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hr2-kultur | Der Tag - Kenntnisreich, ironisch, witzig, pointiert.

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  • 15.07.2020
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    51:29
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    Der Tag auf Weltreise: Marokko mit Dunja Sadaqi

    Es wäre ein gutes Jahr geworden für Marokko. Zum ersten Mal kürten die Staaten Afrikas nach europäischem Vorbild eine gemeinsame Kulturhauptstadt. Und das sollte Marrakesch sein. Nicht, dass diese Stadt nicht schon bekannt genug wäre, Reisende strömen reichlich dorthin. Vielleicht sollte es dann am Ende doch die Hauptstadt Rabat werden. Und dann kam Corona. Die Pandemie machte auch in Marokko deutlicher als zuvor, welche Probleme das Land hat: Marokko ist Durchgangsland für Migranten und Migrantinnen, die nach Europa wollen. Für viele ist in Nordafrika aber die Reise zu Ende. Sie bleiben dann als Illegale im Land und leben als Tagelöhner oder Bettler. Während des Corona-Lockdowns durften sie nicht auf die Straße und wurden, anders als die anerkannten Flüchtlinge, auch nicht versorgt. Gleichzeitig verschärfte sich auch die Lage von Minderheiten in Marokko und die der Frauen. Die Krise ließ deutlich werden, wo das reale Leben auf überkommene Moralvorstellungen einer Männergesellschaft prallt. Und die gestrandeten Touristen zeigten, dass die Administration selbst mit der wichtigsten Einnahmequelle des Landes nicht angemessen umgehen kann.

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  • 14.07.2020
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    52:52
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    Der tag auf Weltreise: Spanien mit Marc Dugge

    Wenn jetzt im Teatro Real in Madrid "La Traviata“ von Guiseppe Verdi gegeben wird, dann ohne Kuss und Berührung, aber mit ausgefeilter Hygienechoreographie. Masken, Desinfektion, Temperaturmessung - das gehört ab sofort zum Opernbesuch dazu und trotzdem wird diese neue Normalität von einem Aufatmen begleitet. Denn Spanien hat mit hohen Infektionszahlen und hartem Lockdown eine schwere Zeit hinter sich. Dabei haben die strengen Maßnahmen in Zeiten der Corona-Pandemie das Land gespalten und auch politische Wellen geschlagen. Die zentralen Entscheidungen aus Madrid werden in Regionen wie Katalonien ohnehin kritisch betrachtet. Jetzt sind mit den ersten Mallorcatouristen wieder vorsichtige erste Schritte zur touristischen Normalität gemacht und die Restauranttische werden wieder reich gedeckt.

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  • 13.07.2020
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    53:22
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    Der Tag auf Weltreise: Belgien mit Alexander Göbel

    Historische Städte wie Brügge sind Touristenmagnete, die Kunstszene in Brüssel lockt mit Alten Meistern, Comics oder Street Art, belgische Schokolade verwöhnt die Besucher. In diesem Jahr ist alles anders. Die Idee des nachhaltigen Tourismus wächst nach den Zeiten ohne Besucherströme, und in der Schokoladen-Vitrine liegt die Trump-Praline eines findigen Chocolatiers. Angelehnt an den Vorschlag des amerikanischen Präsidenten, mit Desinfektionsmittel von innen gegen das Corona-Virus vorzubeugen, füllt er seine Pralinen kurzerhand mit pflanzlichen Extrakten, denen desinfizierende Effekte nachgesagt werden. Corona bringt reinigende Wirkung in die Praline, einigende Effekte in die belgische Politik. Nach monatelanger Regierungskrise hat sich ein ungewöhnliches Parteienbündnis zusammengeschlossen, um die Corona-Krise zu bewältigen. Und beim Überwinden der Gräben zwischen Flamen und Wallonen hilft auch ein ehemaliger Radrennprofi: Eddy Merckx, der 75-jährig immer noch als der gemeinsame "größte Belgier aller Zeiten“ gilt.

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  • 10.07.2020
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    53:02
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    Der Tag auf Weltreise: Großbritannien mit Jens-Peter Marquardt

    Berichten aus Großbritannien, das heißt für unser Studio in London - man glaubt es kaum - nicht nur Boris Johnson, das verwunderliche britische Corona-Management und die Brexit-Verhandlungen im Blick behalten. Nein: Zum Glück bietet auch das Königshaus immer wieder Neuigkeiten mit bemerkenswerten Ereignissen. Prinz Harry und Herzogin Meghan - das gab es noch nie - entsagen der royalen Routine und verabschieden sich in die USA. Dabei erfüllt die 94-jährige Queen Elizabeth weiter souverän ihre königlichen Aufgaben, ihren Gemahl Prinz Philip, der kürzlich seinen 99sten Geburtstag feierte, an ihrer Seite. Schon verwunderlich, dass sich bei diesem Vorbild auf britischem Boden eine Gruppe von Frauen zusammentut, die das Frauenbild der 50er Jahre propagieren. Die Frauen der Tradwife-Bewegung wollen zurück an den Herd, suchen selbst die Erfüllung im Leben als Hausfrau und Mutter. "Zurück nach Deutschland" heißt es für unseren Korrespondenten Jens-Peter Marquardt, der sich nach sieben Jahren heute von seiner Aufgabe in London verabschiedet.

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  • 09.07.2020
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    54:27
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    Der Tag auf Weltreise: Österreich mit Andrea Beer

    Österreich und seine Berge - ein Sehnsuchtsziel für Reisende von überall. Besonders die alpine Welt lockt, auch zum Skifahren im Winter und bis ins Frühjahr hinein. In diesem Jahr wurde der Tiroler Ort Ischgl in Tirol weltweit bekannt. Von hier aus reiste das Corona-Virus in viele europäische Länder. Jetzt kämpft Österreich darum, wieder zum Reiseland zu werden und diejenigen, die sich im Skiurlaub dort infiziert haben, kämpfen für Gerechtigkeit. Die Infektionen von Ischgl wirken auch politisch nach. Kanzler Kurz präsentiert sich aufgeräumt und mit strenger Choreographie in der Corona-Krise, niemand spricht mehr von den politischen Wirren, als nach dem legendären Ibiza-Video eine Neuwahl nötig wurde. Definitiv keine Inspiration sei die Corona-Krise, findet die mehrfach ausgezeichnete österreichische Schriftstellerin Lydia Haider, bekannt für ihren satirischen, sarkastischen und provozierenden Stil nicht nur in ihrem Roman mit dem Titel "Wahrlich fuck you du Sau". Sie wettert mit feministischen Mitstreiterinnen gegen das Patriarchat und las beim diesjährigen Ingeborg-Bachmann-Preis. Wie passt das in das konservative Österreich?

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  • 08.07.2020
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    53:06
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    Der Tag auf Weltreise: Schweiz mit Dietrich Karl Mäurer

    Nicht nur Uhren, Taschenmesser, Käse und Schokolade gehen aus der Schweiz in die Welt. Auch die Züchtung der treuen Bernhardiner-Hunde und die Schweizer Kräuter erleben weltweit Anerkennung. Angebaut werden die Kräuter für beliebte Halsbonbons an der Strecke des Bernina-Express, der Weltkulturerbe-Bahn. Die Alpenüberquerung - ganz ohne Zahnräder, aber mit Panorama-Fenstern - lockt Touristen aus aller Welt. Wie wird der Tourismus in der Schweiz in diesem Sommer aussehen? Der "Rösti-Graben" trennt seit jeher die Deutschschweiz von der Westschweiz, jetzt wurde er zum Corona-Graben, nicht nur wegen der unterschiedlichen Fallzahlen in den Regionen. Wer reist in das kleine Land im Zentrum Europas? Den Schriftsteller Hermann Hesse jedenfalls inspirierte seine Zeit in der Schweiz zu künstlerischen und dichterischen Höhenflügen. Die Spuren, die er dabei hinterließ, werden liebevoll gepflegt und für die Öffentlichkeit aufbereitet in einer kleinen Gemeinde oberhalb von Lugano. Unbeschwert sein, weit weg von allen Krisen, wo geht das besser als in einsamen Bergen und an imposanten Schweizer Seen?

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  • 07.07.2020
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    55:02
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    Der Tag auf Weltreise: Italien mit Elisabeth Pongratz

    Italien erholt sich und das in mehrfacher Hinsicht. Dadurch, dass das öffentliche und touristische Leben wochenlang heruntergefahren war, wird die Luft sauberer, sind die Gewässer klarer mit unglaublichen Effekten. In den Kanälen von Venedig kann man bis zum Grund sehen, die Schwäne kehren zurück, sogar Delfine sollen gesehen worden sein. Die Stadt war zwischenzeitlich so leer, dass sogar den tourismusgeplagten Venezianern die Reisenden fehlten. Jetzt geht es langsam wieder los. Während die italienische Regierung noch mit den Folgen der Pandemie kämpft, nimmt in einem der beliebtesten Urlaubsziele deutscher Reisender der Tourismus wieder Fahrt auf. Das Land putzt sich raus von Nord bis Süd. Mitten im Shutdown hat Elisabeth Pongratz ihren Posten im Korrespondentenbüro in Rom bezogen und erzählt uns vom ganz besonderen Start in einer Hauptstadt mit menschenleeren Straßen.

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  • 06.07.2020
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    52:52
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    Der Tag auf Weltreise: Frankreich mit Marcel Wagner

    Eine außerordentliche "Weltreise" beginnt. Wir laden Sie ein in Regionen der Welt, aus denen die ARD-Korrespondenten und Korrespondentinnen täglich berichten. Von ihnen erfahren wir, was in Indien oder China, in den USA oder in Mexiko, was in Spanien und Schweden so los ist. In diesem Jahr dominiert die Corona-Pandemie die Berichterstattung. Wir hören von sehr laxen bis zu sehr strengen Maßnahmen aus den verschiedenen Ländern und von unterschiedlichen Folgen. Aber es gibt auch noch andere Themen. Exotische kulinarische Genüsse locken, touristische Highlights wie Museen, Schlösser oder Bibliotheken öffnen wieder ihre Pforten, ungewöhnliche Grotten und Höhlen laden ein. Dorthin nehmen uns unsere Kolleginnen und Kollegen in den nächsten vier Wochen mit. Manche, die ihren Korrespondentenposten nach vielen Jahren in diesem Sommer verlassen, andere, die kürzlich erst für die nächsten Jahre in das Auslandsbüro eingezogen sind. Erste Station der "Weltreise" ist Frankreich. Dort griffen auch in den weniger betroffenen Regionen wie in der Bretagne strenge Einschränkungen wegen der Corona-Pandemie, was viele Menschen in Frankreich verärgerte, Hotels und Restaurants in Bedrängnis brachte und die Partei von Präsident Macron Sympathien kostete. So sehr, dass er in der Konsequenz seine Regierung heute neu aufstellt. Trotz betriebsamer Unruhe im Élysée-Palast ist in Frankreich Verlass auf Altbekanntes. Paris lockt wieder, multikulturell und lebendig wie eh und je und in diesem Jahr so leer wie noch nie. Dabei hat der Eiffelturm gerade wieder seine einzigartigen Treppen geöffnet und ermöglicht vertraute Perspektiven auf ein anderes Frankreich.

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  • 03.07.2020
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    52:45
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    Ferien? Mit Mundschutz in den Sommer

    Es ist kein seltenes Phänomen: Man arbeitet bis kurz vor dem Urlaub auf Hochtouren und dann hat man endlich frei - und wird krank. Das sind sogenannte Stresswegfall-Reaktionen. Das Stresslevel ist in diesem Corona-Jahr besonders hoch. Auf viele Menschen sind ganz neue, unvorhersehbare Herausforderungen zugekommen: Homeoffice und Homeschooling, Arbeitslosigkeit und Hygieneregeln. Der Lockdown ist zwar erstmal zu Ende, aber auch der jetzige Zustand ist nicht so leicht zu verkraften und die Zukunft ist noch ein bisschen ungewisser, als sie das sowieso immer ist. Die Sommerferien sollen uns eine Verschnaufpause gönnen. Auch der Politik, die vor der Sommerpause noch viel auf der Agenda hat. Kriegen wir das überhaupt hin mit dem Urlaub in diesem Jahr? Fährt die Angst vor Ansteckung mit, kann man Abstand vom Alltag bekommen, wenn man Abstandsregeln beachten muss? Und brauchen Kinder, die lange nicht in der Schule waren, überhaupt Ferien?

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  • 02.07.2020
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    54:23
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    I have a dream - Die neue Rassismus Debatte

    Der Tod des Afroamerikaners George Floyd - und dass ein weißer Polizist ihn bei seiner Festnahme nicht atmen ließ -, hat vieles in Bewegung gebracht. Nicht nur in den USA und nicht nur auf den Straßen, sondern an vielen Orten der Gesellschaft. Auch bei uns in Deutschland. Größer denn je scheint nun die Entschlossenheit, aufzuräumen mit Rassismus, wo auch immer er auftritt, sei es in Gedanken, Worten oder Taten. Und wie auch immer er aussieht. Dem Rassismus "begegnen" soll nicht mehr nur eine Alltagserfahrung derer sein, die davon betroffen sind. Sondern dem Rassismus "begegnen" soll heißen: Offenem Rassismus entgegentreten, versteckten Rassismus aufdecken und unbewussten Rassismus bewusst machen. Beim Versuch, mit jeglichem Rassismus unserer Gesellschaft aufzuräumen, wird nun in vielen Schubladen das Unterste zu oberst gekehrt und vieles aussortiert. Ein neues Polizeigesetz in Bremen verbietet anlasslose Polizeikontrollen nach Hautfarbe. Der Werbespot eines Autobauers und ein Gemälde im Frankfurter Städel landen ebenso auf den Prüfstand wie alte Flaggen, alte Denkmäler und alte Kinderbücher. Eine Debatte ist in Gang gekommen, die ihrerseits viele Menschen bewegt und in der vielfältige Emotionen zutage treten: Erleichterung darüber, dass diese Debatte endlich geführt wird. Bestürzung darüber, dass sie nötig ist. Irritation bei denen, die sich zu Unrecht wegen Rassismus angegriffen fühlen. Zweifel daran, ob die Korrektur von Straßennamen und Textpassagen der richtige Umgang mit dem Rassismus der Vergangenheit ist. Und nicht zuletzt Hoffnung darauf, dass eine Debatte wie diese irgendwann überflüssig sein wird.

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  • 18.06.2020
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    53:09
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    Wo bitte geht’s zum Impfstoff? Wettlauf gegen Corona

    Wettlauf, das klingt irgendwie motivierend. Wir laufen zusammen, und am Ende läuft zwar jemand zuerst ins Ziel, aber den Preis kriegen wir alle: einen Impfstoff gegen das neue Coronavirus, also Gesundheit und Freiheit im Doppelpack. Aber laufen wir wirklich zusammen? Über 120 verschiedene Impfstoffprojekte nehmen weltweit teil, allein in Deutschland sind es sieben Firmen. Politischer Druck und Staatsbeteiligungen heizen die Konkurrenz an. Einige sind erst losgelaufen, andere haben schon ein gutes Stück zurückgelegt und die ersten Testphasen für den Impfstoff erreicht. Aber wie lange müssen wir eigentlich laufen? Normalerweise dauert es Jahre bis zum zugelassenen, allgemein verfügbaren Impfstoff. Viele Forscher und Politiker versprechen uns, dass es diesmal statt Marathon eine Mittelstrecke wird. Weil so viele mit so großer Unterstützung mitlaufen und zum Teil ganz neue, fortschrittliche Methoden zum Einsatz kommen. Aber wissen wir tatsächlich, wo das Ziel steht und ob es überhaupt eines gibt? Gegen das AIDS-Virus existiert bis heute ebenso wenig einen Impfstoff wie gegen die bekannten Coronaviren. Die Grippeimpfung wirkt nur bei 30 bis 70% der Geimpften. Besteht die Gefahr, dass wir laufen und laufen, ohne anzukommen? Dann geht nicht nur uns die Puste aus, sondern auch unseren Grundrechten.

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  • 16.06.2020
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    54:27
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    Smart gegen Corona - eine App als Alarmanlage

    "Macht euch locker, wir haben ja die App." Das ist - auf ihren simplen Kern reduziert - die jüngste Corona-Botschaft. Denn je mehr Kontaktbeschränkungen in letzter Zeit aufgehoben worden sind bzw. in nächster Zeit aufgehoben werden, desto mehr steigt wieder das Infektionsrisiko. Und ein Argument, warum wir uns das leisten können, liefert gerade auch jene Handy-Applikation, die das Bundesgesundheitsministerium jetzt vorstellt. Wer diese App auf seinem Smartphone hat und sich dann nachweislich mit dem Corona-Virus infiziert, kann mit Hilfe der App alle warnen, mit denen er oder sie Kontakt gehabt hat. Vorausgesetzt, alle Beteiligten haben ein Smartphone. Vorausgesetzt, alle Beteiligten haben die App darauf installiert. Und vorausgesetzt, alle haben genügend Vertrauen in diese Maßnahme. Vertrauen darauf, dass die App so funktioniert, wie sie soll. Vertrauen darauf, dass wir dadurch nicht mehr Daten preisgeben, als uns lieb ist. Und Vertrauen darauf, dass uns diese App auch tatsächlich ermöglicht, im Falle einer neuen Corona-Welle bei jedem einzelnen Wellenschlag sofort reagieren zu können, mit Test, Behandlung, Quarantäne. Eines ist klar: Die App ist umso hilfreicher, je mehr Menschen sich ihrer bedienen. Und deshalb ist sie eine nicht fleisch-, aber software-gewordene Vertrauensfrage an uns alle. An diejenigen, die nun vielleicht zum ersten Mal darüber nachdenken, sich ein Smartphone zuzulegen, und an diejenigen, die bereits aus Erfahrung wissen, wie dominant ein Smartphone mit all seinen Chancen und Risiken in unserem Alltag sein kann.

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  • 15.06.2020
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    55:16
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    Hongkong und Peking - ein Land, anderthalb Systeme?

    Wer in Hongkong gegen die chinesische Regierung demonstriert, wird in Zukunft wohl noch härter verfolgt als bisher. Ein neues Sicherheitsgesetz verbietet "Separatismus“ und "Aufruhr“. Aktivisten befürchten das Ende von Freiheit und Demokratie in Hongkong. Einer der prominentesten Demokratie-Aktivisten in Hongkong steht ab dieser Woche vor Gericht. Der Zeitungsverleger Jimmy Lai bezeichnet Chinas Präsidenten Xi offen als Diktator. Jetzt drohen ihm und anderen Aktivisten mehrere Jahre Haft. Eigentlich gilt für Hongkong und China das Prinzip: „Ein Land, zwei Systeme“ - also weitgehende Autonomie für die ehemalige britische Kolonie. Doch dieses Nebeneinander zweier Systeme scheint immer mehr zu einem Gegeneinander zu werden. Aktivisten sprechen vom Kampf zwischen Totalitarismus und Demokratie. Ist Hongkongs Autonomie also bald Geschichte? Welche Interessen verfolgt China in Hongkong? Und wie geht Deutschland als Handelspartner Chinas damit um?

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  • 12.06.2020
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    52:44
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    Eingefrorene Willensbildung – Parteien in der Coronakrise

    Es ist, wir haben das jetzt schon häufig gehört, die Stunde der Exekutive. Die Krise ist die Zeit und die Chance der Regierung. Das stimmt auch in der Coronakrise. Die Opposition ist weniger sichtbar, weniger hörbar, die Umfragewerte stützen die Regierenden. Und die meisten Regierten halten erst einmal eine Weile still, weil auch die Zivilgesellschaft sich neu orientieren muss. Darunter leidet die Demokratie. In der neuartigen Coronakrise tut sie das zusätzlich noch auf eine neuartige Weise, und das trifft auch die Regierungsparteien: der erzwungene Abstand zueinander, die Verschiebung der meisten Aktivitäten ins Virtuelle, das macht die ganze Politik im Wortsinn weniger greifbar. Nichts zum Anfassen. Kaum Chancen für Neuerungen, außer den von der Krise erzwungenen. Dass die Parteien in der deutschen Demokratie an der politischen Willensbildung mitwirken sollen, steht im Grundgesetz. Aber wie sollen sie das tun, wenn sie sich selbst virtualisiert haben und wir gleichzeitig von der virtuellen Demokratie noch sehr weit entfernt sind. "Neuland", und das nicht unbedingt fruchtbar …

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  • 10.06.2020
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    50:48
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    Schäm dich, aber richtig

    "Shame on you" rief die Klimaaktivistin Greta Thunberg bei ihrem Auftritt vor der UNO den versammelten Politikern vom Rednerpult aus zu: "Schande über euch - schämt euch!" Und die meisten der angeschrienen Politiker schlugen tatsächlich die Augen nieder. Die Scham ist die Herrin der Emotionen, sie schwebt über allem, steht hinter allem, wacht über alles. Sie sortiert ständig ein - uns und unsere Gefühle. Richtig oder falsch? Akzeptiert oder unerwünscht? Und wenn wir gefehlt haben, sei es auch nur vor unserem eigenen Anspruch, dann zwingt sie uns, die Augen niederzuschlagen, sie treibt uns die Röte ins Gesicht und den Schweiß auf die Stirn. Dann würden wir uns am liebsten in Luft auflösen. Ein unnötiges, ein peinliches Gefühl. Und doch ein Kompass, der uns durchs Leben führt und unser Zusammenleben mit anderen überhaupt erst möglich macht. Andererseits: Warum schämen sich Diebe oder Betrüger nicht? Oder höchstens dann, wenn sie erwischt werden. Weil Scham viel mit diesen Anderen zu tun hat, mit denen wir zusammenleben. Und weil es peinlich ist, erwischt zu werden. Auch bei einem Missgeschick. Selbst bei der Ansteckung mit einem unsichtbaren Virus können sich manche schämen: "Ist doch peinlich, dass ausgerechnet mir das passiert!" Wenn’s peinlich wird, dann können sich übrigens auch Tiere schämen.

