Schauspielerin, Hörspielregisseurin und -sprecherin. Um 1923 leitete sie die Schauspielschule der Berliner Volksbühne. Ab etwa 1926 war sie zunächst als Hörspielsprecherin und später auch als Regisseurin tätig. Nach dem Zweiten Weltkrieg baute sie beim Sender Frankfurt den Jugendfunk, den Arbeiterfunk und die Hörspielabteilung auf. Bis 1973 war sie an mehr als 170 Produktionen beteiligt.

    Die einfache Hausmagd Felicitas, die im Dienste der Witwe Aubain in Pont-L’Évêque steht, hat geliebt. Im Laufe ihres Lebens verschenkte sie zuerst ihr Herz an einen jungen egoistischen Mann, dann an die beiden Kinder ihrer Herrin, ihren Neffen Victor, einen Greis und schließlich an den Papagei Loulou, der später ihre einzige Beziehung zur Umwelt wird. Nach dessen Tod lässt sie ihn ausstopfen. Felicitas ist im Alter taub und blind geworden, und Madame Aubain ist gestorben. Als sie einsam und im halbzerfallenen Haus im Sterben liegt, wird der Papagei in ihrer Vorstellung eins mit dem Heiligen Geist, dessen Verkörperung sie zeitlebens gesucht hatte. Mit Günter Schramm, Maria Körber, Hilde Körber u.v.a. Gustave Flaubert (1821-1880) verabschiedete in seinem Werk das romantische Erzählen. In seinem bekanntesten Roman »Madame Bovary« (1856) analysiert er erbarmungslos das wilde Herz einer Arztfrau aus der Provinz. In seiner kunstvoll verdichteten Novelle »Un cœur simple« (1877) liegt das schlichte Herz einer Magd auf dem Seziertisch, das einer herzlosen Umwelt ausgeliefert ist. Aber nicht der vorgeblich kritische Ansatz fasziniert an dieser Erzählung; es ist vielmehr Flauberts inniges, beinahe demütiges Verständnis für dieses einfache Geschöpf seiner Phantasie. Fränze Roloff (* 1896) war eine deutsche Schauspielerin, Hörspielregisseurin und -sprecherin. Um 1923 leitete sie die Schauspielschule der Berliner Volksbühne. Ab etwa 1926 war sie zunächst als Hörspielsprecherin und später auch als Regisseurin tätig. Nach dem Zweiten Weltkrieg baute sie beim Sender Frankfurt den Jugendfunk, den Arbeiterfunk und die Hörspielabteilung auf. Bis 1973 war sie an mehr als 170 Produktionen beteiligt.

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  • 24.04.2020
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    01:00:38
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    Im Dickicht der Einzelheiten von Wilhelm Genazino

    Marion Tiedtke als Chefdramaturgin des Schauspiel Frankfurt und Hauke Hückstädt, Leiter des Literaturhauses Frankfurt, initiierten 2018 eine neue Reihe für das Theater, in der Autor*innen Biografien in dieser Stadt zum Ausgangspunkt ihres Schreibens wählen. Den Anfang machte der im Dezember 2018 verstorbene Büchner-Preisträger und Frankfurter Autor Wilhelm Genazino. Genazino war ein Romantiker des Gewöhnlichen, der immer wieder den banalsten Fundstücken ein geheimnisvolles Ansehen, dem vermeintlich Bekannten den Zauber des Unentdeckten, dem Endlichen einen nachhaltigen Schein verleihen konnte, so auch in diesem seinem letzten veröffentlichten Text. Er stellt in seinem Monodrama "Im Dickicht der Einzelheiten" einen Flaneur in den Mittelpunkt, der durch die Mainmetropole streift und dabei Straßenszenen und Alltägliches mit persönlichen Erinnerungen verknüpft. So entsteht das poetische Bild eines Einzelnen in einer modernen Großstadt, der über Heimat, Erfolg, seine Schriftstellerei räsoniert und sich dabei immer wieder am öffentlichen Raum und seinen Widrigkeiten reibt. Der Schauspieler Matthias Redlhammer verkörpert diesen Flaneur nicht nur mit seiner Stimme, er begleitet seinen Spaziergang durch Frankfurt zusätzlich mit Schlagzeug und Mundharmonika und erspielt so neben der Erzählebene eine weitere Dimension. Die Inszenierung für das Schauspiel Frankfurt besorgte der Intendant des Hauses Anselm Weber. Wilhelm Genazino, 1943 in Mannheim geboren, lebte in Frankfurt und ist dort im Dezember 2018 gestorben. Zunächst arbeitete er als freier Journalist, später als Redakteur bei verschiedenen Zeitungen und Zeitschriften. Seit 1971 war er freier Schriftsteller. Berühmt wurde er mit seiner »Abschaffel«-Romantrilogie. Für sein umfangreiches Werk erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, u.a. 2003 den Fontane-Preis der Berliner Akademie der Künste und den Georg-Büchner-Preis 2004.

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  • 04.04.2020
    0 MB
    01:10:15
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    Charlotte Löwensköld von Selma Lagerlöf

    "Charlotte Löwensköld" erschien1925 und bildet den zweiten Teil der Löwensköld-Trilogie. Der Roman spielt im Värmland, wo Lagerlöf geboren wurde und wohin sie als Schriftstellerin wieder gezogen war. In der Familie väterlicherseits hatten die Töchter seit Generationen Pfarrer geheiratet und im Umfeld eines Pfarrhaushalts spielt auch "Charlotte Löwensköld", im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts. Die junge Charlotte verliebt sich in Karl-Artur Ekenstedt, einen jungen Hilfspfarrer, der ein ruhiges und einfaches Leben anstrebt und keine Karriere in der Kirchenhierarchie. Tatsächlich hält er um die Hand des jungen Mädchens an. Aber auf Grund einer Reihe von Missverständnissen wird die Verlobung der beiden wieder aufgelöst, und Charlotte kämpft verzweifelt aber letztlich vergebens darum, sich mit Karl-Artur zu versöhnen.

    Mit: Louise Ulrich, Claus Clausen, Liselotte Bettin, Henriette Reinheimer, Karl Helwig, Tilly Breitenbach, Ursula Ligocki, Oti Schütz u. a.

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  • 27.03.2020
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    58:02
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    Nicci & Vicci und das Karpatenkalb | Persiflage auf Hörspielserien der 80er Jahre

    "Alfred Hitchcock meets Enid Blyton": Nirgendwo auf der Welt sind Hörspiele beliebter und erfolgreicher als in Deutschland. Besondere Blütezeit waren die 1980er Jahre, in denen vor allem für die Jugend Hörspiele auf Schallplatte und Kassette produziert wurden. Serien wie "Die drei ???", "Fünf Freunde", "TKKG" oder "Hanni und Nanni" haben Generationen geprägt und sind bis heute so erfolgreich, dass sie auch rund vierzig Jahre später mit neuen Folgen fortgesetzt werden und als Kult gelten. Mit dieser Persiflage ehrt das RadioLiveTheater diese Hörspielserien - ein Fest für alle 80er-Fans und Kassettenkinder.

