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hr2-kultur | Der Tag - Kenntnisreich, ironisch, witzig, pointiert.

Alle Folgen

  • 03.04.2020
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    55:00
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    Gefahr im Verzug - Wer hilft Kindern in der Krise?

    Normalerweise ist der Alltag von Kindern gut strukturiert. Sie gehen in den Kindergarten, in die Schule, in die Kita. Sie können Hausaufgabenhilfen in Anspruch nehmen, sich im Sportverein oder auf dem Spielplatz austoben. Durch die zahlreichen Angebote außer Haus werden die Eltern entlastet und wenn die häusliche Situation nicht so optimal ist, wenn die Wohnungen klein und die Eltern überfordert sind, dann fällt das nicht so ins Gewicht, weil es Ausweichmöglichkeiten gibt, weil Kinder auch in den Betreuungseinrichtungen ein Mittagessen bekommen und sie zusätzliche Bezugspersonen haben. Das fällt jetzt alles weg. Und es gibt viele Kinder, bei denen es nicht nur darum geht, die Langeweile zu vertreiben, sondern für die der verordnete Rückzug ins Familienleben eine Katastrophe ist. Ihnen drohen Vernachlässigung und schlechte Versorgung bis hin zu Gewalt und Missbrauch. Diese Krise ist kein Kinderspiel!

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  • 02.04.2020
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    55:02
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    Brotlose Kunst - Ist die Kultur noch zu retten?

    Theater zu, Kinos zu, Konzertsäle geschlossen. Das Kulturleben liegt brach. Dramatisch ist das nicht nur für uns Zuschauer, sondern vor allem für die Betreiber der Kulturstätten und alle, deren Existenzen an Auftritten, Lesungen oder Konzerten hängen. Vor allem freiberufliche Kulturschaffende sind schnell am Limit. Denn Geld lässt sich für die meisten nur mit Live-Auftritten verdienen. Kabarettisten, Musiker, Schriftsteller suchen zwar kreativ nach anderen Möglichkeiten, ihr Publikum zu erreichen. Online geht vieles, aber längst nicht alles. Und ersetzen kann der virtuelle Raum schon gar nicht, wofür Kultur in unserer Demokratie steht: Auseinandersetzung, Selbstreflexion, Gesellschaftkritik - und nicht zuletzt gemeinschaftliche Unterhaltung. Darauf können wir auf Dauer nicht verzichten. Wie kann die Kultur in Zeiten des Shutdowns überleben? Und danach auch zügig wiederbelebt werden?

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  • 01.04.2020
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    51:52
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    Keine Macht für Niemand – Politik in der Krise

    Wir erleben gerade alle, wie grundlegende Freiheitsrechte eingeschränkt werden. Noch sehen wir, dass das zum Wohle der Allgemeinheit getan wird. Aber es gibt auch Kräfte, die versuchen die Krise auszunutzen, um ihre persönliche Macht auszubauen. Wie Victor Orban in Ungarn, der per Notstandsgesetz regieren kann. Wie Marine Le Pen, die mit kruden Verschwörungstheorien Anhänger gewinnen will oder Benjamin Netanjahu, dem Corona mehr Amtszeit schenkt. Es leiden eben nicht alle unter einer Extremsituation, es gibt auch immer Profiteure. Und während die Mehrheit der Menschen mehr oder weniger ratlos zuhause sitzt, schlägt die Stunde der Macher. Zwar interessiert sich momentan kaum jemand dafür, wen die CDU zu ihrem Parteivorsitzenden und damit zum Kanzlerkandidaten machen will. Aber der Machtkampf geht trotz Corona Pandemie weiter. Sie kann Gesundheitsminister Spahn sogar nützen, seine Position zu stärken. In der Krise ist die Sehnsucht nach einem starken Staat, nach jemandem der den Weg vorgibt, groß. Wenn demokratische Strukturen aufgebrochen werden, ist das auch die Stunde der Extremisten?

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  • 31.03.2020
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    51:48
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    Hänschen im Homeschooling – Chaos oder digitale Revolution?

    Eben noch im Klassenzimmer mit Frontalunterricht und Tafelkreide - jetzt im digitalen Lernraum. Hier begegnen sich seit zwei Wochen Lehrer und Schüler, und manche - Lehrer wie Schüler - fühlen sich dabei verloren. Das Home-Schooling läuft in der dritten Woche. Und während die einen gekonnt in Clouds und Videokonferenzen mit Ihren Lehrern kommunizieren, versuchen die anderen auf ihrem Handy mühevoll Arbeitsblätter zu bearbeiten. In dieser Ausnahmesituation zeigen die Versäumnisse der vergangenen Jahre ihre dramatischen Folgen. Der Digitalpakt ist zwar beschlossene Sache, der Bund stellt fünf Milliarden Euro bereit, um die Digitalisierung in den Schulen zu fördern. Aber die digitale Bildung ist noch längst nicht praktisch in den Klassenzimmern angekommen. Und die Abhängigkeit des Bildungserfolges vom Elternhaus bedeutet für viele Schüler jetzt ganz konkret, völlig alleine zu sein mit den Arbeitsaufträgen. Wie können negative Effekte der Schulzeit zuhause abgemildert werden? Und wie können die digitalen Erfahrungen dieser Zeit die Schule in Zukunft voranbringen? Dann könnte Hänschen schon früh lernen, was Hans später sowieso brauchen wird.

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  • 30.03.2020
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    55:25
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    Geld oder Überleben - Moral in Corona Zeiten

    In so einer Notlage erscheint alles erst einmal ganz einfach. Leben retten! Das ist das Gebot der Stunde, dem muss alles andere untergeordnet werden, oder? Wer da über die Dauer und die Intensität der Rettungsmaßnahmen und ihre Folgen reden möchte, erscheint im besten Fall als Störenfried, im schlimmsten als kaltherziger Zyniker. Trotzdem sind noch vor dem zu erwartenden Höhepunkt der Coronakrise in Deutschland Stimmen zu hören, die auf katastrophale Folgen von öffentlichem Shutdown, Kontaktsperre und der Zerstörung zahlreicher Existenzen hinweisen. Sie kommen von links, von rechts und aus der Mitte, aus der Ökonomie, der Medizin und der Philosophie. Manche befürchten eine Gesundheitsdiktatur, die auch in Zukunft unser Verhalten nach medizinischen Bedürfnissen reguliert. Andere weisen auf die Gefahr hin, dass eine massive Wirtschaftskrise die Demokratie aushöhlt, weil immer neue Notstandsmaßnahmen fällig werden. Und viele sprechen einen Satz aus, der durch die Erfahrung voriger Krisen durchaus bestätigt wird: auch ökonomische und soziale Abstürze machen krank und töten. Und was so einfach aussieht, wenn man es aus notfallmedizinischer Sicht betrachtet, wird sehr kompliziert. Reicht es, jetzt alle auf die Abflachung der Ansteckungskurve einzuschwören, und danach hilft der liebe Gott und ein Notfallfonds? Oder sollten nicht Politiker und alle anderen auch heute schon laut und konkret darüber nachdenken, wie und wann der Ausnahmezustand beendet werden kann?

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  • 27.03.2020
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    53:08
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    Was aber fehlet – Ein Blick auf die vergessenen Themen

    Es scheint dieser Tage nur ein Thema zu geben. Und es muss an dieser Stelle noch nicht einmal erwähnt werden; jeder weiß, welches gemeint ist. Tatsächlich erscheint vieles, was vorher heiß diskutiert wurde, momentan fast banal, belanglos, unbedeutend. Wer will schon über Kassenbons in Bäckereien streiten? Über Cannabis-Wirkstoffe in Kaugummis? Über das Wie und Wo einer Automesse? Aber es gibt sie. Die Themen, über die wir momentan kaum sprechen, obwohl sie wahrlich nicht banal, belanglos oder unbedeutend sind. Noch immer ist die Situation von hilfesuchenden Menschen an der griechisch-türkischen Grenze ungelöst. Dasselbe gilt für das Problem Klimawandel, das sich auch nicht durch weniger Flugzeuge in der Luft und Autos auf der Straße erledigt hat. Und auch der US-Wahlkampf geht weiter. Wird durch die momentane Krise sogar befeuert. Und à propos vergessene Themen: Was passiert eigentlich in Syrien?

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  • 26.03.2020
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    52:30
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    Die Verwundbaren – Wenn die Gesellschaft nicht mehr schützt

    In Spanien sind Medizineinheiten des Militärs in Altenheime gegangen, um dort zu desinfizieren. Was sie dort vorfanden war das Grauen: hilflose Menschen, die vom Pflegepersonal verlassen waren, manche der Alten waren bereits tot. So etwas bleibt uns hierzulande hoffentlich erspart. Aber wann finden wir in Deutschland den ersten Toten auf einer Parkbank? Oder ist für die Obdachlosen in Zeiten von Corona gesorgt? Und was ist mit denen, die jetzt ganz allein sind und auch allein bleiben sollen? Wer behandelt den Corona-Blues? Und wer bringt die auseinander, die jetzt auf engem Raum zusammenhocken und sich nicht mehr riechen können und wollen? Wer behandelt die daraus gerne folgende häusliche Gewalt? Wer kümmert sich also um die Schwächeren in unserer Gesellschaft, wenn alle die Krise haben, sie aber die Schwächeren härter trifft?

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  • 25.03.2020
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    52:22
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    Das Tier und wir: Wildnis als Gefahr

    Wie war das noch, welchem Viehzeug sollen wir die Corona-Epidemie verdanken? Dem Schuppentier? Von einer Schlange war auch schon mal die Rede. Oder war es wieder eine Fledermaus, wie beim Ebola-Virus in Afrika oder möglicherweise auch bei der ersten Corona-Pandemie vor inzwischen 18 Jahren, uns allen noch bekannt als SARS? Jedenfalls sind die Viren in den wilden Tieren offenbar von Übel. Und wenn man wilde Tiere isst, wie das die Chinesen tun und die Afrikaner, dann - zack - hat man das Virus und die Epidemie. Warum funktioniert das dann mit Hirsch und Reh und Wildschwein nicht? Weil wir hier nicht in den Tropen leben. Liegt Wuhan in den Tropen? Natürlich nicht. Also wie ist das nun mit den Zoonosen, mit den Krankheiten, die vom Tier zum Menschen übertragen werden? Sind sie der Ursprung der Epidemien und letztlich der Pandemien und vieltausendfachen Todes? Müssen wir deshalb Wildfleisch meiden und uns raushalten aus der Wildnis? Den Tieren würde das sehr gefallen, den Artenschützern unter den Menschen auch. Aber was ist dann mit den Krankheiten unserer Nutztiere, was ist, wenn das Influenza-Virus der Vögel mutiert und von der Geflügelpest zur Vogelgrippe wird und uns Menschen befällt? Könnte die nächste Epidemie dann aus der Hähnchenmast kommen?

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  • 24.03.2020
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    55:26
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    Von dunklen Mächten wunderbar geborgen – Die Corona-Verschwörung

    Das Virus kommt nicht von ungefähr aus China. Das ist keine Epidemie, das ist eine feindliche Invasion. Wer sprach wohl so in den Tagen von Corona? Na klar, Donald Trump! Der oberste Heerführer aller Verschwörungstheoretiker kämpft heroisch gegen ein feindliches Virus. Nein, das sei nicht von Gott geschickt, keine der aus der Bibel bekannten Straffeldzüge gegen die sündigen Menschen. So assistieren ihm die evangelikalen Prediger, deren Anhänger nun noch standfester Trump wählen werden. So ein Virus ist ein idealer Nährboden für Verschwörungstheorien, vor allem wenn es noch kein medizinisches Mittel dagegen gibt. Man sieht es nicht, man kann es nicht vertreiben, man kann sich nicht wehren. Und die Evolution hat uns kein Sensorium mitgegeben, das uns den Umgang mit unsichtbaren Gefahren lehrt. Deshalb kann man mit der aufkeimenden Angst vor dem Nichts so wunderbar spielen. Und sie auch so schön umlenken auf die dunklen Mächte, die schon immer hinter allem steckten, was sich nicht einfach erklären lässt. Dafür wiederum hat uns die Evolution sehr wohl einen Ausweg gelehrt: den Glauben. Zur Not an das Böse …

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  • 23.03.2020
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    54:43
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    Was geht ab, wenn nichts mehr geht? Die Ausgangssperre

    Bayern hat den Anfang gemacht. Die Corona-Party ist beendet. Das feierhungrige Volk wird ruhiggestellt. Wer nicht hören will, muss halt eingesperrt werden. Was sonst nur für Straftäter gilt, das wird jetzt aufs ganze Volk angewendet. Wer gegen die Anordnungen nach dem Infektionsschutzgesetz verstößt, ist dann übrigens genau das: eine Straftäterin oder ein Straftäter. Wer sich nicht in der eigenen Wohnung einsperren lassen will, der wird dann womöglich vom Gericht eingesperrt. Die angedrohte Freiheitsstrafe: bis zu fünf Jahre. Was aber macht ein weitgehendes Bewegungsverbot mit uns? Seit den letzten Ausgangssperren haben die älteren unter uns schon mindestens 75 Mal Geburtstag gefeiert. Wenn jetzt alle zuhause bleiben müssen, die draußen nicht gebraucht werden, ist das ein großer Feldversuch. Halten wir das alle stoisch aus? Was ist mit denen, die zuhause niemanden haben, mit dem sie sich wenigstens streiten können? Was ist mit denen, die keinen Hund haben, der sie Gassi führen kann? Was ist mit denen, die nicht mal einen Garten oder einen Balkon haben, um ins Freie treten zu können? Was geschieht mit dem sozialen Wesen Mensch in der Isolation?

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  • 20.03.2020
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    53:41
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    Zuversicht in der Krise - Ein interreligöses Gespräch

    Welche Hilfen haben die Religionen in der gegenwärtigen Krise anzubieten? Was kann Menschen Halt geben, wenn vertraute Sicherheiten plötzlich wegbrechen? Welche Ressourcen haben wir, um mit solchen Unsicherheiten umzugehen? Was können wir in dieser Situation neu über uns selbst und über das Zusammenleben als Gesellschaft entdecken? Darüber sprechen die evangelische Bischöfin Beate Hofmann aus Kassel, die muslimische Publizistin Khola Maryam Hübsch, der Frankfurter Rabbiner Julien Chaim Soussan sowie der Kapuzinerbruder Paulus Terwitte aus Frankfurt. Moderation: Die hr-Religionsredakteure Lothar Bauerochse und Klaus Hofmeister

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  • 19.03.2020
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    54:22
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    Andere Länder, andere Sitten - Eine Seuche

    Ausgangssperre ja oder nein, Regionen abriegeln oder nicht, Grenzen auf oder zu. Die Länder ringen um die richtigen Maßnahmen, um die Ausbreitung des Corona-Virus einzudämmen und treffen dabei nicht nur unterschiedliche Entscheidungen. Die Regierungen bedienen sich auch sehr unterschiedlicher Rhetorik, um ihrem Land, ihrer Bevölkerung, die Dramatik der Lage deutlich zu machen und dennoch zu Besonnenheit aufzurufen. Macron ruft den "Krieg" aus gegen den "unsichtbaren Feind", das Virus, während Angela Merkel bekannt freundlich appelliert, sich an die Maßnahmen zu halten. Und die Menschen ziehen ihre Schlussfolgerungen: die Deutschen kaufen Klopapier, die Franzosen Rotwein und Kondome. Und weltweit versuchen Populisten, aus der Krise Kapital zu schlagen. Trump sucht den Schuldigen (natürlich Europa!), Brasiliens Präsident übt sich in Verschwörungstheorien, der rechtspopulistische Matteo Salvini beschimpft die italienische Regierung - nur hört ihm keiner mehr zu. Wie wird es ausgehen? Entlarven sich die Populisten aller Länder endgültig für alle erkennbar als Scharfmacher, denen der Sinn für realistisches Handeln im Sinne ihres Volkes fehlt? Oder werden sie eine Stärkung erleben, wenn die Demokraten aller Nationen mit den wirtschaftlichen Folgen dieser Pandemie nicht fertig werden sollten?

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  • 18.03.2020
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    52:15
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    Stau in Schengen – Das grenzwertige Europa

    Zu Hause bleiben ist die erste Bürgerpflicht. Nicht nur innerhalb der eigenen vier Wände, sondern - auf Deutschland bezogen - auch innerhalb der eigenen neun Grenzen. Deutschland und seine Nachbarn, ja fast alle EU-Länder schotten sich ab voneinander. Ein Schlagbaum nach dem anderen fällt - zum Schutz vor dem Corona-Virus - und hebt sich bis auf weiteres nur dann, wenn die verschärften Grenzkontrollen es zulassen. Aber welche Grenzen von wem geschlossen werden und wann und wie lange, das hat zunächst mal jedes Land für sich entschieden. Sich politisch über Grenzen hinweg zu verständigen - diese Grundidee der Europäischen Union stößt (wie schon so oft) sehr schnell an die Grenzen ihrer Mitgliedsstaaten. Über die neu errichteten Grenzzäune hinweg fliegen obendrein gegenseitige Schuldzuweisungen, und wer in diesen Tagen noch Grenzgänger sein darf, wird nur mit einer großen Warenlieferung willkommen geheißen, sonst aber mit Misstrauen beäugt. Der Kampf gegen das Virus ist ein Spiel mit Grenzen geworden und ein tägliches Ringen mit Grenzerfahrungen.

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  • 17.03.2020
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    51:25
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    Was tun? Anleitung zum Unbeschäftigtsein

    Füße hochlegen, ausspannen, Pause vom Alltag! Normalerweise verbinden wir das mit Urlaub, der jetzt allerorten abgesagt wird. Stattdessen haben viele unfreiwillig Pause von der Normalität. Home Office ist das Zauberwort, wenn es noch etwas zu tun gibt. Derweil toben die von der Schulpflicht befreiten Kinder um die gestressten Eltern herum. Was tun? Schon in der sehr viel kürzeren Weihnachtszeit bestimmt Familienzwist die Zeit zwischen Frühstück und Mittagessen. Jetzt haben wir dafür den ganzen Tag. Spiel und Sport sind abgesagt. Das Leben wird langsamer. Wie schön! Achtsam durch den Tag, kein Leistungsdruck im Feierabend, Zeit für dicke Bücher und aufwändige Gesellschaftsspiele - am Ende sogar ein neuer Familiensinn?

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  • 16.03.2020
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    53:27
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    Mitgenommen statt abgehängt - Mehr Demokratie wagen!

    Wer "die Bürger mitnimmt", kann vielleicht verhindern, dass sie sich "abgehängt" fühlen. Und wer sich als Bürger beteiligen kann an politischen Entscheidungsprozessen, wird sich vielleicht schwerer damit tun, auf "die da oben" zu schimpfen. Der Bürgermeister von Kingersheim im Elsass hat Bürgerbeteiligung zu einem Erfolgsrezept gemacht - für seine Gemeinde und für sich selbst. Denn bei den letzten drei Kommunalwahlen hat er jedes Mal gewonnen in Kingersheim, obwohl dort bei regionalen und nationalen Wahlen die meisten Wähler für das rechtsextreme Rassemblement National gestimmt haben. Hilft also Bürgerbeteiligung gegen Frust und Denkzettelwahlen? Helfen Plebiszite gegen Populismus? Oder stößt ein solcher Vorstoß schnell an Grenzen, je weiter er sich von der kommunalen Ebene entfernt? Wie weit kann Bürgerbeteiligung gehen - dort, wo nicht nur die politischen Räume, sondern auch die politischen Fragen immer größer und unüberschaubarer werden? Tief ist jedenfalls die Kluft zwischen der politischen Klasse und denen, die in der Regel nur alle vier Jahre ihre Stimme abgeben, wenn überhaupt. Und wer diese Kluft nicht vertiefen, sondern überbrücken will, sollte vielleicht auch ein demokratisches Wagnis nicht scheuen.

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  • 12.03.2020
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    50:13
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    Von wegen horror vacui – ein Lob der Leere

    Leere Ränge in den Stadien. Eine menschenleere Spanische Treppe in Rom. Straßen und Plätze, die sich unsere Gesundheitsbehörden so leer wie möglich wünschen, damit das Corona-Virus in seinem unaufhaltsamen Vormarsch so oft wie möglich auf ein Vakuum trifft. Sind die Bilder dieser Leere gespenstische Bilder? Sind sie Bilder einer Geisterstunde? Aber was wäre schon dabei, wenn es so wäre? Gerade in der Geisterstunde erwachen doch Geister zum Leben. Und so kann die Leere in Zeiten des Corona-Virus unserem eigenen Geist vielleicht sogar gut tun. Wenn wir denn unsere Angst vor der Leere überwinden, unseren "horror vacui“, unser Bedürfnis, jede Leere füllen zu wollen. Wenn wir uns ansprechen lassen von der Leere. So wie die ersten Christen in der Leere des Grabes ihren Glauben an die Auferstehung gefunden haben. Und was wären die unendlichen Weiten des Weltraums, wenn es nicht auch dort immer wieder eine "lokale Leere" gäbe? Lassen wir uns also in diesen gefährlichen Corona-Zeiten anstecken von dem, was nicht ist. Und lassen wir uns die Leere eine Lehre sein.

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  • 11.03.2020
    0 MB
    54:03
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    Woodys Dichtung, Woodys Wahrheit – Gibt es ein Recht auf Veröffentlichung?

    Es steht Aussage gegen Aussage und Haltung gegen Haltung - im Fall Woody Allen. Aussage gegen Aussage, weil bis heute nicht geklärt ist, ob der Regisseur Anfang der 90er Jahre seine damals 7-jährige Tochter Dylan tatsächlich sexuell missbraucht hat oder nicht. Und Haltung gegen Haltung, weil dieser Vorwurf nach wie vor einen Schatten auf Woody Allen wirft und weil Filmschaffende, Verlage und Publikum darüber streiten, wie sie angesichts dieses Vorwurfs mit Allen als Künstler umgehen sollen. Nun soll seine Autobiografie "Ganz nebenbei" erscheinen - oder auch nicht erscheinen. Denn der amerikanische Verlag Hachette, der sie veröffentlichen wollte, hat einen Rückzieher gemacht. Und weil der Hamburger Rowohlt-Verlag bis auf weiteres an der Publikation der deutschen Ausgabe festhält, haben andere Autoren, die dort publizieren, ihrer Enttäuschung Luft gemacht - in einem offenen Brief. Was wiegt schwerer: Die Freiheit eines Beschuldigten, sich autobiografisch zu äußern, oder das Bedürfnis anderer, sich so weit wie möglich zu distanzieren - von einem Menschen, den sie nicht für glaubwürdig halten? Und das in Solidarität mit den Opfern sexueller Gewalt. Sollte Woody Allens Buch in der Schublade bleiben oder hieße das, ihn selbst in eine Schublade zu stecken? Eine Frage, deren Bedeutung weit über seinen Fall hinausreicht.