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  • 09.06.2020
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    51:36
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    Die Schwarz-Weiß-Brille: Rassismus im Alltag

    Es waren Tausende auf den Straßen. Mit dem Corona-Abstand war das schwierig, aber auch ihr Thema war schwierig: Rassismus. Es ging um den in den USA, dagegen wurde aber auch in Europa demonstriert, auch in Deutschland. Und das mit dem Hinweis auf den hiesigen Rassismus. Der sicher etwas anders aussieht, sich für die Betroffenen aber gar nicht so anders anfühlt, als in den Vereinigten Staaten. Also schauen wir mal, am Tag der Beerdigung von George Floyd - weg von den Straßen und Demonstrationen: auf den Alltag dort und vor allem hier. Wie äußert sich der Rassismus im Alltag, was erleiden die, die ihn am eigenen Leib erfahren? Woher kommt er, immer noch? Wo und wie ist er verfestigt und strukturell, eingebettet in die Gesellschaft und das Denken? Wie ist das hier bei uns und was unterscheidet uns? Und wo muss und kann Rassismus bekämpft werden?

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  • 08.06.2020
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    52:03
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    Klatschen reicht nicht! Die doppelte Krise der Pflege

    Kein Besuch von Angehörigen, kein Spaziergang, keine netten Kartenrunden. Das Virus hat unser aller Leben verändert, am drastischsten aber das der Risikogruppe der hochaltrigen und pflegebedürftigen Menschen. In der häuslichen Pflege brechen Unterstützungssysteme zusammen, Pflege- und Altenheimbewohner leiden unter der Isolation im Shutdown. Auch wenn erste Lockerungen ein wenig Erleichterung bringen, die Einschränkungen belasten die Situation enorm: Bewohner, Angehörige und Personal. Einmal pro Woche wird für die Pfleger und Pflegerinnen geklatscht, ansonsten lässt die öffentliche Aufmerksamkeit rapide nach. Nur kurz spülte die Virus-Krise die ohnehin schon krisenhafte Pflegesituation in das Licht der Öffentlichkeit. Wie wirken sich die Auflagen in den Pflege- und Altenheimen aus? Wie sehr müssen alte und pflegebedürftige Menschen durch Beschränkungen geschützt werden? Ist die Corona-Krise vielleicht sogar eine Chance für Pflegekräfte, endlich für angemessene Anerkennung und Bezahlung zu kämpfen und für die Politik, sie ihnen endlich zuzugestehen?

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  • 05.06.2020
    0 MB
    52:56
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    Neues Geld für alte Strukturen? – Das Konjunktur-Paket

    Die Bundesregierung hat am Mittwochabend ein 130 Milliarden Euro umfassendes Konjunkturpaket beschlossen. Fast 21 Stunden wurde um das Ergebnis gerungen, nun liegt es vor. Doch wer bekommt jetzt eigentlich welche Unterstützung? Wie trägt es der Corona-Krise Rechnung? Hat es nur die historisch Einzigartigkeit im Blick oder hat man tatsächlich etwas gelernt? Der Konflikt ist offenbar: So sehr die gedrosselte Wirtschaft der Umwelt gut getan hat, selbst in diesen Wochen waren wir von dem erklärten Ziel der Co2-Reduktion noch weit entfernt. Brauchen wir jetzt eine Wirtschaftsförderung alten Stils oder muss man nicht völlig umdenken und neue Strukturen entwickeln? Und was passiert, wenn Familien, Kleinstunternehmen und Ökosysteme auf der Strecke bleiben?

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  • 04.06.2020
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    53:58
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    Potzblitz und Donnerwetter! Eine Gewitterkunde

    Kaum sind die kalten Tage der Eisheiligen vorbei, stehen uns die Sommergewitter ins Haus. Plötzliche Verdunkelung des Himmels und sturzbachartige Regenfälle sind da keine Ausnahme. Der Donnerstag ist der Tag des Gottes Thor, oder Donar, wie er ursprünglich hieß. Er hatte die Aufgabe, Midgard, die Welt der Menschen, zu beschützen und zwar erstmal durch und nicht vor Gewittern. Seine Kraft galt der Vegetation und, erzürnte man ihn, dann auch der Zerstörung. Heute haben wir vielfach Mittel der Erforschung und Abwehr von Naturphänomenen gefunden, die jenseits der Anrufung der Götter Bestand haben. Vollständig sicher aber sind wir immer noch nicht. Denn die Schäden durch Naturkatastrophen sind groß und werden durch den Klimawandel nicht geringer. Also versuchen wir die Gefahr zu bannen, sie wissenschaftlich zu erforschen oder in der Kunst handhabbar zu machen. Kein Horrorfilm, der ohne Blitz und Donner auskäme und kaum ein Liebesdrama, das sich nicht dagegen zu behaupten sucht. Wir warten mit Spannung, auf das was in den kommenden Tagen auf uns herabregnen soll.

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  • 03.06.2020
    0 MB
    53:12
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    Tiefe Risse: Was hilft gegen die Spaltung der Gesellschaft?

    Nach dem Tod von George Floyd ziehen sich die Proteste über die ganzen USA. Von den größten Unruhen seit der Ermordung Martin Luther Kings 1968 sprechen Beobachter. Die Spaltung der amerikanischen Gesellschaft wird sichtbar. Neu ist sie nicht. Ethnische Minderheiten fühlen sich schon lange und systematisch diskriminiert. Präsident Trump ist mit seinem Krisenmanagement im Umgang mit der Corona-Pandemie gescheitert. Jetzt gießt er Öl ins Feuer mit aggressiv spaltender Rhetorik, Verunglimpfungen und Drohungen gegen Demonstranten und Kritiker. Der Umgang mit der Corona-Krise wird auch in anderen Ländern zum Prüfstein des gesellschaftlichen Zusammenhalts. Der spanische Premier verlängert den Notstand und erntet Proteste, Präsident Macron wird inzwischen von der Mehrheit der Franzosen abgelehnt. Auch in Deutschland protestieren Hunderte jedes Wochenende gegen die Corona-Einschränkungen. Werden in der Pandemie Missstände sichtbar, die sonst unter der Oberfläche verschwinden? Welche Rolle spielt das Krisenmanagement für den Zusammenhalt einer Gesellschaft? Und wer hat Interesse, Spaltungstendenzen zu befördern?

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  • 02.06.2020
    0 MB
    54:51
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    Verriss, Feedback, Auseinandersetzung - Die schwierige Kunst der Kritik

    Marcel Reich-Ranicki wäre heute 100 Jahre alt geworden. Viele verbinden mit ihm die Vorstellung, dass eine richtige Kritik nur ein saftiger Verriss sein kann. Das war allerdings nicht immer so: Immanuel Kant hat die reine Vernunft in seiner Kritik nicht verrissen, sondern nur ganz genau untersucht, was sie kann und was nicht. Aus dem kritischen Unterscheiden wurde nach und nach das subjektive - und manchmal negative - Urteil über eine Sache, z.B. als Kunst- und Literaturkritik. In der Philosophie bei Marx und später in der Kritischen Theorie wurde die Kritik eine umfassende Kritik der Verhältnisse, oft mit dem Ziel, die Verhältnisse zu verändern. Und in der Umgangssprache wurde aus der Kritik ein Zwitterwesen aus Genörgel, Schimpfen, in die Tonne treten oder eben brillantem Verreißen. Gebraucht wird Kritik in allen Formen dringend. Es gibt Profikritiker, die sich mit Musik, Büchern und der Leistung von Köchen beschäftigen. Es gibt Kabarettisten und Satiriker, die - mal mit, mal gegen ihren Willen - als Gesellschaftskritiker gehandelt werden. Die Laien betreiben derweil je nach persönlicher Vorliebe Islamkritik, Sprachkritik, Kapitalismuskritik und geraten sich dabei im Internet in die Haare. Und dann sind da noch die Zeitkritiker, die finden, dass der Geburtstag von Reich-Ranicki vor allem eines zeigt: die Kritik ist auch nicht mehr das, was sie einmal war.

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  • 29.05.2020
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    53:38
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    Weiterleben, aber wie? 100 Tage nach dem Anschlag von Hanau

    Sie waren zwischen 21 und 44 Jahre alt, lebten in Hanau und saßen am Abend des 19. Februar in einer Bar oder in einem Café in Hanau. Sie starben. Der Attentäter Tobias R. tötete sie bei einem rassistischen Anschlag, alle Opfer hatten ausländische Wurzeln. Das ist jetzt 100 Tage her. Die Wunden sind noch nicht verheilt, der Schmerz bleibt. Die Angehörigen der Opfer haben sich in einem Verein zusammengeschlossen und wollen die Erinnerung an die Tat wachhalten, kämpfen gegen Hass und Rassismus, für Toleranz und Zivilcourage. Damit sich so eine Tat nie wiederholt. Denn Hanau ist keine Einzeltat. Es lassen sich Verbindungen ziehen zu rechtsextremem Terror in Halle, Christchurch oder Oslo, um nur einige zu nennen. Die Täter radikalisieren sich im Netz, wir müssen uns auch mit ihnen beschäftigen. Wie wirken rechte Online-Communities? Wie wird Hass im Netz zu Gewalt und Mord auf der Straße? Welche politischen Konsequenzen sind aus den Taten gezogen worden? Und was können wir alle gegen Hass und Rassismus tun?

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  • 28.05.2020
    0 MB
    54:30
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    Karlsruhe statt Luxemburg – Wenn das EU-Recht an Grenzen stößt

    Wenn zwei sich streiten, dann schlichten Gerichte. Aber wer soll schlichten, wenn zwei Gerichte sich streiten - und zwar nicht nur in der Sache, sondern auch darüber, wer in der Sache das letzte Wort haben darf? Der Europäische Gerichtshof in Luxemburg und das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe haben sich beide in letzter Instanz ein Urteil über das Tun und Treiben der EZB erlaubt. Aber wer von beiden hat das zu Recht getan? Der EuGH, weil die EZB nun einmal eine europäische Zentralbank ist? Oder das höchste deutsche Gericht, weil auch europäische Rechtsprechung nicht gegen das Grundgesetz verstoßen darf? An dieser Frage hängt mehr als nur ein juristisches Geplänkel. Denn es geht um nichts Geringeres als darum, wer in der Europäischen Union die rechtliche Autorität haben soll - und überhaupt die Autorität: Die gemeinschaftlichen Institutionen der EU, deren Einfluss vielen Mitgliedsstaaten viel zu weit geht? Oder die Institutionen der Mitgliedstaaten, von denen ja schon jetzt manche aus der Reihe tanzen? Die EU und ihre Mitglieder werden also - frei nach Goethes Faust - entscheiden müssen, was ihre Welt "im Innersten zusammenhält".

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  • 27.05.2020
    0 MB
    54:41
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    Plantschen, Plaudern, Pommes. Wann dürfen wir wieder ins Schwimmbad?

    Los geht der Badespaß! Zumindest in einigen Bundesländern haben die ersten Freibäder wieder geöffnet. In Hessen lockt ab kommendem Wochenende das kühle Nass, allerdings erst einmal nur für Vereine. Denn zwischen Arschbombe und Bauchplatscher droht die Ansteckung. Also gilt auch im Schwimmbad: Abstand halten, Hygieneregeln beachten. Wie weit ist es da noch her mit dem Spaß, wenn nur noch in Bahnen hintereinander hergeschwommen werden darf und sich zwischen das Präsentieren und Toben auf der Liegewiese die Abstandsregelung drängt. Denn kein einziges böses Tröpfchen soll sich seinen Weg bahnen können. Schließlich lockt das Schwimmbad nicht nur wegen körperlichen Benefits und Wohlbefinden, sondern seit jeher ist mit der Badekultur ein soziales Ereignis verbunden. In Bädern trifft sich jung und alt quer durch die Gesellschaft - vor Pommes, Würstchen und Wassereis sind alle gleich und das schon sehr lange. Ob Flussbaden oder Badeseen das ersetzen können? Noch müssen wir uns mit Trockenübungen begnügen, die beste Zeit für einen Bade-"TAG" also - ganz ohne Ansteckungsgefahr.

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  • 26.05.2020
    0 MB
    53:35
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    Auseinander! Keine Chance für die Masse

    "Die Masse machts", sagt der Volksmund. Aber dieser Satz bleibt einem seit Wochen im Halse stecken - seit wir nur noch in Maßen zueinanderfinden dürfen und eben nicht mehr in Massen. Weil Massenveranstaltungen nun einmal schwer vereinbar sind mit Abstandsregeln. Und deshalb macht die Masse bis auf weiteres so gut wie nichts. Manche werden nun sagen: "Macht nichts", weil sie sich in der Masse eher unbehaglich fühlen. Andere dagegen vermissen genau das, was ein Konzert, ein Fußballspiel oder eine Party überhaupt erst zum Erlebnis macht, nämlich den kollektiven Genuss. Denn der wird doch umso intensiver, je größer die Masse ist, in der man sich bewegt und bewegen lässt. Und was wird eigentlich aus einem politischen System, wenn sich keine Massen mehr versammeln dürfen? Demonstrieren mit Abstand zueinander mag zwar besser sein als gar nicht demonstrieren. Aber dass eine solche Demonstration mit Abstand die wirkungsvollste Protestform wäre, das wird man getrost bezweifeln dürfen.

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  • 25.05.2020
    0 MB
    53:54
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    Kinder, Küche, Konferenzen – wie Corona den Frauen schadet

    Am besten zuhause bleiben! Heute ist das eine zeitgemäße Empfehlung, um die Ausbreitung von Corona zu verhindern. Vorher war es eine reaktionäre Forderung an Frauen. Und in der Krise verschwimmt beides: Wenn Frauen zuhause bleiben, verringert sich die Ansteckungsgefahr vielleicht, es steigt aber offensichtlich die Gefahr, dass sie sich in traditionellen Rollen wiederfinden. Die Kinder sind ja auch zuhause - und in den meisten Fällen kümmern sich Frauen um sie. Ganz egal ob sie außerdem noch im Home Office arbeiten. Schon vor Corona leisteten Frauen den größten Teil der Haus- und Kinderarbeit und setzten eigene Ziele dafür zurück. Das hat in den vergangenen Wochen noch einmal deutlich zu genommen. Kinder und Küche kommen jetzt zu den Konferenzen einfach dazu. Oder die Frau lässt die Arbeit ganz ruhen, während der Mann wieder den Alleinverdiener gibt. Es sieht aus, als ob die Krise bestehende Ungerechtigkeiten zwischen den Geschlechtern verschärft. Manche sprechen von einer "Retraditionalisierung" der Verhältnisse durch Corona. Bedeutet das womöglich eine Rückkehr das Patriarchats?

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  • 22.05.2020
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    53:39
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    Seid ihr alle da? Wie wir uns digitalisieren

    Während die Kinder nicht in die Schule dürfen, lernen die Erwachsenen umso mehr: Jitsy, Zoom, Facetime, Teams - Mobiltelefone und Laptops füllen sich mit Apps, die digitale Konferenzen und Chats ermöglichen. Home Office und Abstandgebote erzwingen eine Digitalisierung im Schnellverfahren. Sogar die CSU muss ihren Parteitag online abhalten. Ist das jetzt eine Art Kollateralnutzen der Coronakrise, weil wir eine sowieso notwendige Modernisierung eben etwas schneller durchziehen? Oder verarmt unsere Kommunikation im Ausnahmezustand - ohne die vielen emotionalen Signale und Nuancen, die nur bei der persönlichen Begegnung im Zimmer (oder auch im Saal) funktionieren? Datenschutzprobleme gibt´s natürlich auch immer wieder, wenn Arbeitgeber sich die praktischen Apps und ihre Hersteller genauer ansehen. Und so ein Parteitag ist möglicherweise online gar nicht richtig beschlussfähig, weil Abstimmungen und Diskussionen nicht transparent sind. In jedem Fall ist es aber interessant zu fragen.

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  • 20.05.2020
    0 MB
    55:27
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    Glauben lernen? Streit über den Religionsunterricht

    Es war bundesweit einzigartig, was in den hessischen Schulen nach langem Ringen 2014 zum Alltag wurde: ein Islam-Unterricht, gleichgestellt dem katholischen und evangelischen Religionsunterricht. Durchgeführt wurde er vor allem in Zusammenarbeit mit dem größten Moscheeverein Deutschlands, der Ditib. Damit ist jetzt Schluss. Seit dem Putsch in der Türkei 2016 wuchsen die Sorgen, dass die enge Verbindung der Ditib zur türkischen Religionsbehörde Diyanet bis ins Klassenzimmer zu spüren sei. Ab nächstem Schuljahr soll nun Islamkunde für die muslimischen Schüler und Schülerinnen angeboten werden. Die christlich getauften Kinder sitzen weiterhin in einem "bekenntnisorientierten" Unterricht. Der alte Streit ist zurück. Ist das gerecht? Und verfassungsgemäß? Während Befürworter des Religionsunterrichts darüber diskutieren, fragen Kritiker grundsätzlicher: Wofür brauchen wir Religionsunterricht in einem säkularen Staat? Ist das Verhältnis zwischen dem Staat und den Religionsgemeinschaften noch zeitgemäß oder sollte neu geregelt werden? Eins zumindest steht fest, viele Menschen freuen sich, ganz unabhängig von Konfessionen, über arbeitsfreie christliche Feiertage wie Christi Himmelfahrt…

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  • 19.05.2020
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    52:27
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    Aus Erfahrung klug - Afrika und Corona

    Die Pandemie werde den Kontinent ungleich härter treffen als China, Asien oder die Vereinigten Staaten hieß es, als in Afrika die ersten Fälle von Covid 19 auftraten. Glücklicherweise ist es nicht so gekommen, vielleicht noch nicht. Vielleicht steht das Unglück noch aus. Aber offenbar ist gerade nicht das Virus die Katastrophe, sondern die Folgen seiner Bekämpfung: die Einkommen brechen weg, Impfkampagnen werden ausgesetzt, Hilfsflüge eingestellt, die Preise steigen. Nur den Heuschrecken geht es gut. Eine Plage überfällt das östliche Afrika. Hinzu kommt in einigen Regionen eine toxische Mischung aus Terror und Repression. Aber Afrika, so unterschiedlich die 54 Staaten auch sind, ist krisenerprobt, hat Erfahrung mit anderen Großkrisen: Ebola, Terrorismus, Hunger, sozialen Unruhen und Ungleichheiten. Wie verändert ein solches Wissen und die Widerständigkeit die afrikanische Gesellschaft? Und was können wir Europäer von Afrika lernen?

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  • 18.05.2020
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    53:37
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    Noch nie so brotlos wie heute - die Not der Kultur

    Die Kontaktbeschränkungen zeitigen Erfolge. Fraglos. Die Zahl der Ansteckungen mit Covid 19 ist soweit zurückgegangen, dass es zu leichten Lockerungen des gesellschaftlichen Umgangs kommt. Endlich, sagen die einen, zu früh die anderen. Während nun die Geschäftswelt allerorten langsam wieder anläuft, bleiben Kinos, Theater und Vortragssäle weitestgehend geschlossen. Denn vielfach ist ein eingeschränkter Betrieb sowohl finanziell als auch organisatorisch unmöglich. Woher sollen die Kinobetreiber zum Beispiel die Filme nehmen, die ihnen ein wie auch immer eingeschränktes Publikum garantieren? Wie sollen kleine Theater proben oder auf der Bühne agieren, ohne die Corona-Regeln zu verletzen? Was ist mit den Kleinbetrieben und Soloselbstständigen, die bereits eine Hilfe erhalten und aufgebraucht haben? Und was wird nach der Pandemie? Kann man das, was jetzt Schaden nimmt, so einfach wieder reparieren? Zumindest eines ist sicher: wer sich heute Gedanken um das kulturelle Leben macht, hat es vor allem mit Sorgen zu tun.

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  • 15.05.2020
    0 MB
    53:55
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    Auf jeden Ball – Brot und Geisterspiele

    1:0 für König Fußball! Für ihn - genauer gesagt: für seine Mann-schaften in der Bundesliga - ist die Corona-Sperre aufgehoben. Von diesem Wochenende an darf das Leder wieder über den grünen Rasen rollen, damit die schönste Nebensache der Welt wieder aus der Ecke herauskommt und Geld wieder Tore schießen kann. Aber es ist ein Anpfiff zur Geisterstunde. Denn die Zuschauer stehen im Abseits - und nicht in der Fankurve. Trainer und Ersatzspieler versammeln sich mundgeschützt zum Maskenball an der Seitenlinie, und auflaufen darf nur, wer sich zuvor in Quarantäne fieberfrei warmgelaufen hat. Aber auch damit ist "der Drops noch nicht gelutscht". Denn gerade für die kleinen Vereine hat der Corona-Spielbetrieb - wie sonst der DFB-Pokal - seine eigenen Gesetze. Nur: Anders als beim DFB-Pokal können die Kleinen im Corona-Wettkampf keinen Pott gewinnen. Und was ist mit denen, für die der Fußball nicht ihr Leben ist? Nun, viele von denen nehmen Anstoß daran, wenn jetzt wieder Anstoß ist in der Bundesliga, während doch auf so vielen anderen Feldern die Corona-Beschränkungen in die Verlängerung gehen.

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  • 14.05.2020
    0 MB
    51:32
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    Wir wissen, dass wir nicht wissen – Die Vermessung der Pandemie

    Grundsätzlich halten wir die Welt für berechenbar. Wir umgeben uns mit Daten und Zahlen, nennen sie Fakten und richten unsere Handlungsmaxime daran aus. Deshalb gab es schon zu Beginn der Corona-Pandemie eine Vielzahl von Zahlen, die nicht einmal miteinander kongruent sein mussten. Die amerikanische Universität Johns Hopkins kommt immer noch zu anderen Ergebnissen, was die deutschen Infizierten angeht, als das Robert Koch-Institut. Der sogenannte R-Wert, die Zahl, die die Rate der Ansteckungen bezeichnet, fußt auf einer zu geringen Erhebung. Wir haben gelernt, mit diesen Widersprüchen zu leben. Ambiguitätstoleranz nennt das die Soziologie - will heißen, mit der Doppeldeutigkeit leben lernen. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder jedoch fordert endlich die verlässliche Zahl, in der Hoffnung, dass es eine solche geben kann. Eine repräsentative Datenerhebung ist sicher nötig. Man muss mehr und anders testen. Mit den derzeit eingesetzten PCR-Tests lässt sich nur eine akute Infektion testen. Nicht mehr und nicht weniger. Wir wollen aber mehr, mehr Sicherheit, mehr Kontrolle. Aber können wir die durch mehr Zahlen erhalten? Oder halten wir es besser mit Sokrates, der den Satz prägte: "Ich weiß, dass ich nichts weiß"?

