Hr2 dokumentation 1400

hr2 Dokumentation und Reportage

Aufwändig produzierte Feature, investigative Recherchen und einfühlsame Porträts

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  • 10.01.2021
    0 MB
    54:29
    Hr2 dokumentation 1400

    „Steck nie den Kopf in eine Hundehütte!“ - Mit den Peanuts die Welt sehen

    Vor gut siebzig Jahren, am 2. Oktober 1950, veröffentlichte Charles M. Schulz seinen ersten „Peanuts“-Strip. Die kurzen Geschichten um Charlie Brown und seine Freunde gelten als comicgewordene Philosophie. Welche Antworten geben die Peanuts auf fundamentale Fragen nach Sinn und Identität, Beziehung und Verantwortung, Freiheit und Gerechtigkeit? Die Alltagsgeschichten amerikanischer Vorstadt-Kids um den ewigen Loser Charlie Brown, den Beethoven-Verehrer Schroeder, die kratzbürstige Lucy mit ihrer psychiatrischen Beratung und natürlich den höchst phantasiebegabten Hund Snoopy haben in den USA wie in Europa Generationen begleitet. Im Feature beziehen Wissenschaftler und Künstler Stellung zu den philosophischen, moralischen und politischen Motiven und Positionen der Comic Strips. Armin Nassehi, Christine Prayon, Klaus Vieweg, Matthias Varga de Kibéd, Oliver Jahraus, Friedrich von Borries und Kathrin Röggla treten damit den Beweis an, dass die Peanuts Antworten auf die wichtigen Fragen des Lebens kennen.

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  • 01.01.2021
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    52:55
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    Hohes Glück, dass ich´s vollende - Von Tugenden und Laster

    Gemeinschaft. Wie aber wurden und werden diese menschlichen Charaktereigenschaften definiert, und welchen kulturellen und gesellschaftlichen Stellenwert hat Tugendethik? In diesem Feature werden Schriftsteller, Theologen und Philosophen zitiert. Ihre Ansichten zwischen rigorosem Moralismus und aufgeschlossener Liberalität, belegen, dass die Auseinandersetzung mit Tugenden und Lastern vor allem dem Zweck dient, das Leben und Zusammenleben der Menschen zu verbessern.

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  • 13.12.2020
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    54:04
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    Forever young - Zwei alte Schachteln auf der Suche nach der ewigen Jugend

    Ach ja, die Schönheit. Muss sich ausgerechnet jetzt alles um Selbstoptimierung und Aussehen drehen, wo wir alt werden, unsere Haut knittrig ist, wir auf High-Heels ins Stolpern kommen und das Kleingedruckte nur mehr mit Brille lesen können? Es ist ein Elend, dass die klassischen Werte des Alters heute so wenig gefragt sind: Erfahrung, Weisheit, Geduld. Ältere Männer sind noch angesehen, selbst wenn sich die Haare lichten, ältere Frauen dagegen machen auf blond. Immer noch. Einst versprach der Atemhauch einer Jungfrau, Jahresringe wegzupusten, heute sind es die Anti-Aging Propheten, die dem Alter die Stirn bieten - faltenfrei, versteht sich. Straffer Busen, lange Beine, knackiger Po, das Idealbild der Frau hierzulande - wer da nicht mithalten kann, der schaut wirklich alt aus. Hochglanzmagazine und die sozialen Medien befördern die Sucht nach der äußeren Vollkommenheit: Je jugendlicher und attraktiver, desto erfolgreicher, begehrter, beliebter, suggerieren sie. Und wir Frauen fallen darauf rein, obwohl wir es eigentlich besser wissen müssten. Dass es dank wechselnder Moden manchmal auch Entlastung für uns gibt, soll hier nicht verschwiegen werden: Immerhin zwängen wir uns nicht mehr ins Korsett. Aber ein geruhsamer Lebensabend? Weit gefehlt. Das Altern ist anstrengend. Die Welt hängt voller Spiegel. Die Autorinnen surfen durch die Kulturgeschichte des Alterns zwischen schönem Schein und wahrem Sein.