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  • 10.03.2020
    0 MB
    51:54
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    Spurensuche im Kriegsgebiet – der Abschuss von MH17

    MH 17 ist der Code für eine Katastrophe. Am 17. Juli 2014 stürzte über der Ost-Ukraine eine malaysische Passagiermaschine ab. Mutmaßlich abgeschossen durch eine russische Flugabwehrrakete. Start der MH17 war der Amsterdamer Flughafen Schiphol, ihr Ziel: Kuala Lumpur. Alle 298 Menschen an Bord kamen ums Leben, die meisten von ihnen Niederländer. Nach jahrelangen Ermittlungen hat jetzt der Prozess in der Nähe von Amsterdam begonnen. Daran beteiligt waren ein Internationales Ermittlungsteam sowie der britische Investigativjournalist Eliot Higgins. Sein Netzwerk "Bellingcat“ analysierte frei zugängliche Internetquellen wie Videos, Karten und Fotos. Angeklagt sind drei Russen und ein Ukrainer: Topmilitärs der selbst erklärten Volksrepublik Donezk und ein Befehlshaber einer lokalen Armeeeinheit - Akteure in einem verdeckten Krieg, den Russland mithilfe von Separatistenmilizen und eigenen Soldaten im Osten der Ukraine führt. Russland weist jedoch jede Verantwortung von sich. Und weil die Angeklagten keine Auslieferung an Russland befürchten müssen, sind sie erst gar nicht zum Prozess erschienen. Der dürfte bis ins kommende Jahr dauern. Die Angehörigen, die aus aller Welt angereist sind, wollen nur die Wahrheit. Wird das Gericht die ans Licht bringen können?

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  • 09.03.2020
    0 MB
    51:07
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    Corona als Chance: richtig hamstern und genießen

    Vorräte anlegen, das gehört zum menschlichen Dasein unbedingt dazu. Es ist quasi die Grundlage unserer Zivilisation. Als die Jäger und Sammler sesshaft wurden, haben sie die Vorratshaltung perfektioniert. Die Herren über die Vorräte waren die mächtigsten Menschen. Der moderne Mensch in der Großstadt muss sich normalerweise nicht mehr selbst um die Lagerhaltung kümmern und hat auch gar nicht mehr den Platz dafür in den eigenen vier Wänden. Es gibt schließlich zahllose Supermärkte. Die Nachkriegsgenerationen haben nicht nur die Vorratshaltung ausgelagert, das Wissen, wie man Lebensmittel außerhalb der Tiefkühltruhe haltbar macht und was man aus Eingewecktem Leckeres zubereiten könnte, ist spätestens seit dem Ende des Kalten Krieges weitgehend verloren gegangen. Bringt uns das Virus nun vielleicht zurück an den Herd? Schauen wir mal, was wir von Hamstern lernen können.

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  • 06.03.2020
    0 MB
    51:54
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    Von Frauenhassern und rechten Schwestern – ein Frauen-Tag

    Rechte Amokläufer und Attentäter sind nicht nur Rassisten, sondern sehr häufig auch Frauenhasser. Darin gleichen sich die Statements, die die Täter der Anschläge in Hanau und Halle, aber auch im vergangenen Jahr in Christchurch, El Paso oder Dayton abgegeben haben. Auch der schwedische Attentäter Breivik gehört dazu. Das Frauenbild der Rechten ist gemeinhin eher traditionalistisch geprägt. Frauen sind Gebärende und passive Unterstützerinnen der engagierten Männer. Solche Frauen finden die Männer zum Beispiel bei den britischen und amerikanischen „Tradwifes“. Die feiern das Frauenbild der 50er Jahre und wollen nur Hausfrau und Mutter sein. Dabei gibt es auch in der rechten Szene durchaus aktive Frauen: Marine LePen beim Front National oder rechte Feministinnen bei den Identitären. Pornografie und sexualisierte Gewalt werden von diesen Frauen scharf kritisiert. Das kann man problemlos mit nationalistischer und rassistischer Ideologie in Einklang bringen, den Männerkult und frauenfeindlichen Bodensatz der Rechten muss frau dann aber besser aktiv übersehen …

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  • 05.03.2020
    0 MB
    54:18
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    Römisch oder katholisch? Die Wege der deutschen Bischöfe

    Den Pflichtzölibat abschaffen und Frauen nicht mehr von allen Weiheämtern in der katholische Kirche ausschließen. Der Limburger Bischof Georg Bätzing hat immer wieder durchblicken lassen, dass er genau das für wünschenswert hält. Nun haben ihn seine Kollegen zum Vorsitzenden der deutschen Bischofskonferenz gewählt. Wird Bätzing jetzt an ihrer Spitze in den Kampf mit Rom ziehen - mutig wie sein Namenspatron, der Drachentöter Sankt Georg? Viele in und außerhalb der Kirche würden sich das wünschen. Aber kann es in dieser Kirche einen deutschen Sonderweg geben? Hat nicht Papst Franziskus gerade erst alle Sonderwege versperrt, indem er sogar im Priestermangelgebiet Amazonas die Weihe verheirateter Männer untersagte? Und gibt es nicht auch in Deutschland einen starken konservativen Flügel, gegen den Bischöfe wie Bätzing nicht ankommen? Die katholische Kirche in Deutschland hat sich auf den "synodalen Weg" gemacht, um Missstände in ihren Reihen zu beseitigen und über Reformen zu diskutieren. Die Frage ist nur, wie weit sie gehen will und wie weit sie kommen wird.

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  • 04.03.2020
    0 MB
    52:58
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    Wählen bis es passt – Demokratieversuche in Thüringen

    Das Coronavirus könnte die CDU in Thüringen retten. Es könnte einen Landtagsabgeordneten infiziert haben und damit womöglich die ganze CDU-Fraktion von der Ministerpräsidenten-Wahl ausschließen, die am Mittwoch ein nächstes Mal probiert werden soll. Das Virus als Diplomat, das genau das erreicht, was einige CDU-Granden den Thüringer Parteifreunden schon vorgeschlagen haben: einfach wegbleiben. Aber nur für vierzehn Tage Quarantäne. Dann müssen die Christdemokraten zum dritten Mal ran. Jedenfalls müssen sich die Abgeordneten verhalten. Wegbleiben ist keine Wahl. Und die Abgeordneten zu Parteisoldaten zu degradieren, die ausführen sollen, was die Führung sagt, ist auch keine Option, weil in unserer Verfassung nicht vorgesehen. Wenn die Wahl in Erfurt platzt, haben dann ja einige Politiker Zeit, nochmal ins Grundgesetz zu schauen und sich ihrer eigenen Haltung zu versichern …

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  • 28.02.2020
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    50:31
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    Der Schnee von gestern – wenn der Winter zur Eintagsfliege wird

    In diesem Jahr fiel der Winter auf den 27. Februar. Zumindest in weiten Teilen des Landes. Ansonsten war es - wir können es schon nicht mehr hören - zu warm für die Jahreszeit. Welche Jahreszeit eigentlich? Sind die Jahreszeiten in diesen Zeiten nicht gerade dabei, uns abhanden zu kommen? Entwickeln wir uns nicht gerade wie eine jener Regionen der Erde, die nur zwei Zeiten kennen: Trockenzeit und Regenzeit. Es fühlt sich wenigstens so an. Oder hatten wir das früher auch, dass im Februar die Eintagsfliegen in der Sonne tanzen? Was wir fühlen, ist allerdings immer nur Wetter. Und das kann sich schnell mal ändern. Auch durch langfristige Veränderungen des Klimas. Wenn die riesigen Wasserwirbel der Ozeane nämlich immer weiter zu den Polen wandern und sich in deren Folge die großen Luftwirbel über der Erde verschieben, dann könnte hier bald mehr Winter sein, als uns lieb ist. Dass das paradox klingt, wenn es bei uns hier in Mitteleuropa Winter wird, weil wir die Erde aufheizen, das ist dem Wetter egal. Aber vielleicht kommt die "kleine Eiszeit" ja auch nicht. Der Golfstrom bleibt, wo er ist, und der Winter heißt nur noch so. Schnee passt dann nicht mehr zur Lage. Wir können dann schon mal Abschied nehmen von liebgewordenen Gewohnheiten wie Skifahren an Ostern. Und die zugehörigen Ferien können wir auch gleich streichen …

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  • 27.02.2020
    0 MB
    52:52
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    Epidemie, Pandemie, Hysterie - Alarmismus und Realität

    Vor zwei Jahren sind allein in Deutschland gut 25.000 Menschen an der Influenza gestorben. Die Grippe zog um die Welt. Wie in jedem Winter. Im Jahr davor zählten die Gesundheitsbehörden in Deutschland knapp 23.000 Tote. Noch immer sind nicht einmal alle Ärzte gegen die Grippe geimpft, beim Pflegepersonal ist es nur ein Drittel. Auch in diesem Jahr sind es schon weit über hundert Grippetote in Deutschland. Wir aber haben Angst vor dem Coronavirus. Wir bunkern Schutzmasken und Schutzanzüge, lesen von Hamsterkäufen und fragen bang, ob die Behörden wohl vorbereitet sind. Und was das alles für die Wirtschaft bedeuten könnte, wenn es denn kommt wie in Italien, und ganze Dörfer und letztlich Städte dicht gemacht werden. Was geht da wohl in uns vor? Weshalb erscheint uns ein Grippevirus, gegen den wir eine Impfung haben, so wenig gefährlich, dass wir uns nicht impfen lassen? Obwohl wir wissen, dass eben dieses Virus tödlicher ist als alles, was wir von Corona bislang gehört haben. Wie viel am Coronavirus ist eigentlich Hysterie und wie viel tatsächlich schon Pandemie? Lässt sich das überhaupt noch auseinanderhalten?

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  • 26.02.2020
    0 MB
    52:36
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    Der letzte Schritt – Streit über die Sterbehilfe

    Er sollte Klarheit bringen, der neue Paragraf 217 zur Sterbehilfe. Vor fünf Jahren wurde er ins Strafgesetzbuch aufgenommen und sollte verhindern, dass mit Sterbehilfe Geschäfte gemacht werden können. Und Alte und Kranke sollten sich nicht verpflichtet fühlen ihr Leben zu beenden, um Angehörige zu entlasten. Klarheit hat der Paragraf leider nicht gebracht. Zur Zeit fürchten Ärzte, die mehrfach Schwerkranken Hilfe beim Sterben leisten, die dreijährige Haftstrafe, die bei "geschäftsmäßigem" Handeln droht. Wird die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes über den strittigen Paragrafen jetzt die ersehnte Klarheit bringen? Kaum möglich, denn die Debatte um Sterbehilfe berührt tiefste moralische Überzeugungen und existentielle ethische Fragen: Wann ist das Leben wirklich unerträglich? Wer darf darüber entscheiden? Und was ist wichtiger: der Schutz des Lebens oder die Selbstbestimmung?

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  • 25.02.2020
    0 MB
    54:29
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    Nicht schießen - Die Deutschen und ihre Waffen

    Nach Amokläufen, Massenmorden und Terroranschlägen wird nicht nur gefragt, wer so etwas tut, sondern auch womit es getan wird. In der Regel erfahren wir irgendwann, wie die Täter an die Tatwaffen herangekommen sind. Der mutmaßliche zehnfache Täter von Hanau war Sportschütze, genau wie Stephan E., der verdächtigt ist, Walter Lübcke ermordet zu haben. Der Attentäter von Halle soll sich eine Pistole mit dem 3D-Drucker ausgedruckt haben. Der Amokläufer von Winnenden stahl die Tatwaffe aus dem Waffenschrank seines Vaters. Und schon ist da die nächste Frage: kann man das nicht verhindern? Ist es etwa in Deutschland zu leicht, sich eine Waffe zu verschaffen? Offiziell nicht. Einen Waffenschein, der zum Führen einer Waffe berechtigt, bekommen Privatpersonen nur in Ausnahmefällen, für die Waffenbesitzkarte muss man die Jägerprüfung ablegen oder als Sportschütze einen Befähigungsnachweis vorlegen. Einen Kulturkampf um das Recht, Waffen zu tragen, wie in den USA, gibt es hier auch nicht. Aber die Diskussion um eine Verschärfung des Waffenrechts hat längst begonnen.

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  • 18.02.2020
    0 MB
    53:57
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    Die unsichtbare Grenze – neue und alte Tabus

    Einen "Tabubruch" haben viele der CDU in Thüringen vorgeworfen, als sie bei der dortigen Ministerpräsidenten-Wahl gemeinsam mit der AfD eine Mehrheit herbeigeführt hat. Die AfD wiederum macht seit längerer Zeit gerade durch Tabubrüche von sich reden, wiederholt und allem Anschein nach gezielt. Die einen fragen sich nun, ob der Respekt vor Tabus immer mehr bröckelt in unserer Gesellschaft. Andere wiederum denken laut darüber nach, welche Tabus eigentlich zu recht bestehen und welche nicht und ob Tabus überhaupt einen Platz haben dürfen in einer freien Welt. Über den Sinn oder Unsinn von Tabus zu streiten, ist auf jeden Fall nicht (mehr) tabu. Aber es gleicht einer Gratwanderung. Denn was ist, wenn Tabubrüche Dämme zum Einsturz bringen, die wir brauchen, um Demokratie und Menschlichkeit zu schützen? Und was ist, wenn "falsche" Tabus den Mantel des Schweigens über Dinge breiten, die besser nicht verschwiegen würden? Wie also halten wir es mit dem Tabu?

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  • 17.02.2020
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    53:53
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    "Westlessness“ – Die Welt sortiert sich neu

    Der Westen wurde lange als das Rückgrat der Weltordnung wahrgenommen. Das ist vorbei. Nicht erst seit Donald Trump mit "America First“ auf Abstand ging, haben sich die Kräfteverhältnisse verschoben. Die Gemeinschaft liberaler Demokratien bröckelt. Man ist sich nicht mehr einig über die gemeinsamen Werte. Was heißt das für Europa? Frankreichs Präsident Emmanuel Macron will mit den anderen EU-Staaten seit geraumer Zeit in einen "strategischen Dialog" darüber treten, wie sich Europa gegen neue Gefahren verteidigen will. Eine gemeinsame EU-Verteidigungspolitik gibt es bisher nicht. Will der Westen die Weltpolitik weiter mitgestalten, wird es höchste Zeit, neue Allianzen zu schmieden - auch auf der Münchner Sicherheitskonferenz. Für Deutschland ist es an der Zeit, sich klarer zu positionieren in der EU, in der Nato und in einer neuen Weltordnung.

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  • 14.02.2020
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    55:04
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    Comeback der alten Hüte - Wenn das Neue von gestern ist

    Friedrich Merz ist zurück. Er wird jetzt ganz groß als künftiger Parteichef und Kanzlerkandidat der CDU gehandelt. Aber hat er wirklich das Zeug zum Erneuerer der Partei? Eigentlich ist er ja der Liebling aller, die die gute alte Zeit gerne wieder hätten. In der Politik liegt Nostalgie überhaupt gerade im Trend: Großbritannien, Russland und die Türkei etwa wollen zurück zu alter imperialer Größe. Und die katholische Kirche geht beim Zölibat nun doch keinen halben Schritt voran, sondern fällt mit ihrem ganzen Gewicht auf uralte Grundsätze zurück. Auch in Mode und Kultur stehen die Zeichen auf Retro. Manche zucken die Achseln und sagen: Das ist eben die Postmoderne, dass alles immer wieder kommt. Aber taugen die Lösungen von gestern wirklich für Gegenwart und Zukunft?

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  • 02.12.2019
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    53:33
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    Mehr Kohle fürs Klima – Was kostet das gute Gewissen?

    "Auf Grund eines Ablassbriefes das Heil zu erwarten, ist eitel", urteilte schon vor über 500 Jahren der Reformator Martin Luther. Jetzt trifft sich die Welt in Madrid, um genau ihn wieder aufleben zu lassen: den Ablasshandel. Dieses Mal geht's nicht um das fiktive Seelenheil einzelner Gläubiger, sondern um das konkrete Überleben aller Menschen. Aber irgendwie ist der Handel mit Erderwärmungszertifikaten, der bei der Klimakonferenz in Madrid verhandelt wird, doch sehr ähnlich dem Ablasshandel, den Martin Luther in seiner 52. These gegeißelt hat. Und vielleicht wird dann demnächst ein Reformator seine Thesen an die Pforte der UNO nageln und den ganz großen Wandel einläuten, der die bisherige Weltordnung ins Wanken bringt. Oder er funktioniert doch, der Handel mit CO2-Verschmutzungsrechten. Und die Welt wird von einem neuen Markt gerettet, nachdem der Kapitalismus sie zerstört hat.

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  • 29.11.2019
    0 MB
    52:07
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    Verbrechen und Vergessen – Welche Rechte haben Mörder?

    "Du darfst vergessen werden." Dieses Recht hat das Bundesverfassungsgericht jetzt einem verurteilten Mörder zugestanden, der seine Strafe verbüßt hat und bereits vor 17 Jahren aus der Haft entlassen worden ist. Der Mann hatte Anstoß daran genommen, dass bis heute im Internet Berichte über seine Tat verfügbar sind. Berichte, die seinen vollen Namen enthalten und die sofort zum Vorschein kommen, wenn Nutzer diesen Namen in Suchmaschinen eingeben. Gegen diese Art von "Auffindbarkeit" hat der Kläger einen Anspruch auf Schutz, sagt das Bundesverfassungsgericht - und wirft damit zugleich einige Fragen auf. Denn das "Recht, vergessen zu werden" stößt an Grenzen. An juristische Grenzen, die das Verfassungsgericht selbst benannt hat. An technische Grenzen, die im Internet-Zeitalter schwer zu überwinden sind. Und nicht zuletzt an menschliche Grenzen. Denn Vergessen ist keine Sache von Befehl und Gehorsam.

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  • 28.11.2019
    0 MB
    52:25
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    Nicht lieferbar! Gehen uns die Medikamente aus?

    Schmerzmittel, Impfstoffe, Blutdrucksenker. Es gibt fast keine Arzneigruppe, die nicht betroffen ist von Engpässen. Nun ist ein Lieferengpass noch keine Versorgungslücke, aber das Problem wächst kontinuierlich und mancher Patient muss schon auf Alternativen zum gewohnten Medikament zurückgreifen. In Kliniken ist die Lage zum Teil dramatischer, wenn Narkosemittel oder Wirkstoffe fehlen, die Blutungen stillen. Die Ursachen sind vielfältig. Natürlich geht es ums Geld, aber auch um die Lieferanten. Immer mehr Medikamente werden im Ausland hergestellt. In Fernost, China oder Indien. Wenn zum Beispiel Verunreinigungen auftreten, dann kommt das ganze System ins Wanken. Warum werden kaum noch Arzneien in Europa hergestellt? Was kann die Politik tun um die Versorgung zu sichern? Und welchen Preis müssen wir dafür zahlen?

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  • 27.11.2019
    0 MB
    52:07
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    Brillanter Coup - von Kunsträubern und Raubkünstlern

    Von einer Sekunde zur anderen ist das Grüne Gewölbe zum "Sesam öffne dich" geworden - und eine Räuberhöhle dafür um wertvolle Schmuckstücke reicher. Durch ein vergittertes Fenster sind zwei Unbekannte in das Dresdner Residenzschloss geklettert, haben mit der Axt das Glas einer Vitrine zerbrochen und Juwelen von historischem und damit unschätzbaren Wert entwendet. Werden sie diese kostbaren Edelsteine nun aus ihren Fassungen lösen und einzeln an den Hehler bringen, um ihre Spuren zu verwischen? Allein diese Vorstellung lässt viele Kunstliebhaber selbst aus der Fassung geraten und treibt ihnen die Tränen in die Augen. Bei anderen aber beginnen die Augen zu leuchten, weil eines der beliebtesten Filmmotive plötzlich ganz real geworden ist. Räuber, die ihre Beute mit Geschmack auswählen und sogar aus dem Raub noch eine Kunst machen, denen ist auch in der Realität die Sympathie des Publikums sicher, und die Zeitungsberichte am Tag danach lesen sie dann wahrscheinlich wie gute Kritiken ihres verbrecherischen Werks. Aber was genau fasziniert uns da eigentlich? Das Böse, das uns immer irgendwie fasziniert? Die professionelle Brillanz der Täter? Oder ist die Faszination umso größer, je sagenumwobener die Beute ist?

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  • 26.11.2019
    0 MB
    52:31
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    Verzicht – das gönn ich mir!

    Freiwillig auf etwas verzichten, wer macht denn sowas? Unser ganzes Gesellschaftsmodell beruht auf Wachstum. Mehr kaufen, mehr reisen, mehr konsumieren, mehr erleben. Ob uns das persönlich glücklich macht, sei dahin gestellt. Klar ist: das System hat extreme Schattenseiten. Über die Grenzen des Wachstums ist schon viel geschrieben worden, nun zwingt uns auch der Klimawandel unsere Lebensweise zu überdenken. Dabei muss Verzicht nicht einmal weh tun. Wer statt mit dem Auto mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren kann, kommt viel frischer und entspannter an und hat den Sport gleich inklusive. Wer sich nur ab und zu etwas Besonderes gönnt, der wird es viel mehr genießen. Und trotzdem hat der Verzicht einen schlechten Ruf. Versuchen wir uns also an Imagepflege: Ist Verzicht unverzichtbar? Und ist die Konzentration auf das Wesentliche überhaupt Verzicht oder nicht eine unschätzbare Bereicherung des Lebens?

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  • 25.11.2019
    0 MB
    53:21
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    Raketenträume - Mehr Weltraum für Europa

    "Was steht ihr da und schaut zum Himmel hinauf?" Diese biblische Frage geht in den nächsten Tagen nach Sevilla. Denn dort tagt ab Mittwoch der Ministerrat der Europäischen Weltraumorganisation ESA, die sogenannte "Space19“. 22 Staaten sind an der ESA beteiligt. Und sie sollen und wollen der Welt berichten, welche Vision sie haben von der "Zukunft Europas im Weltraum". Schon jetzt schießen die Gedanken europäischer Raumfahrer empor wie Raketen: Wie sie die unendlichen Weiten für sich erobern wollen, mit neuen Missionen zum Mond und zum Mars. Welche Hindernisse sie dabei aus dem Weg räumen müssen- namentlich den Weltraumschrott, der die Flugbahnen von Satelliten immer mehr verstopft. Ob sie vielleicht schon bald von einem deutschen Weltraumbahnhof ins All starten werden. Und wen oder was sie in Zukunft abwehren müssen im All - nur Asteroiden oder vielleicht auch feindliche Waffensysteme. In der NATO jedenfalls wird darüber nachgedacht, das All zu einem eigenständigen Operationsgebiet zu erklären. - "Was steht ihr da und schaut zum Himmel?" Antworten darauf gibt es viele von denen, die zum Himmel empor schauen. Aber diese Antworten werfen - passenderweise - unendlich viele Fragen auf.

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  • 22.11.2019
    0 MB
    51:00
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    Das Letzte – Vom Umgang mit dem Tod

    An diesem Wochenende ist Totensonntag. Eine gute Gelegenheit darüber nachzudenken, was wir über das Ende denken, dem wir bekanntlich alle nicht entrinnen können. Meistens verhalten wir uns wie Snoopy. Als Charlie zu ihm sagt "eines Tages werden wir alle sterben“, antwortet Snoopy: "ja, aber an allen anderen Tagen leben wir!“ Und an diesen anderen Tagen verdrängen wir den letzten Tag. Der Tod ist eine zu abstrakte Größe, als dass wir ihn als ständigen Begleiter akzeptieren könnten. Allerdings sind wir mitten drin in einem Veränderungsprozess. Die alten Rituale rund um den Tod werden weniger gelebt in einer zunehmend säkularisierten und individualisierten Gesellschaft. Statt dessen pressen wir die eigene Asche zum Diamantring, wählen unsere letzte Ruhestätte im Friedwald aus und planen sorgfältig unser Begräbnis. Künstler und Musiker machen den eigenen Tod zum Teil ihres Lebenswerks. Und wir dürfen unserem Ende sogar mit Humor begegnen. Alles scheint möglich, gibt es wirklich keine Grenzen mehr?