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  • 13.05.2020
    0 MB
    52:06
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    Getan, gesagt - Die Stunde der Denunzianten

    "Der größte Lump im ganzen Land, das ist und bleibt der Denunziant". Das soll angeblich Heinrich Hoffmann von Fallersleben gesagt haben, der Dichter des "Deutschlandliedes". Ist das symptomatisch? Ist das Denunzieren gerade auch ein "Lied der Deutschen"? Angesichts der beiden deutschen Diktaturen im 20. Jahrhundert könnte man auf diesen Gedanken kommen. Denn beide, das Nazi- und das DDR-Regime lebten gerade auch von Denunzianten. Und viele von denen wiederum hofften, selbst überleben zu können, indem sie andere denunzierten. Aber wie ist das heute - in Zeiten von Corona? Wie zahlreich sind jetzt die Anzeigen gegen Menschen, die gegen die Abstands- und Hygieneregeln verstoßen? Und ist es angebracht, in diesem Zusammenhang vom "Denunzieren" zu sprechen? Wie sehr bei diesem Thema Vorsicht geboten ist, zeigt gerade das Beispiel Hoffmann von Fallerlsleben. Denn dass der Dichter unserer Nationalhymne den Denunzianten als "Lump" gebrandmarkt (oder denunziert?) hätte, ist nirgendwo belegt. Sollte also ausgerechnet der bekannteste Satz über Denunzianten dem falschen Urheber angehängt worden sein? Wenn das kein bemerkenswerter Zufall wäre! Wobei eine Denunziation nicht so sehr eine falsche Beschuldigung ist. Aber sie ist definitiv eine anrüchige Beschuldigung! Woran liegt das? An den Motiven des Denunzianten? An dem Vergehen, das er anzeigt? An der Anonymität, hinter der sich viele (wenn auch nicht alle) Denunzianten verschanzen? Was unterscheidet den Denunzianten von dem, der bei einem Vergehen nicht wegschaut und auch nicht nur hinschaut, sondern den Mund aufmacht? Was ja so oft als eine Tugend gilt! Und was unterscheidet ihn z.B. vom Whistleblower?

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  • 12.05.2020
    0 MB
    55:08
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    Verfolgen statt Löschen! - Hasskommentare im Netz

    Hass im Netz ist zu einem gesellschaftlichen Problem geworden. Niemand ist nicht gefährdet. Anfänglich setzte der Staat nur auf Löschpflichten der Internetplattformen. Inzwischen sollen die Hetzer spüren, dass ihr verbales Gift auch strafrechtlich relevant ist. Ein besonders unkonventioneller Ansatz findet sich in Hessen. Seit einem halben Jahr kooperieren die Generalstaatsanwaltschaft und ihre Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (ZIT) mit der Zivilgesellschaft, u.a. mit HateAid, einer Organisation von Aktivisten, die volksverhetzende Posts und beleidigende Tweets in den Maileingang der Staatsanwälte befördern und anzeigen. Bis Anfang April wurden mehr als 140 Ermittlungsverfahren eingeleitet. Leider mit mäßigem Erfolg. Es fehlt an Kooperationsbereitschaft der Plattformbetreiber, deren Sitz häufig im Ausland ist. Aber auch an Identifizierbarkeit der Menschen hinter den anonymen Accounts. Was könnte helfen? Die grenzüberschreitende Erhebung elektronischer Beweismittel? Eine gesetzliche Meldepflicht für Hassspots?

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  • 11.05.2020
    0 MB
    54:14
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    Wohin soll die Reise gehen? - Tourismus 2020

    Kein Sommerurlaub? Das ist für einen Großteil der Deutschen eine Horrorvorstellung. Deshalb kommen die Lockerungen der Corona-Beschränkungen gerade recht. Eine generelle Reisewarnung für Fernreisen wird aber bestehen bleiben, denn eine Rückholaktion im Ausland gestrandeter Touristen, wie im April, wird es nicht noch einmal geben. So viel steht fest. Es muss ja auch nicht der Tauchurlaub auf den Malediven oder der Dschungel-Trip in Südamerika sein. Es bleiben noch eine Menge gut zu erreichender Ziele im Inland und in den Nachbarländern. Die Frage ist allerdings, wie sich ein Urlaub anfühlt, wenn überall Abstandsregeln gelten und man ständig den Geruch von Desinfektionsmitteln in der Nase hat. Ist da Erholung möglich, zu der wir ja sogar verpflichtet sind, um unsere Arbeitsfähigkeit zu erhalten? Sind deutsche Reiseregionen vorbereitet für den zu erwartenden Ansturm? Was erwartet uns in diesem Sommer mit der Maske im Gepäck?

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  • 08.05.2020
    0 MB
    53:44
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    8. Mai – Erinnerung für die Zukunft

    Wer das Ende des Zweiten Weltkriegs miterlebt hat, muss heute über 75 Jahre alt sein, denn wir begehen am 8. Mai den 75. Jahrestag des Kriegsendes. Woran dieser Tag erinnert, ist auch nach einem dreiviertel Jahrhundert noch immer umstritten: Für die meisten Menschen in Deutschland dürfte es die Befreiung vom Nationalsozialismus sein, für einige ist es immer noch die Niederlage. Für alle wird es immer schwieriger, sich an das zu erinnern oder erinnern zu lassen, was davor war. Die Opfer der Nazis, die Überlebenden der Konzentrationslager, müssen schon sehr alt sein, um heute noch von damals berichten zu können. Deshalb müssen wir darüber nachdenken, wie das kollektive Vergessen zu verhindern ist. Wie transportieren wir die Berichte der Überlebenden in die Zukunft? Was erfährt die nächste Generation von dieser deutschen Vergangenheit - wie und wodurch? Das Erinnern muss neu erfunden werden …

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  • 07.05.2020
    0 MB
    54:36
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    The Good, the Bad and the Ugly - Virologie für Anfänger

    Dass uns ein Ding das Leben versauern kann, für das wir nicht einmal eine gängige Beschreibung haben, ist eigentlich unfassbar. Wie das Virus selbst, das auch nicht recht fassbar ist. Viren leben, obwohl sie nach unserer Definition keine eigenständigen Lebewesen sind, sondern eigentlich nur Nukleinsäurepartikel mit Erbinformationen. Außerhalb unserer oder anderer Zellen heißen die Kerle Virionen. Erst in der Wirtszelle werden sie zum Virus, und nur dort können sie sich vermehren. Dafür sind sie aber überall. Und alle Lebewesen haben mit ihnen zu kämpfen: von den Bakterien über die Pilze bis zu den Pflanzen und Tieren. Allerdings sind auch viele der Viren sehr hilfreich. Ohne sie wird es auch schwierig, denn sie halten - zum Beispiel im menschlichen Darm - andere potenzielle Krankheitserreger in Schach. Sie gehören zu unserem Immunsystem und sie können es angreifen und außer Kraft setzen. Von Grund auf ambivalente Kerlchen, diese Viren. Auch deshalb nicht so einfach, der Umgang mit ihnen.

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  • 06.05.2020
    0 MB
    54:38
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    To beam or not to beam – Zeit für eine Verkehrswende

    Beam me up Scotty! Was bei der Besatzung des Raumschiffs Enterprise eine gewohnte Art der Fortbewegung ist, bleibt für uns Zukunftsmusik. Wir sind immer noch auf Flugzeuge, Autos, Bahn, Schiffe, Fahrräder oder Roller angewiesen, um schneller an einen anderen Ort zu kommen, als zu Fuß. Leider bringt unser Bedürfnis nach Mobilität verschiedenste Probleme mit sich: Luftverschmutzung, verstopfte Straßen, Bodenversiegelung, Unfälle, Lärm. Und: Der Mensch will nicht nur sich selbst, sondern auch Waren transportieren. Das ist für unsere Lebensweise existenziell. Schon lange wird darüber nachgedacht, wie man Mobilität wahren und trotzdem wesentlich umweltfreundlicher unterwegs sein könnte. Jetzt, wo unsere Bewegungsradien eingeschränkt sind durch die Corona-Krise, könnten wir eine Art Neustart wagen. Leider immer noch ohne Science-Fiction, aber vielleicht mit der Erkenntnis, dass ein bisschen weniger oder anders unterwegs sein, mehr Lebensqualität bedeuten kann.

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  • 05.05.2020
    0 MB
    54:57
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    Würde, Werte, Wirtschaft: Der Preis des Lebens

    "Wenn ich höre, alles andere habe vor dem Schutz von Leben zurückzutreten, dann muss ich sagen: Das ist in dieser Absolutheit nicht richtig.“ So sprach der Mann, der das zweithöchste Amt im Staate bekleidet. Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble wusste sehr gut, dass man diese Meinung nicht teilen muss. Schon einmal war er mit ähnlichen Äußerungen in die Kritik geraten. Damals - nach 9/11 - wollte er Passagierflugzeuge abschießen lassen, um Terroristen daran zu hindern, sie als Waffe zu benutzen. Das heißt, Leben gegen Leben aufzurechnen. Das Bundesverfassungsgericht stoppte das Gesetz und die Diskussion. Die jetzt wieder aufflammt. Darf und muss der Staat alles tun, um in der Coronakrise Leben zu schützen? Kann das nicht auch zu unverhältnismäßigen Härten führen? Wenn sich die Angehörigen zum Beispiel von ihren todkranken Verwandten nicht verabschieden dürfen. Kann Seuchenschutz unmenschlich sein? Muss man in der Coronakrise einsam sterben, darf man sich nicht einmal mehr dieses letzte Mal verabschieden? Oder ist der Schutz des Lebens auch ein relativer Wert? Und wer bestimmt diesen dann?

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  • 30.04.2020
    0 MB
    52:16
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    Der Mai ist gekommen: Tanzt auf dem Balkon!

    Der Mai ist ein besonderer Monat. Kein anderer beginnt, und das schon von Alters her, mit den Hexen auf dem Blocksberg, mit einem Tanz. Keiner ist so oft besungen und bedichtet worden. Keiner hat mehr Wonne im Herzen. Und das, obwohl der Begriff Wonne einem Missverständnis entspringt. Denn der Mai wurde ursprünglich im Althochdeutschen als der "wunnimanot" bezeichnet, als Weidemonat, weil man nun das Vieh wieder auf die Weide treiben konnte. Selbst wenn das Vieh heute vielfach in den Ställen bleibt, die Wonne hat sich erhalten. Egal wo man hinschaut. Überall blüht und grünt es, und auch die Fauna, die Tierwelt, ist auf Hochbetrieb. Selbst die Politik findet öffentlich auf den Straßen statt in Gestalt von Protesten und Manifestationen. Im Moment mal gerade nicht, aber so hat die Natur noch mehr Raum, sich auszudehnen. Und weil der gemeinsame Tanz in Mai dieses Jahr auch ausfällt, tanzen wir mal anders in den nächsten Monat - jeder auf seinem Balkon.

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  • 29.04.2020
    0 MB
    53:54
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    Corona! Corona! Gib mir meine Normalität zurück

    Wir befinden uns gerade auf dem Weg in eine "Neue Normalität" hat der österreichische Kanzler Sebastian Kurz gesagt. Und der deutsche Vizekanzler Olaf Scholz hat das dankbar aufgegriffen und seit auch der Bundesgesundheitsminister damit jongliert geht der Begriff "viral". Er verbreitet sich unkontrolliert. Dabei dient er nicht nur zur Unterscheidung der alten Normalität, sondern scheint auch dazu genutzt zu werden, uns darauf einzuschwören, dass wir unsere alten Gewohnheiten und vor allem unsere gewohnten Freiheiten auf unbestimmte Dauer abgegeben haben. Ist das so gedacht? Sollen wir uns an den Verzicht wirklich gewöhnen? Sollten wir nicht besser daran festhalten und daran arbeiten, zur alten Normalität mit allen demokratischen und bürgerlichen Freiheiten zurückzukehren? Wer will sich denn an die sogenannte Neue Normalität gewöhnen? Wer hat Interesse daran, dass wir uns in dieses Neue fügen, einfügen lassen? Hat der Begriff nicht eher das Zeug zum Unwort des Jahres? Hat er. Wir wollen unsere alte Normalität zurück! Und fragen uns gleichzeitig: Wie war die eigentlich? War daran wirklich alles besser? Und was empfinden wir eigentlich als normal - was ist Normalität?

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  • 28.04.2020
    0 MB
    52:18
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    Leere Teller, volles Boot – Die Krise, der Hunger und die Migration

    Es werde eine Hungersnot "biblischen Ausmaßes“ geben, eine globale humanitäre Katastrophe wegen Corona. So die Warnung von David Beasley. Er ist der Leiter des Welternährungsprogramms der Vereinten Nationen. Zu den Hotspots zählen der afrikanische Kontinent und der Nahe Osten. Im Gazastreifen ist das Virus bereits angekommen, bei 1,9 Millionen Menschen, die in engen Gassen leben, schlecht ernährt sind und Vorerkrankungen haben. Ein klares Bild der Lage fehlt. Die Schulen sind geschlossen. Es fehlt an Tests, Kontrollen, Essen. Auf dem afrikanischen Kontinent ist die Pandemie mit Verzögerung voll ausgebrochen: in weniger Tagen stieg die Zahl der Infizierten um mehr als 50 Prozent. In drei bis sechs Monaten wird mit 10 Millionen Infizierten gerechnet. Entwicklungshilfeminister Gerd Müller will mit großer Wucht gegensteuern und die gesamte EU bewegen, millionenfaches Sterben und einen Sturz vieler afrikanischer Länder ins Chaos zu verhindern. Unruhen und Bürgerkriege könnten die Folge sein - aber auch zahlreiche Flüchtlinge, die nach Europa kommen.

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  • 27.04.2020
    0 MB
    52:46
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    Auf dem Flickenteppich bleiben? Corona und der Föderalismus

    "Es wäre schön, wenn ich nicht verhaftet würde, weil ich beim Fahrradausflug über die Landesgrenze fahre“, sagte der Hamburger Regierungschef Peter Tschentscher mit Blick auf die Auseinandersetzung mit dem Nachbarland. Schleswig-Holstein hatte mit den Touristen gleich auch die Besitzer von Zweitwohnungen des Landes verwiesen. Damit konnten viele Hamburger nicht mehr in ihre Datschen an Nord- und Ostsee. Ähnliches widerfuhr den Berlinern mit Häuschen in Mecklenburg-Vorpommern. Anders in Hessen, wo die Baumärkte einen Ansturm der Bayern erlebten, nachdem die bayerischen Baumärkte nur noch professionelle Handwerker einlassen durften. Weiter ging das Gerangel mit der Maskenpflicht. Wer mit der S-Bahn über die bayerische Landesgrenze fuhr, musste eine Maske aufsetzen, während in Hessen zuerst die kleineren Geschäfte geöffnet wurden und nun erst eine Woche später die Maskenpflicht kommt. Wobei in Nordrhein Westfalen auch große Geschäfte und Einkaufszentren öffnen dürfen, was wiederum einigen Einkaufstourismus auslösen dürfte. Ziemlich genau das also, was alle Corona-Maßnahmen verhindern sollten. Es lebe der Föderalismus!

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  • 24.04.2020
    0 MB
    48:48
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    Nicht berührt, nicht geschüttelt - Keine Lizenz für den Handschlag

    Wir brauchen Berührung - von Geburt an. Berührung macht gesund, Berührung schafft Bindung und Verbindung. Auch wenn wir dank Digitalisierung und Telefonie nicht wirklich sozial distanziert leben müssen in Corona-Zeiten. An der physischen Distanz führt kein Weg vorbei, wollen wir die Verbreitung des Virus eindämmen. Das heißt auch: Hände weg von einer in unserer Kultur unerlässlichen Geste - dem Handschlag. Er zeugt von Respekt, er zeigt Nähe, er besiegelt politische Bündnisse. Wird er verweigert, eine ausgestreckte Hand nicht wärmend in die eigene geschlossen, ist das eine Kampfansage. Was machen wir nun ohne dieses Hände-Alphabet des Miteinanders? Statt für Respekt und Zuwendung steht der Händedruck nun für Ansteckungsgefahr. Geht emotionale Nähe auch ohne ihn? Können neue Formen der Verständigung mit Ellenbogen, Füßen, Blicken ihn ersetzen? Und droht er gar für immer aus unserer Kultur zu verschwinden?

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  • 23.04.2020
    0 MB
    53:37
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    Aus den Augen, aus dem Sinn - Corona macht´s möglich

    Wachsam blicken wir - über unseren Mundschutz hinweg - auf das Corona-Virus, das wir zwar nicht sehen können, dessen Wirkung aber unsere volle Aufmerksamkeit auf sich zieht. Und verlieren prompt vieles aus dem Blick. Skandale z.B., die uns vor Corona ein Dorn im Auge waren und die wir eigentlich weiter beobachten müssten. Da ist eine (inzwischen ehemalige) Verteidigungsministerin schon vor langer Zeit in die Defensive geraten - wegen dubioser Beraterverträge ihres Ministeriums. Aber sie - Ursula von der Leyen - steht inzwischen an der Spitze der EU-Kommission, und was sie dort macht, verdient übrigens auch einen wachsamen Blick. Da ist ein (immer noch amtierender) Verkehrsminister - Andreas Scheuer - hohe finanzielle Verpflichtungen eingegangen, gegenüber Firmen, die eine PKW-Maut eintreiben sollten, die es gar nicht geben wird. Wird diese Affäre nun - statt weiter untersucht zu werden - in der Versenkung verschwinden? Da müssen sich Menschen vor Gericht verantworten, weil sie womöglich mit schuldig sind an der Massenpanik bei der Loveparade, die viele Menschen das Leben gekostet hat. Aber der Prozess gegen sie steht nun vor dem Aus. Und was wird eigentlich aus dem Kampf für mehr Klimaschutz, wenn es wegen Corona keine Fridays for Future-Demos mehr geben darf? "Stimmt, da war doch was!" So erinnern wir uns zwischen Isolation im Homeoffice und Maskerade im Supermarkt. Oder wir erinnern uns eben nicht. Und nutzen damit denen, die nur allzu gern unter den Mantel des Vergessens schlüpfen.

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  • 22.04.2020
    0 MB
    53:18
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    Corona oder: Wie ich lernte, die Maske zu lieben

    Jetzt ist sie also doch da und auch noch mitten im Gesicht: die Maske. Nach langem Hin und Her und Für und Wider wird sie uns anempfohlen oder auch vorgeschrieben, je nach Region. Und wir tun uns schwer mit ihr, nicht nur, weil wir dahinter schwitzen und kaum Luft bekommen. Während sie in China und Japan spätestens seit der SARS-Epidemie selbstverständlich ein Zeichen der Rücksichtnahme ist, löst sie bei uns Befremden aus. Zu lange kennen wir sie als Mittel, um etwas zu verbergen, bestenfalls im Theater oder auf dem Maskenball im Rollenspiel. Wir verbinden mit der Verhüllung des Gesichts andere Kulturen. Zur westlichen Art zu kommunizieren gehört der Ausdruck von Individualität. Und die zeigen wir mit unserem Aussehen und unserer Körpersprache. Jetzt verschwindet die Sprache des Gesichts hinter einem Stück Stoff. Und die persönliche Note? Die können wir zeigen, in dem wir selbst designen und nähen, schrill oder schick, im Dirndl- oder Techno-Look und so das Gesicht wahren, auch wenn wir es verlieren. Kann die Maske vom Symbol der Abschottung zum Zeichen der Solidarität und Hoffnung werden?

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  • 21.04.2020
    0 MB
    54:37
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    Weltkrankheitsorganisation – Wie hilfreich ist die WHO?

    Eine weltweite Pandemie braucht eine weltweite Antwort. Soviel haben wir durch das Virus schon gelernt. Aber bekommen wir die richtigen Antworten von der Weltgesundheitsorganisation? Mitten in der Corona-Krise gerät die WHO unter Druck. Zu spät und falsch habe sie gehandelt, so der Vorwurf, mittlerweile nicht mehr nur vom prominentesten Kritiker Donald Trump. Der stellte auch gleich die Zahlungen an die WHO ein, während der deutsche Außenminister davor warnt, diese Organisation ausgerechnet jetzt infrage zu stellen. Eine kritische Prüfung der WHO-Politik scheint allerdings - wann auch immer - dringend notwendig. Denn tatsächlich zeigen sich Ungereimtheiten in den Reaktionen der Weltgesundheitskapitäne und in ihrer Einschätzung der chinesischen Corona-Politik. Und verwunderlich ist auch, dass Taiwan allem Anschein nach auf Druck von China nicht an Bord der WHO genommen wird, obwohl das Land ein erfolgreiches Corona-Management an den Tag legt. Politisch beeinflussbar, schwergängig, träge - solche Vorwürfe werden nicht nur der WHO, sondern auch anderen UN-Organisationen gemacht. Wer also steuert die WHO? Und sind träge Tanker wie sie wirklich handlungsfähig genug zum Wohle der Weltgemeinschaft?

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  • 20.04.2020
    0 MB
    53:46
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    Das Wetter: Sonnig und trocken, im Abgang bitter!