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  • 19.03.2020
    0 MB
    47:04
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    Der Rächtschraipkönich | Kinderhörspiel

    Ab 8 Jahre | Ausgerechnet der Buchstabe K bringt Kevin Keck, genannt Keks, zum Stottern. Zum Glück weiß das niemand außer Lukas, der gegen immer höhere "Belohnungen" verspricht, nichts zu verraten. Doch dann kommt ein Neuer in die Klasse. Der ist zwar grottenschlecht in Rächtschraipung, stellt aber mit seinen lustigen Wortschöpfungen und mutigen Sprachspielereien das Leben von Keks, Lukas und dem Rest der Klasse total auf den Kopf.

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  • 19.03.2020
    0 MB
    41:46
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    Oh Calimero! | Kinderhörspiel

    Ab 7 Jahre | Charlotte wünscht sich nichts sehnlicher als ein Haustier zum Schmusen, Spielen und Verwöhnen, einen treuen Freund, dem sie all ihre Geheimnisse anvertrauen kann. Doch ihrer Mutter kommt auf keinen Fall ein Tier ins Haus. Als dann aber auch noch der pupsig kleine Nachbarsjunge einen Hamster bekommt, setzt Charlotte alles daran, doch noch an ein Tier zu kommen. Ob ihr das gelingt?

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  • 19.03.2020
    0 MB
    52:34
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    Frau Fledder und Herr Zitrone | Kinderhörspiel

    Ab 7 Jahre | Frau Fledder ist eine Fledermaus, die es in sich hat - und sich Hals über Flügel in Herrn Zitrone verliebt, einen scheuen, sensiblen Wellensittich. Eigentlich ist das Aufregung genug für den ängstlichen Vogel. Doch dann landet er auch noch gemeinsam mit Marie und Jonas auf einer nächtlichen Verbrecherjagd - und beweist mehr Mut, als er es sich je erträumt hätte!

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  • 28.02.2020
    0 MB
    31:40
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    Kein Schafspelz, kein Wolf | Hörspiel von Julian Mahid Carly

    Der Cum-Ex-Skandal wurde als größter Steuerraub in der Geschichte Europas bezeichnet. Allein in Deutschland wurden bis 2016 durch die geplanten Aktiengeschäfte über 30 Milliarden Euro an der Steuer vorbei geschleust. Umso erstaunlicher ist, dass die Berichterstattung schnell wieder aus dem öffentlichen Diskurs verschwand. „Kein Schafspelz, kein Wolf“ widmet sich dem Gemisch aus journalistischem Aufklärungswillen, Verschwendungswahn und Männlichkeit aus den verschiedenen Perspektiven der Beteiligten und stellt erneut Fragen: Kann es der investigativen Journalistin gelingen, einen Bundestagsabgeordneten und einen Anwalt zu überführen, auch wenn diese Drahtzieher gar nicht gegen das Recht verstoßen haben?

    „Kein Schafspelz, kein Wolf“ ist eine Hörspieladaption des gleichnamigen Theaterstücks von Julian Mahid Carly, das 2019 im Rahmen des „What a mess - it’s Cum-Ex“-Festivals am Studio Naxos in Frankfurt uraufgeführt wurde. Regisseurin des Theaterstücks war Malin Lamparter, die Einrichtung für das Hörspiel ist von Arne Köhler.

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  • 22.02.2020
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    01:04:07
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    LITERATUR: Die Letzten vom „Schwarzen Mann“ von Alfred Andersch

    Eine der höchsten Erhebungen der Schnee-Eifel heißt „Schwarzer Mann“ - benannt nach den schwarzen Gesichtern der Bergleute, die dort früher beim Abbau von Bleierz im Bergwerk unter unmenschlichen Bedingungen schufteten. In Alfred Anderschs Hörspiel „Die Letzten vom Schwarzen Mann“ ist diese Gegend doppelt mit einer dunklen Vergangenheit besetzt. Denn in diesem Gebiet entlang der Belgischen Grenze wurden während der Ardennen-Offensive Hitlers im Zweiten Weltkrieg fast 40 000 alliierte und deutsche Soldaten im schneereichen Winter 1944 getötet. Der Frontverlauf war trotzdem nach wenigen Monaten wiederhergestellt, als hätte es all jene Verluste nie gegeben. In Anderschs Hörspiel „Die Letzten vom Schwarzen Mann“ aber suchen die Geister dieser Toten die Lebenden heim, sie verbünden sich mit den dunklen Erinnerungen der Einzelnen. Sein Anschreiben gegen das Vergessen und Verdrängen der Nachkriegszeit ist es, was Alfred Andersch zu einem der bedeutendsten Autoren der Gruppe 47 machte.

    Eine der höchsten Erhebungen der Schnee-Eifel heißt „Schwarzer Mann“ - benannt nach den schwarzen Gesichtern der Bergleute, die dort früher beim Abbau von Bleierz im Bergwerk unter unmenschlichen Bedingungen schufteten. In Alfred Anderschs Hörspiel „Die Letzten vom Schwarzen Mann“ ist diese Gegend doppelt mit einer dunklen Vergangenheit besetzt. Denn in diesem Gebiet entlang der Belgischen Grenze wurden während der Ardennen-Offensive Hitlers im Zweiten Weltkrieg fast 40 000 alliierte und deutsche Soldaten im schneereichen Winter 1944 getötet. Der Frontverlauf war trotzdem nach wenigen Monaten wiederhergestellt, als hätte es all jene Verluste nie gegeben. In Anderschs Hörspiel „Die Letzten vom Schwarzen Mann“ aber suchen die Geister dieser Toten die Lebenden heim, sie verbünden sich mit den dunklen Erinnerungen der Einzelnen. Sein Anschreiben gegen das Vergessen und Verdrängen der Nachkriegszeit ist es, was Alfred Andersch zu einem der bedeutendsten Autoren der Gruppe 47 machte.

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  • 08.02.2020
    0 MB
    01:10:04
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    Entdeckungen: Entgrenzgänger von Robert Schoen

    Seinem Hörspiel legte Robert Schoen folgende Zeilen bei: »Im Englischen gibt es den Begriff serendipity als Bezeichnung für etwas zufällig Gefundenes, das man so gar nicht gesucht hat. So kam man Amerika, dem Sekundenkleber oder Viagra auf die Schliche. ›Der Zufall begünstigt den vorbereiteten Geist‹, soll Louis Pasteur gesagt haben. So strebe ich also an, mich dem Zufall so anzubiedern, dass er mich bei meinem Vorhaben unterstütze, die Pasteur’sche ›kosmisch asymmetrische Kraft« anzuzapfen, um eine Rundfunkgroteske zu synthetisieren, die an den ästhetischen Grenzen des Genres Hörspiel herumstrolcht. Die Groteske schreibt sich dabei akustisch weitgehend selbst. In den Schreibpausen tauchen dabei immer wieder Fragen auf: Was ist ein Hörspiel, wo verläuft die Demarkationslinie zwischen Inszenierung und Realität, und welches Märchen wird die kleine Nora mit verbunden Augen aus dem großen russischen Märchenbuch mit dem Wolf vorne drauf picken?! Ort der Aufnahmen, Texte, Studio, Menschen in ihrem Spiel, Musik und ihre Macher - alles wird vom Zufall bestimmt, von der Laune der Würfel, einem Zufallsgenerator, Gott. Wie es sich für ein - noch so asymmetrisches - Hörspiel gehört, wird es natürlich zahlreiche Geräusche geben (auch altkirchenslawische), weiterhin Pausen, einen unbekümmerten Prinzen, reichlich Wodka, aufgedunsene Riesenfische, einen wütenden Intendanten sowie einen Ausflug an die Quelle des Heiligen Mitrofan. Entgrenzgänger: Oh, du Kassiber an den statistisch nicht messbaren Teil der Radiohörerschaft!«