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  • 21.11.2019
    0 MB
    54:22
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    Kein Sprit, kein Netz, keine Zukunft - Aufstand im Iran

    Der Iran ist eines der reichsten Länder der Welt. Erst kürzlich prahlte Präsident Rohani mit einem Ölfund von 53 Milliarden Barrel. Doch dieser Reichtum nützt wenig, wenn man das Öl nicht verkaufen kann. Zumindest im Inland profitierten die Bewohner von einem subventioniert niedrigen Spritpreis von ca. 10 Cent pro Liter. Doch die Subventionen verschlingen fast 2 Prozent der Wirtschaftsleitung des Landes, und jede Menge Benzin wurde illegal außer Landes geschmuggelt. Jetzt reagiert die Bevölkerung auf die gestiegenen Preise mit gewaltigem Protest. Rufe nach einer neuen Regierung werden laut. War eine Destabilisierung des Iran ein Ziel der US-Regierung, als sie nach dem gescheiterten Atomabkommen mit heftigen Wirtschaftssanktionen reagierte? Will Trump seine Mittlerrolle im Nahen Osten aufgeben und sich nur noch nach seinem Wahlspruch "America first“ richten? Und wer soll dann die Rolle der USA übernehmen?

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  • 20.11.2019
    0 MB
    55:00
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    Saucool statt zuckersüß – Die Eiskönigin kommt

    Für die Eltern kommt es möglicherweise als Schock: die vierjährige Tochter singt nicht mehr ein Lied nach dem anderen, sondern nur noch ein einziges, das aber bei jeder Gelegenheit. "Ich lass los, lass jetzt los“ oder so ähnlich. Dann besteht sie darauf, beim nächsten Geburtstag ein eisblaues Kostüm mit Krönchen zu bekommen, das es im Internet gibt, und spätestens jetzt ist es Zeit, herauszubekommen, wem die Tochter da verfallen ist: Elsa, der Eiskönigin. Sie ist mit ihrer kleinen Schwester Anna und Olaf, dem Schneemann, der vom Sommer träumt, Heldin des Disney-Animationsfilms Frozen (deutsch: "Die Eiskönigin“) von 2013. Der Erfolg bei den ganz jungen Zuschauerinnen war und ist überwältigend, an der Kinokasse und im Kinderzimmer. David Cameron, Kevin Costner, Ben Affleck und unzählige weniger prominente Eltern erzählen, wie ihre Töchter regelrecht besessen sind von Elsas Lied "Let it go“, deutsch "Ich lass los“. In dem sie die Bedenken und Rücksichten ihrer Erziehung wegfegt und dabei mit magischen Kräften ein Eisschloss um sich herum baut. Und auch Elsas Schwester Anna ist keine Klischeeprinzessin. Handelt es sich bei Disneys erfolgreichstem Animationsfilm etwa um ein feministisches Werk, wie einige Kritikerinnen andeuten? Es ist Zeit, das herauszufinden, denn die Fortsetzung kommt diese Woche in die deutschen Kinos, und wer wissen will, wie es mit Frauen (und Männern) weitergeht, sollte genau hinschauen, mit welchen Vorbildern die Generation Elsa ins Leben startet.

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  • 19.11.2019
    0 MB
    52:28
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    Mir nach, ich folge - Wie führt man eine Partei?

    "Grottenschlecht", donnert der gefühlte Chef, und schon geht ein Ruck durch die CDU. Friedrich Merz wird auf dem Parteitag der schwächelnden Annegret Kramp-Karrenbauer den Parteivorsitz entreißen, und dann geht´s wieder vorwärts Richtung 40%, denn auf die Führung kommt es an, oder? Das gilt auch für die SPD: gestählt von einem monatelangen Werben um die Mitglieder wird im Dezember eine neue Doppelspitze mit basisdemokratischem Rückenwind die Partei zu alter Größe zurückführen, denn, genau, auf die Führung kommt es an. Das sieht man doch an den Grünen: der früher zerstrittenste aller politischen Haufen hat Annalena Baerbock mit 97,1% als Vorsitzende bestätigt, daneben wirken die 90,4% von Kollege Robert Habeck schon wie eine Klatsche. Der Lohn für so gute Führung ist dann womöglich das Kanzleramt. Offenbar gelingt es den richtigen Führungspersonen auf magische Weise, innerparteilichen Streit und überhaupt alle inhaltliche Auseinandersetzungen hinter einem gemeinsamen Ziel verschwinden zu lassen. Aber wie machen die das? Oder überschätzen wir den Einfluss der Führenden, um uns nicht mit der tristen Wirklichkeit befassen zu müssen: dass es nur einer Oppositionspartei wie den Grünen gelingt, sich zwischendurch mal richtig geschlossen zu zeigen, während SPD und CDU halt personell und politisch immer weiter auseinanderdriften - was ein Merz oder Scholz an der Spitze nur beschleunigen würden. Aber nein, das kann nicht sein, denn es kommt doch auf die Führung an.

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  • 18.11.2019
    0 MB
    52:27
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    Der Tod von Venedig – Wir gondeln in den Untergang

    Es war das schlimmste Hochwasser seit über fünfzig Jahren, das gerade Venedig heimgesucht hatte. "Ein Atemzug vor der Apokalypse" nannte das der venezianische Dombaumeister. Und der Bürgermeister schob’s auf den Klimawandel. Nach dem Motto: Da können wir nichts machen. Doch, können sie, die Venezianer, und haben sie auch schon: Sie haben die Fahrrinnen für die Kreuzfahrtschiffe immer tiefer ausgebaggert, so dass der Südostwind immer mehr Wasser in die Stadt drücken kann. Sie haben ihre Stadt dem Tourismus geopfert, sie für die Einheimischen unbewohnbar gemacht, sodass auch niemand mehr da ist, um die Häuser vor den Fluten zu schützen. Sie haben Milliarden in der Lagune verbaut, ohne die Flutschutztore je fertigzustellen. Venedig baut am eigenen Untergang - und verdient gut daran. Venedig ist damit ein gutes Beispiel für das Handeln der Menschen insgesamt. Venedig ist überall, in (fast) allen Köpfen und (fast) allen Taten: Wir wissen um unseren Untergang, und sind unfähig, umzudenken und uns zu retten.

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  • 15.11.2019
    0 MB
    52:05
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    Schaut mal, ein Prozess! Donald und die Hexen von Washington

    Die halbe Welt schaute sie an, die erste öffentliche Kongressanhörung der Impeachment-Ermittlungen gegen Donald Trump. Nur Trump selbst nicht. Der Präsident der USA sei vielbeschäftigt, habe Wichtigeres zu tun und für so etwas keine Zeit. Das Ganze sei ohnehin nur eine Hexenjagd und ein einziger Schwindel. Von einem Schauprozess spricht Trump. Von Unwahrheiten und Verschwörungen. Genau an dem Punkt stellen wir uns mal wieder die eine Frage, die uns beschäftigt, seit Trump regiert: Weiß der Mann überhaupt, wovon er spricht? Anscheinend nicht. Aber kein Problem. Wir helfen ja gerne nach und liefern einen Exkurs in Sachen Schauprozesse, Hexenjagd und Amtsenthebung. Ein Tag für Präsidenten, Hexen und Demokraten. Und die, die es noch werden wollen.

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  • 14.11.2019
    0 MB
    53:03
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    Nahtod der Nato - Risiko für Europa

    "Hirntod!“ stellte Doktor Macron fest: Nach der Diagnose des französischen Präsidenten könnte die Nato dann also Organspender werden. Wenn es nach Emmanuel Macron ginge, würden die westlichen Reste des dann verblichenen nordatlantischen Militärbündnisses in eine europäische Armee eingebracht, die der militärische Pfeiler einer europäischen Sicherheitspolitik wäre. In Berlin hält man die Nato zwar offiziell noch immer für unverzichtbar. Die zuständige deutsche Ministerin allerdings übt sich schon mal in Vorwärtsverteidigung. Sie will mehr Geld für die Bundeswehr und mehr Auslandseinsätze und mehr deutsche Interessen auch im Ausland verteidigen. Im Inneren will sie die Bundeswehr sichtbarer machen und lässt deshalb Rekruten zum öffentlichen Gelöbnis antreten - am 12. November, genau 64 Jahre, nachdem die ersten Bundeswehrsoldaten ihre Ernennungsurkunden entgegennahmen. Auch einen Sicherheitsrat will die Verteidigungsministerin, wenn auch zuerst einmal nur in Deutschland. Nachdem Erdogan und Trump, die beiden Totengräber der Nato, sich in Washington trafen, basteln die Europäer an einer eigenen Militärdoktrin für die Zukunft. Was kann das werden?

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  • 12.11.2019
    0 MB
    52:40
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    Return to sender: Der IS kommt heim nach Europa

    Mehr als 2.000 IS-Kämpfer aus Europa sitzen in türkischen und syrischen Gefängnissen, darunter allein eintausend Deutsche. Nachdem die Türkei ankündigte, die ausländischen IS-Kämpfer abzuschieben, beginnen jetzt die ersten Rückführungen. Die europäischen Regierungen reagieren panisch. Was tun mit den heimkehrenden Terroristen? Nach europäischem Recht wird es schwer, sie hier weiter festzusetzen, wenn nicht einmal klar ist, ob sie wirklich Mitglieder des IS waren, geschweige denn, was ihnen konkret vorgeworfen wird. Ebenso unklar ist, was mit den hunderten Kämpfern geschehen ist, die während der türkischen Offensive in Syrien aus den nicht mehr bewachten Lagern entkommen sind. Vielleicht sind sie längst auf dem Weg zurück nach Europa.

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  • 11.11.2019
    0 MB
    52:41
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    Schmeckt‘s noch? Abfall lecker zubereitet

    Zwei junge Frauen haben in Karlsruhe Verfassungsbeschwerde eingereicht. Sie waren wegen Diebstahls verurteilt worden, nachdem sie noch brauchbare Lebensmittel aus dem Abfall eines bayerischen Supermarkts gefischt hatten. Dieses sogenannte "Containern“ ist nach derzeitigem Recht strafbar. Denn der Müll gehört dem, der ihn weggeworfen hat. Das derzeitige Recht passe allerdings nicht mehr in die Zeit, sagen die beiden verurteilten Studentinnen. Denn es ist zwar nicht verboten, Lebensmittel zu Abfall zu erklären, aber es ist verboten, die weggeworfenen Lebensmittel aus dem Müll "zu retten“. Umgekehrt wäre es sicher sinnvoller. Rund 85 Kilogramm Nahrungsmittel pro Kopf und Jahr werfen wir in Deutschland weg, das sind fast 13 Millionen Tonnen. Mehr als die Hälfte davon stammen aus Privathaushalten. Das Umdenken, das die "Lebensmittelretter“ fordern, müsste allerdings weit über die Rechtsprechung und den Umgang mit Lebensmitteln im Handel hinausgehen. "Eine gesamtge-sellschaftliche Aufgabe“ nennt es dann auch die Bundeslandwirtschaftsministerin - und ändert nichts an den Gesetzen …

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  • 08.11.2019
    0 MB
    52:54
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    Warten – Wie geil ist das denn!?

    Unser Leben besteht zu einem erheblichen Teil aus Wartezeiten. Warten auf den Bus, warten auf besseres Wetter, auf Handwerker, aufs Essen, auf eine günstige Gelegenheit für was auch immer. Warten auf Hilfe, warten auf einen Bescheid vom Amt, auf einen Studienplatz, warten auf ein Spenderorgan, auf die große Liebe und die großen Ferien. Unsere Geduld wird ständig auf die Probe gestellt und dass, obwohl in unserer modernen Gesellschaft alles auf die schnelle Bedürfnisbefriedigung ausgerichtet ist. Oft wäre es angebracht, sich mehr Zeit zu nehmen, erstmal abzuwarten. Aber das ist eine Kunst, die man wohl erlernen muss. Wir können es kaum erwarten, mehr darüber zu erfahren.

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  • 07.11.2019
    0 MB
    52:03
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    Wisch und weg! Die unterschätzte Arbeit der Putzfrau

    Sie haben bestimmt schon so manche Lobby geputzt, die Reinigungskräfte dieser Welt. Aber sie selbst scheinen keine große Lobby zu haben. Den "Internationalen Tag der Putzfrau" jedenfalls verdanken wir im Wesentlichen einer Krimiautorin, die ihre Heldin zuweilen als Putzfrau arbeiten lässt. Was vielleicht symptomatisch ist. Denn wie viele Klischees und Anekdoten ranken sich um Putz-, Zugeh- oder Reinemachefrauen - und wie wenig Aufmerksamkeit erfahren sie in der Wirklichkeit! Wir lassen sie in unsere Räumlichkeiten, gewähren ihnen tiefe Einblicke und vertrauen blind darauf, dass sie dort wirklich nur putzen. Aber die Sauberkeit, die sie hinterlassen, die nehmen die meisten von uns selbstverständlich, ohne sich Gedanken über die Drecksarbeit zu machen, die dafür nötig war und die oft genug schlecht bezahlte Schwarzarbeit ist.

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  • 06.11.2019
    0 MB
    53:28
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    Nichts passiert – Von den Folgen einer Vergewaltigung

    Viele junge Mädchen und Frauen verzichten nach einer Vergewaltigung darauf, die Tat anzuzeigen. Zu tief sitzt die Angst vor erneuten Verletzungen. Schließlich wird der eigene Körper zum Tatort, an dem Spuren gesichert werden müssen. Und die Aussage selbst, erst bei der Polizei, später vor Gericht, zwingt die Frauen dazu, sich wieder und wieder mit der Vergewaltigung zu befassen. Aus Angst und Scham gehen viele Opfer sexueller Gewalt nicht zur Polizei- auch weil sie fürchten, dass ihre Anklage in Frage gestellt wird. Umso schlimmer, wenn ein Großteil der Täter dann straffrei ausgeht, wie neue Zahlen belegen. Mitte der 90er Jahre wurde ein Fünftel der Täter verurteilt, in den vergangen Jahren waren es nur noch rund sieben Prozent. Deshalb fragt ein Forschungsprojekt jetzt nach den Ursachen. Dazu werden Akten analysiert und Frauen befragt, wie es ihnen nach der Anzeige ergangen ist. Außerdem soll die Spurensicherung erleichtert und die Täterfahndung durch eine ausgeweitete DNA-Analyse verbessert werden. Der Umgang mit Opfern und Täter ist nicht nur innerhalb Europas, sondern auch innerhalb Deutschlands unterschiedlich. Es gibt noch viel zu tun.

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  • 05.11.2019
    0 MB
    54:05
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    Mauerfall und Stolperstein – Wem nützt das Gedenken?

    Soviel Gedenken war lange nicht mehr. Ende der Woche jährt sich zum 30. Mal der Fall der Berliner Mauer. Und weil es eine ganze Kette von Ereignissen war, die zu ihrer Öffnung führte, gibt es seit Monaten immer wieder Anlässe, sich zu erinnern. Und daraus dann ein Gedenken zu formen. Denn Gedenken ist mehr als Erinnern. Wenn wir gedenken, dann nimmt unser Gedächtnis Haltung an. Und dann zeigt sich, wer sich diese Haltung zu eigen macht und wer nicht. Es kann ein Affront sein, nicht mit zu gedenken. Aber auch das Gegenteil ist möglich: Ein Kranz der AfD-Fraktion an der NSU-Gedenkstätte in Zwickau hat viele Menschen verstört. Gemeinsames Gedenken kann eine Gesellschaft zusammenhalten - beim Feiern und beim Trauern. Aber gerade öffentliches Gedenken kann auch provozieren und spalten, wenn es für unterschiedliche Zwecke vereinnahmt wird.

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  • 04.11.2019
    0 MB
    53:16
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    Nur das Alter ist sicher – der ewige Streit um die Grundrente

    Am 10. November soll der Koalitionsausschuss bei Bundeskanzlerin Angela Merkel über die Grundrente entscheiden. Kaum zu glauben, denn dreimal stand die Grundrente bereits in einem Koalitionsvertrag. Zweimal ist das Vorhaben gescheitert. Und auch der dritte Anlauf bietet noch genügend Zündstoff. Es gibt Streit über die Finanzierung, die Einkommensgrenzen und Freibeträge für Erspartes. Nicht mehr und nicht weniger. Stand der derzeitigen Verhandlungen: die Grundrente soll nach einer Prüfung der Einkommen der Betroffenen gewährt werden. Die Daten müssten die Finanzämter liefern. Doch welche Einkommen werden in welcher Weise berücksichtigt? Und was ist mit vermögenden Rentnern? Wo liegt die Grenze? Wer entscheidet, ob das kleine Ersparte schon Vermögen ist? Für viele ist vor allem eins sicher: Scheitert die Grundrente, scheitert die Koalition.

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  • 01.11.2019
    0 MB
    50:18
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    Die blaue Stunde - Der Tag im Farbrausch

    Sie lädt zum Träumen ein und zum In-Ihr-Versinken. Sie ist beliebt, zugleich kostbar und seltener, als man denkt: Die Farbe Blau. Ob in Malerei, Musik, in Sprichwörtern - oder auch der kindlichen Frage nach der Lieblingsfarbe: überall findet sich blau, blue, bleu. Und obwohl nicht alles blau ist, was blau aussieht und manche das schöne Blau für hässliche Botschaften missbrauchen - läutet nun auch "der Tag“ zur blauen Stunde.

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  • 31.10.2019
    0 MB
    54:06
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    Kommunaler Klüngel – Wo der Filz regiert

    Vitamin B-Mangel ist schlecht für die Karriere. Viele Jobs werden über persönliche Kontakte vermittelt, viele Aufträge gehen an Firmen, zu denen die Entscheider irgendeine Beziehung haben. Menschlich ist das nachvollziehbar: Wenn man jemanden kennt, dann faßt man schneller Vertrauen. Abgesehen davon: hilfst Du mir, helfe ich Dir. Aber Vitamin B hat Nebenwirkungen. Zu hoch dosiert führt es zu Vetternwirtschaft, Filz und im schlimmsten Fall strafrechtlich relevanter Korruption. Korruption ist der größte Hemmschuh für die Entwicklung von Staaten, sagen die Vereinten Nationen. Dabei müssen wir gar nicht in die Ferne gucken, es reicht schon der Blick in die nächste Kommune. Dort, wo die Akteure teils über Jahrzehnte zusammen arbeiten, wo es Pfründe zu verteilen gibt, schaffen Politiker und Unternehmer oft extrem verfilzte Strukturen - zum Schaden der Allgemeinheit.

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  • 30.10.2019
    0 MB
    50:32
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    Vereint in Wut – Aufruhr im Libanon

    Seit knapp zwei Wochen demonstrieren zehntausende Libanesinnen und Libanesen in ihrer Heimat. Mit kreuz- und quer abgestellten Autos, brennenden Barrikaden und einer 170 km langen Menschenkette entlang der Küstenlinie. Ausgangspunkt ihrer Proteste: eine Steuer auf Whatsapp Anrufe, verhängt und inzwischen zurückgenommen von der Regierung. Das scheint nur der Anfang gewesen zu sein. Jetzt richtet sich die Wut der Demonstranten gegen die korrupten Eliten des Landes, denen es in 30 Jahren offiziellen Friedens nicht gelungen ist, das Leben der Menschen im Libanon zu verbessern. Der Staat ist bankrott. Es gibt keine Züge, keinen öffentlichen Nahverkehr mehr, das Leitungswasser kommt per Lastwagen, der Strom fällt ständig aus, die Müllberge türmen sich in den Himmel. "Revolution“ rufen die Demonstranten und fordern nicht nur mehr Reformen, sondern den Sturz eines Kartells, das Ende eines Systems, das die immer gleichen Leute an die Macht bringt und die das Land plündern und herunterwirtschaften. Kann der Aufruhr tatsächlich zu einer Revolution werden?

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  • 29.10.2019
    0 MB
    53:32
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    Give me five – Was macht eigentlich die FDP?

    Es waren exakt fünf. Buchstäblich: f-ü-n-f Wähler haben der FDP in Thüringen über die 5 Prozent-Hürde im Landtag verholfen. Und in Zeiten wie diesen reichen nicht-rechtsextremistischen Parteien wackelige 5,0 Prozent, um als Kandidat für die Regierungsverantwortung gehandelt zu werden. Weil es schon bald vier Parteien braucht, um überhaupt eine Mehrheit zu bekommen. Doch statt dankbar über dieses Stöckchen zu springen, übt sich die Partei in Ausschließeritis. Mit den Dunkelroten? Wir nicht, sekundiert FDP-Parteichef Christian Lindner seinem thüringischen Spitzenkandidaten. Und wie beim Verhandlungsaus für eine Jamaika-Koalition im Bund vor zwei Jahren fragt man sich: Ist das noch Haltung - oder schon Angst? Was will die FDP denn? Und: Was kann sie überhaupt?

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  • 28.10.2019
    0 MB
    52:39
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    Ewiger Sommer - Ein Hoch auf die Palme

    Palmen, Sonne, Strand - Urlaub! Die Assoziationskette funktioniert, was in den letzten Jahren vermehrt zur Verpalmung der Innenstädte führt. Sie säumen Flaniermeilen und die Freiluftzonen der Cafés. Schon im 19. Jahrhundert fing man an, die Natur in die Städte zu holen. Und Botanische Gärten gibt es in Europa schon seit über 500 Jahren. Aus den Klostergärten der Renaissance entstanden die Forschungs- und Lehrgärten der Universitäten. Deren Pflanzenbestände wurden auch durch Entdeckungen aus den fernen Kontinenten bereichert. Exotische Pflanzen faszinieren. Zum Glück für das Palmenhaus im Frankfurter Palmengarten. Seit 150 Jahren erzeugt es die erwünschten Wohlgefühle, was den "Tag“ auf die Palme bringt.

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  • 25.10.2019
    0 MB
    53:14
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    Den Pummpälz im Nacken – Thüringen vor der Wahl

    Der Pummpälz ist ein Kobold, der im Thüringer Wald den Wanderern auf den Nacken springt, sie würgt und ihnen Ohrfeigen versetzt. Man denkt sofort an die rauhen Sitten im Thüringer Wahlkampf wo mehrere Spitzenkandidaten Morddrohungen erhielten oder zumindest ihre Büros beschmiert wurden. Aus der grünen Mitte Deutschlands stammen viele Sagen und Legenden, und die sind sehr lebendig, vor allem die politischen. Da gibt es den Schmied von Ruhla, das Urbild und die Hoffnung aller Wutbürger: er geigte einst dem Landesherren rabiat die Meinung und brachte den so zur Umkehr. Da steht der Kyffhäuser, ein Gebirgszug, in dem der gute Kaiser Barbarossa sitzt, bis er eines Tages als großer Friedenskaiser zurückkehrt. Zur Zeit vertritt ihn Ministerpräsident Bodo Ramelow, dessen Wandlung vom gefährlichen Linken zum gefälligen Landesvater ebenfalls etwas Legendäres hat. Womöglich wird er nach der Wahl seine angestammten rot-grünen Partner verlassen, um der fremden CDU die Hand zu reichen wie einst der thüringische Graf von Gleichen der Sultanstochter. Und ihnen allen sitzt Björn Höcke im Nacken, der leibhaftige Pummpälz, oder gar der Teufel selber, nach dem die Berichterstatter ihre Tintenfässer werfen wie damals Luther auf der Wartburg. Aber welche von den Legenden wird am Ende wahr? Am Sonntag wissen wir es.