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  • 06.12.2020
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    53:25
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    Widerstand und Zuchthaus - Von der Suche nach dem eigenen Vater Arnold Münster

    „Im Januar 1935 Verhaftung durch die Gestapo wegen Widerstands gegen das Naziregime, Verurteilung zu 8 Jahren Zuchthaus.“ Mehr hatte der Frankfurter Chemiker Arnold Münster über seine eigene Vergangenheit nicht erzählt. Seine Kinder fragten ihn immer wieder, bekamen aber kaum eine Antwort. Erst nach dem Tod des Vaters im Jahr 1990 ergibt sich für den Sohn unverhofft eine Möglichkeit, mehr über ihn zu erfahren. Nikolaus Münster geht dem Leben Arnolds in der NS-Zeit nach und lernt seinen Vater so noch einmal neu kennen. Das Buch zum Thema erschien unter dem Titel: Nikolaus Münster Acht Jahre Haft unter dem Hakenkreuz Zwischen Widerstand und Lebenshunger Verlag Henrich Editionen

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  • 22.11.2020
    0 MB
    53:12
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    Karl Marx und Friedrich Engels - Über Größe und Grenzen einer abenteuerlichen Freundschaft

    Vor 200 Jahren, am 28. November 1820, wurde Friedrich Engels geboren. Den Fabrikantensohn verband eine lebenslange Freundschaft mit dem Philosophen und Gesellschaftstheoretiker Karl Marx. Schon äußerlich waren sie ein ungleiches Paar: Friedrich Engels war groß, schlank, und sportlich, Karl Marx dagegen gedrungen, mit seltsam eckigen Bewegungen und einer Leidenschaft für Aufenthalte in Bibliotheken. Aber auch sonst waren sie höchst gegensätzlich: Marx kam aus einer aufgeklärten, Engels aus einer frömmlerischen Familie. Marx bemühte sich zeitlebens um den Anschein gutbürgerlicher Lebensformen, während Engels sie als Zwang empfand und lange mit zwei Frauen gleichzeitig zusammenlebte. Marx arbeitete chaotisch, und hinterließ bergeweise unfertige Manuskripte. Engels war ein elegant formulierender Journalist und Autor, der in kürzester Zeit klar strukturierte Bücher zu schreiben vermochte. Dennoch wurde ihre Freundschaft neben der von Goethe und Schiller zu der wohl bedeutendsten der deutschen Geistesgeschichte. Das Feature geht der Frage nach, wie derart unterschiedliche Menschen über fast vier Jahrzehnte zu einer überaus produktiven Zusammenarbeit finden konnten. Er rekonstruiert ihr Verhältnis vor allem aus dem Briefwechsel der beiden Männer, in dem sie nahezu alles teilten: ihre politisch hochfliegenden Pläne ebenso wie ihre intimsten Geheimnisse, ihren Antisemitismus ebenso wie ihre Neigung, nahezu alle anderen Sozialisten lustvoll zu beleidigen und herabzuwürdigen. Es ist die Geschichte einer Männerfreundschaft des 19. Jahrhunderts, ohne die die europäische Geschichte des 20. Jahrhunderts einen anderen Verlauf genommen hätte.

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  • 15.11.2020
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    52:40
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    Natur und Mensch im Dauerstress – Wie reagieren auf den Klimawandel?