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  • 18.01.2020
    0 MB
    54:34
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    Entdeckungen: Fünf Flure, eine Stunde von Luise Voigt

    Schauplatz Altersheim. Der leise Atem der Bewohner trifft auf die Tatkraft der Pflegekräfte. Wie Kommunikation hier funktioniert, wurde durch Tonaufnahmen in Heimen mitgeschnitten und von jungen Schauspielern nachgesprochen und zurückgespielt. Alles was sie hören hat so stattgefunden, ist aber durch das Übereinanderlegen von 5 Tonspuren verdichtet und durch ein fulminantes junges Darstellerteam und zwei Klangkünstler umgesetzt worden. Ein Wahrnehmungsspiel ohne einen einzigen Schnitt!

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  • 13.01.2020
    0 MB
    50:09
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    Klangkunst: Unterland von Björn SC Deigner

    Das Wappen der Ortschaft, das keine Herkunft hat. Die ungezählten Verkehrstoten, die sich an den Alleen sammeln. Fußballplätze aus verkantetem Rost. Linde, Beinwell, Neophyten: Das Umland, die Gegend, die Ortschaft. In seinem Hörspiel beschreibt Björn SC Deigner die Mechanismen des Zusammenlebens in dörflicher Struktur. Das Leben auf dem Land, Fixstern romantisierender Großstadtträume, hat klare Gesetzmäßigkeiten und Ausschlussmechanismen. Wer sich darin arrangiert, findet das private Glück; alle anderen setzen sich in Autos oder auf Motorräder und versuchen die Flucht. »Die Mechanik der Herkunft / ist fein justiert / und braucht Fettung« Unterland setzt verschiedene Textgenres gegeneinander und verschneidet sie zu einem literarisch-klanglichen Mosaik.

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  • 29.12.2019
    0 MB
    01:13:25
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    Klassiker: Unwiederbringlich nach Theodor Fontane

    Fünf Jahre vor dem deutsch-dänischen Krieg von 1864: Schleswig und Holstein, zwei mehr oder weniger selbständige Herzogtümer, die nach alten Verträgen »up ewig ungedeelt« bleiben sollen, sind der dänischen Krone unterstellt, könnten aber im Falle einer veränderten Erbfolge auch Preußen zugeschlagen werden. Zu dieser Zeit lebt der charmant-lebensfrohe Graf Holk scheinbar harmonisch auf seinem holsteinischen Landgut mit seiner Gattin, der herrenhuterisch erzogenen tugendstarken Christine. Aber immer wieder geraten seine Nachsicht und ihre Selbstgerechtigkeit, ihre bibelfeste Unerbittlichkeit und seine aristokratische Gelassenheit in Konflikt, z.B. bei der Erziehung der Kinder. Beide Eheleute sind insgeheim froh, als der Graf seinen Pflichten am Kopenhagener Hof nachkommen soll. Dort verfällt Graf Holk der leichtlebigen Hofdame Ebba von Rosenberg und kündigt schließlich seiner Frau die Scheidung an. Ebba weicht jedoch vor dem Ernst des Grafen zurück und beendet das Verhältnis. Nach einer langen Zeit der Trennung versöhnen sich Holk und Christine wieder. Unwiederbringlich ist jedoch das Glück ihrer Ehe, wenn es dies je gegeben haben sollte: Christine stürzt sich ins Meer. 1891 erschienen, gilt dieser Roman Fontanes unter Kennern als sein »makellosestes Kunstwerk«. Kühl, ohne Sentimentalität und Parteinahme zeichnet er ambivalente Charaktere in ihren Zeitumständen. Mit Paul Edwin Roth, Rosemarie Gerstenberg, Christine Schönfelder, Edith Heerdegen, Rudolf Kalvius, Anneliese Telluren, Xenia Pörtner u. v. a.

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  • 01.12.2019
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    01:17:32
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    KRIMI: Der Fall Maurizius (1) von Jakob Wassermann

    Der 16-jährige Etzel ist ein leidenschaftlicher Befürworter menschlicher Gerechtigkeit und leidet unter der kalten, moralisch selbstgerechten Weltanschauung seines Vaters, des Oberstaatsanwalts Freiherr von Andergast. Dieser war vor zwanzig Jahren maßgeblich an der Verurteilung des Kunsthistorikers Leonhart Maurizius beteiligt, der des Mordes an seiner Frau angeklagt und zu lebenslanger Haft verurteilt worden war, die Tat aber immer bestritten hatte. Nach zwanzig Jahren hofft Leonharts Vater auf die Begnadigung seines Sohnes. Etzel hegt Zweifel an dem damals gefällten Urteil und nimmt die Gelegenheit wahr, sich gegen seinen Vater aufzulehnen. Er will den berühmten Prozess wieder aufrollen und die Wahrheit herausfinden. Er sucht Georg Warschauer, genannt Waremme, auf, der im Prozess als Kronzeuge aufgetreten war. Von seinem Gewissen gepeinigt, gesteht ihm schließlich Waremme, meineidig gewesen zu sein.

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  • 01.12.2019
    0 MB
    01:20:31
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    KRIMI: Der Fall Maurizius (2) von Jakob Wassermann

    Der 16-jährige Etzel ist ein leidenschaftlicher Befürworter menschlicher Gerechtigkeit und leidet unter der kalten, moralisch selbstgerechten Weltanschauung seines Vaters, des Oberstaatsanwalts Freiherr von Andergast. Dieser war vor zwanzig Jahren maßgeblich an der Verurteilung des Kunsthistorikers Leonhart Maurizius beteiligt, der des Mordes an seiner Frau angeklagt und zu lebenslanger Haft verurteilt worden war, die Tat aber immer bestritten hatte. Nach zwanzig Jahren hofft Leonharts Vater auf die Begnadigung seines Sohnes. Etzel hegt Zweifel an dem damals gefällten Urteil und nimmt die Gelegenheit wahr, sich gegen seinen Vater aufzulehnen. Er will den berühmten Prozess wieder aufrollen und die Wahrheit herausfinden. Er sucht Georg Warschauer, genannt Waremme, auf, der im Prozess als Kronzeuge aufgetreten war. Von seinem Gewissen gepeinigt, gesteht ihm schließlich Waremme, meineidig gewesen zu sein.