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  • 24.10.2019
    0 MB
    52:56
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    Die Vermessung der Jugend

    Wenn alle vier Jahre die Shell Jugendstudie veröffentlich wird, ist die Aufmerksamkeit groß. Die Ergebnisse für dieses Jahr: die einen blicken optimistisch in die Zukunft, andere machen sich Sorgen um Umweltthemen und gehen auf die Straße. Das Vertrauen in die Politik ist groß, in Parteien und Politiker weniger. Ein Ergebnis lässt jedoch aufhorchen. Die, die kein Vertrauen darin haben, dass sie etwas ändern können, werden empfänglicher für populistische Parolen und Verschwörungstheorien. Ein Merkmal fällt in dieser Gruppe besonders ins Gewicht: überwiegend männlich und schlecht gebildet. Aber was macht man jetzt mit diesen Ergebnissen? Fast 20 Jahre nach dem ersten PISA-Schock bescheinigt dieser Tage eine neue Studie den Neuntklässler nur wenig Fortschritte in Mathematik und den naturwissenschaftlichen Fächern. Keine Verbesserung also durch Vermessung? "Vom Wiegen wird die Sau nicht fett“ ist von Vermessungs-Kritikern zu hören. Aber von was dann? Was tun gegen Populismus-Affinität und sinkendes Leistungsniveau?

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  • 23.10.2019
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    54:41
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    Achtung Sicherheitszone! Europa und der Krieg in Syrien

    Erfolgreiche Unternehmungen und lächerliche Luftnummern beginnen ähnlich: mit einer Initiative. Und nur weil Annegret Kramp-Karrenbauer auf anderen Feldern zuletzt unglücklich aufgetreten ist, wollen wir der Verteidigungsministerin nicht unterstellen, dass ihr Vorschlag nichts taugt. Sie möchte eine internationale Sicherheitszone in Nordsyrien einrichten und dabei zumindest mit Großbritannien und Frankreich gemeinsam vorgehen, "unter Einbeziehung“ der Türkei und Russlands. Jetzt wird gestritten, mit wem das abgestimmt war, ob sie sich nur profilieren will und ob da womöglich deutsche Soldaten mitmachen müssten. Interessanter ist aber doch, wie Europa und die NATO auf den militärischen Alleingang der Türkei überhaupt reagieren. Die bisherige Syrien-Politik bestand hauptsächlich darin, sich zum Geschehen besorgt und kritisch zu äußern. Das ist angesichts eines grausamen Krieges und Millionen von Flüchtlingen sehr wenig. Womöglich ist es ein Schritt in die richtige Richtung, wenn Annegret Kramp-Karrenbauer ihren Vorschlag diese Woche den Amtskollegen der NATO-Länder präsentiert. Dann bleiben immer noch genug Fragen: ob da wo Sicherheitszone drauf steht, auch Sicherheit drin ist. Und wenn ja für wen?

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  • 22.10.2019
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    53:40
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    Sehnsucht nach der Sonnenblume – Der Hype um Van Gogh

    Drei, fünf, zwölf oder dürfen es gleich fünfzehn sein? Egal wie viele Sonnenblumen - kein Maler der Welt wird so mit ihnen verbunden wie Vincent Van Gogh. Die Popularität des niederländischen Malers kennt keine Grenzen: die teuersten Gemälde der Welt, der bekannteste Künstler aller Zeiten, das am häufigsten verfilmte Malerleben - die Superlative nehmen kein Ende, wenn von ihm die Rede ist. Aber woher kommt der Mythos? Woher die vor allem deutsche Begeisterung für Kornfelder und Altstädte mit klarem Pinselstrich? Seine originellen und innovativen Werke sind wohl ebenso dafür verantwortlich wie seine schillernde Biografie. Das Frankfurter Städel zeichnet in seiner aktuellen Ausstellung die Entstehung dieses Mythos durch Museen, Kunstkritiker und Galeristen nach. Wird Van Gogh zu Recht als Schlüsselfigur für die Kunst der deutschen Avantgarde gesehen?

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  • 21.10.2019
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    53:29
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    Verkehrtpolitik – Die Maut und anderer Murks

    Weiterhin freie Fahrt auf deutschen Autobahnen. Kostenfrei und ohne generelles Tempolimit. Denn eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 130 km/h ist gerade erst im Bundestag gescheitert und die PKW-Maut schon vor einiger Zeit vor dem Europäischen Gerichtshof. Letzteres könnte uns - nicht als Autofahrer, aber als Steuerzahler - einiges kosten. Weil Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer, ohne die Gerichtsentscheidung abzuwarten, Verträge mit Maut-Betreibern geschlossen hat, die nun womöglich Anspruch auf Schadenersatz haben. Der Minister sieht sich nun seit letzter Woche mit einem nahenden Untersuchungsausschuss und schon die ganze Zeit über mit Rücktrittsforderungen konfrontiert. Dabei möchte er sich doch viel lieber "für die Bürger auf eine gute Verkehrspolitik konzentrieren", sagt er. Ein ehrenwerter Wunsch, aber nicht unbedingt der Vater richtiger Gedanken. Denn in den Augen vieler fährt die deutsche Verkehrspolitik schon lange in die falsche Richtung. Statt kostenpflichtig oder langsamer sollten unsere Autos vielleicht überhaupt nicht mehr auf Autobahnen fahren. Aber um das zu schaffen, müsste noch Vieles aufs richtige Gleis und in die richtigen Bahnen gelenkt und dafür etliche neue Weichen gestellt werden...

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  • 18.10.2019
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    52:17
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    Brexitus, das lange Ende

    Es gab schon einmal einen Deal der Europäischen Union mit den Briten, wir erinnern uns. Mit dem ersten Brexit-Abkommen scheiterte die damalige Premierministerin Teresa May im Unterhaus. Nun steht womöglich Boris Johnsons Mayday bevor. Denn auch sein Deal könnte am Samstag scheitern. Dann ginge die scheinbar unendliche Geschichte weiter und wir werden erleben, ob der britische Premier an Halloween durch die Weltgeschichte irrlichtert, indem er sein Land trotz gesetzlichen Verbots ohne Deal aus der EU führt. Denn er will ja lieber tot im Straßengraben liegen, als das nicht zu tun. Nach dem neuerlichen Deal, der von Boris Johnson zunächst als großartiger Durchbruch verkauft wurde, ist jedenfalls alles noch immer so offen wie zuvor. Allein die Wahrscheinlichkeit, dass das britische Parlament auch den zweiten Premier vorführt, ist gewachsen. Es sei denn, der nach Trump größte aller Dealer, Boris Johnson, schafft jetzt ein noch viel großartigeres Abkommen mit der nordirischen Protestantenpartei DUP und der oppositionellen Labour Party. Dann, und wohl nur dann, könnten die Briten an Halloween geordnet aus der EU austreten und sich danach weiter mit ihren eigenen Geistern beschäftigen, dann aber ohne uns …

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  • 17.10.2019
    0 MB
    49:47
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    Offensive Innenverteidigung: Die Türkei und ihr Kapitän

    Was passiert eigentlich, wenn ein syrischer Panzer seine Granaten demnächst auf türkisches Gebiet schießt? Ist das dann der Bündnisfall für die Nato, zumal die syrischen Regierungstruppen von den Russen unterstützt werden? Oder eher nicht, weil die Türkei einen Angriffskrieg führt und die Syrer sich nur verteidigen. Jene Syrer, die nur deshalb an ihrer eigenen Grenze operieren, weil die syrischen Kurden Assad zu Hilfe riefen, nachdem sie von Trumps Truppen verlassen wurden. Und was passiert eigentlich in der Türkei? Geht Erdogans Rechnung auf, seine sinkenden innenpolitischen Umfragewerte durch den Angriff auf einen äußeren Feind aufzumöbeln? Zumindest ließ sich die gestärkte Opposition schon mal in Kurden und Türken spalten und dadurch schwächen. Aber auch das ganze Land könnte geschwächt werden, wenn tatsächlich Sanktionen der USA greifen und Investitionen aus der EU ausbleiben.

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  • 16.10.2019
    0 MB
    51:39
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    Bodenlos – Wie wir unsere Existenz untergraben

    Wenn Bauern eine gute Ernte haben, wenn Obst und Gemüse lecker schmecken, dann liegt das am Boden und der Art wie er bearbeitet wird. Guter Ackerboden ist Gold wert, trotzdem wird er immer wieder Bauprojekten geopfert. Es ist ausgerechnet meist der hochwertigste Boden, der versiegelt wird. Gerne auch für Logistikzentren der Lebensmittelindustrie. Dabei ist fruchtbarer Mutterboden eine sehr rare Sache auf der Erde, die wir eigentlich hegen und pflegen müssten, denn ohne gute Böden können wir uns nicht ernähren. Deshalb blicken wir am Welternährungstag zu Boden und würdigen das komplexe Ökosystem zu unseren Füßen.

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  • 15.10.2019
    0 MB
    53:25
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    Justiz und Unabhängigkeit: Das kommt uns spanisch vor

    Angeklagt waren sie wegen Rebellion, was 25 Jahre Gefängnis hätte bedeuten können. Verurteilt wurden sie "nur" wegen Aufruhrs zu neun bis 13 Jahren Gefängnis: die katalanischen Separatisten. Den Straftatbestand der Rebellion gibt es bei uns nicht, weshalb auch das deutsche Gericht, das über die Auslieferung des ehemaligen katalanischen Regierungschefs Puigdemont urteilen musste, ihn frei ließ. Carles Puigdemonts lebt im Exil in Brüssel, seine Weggefährten sitzen aber in Spanien im Gefängnis. Das Urteil über sie spaltet das Land nun wohl endgültig, auch wenn es am Ende vor dem Europäischen Menschenrechtsgerichtshof in Straßburg keinen Bestand hat. Das Urteil wirft auch erneut die Frage nach der Unabhängigkeit der Justiz in Spanien auf - und nach der Verfassung des spanischen Rechtsstaates. Kann es sich ein Land im Europa des 21. Jahrhunderts leisten, dermaßen hart mit einer Bewegung umzugehen, die sich zunächst nur vom allzu engen Gängelband des Zentralstaates lösen wollte? Ist das zukunftsfähig in einem Europa der Regionen?

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  • 14.10.2019
    0 MB
    52:08
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    Mit dem Strom – Wie Streaming unsere Welt verändert

    Wir machen es fast alle: wir nutzen das Internet für mediale Inhalte. Großer Wachstumsmarkt sind dabei die Streamingdienste. Sie bieten Musik und Videos, Hörspiele, Sportereignisse oder auch den Livestream einer Straftat. Diese Angebote haben unser Medienverhalten bereits komplett verändert. Sie verändern aber auch die Inhalte selbst. Musik wird anders komponiert für diesen Markt, Filme anders geschnitten. Denn: Was nicht in wenigen Sekunden die Aufmerksamkeit der Nutzer fesselt, hat es schwer, wahrgenommen zu werden. Woran die Streaming Nutzer selten denken, ist der immense Energieverbrauch der durchs Streamen entsteht. Streamen kann man nur mit Strom und der wird meistens nicht umweltfreundlich erzeugt. Ein "Tag" zu Chancen, Risiken und Nebenwirkungen des Streamens.

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  • 11.10.2019
    0 MB
    52:12
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    Halle und die Brandstifter - Wenn Worten Taten folgen

    Die Spirale der rechten Gewalt dreht sich weiter in Deutschland. Nach Brandanschlägen und Tätlichkeiten folgten gezielte Morde - und jetzt ein paramilitärischer Angriff auf eine Synagoge mit wahllosen Schüssen auf Passanten. Nicht nur die Grenzen des Gesagten verschieben sich immer weiter, nicht nur die Sprache wird immer gewalttätiger, auch die tatsächliche Gewaltanwendung wird brutaler. Und auch wenn es am Ende immer wieder Einzeltäter gewesen sein sollen, die bestenfalls wenige Helfer gehabt haben sollen, so bewegt sich das Ganze doch im Umfeld ausgedehnter und ausgefeilter Netzwerke. Und die reichen längst hinein in die Polizei und die Armee und sie haben auch ihren parlamentarischen Arm. Die geistige Blase der Rechten findet längst nicht mehr nur im Internet statt, sie hat sich ausgedehnt in die Zivilgesellschaft. Dort sitzen die Vordenker, die als Biedermänner daher kommen und beständig daran arbeiten, die Grenzen des Sagbaren zu verschieben, womit dann auch das eben noch Undenkbare möglich wird.

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  • 10.10.2019
    0 MB
    52:35
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    Das doppelte Preischen - ein Drama nach Halbfred Nobel

    Letztes Jahr gab es gar keinen - dafür wird der Literaturnobelpreis in diesem Jahr gleich zweimal vergeben. Die Preisträger müssen sich zwar nicht das Geld, wohl aber den Ruhm teilen. Schuld daran ist die Jury, die sich selbst zum Krimistoff entwickelt hatte. In bester Sex and Crime Tradition leistete sich die Jury einen Skandal. Der Ehemann einer Jurorin wurde wegen sexueller Belästigung und Vergewaltigung verurteilt. Die Taten hatte er in einem Kulturklub begangen, den er mit seiner Frau betrieb und für den sie ihm auch Gelder des Nobelkomitees zugeschoben haben soll. Die Ehefrau musste danach regelrecht genötigt werden, ihren Sitz in der Jury zu räumen. Sie ließ sich ihren Abgang von der Akademie vergolden. Bis heute kassiert sie ein monatliches Salär. Man kann das Erbe Alfred Nobels offenbar nicht nur an preiswürdige Menschen vergeben. Also: Wie arbeiten solche Jurys? Und warum wollen Autoren unbedingt Preise gewinnen? Oder brauchen sie sie sogar? Fragen, die der Tag heute beantworten möchte. Ganz nobel und natürlich nur des Ruhmes wegen, versteht sich.

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  • 09.10.2019
    0 MB
    51:26
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    Iss doch Käse! - Das Listerium der Wurst

    Verrostete Rohre, schimmelige Salami - und am Ende Bakterien in der Wurst. Das liefert eine hessische Wurstfabrik und ist damit womöglich schuld am Tod zweier Menschen und der Krankheit vieler. Die überall verbreiteten Bakterien der Gattung Listeria können auch in eingeschweißten Lebensmitteln überleben und bei deren Verzehr eine Listeriose auslösen, die bei geschwächten Menschen bisweilen tödlich verlaufen kann. Das passiert aber nur, wenn besonders viele der Bakterien aufgenommen werden, wenn die Lebensmittel also regelrecht verseucht sind. "Die Dosis macht das Gift“ hat Paracelsus gesagt. Und so war das wohl auch im Fall der hessischen Wurstfabrik. Was allerdings hätte verhindert werden können, sagt die Organisation Food Watch, weil die hygienischen Missstände bei Produktion und Lagerung der Wurst trotz einiger Warnungen zu spät erkannt und dann auch noch zu spät gemeldet wurden. Einmal mehr ist nun ein Lebensmittelhersteller dicht. Was bleibt sind die Missstände - bei der Kontrolle, bei der Herstellung, beim ganzen Umgang mit unseren Lebensmitteln. Missstände die häufig eine Ursache haben, die immer wieder benannt und nie abgestellt wird: den Kostendruck. Die Frage ist deshalb, wenn’s um die Wurst geht: War es kriminelle Energie oder der ganz normale Alltag in einer Branche die nur eines will: möglichst billig Fleisch produzieren?

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  • 08.10.2019
    0 MB
    54:15
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    Der neue Horst - Innenminister und Außengrenzen

    Horst Seehofer reist nach Ankara. Der deutsche Innenminister verhandelt dort mit den Außenministern. Dann fliegt der deutsche Innenminister nach Athen und spricht dort mit den Migrationsexperten der neuen konservativen Regierung. Und dann verkündet Horst Seehofer einen neuen Plan für die Aufnahme von Bootsflüchtlingen, den er am Dienstag mit den Innenministern der Europäischen Union diskutieren will. Er will den Flüchtlingsdeal der EU mit der Türkei retten. Er will die Aufnahmeländer Griechenland und Italien entlasten. Er will das peinliche Gezerre um auf Hilfsschiffen umherirrende Gerettete beenden. Er will ganz offensichtlich nicht mehr wegschauen. Was ist in diesen Mann gefahren, dass er sich plötzlich von den Hilfsorganisationen bescheinigen lässt, er sei auf dem richtigen Weg, während Unionspolitiker öffentlich auf Distanz gehen? War das ein politischer Alleingang oder ist das neue Regierungspolitik? Gibt es jetzt wirklich einen anderen Umgang der EU mit den Flüchtlingen, oder treibt sie nur die Panik vor der nächsten "Flüchtlingskrise“ an? An der nämlich arbeitet derzeit der türkische Präsident Erdogan, der seine Truppen ins syrische Kurdistan marschieren lässt.

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  • 07.10.2019
    0 MB
    54:22
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    Beste Randlage – der Aufschwung in Portugal

    Wer bei Portugal gleich wieder an Fado denkt, überhört und übersieht, dass da heute eine ganz andere Musik spielt. Und wer im Südwesten Europas sein Armenhaus vermutet, hat nur nicht mitbekommen, dass es in Portugal seit einiger Zeit aufwärts geht. 2011 musste sich das Land mit Griechenland und Irland unter den EU-Rettungsschirm begeben. Eine bürgerliche Koalition legte anschließend ein strenges Sparprogramm auf. Die nachfolgende sozialistische Minderheitsregierung nahm unter misstrauischen Blicken der EU-Partner einige Härten zurück, setzte aber weiter auf Haushaltsdisziplin. Das Ergebnis: das Staatsdefizit schrumpft, die portugiesische Wirtschaft wächst, ebenso das Angebot an Arbeitsplätzen. Die Portugiesen bekommen auch wieder mehr Kinder. Rechtspopulisten spielen in der Politik keine Rolle, obwohl auch die negativen Folgen des Wohlstandes schon spürbar sind: in Lissabon steigen Mieten und Immobilienpreise steil nach oben. Nach der Wahl am 6. Oktober werden wir sehen, wie die Portugiesen das alles finden. Aber unabhängig vom Ergebnis können wir festhalten: aus Portugal kommen derzeit die besten Nachrichten in Europa. Und möglicherweise hat dazu sogar der Fado beigetragen: denn großen Anteil am Aufschwung hat der boomende Tourismus.

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  • 04.10.2019
    0 MB
    54:11
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    Schmerz, lass nach – Die betäubte Gesellschaft

    Ein Indianer kennt keinen Schmerz, heißt ein veralteter Spruch. Da wir aber verletzlich sind, kennen wir ihn eben doch, den Schmerz. Und wir gehen sehr unterschiedlich damit um. Manches lässt sich aushalten, manches schnell mit einer Tablette bekämpfen. Aber es gibt auch Schmerzen, die Menschen an den Rand des Wahnsinns treiben, oder in die Abhängigkeit von schmerzlindernden Substanzen. In den USA hat die leichtfertige Verschreibungspraxis von Opioiden dazu geführt, dass Millionen Menschen in die Sucht getrieben wurden. Täglich sterben dort über hundert Menschen an einer Überdosis. In Deutschland ist man zwar wesentlich vorsichtiger beim Einsatz von Opioiden, aber der Schmerzmittelgebrauch ist in den letzten Jahren stark angestiegen, auch in Deutschland. Trotzdem bekommen nicht alle, die wirklich Linderung bräuchten auch die angemessenen Mittel und andererseits ist zu viel frei verkäuflich. Zeit also, sich dem Schmerz zu stellen.

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  • 02.10.2019
    0 MB
    50:26
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    Die Mauer im Kopf - 30 Jahre nach der Wende

    Wie wurden die Ostdeutschen, was sie sind? Hinter dieser Frage verbirgt sich mehr als man auf den ersten Blick meint. Denn im Umgang mit der DDR wird eine Reihe verpasster Chancen zur geschichtlichen Aufarbeitung deutlich. Es gab keine Entnazifizierung. Im Gesellschaftsbild der DDR kamen alte Nazis einfach nicht mehr vor. Und nach der Wende investierte man kaum Energie in die Aufarbeitung der sozialistischen Diktatur, weil man diese Energie dazu brauchte, mit dem Neuen zurecht zu kommen. Eine Gesellschaft entstand, deren einzige Konstante der Wandel war und für die der Bruch zur grundlegenden Erfahrung wurde. Wo sind die "Zonenkinder“ von damals heute? Was bestimmt ihre Perspektive? Und ist der kulturell-gesellschaftliche Graben zwischen Ost und West immer noch so tief, dass man darin versinken kann?

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  • 01.10.2019
    0 MB
    50:44
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    Der Traum vom Durchregieren - 70 Jahre Volksrepublik China

    Am 1. Oktober 1949 rief Mao Zedong die Volksrepublik China aus. Seitdem ist viel passiert. Inzwischen ist das Reich der Mitte zu einer Weltmacht geworden. Wirtschaftlich und militärisch. Die Militärparade zur Feier des Jubiläums wird gigantisch. Genauso wie der nach nur vier Jahren Bauzeit gerade fertig gestellte, neue Flughafen in Peking. An China kommt keiner mehr vorbei. Das Projekt der Neuen Seidenstraße reicht bereits bis nach Europa. China hat Geld, Arbeitskräfte und eine kommunistische Partei, der alles untergeordnet ist. Dabei hat sich ein durchaus kapitalistisches System etabliert, gepaart mit totaler Überwachung und einer riesigen Kluft zwischen arm und reich. Staatspräsident Xi Jinping hat seine Macht systematisch ausgeweitet. Wie geht das weiter? Wohin strebt China? Und wie können wir dem Land begegnen?

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  • 30.09.2019
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    50:38
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    Rechter Terror. Die Netze der Neonazis

    Beate Zschäpe hat einen schönen Blick aus ihrer Zelle im Chemnitzer Frauengefängnis. Sie schaut ins Grüne. Noch ist sie Untersuchungsgefangene, ihr Urteil noch nicht rechtskräftig. Im Juli vergangenen Jahres wurde sie zu lebenslanger Haft mit besonderer Schwere der Schuld verurteilt. Wegen zehnfachen Mordes, Mordversuchs, Brandstiftung und Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung, dem "Nationalsozialistischen Untergrund“, NSU. Der habe, so das Gericht bei der Urteilsverkündung, aus drei Personen bestanden, u.a. Zschäpe. Das Gericht konnte keine Strukturen erkennen, die die zehn Morde des NSU unterstützt oder vielleicht sogar erst möglich gemacht hatten. Seit der Urteilsverkündung hat sich eine neue rechte Terrorgruppe gebildet: "Revolution Chemnitz“. Sie besteht aus acht Männern im Alter zwischen 21 und 31 Jahren. Sie sollen unter anderem Anschläge in Berlin geplant haben, gegen Ausländer und politisch Andersdenkende. Es sollte der Auftakt für eine Anschlagserie in Deutschland sein. Ihr Ziel: kein geringeres als einen Bürgerkrieg und im Folgenden eine Revolution anzuzetteln. Ihnen wird nun der Prozess gemacht. Wer dachte, nach dem NSU Urteil habe sich das Problem der rechten Gewalt in Deutschland erledigt, der irrt. Die Gefahr ist nicht vorbei. Sind die Verfassungsschutzbehörden noch immer auf dem rechten Auge blind?