    Im Rahmen der ARD-Themenwoche: #Wie leben - Bleibt alles anders? Widmen wir uns in diesem Feature dem Klimawandel, einem Thema, das durch die Coronapandemie in den Hintergrund gedrängt wurde. Zu Unrecht. Auch die Klimakrise kann die Welt, wie wir sie kennen, aus den Angeln heben. Feature-Autor Egon Koch zeigt in diesem Feature, wie sehr Wetterextreme wie Hitzewellen Kommunen, Industrie, Tiere, Pflanzen und Menschen unter Stress setzen. Selbst im wasserreichen Deutschland haben die Dürresommer der vergangenen drei Jahre ihre deutlichen Spuren hinterlassen. Künftig wird sich der Trend noch verstärken. Egon Koch besuchte ein großes Chemieunternehmen, das bei Niedrigwasser auf dem Rhein Probleme bekommt, seine Güter per Schiff zu transportieren. Er sprach mit Bauern, deren Ernte auf den Feldern verdorrt, mit Förstern, die gar nicht nachkommen mit dem Fällen abgestorbener Bäume, und er erkundigte sich in Hessischen Kommunen, wie die ihre Trinkwasserversorgung sicher stellen wollen und wie eine hochsommerliche Überwärmung vermieden werden kann. Frischluftschneisen sind nötig. Dennoch wird beispielsweise in Frankfurt in einer solchen Schneise ein neuer Stadtteil für viele tausend Menschen geplant. Bund, Länder und Städte haben Anpassungsstrategien entworfen. Aber reicht aus, was getan wird? Diesen Fragen geht das Feature nach, das 2020 mit dem Hessischen Journalistenpreis ausgezeichnet wurde.

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  • 01.11.2020
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    52:41
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    "Eine Art Leib- und Seelenwächter" – Über den Sinn von Eigensinn

    Eigensinn hat keinen guten Ruf. Eigensinnige Menschen gelten als stur, rechthaberisch, egozentrisch und starrsinnig. Es ist noch nicht so lange her, da galt es, den Heranwachsenden möglichst früh und möglichst gründlich jede Form von Eigensinn auszutreiben, statt das Potential des Eigensinns zu stärken und zu fördern. Menschen mit einem "eigenen Kopf" haben es in der Gesellschaft nicht leicht, doch ihr Eigensinn befähigt sie, für sich und ihr Leben das zu erreichen, was ihrem eigenen Sinn gemäß ist. Manchen fehlt ein solcher Mut oder ihnen fehlt die Beharrlichkeit, sich eigensinnig den Weg zu einem eigenen Selbst zu bahnen. Doch sagt man zu oft "ja", wenn man eigentlich "nein" meint, ist es nicht nur für die Seele schlecht, sondern ebenso für den Körper. Es gibt aber auch Grenzen des Eigensinns, wenn er in Unbelehrbarkeit und Starrsinn umschlägt oder in ein Verhalten, das selbstbezogen ohne Rücksicht auf den Nächsten agiert. Das Feature plädiert für einen wohlverstandenen Eigensinn - lebenswichtig nicht zuletzt in heutiger Zeit.

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  • 05.10.2020
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    54:27
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    Fliegen, flog, geflogen - Vom dramatischen Sterben der Insekten

    Zitronenfalter, Tagpfauenauge oder Kleiner Fuchs kamen früher in Hessen häufig vor. Inzwischen sind auch diese Schmetterlingsarten selten geworden. 27 der ursprünglich etwa 130 Schmetterlingsarten sind hierzulande bereits ausgestorben, die Hälfte der aktuellen Arten ist gefährdet oder vom Aussterben bedroht. Auch bei Käfern und Wildbienenarten sieht es nicht besser aus - über die Hälfte ihrer Arten stehen in Hessen auf der Roten Liste. Der aktuelle Artenrückgang ist der größte seit dem Aussterben der Dinosaurier - weltweit sprechen Wissenschaftlerinnen vom "Sechsten Großen Massensterben". Er ist menschengemacht, und er findet auch hier vor unserer Haustüre statt: Die Vielzahl von Insekten, die früher die Wiesen, Felder, und nach längeren Autofahrten auch die Windschutzscheiben bevölkerten, nimmt zurzeit dramatisch ab. Bis zu achtzig Prozent der Masse an Insekten ist in den letzten dreißig Jahren verloren gegangen, warnte der Krefelder Entomologische Verein. Viele Naturschützerinnen sehen dabei die Landwirtschaft besonders in der Verantwortung - Monokulturen, Pestizide und Überdüngung zerstören die Lebensgrundlagen der Insekten. Bäuerinnen und Bauern fürchten dagegen um ihre wirtschaftliche Existenz, wenn sie die teuren Insektenschutzmaßnahmen nicht durch die Verkaufspreise für ihre Lebensmittel decken können. Für Rettung der Insekten gibt es keine einfache Lösung, und keine klare Schuldzuweisung. Autor Niklas Vogel geht den Ursachen des Insektensterbens nach, fragt nach seiner Bedeutung für uns Menschen, und danach, wie wir den Trend vielleicht noch umkehren können.