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  • 29.11.2019
    0 MB
    01:00:00
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    Entdeckungen: Die Sprache der Gewalt von Leonhard Koppelmann

    »›Die revolutionären Prozesse sind die Erfahrungen, die aus der Agonie zwischen Leben und Tod heraus, hin zu einem entschlossenen Kampf für das Leben geführt werden.‹ - Am 30.11.1989 haben wir mit dem Kommando Wolfgang Heer den Chef der Deutschen Bank, Alfred Herrhausen, hingerichtet, mit einer selbstgebauten Hohlladungsmine haben wir seinen gepanzerten Mercedes gesprengt.« - so lautet die Erklärung der RAF vom 2. Dezember 1989. In unserem Hörstück stellen wir Alfred Herrhausens letztes, sehr persönliches und ausführliches Fernsehinterview, das er nur wenige Tage vor seiner Ermordung mit Gero von Boehm führte, Ausschnitten aus Bekennerschreiben und Theoriepamphleten der Roten Armee Fraktion (RAF) gegenüber. Wir gehen der Frage nach, wie eine Gruppe sich sukzessive die Sprache eines Systems aneignete, gegen das sie eigentlich vorgab zu kämpfen - die Sprache des Faschismus.

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  • 27.11.2019
    0 MB
    57:56
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    DRAMA: Auf die Natur kann man nicht böse sein von Andreas Jungwirth

    Robert, ein Soldat, der vorzeitig aus einem Anti-Terroreinsatz nach Hause zurückkehren musste, ist vom Dach eines Hochhauses gesprungen. Auf dem Dach, heißt es in einer kurzen Zeitungsnotiz, waren zum Zeitpunkt des Selbstmords auch vier Jugendliche anwesend, darunter Roberts vierzehnjähriger Bruder Paul. Zwei Monate nach Roberts Tod will Ina, Roberts Exfreundin, von Paul, Andi und Fabi wissen, was auf dem Hochhausdach tatsächlich passiert ist. Nur Seyda kann sie nicht befragen, sie ist in der Zwischenzeit mit ihren Eltern, nach Jahren im Asyl, in den Libanon zurückgekehrt. Als sich die Jugendlichen in immer mehr Widersprüche verwickeln, lässt Ina so lange nicht locker, bis sie die ganze Wahrheit erfährt. Dabei muss sie allerdings auch erfahren, dass die Ereignisse mehr mit ihr zu tun haben, als sie ahnen konnte. Und es bleiben Fragen: Gibt es Schuldige an Roberts Tod? Oder sind alle nur Opfer einer nicht kontrollierbaren Dynamik?

    Andreas Jungwirth, 1967 in Linz a. d. Donau geboren, studierte zwei Jahre Germanistik und Theaterwissenschaft in Wien, danach absolvierte er ein Schauspielstudium. Nach zwanzig Jahren in Deutschland, lebt er heute wieder in Wien. Seit 2001 ist er als Autor tätig, er schreibt Theaterstücke und Hörspiele, veröffentlichte zuletzt auch Jugendromane. Im September erscheint in der Wiener edition atelier seine Erzählung »Wir haben keinen Kontakt mehr«.

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  • 24.11.2019
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    42:33
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    DRAMA: Der kurze Weg von Jan Peter Bremer

    Es sollte nur eine Fahrt mit dem neuen Fahrrad werden, aber es wird die Fahrt in eine Landschaft voll Sorgen und Missgeschicke, in eine Welt wie von Buster Keaton und David Lynch gemeinsam erdacht. Mitten am hellichten Tag überfährt der Protagonist Jan mit seinem neuen Fahrrad das Kind seines besten Freundes. Aber natürlich muss auch dieser Tag weitergehen. Nur rutscht ihm dazu auch noch die Hose die ganze Zeit. Kaum ein Schritt, ohne dass er über die eigenen Beine stolpert. Vielleicht ist sogar das seine eigentliche Schuld. Oder jagt er auch dieser Schuld nur hinterher? Ist das womöglich seine Hoffnung? Und wie hat er bloß in dieser kurzen Zeit diesen unmöglich weiten Weg zurücklegen können? Haben die Eltern etwa schon auf ihn gewartet? Vielleicht will ihm sein Vater, der Schuft, auch nur seine Freundin ausspannen. Und die Mutter sieht tatenlos zu. Oder war vielleicht doch alles ganz anders? In stakkatohaften Sätzen und überraschenden Sprachbildern zeichnet Jan Peter Bremer in diesem Hörspiel die Szenerie eines aus den Fugen geratenen Lebens nach. Geschickt greift Regisseur Oliver Sturm die verblüffenden Zeitebenen auf und verbindet sie zu einem Vexierspiel über Schuld und Lebensmuster.

    Jan Peter Bremer, geboren 1965, wurde für seine Romane wie zum Beispiel »Der Fürst spricht« oder »Der amerikanische Investor« vielfach ausgezeichnet. Gerade erscheint sein neuer Roman »Der junge Doktorand«. Seit 1997 arbeitet Jan Peter Bremer auch regelmäßig für den Rundfunk. Bremers Hörspiele sind allesamt in der Regie von Oliver Sturm entstanden.

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  • 17.11.2019
    0 MB
    01:07:05
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    Klassiker: Der Staatssekretär und sein Steckenpferd von Kurt Heynicke

    Könige sammeln Briefmarken, Premierminister malen in Öl. Der Staatssekretär in Heynickes Hörspiel hat sich dem interessanten Gebiet der Höhlenforschung zugewandt. Wie dieser hohe Beamte seines mit Leidenschaft gerittenen Steckenpferdes wegen in Konflikt mit seinen Amtspflichten gerät, und wie er sich mit Hilfe seines recht selbständig werdenden Doppelgängers in eine schwierige Lage hinein- und wieder herausmanövriert, das schildert Kurt Heynicke mit der ihm eigenen Mischung aus Witz, Ironie und Lebensweisheit. Seine sowohl an menschlichen Bezügen als auch an witzigen Situationen reiche Komödie hat sich mittlerweile auch im Fernsehen und auf der Bühne bewährt. Hier ist der in Deutschland so oft missglückte Versuch einer politischen Satire gelungen. Mit Josef Offenbach, Rosemarie Gerstenberg, Horst Beilke und Johannes Schauer.