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  • 27.09.2019
    0 MB
    52:44
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    Mr. Fake und die Wahrheit – Trump und der Whistleblower

    Hat der Präsident der Vereinigten Staaten den der Ukraine unter Druck gesetzt? Donald Trump soll belastendes Material über Joe Biden, seinen Widersacher in spe, gefordert haben. Arbeitet Trump schon an der Manipulation des nächsten Präsidentschaftswahlkampfes? Die veröffentlichte Abschrift des Telefonats zwischen Washington und Kiew nährt Vermutungen, bringt aber keine Belege. Warum will dann die mächtige Demokratin Nancy Pelosi jetzt doch ein Amtsenthebungsverfahren gegen den Präsidenten? Bis eben hielt sie das immer für aussichtslos. Was hat sich geändert? Den Unterschied macht wohl der Whistleblower, der der Opposition im Kongress mehr erzählen kann, als das Weiße Haus zugeben möchte. Den Unterschied machen immer wieder die Whistleblower, die sich aufraffen und Geheimnisse verraten, die von den diversen Mächtigen dieser Welt lieber unter Verschluss gehalten werden. Viele Skandale sind von Männern und Frauen aufgedeckt worden, die ohne Rücksicht auf das eigene Fortkommen im Dienste der Allgemeinheit handelten. Wofür ihnen üblicherweise nicht gedankt wird. Im Gegenteil: Den Whistleblowern droht Verfolgung und Bestrafung, sie sind oft ungeschützt der Rache der Systeme ausgesetzt, die sie vorgeführt haben.

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  • 26.09.2019
    0 MB
    54:05
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    #MeToo lebt! Mit wem ist die Macht?

    Der weltweit gefeierte Opernstar Plácido Domingo hat alle Auftritte in der New Yorker Metropolitan Opera abgesagt. Als Generaldirektor der Oper Los Angeles war er zuvor schon beurlaubt worden, bis die Vorwürfe der sexuellen Belästigung gegen ihn aufgeklärt sind. Vor zwei Jahren hatte die New York Times über sexuelle Nötigungen und Vergewaltigung durch den Filmproduzenten Harvey Weinstein berichtet und damit die Bewegung "#MeToo“ ausgelöst. Seitdem haben sich viele Frauen als sexuell Genötigte und Missbrauchte geoutet. Seitdem ist vieles anders geworden im Verhältnis der Geschlechter. Mancher Mann, der seine Macht missbraucht hatte, wurde öffentlich angeklagt und musste gehen. Andere bangen vielleicht noch, dass auch ihre Nötigungen auffliegen könnten. Viele werden wohl vorsichtiger geworden sein und nicht mehr jede Situation ausnutzen, wie sie das noch vor wenigen Jahren getan hätten. Aber an den Strukturen und den Machtverhältnissen, die diese Männer in der Vergangenheit genutzt haben, hat sich nicht viel oder gar nichts geändert. Was ist also geworden aus "#MeToo“? Hat die Kampagne tatsächlich einen Wandel eingeleitet, oder kann es für Frauen in den typischen Situationen gefühlter oder tatsächlicher Abhängigkeit immer noch jederzeit heißen: You too?

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  • 25.09.2019
    0 MB
    53:49
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    Sind wir noch zu retten? Die neue deutsche Abstiegsangst

    Wenn man Menschen in Deutschland fragt, wo sie politisch stehen, dann sagen die meisten: In der Mitte. Nur etwas mehr als zehn Prozent bezeichnen sich selbst als Linke und nicht einmal sechs Prozent der Deutschen sagen von sich, dass sie am rechten politischen Rand stünden. Ähnliche Antworten gibt es auch, wenn wir gefragt werden, in welcher Gesellschaftsschicht wir uns ansiedeln. Kaum einer will arm und fast keiner reich sein. Wir alle sind irgendwie Mittelstand oder wollen es wenigstens sein. Wenn aber nun die über achtzig Prozent in der Mitte von Angst geplagt sind, dann hat Deutschland offenbar ein Problem: Die Angst vor dem Abstieg - gesellschaftlich, international, überhaupt. Dabei geht es den meisten von uns so gut wie noch nie - und dennoch oder gerade deshalb plagt viele diese Angst. Genau die wollen uns Herfried und Marina Münkler nehmen. In ihrem neuen Buch "Abschied vom Abstieg“ entwerfen sie eine Agenda für Deutschland und wir machen einen "Tag“ dazu und hören, was jetzt zu tun ist.

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  • 24.09.2019
    0 MB
    52:39
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    Endstation Urlaub? Cooks letzte Fahrt

    Als der Baptistenprediger und Verleger christlicher Schriften Thomas Cook 1841 seine erste Zugfahrt organisierte, ahnte er vielleicht selbst noch nicht, dass er damit ein Erfolgsmodell kreierte. Anders als sein Namensvetter James Cook entdeckte Thomas keine Inseln, sondern den Pauschaltourismus. Er führte Touristen in Gruppen durch aller Herren Länder und diese durchorganisierten Rundreisen sollten bald zum Renner werden. Im Jahr 1900 war Thomas Cook - dann mit den Söhnen in der Unternehmensführung - https://de.wikipedia.org/wiki/Thomas_Cook_and_Sonweltweit Marktführer in der Reisebranche. Seit 1919 führen die Reisewege durch die Luft. Und jetzt die Bruchlandung, Cook hat den Wandel der Branche verschlafen. Zu allererst ist die Pleite eine Katastrophe für die gestrandeten Urlauber. Aber die Auswirkungen gehen noch weiter. Das Vertrauen der Urlauber in ihre Buchungen ist grundsätzlich erschüttert, Reisebüros droht die Existenznot, Kooperationspartner aus der Reisebranche könnten mit in den Abgrund gerissen werden. Droht ein Erdbeben der gesamten Reisebranche?

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  • 23.09.2019
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    53:58
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    Kurz weg und wieder da? Österreich vor der Wahl

    Sicher ist: die parteilose Verfassungsrichterin Brigitte Bierlein wird nach der Nationalratswahl nicht mehr lange Bundeskanzlerin von Österreich sein. Sehr wahrscheinlich ist: ihr Nachfolger wird ihr Vorgänger sein. Die ÖVP von Sebastian Kurz liegt deutlich vorne. Die FPÖ verliert trotz Ibiza-Affäre erstaunlich wenig. Auch die SPÖ verliert, die Grünen und die liberalen NEOS legen zu. Sebastian Kurz könnte sich also aussuchen, mit wem er koalieren möchte. Aber wer möchte mit ihm koalieren? Ein Motto im Wahlkampf ist "Alle gegen Kurz“, mit üblen Gerüchten über eine Pornovergangenheit, Spott über eine etwas liebedienerische Biographie und einem Hackerangriff, samt Enthüllungen zum grenzwertigen Umgang der ÖVP mit Spenden. Ein weiteres Motto ist "Kurz gegen alle“, der Ex-Kanzler inszeniert sich als Opfer von Kampagnen, spielt immer wieder seine Popularität aus und lässt die Wahl als lästige Pflichtübung erscheinen, damit er endlich wieder regieren kann. Sachthemen spielen eine eher geringe Rolle, und man könnte sich schon fragen, wozu ein medial intensiver, manche sagen auch, schmutziger Wahlkampf geführt werden muss, nur damit sich nicht viel ändert. Aber vielleicht unterschätzen wir unsere Nachbarn in diesem Punkt.

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  • 20.09.2019
    0 MB
    49:21
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    Aufgeheizte Erde – kühler Kopf: Wer rettet das Klima?

    "I want you to panic" - mit diesem Slogan ist die schwedische Klimaschützerin Greta Thunberg im Januar vor das Weltwirtschaftsforum getreten. Die "Fridays for future"-Bewegung macht Druck und das bereits seit einem Jahr. Die Berliner Politiker haben in dieser Zeit um ein längst überfälliges Klimaschutzgesetz gerungen, der Klimawandel beherrscht mediale und politische Debatten wie nie zuvor. "Fridays for future" ist größer geworden, zu den Klimaschutzforderungen kamen allgemeine ökologische hinzu, aber genau das birgt neue Herausforderungen. Mit Vereinnahmungsversuchen von Kapitalismuskritikern bis Wirtschaft, Kritik und Häme nicht nur von rechts muss die Bewegung umgehen und wirkt dabei gelegentlich gebeutelt. Erste Protestler wenden sich ab, neue Bündnisse werden gegründet. Bei einem Teil der Demonstranten wächst die Wut und das steigert die Bereitschaft zu aggressiveren Forderungen. Der andere kämpft mit Frust und Hoffnungslosigkeit angesichts der Weltuntergangsszenarien und Verzichtspredigten und bekommt wirklich Panik. Und die war noch nie ein guter Ratgeber. Was mit Schülerprotesten begann, wurde zur Klimabewegung - Droht dieser jetzt die Spaltung?

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  • 19.09.2019
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    51:29
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    Dein Feind und Helfer – Rechtsextreme bei der Polizei

    Am Anfang stehen Morddrohungen gegen eine Frankfurter Rechtsanwältin und ihre Tochter, unterschrieben mit "NSU 2.0". Sie bringen die Polizei auf eine Spur, die bei ihr selber endet. Ein Kreis Frankfurter Polizistinnen und Polizisten fliegt auf, die sich rechtsextreme Botschaften zuschicken. Im Juni 2019 wird ein Beamter aus diesem Kreis verhaftet, unter dem Verdacht, die Drohschreiben mitverfasst zu haben. Das ist abstoßend genug, aber einige weitere Vorkommnisse haben den Verdacht erregt, dass es sich nicht um Einzelfälle handeln könnte. Gegen weitere hessische Polizisten wird ermittelt - zwei Beamte aus dem mittelhessischen Kirtorf sollen den Hitlergruß gezeigt haben, ein Dieburger Polizist hat Daten an eine Neonazi-Frau weitergeleitet und ist inzwischen verurteilt. Die konkreten Fälle vermischen sich mit einem diffusen Verdacht, der vor allem im Zusammenhang mit den NSU-Morden entstanden ist: dass die Behörden rechtsextreme Gewalt übersehen oder nicht entschlossen verfolgen. Die zögerliche Informationspolitik der hessischen Landesregierung gibt solchen Mutmaßungen weitere Nahrung. Gibt es bei der Polizei rechtsradikale Netzwerke? Oder zumindest eine Neigung, rechtsextreme Kollegen zu decken? Der Verdacht ist nicht neu, denn Polizisten wird generell gerne eine Gesinnung rechts der Mitte unterstellt. Lässt er sich bestätigen - oder entkräften?

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  • 17.09.2019
    0 MB
    54:55
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    Schnell noch tanken! Eskalation am Golf

    Nein, natürlich sind unsere finanziellen Sorgen als Autofahrer nicht die bedrohlichste Folge des Drohnenangriffs auf eine saudische Ölraffinerie. Aber sie zeigen, wie schnell diese Folgen im Alltag ankommen könnten: Der Ölpreis könnte massiv ansteigen und die ohnehin schwächelnde Weltwirtschaft endgültig in eine Rezession treiben. Aus dem Krieg im Jemen könnte ein größerer Krieg im Nahen Osten werden. Und der Iran könnte mit vergleichsweise bescheidenen Mitteln seine Machtposition dort ausbauen. Denn ob nun die jemenitischen Huthi-Rebellen auf eigene Faust angegriffen haben oder auf Anordnung aus Teheran: eine so wirkungsvolle Attacke mit einer relativ billigen Drohne lässt das Potential einer Kriegsführung ahnen, die die klassischen militärischen Machtverhältnisse unterläuft. Der Iran weist die Vorwürfe zurück, hinter der Attacke zu stehen, und lehnt Verhandlungsangebote ab. Donald Trump fällt außer den üblichen Drohungen auf Twitter nichts ein. Sein Außenminister Pompeo spricht von einem "beispiellosen Angriff auf die Weltenergieversorgung". Aber wie soll sich eine Welt verteidigen, die schon bisher nicht in der Lage war, regionale Konflikte einzuhegen? Haben es die Huthi-Rebellen in der Hand, eine Weltwirtschaftskrise auszulösen? Dann sollten wir vielleicht doch schnell noch tanken. Oder gleich das Fahrrad wintertauglich machen.

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  • 16.09.2019
    0 MB
    53:50
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    Lethargie im Gleisbett – Was die Bahn verschlafen hat

    Wenn wir ein klimafreundliches Verkehrskonzept auf den Weg bringen wollen, dann spielt die Bahn darin eine Hauptrolle. Darauf ist sie aber schlecht vorbereitet. Es ist jetzt 25 Jahre her, dass das Staatsunternehmen zu einem privatrechtlich organisierten Wirtschaftsunternehmen wurde. 5 Jahre später sollte der Börsengang kommen, aber daraus wurde nichts. Trotzdem sollte die große Reform der Bahn einen Innovationsschub geben. Vermeintlich unrentable Strecken wurden stillgelegt, die Belegschaft wurde halbiert, neue Hochgeschwindigkeitsstrecken gebaut. Aber ein Erfolgsmodell sieht anders aus: Die Bahn kämpft nach wie vor mit Verspätungen, maroden Gleisen und Engpässen bei den Zügen. Die Schuldenlast des Unternehmens bricht Rekorde, nicht zuletzt wegen Stuttgart 21. Wohin geht die Reise für ein Schlüsselunternehmen der Verkehrswende?

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  • 13.09.2019
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    53:04
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    Pfeif' auf Stress und Eile! Ein Lob der Langeweile

    "Die Deutschen haben verlernt, ihre Freizeit zu genießen." Das ist die Botschaft einer neuen Studie mit dem Namen "Freizeit-Monitor 2019". Und in dieser Botschaft stecken gleich mehrere Fragen: Warum haben wir Deutsche verlernt, unsere Freizeit zu genießen? Weil wir nicht smart genug sind, uns aus der Sklaverei unseres Smartphones zu befreien, wie die Studie meint? Ist Freizeit tatsächlich etwas, dessen Genuss man erst lernen und üben muss? Oder stehen nur wir Deutsche vor dieser Herausforderung, während alle anderen intuitiv und von Geburt an wissen, wie man Freizeit genießt? Haben wir vor lauter Stress vergessen, wie sich Freizeit überhaupt anfühlt? Fremdeln wir mit Freizeit, weil wir alles erleben wollen, nur keine Langeweile? Und sträuben wir uns gegen Langeweile, weil wir nicht wahrhaben wollen, wie gut sie uns täte?

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  • 12.09.2019
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    53:57
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    Operieren am offenen Geldbeutel - Woran unser Gesundheitswesen krankt

    Es läuft etwas schief in unserem Gesundheitswesen. Da ist zum Einen die Personalnot. Insbesondere bei Pflegekräften kann man von einem Notstand sprechen. Es gibt bereits Kliniken die ihre Intensivstationen nicht voll nutzen können, weil sie einfach nicht genügend Personal haben, um die Schwerstkranken zu betreuen. Die Versorgung in unseren Krankenhäusern wird immer schlechter, aber die Betreiber verdienen gut daran. Muss ein Krankenhaus überhaupt gewinnorientiert arbeiten? Ist es nicht unmoralisch mit Krankheit Überschüsse zu erwirtschaften und bei der Patientenversorgung darauf zu achten, ob es sich auch wirklich rechnet? Und dann ist da noch die Pharmaindustrie, eine Branche die so viel Gewinn macht wie keine andere, auch weil sie Wirkstoffe, die kaum was kosten, zu horrenden Preisen verkauft. Vom internationalen Geschäft ganz zu schweigen.

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  • 11.09.2019
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    52:50
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    Totalschaden? Die Automobilindustrie vor dem Crash

    Es ist das Rückgrat der Wirtschaft und Statussymbol eines ganzen Landes - was das Auto für Deutschland bedeutet, lässt sich wohl kaum erahnen. Am hellsten strahlt sein (Mercedes)-Stern zur IAA in Frankfurt. Doch vor der diesjährigen Ausgabe der Automobil-Messe liest man nur von den Protesten und Problemen. Umweltverbände fordern das Aus für den SUV, die Konsumenten sehnen sich nach neuen Modellen der Stadtpanzer und eine Politik ohne Lenker redet munter von der Verkehrswende. Die Automobilbranche weiß zwar, dass sie umsteuern muss, aber nicht wirklich wie und schon gar nicht wohin. Die IAA selbst spürt diese Probleme auch. Ihre Ausstellungsfläche ist im Vergleich zu 2017 um 16 Prozent geschrumpft. Ein Sinnbild für die ganze Branche? Wohin fährt das Auto in Zukunft? Und wer hat einen Airbag dabei? Zum Start der IAA sucht Der Tag nach den Antworten.

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  • 10.09.2019
    0 MB
    53:28
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    Verwählt? Warum ein NPD-Mann Ortsvorsteher wurde

    Ein NPD-Mitglied wird zum Ortsvorsteher. Wie konnte das passieren? Das fragen sich heute nicht nur hessische Bürger, sondern auch einige, die im Ortsbeirat der Waldsiedlung in Altenstadt für ihn gestimmt haben. Was war da los? Tatsächlich wird der NPD-Mann Jagsch als ein alteingesessener, kollegialer und ruhiger Bürger beschrieben, dass er Mails verschicken könne, habe für ihn gesprochen. Und tatsächlich war der Vize-Chef der hessischen NPD der Einzige, der sich um den Posten des Ortsvorstehers bewarb. Dass Jagsch schon mehrfach im hessischen Verfassungsschutzbericht auftauchte und für die NPD bei Bundestagswahlen kandidierte, spielt da dann nur eine nachgelagerte Rolle. Denn die Kommunalpolitik hat Nachwuchsprobleme. Da greift die Strategie der Rechtsextremen in Altenstadt wie auch in anderen Regionen: Der nette Nazi von nebenan gewinnt politischen Einfluss über die Kommunalparlamente. Ein NPD-Ortsvorsteher - das Ergebnis eines demokratischen Prozesses oder Gefahr für die Demokratie?

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  • 09.09.2019
    0 MB
    53:26
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    "Grüner Knopf“, der richtige Hebel? Wie man Unternehmen in die Pflicht nimmt

    Die einen tragen die Kleidung. Andere tragen die Last, wenn sie unsere Kleidung weit entfernt von uns in Asien eigenhändig herstellen, unter Bedingungen, die alles andere als menschlich sind. Die Verantwortung dafür tragen Textilunternehmer, die dieser Verantwortung auch nicht annähernd gerecht werden. Genau das muss sich ändern - am liebsten auf Knopfdruck. Meint auch die Bundesregierung - und will nun mit dem "Grünen Knopf" Druck ausüben auf die Textilproduzenten dieser Welt. Ein staatliches Gütesiegel, das nur bekommen soll, wer bei seinen Produktionsbedingungen ganz bestimmte Standards erfüllt. Die zu kontrollieren, dürfte aber schwierig sein. Auch das Rana Plaza in Bangladesch war ein TÜV-geprüftes Gebäude, bevor es 2013 einstürzte und viele ausgebeutete Arbeitskräfte dabei ums Leben kamen. Grün ist die Farbe der Hoffnung. Aber zu welchen Hoffnungen berechtigt das neue staatliche Gütesiegel in dieser Farbe?

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  • 06.09.2019
    0 MB
    53:06
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    Wer hat das Wort? Eine kleine Parlamentsstunde

    Das Parlament soll unsere Gesetze verabschieden und ansonsten Ruhe geben. So hätten es wohl die meisten Regierenden am liebsten. Und einer von ihnen, der britische Premierminister Boris Johnson, zögerte nicht, das Parlament insgesamt zu verabschieden - in eine verlängerte Sommerpause - damit die Abgeordneten ihm nicht länger als nötig dazwischen reden. Genau das ist aber ihre vornehmste Aufgabe: Das Wort zu ergreifen, Fragen zu stellen, Beschlüsse zu fassen, zu debattieren, zu intervenieren, zu kontrollieren. "Nicht die Regierung hält sich ein Parlament, sondern umgekehrt", hat Norbert Lammert gesagt, als er noch Bundestagspräsident war, und hinzugefügt: "Hier schlägt das Herz der Demokratie oder es schlägt nicht." Aber je nach Parlament kann dieses Herz sehr unterschiedlich schlagen: Unterschiedlich stark, unterschiedlich schnell, unterschiedlich laut. Prüfen wir es also auf Herz und Nieren, das Parlament an sich in seinen vielen nationalen Varianten. Auch unseren Bundestag, dessen Herz morgen vor genau 70 Jahren zu schlagen begann.

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  • 05.09.2019
    0 MB
    52:18
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    Faulender Kompromiss. Wie lange hält der Türkeideal?

    Die Zahl der Migranten und Flüchtlinge, die auf den griechischen Ägäis-Inseln ankommen, steigt. So sehr, wie seit 2016 nicht mehr. Sie brechen von der türkischen Küste auf. Eine lebensgefährliche Überfahrt. In den völlig überfüllten Lagern auf den Inseln sitzen bereits Zehntausende fest, oft monatelang, bevor über ihre Asylanträge entschieden wird. Die Zustände dort sollen erbärmlich sein. Krankheiten breiten sich aus. Immer wieder wird von gewalttätigen Auseinandersetzungen berichtet. Der neue griechische Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis hat Sofortmaßnahmen ergriffen. Er lässt jetzt Migranten aufs Festland in andere Aufnahmelager bringen. Aber auch diese Lager stehen bald vor Engpässen. Warum kommen plötzlich so viele Menschen wieder über das Meer? Das Wetter spielt mit. Das EU-Türkei Abkommen scheint also seine Wirksamkeit zu verlieren. Im März 2016 wurde festgelegt, dass alle Migranten, die von der Türkei aus gestartet waren, um auf die griechischen Inseln zu gelangen, wieder in die Türkei zurückgeführt werden sollen. Dafür bekam das Land Milliarden Euro. Jetzt schiebt die Türkei syrische Flüchtlinge gegen ihren Willen wieder nach Syrien ab. Mitten in den Krieg. Steht das Abkommen nun vor dem Scheitern?

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  • 04.09.2019
    0 MB
    55:04
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    Alle Menschen werden Bürger – Karriere eines Begriffs

    "Ein bürgerliches Trauerspiel" - so nennt Schiller sein Stück "Kabale und Liebe". Und vielleicht könnte uns heute ein Stück weit von diesem Manne geholfen werden. Denn im politischen Spiel haben jetzt viele ihre Liebe zum Bürgerlichen entdeckt. Indem sie bürgerliche Koalitionen beschwören und darüber streiten, wer dazu gehört und wer nicht. Allein schon das Wort stiftet große Verwirrung. Denn wer steckt drin, wo "bürgerlich" draufsteht? Der Klein- oder Groß-, der Spieß- oder Staatsbürger? Was befähigt oder berechtigt uns, Bürgerinnen und Bürger genannt zu werden? Und wenn das Wort eine Schmähung ist, womit haben wir sie verdient? Was verleiht uns einen bürgerlichen Anstrich und was ist unsere erste Bürgerpflicht? Die verschiedensten Sichtweise haben sich da eingebürgert, und so ist heute genau der richtige TAG für eine Bürgersprechstunde.

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  • 03.09.2019
    0 MB
    54:02
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    Tschuldigung! Namibia wartet. Deutschland zögert.