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  • 04.10.2020
    0 MB
    52:18
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    Till Ottlitz: Vier Tage Angst - Die Flucht meiner Mutter aus der DDR

    Wir schreiben das Jahr 1973: Bärbel will aus der DDR in den Westen fliehen - mit Hilfe amerikanischer Soldaten über den Checkpoint Charlie in Berlin. Doch dann geht alles furchtbar schief. Bärbel muss sich vier Tage lang vor der Stasi verstecken. Jahrzehnte später rekonstruiert Bärbels Sohn Till Ottlitz die Flucht seiner Mutter aus der DDR. Gemeinsam mit ihr trifft er die Menschen, die Bärbel damals versteckt und unterstützt haben. Viele von ihnen sprechen zum ersten Mal über ihre Rolle in der Fluchthilfe und ihren Widerstand gegen Stasi und SED.

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  • 24.09.2020
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    52:46
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    Pflege ohne Nähe - Ein Feature über den Umgang mit Covid 19 in Altenheimen

    Eigentlich wollte Feature-Autor Jens Schellhass ein Feature über die normale Pflege und das Leben in einem Altenheim schreiben. Eine Woche laang lebte er schon mit den Bewohnern in einem Heim. Dann kam Corona - und alle Heime und Pflegeeinrichtungen wurden abgeschottet. Schellhass recherchierte weiter. Er wollte nun wissen, was die Isolation mit den Pflegern, aber vor allem den Heimbewohnern und deren Angehörigen anrichtet. Die Ergebnisse dieser Recherche hören Sie in diesem ARD-Radiofeature.

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  • 23.02.2020
    0 MB
    52:41
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    Aufrüstung im Nationalpark - Die Militarisierung des Naturschutzes in Afrika

    Die internationale Gemeinschaft hat den "Krieg gegen die Wilderei" ausgerufen. In Afrikas Naturschutzpolitik vollzieht sich seither ein Paradigmenwechsel: Nationalparks werden zu Festungen ausgebaut, die von hochgerüsteten Parkwächtern mit modernsten Technologien verteidigt werden. In deren Umgebung häufen sich Berichte über Menschenrechtsverletzungen. Profiteure sind auch Rüstungskonzerne in Europa. Sie haben in den afrikanischen Naturreservaten einen neuen Absatzmarkt entdeckt. Die Recherche wurde unterstützt durch ein Stipendium von Netzwerk Recherche und von der gemeinnützigen Olin GmbH.

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  • 19.01.2020
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    52:06
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    Gras als Medizin - von Nicolas Martin

    2020 wird in Deutschland zum ersten Mal medizinisches Gras geerntet - wenn alles gut geht. Denn seit der Legalisierung von Cannabis in der Medizin gibt es immer wieder Pannen. Unter denen leiden vor allem die Patienten - die Konzerne wittern weiter das große Geschäft. Seit März 2017 dürfen Ärzte Cannabis in Deutschland als Arzneimittel verschreiben. Doch bisher läuft hierzulande vieles nicht rund. Eine erste Ausschreibung für den Anbau war fehlerhaft, deshalb muss Cannabis in Deutschland immer noch zu 100 Prozent importiert werden. Politiker agieren als Getriebene von Gerichten, Ärzte sind sich beim Thema nicht einig, es fehlt an Forschung. Leidtragende sind die Patienten. Sie können ihre Sorte Gras in den Apotheken häufig nicht finden und sie bekommen die Kosten für ihre Medizin oft nicht erstattet. Zu den Fehlern gehört auch, dass die Bundesregierung sich bei den Patientenprognosen katastrophal verrechnet hat. Mit 700 neuen Nutzern von medizinischem Cannabis im Jahr hat sie gerechnet. Doch nach Anfragen bei den vier größten Krankenkassen beziehen heute schon zehnmal so viele Menschen Cannabis auf Rezept.