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  • 08.11.2019
    0 MB
    48:47
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    Willkommen und Abschied – Carl Blechen | Von Irina Liebmann

    „Stehen zwei Männer in einem Büro. Der eine kam aus Westberlin zu Besuch, der and‘re ist Ostberliner und muss deswegen immer im Osten bleiben.“ Als der 150. Todestag des Landschaftsmalers Carl Blechen vor der Tür steht, möchten ihn zwei Kuratoren mit einer Ausstellung ehren: Der eine kommt aus der Alten Nationalgalerie in Ost-Berlin - der andere aus der Neuen Nationalgalerie im Westen der Stadt. Gegen beider Staatsraison verabreden sie im Sommer 1989 eine Zusammenarbeit. Als im Herbst die Mauer fällt, kommt es in der großen Jubiläumsausstellung zu einer Wiedervereinigung der Blechen-Bestände beider Häuser. Am 31. August 1990 wird im Westen Berlins die Ausstellung eröffnet, während im Ostteil der Stadt der Einigungsvertrag zwischen der BRD und der DDR besiegelt wird … In der DDR aufgewachsen und 1988 ausgereist, setzt sich die Autorin, Irina Liebmann, in ihrem Werk mit Berlin als Schauplatz deutscher Geschichte auseinander. Für hr2-kultur hat sie frei nach den Ereignissen der Zeit das Erinnerungsstück „Willkommen und Abschied - Carl Blechen“ geschrieben. Wie die Bilder Blechens bewegt es sich „Zwischen Romantik und Realismus“. Mit: Gunter Schoß, Winfried Glatzeder, Siemen Rühaak, Sarah Grunert, Peter Schröder, Michael Schütz und Christoph Pütthoff; Regie: Marlene Breuer und Burkhard Schmid; Redaktion: Heike Oehlschlägel; Produktion und Ursendung: Hessischer Rundfunk 2019

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  • 27.10.2019
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    28:40
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    Krimi: Der Besuch des Landpfarrers von Gilbert Keith Chesterton

    G. K. Chestertons bekannteste literarische Schöpfung ist Father Brown, der »detektivische Seelsorger«, ein Geistlicher, der mit psychologischem Einfühlungsvermögen und durch logische Schlüsse auch die scheinbar mysteriösesten Kriminalfälle löst. Im Gegensatz zu anderen bekannten Romanhelden wie Sherlock Holmes oder Hercule Poirot steht bei Brown nicht so sehr die äußere Logik des Tatherganges, sondern die Motivation des Täters im Vordergrund. Aber G. K. Chesterton schrieb nicht nur Kriminalgeschichten: Der Club der seltsamen Berufe umfasst eine Reihe von Erzählungen, die scheinbar Kriminalstories sind, sich am Ende aber immer in Heiterkeit und Wohlgefallen auflösen, und jedes Mal steckt ein »ungewöhnlicher Beruf« hinter dem vermeintlich kriminellen Geschehen. Der Titel "Der Besuch des Landpfarrers" ist etwas irreführend, da hier gleich zwei Landpfarrer ihr Unwesen treiben.

    Gilbert Keith Chesterton (1874-1936), englischer Schriftsteller und Journalist, stammt aus einer streng protestantischen Familie und konvertierte 1922 zum katholischen Glauben. Er verfasste Essays, politische Schriften, Theaterstücke, Romane, Biografien und zahlreiche Erzählungen. Dem deutschen Publikum ist er vor allem durch seine Kriminalromane um die Figur des Father Brown bekannt.

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  • 27.10.2019
    0 MB
    22:09
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    Krimi: Das Abenteuer des Major Brown von Gilbert Keith Chesterton

    G. K. Chestertons bekannteste literarische Schöpfung ist Father Brown, der »detektivische Seelsorger«, ein Geistlicher, der mit psychologischem Einfühlungsvermögen und durch logische Schlüsse auch die scheinbar mysteriösesten Kriminalfälle löst. Im Gegensatz zu anderen bekannten Romanhelden wie Sherlock Holmes oder Hercule Poirot steht bei Brown nicht so sehr die äußere Logik des Tatherganges, sondern die Motivation des Täters im Vordergrund. Aber G. K. Chesterton schrieb nicht nur Kriminalgeschichten: Der Club der seltsamen Berufe umfasst eine Reihe von Erzählungen, die scheinbar Kriminalstories sind, sich am Ende aber immer in Heiterkeit und Wohlgefallen auflösen, und jedes Mal steckt ein »ungewöhnlicher Beruf« hinter dem vermeintlich kriminellen Geschehen.

    In Das Abenteuer des Major Brown sieht sich der Major (wunderbar stakkatoartig gesprochen von Konrad Georg) mit haarsträubenden Drohungen konfrontiert.

    Gilbert Keith Chesterton (1874-1936), englischer Schriftsteller und Journalist, stammt aus einer streng protestantischen Familie und konvertierte 1922 zum katholischen Glauben. Er verfasste Essays, politische Schriften, Theaterstücke, Romane, Biografien und zahlreiche Erzählungen. Dem deutschen Publikum ist er vor allem durch seine Kriminalromane um die Figur des Father Brown bekannt.

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  • 27.10.2019
    0 MB
    34:39
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    Klangkunst: Bambusgarten - Jirisan1951 von Sol-i So

    Der Berg Jirisan im Süden Koreas ist während des Koreakrieges (1950-53) ein Ort des Rückzugs. Soldaten verstecken sich hier. Oft besuchen sie das Dorf am Fuße des Berges, um den dort lebenden Frauen - die Männer sind im Krieg oder schon tot - die Nahrung zu rauben. Eines Tages versteckt sich in dem von der südkoreanischen Armee besetzten Dorf ein nordkoreanischer Soldat im Bambusgarten einer Witwe. Sie verlieben sich. Doch ihre Freundin erpresst den Soldaten, zwingt ihn zum Sex, wird schwanger und begeht daraufhin Selbstmord. Tage später brennt die südkoreanische Armee den Wald nieder; dabei stirbt auch der nordkoreanische Soldat. Diese in Korea bekannte Geschichte über das Schicksal der koreanischen Frauen, die sich keiner der beiden Kriegsparteien verpflichtet fühlten und in ihrem Überlebenskampf auch die damals strengen Moralregeln außer Acht ließen, bildet den Plot des rhapsodischen Hörstücks der südkoreanischen Komponistin Sol-i So (* 1990), das im Auftrag von hr2-kultur entstanden ist. Derzeit arbeitet und studiert die ausgebildete Pansori-Sängerin in Berlin und an der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden.

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  • 25.10.2019
    0 MB
    54:00
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    DRAMA: Vater von Florian Zeller

    Der fast achtzigjährige André lebt allein in seiner Pariser Wohnung. Langsam, fast unmerklich, verändert sich etwas, sowohl für ihn als auch für seine Umgebung. Wo war doch gleich die Armbanduhr?… Kein Anlass zur Sorge, eine Bagatelle, nichts weiter. Vollkommen unverständlich für André also, warum seine Tochter Anne ihm unbedingt eine Pflegerin aufschwatzen will. Noch hat er schließlich ein Gedächtnis wie ein Elefant und kommt fabelhaft allein zurecht. Wenn er wirklich in Schwierigkeiten wäre, dann wäre er doch der erste, der einsichtig um Hilfe bitten würde. Verwunderlich auch, warum Anne ihm berichtet, dass sie in das ewig verregnete London umziehen will. Schließlich besucht sie ihn in letzter Zeit aus eigenem Antrieb immer häufiger. Wenn dort, in London, ihre große Liebe wohnt und arbeitet, wer ist dann der Mann, der immer mal wieder in seiner Wohnung auftaucht? Und warum wird das Mobiliar in seinen eigenen vier Wänden ausgetauscht, ohne dass man zuvor mit ihm spricht? Florian Zeller erzählt den Verlauf einer fortschreitenden Alzheimer-erkrankung radikal und fast ausschließlich aus der Perspektive des Betroffenen. Die situative Komik des Versteckens und Vermeidens mischt sich mit der Dämmerung der Unmündigkeit und des Verlöschens. Zeller gelingt ein intelligenter Slapstick, indem er die Figuren verdoppelt; André selbst kann nicht mehr mit Gewissheit von sich behaupten, wer er im nächsten Moment sein wird: Vater, Pflegefall oder nur ein bedauernswerter, kindischer alter Mann.