    Alle Zeichen stehen auf Dürre. In weiten Teilen Deutschlands hat es seit Wochen kaum einen Tropfen geregnet, Felder und Wege sind staubtrocken, die Waldbrandgefahr ist hoch. Statt Regenwolken zeigt der Himmel Sonne, Sonne, Sonne. Was Sonnenanbeter und Wasserscheue freut, ist nicht nur Landwirten, Förstern und Gartenbesitzern ein Graus - sondern letztlich ein eklatantes Problem für uns alle, die wir von der Natur und ihren Früchten leben. Die Wasserspeicher in den Böden sind bis weit in die Tiefe hinein nachhaltig ausgetrocknet, denn es droht nun schon im dritten Jahr in Folge eine echte Dürre. Da reicht kein kleiner Schauer dann und wann, um die Reserven wieder aufzufüllen. Wald-, Wein- und Landbesitzer müssen sich umstellen, technische Innovationen sind gefragt, um das rare Nass möglichst schlau zu verteilen - in Israel ist man uns da voraus. Doch: reicht das? Muss nicht gerade die Landwirtschaft radikal umgestellt werden?

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  • 17.04.2020
    0 MB
    49:11
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    Ein Herz für 58 Kinder - Deutschlands Flüchtlingspolitik

    Allein im vergangenen Jahr sind fast 60.000 Menschen übers Meer nach Griechenland gekommen. Menschen, die aus ihrer Heimat geflohen sind und in Europa Hilfe, Sicherheit und Schutz suchen. Doch für viele sind die griechischen Inseln erst einmal Endstation. Im Verteilungskampf sucht die europäische Union nach einer europäischen Lösung - und das dauert. Die Aufnahmezentren auf Lesbos, Chios, Samos, Kos und Leros platzen aus allen Nähten. Etwa 40.000 Menschen leben dort aktuell, für 5.000 Menschen sind sie ausgelegt. Darunter tausende unbegleitete Kinder, die unter katastrophalen Bedingungen leben. Eine "Koalition der Willigen“ hat sich nun durchgerungen, Minderjährige aus den griechischen Flüchtlingscamps aufzunehmen. Darunter auch Deutschland. “Eine starke Botschaft der Solidarität” nannte es EU-Innenkommissarin Ylva Johansson. Morgen kommen die ersten Kinder in Deutschland an. Es sind 58!

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  • 16.04.2020
    0 MB
    53:36
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    Balkone - Die Bühne der Corona-Gesellschaft

    Der Balkon ist in Corona-Zeiten zu neuer Bedeutung gekommen. Wenn sich das Leben hauptsächlich in den eigenen vier Wänden abspielen muss, dann ist die Erweiterung ins Freie, und sei sie noch so klein, eine höchst willkommene Möglichkeit, eine Verbindung nach Draußen herzustellen. Zur Zeit wird, ohne dass sich jemand beschweren würde, vom Balkon aus gesungen und musiziert. Und wenn viele Instrumente auf vielen verschiedenen Balkonen erklingen, dann entsteht ein Gemeinschaftsgefühl, eine Nähe auf Abstand. Man winkt oder prostet sich zu, unterhält sich mit den Nachbarn und genießt ein Stückchen Freiheit an der frischen Luft. Balkone waren aber auch schon vor Corona besondere Orte, manchmal werden sie liebevoll bepflanzt und ausgestattet, manchmal sind sie eher vernachlässigte Abstellräume. Und sie tauchen auf in der Kunst, in der Literatur und im Film.

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  • 15.04.2020
    0 MB
    51:08
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    Pleiten, Pech und Profiteure – Wer gewinnt und wer verliert

    Soforthilfen, Kurzarbeitergeld, Kredite - die Bundesregierung hat im Kampf gegen Corona das größte Rettungspaket der bundesdeutschen Geschichte geschnürt: 1,2 Billionen Euro. Formal dürfen nur gesunde und von Corona betroffene Firmen diese staatlichen Darlehen beantragen. Aber für Geldwäscher und Pleite-Kandidaten bietet das schnelle Geld vom Staat eine prima Gelegenheit, ihre illegalen Geschäfte auszubauen oder zu gesunden, wenn sie vorher krank waren. Beispiel Condor. Die Chartergesellschaft brauchte bereits nach dem Aus der Muttergesellschaft einen Staatskredit. Karstadts Galeria Kaufhof verhandelte lange vor der Krise über Staatshilfe und schlüpft jetzt schnell noch unter einen Schutzschirm, ist erst einmal sicher vor den Gläubigern. Das schnelle Geld wird aber an der Börse gemacht: Ein Hedgefonds setzte Milliarden auf fallende Aktien in Europa. Jetzt schaut die Finanzaufsicht genauer hin. Was Pandemien anrichten, zeigt ein Blick in die Historie. Als Folge der mittelalterlichen Pest verdienten die überlebenden Arbeitskräfte in der Landwirtschaft mehr. Sie hatten eine höhere Verhandlungsmacht. In England brachen dagegen Revolten der Bauern aus, die sich mehr Freiheit und Rechte erkämpfen mussten. So ist das in einer Krise: Es gibt die Guten und die Bösen, die Profiteure und die Verlierer.

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  • 14.04.2020
    0 MB
    52:05
    Hr2 Der Tag 1400px

    Das Ende der Solidarität? – Europa aus den Fugen

    Das zähe Ringen um ein EU-Rettungspaket in der Corona-Wirtschaftskrise zeigt die Relevanz der Entscheidung der europäischen Finanzminister. Es geht um rund 500 Milliarden Euro für Unternehmenskredite, ein Kurzarbeiter-Programm, und den Eurorettungsschirms ESM für besonders betroffene Staaten. Die Wirtschaft retten, Arbeitsplätze sichern, Staaten in der Krise helfen. Dass es dazu einer besonderen gemeinsamen Kraftanstrengung bedarf, steht grundsätzlich außer Frage. Nur wie die aussehen kann, darüber herrscht weniger Einigkeit. So wie schon oft in letzter Zeit in der EU. Deswegen geht es mit diesem Rettungspaket nicht nur um die aktuelle Krise, es geht auch nicht um Almosen für besonders betroffene Staaten. Es geht um die Solidarität der europäischen Partner und womöglich um nicht weniger als den Fortbestand der EU. Diese Milliarden könnten nicht nur klammen Mitgliedsstaaten helfen, sondern Europas Zusammenhalt neu begründen. Wird die EU diese Chance in der Krise nutzen?

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  • 09.04.2020
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    52:54
    Hr2 Der Tag 1400px

    Keiner kommt hier lebend raus – Risikomanagement

    Selbst wenn wir eine Covid 19 Erkrankung vermeiden oder überstehen, heißt das nicht, dass wir ewig leben werden. Irgendwann ist auf jeden Fall Schluss. Sich die eigene Endlichkeit bewusst zu machen, gehört nicht gerade zu den Lieblingsbeschäftigungen des Menschen, aber unser Verhalten ist dennoch geprägt davon. Bei manchen mehr, bei manchen weniger. Welche Risiken gehen wir bereitwillig ein, welche vermeiden wir? Unsere Risikobewertung ist häufig irrational. Wir setzen uns meist völlig angstfrei in ein Auto, bekommen aber ein mulmiges Gefühl im Flugzeug, obwohl im Straßenverkehr deutlich mehr Menschen zu Tode kommen als in der Luftfahrt. Wir rauchen, trinken, ernähren uns schlecht und bewegen uns zu wenig, fürchten uns aber viel mehr vor einem Terroranschlag als vor den Konsequenzen unseres Verhaltens. Und möglicherweise schätzen wir auch bei Covid 19 unser eigenes Risiko und das der Anderen nicht richtig ein. Dabei wäre das so wichtig, um gesund und einigermaßen unversehrt aus dem verordneten Stillstand herauszukommen.

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  • 08.04.2020
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    49:24
    Hr2 Der Tag 1400px

    Grün, grün, grün – Glück im Garten

    Die Natur lässt sich nicht aufhalten, auch nicht von schrecklichen Viren mit alarmroten Knospen, die uns täglich bei der Verkündung der neuen Infizierten- und Todeszahlen in der Computeranimation entgegen leuchten. Aus der Erde strecken sich Narzissen und Tulpen der Sonne entgegen, der Apfelbaum beginnt zu blühen und der Rasenmäher dreht seine ersten Runden. Es ist die beste Zeit für den Garten, wenn der Frühling zu Hochform aufläuft. In diesem Jahr nutzen ihn viele noch intensiver, der Urlaub fällt aus und hier geht, was sonst zur Zeit nirgendwo geht: man kann planen. Neue Beete anlegen, Pflanzen setzen und pflegen, Gemüse und Kräuter anbauen. Das haben schon die Nachkriegsgenerationen an den Kleingärten geschätzt, Selbstversorgung hilft in der Krise. Und das Grün beruhigt und gibt Kraft. Diese Kraft kann auch tanken, wer keinen eigenen Garten hat. Denn in Parks lässt sich bestens lustwandeln und entspannen - und das geht sogar mit Abstand! Ein "Tag“ im Garten.

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  • 07.04.2020
    0 MB
    55:17
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    #Wir haben kein Zuhause

    Wer keine Bleibe hat, der ist arm dran. Der Mensch braucht ein Dach über dem Kopf. Und sei es nur ein Zeltdach. Aber was passiert, wenn man nicht mal das irgendwo aufbauen darf? Um der Pandemie Einhalt zu gebieten sollen wir nun alle möglichst viel zuhause bleiben. Nur haben viele Menschen eben gar kein Zuhause, oder drohen es zu verlieren, weil sie keine Einnahmen mehr haben und ihre Miete nicht mehr bezahlen können. Und wer sowieso schon auf der Straße lebt, der hat kaum eine Chance sich an die bestehenden Hygiene- und Abstandsregeln zu halten, gehört aber meist zu einer der Risikogruppen für Covid19. Wie erleben Obdachlose, schwer Drogenabhängige und andere, die nicht einfach zuhause bleiben können, die derzeitige Situation, wer könnte demnächst auch auf der Straße landen und was hilft?

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  • 06.04.2020
    0 MB
    55:02
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    Die Stunde des Staates – von der Sorglosigkeit zur Fürsorgepflicht

    In der Krise rufen alle nach dem Staat, auch die, die kurz zuvor noch die Freiheit des Marktes und des Individuums beschworen haben. Und wenn der Staat dann kommt und fürsorglich hilft, stellt er auch Regeln auf, die Sicherheit bringen sollen und deren Nichteinhaltung bestraft wird. Mit dem Virus gewinnt der Staat an Autorität, sogar über Grundrechte hinaus. Und das trägt die Bevölkerung mit. Die Bundesregierung mache beim Corona-Krisenmanagement einen guten Job, finden 72% der Deutschen. Dabei ist es auch dieser „starke“ Staat, der in den vergangenen Jahrzehnten auf Wachstum, Privatisierung und Globalisierung gesetzt hat - was die Auswirkungen der Corona-Krise verschärft. Weltweite Geschäftsbeziehungen sorgen für die Verbreitung des Virus. Fallen globale Lieferketten weg, fehlen Medikamente und Lebensmittel. Die Privatisierung im Gesundheitssystem hat die Krankenhäuser auf Effizienz gebürstet. Lassen sich die aktuellen Probleme lösen, wenn wir auf diesem Kurs bleiben? Können wir nach dieser Krise genau so weitermachen wie vorher? Oder können wir uns durch ein Umsteuern besser wappnen für die nächste Krise? Denn die kommt bestimmt - sei es eine ökonomische, eine ökologische oder die nächste Seuche…..

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  • 03.04.2020
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    55:00
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    Gefahr im Verzug - Wer hilft Kindern in der Krise?

    Normalerweise ist der Alltag von Kindern gut strukturiert. Sie gehen in den Kindergarten, in die Schule, in die Kita. Sie können Hausaufgabenhilfen in Anspruch nehmen, sich im Sportverein oder auf dem Spielplatz austoben. Durch die zahlreichen Angebote außer Haus werden die Eltern entlastet und wenn die häusliche Situation nicht so optimal ist, wenn die Wohnungen klein und die Eltern überfordert sind, dann fällt das nicht so ins Gewicht, weil es Ausweichmöglichkeiten gibt, weil Kinder auch in den Betreuungseinrichtungen ein Mittagessen bekommen und sie zusätzliche Bezugspersonen haben. Das fällt jetzt alles weg. Und es gibt viele Kinder, bei denen es nicht nur darum geht, die Langeweile zu vertreiben, sondern für die der verordnete Rückzug ins Familienleben eine Katastrophe ist. Ihnen drohen Vernachlässigung und schlechte Versorgung bis hin zu Gewalt und Missbrauch. Diese Krise ist kein Kinderspiel!

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  • 02.04.2020
    0 MB
    55:02
    Hr2 Der Tag 1400px

    Brotlose Kunst - Ist die Kultur noch zu retten?

    Theater zu, Kinos zu, Konzertsäle geschlossen. Das Kulturleben liegt brach. Dramatisch ist das nicht nur für uns Zuschauer, sondern vor allem für die Betreiber der Kulturstätten und alle, deren Existenzen an Auftritten, Lesungen oder Konzerten hängen. Vor allem freiberufliche Kulturschaffende sind schnell am Limit. Denn Geld lässt sich für die meisten nur mit Live-Auftritten verdienen. Kabarettisten, Musiker, Schriftsteller suchen zwar kreativ nach anderen Möglichkeiten, ihr Publikum zu erreichen. Online geht vieles, aber längst nicht alles. Und ersetzen kann der virtuelle Raum schon gar nicht, wofür Kultur in unserer Demokratie steht: Auseinandersetzung, Selbstreflexion, Gesellschaftkritik - und nicht zuletzt gemeinschaftliche Unterhaltung. Darauf können wir auf Dauer nicht verzichten. Wie kann die Kultur in Zeiten des Shutdowns überleben? Und danach auch zügig wiederbelebt werden?

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  • 01.04.2020
    0 MB
    51:52
    Hr2 Der Tag 1400px

    Keine Macht für Niemand – Politik in der Krise

    Wir erleben gerade alle, wie grundlegende Freiheitsrechte eingeschränkt werden. Noch sehen wir, dass das zum Wohle der Allgemeinheit getan wird. Aber es gibt auch Kräfte, die versuchen die Krise auszunutzen, um ihre persönliche Macht auszubauen. Wie Victor Orban in Ungarn, der per Notstandsgesetz regieren kann. Wie Marine Le Pen, die mit kruden Verschwörungstheorien Anhänger gewinnen will oder Benjamin Netanjahu, dem Corona mehr Amtszeit schenkt. Es leiden eben nicht alle unter einer Extremsituation, es gibt auch immer Profiteure. Und während die Mehrheit der Menschen mehr oder weniger ratlos zuhause sitzt, schlägt die Stunde der Macher. Zwar interessiert sich momentan kaum jemand dafür, wen die CDU zu ihrem Parteivorsitzenden und damit zum Kanzlerkandidaten machen will. Aber der Machtkampf geht trotz Corona Pandemie weiter. Sie kann Gesundheitsminister Spahn sogar nützen, seine Position zu stärken. In der Krise ist die Sehnsucht nach einem starken Staat, nach jemandem der den Weg vorgibt, groß. Wenn demokratische Strukturen aufgebrochen werden, ist das auch die Stunde der Extremisten?

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  • 31.03.2020
    0 MB
    51:48
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    Hänschen im Homeschooling – Chaos oder digitale Revolution?

    Eben noch im Klassenzimmer mit Frontalunterricht und Tafelkreide - jetzt im digitalen Lernraum. Hier begegnen sich seit zwei Wochen Lehrer und Schüler, und manche - Lehrer wie Schüler - fühlen sich dabei verloren. Das Home-Schooling läuft in der dritten Woche. Und während die einen gekonnt in Clouds und Videokonferenzen mit Ihren Lehrern kommunizieren, versuchen die anderen auf ihrem Handy mühevoll Arbeitsblätter zu bearbeiten. In dieser Ausnahmesituation zeigen die Versäumnisse der vergangenen Jahre ihre dramatischen Folgen. Der Digitalpakt ist zwar beschlossene Sache, der Bund stellt fünf Milliarden Euro bereit, um die Digitalisierung in den Schulen zu fördern. Aber die digitale Bildung ist noch längst nicht praktisch in den Klassenzimmern angekommen. Und die Abhängigkeit des Bildungserfolges vom Elternhaus bedeutet für viele Schüler jetzt ganz konkret, völlig alleine zu sein mit den Arbeitsaufträgen. Wie können negative Effekte der Schulzeit zuhause abgemildert werden? Und wie können die digitalen Erfahrungen dieser Zeit die Schule in Zukunft voranbringen? Dann könnte Hänschen schon früh lernen, was Hans später sowieso brauchen wird.

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  • 30.03.2020
    0 MB
    55:25
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    Geld oder Überleben - Moral in Corona Zeiten

    In so einer Notlage erscheint alles erst einmal ganz einfach. Leben retten! Das ist das Gebot der Stunde, dem muss alles andere untergeordnet werden, oder? Wer da über die Dauer und die Intensität der Rettungsmaßnahmen und ihre Folgen reden möchte, erscheint im besten Fall als Störenfried, im schlimmsten als kaltherziger Zyniker. Trotzdem sind noch vor dem zu erwartenden Höhepunkt der Coronakrise in Deutschland Stimmen zu hören, die auf katastrophale Folgen von öffentlichem Shutdown, Kontaktsperre und der Zerstörung zahlreicher Existenzen hinweisen. Sie kommen von links, von rechts und aus der Mitte, aus der Ökonomie, der Medizin und der Philosophie. Manche befürchten eine Gesundheitsdiktatur, die auch in Zukunft unser Verhalten nach medizinischen Bedürfnissen reguliert. Andere weisen auf die Gefahr hin, dass eine massive Wirtschaftskrise die Demokratie aushöhlt, weil immer neue Notstandsmaßnahmen fällig werden. Und viele sprechen einen Satz aus, der durch die Erfahrung voriger Krisen durchaus bestätigt wird: auch ökonomische und soziale Abstürze machen krank und töten. Und was so einfach aussieht, wenn man es aus notfallmedizinischer Sicht betrachtet, wird sehr kompliziert. Reicht es, jetzt alle auf die Abflachung der Ansteckungskurve einzuschwören, und danach hilft der liebe Gott und ein Notfallfonds? Oder sollten nicht Politiker und alle anderen auch heute schon laut und konkret darüber nachdenken, wie und wann der Ausnahmezustand beendet werden kann?

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  • 27.03.2020
    0 MB
    53:08
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    Was aber fehlet – Ein Blick auf die vergessenen Themen

    Es scheint dieser Tage nur ein Thema zu geben. Und es muss an dieser Stelle noch nicht einmal erwähnt werden; jeder weiß, welches gemeint ist. Tatsächlich erscheint vieles, was vorher heiß diskutiert wurde, momentan fast banal, belanglos, unbedeutend. Wer will schon über Kassenbons in Bäckereien streiten? Über Cannabis-Wirkstoffe in Kaugummis? Über das Wie und Wo einer Automesse? Aber es gibt sie. Die Themen, über die wir momentan kaum sprechen, obwohl sie wahrlich nicht banal, belanglos oder unbedeutend sind. Noch immer ist die Situation von hilfesuchenden Menschen an der griechisch-türkischen Grenze ungelöst. Dasselbe gilt für das Problem Klimawandel, das sich auch nicht durch weniger Flugzeuge in der Luft und Autos auf der Straße erledigt hat. Und auch der US-Wahlkampf geht weiter. Wird durch die momentane Krise sogar befeuert. Und à propos vergessene Themen: Was passiert eigentlich in Syrien?

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  • 26.03.2020
    0 MB
    52:30
    Hr2 Der Tag 1400px

    Die Verwundbaren – Wenn die Gesellschaft nicht mehr schützt

    In Spanien sind Medizineinheiten des Militärs in Altenheime gegangen, um dort zu desinfizieren. Was sie dort vorfanden war das Grauen: hilflose Menschen, die vom Pflegepersonal verlassen waren, manche der Alten waren bereits tot. So etwas bleibt uns hierzulande hoffentlich erspart. Aber wann finden wir in Deutschland den ersten Toten auf einer Parkbank? Oder ist für die Obdachlosen in Zeiten von Corona gesorgt? Und was ist mit denen, die jetzt ganz allein sind und auch allein bleiben sollen? Wer behandelt den Corona-Blues? Und wer bringt die auseinander, die jetzt auf engem Raum zusammenhocken und sich nicht mehr riechen können und wollen? Wer behandelt die daraus gerne folgende häusliche Gewalt? Wer kümmert sich also um die Schwächeren in unserer Gesellschaft, wenn alle die Krise haben, sie aber die Schwächeren härter trifft?

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  • 25.03.2020
    0 MB
    52:22
    Hr2 Der Tag 1400px

    Das Tier und wir: Wildnis als Gefahr

    Wie war das noch, welchem Viehzeug sollen wir die Corona-Epidemie verdanken? Dem Schuppentier? Von einer Schlange war auch schon mal die Rede. Oder war es wieder eine Fledermaus, wie beim Ebola-Virus in Afrika oder möglicherweise auch bei der ersten Corona-Pandemie vor inzwischen 18 Jahren, uns allen noch bekannt als SARS? Jedenfalls sind die Viren in den wilden Tieren offenbar von Übel. Und wenn man wilde Tiere isst, wie das die Chinesen tun und die Afrikaner, dann - zack - hat man das Virus und die Epidemie. Warum funktioniert das dann mit Hirsch und Reh und Wildschwein nicht? Weil wir hier nicht in den Tropen leben. Liegt Wuhan in den Tropen? Natürlich nicht. Also wie ist das nun mit den Zoonosen, mit den Krankheiten, die vom Tier zum Menschen übertragen werden? Sind sie der Ursprung der Epidemien und letztlich der Pandemien und vieltausendfachen Todes? Müssen wir deshalb Wildfleisch meiden und uns raushalten aus der Wildnis? Den Tieren würde das sehr gefallen, den Artenschützern unter den Menschen auch. Aber was ist dann mit den Krankheiten unserer Nutztiere, was ist, wenn das Influenza-Virus der Vögel mutiert und von der Geflügelpest zur Vogelgrippe wird und uns Menschen befällt? Könnte die nächste Epidemie dann aus der Hähnchenmast kommen?