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  • 12.01.2020
    0 MB
    53:10
    Hr2 dokumentation 1400

    "Liverpool und die Beatles - Eine Spurensuche in der einstigen Industriemetropole" von Michael Marek und Sven Weniger

    Im April 1970, vor nun bald 50 Jahren, gaben die Beatles ihre Trennung bekannt. Aus diesem Anlass senden wir ein Feature aus dem Jahr 2017 über die Stadt Liverpool, von wo die Beatles ihren Siegeszug starteten. Paul, John, George und Ringo wurden zu Idolen ihrer Zeit, elektrisierten Menschen in aller Welt und veränderten die Musik- und Jugendkultur. Liverpool im Nordwesten Englands: Knapp 500.000 Einwohner leben in der Metropole am Mersey River. Die Liverpudlians sind berüchtigt für ihren starken Akzent; sie gelten als trinkfest, humorvoll und politisch engagiert. Jahrhundertelang war Liverpool einer der wichtigsten Überseehäfen des Landes. Doch seit den 1950er Jahren ging es mit der Wirtschaft bergab: Die Arbeitslosigkeit stieg in manchen Stadtteilen auf über 90 Prozent, die Dockanlagen zerfielen. Auch heute noch zählt die Stadt zu den zu den zehn ärmsten Städten des Vereinigten Königreichs. Ein wenig Aufmerksamkeit brachte es, als 2004 der historische Teil des Hafens zum Weltkulturerbe erklärt und Liverpool 2008 Europäische Kulturhauptstadt wurde. Inzwischen setzen die Stadtoberen auch auf die Beatlemania: Stadttouren im Taxi, Beatles Museum, Magical Mystery Tour, Beatles Hotel, Clubs und renovierte Elternhäuser.

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  • 06.01.2020
    0 MB
    53:35
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    "Der gerade Gang - Die Geschichte Jakob Altmaiers aus Flörsheim" von Bettina Leder

    Als der erste Deutsche Bundestag am 7. September 1949 in Bonn zu seiner konstituierenden Sitzung zusammentrat, befand sich unter den neu gewählten Abgeordneten auch Jakob Altmaier aus dem kleinen Ort Flörsheim am Main.

    Der Sohn eines jüdischen Bäckermeisters wurde noch im Kaiserreich Mitglied der SPD, warnte als Redakteur und Autor der „Frankfurter Volksstimme“, der „Frankfurter Zeitung“, des sozialdemokratischen „Vorwärts“, der „Weltbühne“ und des "Manchester Guardian“ früh vor der aufstrebenden NSDAP, floh 1933 aus Deutschland und kehrte nach dem Krieg auf Bitten Kurt Schumachers zurück: eine Entscheidung, die ihm schwer fiel.

    Das Feature erzählt die Lebensgeschichte des fast vergessenen Abgeordneten, von dem Carlo Schmid gesagt hat, er sei zurück gekommen, „nicht obwohl, sondern weil auf dieses Volk so viel Schmach geha¨uft worden war. Er wollte als ein Deutscher diese Last mittragen und seine Landsleute nicht allein lassen.“

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  • 29.12.2019
    0 MB
    53:29
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    Astrid Nettling - "Bereit sein, an den Freuden der Welt teilzunehmen - Was es im Leben mit dem Glück auf sich hat"