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  • 20.10.2019
    0 MB
    39:37
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    Klassiker: Berlin 1930 von Mogens Knudsen

    Als das dritte Jahrzehnt unseres Jahrhunderts anbrach, sah es die alte deutsche Reichshauptstadt in Fieberkrämpfen. Die Arbeitslosigkeit regierte, Hunger und Verzweiflung trieben viele Menschen in die Fänge der radikalen Parteien, der Nationalsozialisten und Kommunisten, die um Berlin kämpften. In den populären Lokalen gab man sich einer hektischen Fröhlichkeit hin, versuchte zu genießen, ehe das Gespenst des Bankrotts zur Tür hinein grinste. In zahlreichen Büchern hat dieses hektische, aufgeputschte, süchtige, verzweifelte, in allen Schattierungen des Daseins glänzende Berlin jener Zeit seinen Niederschlag gefunden. Mogens Knudsen vermittelt in diesem Stück ein literarisches Mosaik als Spiegelbild dessen, was die alte Hauptstadt Berlin damals erlebte. In Ausschnitten aus Werken von Döblin und Kersten, Isherwood, Keun und Vialar, in Songs aus der Dreigroschenoper und in populären Schlagern und Chansons aus jenen Berliner Tagen tritt das Jahr 1930 aus den Schatten der Vergangenheit wieder hervor.

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  • 12.10.2019
    0 MB
    57:24
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    Klangkunst: Goethe to go von Antje Vowinckel

    "Ueber allen Gipfeln / Ist Ruh'…" - das schrieb Johann Wolfgang von Goethe 1780 an die Holzwand der Jagdaufseherhütte auf dem Kickelhahn bei Ilmenau. "Wandrers Nachtlied" ist seitdem zum Inbegriff deutscher Lyrik geworden, übersetzt in rund 60 Sprachen. Nun hat die Radiokünstlerin Antje Vowinckel 10 internationale Musiker und Lyrikerinnen auf Goethes Spuren geschickt. Mit Mikrofon und Aufnahmegerät schritten sie den Goethewanderweg ab und hatten dabei zwei Aufgaben zu erfüllen: Sie sollten permanent ihre Beobachtungen aussprechen, und sie sollten Goethes Gedicht aus einer ihnen bekannten Sprache zurück ins Deutsche übersetzen. "Goethe to go" ist Teil von Antje Vowinckels Werkreihe rund um das automatische Sprechen.

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  • 21.09.2019
    0 MB
    44:26
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    DRAMAjetzt!: Sklaven leben von Konstantin Küspert

    Eine schwungvolle und gleichzeitig nachdrückliche Revue zum Thema Sklaverei ohne moralinsauren Beigeschmack… geht das überhaupt? Sklaven leben von Konstantin Küspert zeigt uns die Problematik heutiger Wohlstandsgesellschaften und ermutigt uns, die eigene Verstricktheit in diese Strukturen zu reflektieren. Es geht um koloniale Vergangenheit, Rassismus und geerbte Privilegien sowie um die Frage, mit welchem Recht diese weiter aufrecht erhalten werden. Sklaverei existierte als globales Phänomen bereits in den ersten Hochkulturen, und obwohl es generell verboten ist, Menschen als Eigentum zu behandeln, nennt der Global Slavery Index erschreckende Zahlen: nämlich 40 Millionen tatsächliche Sklaven. Je nach Rechenmodell kommt man heute auf mehr Sklaven weltweit als je zuvor. Kinderarbeit, Zwangsprostitution, Zwangsehe und Zwangsarbeit - allen gemein ist die Verdinglichung des Menschen. Zudem erleichtern globale Warenströme die Verschleierung von Unterdrückungsmechanismen, die hinter vielen Produkten stecken. Konsum ohne Ausbeutung scheint kaum möglich. Die Diskrepanz zwischen Handlung und Haltung erweist sich an der Supermarktkasse und beim Griff zur günstigen Ware. Und wo ist eigentlich mein Privilegienrucksack? Eben war er doch noch da… Ein packend agierendes Schauspielerensemble präsentiert die Uraufführung der Inszenierung von Jan-Christoph Gockel vom schauspielfrankfurt 2019 in einer Funkfassung von Burkhard Schmid.

    Konstantin Küspert studierte Germanistik, Politikwissenschaft und Philosophie an den Universitäten Regensburg und Wien sowie szenisches Schreiben an der Universität der Künste Berlin. Seit 2010 ist er freier Dramatiker, Übersetzer und Dramaturg. Seine Stücke wurden an zahlreichen Theatern aufgeführt; mit dem Stück »europa verteidigen« gewann er den Publikumspreis der Mühlheimer Theatertage.

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  • 17.09.2019
    0 MB
    01:12:30
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    Klassiker: Der letzte Sommer von Ricarda Huch

    Der Gouverneur Jegor von Rasimkara geht als Funktionär des zaristischen Regimes mit Todesurteilen gegen rebellierende Studenten vor. Im Sommer hat er sich mit seiner Familie auf seine Datscha in Kremskoje zurückgezogen. Der Student Lju verschafft sich unter dem Vorwand, den Gouverneur vor einem Attentat zu schützen, Zugang und wird schließlich sogar dessen Sekretär. Obgleich Lju im Laufe des Sommers für die stilvolle Dekadenz und selbstgenügsame Abgeschlossenheit der Familie des Gouverneurs Sympathie entwickelt, bereitet er heimlich das Attentat vor. Ricarda Huchs "Erzählung in Briefen" entfaltet das äußerst komplexe und spannende Feld eines Beziehungsgeflechts zwischen einem Attentäter und der Familie seines Opfers am Beginn des 20. Jahrhunderts.

    Ricarda Huch (1864-1947), studierte Geschichte, Philosophie und Philologie in Zürich, damals die einzige Universität im deutschsprachigen Raum, an der Frauen studieren durften. Ansonsten waren sie - wenn überhaupt - nur als Gasthörerinnen zugelassen. Zunächst publizierte Huch unter einem männlichen Pseudonym, später wurde sie als erste Frau in die Preußische Akademie der Künste aufgenommen. Ricarda Huch gilt als wichtigste Vertreterin des literarischen Jugendstils.