    Wer einen Fehler macht, sollte sich entschuldigen. Deutschland aber tut sich schwer mit einer Entschuldigung, was den Völkermord an den Herero und Nama in Namibia betrifft. Dieser liegt über 100 Jahre zurück und fällt in die Zeit des Kaiserreichs. Eine offizielle Entschuldigung steht immer noch aus, nach jahrelangen Diskussionen. Sie hätte politische Folgen für Deutschland. Sich zu entschuldigen, heißt haften, entschädigen, wieder gut machen. Doch Deutschland fürchtet sich vor Reparationszahlungen und setzt zum Ausgleich auf Entwicklungshilfe. Spricht lieber von einer historisch-moralischen Verantwortung, anstatt von Entschuldigung. Seit 2015 laufen die Gespräche zwischen Berlin und Windhuk meist hinter verschlossenen Türen, was viele Nachfahren der Opfer verärgert. Die Reise von Entwicklungsminister Gerd Müller nach Namibia sollte die Verhandlungen zu einem Ende bringen. Weit gekommen scheint er damit nicht.

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  • 02.09.2019
    0 MB
    54:48
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    Schöne neue Demokratie – Die Wahlen im Osten

    Jetzt haben wir sie, die Gemengelage in den Landtagen von Sachsen und Brandenburg. Ein buntes Gemisch aus den Zutaten derer, die das Volk sind. Sie haben die Mengenverhältnisse bestimmt und die verschiedensten Elemente in zwei Plenarsäle geworfen - anziehende und abstoßende oder je nach Standpunkt auch beides in einem. Jetzt wird sich zeigen, ob Verbindungen daraus entstehen - stabile oder flüchtige, heilsame oder giftige - und wie weit überhaupt die Experimentierfreude geht im Osten unserer Republik, einem Demokratielabor der besonderen Art. Chemie ist, wenn es kracht und stinkt. Aber Politik genügt hoffentlich höheren Ansprüchen. Schauen wir also auf die Versuchsanordnung.

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  • 30.08.2019
    0 MB
    50:01
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    Reden hilft! Vom Umgang mit Feinden

    Wie umgehen mit unversöhnlichen Positionen, mit Menschen, die hassen? Zum Beispiel mit Neonazis oder anderen Extremisten. Härte zeigen und zurückschlagen oder aus der eigenen Filterblase heraus in den Dialog treten? Wie aber sich öffnen und miteinander reden, wenn die andere Seite nicht will? Oder die Haltung der Gegenseite der eigenen so wenig entspricht? Wo liegen die Grenzen der Verständigung? Die Hirnforschung zeigt, wenn wir einen Menschen mögen oder er uns freundlich begegnet, uns anlächelt, dann spiegeln wir sein Verhalten. Auch Empathie kann man lernen. Wenn wir in Kontakt kommen, mit denen die uns fremd sind, die wir ablehnen und vielleicht nicht einmal wissen, warum. Dann kann es passieren, dass der einstige Feind zum Menschen oder vielleicht sogar zum Freund wird. Das klappt nicht immer, aber auf diese Weise hat ausgerechnet der Krieg schon so manches positive Gesellschaftsexperiment gegen den Hass geboren.

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  • 29.08.2019
    0 MB
    51:12
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    Tea Time bis Oktober - Zwangspause als politische Strategie

    Welche überraschende Pause! Was Menschen im Allgemeinen beglückt, ist für die britischen Oppositionspolitiker ein massiver Angriff. Premier Johnson will das Parlament bis zum 14. Oktober aussetzen lassen. Dann hätte die Opposition kaum mehr Zeit für ihren Plan, einen ungeregelten Brexit zu verhindern. Die politische Strategie Johnsons liegt auf der Hand. Die Opposition ist empört. Noch nicht einmal der Parlamentspräsident war informiert, er nennt den Schritt Johnsons einen „Frevel gegen die Verfassung“. Aber auch die britische Opposition hat eine Strategie: Misstrauensvotum, Regierungsübernahme, Neuwahlen, neues Referendum. Das Strategiespiel läuft - Nichts Neues in der Politik. Aber wo überdehnen politische Ränkespiele die Grenzen der Demokratie? Fairness war gestern, erst recht beim Brexit.

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  • 28.08.2019
    0 MB
    53:23
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    Eine kleine Volkszählung – wenn Herkunft zum Makel wird

    Fast jeder Vierte in Deutschland hat einen Migrationshintergrund. Kaum war die Zahl des aktuellen Mikrozensus in der Welt, zählte sie zu den Top-Themen auf Twitter. Was zeigt, wie emotional dieses Thema ist. Aber was sagt uns dieser Hintergrund über die 20,8 Millionen Menschen eigentlich genau? Wer ist gemeint? Abgesehen davon, dass diejenigen dazu gezählt werden, die selbst oder mindestens einen Elternteil haben, das nicht mit deutscher Staatsangehörigkeit geboren wurde. Eigentlich sollte die Kategorie mehr Klarheit zwischen Deutschen, Ausländern und ihren Nachkömmlingen schaffen, Diskriminierungen sichtbar und beobachtbar machen. Bewirkt hat sie im Laufe der Jahre genau das Gegenteil. Kritisiert wird nicht nur das Verfahren, auch gilt die Frage nach dem Migrationshintergrund vielerorts als Abgrenzungs- und Ausgrenzungskriterium. Der Hintergrund als Makel. Und dann wäre da noch die Frage, wann er biografisch gesehen eigentlich aufhört.

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  • 26.08.2019
    0 MB
    55:18
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    Rückkehr der Raketen – Das globale Wettrüsten

    "USA und Russland werfen sich gegenseitig Wettrüsten vor“. Das ist die Sorte Schlagzeile, die eher Achselzucken auslöst. Natürlich tun sie das, das haben sie doch schon immer getan. Die USA testen Mittelstreckenraketen, die Russen beschweren sich. Die Russen testen möglicherweise sogar Nuklearraketen, darauf deutet ein schwerer Unfall auf einem Militärgelände hin. Donald Trump protzt daraufhin mit der technischen Überlegenheit der eigenen Raketen. Aber dem verbalen Wettrüsten entspricht weltweit ein tatsächlicher Anstieg der Rüstungsausgaben. China rüstet auf, Japan rüstet gegen die chinesische Bedrohung auf. Die osteuropäischen Staaten rüsten gegen die russische Bedrohung auf und ermahnen Deutschland, doch gefälligst auch mehr für das Militär auszugeben, was die USA schon lange fordern. Auf allen Seiten rechnet man offenbar mit militärischen Konflikten. Auch mit nuklearen? Der INF-Vertrag über nukleare Mittelstreckenraketen ist seit dem 2. August außer Kraft. Alle warnen vor einem neuen atomaren Wettrüsten - an dem natürlich die anderen schuld wären. Die Raketen kommen zurück, und bei der Gelegenheit fällt auf, dass sie eigentlich nie weg waren.

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  • 23.08.2019
    0 MB
    51:42
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    Games People Play – wie Computerspiele die Welt verändern

    "Mensch ärgere Dich nicht“ und andere Spiele am großen Tisch. So kennen viele das aus ihrer Kindheit. Heute sieht das anders aus und die Spiele heißen Games. Und die sind ein riesiger Markt. Das haben Viele noch gar nicht auf dem Schirm. Im wahrsten Sinne des Wortes. Dabei vereinigt doch der Computerbildschirm auf einzigartige Weise nicht nur in sich Brett und Spielfiguren, sondern Computerspiele vereinigen zugleich ihre Teilnehmer, ohne dass die um ein und denselben Tisch versammelt sein müssen. Die Spielewelt ist gigantisch geworden. Auch für Computerspiele gilt, was Schiller einst gesagt hat: "Der Mensch ist nur da ganz Mensch, wo er spielt". Aber wie man bei jedem Spiel erst mal die Regeln studieren sollte, so empfiehlt es sich zu untersuchen, was alles im Spiel ist in der Welt der Games und was sie mit und aus uns Menschen machen. Die GamesCom in Köln bietet dafür gerade das Spielfeld.

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  • 22.08.2019
    0 MB
    52:57
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    Grönland – Das gönn ich mir!

    "Im Grunde wäre es ein großes Immobiliengeschäft“, meint Donald Trump. Da hatte er gerade mit seinen Beratern über die Möglichkeit gesprochen, Grönland zu kaufen. Verkäufer wäre in diesem Fall Dänemark, aber die Dänen wollen das Filetstück in bester Nordatlantiklage mit strategischem Potential und höchstens ein wenig Sanierungsbedarf nicht herausrücken. Trump ärgerte das so sehr, dass er gleich mal seinen Dänemark-Besuch abgesagt hat. Denn die Vereinigten Staaten hatten bisher ein gutes Händchen bei solchen Geschäften: 1803 erwarben sie von Frankreich die Kolonie Louisiana, ein Viertel des heutigen Staatsgebietes, und 1867 kauften sie noch mal eben Alaska dem finanziell klammen russischen Reich ab - voll mit Bodenschätzen und militärisch sehr günstig gelegen. Florida war im Austausch gegen andere Gebiete von den Spaniern zu haben, und sogar den Dänen haben die USA schon mal Land abgekauft: aus den drei Inseln der Kolonie Dänisch-Westindien wurden so 1917 die Amerikanischen Jungferninseln. Generell galt in der frühen Neuzeit, als sich die heutigen Staatsgebiete bildeten: was du nicht erobern kannst, das musst du eben tauschen oder kaufen. Es handelt sich beim Immobilienhandel mit Ländern also offenbar um ein friedliches Instrument der sonst eher konfliktträchtigen Geopolitik. Wäre es nicht an der Zeit, es wieder damit zu versuchen?

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  • 21.08.2019
    0 MB
    52:29
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    Zwei wie Pech und Schwafel - Die Pärchenlüge in der Politik

    Olaf Scholz bewirbt sich um den SPD-Vorsitz. Wie jetzt? Ganz allein? Als Einzelkandidat? Das kann nicht sein! Ist auch nicht so. Denn mit etwas Verzögerung hat sich nun doch noch eine Frau für Scholz gefunden, mit der er zwar nicht die Ehe, aber sehr wohl eine männlich-weibliche Doppelspitzen-Partnerschaft eingehen kann. Zwar ist eine Doppelspitze in der SPD noch gar nicht offiziell beschlossen, noch nicht einmal im Prinzip. Aber die Abstimmung darüber ist längst zu einer Abstimmung mit den Füßen geworden - mit jeweils vier Füßen - und kaum einer oder eine traut sich noch, allein anzutreten. Andere Parteien haben schließlich schon lange ein Pärchen nach dem anderen an der Spitze. Und auch unsere ganze Gesellschaft funktioniert vorzugsweise pärchenweise. Aber könnte sich der Weg zur politischen Spitzen-Paarung nicht auch als Holzweg erweisen? "Ihr denkt, ihr seid im Märchen, und seid nur blöde Pärchen", heißt es in dem Lied "Die Pärchenlüge" von den Lassie-Singers. Wenn das keine Warnung ist - an alle, die um jeden Preis Seit an Seit schreiten wollen!

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  • 20.08.2019
    0 MB
    53:25
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    Ohne Würde – Wenn der Mensch zur Ware wird

    Heute vor 400 Jahren, am 20. August 1619, legte die White Lion in Comfort Point, Virginia, an. An Bord ca. 30 schwarze Männer aus Afrika, die gegen Lebensmittel eingetauscht wurden. Sie waren die ersten Sklaven in den nordamerikanischen Kolonien und stammten von einem Schiff, das vor der mexikanischen Küste aufgebracht worden war. Mit diesen Männern begann ein Abschnitt der amerikanischen Geschichte, der bis in die Gegenwart hineinreicht, denn Diskriminierung und Rassenhass betrifft vor allem schwarze Mitbürger. Offiziell ist Sklaverei weltweit verboten, Ausbeutung aber ist eine wirtschaftlich kalkulierte Praxis. Bauarbeiter, die um ihren Lohn geprellt werden, Frauen, die in Textilfabriken unter menschenunwürdigen Bedingungen T-Shirts nähen, Kinder, die Rohstoffe für Smartphones abbauen und ganze Familien, die auf Müllhalden leben, um die verwertbaren Reste einzusammeln. All das sind moderne Formen der Zwangsarbeit, von Kindersoldaten ganz zu schweigen. Sklaven gab es seit der Mensch über den Menschen zu herrschen begann, und ein Ende ist nicht abzusehen.

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  • 19.08.2019
    0 MB
    53:59
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    Wer ist das Volk und was will es? Wahlkampf im Osten

    In Ostdeutschland werden bald drei neue Landtage gewählt. Dort, wo vor 30 Jahren die Mächtigen den unvergessenen Slogan "Wir sind das Volk" zu hören bekamen. Damals war die politische Frontlinie allerdings klar und nachvollziehbar. Auf der einen Seite ein diktatorisches Regime, auf der anderen Seite die Bevölkerung, die demokratische Rechte einforderte. Heute nehmen andere Teile der Bevölkerung - und zwar die, die oft am lautesten schreien - für sich in Anspruch, "das Volk" zu sein, und machen Front gegen eine politische Klasse, die vielleicht fehlerhaft, aber keinesfalls diktatorisch ist. Nach den Wahlen werden wir wissen, wem das Volk, das zur Wahl gegangen ist, seine Stimme gegeben hat. Aber daraus mehrheitsfähige Regierungen zu bilden, wird aller Voraussicht nach schwierig sein. Und mindestens ebenso schwierig ist es, daraus einen "Wählerwillen" abzulesen. Noch allerdings ist Wahlkampf und damit für alle Beteiligten Gelegenheit, Botschaften zu formulieren und aufzunehmen, sie kritisch zu beleuchten und Schlüsse daraus zu ziehen.

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  • 16.08.2019
    0 MB
    54:31
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    Ausweitung der Kampfzone: Eskalation in Hongkong

    Die chinesische Führung hat Militär in Shenzhen zusammengezogen und mit Propagandavideos diese Nachricht verbreitet. Eine offene Drohung gegen die Protestbewegung im benachbarten Hongkong. Könnte es wirklich sein, dass die Chinesen ihre Vereinbarung mit den Briten, den ehemaligen Kolonialherren von Hongkong brechen, und militärisch eingreifen? Wer sich dreißig Jahre nach dem Massaker auf dem Platz des Himmlischen Friedens noch nicht einmal entschuldigen musste, weiß ja, dass solch brutales Vorgehen keine wirklich dramatischen Folgen hat. Andererseits ist Hongkong nicht Peking, nicht so leicht von der Weltöffentlichkeit abzuriegeln, nicht so einfach zu beherrschen. Und die Proteste in Hongkong sind deutlich diverser als die von 1989 im damaligen Rotchina, sie haben fast die ganze Stadtgesellschaft erfasst. Und auch die Protestierenden drehen an der Eskalationsschraube mit immer entschlosseneren Protestformen und Ausweitungen ihrer Aktionen, bis hin zur Gewalt …

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  • 15.08.2019
    0 MB
    53:03
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    Drei Tage im Schlamm – Die Magie von Woodstock

    Drei Tage Livemusik zum Geldverdienen - so der Plan der Organisatoren für das Festival in Woodstock, das am 15. August 1969 begann. Es klappt mit der Livemusik, alles andere endet in einer Katastrophe. Schlamm und Drogen statt Love and Peace. Massenandrang, Verkehrschaos, Toiletten- und Wasserversorgung brechen zusammen, Gewitterstürme lassen die Party zur Schlammschlacht werden. Weil es wegen der Masse von Fans nicht einmal Zäune gibt, fallen die Einnahmen flach und Woodstock endet auch finanziellen im Desaster. Trotzdem leuchtet Woodstock bis heute wie Sternenstaub am Hippiehimmel, das Festival wird zum Mythos, verklärt zum politischen Event gegen das amerikanische Establishment. Dabei war es vor allem prägend in der Vermarktungspraxis danach. In keiner WG durfte das Live-Album fehlen, der dreistündige Dokumentarfilm zum Festival brachte endlich Geld. Und bis heute wird versucht, den Mythos am Leben zu erhalten. Warum eigentlich?

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  • 14.08.2019
    0 MB
    54:03
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    Steuern mit Steuern: Was ist die Aufgabe von Abgaben?

    Wir brauchen eine Steuer auf Treibhausgase. Oder eine Abgabe, oder ein Zertifikate­handel. Na halt irgendeine Steuerung, die den Ausstoß reduziert. Das Geld kann man den Bürgern anderswo zurückgeben, oder könnte das zumindest. Dann würden nur die mehr zahlen, die viel CO2 ausstoßen. Außerdem brauchen wir eine Fleischsteuer. Fleisch muss teurer werden. Aber nicht für die Ärmeren. Und der Soli muss weg, aber nicht für die Reicheren. Und die Mehrwertsteuer auf Luxusgüter, die Treibhausgase verursachen, muss rauf. Und wer einen SUV fahren will, muss mehr zahlen. Und wer Bahn fährt weniger. In Deutschland ist eine neue Steuerdebatte entbrannt. Ganz so, als seien Steuern das Einzige, was der Staat kann. Dabei ist gar nicht so klar, ob sich mit Steuern wirklich umsteuern lässt, und ob die Steuerdebatte nicht nur ablenken soll von all den anderen Dingen, die nicht gemacht werden.

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  • 13.08.2019
    0 MB
    52:51
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    Schulstart in Hessen - Was nicht in die Tüte kommt

    Mehrere hunderttausend Sechsjährige stehen dieser Tage erstmals vor dem Schultor, in acht Bundesländern sind die großen Ferien vorbei und "der Ernst des Lebens" lässt die Kinderherzen heftigst pochen. Kaum weniger pochen die Elternherzen, nicht nur vor Freude über den ersten Schulabschnitt im Leben des Nachwuchses. Auch vor Sorge, was die Kinder in den kommenden vier Jahren erwartet. Vielerorts fehlt es an Lehrern, Lücken werden bestenfalls mit Quereinsteigern gefüllt, auch Schulleiterstellen bleiben vakant. Bis 2025 werden nach Berechnungen der Kultusminister in Deutschland 15 000 Stellen für Grundschullehrer frei, wo sind die Nachfolger? In Hessen spricht der Kultusminister von einer guten Versorgung. Zahlen, die das belegen würden und die Gewerkschaften und Opposition einfordern, gibt es nicht. Die Schulleiter sehen die Situation kritischer und bemühen sich um kreative Lösungen. Denn längst haben sie mehr als den früher üblichen Schulbetrieb zu managen. Essens- und Ganztagsangebote werden zur Regel, Vorlaufkurse und Sprachförderung ebenso. Ihre Schultüte ist wohl gefüllt - mit Aufgaben und Anforderungen. Denn in der Grundschule werden die Grundlagen für gute Bildung gelegt, für gute Bildungsabschlüsse und erfolgreiche Bildungsbiografien, die nicht nur vom Elternhaus abhängig sein sollten. Wie kann das in einer Schule mit Mangelverwaltung gelingen?

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  • 09.08.2019
    0 MB
    52:19
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    Amuse Gueule! Diplomatie geht durch den Magen

    Wenn wir ein Problem lösen wollen, müssen wir uns "an einen Tisch setzen“. Wenn es etwas Wichtiges zu besprechen gibt, dann ist es gut die Situation kulinarisch zu entschärfen. Wer angenehm gesättigt ist, der ist umgänglicher und eher bereit Kompromisse zu schließen. Helmut Kohl war ein Meister darin, seine Gäste mit Pfälzer Saumagen bei Laune zu halten. Und die Protokollchefs des Auswärtigen Amtes kennen die Lieblingsspeisen der Staatsgäste genau. Wie wichtig es ist Mahlzeiten gemeinsam einzunehmen, dass kann man auch bei Kindern beobachten. In Familien die häufig gemeinsam essen, ist der Nachwuchs psychisch stabiler und die Eltern sind glücklicher. Bei Tisch werden Werte vermittelt und das Gefühl von Zusammengehörigkeit gestärkt. Kein Wunder, dass das Zusammentreffen bei einem Essen auch bei der Partnersuche immer beliebter wird.

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  • 08.08.2019
    0 MB
    51:18
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    Kollaps Klima: Von der Unfähigkeit umzudenken

    In der Schweiz geht der erste Europakongress der Bewegung Fridays for Future zu Ende, und der Weltklimarat stellt sein Sondergutachten zu den Folgen des Klimawandels für die Wüstenbildung, die Landwirtschaft und die Ernährungssicherheit vor. Die räumliche Nähe der beiden Ereignisse ist kein Zufall. Die Wissenschaftler und die jungen Klimaschützer haben sich als Verbündete erkannt und versuchen gemeinsam, die Politik und uns alle zum Handeln zu tragen. Ob ihnen das allerdings gelingt, ist zweifelhaft. Obwohl unser Wissen über den Klimawandel so sehr zum Handeln drängt, geschieht (fast) nichts. Eigentlich müssten wir an uns selbst verzweifeln - und die Kinder und Jugendlichen von Fridays for Future werden das sicher auch tun. Noch nie war unser Wissen über die Folgen unseres Wirtschaftens auf dieser Erde und für sie so umfassend wie heute, und noch nie war die Diskrepanz zwischen Wissen und Handeln so groß wie heute. Es scheint, als wären wir Menschen nicht in der Lage, das Vernünftige zu tun, als müssten wir sehenden Auges in die Katastrophe steuern. Ist das so? Wir suchen den Fehler im Programmcode des Homo sapiens …

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  • 07.08.2019
    0 MB
    53:27
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    Im Dienst der Nation – Wie Geschichte gemacht wird

    Mit einer monumentalen Werkausstellung wird in Moskau gerade der 175. Geburtstag des Malers Ilya Repin gefeiert. Eine Stelle im Museum bleibt jedoch leer: Das Gemälde zeigte Iwan den Schrecklichen, der seinen Sohn erschlagen hat. Eine legendäre Szene, die historisch nicht eindeutig belegt ist. Ein Fanatiker hat das Bild schwer beschädigt, weil es seiner Meinung nach das Andenken des Zaren befleckt. Diese Zerstörung ist ein Symptom: Inzwischen wird Iwan der Schreckliche von Putins Gnaden offiziell rehabilitiert und im Sinne der glorreichen russischen Nation uminterpretiert. Dass man mit Geschichte Politik machen kann wussten schon die Alten Römer. Bis heute wird von den Mächtigen dieser Welt das Bild der Vergangenheit geschönt und gefälscht. Wer die Macht hat, hat offenbar auch die Macht über die Geschichte.

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  • 05.08.2019
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    53:47
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    Ein Herz aus Schwein – Das Tier als Organproduzent

    In einem Tier wächst ein Herz heran, das bald in einem Menschen schlagen soll. Was auf den ersten Blick nach einer kruden Science-Fiction-Adaptation von Frankenstein klingt, könnte bald Realität werden. Japanische Forscher der Universität Tokio haben die Genehmigung erhalten, menschliche Organe in Tiere zu züchten. Das ruft natürlich eine altbekannte ethische Diskussion hervor: Darf der Mensch Gott spielen? vs. Kann man damit Leben retten? Fakt ist: Alleine in Deutschland stehen mehr als 10 000 Patienten auf der Warteliste für eine Organ-Transplantation. Aber rechtfertigt der Organ-Mangel die Aufzucht von Mensch-Tier-Mischwesen? Und was ist mit den Befürchtungen der Kritiker, dass menschliche Stammzellen sich im Tierembryo auch in Gehirnzellen entwickeln könnten? Fragen, die sich Frankenstein sicher nicht stellte, aber Der Tag heute beantworten möchte.