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  • 24.03.2020
    0 MB
    55:26
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    Von dunklen Mächten wunderbar geborgen – Die Corona-Verschwörung

    Das Virus kommt nicht von ungefähr aus China. Das ist keine Epidemie, das ist eine feindliche Invasion. Wer sprach wohl so in den Tagen von Corona? Na klar, Donald Trump! Der oberste Heerführer aller Verschwörungstheoretiker kämpft heroisch gegen ein feindliches Virus. Nein, das sei nicht von Gott geschickt, keine der aus der Bibel bekannten Straffeldzüge gegen die sündigen Menschen. So assistieren ihm die evangelikalen Prediger, deren Anhänger nun noch standfester Trump wählen werden. So ein Virus ist ein idealer Nährboden für Verschwörungstheorien, vor allem wenn es noch kein medizinisches Mittel dagegen gibt. Man sieht es nicht, man kann es nicht vertreiben, man kann sich nicht wehren. Und die Evolution hat uns kein Sensorium mitgegeben, das uns den Umgang mit unsichtbaren Gefahren lehrt. Deshalb kann man mit der aufkeimenden Angst vor dem Nichts so wunderbar spielen. Und sie auch so schön umlenken auf die dunklen Mächte, die schon immer hinter allem steckten, was sich nicht einfach erklären lässt. Dafür wiederum hat uns die Evolution sehr wohl einen Ausweg gelehrt: den Glauben. Zur Not an das Böse …

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  • 23.03.2020
    0 MB
    54:43
    Hr2 Der Tag 1400px

    Was geht ab, wenn nichts mehr geht? Die Ausgangssperre

    Bayern hat den Anfang gemacht. Die Corona-Party ist beendet. Das feierhungrige Volk wird ruhiggestellt. Wer nicht hören will, muss halt eingesperrt werden. Was sonst nur für Straftäter gilt, das wird jetzt aufs ganze Volk angewendet. Wer gegen die Anordnungen nach dem Infektionsschutzgesetz verstößt, ist dann übrigens genau das: eine Straftäterin oder ein Straftäter. Wer sich nicht in der eigenen Wohnung einsperren lassen will, der wird dann womöglich vom Gericht eingesperrt. Die angedrohte Freiheitsstrafe: bis zu fünf Jahre. Was aber macht ein weitgehendes Bewegungsverbot mit uns? Seit den letzten Ausgangssperren haben die älteren unter uns schon mindestens 75 Mal Geburtstag gefeiert. Wenn jetzt alle zuhause bleiben müssen, die draußen nicht gebraucht werden, ist das ein großer Feldversuch. Halten wir das alle stoisch aus? Was ist mit denen, die zuhause niemanden haben, mit dem sie sich wenigstens streiten können? Was ist mit denen, die keinen Hund haben, der sie Gassi führen kann? Was ist mit denen, die nicht mal einen Garten oder einen Balkon haben, um ins Freie treten zu können? Was geschieht mit dem sozialen Wesen Mensch in der Isolation?

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  • 20.03.2020
    0 MB
    53:41
    Hr2 Der Tag 1400px

    Zuversicht in der Krise - Ein interreligöses Gespräch

    Welche Hilfen haben die Religionen in der gegenwärtigen Krise anzubieten? Was kann Menschen Halt geben, wenn vertraute Sicherheiten plötzlich wegbrechen? Welche Ressourcen haben wir, um mit solchen Unsicherheiten umzugehen? Was können wir in dieser Situation neu über uns selbst und über das Zusammenleben als Gesellschaft entdecken? Darüber sprechen die evangelische Bischöfin Beate Hofmann aus Kassel, die muslimische Publizistin Khola Maryam Hübsch, der Frankfurter Rabbiner Julien Chaim Soussan sowie der Kapuzinerbruder Paulus Terwitte aus Frankfurt. Moderation: Die hr-Religionsredakteure Lothar Bauerochse und Klaus Hofmeister

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  • 19.03.2020
    0 MB
    54:22
    Hr2 Der Tag 1400px

    Andere Länder, andere Sitten - Eine Seuche

    Ausgangssperre ja oder nein, Regionen abriegeln oder nicht, Grenzen auf oder zu. Die Länder ringen um die richtigen Maßnahmen, um die Ausbreitung des Corona-Virus einzudämmen und treffen dabei nicht nur unterschiedliche Entscheidungen. Die Regierungen bedienen sich auch sehr unterschiedlicher Rhetorik, um ihrem Land, ihrer Bevölkerung, die Dramatik der Lage deutlich zu machen und dennoch zu Besonnenheit aufzurufen. Macron ruft den "Krieg" aus gegen den "unsichtbaren Feind", das Virus, während Angela Merkel bekannt freundlich appelliert, sich an die Maßnahmen zu halten. Und die Menschen ziehen ihre Schlussfolgerungen: die Deutschen kaufen Klopapier, die Franzosen Rotwein und Kondome. Und weltweit versuchen Populisten, aus der Krise Kapital zu schlagen. Trump sucht den Schuldigen (natürlich Europa!), Brasiliens Präsident übt sich in Verschwörungstheorien, der rechtspopulistische Matteo Salvini beschimpft die italienische Regierung - nur hört ihm keiner mehr zu. Wie wird es ausgehen? Entlarven sich die Populisten aller Länder endgültig für alle erkennbar als Scharfmacher, denen der Sinn für realistisches Handeln im Sinne ihres Volkes fehlt? Oder werden sie eine Stärkung erleben, wenn die Demokraten aller Nationen mit den wirtschaftlichen Folgen dieser Pandemie nicht fertig werden sollten?

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  • 18.03.2020
    0 MB
    52:15
    Hr2 Der Tag 1400px

    Stau in Schengen – Das grenzwertige Europa

    Zu Hause bleiben ist die erste Bürgerpflicht. Nicht nur innerhalb der eigenen vier Wände, sondern - auf Deutschland bezogen - auch innerhalb der eigenen neun Grenzen. Deutschland und seine Nachbarn, ja fast alle EU-Länder schotten sich ab voneinander. Ein Schlagbaum nach dem anderen fällt - zum Schutz vor dem Corona-Virus - und hebt sich bis auf weiteres nur dann, wenn die verschärften Grenzkontrollen es zulassen. Aber welche Grenzen von wem geschlossen werden und wann und wie lange, das hat zunächst mal jedes Land für sich entschieden. Sich politisch über Grenzen hinweg zu verständigen - diese Grundidee der Europäischen Union stößt (wie schon so oft) sehr schnell an die Grenzen ihrer Mitgliedsstaaten. Über die neu errichteten Grenzzäune hinweg fliegen obendrein gegenseitige Schuldzuweisungen, und wer in diesen Tagen noch Grenzgänger sein darf, wird nur mit einer großen Warenlieferung willkommen geheißen, sonst aber mit Misstrauen beäugt. Der Kampf gegen das Virus ist ein Spiel mit Grenzen geworden und ein tägliches Ringen mit Grenzerfahrungen.

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  • 17.03.2020
    0 MB
    51:25
    Hr2 Der Tag 1400px

    Was tun? Anleitung zum Unbeschäftigtsein

    Füße hochlegen, ausspannen, Pause vom Alltag! Normalerweise verbinden wir das mit Urlaub, der jetzt allerorten abgesagt wird. Stattdessen haben viele unfreiwillig Pause von der Normalität. Home Office ist das Zauberwort, wenn es noch etwas zu tun gibt. Derweil toben die von der Schulpflicht befreiten Kinder um die gestressten Eltern herum. Was tun? Schon in der sehr viel kürzeren Weihnachtszeit bestimmt Familienzwist die Zeit zwischen Frühstück und Mittagessen. Jetzt haben wir dafür den ganzen Tag. Spiel und Sport sind abgesagt. Das Leben wird langsamer. Wie schön! Achtsam durch den Tag, kein Leistungsdruck im Feierabend, Zeit für dicke Bücher und aufwändige Gesellschaftsspiele - am Ende sogar ein neuer Familiensinn?

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  • 16.03.2020
    0 MB
    53:27
    Hr2 Der Tag 1400px

    Mitgenommen statt abgehängt - Mehr Demokratie wagen!

    Wer "die Bürger mitnimmt", kann vielleicht verhindern, dass sie sich "abgehängt" fühlen. Und wer sich als Bürger beteiligen kann an politischen Entscheidungsprozessen, wird sich vielleicht schwerer damit tun, auf "die da oben" zu schimpfen. Der Bürgermeister von Kingersheim im Elsass hat Bürgerbeteiligung zu einem Erfolgsrezept gemacht - für seine Gemeinde und für sich selbst. Denn bei den letzten drei Kommunalwahlen hat er jedes Mal gewonnen in Kingersheim, obwohl dort bei regionalen und nationalen Wahlen die meisten Wähler für das rechtsextreme Rassemblement National gestimmt haben. Hilft also Bürgerbeteiligung gegen Frust und Denkzettelwahlen? Helfen Plebiszite gegen Populismus? Oder stößt ein solcher Vorstoß schnell an Grenzen, je weiter er sich von der kommunalen Ebene entfernt? Wie weit kann Bürgerbeteiligung gehen - dort, wo nicht nur die politischen Räume, sondern auch die politischen Fragen immer größer und unüberschaubarer werden? Tief ist jedenfalls die Kluft zwischen der politischen Klasse und denen, die in der Regel nur alle vier Jahre ihre Stimme abgeben, wenn überhaupt. Und wer diese Kluft nicht vertiefen, sondern überbrücken will, sollte vielleicht auch ein demokratisches Wagnis nicht scheuen.

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  • 12.03.2020
    0 MB
    50:13
    Hr2 Der Tag 1400px

    Von wegen horror vacui – ein Lob der Leere

    Leere Ränge in den Stadien. Eine menschenleere Spanische Treppe in Rom. Straßen und Plätze, die sich unsere Gesundheitsbehörden so leer wie möglich wünschen, damit das Corona-Virus in seinem unaufhaltsamen Vormarsch so oft wie möglich auf ein Vakuum trifft. Sind die Bilder dieser Leere gespenstische Bilder? Sind sie Bilder einer Geisterstunde? Aber was wäre schon dabei, wenn es so wäre? Gerade in der Geisterstunde erwachen doch Geister zum Leben. Und so kann die Leere in Zeiten des Corona-Virus unserem eigenen Geist vielleicht sogar gut tun. Wenn wir denn unsere Angst vor der Leere überwinden, unseren "horror vacui“, unser Bedürfnis, jede Leere füllen zu wollen. Wenn wir uns ansprechen lassen von der Leere. So wie die ersten Christen in der Leere des Grabes ihren Glauben an die Auferstehung gefunden haben. Und was wären die unendlichen Weiten des Weltraums, wenn es nicht auch dort immer wieder eine "lokale Leere" gäbe? Lassen wir uns also in diesen gefährlichen Corona-Zeiten anstecken von dem, was nicht ist. Und lassen wir uns die Leere eine Lehre sein.

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  • 11.03.2020
    0 MB
    54:03
    Hr2 Der Tag 1400px

    Woodys Dichtung, Woodys Wahrheit – Gibt es ein Recht auf Veröffentlichung?

    Es steht Aussage gegen Aussage und Haltung gegen Haltung - im Fall Woody Allen. Aussage gegen Aussage, weil bis heute nicht geklärt ist, ob der Regisseur Anfang der 90er Jahre seine damals 7-jährige Tochter Dylan tatsächlich sexuell missbraucht hat oder nicht. Und Haltung gegen Haltung, weil dieser Vorwurf nach wie vor einen Schatten auf Woody Allen wirft und weil Filmschaffende, Verlage und Publikum darüber streiten, wie sie angesichts dieses Vorwurfs mit Allen als Künstler umgehen sollen. Nun soll seine Autobiografie "Ganz nebenbei" erscheinen - oder auch nicht erscheinen. Denn der amerikanische Verlag Hachette, der sie veröffentlichen wollte, hat einen Rückzieher gemacht. Und weil der Hamburger Rowohlt-Verlag bis auf weiteres an der Publikation der deutschen Ausgabe festhält, haben andere Autoren, die dort publizieren, ihrer Enttäuschung Luft gemacht - in einem offenen Brief. Was wiegt schwerer: Die Freiheit eines Beschuldigten, sich autobiografisch zu äußern, oder das Bedürfnis anderer, sich so weit wie möglich zu distanzieren - von einem Menschen, den sie nicht für glaubwürdig halten? Und das in Solidarität mit den Opfern sexueller Gewalt. Sollte Woody Allens Buch in der Schublade bleiben oder hieße das, ihn selbst in eine Schublade zu stecken? Eine Frage, deren Bedeutung weit über seinen Fall hinausreicht.

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  • 10.03.2020
    0 MB
    51:54
    Hr2 Der Tag 1400px

    Spurensuche im Kriegsgebiet – der Abschuss von MH17

    MH 17 ist der Code für eine Katastrophe. Am 17. Juli 2014 stürzte über der Ost-Ukraine eine malaysische Passagiermaschine ab. Mutmaßlich abgeschossen durch eine russische Flugabwehrrakete. Start der MH17 war der Amsterdamer Flughafen Schiphol, ihr Ziel: Kuala Lumpur. Alle 298 Menschen an Bord kamen ums Leben, die meisten von ihnen Niederländer. Nach jahrelangen Ermittlungen hat jetzt der Prozess in der Nähe von Amsterdam begonnen. Daran beteiligt waren ein Internationales Ermittlungsteam sowie der britische Investigativjournalist Eliot Higgins. Sein Netzwerk "Bellingcat“ analysierte frei zugängliche Internetquellen wie Videos, Karten und Fotos. Angeklagt sind drei Russen und ein Ukrainer: Topmilitärs der selbst erklärten Volksrepublik Donezk und ein Befehlshaber einer lokalen Armeeeinheit - Akteure in einem verdeckten Krieg, den Russland mithilfe von Separatistenmilizen und eigenen Soldaten im Osten der Ukraine führt. Russland weist jedoch jede Verantwortung von sich. Und weil die Angeklagten keine Auslieferung an Russland befürchten müssen, sind sie erst gar nicht zum Prozess erschienen. Der dürfte bis ins kommende Jahr dauern. Die Angehörigen, die aus aller Welt angereist sind, wollen nur die Wahrheit. Wird das Gericht die ans Licht bringen können?

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  • 09.03.2020
    0 MB
    51:07
    Hr2 Der Tag 1400px

    Corona als Chance: richtig hamstern und genießen

    Vorräte anlegen, das gehört zum menschlichen Dasein unbedingt dazu. Es ist quasi die Grundlage unserer Zivilisation. Als die Jäger und Sammler sesshaft wurden, haben sie die Vorratshaltung perfektioniert. Die Herren über die Vorräte waren die mächtigsten Menschen. Der moderne Mensch in der Großstadt muss sich normalerweise nicht mehr selbst um die Lagerhaltung kümmern und hat auch gar nicht mehr den Platz dafür in den eigenen vier Wänden. Es gibt schließlich zahllose Supermärkte. Die Nachkriegsgenerationen haben nicht nur die Vorratshaltung ausgelagert, das Wissen, wie man Lebensmittel außerhalb der Tiefkühltruhe haltbar macht und was man aus Eingewecktem Leckeres zubereiten könnte, ist spätestens seit dem Ende des Kalten Krieges weitgehend verloren gegangen. Bringt uns das Virus nun vielleicht zurück an den Herd? Schauen wir mal, was wir von Hamstern lernen können.

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  • 06.03.2020
    0 MB
    51:54
    Hr2 Der Tag 1400px

    Von Frauenhassern und rechten Schwestern – ein Frauen-Tag

    Rechte Amokläufer und Attentäter sind nicht nur Rassisten, sondern sehr häufig auch Frauenhasser. Darin gleichen sich die Statements, die die Täter der Anschläge in Hanau und Halle, aber auch im vergangenen Jahr in Christchurch, El Paso oder Dayton abgegeben haben. Auch der schwedische Attentäter Breivik gehört dazu. Das Frauenbild der Rechten ist gemeinhin eher traditionalistisch geprägt. Frauen sind Gebärende und passive Unterstützerinnen der engagierten Männer. Solche Frauen finden die Männer zum Beispiel bei den britischen und amerikanischen „Tradwifes“. Die feiern das Frauenbild der 50er Jahre und wollen nur Hausfrau und Mutter sein. Dabei gibt es auch in der rechten Szene durchaus aktive Frauen: Marine LePen beim Front National oder rechte Feministinnen bei den Identitären. Pornografie und sexualisierte Gewalt werden von diesen Frauen scharf kritisiert. Das kann man problemlos mit nationalistischer und rassistischer Ideologie in Einklang bringen, den Männerkult und frauenfeindlichen Bodensatz der Rechten muss frau dann aber besser aktiv übersehen …

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  • 05.03.2020
    0 MB
    54:18
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    Römisch oder katholisch? Die Wege der deutschen Bischöfe

    Den Pflichtzölibat abschaffen und Frauen nicht mehr von allen Weiheämtern in der katholische Kirche ausschließen. Der Limburger Bischof Georg Bätzing hat immer wieder durchblicken lassen, dass er genau das für wünschenswert hält. Nun haben ihn seine Kollegen zum Vorsitzenden der deutschen Bischofskonferenz gewählt. Wird Bätzing jetzt an ihrer Spitze in den Kampf mit Rom ziehen - mutig wie sein Namenspatron, der Drachentöter Sankt Georg? Viele in und außerhalb der Kirche würden sich das wünschen. Aber kann es in dieser Kirche einen deutschen Sonderweg geben? Hat nicht Papst Franziskus gerade erst alle Sonderwege versperrt, indem er sogar im Priestermangelgebiet Amazonas die Weihe verheirateter Männer untersagte? Und gibt es nicht auch in Deutschland einen starken konservativen Flügel, gegen den Bischöfe wie Bätzing nicht ankommen? Die katholische Kirche in Deutschland hat sich auf den "synodalen Weg" gemacht, um Missstände in ihren Reihen zu beseitigen und über Reformen zu diskutieren. Die Frage ist nur, wie weit sie gehen will und wie weit sie kommen wird.

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  • 04.03.2020
    0 MB
    52:58
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    Wählen bis es passt – Demokratieversuche in Thüringen

    Das Coronavirus könnte die CDU in Thüringen retten. Es könnte einen Landtagsabgeordneten infiziert haben und damit womöglich die ganze CDU-Fraktion von der Ministerpräsidenten-Wahl ausschließen, die am Mittwoch ein nächstes Mal probiert werden soll. Das Virus als Diplomat, das genau das erreicht, was einige CDU-Granden den Thüringer Parteifreunden schon vorgeschlagen haben: einfach wegbleiben. Aber nur für vierzehn Tage Quarantäne. Dann müssen die Christdemokraten zum dritten Mal ran. Jedenfalls müssen sich die Abgeordneten verhalten. Wegbleiben ist keine Wahl. Und die Abgeordneten zu Parteisoldaten zu degradieren, die ausführen sollen, was die Führung sagt, ist auch keine Option, weil in unserer Verfassung nicht vorgesehen. Wenn die Wahl in Erfurt platzt, haben dann ja einige Politiker Zeit, nochmal ins Grundgesetz zu schauen und sich ihrer eigenen Haltung zu versichern …

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  • 28.02.2020
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    50:31
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    Der Schnee von gestern – wenn der Winter zur Eintagsfliege wird

    In diesem Jahr fiel der Winter auf den 27. Februar. Zumindest in weiten Teilen des Landes. Ansonsten war es - wir können es schon nicht mehr hören - zu warm für die Jahreszeit. Welche Jahreszeit eigentlich? Sind die Jahreszeiten in diesen Zeiten nicht gerade dabei, uns abhanden zu kommen? Entwickeln wir uns nicht gerade wie eine jener Regionen der Erde, die nur zwei Zeiten kennen: Trockenzeit und Regenzeit. Es fühlt sich wenigstens so an. Oder hatten wir das früher auch, dass im Februar die Eintagsfliegen in der Sonne tanzen? Was wir fühlen, ist allerdings immer nur Wetter. Und das kann sich schnell mal ändern. Auch durch langfristige Veränderungen des Klimas. Wenn die riesigen Wasserwirbel der Ozeane nämlich immer weiter zu den Polen wandern und sich in deren Folge die großen Luftwirbel über der Erde verschieben, dann könnte hier bald mehr Winter sein, als uns lieb ist. Dass das paradox klingt, wenn es bei uns hier in Mitteleuropa Winter wird, weil wir die Erde aufheizen, das ist dem Wetter egal. Aber vielleicht kommt die "kleine Eiszeit" ja auch nicht. Der Golfstrom bleibt, wo er ist, und der Winter heißt nur noch so. Schnee passt dann nicht mehr zur Lage. Wir können dann schon mal Abschied nehmen von liebgewordenen Gewohnheiten wie Skifahren an Ostern. Und die zugehörigen Ferien können wir auch gleich streichen …

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  • 27.02.2020
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    52:52
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    Epidemie, Pandemie, Hysterie - Alarmismus und Realität

    Vor zwei Jahren sind allein in Deutschland gut 25.000 Menschen an der Influenza gestorben. Die Grippe zog um die Welt. Wie in jedem Winter. Im Jahr davor zählten die Gesundheitsbehörden in Deutschland knapp 23.000 Tote. Noch immer sind nicht einmal alle Ärzte gegen die Grippe geimpft, beim Pflegepersonal ist es nur ein Drittel. Auch in diesem Jahr sind es schon weit über hundert Grippetote in Deutschland. Wir aber haben Angst vor dem Coronavirus. Wir bunkern Schutzmasken und Schutzanzüge, lesen von Hamsterkäufen und fragen bang, ob die Behörden wohl vorbereitet sind. Und was das alles für die Wirtschaft bedeuten könnte, wenn es denn kommt wie in Italien, und ganze Dörfer und letztlich Städte dicht gemacht werden. Was geht da wohl in uns vor? Weshalb erscheint uns ein Grippevirus, gegen den wir eine Impfung haben, so wenig gefährlich, dass wir uns nicht impfen lassen? Obwohl wir wissen, dass eben dieses Virus tödlicher ist als alles, was wir von Corona bislang gehört haben. Wie viel am Coronavirus ist eigentlich Hysterie und wie viel tatsächlich schon Pandemie? Lässt sich das überhaupt noch auseinanderhalten?