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  • 17.09.2019
    0 MB
    01:06:14
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    Klassiker: Das Bildnis des Dorian Gray von Walter Hartley

    Oscar Wilde war einer der genialen Dichter des fin de siècle, die mit verblüffendem Witz und virtuosem Können die Frivolität und die Melancholie ihrer Zeit beschrieben haben. Der 1890 entstandene Roman Das Bildnis des Dorian Gray, auf dem Theaterstück und Hörspiel von Walter Hartley basieren, hat sehr verschiedene Reaktionen ausgelöst: Es sei dem Autor hier gelungen, den Geschmack der Massen zugleich zu befriedigen und zu verspotten; er habe, um die bürgerliche Moral zu verhöhnen, einen perversen Genussmenschen verherrlicht; der Roman sei ein Gleichnis für den Wunsch des Menschen, schön und machtvoll zu sein, auch wenn er an seiner Seele Schaden erleidet. Das in der Literatur des 19. Jahrhunderts beliebte Motiv des Doppelgängers, das im Kern eine Persönlichkeitsspaltung beschreibt, haben u.a. E. T. A. Hoffmann und Robert Louis Stevenson behandelt. Wilde aber ist der erste, der die psychologische Abgründigkeit im Motiv der Doppelexistenz gestaltet hat.

    Oscar Fingal O'Flahertie Wills Wilde (1854-1900), irischer Lyriker, Dramatiker und Romanautor, zählt zu den bekanntesten britischen Schriftstellern. Sein Verhältnis mit Lord Alfred Douglas, genannt Bosie, wurde ihm 1895 zum Verhängnis: Wegen »unsittlichen Verhaltens« wurde Wilde zu zwei Jahren Zuchthaus verurteilt. Nach der Entlassung lebte er, dem Alkohol verfallen, unter dem Namen Sebastian Melmoth in Paris, wo er am 30. November 1900 starb.

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  • 17.09.2019
    0 MB
    54:28
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    DRAMA: Das Glasauge von Michael Krüger

    „Mein Großvater hatte nur ein Auge, das andere war aus Glas…“ so beginnen die Erinnerungen des Erzählers, der als kleiner Junge in den ersten Nachkriegsjahren bei den Großeltern aufwächst und viele Parallelen zum Autor Michael Krüger aufweist. Die Beschreibungen aus der Perspektive des Kindes und die Äußerungen des alten Mannes verbinden sich zu einer großen poetischen Erzählung. Eine untergegangene Welt wird sichtbar: Kriegserlebnisse, die Enteignung des sächsischen Familienguts, der Verlust der selbstbestimmten Arbeit in der Landwirtschaft, das alles hat den Großvater und ebenso die Großmutter schwermütig werden lassen. Das Kind hat die Bereitschaft diese Welt ohne Widerwehr trotz aller Armut und Not anzunehmen und reiht die Details der Erinnerungen staunend aneinander bis das kleine Dachzimmer in dem der Junge mit den Großeltern auf dem landwirtschaftlichen Hof lebte durch eine Unachtsamkeit beim Pfeife rauchen in Flammen aufgeht.

    „Mein Großvater hatte nur ein Auge, das andere war aus Glas…“ so beginnen die Erinnerungen des Erzählers, der als kleiner Junge in den ersten Nachkriegsjahren bei den Großeltern aufwächst und viele Parallelen zum Autor Michael Krüger aufweist. Die Beschreibungen aus der Perspektive des Kindes und die Äußerungen des alten Mannes verbinden sich zu einer großen poetischen Erzählung. Eine untergegangene Welt wird sichtbar: Kriegserlebnisse, die Enteignung des sächsischen Familienguts, der Verlust der selbstbestimmten Arbeit in der Landwirtschaft, das alles hat den Großvater und ebenso die Großmutter schwermütig werden lassen. Das Kind hat die Bereitschaft diese Welt ohne Widerwehr trotz aller Armut und Not anzunehmen und reiht die Details der Erinnerungen staunend aneinander bis das kleine Dachzimmer in dem der Junge mit den Großeltern auf dem landwirtschaftlichen Hof lebte durch eine Unachtsamkeit beim Pfeife rauchen in Flammen aufgeht.

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  • 17.09.2019
    0 MB
    40:40
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    Klangkunst: Subito von Gregor Glogowski

    Das italienische »subito« heißt soviel wie »sofort« oder auch »plötzlich«. Mit dieser Doppelbedeutung setzen sich die Schauspielerin Lisa Charlotte Friedrich und die Perkussionistin Yuka Ohta zusammen mit dem Regisseur und Autor Gregor Glogowski in seinem gleichnamigen Hörspiel auseinander. Im Stakkato einer sich immer weiter beschleunigenden Welt, werden unsere Ohren im schnellen Wechsel von Geräuschen, Tönen und Sprachinformationen umspielt; die Schauspielerin Lisa Charlotte Friedrich erforscht dabei, was jene abrupten Übergänge und Brüche mit unserem Sprechen und Denken machen. Sie bewegt Sprache und wird vom Sprechen bewegt, getrieben von den Rhythmen der Perkussionistin Yuka Ohta und Bruchstücken von Geräuschen, spricht sie sich in einen Geschwindigkeitsrausch. Erst scheint es, als ordne sie Begrifflichkeiten wie für ein Lexikon, dann verselbständigt sich ihr Sprechen immer mehr zu einem assoziativen Gedankenstrom, bis er ins Stolpern gerät und zusammenfällt, nur um wieder von neuem anzusetzen. Dafür trifft Lisa Charlotte Friedrichs artistische Rede auf Yuka Ohtas improvisiertes Spiel: Stimme, Geräusch und Klang setzen sich in Bewegung, berühren, begleiten und konterkarieren sich. Die Sprache entkoppelt sich von der Information, wird selbst Klang, und im Ausgesprochenen eröffnet sich plötzlich ein Freiraum für unsere eigenen Vorstellungen und Gedanken. Die Sprache wird zur Spielwiese unserer Imagination.

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  • 17.09.2019
    0 MB
    01:24:20
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    DRAMA: Jule, Julia, Julischka von Frank Witzel