    "Alle Menschen wollen glücklich leben", mit diesen Worten beginnt Senecas Traktat über das glückliche Leben. Eine der wenigen Einsichten in die menschliche "Natur", die - so scheint es - fraglos ist. Doch sieht man genauer hin, wirft sie viele Fragen auf. In unseren Tagen mehr denn je. Denn je fieberhafter wir den ständig wachsenden Markt von Glücksangeboten durcheilen, desto stärker erfahren wir, dass dem glücklichen Leben so nicht näher zu kommen ist. Nicht die äußeren Umstände sind für das Glück und die Lebenszufriedenheit ausschlaggebend, entscheidend ist, wie man sich zu sich selbst und zur Welt insgesamt stellt. Wichtig dafür sind Selbstvertrauen, sowie sich und sein Dasein in der Welt freudig akzeptieren und bejahen zu können. "Wer imstande und bereit ist, an den Freuden der Welt teilzunehmen, der ist zu ihnen eingeladen", schreibt der Philosoph Moritz Schlick. Zum Leben aber gehören ebenso Unglück und Unglücklichsein. Auch dazu muss man sich stellen. "Die entscheidende Frage an sich selber ist, kann ich damit einverstanden sein", so der Philosoph Wilhelm Schmid. Dann aber erfährt man, dass "ein Glücklichsein möglich ist, bei dem das Unglücklichsein nicht ausgeschlossen werden muss, sondern mit einbezogen werden kann".

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  • 24.11.2019
    0 MB
    52:53
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    Die Libanon Connection - Ein Feature über Geldwäschenetzwerke, Drogenbarone und Terroristen

    Der internationale Kokainhandel boomt und Kriminelle bewegen Milliardengewinne aus Drogengeschäften rund um den Globus, damit südamerikanische Kokainkartelle an das Geld kommen, das sie vor allem in Europa und in den USA verdienen. Doch Geldwäsche ist für kriminelle Banden zunehmend, ein Problem, weil Banktransfers immer stärker überwacht werden. Längst haben sich globale Netzwerke herausgebildet, die sich den Kokainbaronen andienen und dabei helfen, viele Millionen in kürzester Zeit um die ganze Welt zu schleusen - ohne dass Geheimdienste und Sicherheitsbehörden davon etwas mitbekommen. Seit Jahren warnen US-amerikanische Drogenfahnder davor, dass derartige Geldwäschenetzwerke zunehmend vom Libanon aus gesteuert werden. Und zwar im Auftrag und unter Leitung der Hisbollah, so die Vermutung. Die habe im Drogenhandel eine willkommene Einnahmequelle gefunden, um ihre Kämpfe gegen Israel und in Syrien zu finanzieren. Die Akten des von französischen Ermittlern enttarnten „Cedar“-Netzwerks, das in ganz Europa Kokaingeld gewaschen hat, zeigen, dass auch Deutschland im Fokus libanesischer Geldwäschenetzwerke steht. Das Feature ist eine Spurensuche, auf der die Autoren dem „Cedar“-Netzwerk und ähnlichen Geldwäsche-Organisationen nachspüren. Ihre Recherche führt sie nach Frankreich, in die Niederlande, nach Benin, Israel und in den Libanon. Im Gespräch mit Drogenfahndern, Geldwäschern und windigen Autohändlern versuchen sie zu verstehen, wie aus Kokaingeld augenscheinlich sauberes Geld wird. Welche Rolle Deutschland in diesem schmutzigen Geschäft spielt. Und ob die Hisbollah tatsächlich hinter diesen kriminellen Machenschaften steckt und von ihnen profitiert.

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  • 13.10.2019
    0 MB
    53:29
    Hr2 dokumentation 1400

    Leben auf dem Dorf - Probleme und Chancen im ländlichen Raum

    Berkatal ist mit 1500 Einwohnern die zweitkleinste Gemeinde im Werra-Meißner-Kreis in Nordhessen. Fehlende Mobilität, Überalterung, Rückgang der Bevölkerung, aber auch das Schließen kleiner Geschäfte stellen die Gemeinde seit Jahrzehnten vor große Herausforderungen. Feature-Autorin Christiane Hillebrand hat sich im Werra-Meißner-Kreis umgesehen und erkundet, wie die Menschen dort versuchen, die Landflucht aufzuhalten.