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  • 26.02.2020
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    52:36
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    Der letzte Schritt – Streit über die Sterbehilfe

    Er sollte Klarheit bringen, der neue Paragraf 217 zur Sterbehilfe. Vor fünf Jahren wurde er ins Strafgesetzbuch aufgenommen und sollte verhindern, dass mit Sterbehilfe Geschäfte gemacht werden können. Und Alte und Kranke sollten sich nicht verpflichtet fühlen ihr Leben zu beenden, um Angehörige zu entlasten. Klarheit hat der Paragraf leider nicht gebracht. Zur Zeit fürchten Ärzte, die mehrfach Schwerkranken Hilfe beim Sterben leisten, die dreijährige Haftstrafe, die bei "geschäftsmäßigem" Handeln droht. Wird die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes über den strittigen Paragrafen jetzt die ersehnte Klarheit bringen? Kaum möglich, denn die Debatte um Sterbehilfe berührt tiefste moralische Überzeugungen und existentielle ethische Fragen: Wann ist das Leben wirklich unerträglich? Wer darf darüber entscheiden? Und was ist wichtiger: der Schutz des Lebens oder die Selbstbestimmung?

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  • 25.02.2020
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    54:29
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    Nicht schießen - Die Deutschen und ihre Waffen

    Nach Amokläufen, Massenmorden und Terroranschlägen wird nicht nur gefragt, wer so etwas tut, sondern auch womit es getan wird. In der Regel erfahren wir irgendwann, wie die Täter an die Tatwaffen herangekommen sind. Der mutmaßliche zehnfache Täter von Hanau war Sportschütze, genau wie Stephan E., der verdächtigt ist, Walter Lübcke ermordet zu haben. Der Attentäter von Halle soll sich eine Pistole mit dem 3D-Drucker ausgedruckt haben. Der Amokläufer von Winnenden stahl die Tatwaffe aus dem Waffenschrank seines Vaters. Und schon ist da die nächste Frage: kann man das nicht verhindern? Ist es etwa in Deutschland zu leicht, sich eine Waffe zu verschaffen? Offiziell nicht. Einen Waffenschein, der zum Führen einer Waffe berechtigt, bekommen Privatpersonen nur in Ausnahmefällen, für die Waffenbesitzkarte muss man die Jägerprüfung ablegen oder als Sportschütze einen Befähigungsnachweis vorlegen. Einen Kulturkampf um das Recht, Waffen zu tragen, wie in den USA, gibt es hier auch nicht. Aber die Diskussion um eine Verschärfung des Waffenrechts hat längst begonnen.

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  • 18.02.2020
    0 MB
    53:57
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    Die unsichtbare Grenze – neue und alte Tabus

    Einen "Tabubruch" haben viele der CDU in Thüringen vorgeworfen, als sie bei der dortigen Ministerpräsidenten-Wahl gemeinsam mit der AfD eine Mehrheit herbeigeführt hat. Die AfD wiederum macht seit längerer Zeit gerade durch Tabubrüche von sich reden, wiederholt und allem Anschein nach gezielt. Die einen fragen sich nun, ob der Respekt vor Tabus immer mehr bröckelt in unserer Gesellschaft. Andere wiederum denken laut darüber nach, welche Tabus eigentlich zu recht bestehen und welche nicht und ob Tabus überhaupt einen Platz haben dürfen in einer freien Welt. Über den Sinn oder Unsinn von Tabus zu streiten, ist auf jeden Fall nicht (mehr) tabu. Aber es gleicht einer Gratwanderung. Denn was ist, wenn Tabubrüche Dämme zum Einsturz bringen, die wir brauchen, um Demokratie und Menschlichkeit zu schützen? Und was ist, wenn "falsche" Tabus den Mantel des Schweigens über Dinge breiten, die besser nicht verschwiegen würden? Wie also halten wir es mit dem Tabu?

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  • 17.02.2020
    0 MB
    53:53
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    "Westlessness“ – Die Welt sortiert sich neu

    Der Westen wurde lange als das Rückgrat der Weltordnung wahrgenommen. Das ist vorbei. Nicht erst seit Donald Trump mit "America First“ auf Abstand ging, haben sich die Kräfteverhältnisse verschoben. Die Gemeinschaft liberaler Demokratien bröckelt. Man ist sich nicht mehr einig über die gemeinsamen Werte. Was heißt das für Europa? Frankreichs Präsident Emmanuel Macron will mit den anderen EU-Staaten seit geraumer Zeit in einen "strategischen Dialog" darüber treten, wie sich Europa gegen neue Gefahren verteidigen will. Eine gemeinsame EU-Verteidigungspolitik gibt es bisher nicht. Will der Westen die Weltpolitik weiter mitgestalten, wird es höchste Zeit, neue Allianzen zu schmieden - auch auf der Münchner Sicherheitskonferenz. Für Deutschland ist es an der Zeit, sich klarer zu positionieren in der EU, in der Nato und in einer neuen Weltordnung.

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  • 14.02.2020
    0 MB
    55:04
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    Comeback der alten Hüte - Wenn das Neue von gestern ist

    Friedrich Merz ist zurück. Er wird jetzt ganz groß als künftiger Parteichef und Kanzlerkandidat der CDU gehandelt. Aber hat er wirklich das Zeug zum Erneuerer der Partei? Eigentlich ist er ja der Liebling aller, die die gute alte Zeit gerne wieder hätten. In der Politik liegt Nostalgie überhaupt gerade im Trend: Großbritannien, Russland und die Türkei etwa wollen zurück zu alter imperialer Größe. Und die katholische Kirche geht beim Zölibat nun doch keinen halben Schritt voran, sondern fällt mit ihrem ganzen Gewicht auf uralte Grundsätze zurück. Auch in Mode und Kultur stehen die Zeichen auf Retro. Manche zucken die Achseln und sagen: Das ist eben die Postmoderne, dass alles immer wieder kommt. Aber taugen die Lösungen von gestern wirklich für Gegenwart und Zukunft?

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  • 02.12.2019
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    53:33
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    Mehr Kohle fürs Klima – Was kostet das gute Gewissen?

    "Auf Grund eines Ablassbriefes das Heil zu erwarten, ist eitel", urteilte schon vor über 500 Jahren der Reformator Martin Luther. Jetzt trifft sich die Welt in Madrid, um genau ihn wieder aufleben zu lassen: den Ablasshandel. Dieses Mal geht's nicht um das fiktive Seelenheil einzelner Gläubiger, sondern um das konkrete Überleben aller Menschen. Aber irgendwie ist der Handel mit Erderwärmungszertifikaten, der bei der Klimakonferenz in Madrid verhandelt wird, doch sehr ähnlich dem Ablasshandel, den Martin Luther in seiner 52. These gegeißelt hat. Und vielleicht wird dann demnächst ein Reformator seine Thesen an die Pforte der UNO nageln und den ganz großen Wandel einläuten, der die bisherige Weltordnung ins Wanken bringt. Oder er funktioniert doch, der Handel mit CO2-Verschmutzungsrechten. Und die Welt wird von einem neuen Markt gerettet, nachdem der Kapitalismus sie zerstört hat.

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  • 29.11.2019
    0 MB
    52:07
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    Verbrechen und Vergessen – Welche Rechte haben Mörder?

    "Du darfst vergessen werden." Dieses Recht hat das Bundesverfassungsgericht jetzt einem verurteilten Mörder zugestanden, der seine Strafe verbüßt hat und bereits vor 17 Jahren aus der Haft entlassen worden ist. Der Mann hatte Anstoß daran genommen, dass bis heute im Internet Berichte über seine Tat verfügbar sind. Berichte, die seinen vollen Namen enthalten und die sofort zum Vorschein kommen, wenn Nutzer diesen Namen in Suchmaschinen eingeben. Gegen diese Art von "Auffindbarkeit" hat der Kläger einen Anspruch auf Schutz, sagt das Bundesverfassungsgericht - und wirft damit zugleich einige Fragen auf. Denn das "Recht, vergessen zu werden" stößt an Grenzen. An juristische Grenzen, die das Verfassungsgericht selbst benannt hat. An technische Grenzen, die im Internet-Zeitalter schwer zu überwinden sind. Und nicht zuletzt an menschliche Grenzen. Denn Vergessen ist keine Sache von Befehl und Gehorsam.

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  • 28.11.2019
    0 MB
    52:25
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    Nicht lieferbar! Gehen uns die Medikamente aus?

    Schmerzmittel, Impfstoffe, Blutdrucksenker. Es gibt fast keine Arzneigruppe, die nicht betroffen ist von Engpässen. Nun ist ein Lieferengpass noch keine Versorgungslücke, aber das Problem wächst kontinuierlich und mancher Patient muss schon auf Alternativen zum gewohnten Medikament zurückgreifen. In Kliniken ist die Lage zum Teil dramatischer, wenn Narkosemittel oder Wirkstoffe fehlen, die Blutungen stillen. Die Ursachen sind vielfältig. Natürlich geht es ums Geld, aber auch um die Lieferanten. Immer mehr Medikamente werden im Ausland hergestellt. In Fernost, China oder Indien. Wenn zum Beispiel Verunreinigungen auftreten, dann kommt das ganze System ins Wanken. Warum werden kaum noch Arzneien in Europa hergestellt? Was kann die Politik tun um die Versorgung zu sichern? Und welchen Preis müssen wir dafür zahlen?

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  • 27.11.2019
    0 MB
    52:07
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    Brillanter Coup - von Kunsträubern und Raubkünstlern

    Von einer Sekunde zur anderen ist das Grüne Gewölbe zum "Sesam öffne dich" geworden - und eine Räuberhöhle dafür um wertvolle Schmuckstücke reicher. Durch ein vergittertes Fenster sind zwei Unbekannte in das Dresdner Residenzschloss geklettert, haben mit der Axt das Glas einer Vitrine zerbrochen und Juwelen von historischem und damit unschätzbaren Wert entwendet. Werden sie diese kostbaren Edelsteine nun aus ihren Fassungen lösen und einzeln an den Hehler bringen, um ihre Spuren zu verwischen? Allein diese Vorstellung lässt viele Kunstliebhaber selbst aus der Fassung geraten und treibt ihnen die Tränen in die Augen. Bei anderen aber beginnen die Augen zu leuchten, weil eines der beliebtesten Filmmotive plötzlich ganz real geworden ist. Räuber, die ihre Beute mit Geschmack auswählen und sogar aus dem Raub noch eine Kunst machen, denen ist auch in der Realität die Sympathie des Publikums sicher, und die Zeitungsberichte am Tag danach lesen sie dann wahrscheinlich wie gute Kritiken ihres verbrecherischen Werks. Aber was genau fasziniert uns da eigentlich? Das Böse, das uns immer irgendwie fasziniert? Die professionelle Brillanz der Täter? Oder ist die Faszination umso größer, je sagenumwobener die Beute ist?

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  • 26.11.2019
    0 MB
    52:31
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    Verzicht – das gönn ich mir!

    Freiwillig auf etwas verzichten, wer macht denn sowas? Unser ganzes Gesellschaftsmodell beruht auf Wachstum. Mehr kaufen, mehr reisen, mehr konsumieren, mehr erleben. Ob uns das persönlich glücklich macht, sei dahin gestellt. Klar ist: das System hat extreme Schattenseiten. Über die Grenzen des Wachstums ist schon viel geschrieben worden, nun zwingt uns auch der Klimawandel unsere Lebensweise zu überdenken. Dabei muss Verzicht nicht einmal weh tun. Wer statt mit dem Auto mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren kann, kommt viel frischer und entspannter an und hat den Sport gleich inklusive. Wer sich nur ab und zu etwas Besonderes gönnt, der wird es viel mehr genießen. Und trotzdem hat der Verzicht einen schlechten Ruf. Versuchen wir uns also an Imagepflege: Ist Verzicht unverzichtbar? Und ist die Konzentration auf das Wesentliche überhaupt Verzicht oder nicht eine unschätzbare Bereicherung des Lebens?

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  • 25.11.2019
    0 MB
    53:21
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    Raketenträume - Mehr Weltraum für Europa

    "Was steht ihr da und schaut zum Himmel hinauf?" Diese biblische Frage geht in den nächsten Tagen nach Sevilla. Denn dort tagt ab Mittwoch der Ministerrat der Europäischen Weltraumorganisation ESA, die sogenannte "Space19“. 22 Staaten sind an der ESA beteiligt. Und sie sollen und wollen der Welt berichten, welche Vision sie haben von der "Zukunft Europas im Weltraum". Schon jetzt schießen die Gedanken europäischer Raumfahrer empor wie Raketen: Wie sie die unendlichen Weiten für sich erobern wollen, mit neuen Missionen zum Mond und zum Mars. Welche Hindernisse sie dabei aus dem Weg räumen müssen- namentlich den Weltraumschrott, der die Flugbahnen von Satelliten immer mehr verstopft. Ob sie vielleicht schon bald von einem deutschen Weltraumbahnhof ins All starten werden. Und wen oder was sie in Zukunft abwehren müssen im All - nur Asteroiden oder vielleicht auch feindliche Waffensysteme. In der NATO jedenfalls wird darüber nachgedacht, das All zu einem eigenständigen Operationsgebiet zu erklären. - "Was steht ihr da und schaut zum Himmel?" Antworten darauf gibt es viele von denen, die zum Himmel empor schauen. Aber diese Antworten werfen - passenderweise - unendlich viele Fragen auf.

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  • 22.11.2019
    0 MB
    51:00
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    Das Letzte – Vom Umgang mit dem Tod

    An diesem Wochenende ist Totensonntag. Eine gute Gelegenheit darüber nachzudenken, was wir über das Ende denken, dem wir bekanntlich alle nicht entrinnen können. Meistens verhalten wir uns wie Snoopy. Als Charlie zu ihm sagt "eines Tages werden wir alle sterben“, antwortet Snoopy: "ja, aber an allen anderen Tagen leben wir!“ Und an diesen anderen Tagen verdrängen wir den letzten Tag. Der Tod ist eine zu abstrakte Größe, als dass wir ihn als ständigen Begleiter akzeptieren könnten. Allerdings sind wir mitten drin in einem Veränderungsprozess. Die alten Rituale rund um den Tod werden weniger gelebt in einer zunehmend säkularisierten und individualisierten Gesellschaft. Statt dessen pressen wir die eigene Asche zum Diamantring, wählen unsere letzte Ruhestätte im Friedwald aus und planen sorgfältig unser Begräbnis. Künstler und Musiker machen den eigenen Tod zum Teil ihres Lebenswerks. Und wir dürfen unserem Ende sogar mit Humor begegnen. Alles scheint möglich, gibt es wirklich keine Grenzen mehr?

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  • 21.11.2019
    0 MB
    54:22
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    Kein Sprit, kein Netz, keine Zukunft - Aufstand im Iran

    Der Iran ist eines der reichsten Länder der Welt. Erst kürzlich prahlte Präsident Rohani mit einem Ölfund von 53 Milliarden Barrel. Doch dieser Reichtum nützt wenig, wenn man das Öl nicht verkaufen kann. Zumindest im Inland profitierten die Bewohner von einem subventioniert niedrigen Spritpreis von ca. 10 Cent pro Liter. Doch die Subventionen verschlingen fast 2 Prozent der Wirtschaftsleitung des Landes, und jede Menge Benzin wurde illegal außer Landes geschmuggelt. Jetzt reagiert die Bevölkerung auf die gestiegenen Preise mit gewaltigem Protest. Rufe nach einer neuen Regierung werden laut. War eine Destabilisierung des Iran ein Ziel der US-Regierung, als sie nach dem gescheiterten Atomabkommen mit heftigen Wirtschaftssanktionen reagierte? Will Trump seine Mittlerrolle im Nahen Osten aufgeben und sich nur noch nach seinem Wahlspruch "America first“ richten? Und wer soll dann die Rolle der USA übernehmen?

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  • 20.11.2019
    0 MB
    55:00
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    Saucool statt zuckersüß – Die Eiskönigin kommt

    Für die Eltern kommt es möglicherweise als Schock: die vierjährige Tochter singt nicht mehr ein Lied nach dem anderen, sondern nur noch ein einziges, das aber bei jeder Gelegenheit. "Ich lass los, lass jetzt los“ oder so ähnlich. Dann besteht sie darauf, beim nächsten Geburtstag ein eisblaues Kostüm mit Krönchen zu bekommen, das es im Internet gibt, und spätestens jetzt ist es Zeit, herauszubekommen, wem die Tochter da verfallen ist: Elsa, der Eiskönigin. Sie ist mit ihrer kleinen Schwester Anna und Olaf, dem Schneemann, der vom Sommer träumt, Heldin des Disney-Animationsfilms Frozen (deutsch: "Die Eiskönigin“) von 2013. Der Erfolg bei den ganz jungen Zuschauerinnen war und ist überwältigend, an der Kinokasse und im Kinderzimmer. David Cameron, Kevin Costner, Ben Affleck und unzählige weniger prominente Eltern erzählen, wie ihre Töchter regelrecht besessen sind von Elsas Lied "Let it go“, deutsch "Ich lass los“. In dem sie die Bedenken und Rücksichten ihrer Erziehung wegfegt und dabei mit magischen Kräften ein Eisschloss um sich herum baut. Und auch Elsas Schwester Anna ist keine Klischeeprinzessin. Handelt es sich bei Disneys erfolgreichstem Animationsfilm etwa um ein feministisches Werk, wie einige Kritikerinnen andeuten? Es ist Zeit, das herauszufinden, denn die Fortsetzung kommt diese Woche in die deutschen Kinos, und wer wissen will, wie es mit Frauen (und Männern) weitergeht, sollte genau hinschauen, mit welchen Vorbildern die Generation Elsa ins Leben startet.

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  • 19.11.2019
    0 MB
    52:28
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    Mir nach, ich folge - Wie führt man eine Partei?

    "Grottenschlecht", donnert der gefühlte Chef, und schon geht ein Ruck durch die CDU. Friedrich Merz wird auf dem Parteitag der schwächelnden Annegret Kramp-Karrenbauer den Parteivorsitz entreißen, und dann geht´s wieder vorwärts Richtung 40%, denn auf die Führung kommt es an, oder? Das gilt auch für die SPD: gestählt von einem monatelangen Werben um die Mitglieder wird im Dezember eine neue Doppelspitze mit basisdemokratischem Rückenwind die Partei zu alter Größe zurückführen, denn, genau, auf die Führung kommt es an. Das sieht man doch an den Grünen: der früher zerstrittenste aller politischen Haufen hat Annalena Baerbock mit 97,1% als Vorsitzende bestätigt, daneben wirken die 90,4% von Kollege Robert Habeck schon wie eine Klatsche. Der Lohn für so gute Führung ist dann womöglich das Kanzleramt. Offenbar gelingt es den richtigen Führungspersonen auf magische Weise, innerparteilichen Streit und überhaupt alle inhaltliche Auseinandersetzungen hinter einem gemeinsamen Ziel verschwinden zu lassen. Aber wie machen die das? Oder überschätzen wir den Einfluss der Führenden, um uns nicht mit der tristen Wirklichkeit befassen zu müssen: dass es nur einer Oppositionspartei wie den Grünen gelingt, sich zwischendurch mal richtig geschlossen zu zeigen, während SPD und CDU halt personell und politisch immer weiter auseinanderdriften - was ein Merz oder Scholz an der Spitze nur beschleunigen würden. Aber nein, das kann nicht sein, denn es kommt doch auf die Führung an.

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  • 18.11.2019
    0 MB
    52:27
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    Der Tod von Venedig – Wir gondeln in den Untergang

    Es war das schlimmste Hochwasser seit über fünfzig Jahren, das gerade Venedig heimgesucht hatte. "Ein Atemzug vor der Apokalypse" nannte das der venezianische Dombaumeister. Und der Bürgermeister schob’s auf den Klimawandel. Nach dem Motto: Da können wir nichts machen. Doch, können sie, die Venezianer, und haben sie auch schon: Sie haben die Fahrrinnen für die Kreuzfahrtschiffe immer tiefer ausgebaggert, so dass der Südostwind immer mehr Wasser in die Stadt drücken kann. Sie haben ihre Stadt dem Tourismus geopfert, sie für die Einheimischen unbewohnbar gemacht, sodass auch niemand mehr da ist, um die Häuser vor den Fluten zu schützen. Sie haben Milliarden in der Lagune verbaut, ohne die Flutschutztore je fertigzustellen. Venedig baut am eigenen Untergang - und verdient gut daran. Venedig ist damit ein gutes Beispiel für das Handeln der Menschen insgesamt. Venedig ist überall, in (fast) allen Köpfen und (fast) allen Taten: Wir wissen um unseren Untergang, und sind unfähig, umzudenken und uns zu retten.

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  • 15.11.2019
    0 MB
    52:05
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    Schaut mal, ein Prozess! Donald und die Hexen von Washington

    Die halbe Welt schaute sie an, die erste öffentliche Kongressanhörung der Impeachment-Ermittlungen gegen Donald Trump. Nur Trump selbst nicht. Der Präsident der USA sei vielbeschäftigt, habe Wichtigeres zu tun und für so etwas keine Zeit. Das Ganze sei ohnehin nur eine Hexenjagd und ein einziger Schwindel. Von einem Schauprozess spricht Trump. Von Unwahrheiten und Verschwörungen. Genau an dem Punkt stellen wir uns mal wieder die eine Frage, die uns beschäftigt, seit Trump regiert: Weiß der Mann überhaupt, wovon er spricht? Anscheinend nicht. Aber kein Problem. Wir helfen ja gerne nach und liefern einen Exkurs in Sachen Schauprozesse, Hexenjagd und Amtsenthebung. Ein Tag für Präsidenten, Hexen und Demokraten. Und die, die es noch werden wollen.