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  • 02.08.2019
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    51:44
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    Wer mag denn sowas? Auf der Suche nach dem Mainstream

    Mainstream, das ist vor allem ein Schimpfwort. Benutzt von einer beleidigten Avantgarde, der man ihre Erfolglosigkeit vorhält. Jeder will individuell und einzigartig sein, der Mainstream ist etwas für Blöde, die mitlaufen und nicht nachdenken wollen. Tatsächlich aber entspringt der Mainstream aus der Mitte. Hier findet Konsens statt. Jeder kennt ihn, jeder spricht über ihn. Er tut niemandem weh. Im Mainstream setzt man auf Zustimmung, nicht auf Zumutung, auf hohen Unterhaltungswert und Entspannung, auf Zerstreuung statt auf Anstrengung und Konzentration. Dabei ist der Mainstream viel mehr die Ergänzung jener Avantgarde als ihr Gegenteil. In der Kategorie "Peinliche Lieblinge“ findet sich der Mainstream auch bei denen, die sich sonst intellektuell von ihm abwenden. Und als Wirtschaftsmacht ist er ohnehin unersetzlich.

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  • 01.08.2019
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    52:29
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    Kontrollierte Freiheit – Von der Sehnsucht nach Sicherheit

    Das grausame Verbrechen hinterlässt uns verunsichert und ratlos. Wie kann jemand auf die Idee kommen, Menschen auf ein Gleis zu stoßen? Und wie können wir uns gegen solche Gewalttaten wappnen? Die Antwort vom Bundesinnenminister:
    Mehr Polizei, mehr Videoüberwachung, mehr Sicherheit an den Gleisen. Und wie bei anderen dramatischen Ereignissen, sei es ein Amoklauf, ein Terroranschlag oder eine vereitelte Flugzeugattacke, hören wir die Botschaften der Politik: "Wir tun was! Wir sorgen für mehr Sicherheit!“. Allein uns fehlt der Glaube. Denn wir wissen, dass keine Videoüberwachung so eine Tat hätte verhindern können und mehr Polizisten am Bahnhof nicht automatisch an der richtigen Stelle sind, um einzuschreiten. Trotzdem: Wir wollen uns frei fühlen, auf der Straße, am Flughafen, am Bahnhof, aber auch sicher. Geht das? Wie viel Kontrolle brauchen wir, um unsere Freiheit zu sichern? Gibt es eine freie Gesellschaft, ohne dass sich verschiedene Instanzen gegenseitig kontrollieren? Wo sind die Grenzen der dialektischen Einheit von Freiheit und Kontrolle?

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  • 31.07.2019
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    54:15
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    Sozialismus – mehr als nur ein rotes Tuch?

    Es geht wieder um, in den USA, jenes gebeutelte Gespenst des Sozialismus. Auf einer Konferenz der Konservativen sagte Donald Trump: "die Zukunft gehört nicht denen, die an den Sozialismus glauben. Sie gehört denen, die an die Freiheit glauben“ Und da ist er wieder, der altbekannte Gegensatz. Unterstützt wurde er von seinem Vizepräsidenten, Mike Pence, der einen "harten Linksschwenk" der Demokraten kritisiert. Unter dem Deckmantel von "Medicare for All“ und einem "Green New Deal“ würde ein System namens "Sozialismus“ übernommen. Was aber ist dieses "System“ eigentlich? Wo kommt es her und wie hat es sich in den vergangenen 120 Jahren entwickelt? Was ist heute noch übrig von den Ideen der ersten Gewerkschaften, die sich nicht überall an Marx und Engels orientierten? Es wird Zeit, einen äußerst dehnbaren Begriff ideologisch zu überdenken.

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  • 30.07.2019
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    52:04
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    Wenn Buchen fluchen – Ist der Wald noch zu retten?

    Trockenheit, Borkenkäfer, Stürme - das sind die Herausforderungen für den Wald in diesem Jahr. Selbst die Buche fällt, auch Ulme, Esche und Ahorn leiden. Wer in diesen Tagen im Wald Erholung sucht, sieht Erschreckendes: Umgeknickte Bäume, tote Fichtengerippe, wild umherliegende Baumstämme. Das Waldsterben ist dramatische Realität, für unsere Luft, für unser Trinkwasser. Die Förster kommen kaum hinterher. Auch der wirtschaftliche Schaden für Waldbesitzer ist groß. Das Holz überschwemmt den Markt, der Holzpreis ist im Keller. Der BUND schlägt jetzt Alarm und appelliert an die Politik. Aufforstung, Umforstung in Naturwälder - nur so kann der Wald gerettet werden. Es muss Geld in die Hand genommen werden, nicht nur für die Landwirte. Das Waldsterben der 80er Jahre ist Geschichte, die Geschichte wiederholt sich. Was hat damals geholfen, was rettet heute den Wald?

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  • 29.07.2019
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    54:26
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    Gerichte und Geschichte – Die Forderungen des Hauses Hohenzollern

    Werke und Wohnrecht fordert Georg Friedrich Prinz von Preußen. Das Familienoberhaupt der Hohenzollern fordert mehrere ehemalige Besitztümer von Berlin und Brandenburg zurück, außerdem mehrere Zehntausend Objekte, die sich in öffentlicher Hand befinden. Werke von erheblichem Wert und historischer Bedeutung. Der Streit tobt seit fast dreißig Jahren, jetzt spitzt er sich zu. Welche Ansprüche haben die Erben von Kaiser Wilhelm II? Vor Gericht wird in diesem Fall Geschichte verhandelt. Unter anderem die strittige Frage: Welche Rolle spielte das Haus Hohenzollern für den Nationalsozialismus? Denn daran hängen Eigentums-, Besitzverhältnisse und Ansprüche auf Entschädigung. Und die Deutungshoheit der Geschichte. Darf man die dem Gericht überlassen?

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  • 26.07.2019
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    52:15
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    Der Tag auf Weltreise: Indien mit Silke Diettrich

    Es ist Regenzeit in Indien - Fluch und Segen zugleich. Der Monsun überschwemmt Dörfer und Felder, gleichzeitig aber bringt er das Wasser, das Indien so dringend braucht. Die wunderbaren tropischen Bäume in Neu Delhi recken sich dem lebensspendenden Nass entgegen, und sie leuchten jetzt in sattem Grün, wo vor dem Monsun das trübe Grau der Schadstoffe auf den Blättern lag. Ohne diese Bäume, die einst ein Brite pflanzen ließ, hätte das moderne Delhi keinen Charme und keine Lebensqualität. Sie spenden Schatten in der unbarmherzigen Sommerhitze. Die Bäume sind außerdem Luftfilter in einer Metropole mit der schlechtesten Luft der Welt. Außerdem sind die Parks Oasen der Erholung im Chaos der Millionenstadt. Aber Bäume allein werden Indien nicht helfen, den Klimawandel zu bewältigen. Was unternimmt also die indische Regierung, um Treibhausgase zu reduzieren? Sie muss jedenfalls eine Balance schaffen zwischen Wirtschaftswachstum und Umweltschutz. Leicht ist das nicht. Denn Indien muss über eine Milliarde Menschen ernähren und einer jungen Bevölkerung Perspektiven für die Zukunft bieten.

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  • 24.07.2019
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    51:06
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    Der Tag auf Weltreise in Südafrika mit Julia Genth

    In Kapstadt kann man sehen, wie eine Millionenstadt aus Wasserknappheit die richtigen Lehren zieht. Die wunderschöne Metropole am Tafelberg hat sich umgestellt, von Verschwendung auf Sparsamkeit. Kapstadt informiert ausländische Gäste auch schon am Flughafen, dass sie Wasser sparen sollen. Themen in Schulen war der große Wassermangel es vergangenen Jahren auch. Aber die Einwohnerzahl Kapstadts wächst, und je mehr dort hinziehen, desto stärker wird der Druck auf die kostbare Ressource. Gerade hat die Regierung eine Steuer auf Kohlendioxid eingeführt. Aber noch ist das Land von der Stromerzeugung aus Kohlekraftwerken abhängig. Die Anpassung an den Klimawandel ist nur eine der großen Herausforderungen für Südafrika. Die Wirtschaft steht am Rand einer Rezession. Der Anfang Mai gewählte Präsident muss seine Widersacher in den eigenen Reihen klein halten, in der Partei des ANC. Und eine Ministerriege lenken, die keineswegs an einem Strang zieht. Schon gar nicht in der Bekämpfung der Korruption, dem Grundübel Südafrikas. Jeder Minister hat ein Recht auf drei Autos und eine Dienstwohnung, während viele Menschen am Rand des Existenzminimums leben. Und nach wie vor ist die Kluft zwischen Weißen und Schwarzen groß.

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  • 23.07.2019
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    50:09
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    Der Tag auf Weltreise in der Türkei Karin Sen

    Die Touristen reisen wieder an den Bosporus, allen voran die deutschen. Es ist dort eben schön und preiswerter als woanders. Die Verhaftungswellen, die türkische Regimekritiker in den vergangenen Jahren einschüchtern sollten, sind weitgehend abgeebbt. Deutsche Urlauber, die politischen Gesprächen aus dem Weg gehen, scheinen in der Türkei nicht gefährdet. Anders als manche deutsche Journalisten. Ihnen verweigern die türkischen Behörden schon mal die Akkreditierung. Die Türkei von Präsident Erdogan ist eben ein autoritäres System, das auf der Einschüchterung von Kritikern beruht. Aber die Macht des Präsidenten und seiner Partei bröckelt. Erdogan ließ unter einem Vorwand sogar die Kommunalwahl in der Wirtschaftsmetropole Istanbul wiederholen, weil ihm das Ergebnis nicht passte. Auch außenpolitisch ist der Präsident auf Konfrontationskurs. Den USA gefällt nicht, dass das Nato-Mitglied Türkei ausgerechnet bei den Russen Luftabwehrraketen kauft. Die türkische Wirtschaft, die ohnehin angeschlagen ist, warnt bereits vor möglichen amerikanischen Sanktionen. Die könnten auch den 6000 deutschen Unternehmen in der Türkei schaden. Wohin steuert also Erdogan?

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  • 22.07.2019
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    51:34
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    Der Tag auf Weltreise in Marokko mit Jens Borchers

    Überall in Marokko hängen die Bilder des Königs als junger Mann. Sie stammen aus der Zeit, als er nach dem Tod seines Vaters den Thron des Königsreichs bestieg. Zwanzig Jahre ist das her, die Übergabe der Macht erzeugte damals viel Hoffnung auf bessere Zeiten. Ein junger König, der Jet-Ski fuhr, cool wirkte und cool aussah. Auf der Straße hätte man ihn von anderen jungen Marokkanern nicht unterscheiden können. Das fanden viele gut .Und tatsächlich hat er vieles zum Besseren gewendet. Das Touristenland hat sich dem Kampf gegen Müll und Plastiktüten verschrieben. Rabat ist heute eine aufgeputzte Hauptstadt mit vielen Bars und Cafés, bald wird sie auch mit einem Opernhaus punkten. In entlegenen Gebieten auf dem Land sieht es aber anders aus. Und dort spürt man auch die Unzufriedenheit der Bevölkerung stärker als in den Städten. Es fehlen Jobs. Die Universitäten vermitteln nicht das Fachwissen für den modernen Arbeitsmarkt. Kritik und Selbstkritik sind verbotene Methoden des Denkens. Das war schon so, als Mohammed der Sechste vor zwanzig Jahren den Thron bestieg. Aber jetzt gibt es in Zeiten des Internets eine agile Zivilgesellschaft, die sich anders als damals vernetzen kann. Und viel schneller agiert, als der König handeln kann.

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  • 18.07.2019
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    50:25
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    Der Tag auf Weltreise in Polen mit Jan Pallokat

    Polen kann in der Europäischen Union viel erreichen- zum Beispiel die gemeinsame Klimapolitik bremsen. Oder Sonderwünsche durchsetzen. Das Land versucht nämlich, seine Kohleindustrie zu schützen, von der seine Energiegewinnung wesentlich abhängt. Die polnische Regierung treibt außerdem Pläne voran, ein eigenes Atomkraftwerk zu bauen. Das beäugen die westlichen Nachbarn in Berlin durchaus kritisch. In anderen gesellschaftspolitischen Feldern nähert sich Polen allerdings durchaus Entwicklungen in Westeuropa an. So ist dort jetzt, wenn auch mit einiger Verspätung, die Debatte über Kindesmissbrauch in der katholischen Kirche entbrannt. Bisher war es verpönt, Kritik an der Kirche und ihren Repräsentanten zu üben. Granat dafür war die nationalkonservative Regierungspartei Pis. Aber jetzt geraten bislang unantastbare polnische Helden ins Zwielicht. Zum Beispiel ein Pfarrer aus Danzig, der den antikommunistischen Widerstand der Gewerkschaftsbewegung Solidarnosc während des Kalten Kriegs unterstützt hatte. Sein Denkmal soll entfernt werden. Die Kirche verliert Einfluss. Und dieser Verlust verändert Polen.

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  • 17.07.2019
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    51:38
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    Der Tag auf Weltreise in Kenia mit Linda Staude

    Haben die ostafrikanischen Reservate für Wildtiere eine Zukunft? In Kenia wächst die Bevölkerung jährlich um mehr als eine Million Menschen. Mit ihnen vergrößern sich die Flächen in der Landwirtschaft. Die Siedlungen und Straßen. Schon jetzt ist der Druck auf die Reservate und Naturparks groß. Elefanten beanspruchen ebenfalls ausgedehnte Gebiete, und vor allem brauchen sie viel Pflanzennahrung. Das passt kenianischen Bauern gar nicht, sie fürchten um ihre Äcker und Ernten. Diese Konflikte zwischen den Bedürfnissen von Mensch und Tierwelt werden sich verschärfen. Sind Umsiedlungsprogramme von Wild erfolgreich zur Rettung dieser einzigartigen Fauna? Auch die Wilderei war in den vergangenen Jahren ein Problem für das Ansehen der zuständigen Behörde, des Kenya Wildlife Service. Gleichzeitig wirbt Kenia um Touristen mit eben jener Tierwelt. Ihre Zahl ist rasant gestiegen und soll es nach dem Willen der Regierung weiter tun. Sie kommen aus aller Welt, um Löwen, Elefanten, Nashörner und Giraffen in freier Wildbahn zu sehen. In diesen Tagen beginnt die legendäre Wanderung der Gnus durch die Savanne. Wie lange wird dieses Schauspiel noch zu sehen sein?

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  • 16.07.2019
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    52:26
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    Der Tag auf Weltreise in Spanien mit Marc Dugge

    Erst jetzt zeigt sich, wie sehr die katalanischen Separatisten ganz Spanien verändert haben. Sie standen an der Wiege einer neuen Partei: Der rechtspopulistischen Vox. Die hat Wähler wegen ihres kategorischen Eintretens für die territoriale Einheit des Landes. Und zwar so viele Wähler, dass gegen Vox auch in der Kommunalregierung der spanischen Hauptstadt nichts geht. Diese neue Macht hat Folgen für die Umwelt in Madrid. So wird auf Druck von Vox die von der früheren linken Stadtregierung beschlossenen Einschränkungen des Autoverkehrs wieder aufgehoben. Obwohl die Luft in Madrid besser geworden ist, was niemand leugnet. Aber mit Kritik an lästiger Umweltpolitik lässt sich punkten. Die katalanischen Separatisten haben auch das Spanische aus den Lehrplänen der Schulen in Katalonien verdrängt. Der gesellschaftliche und kulturelle Konflikt ist also keineswegs beendet. Und im Herbst werden die Urteile des Obersten Gerichtshof gegen 12 Katalanen gesprochen, denen die Anklage Staatsstreich vorwirft. Einer aber ist in diesem Sommer so entspannt wie nie zuvor. Der Chef der spanischen Sozialisten kann sich aussuchen, mit wem er künftig paktieren will. Gegen seine Partei läuft jedenfalls nichts. Von solchen Zuständen kann die deutsche Sozialdemokratie nur träumen.

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  • 15.07.2019
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    51:07
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    Der Tag auf Weltreise in Israel mit Tim Assmann

    Wer entwickelt ein Fahrzeug, das sowohl fahren wie auch fliegen kann? Es ist eine Firma in Israel. Nirgendwo außerhalb des kalifornischen Sillicon Valley tüfteln so viele Forscher und Unternehmer an innovativen Technologien wie im Jüdischen Staat. Die explosive Lage im Nahen Osten beeinträchtigt diesen Boom keineswegs. Ganz im Gegenteil. Alles, was in israelischen Unternehmen für künftige Cyber-Kriege erdacht wird, stärkt die Verteidigungsfähigkeit des Landes. Und da gibt es ja viele Feinde in der Nachbarschaft, allen voran der Iran. So ist der israelische Geheimdienst eigentlich immer in höchster Alarmbereitschaft, auch wenn gerade mal wieder Wahlkampf ist. Der letzte ging im Mai zu Ende. J Aber schon im September folgt die nächste Wahl. Es ist nämlich auch in Israel immer schwieriger, stabile Regierungskoalitionen zu bilden. Säkulare und religiöse Parteien finden kaum noch Gemeinsamkeiten. Besonders umstritten ist die geplante Einberufung ultraorthodoxer Juden zum Wehrdienst. Empörend finden viele Israelis auch die Absicht von Ministerpräsident Netanjahu, den Obersten Gerichtshof zu entmachten und sich selbst Immunität in Korruptionsanklagen zu verschaffen. Ist die Rechtsstaatlichkeit dort in Gefahr?

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  • 12.07.2019
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    53:32
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    Der Tag auf Weltreise in Belgien mit Alexander Göbel

    Auch unser Nachbarland Belgien ist politisch gespalten, und zwar ethnisch wie politisch. Flamen und Wallonen sind sich nicht grün. Populisten von rechts und links erschweren die Bildung von Regierungskoalitionen. Außerdem stehen institutionelle Reformen an. Das Königreich soll zum Bundesstaat umgebaut werden. Das ist ein schwieriger Prozess mit vielen Hindernissen. . Dafür ist die Lage am Arbeitsmarkt ziemlich gut, denn die Wirtschaft floriert. In den Hintergrund gerückt sind die Razzien im Brüsseler Stadtteil Molenbeek, das als Brutstätte von gewaltbereiten Islamisten vor Jahren in die Schlagzeilen geraten war. Was hat sich dort zum Besseren gewandelt? Noch immer bittet das Auswärtige Amt in seinen Sicherheitshinweisen deutsche Reisende um erhöhte Wachsamkeit in Brüssel. Viele Touristen haben es bereits vergessen: Aber die Anschläge am Internationalen Flughafen und in einer U-Bahnstation in der Innenstadt von Brüssel waren ein deutlicher Hinweis darauf, welche Integrations-Defizite Belgien aufweist. Viele junge Muslime leben längst in Parallel-Welten. Das tun die Beamten und Abgeordneten im Europaviertel allerdings auch. So kann man beim Rundgang durch Brüssel durch völlig verschiedene Welten streifen.

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  • 11.07.2019
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    51:27
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    Der Tag auf Weltreise: Japan mit Kathrin Erdmann

    Die japanische Hauptstadt rüstet sich für die größte Sportveranstaltung der Welt. In einem Jahr finden hier die Olympischen Sommerspiele statt. Wenig überraschend ringt man in Tokio mit explodierenden Kosten und Korruptionsvorwürfen. Weil alle Bauten pünktlich fertig werden sollen, hat die japanische Regierung die Anwerbung von ausländischen Gastarbeitern gestattet. Das Land wirbt nun um Arbeitskräfte, die ihr in der alternden Gesellschaft fehlen: In Krankenhäusern, im Hotelgewerbe und in der Elektronikindustrie. Leicht haben es die Ausländer nicht. Japan ist eine Gesellschaft, die sich Fremden gegenüber nur zögerlich öffnet. Aber jetzt wird es zu dem Einwanderungsland, das es nie sein wollte. Es geht nicht mehr anders. Auf zwei Erwerbstätige kommt demnächst ein Rentner. Das könnte anders sein, wenn die japanische Gesellschaft weniger traditionelle Vorstellungen von der Rolle der Frau pflegen würde. Viel zu wenige ergreifen einen Beruf, Gesetze zur Vereinbarkeit von Job und Familie gibt es nicht. Und die alten Eltern und Schwiegereltern sollen Frauen natürlich auch versorgen. Japan tickt anders. Und ist schon wegen der komplizierten Sprache für Außenstehende schwer zu verstehen.

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  • 10.07.2019
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    49:41
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    Der Tag auf Weltreise: New York mit Antje Passenheim

    Was gibt es Neues aus Big Apple? In den Immobilienseiten über den New Yorker Wohnungsmarkt konnte man gerade eine irre Zahl lesen. Gerade hat ein Finanzmakler eine Penthaus-Wohnung für 238 Millionen Dollar gekauft. An der feinen Adresse Central Park South. Eine solche Summe wurde für eine Wohnung in New York noch nie gezahlt. Noch ist der Wolkenkratzer nicht fertig, und der Eigentümer wird auch nicht regelmäßig dort sein. Deshalb streitet man jetzt in New York um die Einführung einer Steuer für Zweitwohnungen. Denn im Rathaus der Stadt, die ja angeblich nie schläft, fragt man sich: Was haben wir von solchen Eigentümern und den Summen, die sie für Immobilien zahlen? Das muss sich die New York Times in diesem Fall nicht fragen. Sie weiß, was sie von einem anderen Immobilien-Unternehmer hat. Der Mann, dem der Trump-Tower gehört und der seinen Namen trägt, hält die Reporter und die Auflage der weltbekannten Tageszeitung wirtschaftlich am Leben. Die Zeitung und der Präsident: beide sind sich in inniger Feindschaft zugetan. Allerdings haben die New Yorker dieselbe Leidenschaft wie der Präsident. Um Geld dreht sich alles, und groß ist nicht groß genug. Das fasziniert immer noch Touristen aus aller Welt. Und in diesem Jahr sollen es ganz besonders viele werden.

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  • 09.07.2019
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    50:32
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    Der Tag auf Weltreise: Kalifornien mit Nicole Markwald

    Kalifornien spürt den Klimawandel drastisch: mit Dürre und gewaltigen Bränden in den schönsten Regionen des Landes. Kalifornien ist aber auch der amerikanische Bundesstaat, der sich mit dem Präsidenten der USA am heftigsten um Abgaswerte für Autos streitet. Ebenso liegen die kalifornischen Technologie-Konzerne im Silicon Valley im Clinch mit Donald Trump, seit er sich auf China eingeschossen hat. Der Bundesstaat stellt auch die meisten Wahlmänner, deren Stimmen ein Präsident braucht, um ins Weiße Haus zu kommen. Der Wahlkampf hat bereits begonnen, auch eine Senatorin aus Kalifornien geht ins Rennen um das höchste Amt der Vereinigten Staaten. In der dort beheimateten Filmindustrie rund um Los Angeles formt Amerika das Bild von sich selbst. Kalifornien ist also ein amerikanisches Labor, das Standards für alle setzt. Und immer vorne ist in technologischen Entwicklungen. Jedenfalls glaubt man das zwischen San Diego und San Francisco. Aber Kalifornien ist auch Spitze in der Ungleichheit zwischen Armen und Reichen. In vielen Bezirken steigt die Zahl der Obdachlosen. Sie hausen in Zelten, Pappkartons und Autos. Gibt es so etwas wie den Kalifornischen Traum noch?