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  • 06.10.2019
    0 MB
    53:24
    Hr2 dokumentation 1400

    "Es ist so bequem, unmündig zu sein" – Warum Selbstverantwortung so mühsam ist

    Nichts scheint für den modernen, aufgeklärten Menschen selbstverständlicher und nichts erweist sich in Wahrheit als schwieriger, als Verantwortung für sich selbst und für das eigene Tun zu übernehmen. Wie bedenkenlos - und oftmals, ohne uns dessen überhaupt bewusst zu werden - geben wir die Verantwortung an Dritte ab. An Institutionen, Politik und Staat, an Experten, Meinungsmacher und die neuesten Digitaltechnologien. Schließlich ist es "so bequem, unmündig zu sein". Das Feature möchte in Gesprächen mit Teilnehmern aus verschiedenen Bereichen dem nachgehen, weshalb Mündigkeit und Selbstverantwortung beim Einzelnen, aber auch im sozialen Miteinander so oft scheitern und wie Schritte dahin dennoch gelingen können.

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  • 22.09.2019
    0 MB
    53:28
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    Prieber – Ein deutscher Cherokee

    Christian Gottlob Prieber war ein Jurist und früher Utopist aus Zittau. Er musste seine Heimat 1735 fluchtartig verlassen und wanderte in die englische Kolonie South Carolina in Nordamerika aus. Dort verkaufte er seinen sämtlichen Besitz und ging zu den Cherokee um bei ihnen zu leben. Er heiratete die Tochter des Häuptling Moytoy und wurde dessen erster Berater. Prieber ersann eine Gesellschaftsordnung, sein "Paradies“, für Indianer jedweden Stammes, entflohene Sklaven sowie für geflüchtete und verarmte Europäer. Den Engländern ein Dorn im Auge, gelang es diesen schließlich ihn festzusetzen. In der Haft verstarb er und seine gesammelten Schriften gingen verloren. Für die Cherokee sollten sich viele Warnungen Priebers vor den Weißen auf bittere Weise einlösen. Vom einstmals größten indigenen Stamm überlebten den Trail of tears und das spätere Reservat nur ein Bruchteil. Der Autor reist im September 2018 nach South Carolina, Tennessie und Oklahoma, um die heutigen Cherokee zu treffen und die Geschichte nachzuspüren.

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  • 15.09.2019
    0 MB
    54:24
    Hr2 dokumentation 1400

    Das geheime Tonband von Pannach, Fuchs und Kunert

    Ein Oktober-Wochenende in Leipzig 1976. Der Liedermacher Gerulf Pannach, der ehemaligen Renft- Keyboarder Christian „Kuno" Kunert und der Schriftsteller Jürgen Fuchs nehmen ein Tonband auf. Mit dabei die beiden Musiker Thomas „Monster" Schoppe und Peter „Cäsar" Gläser von der ein Jahr zuvor verbotenen DDR-Kultband „Renft". Vor dem Haus stehen Stasi-Autos, die das Kommen und Gehen überwachen - ein vermeintlich enger Musiker-Freund hatte die Aufnahmepläne an das MfS verraten. Trotzdem entsteht an diesem Oktoberwochenende ein Tonband, das Geschichte machen wird: „Pannach, Fuchs und Kunert: Für uns, die wir noch hoffen - Lieder und Prosa aus der DDR". Nach der Aufnahme gelingt es, das Tonband unbeschadet nach Ost-Berlin zu bringen. Von dort wird es in den Westen geschmuggelt und erscheint 1977 als Schallplatte bei CBS. Nur wenige Wochen nach der Aufnahme werden Jürgen Fuchs, Gerulf Pannach und Christian Kunert verhaftet. Als der Hessische Rundfunk, der RIAS und auszugsweise auch andere westliche Sender das Leipziger Tonband ausstrahlen, wird die Anklage bei allen dreien erweitert: Staatsfeindliche Hetze, bis zu zehn Jahre Haft. Doch in der Bundesrepublik und in West-Berlin gibt es Proteste. Wegen Reaktion der internationalen Presse kommt es in der DDR zu keinem Prozess. Die Verhafteten werden nach neun Monaten Untersuchungshaft in der Stasi-Untersuchungshaftanstalt Berlin-Hohenschönhausen nach West-Berlin ausgebürgert.