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  • 14.11.2019
    0 MB
    53:03
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    Nahtod der Nato - Risiko für Europa

    "Hirntod!“ stellte Doktor Macron fest: Nach der Diagnose des französischen Präsidenten könnte die Nato dann also Organspender werden. Wenn es nach Emmanuel Macron ginge, würden die westlichen Reste des dann verblichenen nordatlantischen Militärbündnisses in eine europäische Armee eingebracht, die der militärische Pfeiler einer europäischen Sicherheitspolitik wäre. In Berlin hält man die Nato zwar offiziell noch immer für unverzichtbar. Die zuständige deutsche Ministerin allerdings übt sich schon mal in Vorwärtsverteidigung. Sie will mehr Geld für die Bundeswehr und mehr Auslandseinsätze und mehr deutsche Interessen auch im Ausland verteidigen. Im Inneren will sie die Bundeswehr sichtbarer machen und lässt deshalb Rekruten zum öffentlichen Gelöbnis antreten - am 12. November, genau 64 Jahre, nachdem die ersten Bundeswehrsoldaten ihre Ernennungsurkunden entgegennahmen. Auch einen Sicherheitsrat will die Verteidigungsministerin, wenn auch zuerst einmal nur in Deutschland. Nachdem Erdogan und Trump, die beiden Totengräber der Nato, sich in Washington trafen, basteln die Europäer an einer eigenen Militärdoktrin für die Zukunft. Was kann das werden?

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  • 12.11.2019
    0 MB
    52:40
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    Return to sender: Der IS kommt heim nach Europa

    Mehr als 2.000 IS-Kämpfer aus Europa sitzen in türkischen und syrischen Gefängnissen, darunter allein eintausend Deutsche. Nachdem die Türkei ankündigte, die ausländischen IS-Kämpfer abzuschieben, beginnen jetzt die ersten Rückführungen. Die europäischen Regierungen reagieren panisch. Was tun mit den heimkehrenden Terroristen? Nach europäischem Recht wird es schwer, sie hier weiter festzusetzen, wenn nicht einmal klar ist, ob sie wirklich Mitglieder des IS waren, geschweige denn, was ihnen konkret vorgeworfen wird. Ebenso unklar ist, was mit den hunderten Kämpfern geschehen ist, die während der türkischen Offensive in Syrien aus den nicht mehr bewachten Lagern entkommen sind. Vielleicht sind sie längst auf dem Weg zurück nach Europa.

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  • 11.11.2019
    0 MB
    52:41
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    Schmeckt‘s noch? Abfall lecker zubereitet

    Zwei junge Frauen haben in Karlsruhe Verfassungsbeschwerde eingereicht. Sie waren wegen Diebstahls verurteilt worden, nachdem sie noch brauchbare Lebensmittel aus dem Abfall eines bayerischen Supermarkts gefischt hatten. Dieses sogenannte "Containern“ ist nach derzeitigem Recht strafbar. Denn der Müll gehört dem, der ihn weggeworfen hat. Das derzeitige Recht passe allerdings nicht mehr in die Zeit, sagen die beiden verurteilten Studentinnen. Denn es ist zwar nicht verboten, Lebensmittel zu Abfall zu erklären, aber es ist verboten, die weggeworfenen Lebensmittel aus dem Müll "zu retten“. Umgekehrt wäre es sicher sinnvoller. Rund 85 Kilogramm Nahrungsmittel pro Kopf und Jahr werfen wir in Deutschland weg, das sind fast 13 Millionen Tonnen. Mehr als die Hälfte davon stammen aus Privathaushalten. Das Umdenken, das die "Lebensmittelretter“ fordern, müsste allerdings weit über die Rechtsprechung und den Umgang mit Lebensmitteln im Handel hinausgehen. "Eine gesamtge-sellschaftliche Aufgabe“ nennt es dann auch die Bundeslandwirtschaftsministerin - und ändert nichts an den Gesetzen …

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  • 08.11.2019
    0 MB
    52:54
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    Warten – Wie geil ist das denn!?

    Unser Leben besteht zu einem erheblichen Teil aus Wartezeiten. Warten auf den Bus, warten auf besseres Wetter, auf Handwerker, aufs Essen, auf eine günstige Gelegenheit für was auch immer. Warten auf Hilfe, warten auf einen Bescheid vom Amt, auf einen Studienplatz, warten auf ein Spenderorgan, auf die große Liebe und die großen Ferien. Unsere Geduld wird ständig auf die Probe gestellt und dass, obwohl in unserer modernen Gesellschaft alles auf die schnelle Bedürfnisbefriedigung ausgerichtet ist. Oft wäre es angebracht, sich mehr Zeit zu nehmen, erstmal abzuwarten. Aber das ist eine Kunst, die man wohl erlernen muss. Wir können es kaum erwarten, mehr darüber zu erfahren.

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  • 07.11.2019
    0 MB
    52:03
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    Wisch und weg! Die unterschätzte Arbeit der Putzfrau

    Sie haben bestimmt schon so manche Lobby geputzt, die Reinigungskräfte dieser Welt. Aber sie selbst scheinen keine große Lobby zu haben. Den "Internationalen Tag der Putzfrau" jedenfalls verdanken wir im Wesentlichen einer Krimiautorin, die ihre Heldin zuweilen als Putzfrau arbeiten lässt. Was vielleicht symptomatisch ist. Denn wie viele Klischees und Anekdoten ranken sich um Putz-, Zugeh- oder Reinemachefrauen - und wie wenig Aufmerksamkeit erfahren sie in der Wirklichkeit! Wir lassen sie in unsere Räumlichkeiten, gewähren ihnen tiefe Einblicke und vertrauen blind darauf, dass sie dort wirklich nur putzen. Aber die Sauberkeit, die sie hinterlassen, die nehmen die meisten von uns selbstverständlich, ohne sich Gedanken über die Drecksarbeit zu machen, die dafür nötig war und die oft genug schlecht bezahlte Schwarzarbeit ist.

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  • 06.11.2019
    0 MB
    53:28
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    Nichts passiert – Von den Folgen einer Vergewaltigung

    Viele junge Mädchen und Frauen verzichten nach einer Vergewaltigung darauf, die Tat anzuzeigen. Zu tief sitzt die Angst vor erneuten Verletzungen. Schließlich wird der eigene Körper zum Tatort, an dem Spuren gesichert werden müssen. Und die Aussage selbst, erst bei der Polizei, später vor Gericht, zwingt die Frauen dazu, sich wieder und wieder mit der Vergewaltigung zu befassen. Aus Angst und Scham gehen viele Opfer sexueller Gewalt nicht zur Polizei- auch weil sie fürchten, dass ihre Anklage in Frage gestellt wird. Umso schlimmer, wenn ein Großteil der Täter dann straffrei ausgeht, wie neue Zahlen belegen. Mitte der 90er Jahre wurde ein Fünftel der Täter verurteilt, in den vergangen Jahren waren es nur noch rund sieben Prozent. Deshalb fragt ein Forschungsprojekt jetzt nach den Ursachen. Dazu werden Akten analysiert und Frauen befragt, wie es ihnen nach der Anzeige ergangen ist. Außerdem soll die Spurensicherung erleichtert und die Täterfahndung durch eine ausgeweitete DNA-Analyse verbessert werden. Der Umgang mit Opfern und Täter ist nicht nur innerhalb Europas, sondern auch innerhalb Deutschlands unterschiedlich. Es gibt noch viel zu tun.

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  • 05.11.2019
    0 MB
    54:05
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    Mauerfall und Stolperstein – Wem nützt das Gedenken?

    Soviel Gedenken war lange nicht mehr. Ende der Woche jährt sich zum 30. Mal der Fall der Berliner Mauer. Und weil es eine ganze Kette von Ereignissen war, die zu ihrer Öffnung führte, gibt es seit Monaten immer wieder Anlässe, sich zu erinnern. Und daraus dann ein Gedenken zu formen. Denn Gedenken ist mehr als Erinnern. Wenn wir gedenken, dann nimmt unser Gedächtnis Haltung an. Und dann zeigt sich, wer sich diese Haltung zu eigen macht und wer nicht. Es kann ein Affront sein, nicht mit zu gedenken. Aber auch das Gegenteil ist möglich: Ein Kranz der AfD-Fraktion an der NSU-Gedenkstätte in Zwickau hat viele Menschen verstört. Gemeinsames Gedenken kann eine Gesellschaft zusammenhalten - beim Feiern und beim Trauern. Aber gerade öffentliches Gedenken kann auch provozieren und spalten, wenn es für unterschiedliche Zwecke vereinnahmt wird.

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  • 04.11.2019
    0 MB
    53:16
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    Nur das Alter ist sicher – der ewige Streit um die Grundrente

    Am 10. November soll der Koalitionsausschuss bei Bundeskanzlerin Angela Merkel über die Grundrente entscheiden. Kaum zu glauben, denn dreimal stand die Grundrente bereits in einem Koalitionsvertrag. Zweimal ist das Vorhaben gescheitert. Und auch der dritte Anlauf bietet noch genügend Zündstoff. Es gibt Streit über die Finanzierung, die Einkommensgrenzen und Freibeträge für Erspartes. Nicht mehr und nicht weniger. Stand der derzeitigen Verhandlungen: die Grundrente soll nach einer Prüfung der Einkommen der Betroffenen gewährt werden. Die Daten müssten die Finanzämter liefern. Doch welche Einkommen werden in welcher Weise berücksichtigt? Und was ist mit vermögenden Rentnern? Wo liegt die Grenze? Wer entscheidet, ob das kleine Ersparte schon Vermögen ist? Für viele ist vor allem eins sicher: Scheitert die Grundrente, scheitert die Koalition.

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  • 01.11.2019
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    50:18
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    Die blaue Stunde - Der Tag im Farbrausch

    Sie lädt zum Träumen ein und zum In-Ihr-Versinken. Sie ist beliebt, zugleich kostbar und seltener, als man denkt: Die Farbe Blau. Ob in Malerei, Musik, in Sprichwörtern - oder auch der kindlichen Frage nach der Lieblingsfarbe: überall findet sich blau, blue, bleu. Und obwohl nicht alles blau ist, was blau aussieht und manche das schöne Blau für hässliche Botschaften missbrauchen - läutet nun auch "der Tag“ zur blauen Stunde.

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  • 31.10.2019
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    54:06
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    Kommunaler Klüngel – Wo der Filz regiert

    Vitamin B-Mangel ist schlecht für die Karriere. Viele Jobs werden über persönliche Kontakte vermittelt, viele Aufträge gehen an Firmen, zu denen die Entscheider irgendeine Beziehung haben. Menschlich ist das nachvollziehbar: Wenn man jemanden kennt, dann faßt man schneller Vertrauen. Abgesehen davon: hilfst Du mir, helfe ich Dir. Aber Vitamin B hat Nebenwirkungen. Zu hoch dosiert führt es zu Vetternwirtschaft, Filz und im schlimmsten Fall strafrechtlich relevanter Korruption. Korruption ist der größte Hemmschuh für die Entwicklung von Staaten, sagen die Vereinten Nationen. Dabei müssen wir gar nicht in die Ferne gucken, es reicht schon der Blick in die nächste Kommune. Dort, wo die Akteure teils über Jahrzehnte zusammen arbeiten, wo es Pfründe zu verteilen gibt, schaffen Politiker und Unternehmer oft extrem verfilzte Strukturen - zum Schaden der Allgemeinheit.

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  • 30.10.2019
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    50:32
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    Vereint in Wut – Aufruhr im Libanon

    Seit knapp zwei Wochen demonstrieren zehntausende Libanesinnen und Libanesen in ihrer Heimat. Mit kreuz- und quer abgestellten Autos, brennenden Barrikaden und einer 170 km langen Menschenkette entlang der Küstenlinie. Ausgangspunkt ihrer Proteste: eine Steuer auf Whatsapp Anrufe, verhängt und inzwischen zurückgenommen von der Regierung. Das scheint nur der Anfang gewesen zu sein. Jetzt richtet sich die Wut der Demonstranten gegen die korrupten Eliten des Landes, denen es in 30 Jahren offiziellen Friedens nicht gelungen ist, das Leben der Menschen im Libanon zu verbessern. Der Staat ist bankrott. Es gibt keine Züge, keinen öffentlichen Nahverkehr mehr, das Leitungswasser kommt per Lastwagen, der Strom fällt ständig aus, die Müllberge türmen sich in den Himmel. "Revolution“ rufen die Demonstranten und fordern nicht nur mehr Reformen, sondern den Sturz eines Kartells, das Ende eines Systems, das die immer gleichen Leute an die Macht bringt und die das Land plündern und herunterwirtschaften. Kann der Aufruhr tatsächlich zu einer Revolution werden?

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  • 29.10.2019
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    53:32
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    Give me five – Was macht eigentlich die FDP?

    Es waren exakt fünf. Buchstäblich: f-ü-n-f Wähler haben der FDP in Thüringen über die 5 Prozent-Hürde im Landtag verholfen. Und in Zeiten wie diesen reichen nicht-rechtsextremistischen Parteien wackelige 5,0 Prozent, um als Kandidat für die Regierungsverantwortung gehandelt zu werden. Weil es schon bald vier Parteien braucht, um überhaupt eine Mehrheit zu bekommen. Doch statt dankbar über dieses Stöckchen zu springen, übt sich die Partei in Ausschließeritis. Mit den Dunkelroten? Wir nicht, sekundiert FDP-Parteichef Christian Lindner seinem thüringischen Spitzenkandidaten. Und wie beim Verhandlungsaus für eine Jamaika-Koalition im Bund vor zwei Jahren fragt man sich: Ist das noch Haltung - oder schon Angst? Was will die FDP denn? Und: Was kann sie überhaupt?

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  • 28.10.2019
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    52:39
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    Ewiger Sommer - Ein Hoch auf die Palme

    Palmen, Sonne, Strand - Urlaub! Die Assoziationskette funktioniert, was in den letzten Jahren vermehrt zur Verpalmung der Innenstädte führt. Sie säumen Flaniermeilen und die Freiluftzonen der Cafés. Schon im 19. Jahrhundert fing man an, die Natur in die Städte zu holen. Und Botanische Gärten gibt es in Europa schon seit über 500 Jahren. Aus den Klostergärten der Renaissance entstanden die Forschungs- und Lehrgärten der Universitäten. Deren Pflanzenbestände wurden auch durch Entdeckungen aus den fernen Kontinenten bereichert. Exotische Pflanzen faszinieren. Zum Glück für das Palmenhaus im Frankfurter Palmengarten. Seit 150 Jahren erzeugt es die erwünschten Wohlgefühle, was den "Tag“ auf die Palme bringt.

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  • 25.10.2019
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    53:14
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    Den Pummpälz im Nacken – Thüringen vor der Wahl

    Der Pummpälz ist ein Kobold, der im Thüringer Wald den Wanderern auf den Nacken springt, sie würgt und ihnen Ohrfeigen versetzt. Man denkt sofort an die rauhen Sitten im Thüringer Wahlkampf wo mehrere Spitzenkandidaten Morddrohungen erhielten oder zumindest ihre Büros beschmiert wurden. Aus der grünen Mitte Deutschlands stammen viele Sagen und Legenden, und die sind sehr lebendig, vor allem die politischen. Da gibt es den Schmied von Ruhla, das Urbild und die Hoffnung aller Wutbürger: er geigte einst dem Landesherren rabiat die Meinung und brachte den so zur Umkehr. Da steht der Kyffhäuser, ein Gebirgszug, in dem der gute Kaiser Barbarossa sitzt, bis er eines Tages als großer Friedenskaiser zurückkehrt. Zur Zeit vertritt ihn Ministerpräsident Bodo Ramelow, dessen Wandlung vom gefährlichen Linken zum gefälligen Landesvater ebenfalls etwas Legendäres hat. Womöglich wird er nach der Wahl seine angestammten rot-grünen Partner verlassen, um der fremden CDU die Hand zu reichen wie einst der thüringische Graf von Gleichen der Sultanstochter. Und ihnen allen sitzt Björn Höcke im Nacken, der leibhaftige Pummpälz, oder gar der Teufel selber, nach dem die Berichterstatter ihre Tintenfässer werfen wie damals Luther auf der Wartburg. Aber welche von den Legenden wird am Ende wahr? Am Sonntag wissen wir es.

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  • 24.10.2019
    0 MB
    52:56
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    Die Vermessung der Jugend

    Wenn alle vier Jahre die Shell Jugendstudie veröffentlich wird, ist die Aufmerksamkeit groß. Die Ergebnisse für dieses Jahr: die einen blicken optimistisch in die Zukunft, andere machen sich Sorgen um Umweltthemen und gehen auf die Straße. Das Vertrauen in die Politik ist groß, in Parteien und Politiker weniger. Ein Ergebnis lässt jedoch aufhorchen. Die, die kein Vertrauen darin haben, dass sie etwas ändern können, werden empfänglicher für populistische Parolen und Verschwörungstheorien. Ein Merkmal fällt in dieser Gruppe besonders ins Gewicht: überwiegend männlich und schlecht gebildet. Aber was macht man jetzt mit diesen Ergebnissen? Fast 20 Jahre nach dem ersten PISA-Schock bescheinigt dieser Tage eine neue Studie den Neuntklässler nur wenig Fortschritte in Mathematik und den naturwissenschaftlichen Fächern. Keine Verbesserung also durch Vermessung? "Vom Wiegen wird die Sau nicht fett“ ist von Vermessungs-Kritikern zu hören. Aber von was dann? Was tun gegen Populismus-Affinität und sinkendes Leistungsniveau?

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  • 23.10.2019
    0 MB
    54:41
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    Achtung Sicherheitszone! Europa und der Krieg in Syrien

    Erfolgreiche Unternehmungen und lächerliche Luftnummern beginnen ähnlich: mit einer Initiative. Und nur weil Annegret Kramp-Karrenbauer auf anderen Feldern zuletzt unglücklich aufgetreten ist, wollen wir der Verteidigungsministerin nicht unterstellen, dass ihr Vorschlag nichts taugt. Sie möchte eine internationale Sicherheitszone in Nordsyrien einrichten und dabei zumindest mit Großbritannien und Frankreich gemeinsam vorgehen, "unter Einbeziehung“ der Türkei und Russlands. Jetzt wird gestritten, mit wem das abgestimmt war, ob sie sich nur profilieren will und ob da womöglich deutsche Soldaten mitmachen müssten. Interessanter ist aber doch, wie Europa und die NATO auf den militärischen Alleingang der Türkei überhaupt reagieren. Die bisherige Syrien-Politik bestand hauptsächlich darin, sich zum Geschehen besorgt und kritisch zu äußern. Das ist angesichts eines grausamen Krieges und Millionen von Flüchtlingen sehr wenig. Womöglich ist es ein Schritt in die richtige Richtung, wenn Annegret Kramp-Karrenbauer ihren Vorschlag diese Woche den Amtskollegen der NATO-Länder präsentiert. Dann bleiben immer noch genug Fragen: ob da wo Sicherheitszone drauf steht, auch Sicherheit drin ist. Und wenn ja für wen?

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  • 22.10.2019
    0 MB
    53:40
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    Sehnsucht nach der Sonnenblume – Der Hype um Van Gogh

    Drei, fünf, zwölf oder dürfen es gleich fünfzehn sein? Egal wie viele Sonnenblumen - kein Maler der Welt wird so mit ihnen verbunden wie Vincent Van Gogh. Die Popularität des niederländischen Malers kennt keine Grenzen: die teuersten Gemälde der Welt, der bekannteste Künstler aller Zeiten, das am häufigsten verfilmte Malerleben - die Superlative nehmen kein Ende, wenn von ihm die Rede ist. Aber woher kommt der Mythos? Woher die vor allem deutsche Begeisterung für Kornfelder und Altstädte mit klarem Pinselstrich? Seine originellen und innovativen Werke sind wohl ebenso dafür verantwortlich wie seine schillernde Biografie. Das Frankfurter Städel zeichnet in seiner aktuellen Ausstellung die Entstehung dieses Mythos durch Museen, Kunstkritiker und Galeristen nach. Wird Van Gogh zu Recht als Schlüsselfigur für die Kunst der deutschen Avantgarde gesehen?

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  • 21.10.2019
    0 MB
    53:29
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    Verkehrtpolitik – Die Maut und anderer Murks

    Weiterhin freie Fahrt auf deutschen Autobahnen. Kostenfrei und ohne generelles Tempolimit. Denn eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 130 km/h ist gerade erst im Bundestag gescheitert und die PKW-Maut schon vor einiger Zeit vor dem Europäischen Gerichtshof. Letzteres könnte uns - nicht als Autofahrer, aber als Steuerzahler - einiges kosten. Weil Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer, ohne die Gerichtsentscheidung abzuwarten, Verträge mit Maut-Betreibern geschlossen hat, die nun womöglich Anspruch auf Schadenersatz haben. Der Minister sieht sich nun seit letzter Woche mit einem nahenden Untersuchungsausschuss und schon die ganze Zeit über mit Rücktrittsforderungen konfrontiert. Dabei möchte er sich doch viel lieber "für die Bürger auf eine gute Verkehrspolitik konzentrieren", sagt er. Ein ehrenwerter Wunsch, aber nicht unbedingt der Vater richtiger Gedanken. Denn in den Augen vieler fährt die deutsche Verkehrspolitik schon lange in die falsche Richtung. Statt kostenpflichtig oder langsamer sollten unsere Autos vielleicht überhaupt nicht mehr auf Autobahnen fahren. Aber um das zu schaffen, müsste noch Vieles aufs richtige Gleis und in die richtigen Bahnen gelenkt und dafür etliche neue Weichen gestellt werden...