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  • 08.07.2019
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    53:14
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    Der Tag auf Weltreise: Argentinien mit Ivo Marusczyk

    Die Argentinier sind es gewohnt, so wie viele andere Härten im Alltag. Stromausfall kommt regelmäßig vor, kürzlich aber war an einem Sonntag das gesamte Land lahmgelegt. Die gigantische Panne hat bloßgelegt, was in Argentinien alles im Argen liegt. Die Infrastruktur ist marode, nicht nur im Energiesektor. Präsident Mauricio Macri hatte zwar Besserung gelobt, wird aber von einer schweren Wirtschaftskrise überrollt und wirkt hilflos. Ein Drittel der Argentinier lebt heute unter der Armutsgrenze. In solcher Lage schlägt die Stunde der Populisten und Heilsbringer, zumal in einem Wahljahr wie in Argentinien. Sehr geschickt bringt sich die frühere Präsidentin Kirchner ins Spiel um die Macht. Sie will zwar nur als Vizepräsidentin kandidieren, Würde aber dennoch ganz oben mitmischen, ohne die volle Verantwortung für den Zustand des Landes zu tragen. Vor kurzem hat der deutsche Außenminister Argentinien und anderen wichtigen südamerikanischen Staaten engere Zusammenarbeit angeboten. Deutschland sucht nach neuen Verbündeten. Aber Argentinien ist vor allem mit seinen eigenen Schwierigkeiten beschäftigt.

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  • 05.07.2019
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    51:23
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    Der Tag auf Weltreise: Mexiko mit Anne-Kathrin Mellmann

    Was macht wohl der mexikanische Präsident morgens als erstes? Ganz bestimmt liest er die Kurzbotschaften seines amerikanischen Kollegen im Weißen Haus. Was Donald Trump twittert, hat nämlich oft unmittelbare Auswirkungen auf Mexiko. Die Grenze , die Migranten, die Zölle: Der Kosmos des Mannes im Weißen Haus ist der Albtraum des Präsidenten im Palacio Nacional. Das ist der Palast, in dem der mexikanische Präsident regiert. Hauptsächlich aber reagiert Andrés Obrador auf die Drohungen der USA. Er ist ein Getriebener, er muss sich den Wünschen des großen Nachbarn beugen und irgendwie die illegale Migration aufhalten. Denn durch Mexiko ziehen all jene, die Armut und Gewalt in ihren Heimatländern südlich der mexikanischen Grenze nicht länger ertragen können. So liegt Mexiko wie ein Sandwich zwischen den USA und Mittelamerika, und diese geographische Lage bestimmt alles. Das hat nicht nur Nachteile. Gerade eröffnete der deutsche Autobauer BMW ein Werk in Mexiko. Das Land gilt eigentlich als idealer Standort für die Autobranche. Aber auch BMW muss morgens als erstes auf Twitter überprüfen, was das Weiße Haus als Tageslosung ausgibt.

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  • 04.07.2019
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    55:31
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    Der Tag auf Weltreise: Frankreich mit Barbara Kostolnik

    Jeder, ob Tourist oder Einheimischer, betrachtet in Paris betrübt die vom Brand beschädigte Kirche Notre Dame. Es wird noch Jahre dauern, ehe sie wieder restauriert ist. Und es wird noch viel Streit darüber geben, wie dieses Wahrzeichen der französischen Hauptstadt in Zukunft aussehen soll. Auch am berühmten Triumphbogen wird gearbeitet. Er war von Demonstranten schwer beschädigt worden. Sie hatten auch eine Napoleon-Büste enthauptet. Die sogenannten Gelbwesten ließen ihrer Wut gegen die geplante Erhöhung von Benzinpreisen freien Lauf. Diese Massenproteste sind verebbt. Aber die Unzufriedenheit vieler Franzosen auf dem Land ist geblieben. Deshalb versucht der französische Präsident, die Gemüter seiner Landsleute mit Steuersenkungen zu beschwichtigen. So richtig gelingt ihm das aber nicht. Bei der Europawahl hat jeder gesehen, wie stark die französischen Rechtspopulisten sind. Noch ist nicht ausgemacht, ob Emmanuel Macron als großer Präsident in die Geschichte eingeht. Er regiert erst seit zwei Jahren. Von uns bekommt er aber schon mal ein Zwischenzeugnis.

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  • 03.07.2019
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    50:56
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    Der Tag auf Weltreise in Österreich mit Andrea Beer

    Österreich ist in diesen Tagen scheinbar sommerlich entspannt. Tatsächlich befindet sich unser Nachbarland schon in Vorbereitung zum nächsten Wahlkampf, seitdem Kanzler Sebastian Kurz über ein Misstrauensvotum stürzte. Die Turbulenzen hatten Österreich beinah in eine Staatskrise gestürzt. Da haben viele gerade jetzt das Bedürfnis, dem tagespolitischen Alltag zu entkommen und Distanz zwischen Wien und sich zu legen. Am besten macht man das auf einer Reise von Wien nach Ljubljana, in die Hauptstadt des Nachbarlandes Slowenien. Dort finden im Sommer zahllose Festivals statt. In den Bars der schönen Altstadt herrscht mediterranes Lebensgefühl. Wem das alles zu laut ist, der schnürt seine Wanderstiefel und geht in die slowenischen Alpen. Oder entspannt irgendwo an den Stränden der Adria. Die nennt man auch slowenische Riviera. Die schönsten Buchten sind mit dem Auto von Wien aus in fünf Stunden zu erreichen. Man reist in die gemeinsame Geschichte- beide Länder gehörten einst zur Habsburger Monarchie, und jetzt zur Europäischen Union. Und die hält garantiert noch länger als die nächste Regierung in Wien.

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  • 02.07.2019
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    53:57
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    Der Tag auf Weltreise in Großbritannien mit Jens-Peter Marquardt

    Wer in London vor dem Victoria Memorial zu Ehren der einstigen Königin steht, der begreift den Phantomschmerz der Briten. Es ist der Verlust des einstigen Empires, das unter der damaligen Königin seine größte Ausdehnung hatte. In den bitteren Auseinandersetzungen über den Brexit schwingt dieser Schmerz immer mit. Waren wir nicht eine globale Macht? Und hindern uns nicht Verträge mit der Europäischen Union, wieder global und unabhängig zu handeln? Wer dieser leidigen Debatte aus dem Weg gehen will, der sollte britische Gärten und Parks besuchen. Die englischen Rosenzüchter und Landschaftsarchitekten setzen bis heute globale Maßstäbe mit ihrem Können. Die rosafarbene Gertrude Jekyll gehört zu den Klassikern unter den Rosen mit ihrem verführerischen Duft. Wer die Nase in ihren Blütenkelch steckt, vergisst die Querelen im britischen Parlament, die uns Kontinentaleuropäer mindestens so befremden wie die Briten selbst. Was ist also wahrhaft britisch? Es ist eine Frage des Standorts. Das gilt für Rosen wie für die Politik.

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  • 01.07.2019
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    51:33
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    Der Tag auf Weltreise in Stockholm

    Wie zuvor die Pop-Gruppe Abba prägt jetzt die Schülerin Greta Thunberg das weltweite Bild von Schweden. Abba war harmloses Mitsingen . Greta ist die ernsthafte Aufforderung zum Mitmachen im Kampf gegen den Klimawandel. Die Schülerin ist derzeit Schwedens einflußreichster Exportschlager. An schwedischen Universitäten werden Bewältigungskurse gegen "Klimaangst“ angeboten, in den Medien wird über das Phänomen "Klimadepression“ als neues Krankheitsbild diskutiert. Aber diese Sensibilität kennzeichnet vor allem Stadtbewohner. Schweden auf dem Land ärgern sich über die hohen Benzinpreise. Ihre Mobilität ist teuer geworden. Diese Unzufriedenen organisieren sich in sogenannten Benzinaufstand- Gruppen. Und sie sind nicht allein. Viele Schweden haben das Gefühl, dass ihr einstiges Musterland nicht länger für soziale Gerechtigkeit sorgt. Die Preise für Immobilien sind regelrecht explodiert. Die Verschuldung der Hauskäufer ebenfalls. Was ist also an Schweden noch vorbildlich? In Stockholm kann man es riechen und sehen. Konsequente Umweltpolitik macht neben der wunderbaren Lage am Wasser das Leben dort so angenehm wie in keiner anderen europäischen Hauptstadt.

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  • 28.06.2019
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    54:29
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    Nasser Brennpunkt – DER TAG mit dem Bademeister

    Die Deutschen werden ein Land der Nichtschwimmer. So warnen die Bademeister, die eigentlich Schwimmmeister heißen. Was schon eine ihrer Aufgaben beschreibt: Sie kümmern sich darum, dass ihre Schützlinge schwimmen können. Es gibt nur immer weniger Schwimmbäder, weil den Kommunen das Geld ausgeht. Es gibt immer weniger Schwimmmeister, der Nachwuchs fehlt. Und immer weniger Kinder sind noch sicher im Wasser, nur vier von zehn Kindern können nach der Grundschule schwimmen. Da beißt sich die Wasserschlange in den Schwanz. Wo die Schwimmbäder fehlen, fehlt allerdings auch eine wichtige Begegnungsstätte aller Gesellschaftsschichten. Im Schwimmbad sind alle etwas gleicher, die Badehose taugt nicht wirklich als Statussymbol. DER TAG über das kachelblaue Modell der offenen Gesellschaft und die Fachkräfte am Beckenrand, die nicht nur Pflaster und Seepferdchen verteilen, sondern auch Seelen trösten und Leben retten.

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  • 27.06.2019
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    54:06
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    Wir Klima-Sünder: Die Zukunft wird weh tun

    Ja, es ist heiß in Deutschland. So heiß wie noch selten im Juni. Die Temperaturen kratzen an der 40Grad-Marke, neue Hitzerekorde sind erreicht. Ist das eigentlich noch Wetter oder doch schon Klima? Darauf gibt es inzwischen Antworten aus der Klimaforschung. Mit neuer Technik und besserer wissenschaftlicher Zusammenarbeit kommen die schneller als früher. Und sagen: Das letztes Jahr, das war schon der Klimawandel. Und so wird es wohl auch dieses Jahr sein. Darauf dürfen wir uns einstellen: Die Jahrhundertsommer kommen jetzt im Jahresrhythmus, die Jahrhundertstürme und Jahrhunderthagel und Jahrhunderthochwasser auch. Und schuld daran sind wir - die Generationen, die schon länger auf dieser Erde leben als unsere Kinder. Und genau das werden sie uns vorwerfen. Wir gefährden ihre Zukunft. Und wir müssen jetzt ganz stark sein, denn mit unserem Lebenswandel wird es so nicht weitergehen. Wir sollten schon mal üben, uns von lieb gewordenen Gewohnheiten zu verabschieden. Vom Kurzurlaub mit dem Flugzeug, vom Billigangebot an der Fleischtheke, von der Autofahrt zur Arbeit. Das wird es alles nicht mehr geben. Und das, was es noch geben wird, wird viel viel teurer werden …

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  • 26.06.2019
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    52:51
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    Allein auf hoher See. Wenn Retter in Not geraten

    Ja, die Abschreckung wirkt. Europa hat dicht gemacht, lässt Flüchtlinge möglichst erst gar nicht mehr ins Land und an Land und behandelt die, die es doch schaffen, schlecht. Beispiel Griechenland: In den Flüchtlingslagern auf den griechischen Inseln herrschen katastrophale Verhältnisse. So schlechte, dass die Vertreter der UNO schlicht von Menschenrechtsverletzungen sprechen. Und es kommen weniger Migranten. Auch deshalb, weil sie auf hoher See nicht mehr gerettet werden. Der Erfolg: die Prozentzahl der Ertrunkenen steigt. Das Mittelmeer ist heute mehr denn je ein Massengrab. Und die privaten Seenotretter, die im Mittelmeer noch Menschen retten, nachdem sich alle staatlichen Schiffe der Europäischen Union zurückgezogen haben, sie werden zunehmend kriminalisiert. Italien weigert sich seit langem immer wieder, Gerettete an Land gehen zu lassen. Andere Mittelmeeranrainer wie Malta eifern dem Vorbild nach. Jetzt hat Italien das Befahren seiner Hoheitsgewässer durch die Seenotretter unter Strafe gestellt. Rechtens ist das alles nicht, das stört den rechten Innenminister aber nicht. Für ihn sind die Menschen Kriminelle, die Leben retten.

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  • 25.06.2019
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    54:00
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    Zwickmühle – Das Brüsseler Brettspiel

    Die Zeit läuft, in einer Woche sollte Klarheit herrschen. Dann ist die konstituierende Sitzung des EU-Parlaments. Aber noch wird heftig darüber gestritten, wer den Posten des EU-Kommissionspräsidenten übernehmen soll. Die Staats- und Regierungschefs können sich nicht einigen. Zu unterschiedlich offenbar die Interessen und gänzlich verschieden von denen des Parlaments, das dem Vorschlag zustimmen muss. Angela Merkel will und muss den konservativen Manfred Weber durchsetzen. Der spanische Premier Sanchez will aber keinen Konservativen. Und Frankreichs Präsident Macron lehnt das ganze Spitzenkandidatenmodell bei der Europawahl ab. Auf dem aber wiederum das Parlament beharrt. Auch der Sozialdemokrat Timmermans und die Liberale Vestager können keine Mehrheit hinter sich vereinen. Was nun? Nach einer Europawahl mit höchster Beteiligung die gegenseitige Blockade der EU-Institutionen. Egal wer sich bewegt: Wer einlenkt, dem droht der Verlust von Macht und Einfluss. Wir sind unfähig, uns zu einigen - ist das die Botschaft der Europapolitik an die Wähler?

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  • 24.06.2019
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    54:00
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    Mutig auf die Straße: Ziviler Widerstand global

    In Hongkong demonstrieren Hunderttausende gegen ein geplantes Gesetz, das als Bedrohung der Bürgerrechte wahrgenommen wird. Es sieht vor, dass Hongkonger künftig der staatlich gelenkten chinesischen Justiz unterliegen. Weil der zivile Protest so groß ist, musste die Regierungschefin zurückweichen, sie hat das Gesetz vorläufig auf Eis gelegt. Die Demonstranten erleben, dass Widerstand erfolgreich sein kann- vorläufig jedenfalls. Die monatelangen Kundgebungen der "Fridays for Future" haben mit dafür gesorgt, dass die Grünen große Erfolge bei Wahlen einfahren- jedenfalls in Deutschland. Die Schüler machen die Erfahrung, dass ihre Präsenz auf den Straßen etwas bewirkt. In Prag demonstrieren Hunderttausende gegen den tschechischen Regierungschef, den sie für korrupt halten. Sie fordern unabhängige Ermittlungen. Wie passt das zu der pessimistischen Sicht, dass die Demokratie im Abwärtssog sei? Eigentlich zeigen doch die Demonstranten, wenn auch auf unterschiedlichen Plätzen und in unterschiedlichen Staaten , eines: Es gibt ein gemeinsames Gefühl für staatsbürgerliche Verantwortung. Für Engagement und Zivilcourage, selbst bei Menschen, die sich gar nicht kennen und weit voneinander entfernt leben. Die Globalisierung schafft sogenannte Wertschöpfungsketten in Politik und Wirtschaft. Was, wenn ziviler Protest ebenfalls globale Wertschöpfungsketten erzeugt? Und welche wären das?

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  • 21.06.2019
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    54:02
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    Alte Bekannte – Hessens rechte Szene

    Ein Regierungspräsident, der sich zu christlicher Nächstenliebe gegenüber Flüchtlingen bekannte, wird ermordet. Ein Rechtsextremer, der zuletzt unauffällig lebte, dessen Vorstrafenregister und Verbindungen aber umso auffälliger sind, wird als Tatverdächtiger festgenommen. Namen rechtsextremer Gruppen tauchen auf, zu denen der Beschuldigte Stephan E. Kontakt gehabt und als deren Mitglied oder Unterstützer er Verbrechen begangen haben soll: Bekannte Namen wie der NSU, aber auch weniger bekannte wie "Combat 18". LKA und Bundesanwaltschaft ermitteln und haben jetzt offenbar im Visier, was viele Ermittler vielleicht allzu lange nicht auf dem Schirm hatten. Und auch unabhängig vom Fall des ermordeten Regierungspräsidenten Walter Lübcke gibt es einige Fragen, die dringend geklärt werden müssen: Wie stark sind rechtsextreme Gruppen hier bei uns in Hessen? Wie eng und wie effizient arbeiten sie zusammen? Laufen die Ermittlungen gegen sie wirklich in jedem Fall "auf Hochtouren", wie es immer heißt, oder werden sie gebremst von Polizeibeamten, die mit der rechten Szene sympathisieren? Dass es solche Beamte gibt, darauf deuten z.B. die Drohbriefe an eine Frankfurter Anwältin hin - mit Daten, die anscheinend von einem Polizeicomputer abgerufen wurden. Fest steht: Es gibt und es gilt einiges aufzudecken an rechtsextremen Aktivitäten in Hessen - im Netz und auf Demos, in Hinterzimmern und im Untergrund.

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  • 18.06.2019
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    54:07
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    Denken für ein bisschen Frieden – Ein Preis und seine Wirkung

    Der deutsche Buchhandel vergibt viele Preise. Den renommiertesten gibt es aber nicht in erster Linie für literarische oder ökonomische Verdienste, sondern für Verdienste um den Frieden. In diesem Jahr zum 70. Mal. Der erste Preisträger war 1950 Max Tau, ein Autor und Verleger aus Oberschlesien, der heute weithin vergessen ist. Sein Laudator hingegen war Adolf Grimme, der niedersächsische Kultusminister und Direktor des NWDR, nach dem heute wiederum ein Preis benannt ist. Politiker wie Theodor Heuss haben den Friedenspreis des deutschen Buchhandels bekommen, bildende Künstler wie Anselm Kiefer und natürlich Autoren ganz unterschiedlicher Couleur, wie Hermann Hesse, Nelly Sachs, Astrid Lindgren oder Margaret Atwood. Unvergessen ist die "Auschwitzkeule“ mit der Martin Walser 1998 das Publikum in seiner Dankesrede schockierte. Wie viel Frieden stiften der Preis und diejenigen, die ihn bekommen? Ist er nur Auszeichnung oder auch Aufgabe? Und: Verschafft das Preisgeld von 25.000 Euro den Ausgezeichneten Freiräume? Fest steht: Der Frieden und sein Preis bieten allemal Stoff genug zum Vor- und Nachdenken.

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  • 17.06.2019
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    51:16
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    Gefährlicher Engpass - Machtkampf in der Straße von Hormus

    Sie kann schnell explosiv werden, die Lage in der Straße von Hormus. Nicht nur weil dort auf engstem Raum regelmäßig Öltanker unterwegs sind. Sondern auch weil dort jeder Zwischenfall zum Anlass werden kann, Öl ins Feuer zu gießen. All das kommt nun zusammen: Zwei Tanker, zwei Explosionen und mindestens zwei Akteure, deren Gemüter sowieso schon erhitzt sind: Hier der Iran, der mächtigste Anrainer der Straße von Hormus. Dort die USA, deren Präsident den Iran bei jeder Gelegenheit für den ersten aller "üblichen Verdächtigen" hält. Und dazwischen die Europäer, die beide Seiten am liebsten wieder an einen Tisch bringen würden und deshalb bemüht sind, Öl auf die Wogen statt ins Feuer zu gießen. Aber noch enger als die Straße von Hormus sind spätestens jetzt die politischen Spielräume.

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  • 05.06.2019
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    51:53
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    Kopfschuss und rechter Applaus - Ein Tod und die Folgen im Netz

    Es geschah auf einer Terrasse im nordhessischen Wolfhagen-Istha. Ein Schuss aus nächster Näher in den Kopf. Nichts spricht für Suizid. Viel mehr weiß man noch nicht über den Tod des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke. Auch nicht, ob die Tat einen politischen Hintergrund hatte. Den rechten Trollen im Netz ist das egal. Sie feiern den Tod Lübckes in den Sozialen Kanälen mit Beschimpfung und Häme. „Selbst schuld, kein Mitleid“, schreibt einer von ihnen auf Facebook. Nachdem sich Lübcke 2015 klar für eine Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in Kassel ausgesprochen hatte, wurde der CDU-Politiker für viele Rechte ein rotes Tuch. Bei einer Bürgerversammlung wehrte er sich gegen menschenfeindliche Zwischenrufe: Er stelle sich gegen alle, die ihre Verachtung unseres Staates artikulierten. Dafür wurde er monatelang zum Ziel rechter Hassbotschaften. So stellt sich nach seinem Tod nicht nur die Frage, wer ihn erschoss, sondern auch, wie man dem Hass rechter Trolle im Netz entgegen treten kann.

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  • 04.06.2019
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    50:40
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    Kollektiv ohne Kompass – Wenn Mannschaften versagen

    Während die "Reds“ feiern, versinken die "Roten“ im Tal der Tränen. Wie glücklich wäre die SPD, wenn sie einen Vorsitzenden wie Jürgen Klopp hätte! Einen Teamführer, der die Mannschaft zusammenbindet und positive Energien weckt - selbst nach Niederlagen. Es ist das Unglück der ältesten Partei Deutschlands, dass sie Persönlichkeiten wie Klopp nicht findet. Stattdessen läuft es in der SPD so: Nach Niederlagen wird der Trainer gemobbt und gedemütigt. Die Mannschaft zerfällt in Einzelkämpfer ohne Sinn fürs Teamspiel. Und das Publikum wendet sich mit Grausen ab. Wünscht sich jemand auf hoher See bei schwerem Wetter einen Skipper aus der SPD? Wer über die Meere fährt, braucht starke Führung und klare Befehlsstrukturen. Dann weiß auch die Mannschaft, was sie zu tun hat, um das Schiff zu retten. Genauso ist es auf dem Rasen. Jürgen Klopp hat es geschafft, seine Mannschaft in Liverpool zu einem widerstandsfähigen Team zusammen zu schweißen. Andrea Nahles gelang das weder in der SPD noch in der Bundestagsfraktion. Und das ist ein Versagen, das weit über ihre Partei hinaus Folgen hat.

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  • 03.06.2019
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    52:18
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    Siebzehn Kostbarkeiten: Der Kampf um die Seltenen Erden

    "Dreht China den Neodym-Hahn zu?“ hätten wir die Sendung auch nennen können. Aber Neodym ist nun mal nicht so bekannt wie Öl, und das gilt auch für die 16 anderen Metalle, die unter dem Namen „seltene Erden“ zusammengefasst sind. Sie sind einander chemisch und physikalisch in vielen Punkten ähnlich und kommen auch meistens zusammen vor. Und sie sind meist unersetzliche Rohstoffe für die High-Tech-Industrie: Computer, Windräder, Kernspintomographen und Elektromotoren funktionieren dank Seltener Erden. Da ist es höchst brisant, dass die Welt die siebzehn Kostbarkeiten zum überwiegenden Teil aus China bezieht. Denn dort liegen nicht nur die größten Vorkommen, dorthin schicken auch die anderen Förderländer ihre Erze, damit die Chinesen zu unschlagbar günstigen Preisen die metallischen Endprodukte produzieren. Gründe sind niedrige Löhne und fehlender Umweltschutz, worüber die Kunden aber hinwegsahen, solange der Handel funktionierte. Nun eskaliert der Handelskrieg zwischen den USA und China, und in Peking hat man die Seltenen Erden als Druckmittel entdeckt. Lieferengpässe würden die Weltwirtschaft wohl hart treffen, womöglich auch in Deutschland. Hängt die Aussicht zahlreicher Zukunftstechnologien und sogar der Energiewende bald davon ab, ob China den Neodym-Hahn zu oder aufdreht?

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  • 28.05.2018
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