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  • 18.07.2019
    0 MB
    53:18
    Hr2 dokumentation 1400

    Natur und Mensch im Dauerstress – Wie reagieren auf den Klimawandel?

    Wir befinden uns mitten im Klimawandel. Wetterextreme wie Hitzewellen setzen Kommunen, Industrie, Tiere, Pflanzen und Menschen unter Stress. Selbst im wasserreichen Deutschland hat der "Dürresommer 2018" seine Spuren hinterlassen. Künftig wird sich der Trend noch verstärken. Bund, Länder und Städte haben Anpassungsstrategien entworfen. Aber halten die Ziele in der Wirklichkeit Stand? Reicht aus, was getan wird?

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  • 18.07.2019
    0 MB
    52:37
    Hr2 dokumentation 1400

    Die Wahrheit über Georges Simenon

    Der Schriftsteller Georges Simenon, Vater des Kommissars Maigret, Verfasser unzähliger Romane und Geschichten, die wiederum Vorlagen für viele Filme, Rundfunksendungen und Hörbücher wurden, starb am 4. September 1989 in Lausanne. Zu seinem 30. Todestag erinnert der ehemalige Luchterhand Verleger Hans Altenhein an den Schriftsteller, den er 1977 ausführlich interviewte. "Das monumentale Werk von Simenon, einem der weltweit meist gelesene und meist übersetzten Autoren, bleibt rätselhaft" (französischer Verlagstext). Wie steht es aber mit dem Autor selbst? Wie gut kennen wir das unruhige Leben des so oft diskutierten, kommentierten und untersuchten Autors? Eine neue deutschsprachige Ausgabe hat gerade im neuen Verlag begonnen. Der „Kontinent Simenon“ ist neu zu entdecken.

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  • 18.07.2019
    0 MB
    54:06
    Hr2 dokumentation 1400

    Hartz IV am Ende ? Vom "Fördern und Fordern" zwischen Anspruch und Wirklichkeit

    Die rot-grüne Regierung unter Bundeskanzler Gerhard Schröder realisierte ab dem Jahr 2002 die größte Arbeitsmarkt- und Sozialreform Deutschlands. Grund war die hohe Arbeitslosigkeit von rund 5 Millionen Menschen. Tatsächlich hat sich nach der offiziellen Statistik vom Jahr 2002 bis zum März 2019 die Zahl der Arbeitslosen mehr als halbiert. Ist die Hartz IV-Reform also erfolgreich gewesen? Feature-Autor Peter Kessen macht sich auf den Weg durch Hessen, spricht mit Arbeitslosen sowie mit Wirtschafts- und Sozialexperten.

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  • 30.06.2019
    0 MB
    53:00
    Hr2 dokumentation 1400

    ARD-radiofeature - Wie Putin Deutschland spaltet - BR 2019

    Als die Autorin Julia Smilga Ende der 90er Jahre aus Sankt Petersburg nach Deutschland kam, wurde Russland hierzulande sehr kritisch gesehen. Viele Deutsche hatten zwar ein Faible für die „russische Seele“, aber die meisten hielten den damaligen russischen Präsidenten Boris Jelzin für eine Witzfigur. Zwanzig Jahre später hat sich die Stimmung gedreht: Wenn Julia Smilga heute erzählt, dass sie Russin ist, erhält sie oft Zuspruch, über den sie sich nicht freuen kann. Sie hört dann Aussagen wie: „Wladimir Putin macht alles richtig“, oder: „Zum Glück bietet Putin Amerika und der Nato die Stirn“. Wer sind diese so genannten Putin-Versteher? Was weckt bei Russischstämmigen und bei Deutschen die zunehmende Bewunderung für den russischen Präsidenten? Die Sehnsucht nach einem starken Mann? Um das herauszufinden, reist die Autorin durch die Bundesrepublik, um Putin-Befürworter und Putin-Gegner zu interviewen.

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