    Frank Witzels Jule, Julia, Julischka ist ein vielfach verschränktes Vexierspiel um die Lebensfrage, wo die eigene Person endet und die Rolle beginnt. Was sich in der Exposition noch ganz einfach darstellt - drei Schauspielerinnen warten auf ein Vorsprechen -, verwickelt sich zusehends zu einem Spiel der Identitäten. Schon bald ist gar nicht mehr klar, ob die drei auf ein Vorsprechen warten oder sich im Wartezimmer einer Arztpraxis befinden - oder ist die Arztpraxis selbst schon Teil des Stücks oder Films, in dem die drei Schauspielerinnen eine Rolle zu übernehmen hoffen? Selbst die eigene Biographie verschwimmt irgendwann im Rollenentwurf der anderen Mitspielerinnen. Schon der Titel ist eine augenzwinkernde Referenz: Thomas Bernhard hat einstmals den Schauspieler*innen (Ilse) Ritter, (Kirsten) Dene, (Gert) Voss ein Stück mit ihren Nachnamen gewidmet. Witzel nennt im Titel seines Stücks die Vornamen seiner Protagonistinnen Jule (Böwe), Julia (Riedler) und Julischka (Eichler) und verdoppelt damit das Identitätenspiel: Sind die Personen Jule, Julia, Julischka mit den Schauspielerinnen im gleichnamigen Stück identisch oder beginnt hier schon das Rollenspiel? Am Ende bleibt die grundsätzliche Frage nach Identität, oder ob wir nicht alle im Leben nur verschiedene Rollen einnehmen in Drehbüchern und Stücken, deren Verlauf sich durch jeden Mitspieler in neue unerwartete Richtungen entwickelt. Jule Böwe ist seit der Spielzeit 1999/2000 Ensemblemitglied der Berliner Schaubühne am Lehniner Platz. Auch spricht und spielt sie regelmäßig in Hörspielen und Filmen. Julia Riedler ist seit der Spielzeit 2015/16 festes Ensemblemitglied der Münchner Kammerspiele. Außerdem wirkt sie in vielen Film- und Fernsehproduktionen sowie regelmäßig als Sprecherin in Hörspielen mit. Julischka Eichel gehörte bis zur Spielzeit 2017/18 zum Schauspiel-Ensemble des Schauspiels Stuttgart. Neben ihrer Theaterarbeit für zahlreiche deutsche Bühnen spielt sie regelmäßig in Kino- und Fernsehproduktionen.

    Frank Witzels Jule, Julia, Julischka ist ein vielfach verschränktes Vexierspiel um die Lebensfrage, wo die eigene Person endet und die Rolle beginnt. Was sich in der Exposition noch ganz einfach darstellt - drei Schauspielerinnen warten auf ein Vorsprechen -, verwickelt sich zusehends zu einem Spiel der Identitäten. Schon bald ist gar nicht mehr klar, ob die drei auf ein Vorsprechen warten oder sich im Wartezimmer einer Arztpraxis befinden - oder ist die Arztpraxis selbst schon Teil des Stücks oder Films, in dem die drei Schauspielerinnen eine Rolle zu übernehmen hoffen? Selbst die eigene Biographie verschwimmt irgendwann im Rollenentwurf der anderen Mitspielerinnen. Schon der Titel ist eine augenzwinkernde Referenz: Thomas Bernhard hat einstmals den Schauspieler*innen (Ilse) Ritter, (Kirsten) Dene, (Gert) Voss ein Stück mit ihren Nachnamen gewidmet. Witzel nennt im Titel seines Stücks die Vornamen seiner Protagonistinnen Jule (Böwe), Julia (Riedler) und Julischka (Eichler) und verdoppelt damit das Identitätenspiel: Sind die Personen Jule, Julia, Julischka mit den Schauspielerinnen im gleichnamigen Stück identisch oder beginnt hier schon das Rollenspiel? Am Ende bleibt die grundsätzliche Frage nach Identität, oder ob wir nicht alle im Leben nur verschiedene Rollen einnehmen in Drehbüchern und Stücken, deren Verlauf sich durch jeden Mitspieler in neue unerwartete Richtungen entwickelt. Jule Böwe ist seit der Spielzeit 1999/2000 Ensemblemitglied der Berliner Schaubühne am Lehniner Platz. Auch spricht und spielt sie regelmäßig in Hörspielen und Filmen. Julia Riedler ist seit der Spielzeit 2015/16 festes Ensemblemitglied der Münchner Kammerspiele. Außerdem wirkt sie in vielen Film- und Fernsehproduktionen sowie regelmäßig als Sprecherin in Hörspielen mit. Julischka Eichel gehörte bis zur Spielzeit 2017/18 zum Schauspiel-Ensemble des Schauspiels Stuttgart. Neben ihrer Theaterarbeit für zahlreiche deutsche Bühnen spielt sie regelmäßig in Kino- und Fernsehproduktionen.

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  • 17.09.2019
    0 MB
    59:25
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    Klangkunst: Bio-Membran von zeitblom

    "Bio-Membran" ist der erste Teil des "Bio-Cycle", einer Serie von fünf elektro-akustischen Kraftfeldern, die sich mit der klanglichen Materie imaginativer Räume beschäftigt - bestehend aus den Teilen "Bio-Port", "Bio-Skop", "Bio-Morph", "Bio-Adapter" und "Bio-Membran". "Der Raum als Membran", 1926 von Siegfried Ebeling als Flugschrift in Dessau veröffentlicht, bildet den Ausgangspunkt für die Auseinandersetzung mit Raum und Materialität im biologischen Sinne und ihrer Wechselwirkung von Innen und Außen. Membran als semipermeable Trennschicht, als Mysterium der Transformation und Metamorphose, in denen Vorgänge als geistiges Substrat jenseits der stofflich-sichtbaren Welt wirken. Ein Raum der Stille und monochromen Fülle - Resonanzfelder - aurale Skulpturen - ein ständiger Wechsel von materiellen Aggregatszuständen, Gärungen, sich ständig ändernde Druckverhältnisse. Eine subliminale Vernetzung in denen subtile motivische, harmonische, klangfarbliche und andere strukturelle und klangliche Beziehungen angedeutet werden.

    Der in Berlin lebende Bassist, Komponist und Produzent zeitblom zeichnet sich durch ein großes Repertoire akustischer Ausdrucksformen aus. Neben zahlreichen Auftragskompostionen für Theater, Film und Hörspiel realisiert er eigene Hörstücke an der Grenzlinie zwischen sound scape-Collagen, elektroakustischer Musik und minimal music.

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  • 17.09.2019
    0 MB
    01:13:26
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    Entdeckungen: Wie gut muss im Mond wohnen sein! von Andreas Weiser

    Humboldt: »Der Eindruck der Natur ist so mächtig und großartig, daß man schon nach wenigen Monaten Aufenthalt lange Jahre darin verbracht zu haben meint«. Otto: »Wenn du in den Urwald gehst, dann nimm mindestens einen 38er Revolver mit für die Selbstverteidigung und den 20er um zu jagen«. Von 1799 bis 1804 unternahm Alexander von Humboldt eine Forschungsreise nach Lateinamerika und hielt die Erlebnisse und Ergebnisse seiner »physikalischen Geographie« in der 30-bändigen Voyage aux Régions Équinoxiales du Nouveau Continent fest. Seit über zwanzig Jahren leben die zwei Deutschen Otto und Heinz in Amazonien am Rio Manacapuru und HumborlRio Urubu mitten im Urwald. In diesem O-Ton-Hörspiel verschränkt Andreas Weiser die Texte von Humboldt mit den Stimmen der Ausgewanderten und den Klängen der ungebändigten Natur zu einem Fluss der Bilder vom Mythos Lateinamerika. Sie erzählen und erfinden Geschichten vom Leben und Überleben - und von der Faszination an einem unwirtlichen und unfassbaren Teil der Erde. Wie gut muss im Mond wohnen sein! war Hörspiel des Monats Februar 2004.

    Mit Guntram Brattia sowie im Originalton Otto Höfer und Heinz Boeckler.

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