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  • 18.10.2019
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    52:17
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    Brexitus, das lange Ende

    Es gab schon einmal einen Deal der Europäischen Union mit den Briten, wir erinnern uns. Mit dem ersten Brexit-Abkommen scheiterte die damalige Premierministerin Teresa May im Unterhaus. Nun steht womöglich Boris Johnsons Mayday bevor. Denn auch sein Deal könnte am Samstag scheitern. Dann ginge die scheinbar unendliche Geschichte weiter und wir werden erleben, ob der britische Premier an Halloween durch die Weltgeschichte irrlichtert, indem er sein Land trotz gesetzlichen Verbots ohne Deal aus der EU führt. Denn er will ja lieber tot im Straßengraben liegen, als das nicht zu tun. Nach dem neuerlichen Deal, der von Boris Johnson zunächst als großartiger Durchbruch verkauft wurde, ist jedenfalls alles noch immer so offen wie zuvor. Allein die Wahrscheinlichkeit, dass das britische Parlament auch den zweiten Premier vorführt, ist gewachsen. Es sei denn, der nach Trump größte aller Dealer, Boris Johnson, schafft jetzt ein noch viel großartigeres Abkommen mit der nordirischen Protestantenpartei DUP und der oppositionellen Labour Party. Dann, und wohl nur dann, könnten die Briten an Halloween geordnet aus der EU austreten und sich danach weiter mit ihren eigenen Geistern beschäftigen, dann aber ohne uns …

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  • 17.10.2019
    0 MB
    49:47
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    Offensive Innenverteidigung: Die Türkei und ihr Kapitän

    Was passiert eigentlich, wenn ein syrischer Panzer seine Granaten demnächst auf türkisches Gebiet schießt? Ist das dann der Bündnisfall für die Nato, zumal die syrischen Regierungstruppen von den Russen unterstützt werden? Oder eher nicht, weil die Türkei einen Angriffskrieg führt und die Syrer sich nur verteidigen. Jene Syrer, die nur deshalb an ihrer eigenen Grenze operieren, weil die syrischen Kurden Assad zu Hilfe riefen, nachdem sie von Trumps Truppen verlassen wurden. Und was passiert eigentlich in der Türkei? Geht Erdogans Rechnung auf, seine sinkenden innenpolitischen Umfragewerte durch den Angriff auf einen äußeren Feind aufzumöbeln? Zumindest ließ sich die gestärkte Opposition schon mal in Kurden und Türken spalten und dadurch schwächen. Aber auch das ganze Land könnte geschwächt werden, wenn tatsächlich Sanktionen der USA greifen und Investitionen aus der EU ausbleiben.

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  • 16.10.2019
    0 MB
    51:39
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    Bodenlos – Wie wir unsere Existenz untergraben

    Wenn Bauern eine gute Ernte haben, wenn Obst und Gemüse lecker schmecken, dann liegt das am Boden und der Art wie er bearbeitet wird. Guter Ackerboden ist Gold wert, trotzdem wird er immer wieder Bauprojekten geopfert. Es ist ausgerechnet meist der hochwertigste Boden, der versiegelt wird. Gerne auch für Logistikzentren der Lebensmittelindustrie. Dabei ist fruchtbarer Mutterboden eine sehr rare Sache auf der Erde, die wir eigentlich hegen und pflegen müssten, denn ohne gute Böden können wir uns nicht ernähren. Deshalb blicken wir am Welternährungstag zu Boden und würdigen das komplexe Ökosystem zu unseren Füßen.

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  • 15.10.2019
    0 MB
    53:25
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    Justiz und Unabhängigkeit: Das kommt uns spanisch vor

    Angeklagt waren sie wegen Rebellion, was 25 Jahre Gefängnis hätte bedeuten können. Verurteilt wurden sie "nur" wegen Aufruhrs zu neun bis 13 Jahren Gefängnis: die katalanischen Separatisten. Den Straftatbestand der Rebellion gibt es bei uns nicht, weshalb auch das deutsche Gericht, das über die Auslieferung des ehemaligen katalanischen Regierungschefs Puigdemont urteilen musste, ihn frei ließ. Carles Puigdemonts lebt im Exil in Brüssel, seine Weggefährten sitzen aber in Spanien im Gefängnis. Das Urteil über sie spaltet das Land nun wohl endgültig, auch wenn es am Ende vor dem Europäischen Menschenrechtsgerichtshof in Straßburg keinen Bestand hat. Das Urteil wirft auch erneut die Frage nach der Unabhängigkeit der Justiz in Spanien auf - und nach der Verfassung des spanischen Rechtsstaates. Kann es sich ein Land im Europa des 21. Jahrhunderts leisten, dermaßen hart mit einer Bewegung umzugehen, die sich zunächst nur vom allzu engen Gängelband des Zentralstaates lösen wollte? Ist das zukunftsfähig in einem Europa der Regionen?

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  • 14.10.2019
    0 MB
    52:08
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    Mit dem Strom – Wie Streaming unsere Welt verändert

    Wir machen es fast alle: wir nutzen das Internet für mediale Inhalte. Großer Wachstumsmarkt sind dabei die Streamingdienste. Sie bieten Musik und Videos, Hörspiele, Sportereignisse oder auch den Livestream einer Straftat. Diese Angebote haben unser Medienverhalten bereits komplett verändert. Sie verändern aber auch die Inhalte selbst. Musik wird anders komponiert für diesen Markt, Filme anders geschnitten. Denn: Was nicht in wenigen Sekunden die Aufmerksamkeit der Nutzer fesselt, hat es schwer, wahrgenommen zu werden. Woran die Streaming Nutzer selten denken, ist der immense Energieverbrauch der durchs Streamen entsteht. Streamen kann man nur mit Strom und der wird meistens nicht umweltfreundlich erzeugt. Ein "Tag" zu Chancen, Risiken und Nebenwirkungen des Streamens.

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  • 11.10.2019
    0 MB
    52:12
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    Halle und die Brandstifter - Wenn Worten Taten folgen

    Die Spirale der rechten Gewalt dreht sich weiter in Deutschland. Nach Brandanschlägen und Tätlichkeiten folgten gezielte Morde - und jetzt ein paramilitärischer Angriff auf eine Synagoge mit wahllosen Schüssen auf Passanten. Nicht nur die Grenzen des Gesagten verschieben sich immer weiter, nicht nur die Sprache wird immer gewalttätiger, auch die tatsächliche Gewaltanwendung wird brutaler. Und auch wenn es am Ende immer wieder Einzeltäter gewesen sein sollen, die bestenfalls wenige Helfer gehabt haben sollen, so bewegt sich das Ganze doch im Umfeld ausgedehnter und ausgefeilter Netzwerke. Und die reichen längst hinein in die Polizei und die Armee und sie haben auch ihren parlamentarischen Arm. Die geistige Blase der Rechten findet längst nicht mehr nur im Internet statt, sie hat sich ausgedehnt in die Zivilgesellschaft. Dort sitzen die Vordenker, die als Biedermänner daher kommen und beständig daran arbeiten, die Grenzen des Sagbaren zu verschieben, womit dann auch das eben noch Undenkbare möglich wird.

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  • 10.10.2019
    0 MB
    52:35
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    Das doppelte Preischen - ein Drama nach Halbfred Nobel

    Letztes Jahr gab es gar keinen - dafür wird der Literaturnobelpreis in diesem Jahr gleich zweimal vergeben. Die Preisträger müssen sich zwar nicht das Geld, wohl aber den Ruhm teilen. Schuld daran ist die Jury, die sich selbst zum Krimistoff entwickelt hatte. In bester Sex and Crime Tradition leistete sich die Jury einen Skandal. Der Ehemann einer Jurorin wurde wegen sexueller Belästigung und Vergewaltigung verurteilt. Die Taten hatte er in einem Kulturklub begangen, den er mit seiner Frau betrieb und für den sie ihm auch Gelder des Nobelkomitees zugeschoben haben soll. Die Ehefrau musste danach regelrecht genötigt werden, ihren Sitz in der Jury zu räumen. Sie ließ sich ihren Abgang von der Akademie vergolden. Bis heute kassiert sie ein monatliches Salär. Man kann das Erbe Alfred Nobels offenbar nicht nur an preiswürdige Menschen vergeben. Also: Wie arbeiten solche Jurys? Und warum wollen Autoren unbedingt Preise gewinnen? Oder brauchen sie sie sogar? Fragen, die der Tag heute beantworten möchte. Ganz nobel und natürlich nur des Ruhmes wegen, versteht sich.

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  • 09.10.2019
    0 MB
    51:26
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    Iss doch Käse! - Das Listerium der Wurst

    Verrostete Rohre, schimmelige Salami - und am Ende Bakterien in der Wurst. Das liefert eine hessische Wurstfabrik und ist damit womöglich schuld am Tod zweier Menschen und der Krankheit vieler. Die überall verbreiteten Bakterien der Gattung Listeria können auch in eingeschweißten Lebensmitteln überleben und bei deren Verzehr eine Listeriose auslösen, die bei geschwächten Menschen bisweilen tödlich verlaufen kann. Das passiert aber nur, wenn besonders viele der Bakterien aufgenommen werden, wenn die Lebensmittel also regelrecht verseucht sind. "Die Dosis macht das Gift“ hat Paracelsus gesagt. Und so war das wohl auch im Fall der hessischen Wurstfabrik. Was allerdings hätte verhindert werden können, sagt die Organisation Food Watch, weil die hygienischen Missstände bei Produktion und Lagerung der Wurst trotz einiger Warnungen zu spät erkannt und dann auch noch zu spät gemeldet wurden. Einmal mehr ist nun ein Lebensmittelhersteller dicht. Was bleibt sind die Missstände - bei der Kontrolle, bei der Herstellung, beim ganzen Umgang mit unseren Lebensmitteln. Missstände die häufig eine Ursache haben, die immer wieder benannt und nie abgestellt wird: den Kostendruck. Die Frage ist deshalb, wenn’s um die Wurst geht: War es kriminelle Energie oder der ganz normale Alltag in einer Branche die nur eines will: möglichst billig Fleisch produzieren?

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  • 08.10.2019
    0 MB
    54:15
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    Der neue Horst - Innenminister und Außengrenzen

    Horst Seehofer reist nach Ankara. Der deutsche Innenminister verhandelt dort mit den Außenministern. Dann fliegt der deutsche Innenminister nach Athen und spricht dort mit den Migrationsexperten der neuen konservativen Regierung. Und dann verkündet Horst Seehofer einen neuen Plan für die Aufnahme von Bootsflüchtlingen, den er am Dienstag mit den Innenministern der Europäischen Union diskutieren will. Er will den Flüchtlingsdeal der EU mit der Türkei retten. Er will die Aufnahmeländer Griechenland und Italien entlasten. Er will das peinliche Gezerre um auf Hilfsschiffen umherirrende Gerettete beenden. Er will ganz offensichtlich nicht mehr wegschauen. Was ist in diesen Mann gefahren, dass er sich plötzlich von den Hilfsorganisationen bescheinigen lässt, er sei auf dem richtigen Weg, während Unionspolitiker öffentlich auf Distanz gehen? War das ein politischer Alleingang oder ist das neue Regierungspolitik? Gibt es jetzt wirklich einen anderen Umgang der EU mit den Flüchtlingen, oder treibt sie nur die Panik vor der nächsten "Flüchtlingskrise“ an? An der nämlich arbeitet derzeit der türkische Präsident Erdogan, der seine Truppen ins syrische Kurdistan marschieren lässt.

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  • 07.10.2019
    0 MB
    54:22
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    Beste Randlage – der Aufschwung in Portugal

    Wer bei Portugal gleich wieder an Fado denkt, überhört und übersieht, dass da heute eine ganz andere Musik spielt. Und wer im Südwesten Europas sein Armenhaus vermutet, hat nur nicht mitbekommen, dass es in Portugal seit einiger Zeit aufwärts geht. 2011 musste sich das Land mit Griechenland und Irland unter den EU-Rettungsschirm begeben. Eine bürgerliche Koalition legte anschließend ein strenges Sparprogramm auf. Die nachfolgende sozialistische Minderheitsregierung nahm unter misstrauischen Blicken der EU-Partner einige Härten zurück, setzte aber weiter auf Haushaltsdisziplin. Das Ergebnis: das Staatsdefizit schrumpft, die portugiesische Wirtschaft wächst, ebenso das Angebot an Arbeitsplätzen. Die Portugiesen bekommen auch wieder mehr Kinder. Rechtspopulisten spielen in der Politik keine Rolle, obwohl auch die negativen Folgen des Wohlstandes schon spürbar sind: in Lissabon steigen Mieten und Immobilienpreise steil nach oben. Nach der Wahl am 6. Oktober werden wir sehen, wie die Portugiesen das alles finden. Aber unabhängig vom Ergebnis können wir festhalten: aus Portugal kommen derzeit die besten Nachrichten in Europa. Und möglicherweise hat dazu sogar der Fado beigetragen: denn großen Anteil am Aufschwung hat der boomende Tourismus.

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  • 04.10.2019
    0 MB
    54:11
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    Schmerz, lass nach – Die betäubte Gesellschaft

    Ein Indianer kennt keinen Schmerz, heißt ein veralteter Spruch. Da wir aber verletzlich sind, kennen wir ihn eben doch, den Schmerz. Und wir gehen sehr unterschiedlich damit um. Manches lässt sich aushalten, manches schnell mit einer Tablette bekämpfen. Aber es gibt auch Schmerzen, die Menschen an den Rand des Wahnsinns treiben, oder in die Abhängigkeit von schmerzlindernden Substanzen. In den USA hat die leichtfertige Verschreibungspraxis von Opioiden dazu geführt, dass Millionen Menschen in die Sucht getrieben wurden. Täglich sterben dort über hundert Menschen an einer Überdosis. In Deutschland ist man zwar wesentlich vorsichtiger beim Einsatz von Opioiden, aber der Schmerzmittelgebrauch ist in den letzten Jahren stark angestiegen, auch in Deutschland. Trotzdem bekommen nicht alle, die wirklich Linderung bräuchten auch die angemessenen Mittel und andererseits ist zu viel frei verkäuflich. Zeit also, sich dem Schmerz zu stellen.

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  • 02.10.2019
    0 MB
    50:26
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    Die Mauer im Kopf - 30 Jahre nach der Wende

    Wie wurden die Ostdeutschen, was sie sind? Hinter dieser Frage verbirgt sich mehr als man auf den ersten Blick meint. Denn im Umgang mit der DDR wird eine Reihe verpasster Chancen zur geschichtlichen Aufarbeitung deutlich. Es gab keine Entnazifizierung. Im Gesellschaftsbild der DDR kamen alte Nazis einfach nicht mehr vor. Und nach der Wende investierte man kaum Energie in die Aufarbeitung der sozialistischen Diktatur, weil man diese Energie dazu brauchte, mit dem Neuen zurecht zu kommen. Eine Gesellschaft entstand, deren einzige Konstante der Wandel war und für die der Bruch zur grundlegenden Erfahrung wurde. Wo sind die "Zonenkinder“ von damals heute? Was bestimmt ihre Perspektive? Und ist der kulturell-gesellschaftliche Graben zwischen Ost und West immer noch so tief, dass man darin versinken kann?

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  • 01.10.2019
    0 MB
    50:44
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    Der Traum vom Durchregieren - 70 Jahre Volksrepublik China

    Am 1. Oktober 1949 rief Mao Zedong die Volksrepublik China aus. Seitdem ist viel passiert. Inzwischen ist das Reich der Mitte zu einer Weltmacht geworden. Wirtschaftlich und militärisch. Die Militärparade zur Feier des Jubiläums wird gigantisch. Genauso wie der nach nur vier Jahren Bauzeit gerade fertig gestellte, neue Flughafen in Peking. An China kommt keiner mehr vorbei. Das Projekt der Neuen Seidenstraße reicht bereits bis nach Europa. China hat Geld, Arbeitskräfte und eine kommunistische Partei, der alles untergeordnet ist. Dabei hat sich ein durchaus kapitalistisches System etabliert, gepaart mit totaler Überwachung und einer riesigen Kluft zwischen arm und reich. Staatspräsident Xi Jinping hat seine Macht systematisch ausgeweitet. Wie geht das weiter? Wohin strebt China? Und wie können wir dem Land begegnen?

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  • 30.09.2019
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    50:38
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    Rechter Terror. Die Netze der Neonazis

    Beate Zschäpe hat einen schönen Blick aus ihrer Zelle im Chemnitzer Frauengefängnis. Sie schaut ins Grüne. Noch ist sie Untersuchungsgefangene, ihr Urteil noch nicht rechtskräftig. Im Juli vergangenen Jahres wurde sie zu lebenslanger Haft mit besonderer Schwere der Schuld verurteilt. Wegen zehnfachen Mordes, Mordversuchs, Brandstiftung und Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung, dem "Nationalsozialistischen Untergrund“, NSU. Der habe, so das Gericht bei der Urteilsverkündung, aus drei Personen bestanden, u.a. Zschäpe. Das Gericht konnte keine Strukturen erkennen, die die zehn Morde des NSU unterstützt oder vielleicht sogar erst möglich gemacht hatten. Seit der Urteilsverkündung hat sich eine neue rechte Terrorgruppe gebildet: "Revolution Chemnitz“. Sie besteht aus acht Männern im Alter zwischen 21 und 31 Jahren. Sie sollen unter anderem Anschläge in Berlin geplant haben, gegen Ausländer und politisch Andersdenkende. Es sollte der Auftakt für eine Anschlagserie in Deutschland sein. Ihr Ziel: kein geringeres als einen Bürgerkrieg und im Folgenden eine Revolution anzuzetteln. Ihnen wird nun der Prozess gemacht. Wer dachte, nach dem NSU Urteil habe sich das Problem der rechten Gewalt in Deutschland erledigt, der irrt. Die Gefahr ist nicht vorbei. Sind die Verfassungsschutzbehörden noch immer auf dem rechten Auge blind?

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  • 27.09.2019
    0 MB
    52:44
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    Mr. Fake und die Wahrheit – Trump und der Whistleblower

    Hat der Präsident der Vereinigten Staaten den der Ukraine unter Druck gesetzt? Donald Trump soll belastendes Material über Joe Biden, seinen Widersacher in spe, gefordert haben. Arbeitet Trump schon an der Manipulation des nächsten Präsidentschaftswahlkampfes? Die veröffentlichte Abschrift des Telefonats zwischen Washington und Kiew nährt Vermutungen, bringt aber keine Belege. Warum will dann die mächtige Demokratin Nancy Pelosi jetzt doch ein Amtsenthebungsverfahren gegen den Präsidenten? Bis eben hielt sie das immer für aussichtslos. Was hat sich geändert? Den Unterschied macht wohl der Whistleblower, der der Opposition im Kongress mehr erzählen kann, als das Weiße Haus zugeben möchte. Den Unterschied machen immer wieder die Whistleblower, die sich aufraffen und Geheimnisse verraten, die von den diversen Mächtigen dieser Welt lieber unter Verschluss gehalten werden. Viele Skandale sind von Männern und Frauen aufgedeckt worden, die ohne Rücksicht auf das eigene Fortkommen im Dienste der Allgemeinheit handelten. Wofür ihnen üblicherweise nicht gedankt wird. Im Gegenteil: Den Whistleblowern droht Verfolgung und Bestrafung, sie sind oft ungeschützt der Rache der Systeme ausgesetzt, die sie vorgeführt haben.

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  • 26.09.2019
    0 MB
    54:05
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    #MeToo lebt! Mit wem ist die Macht?

    Der weltweit gefeierte Opernstar Plácido Domingo hat alle Auftritte in der New Yorker Metropolitan Opera abgesagt. Als Generaldirektor der Oper Los Angeles war er zuvor schon beurlaubt worden, bis die Vorwürfe der sexuellen Belästigung gegen ihn aufgeklärt sind. Vor zwei Jahren hatte die New York Times über sexuelle Nötigungen und Vergewaltigung durch den Filmproduzenten Harvey Weinstein berichtet und damit die Bewegung "#MeToo“ ausgelöst. Seitdem haben sich viele Frauen als sexuell Genötigte und Missbrauchte geoutet. Seitdem ist vieles anders geworden im Verhältnis der Geschlechter. Mancher Mann, der seine Macht missbraucht hatte, wurde öffentlich angeklagt und musste gehen. Andere bangen vielleicht noch, dass auch ihre Nötigungen auffliegen könnten. Viele werden wohl vorsichtiger geworden sein und nicht mehr jede Situation ausnutzen, wie sie das noch vor wenigen Jahren getan hätten. Aber an den Strukturen und den Machtverhältnissen, die diese Männer in der Vergangenheit genutzt haben, hat sich nicht viel oder gar nichts geändert. Was ist also geworden aus "#MeToo“? Hat die Kampagne tatsächlich einen Wandel eingeleitet, oder kann es für Frauen in den typischen Situationen gefühlter oder tatsächlicher Abhängigkeit immer noch jederzeit heißen: You too?

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  • 25.09.2019
    0 MB
    53:49
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    Sind wir noch zu retten? Die neue deutsche Abstiegsangst

    Wenn man Menschen in Deutschland fragt, wo sie politisch stehen, dann sagen die meisten: In der Mitte. Nur etwas mehr als zehn Prozent bezeichnen sich selbst als Linke und nicht einmal sechs Prozent der Deutschen sagen von sich, dass sie am rechten politischen Rand stünden. Ähnliche Antworten gibt es auch, wenn wir gefragt werden, in welcher Gesellschaftsschicht wir uns ansiedeln. Kaum einer will arm und fast keiner reich sein. Wir alle sind irgendwie Mittelstand oder wollen es wenigstens sein. Wenn aber nun die über achtzig Prozent in der Mitte von Angst geplagt sind, dann hat Deutschland offenbar ein Problem: Die Angst vor dem Abstieg - gesellschaftlich, international, überhaupt. Dabei geht es den meisten von uns so gut wie noch nie - und dennoch oder gerade deshalb plagt viele diese Angst. Genau die wollen uns Herfried und Marina Münkler nehmen. In ihrem neuen Buch "Abschied vom Abstieg“ entwerfen sie eine Agenda für Deutschland und wir machen einen "Tag“ dazu und hören, was jetzt zu tun ist.

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  • 24.09.2019
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    52:39
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    Endstation Urlaub? Cooks letzte Fahrt

    Als der Baptistenprediger und Verleger christlicher Schriften Thomas Cook 1841 seine erste Zugfahrt organisierte, ahnte er vielleicht selbst noch nicht, dass er damit ein Erfolgsmodell kreierte. Anders als sein Namensvetter James Cook entdeckte Thomas keine Inseln, sondern den Pauschaltourismus. Er führte Touristen in Gruppen durch aller Herren Länder und diese durchorganisierten Rundreisen sollten bald zum Renner werden. Im Jahr 1900 war Thomas Cook - dann mit den Söhnen in der Unternehmensführung - https://de.wikipedia.org/wiki/Thomas_Cook_and_Sonweltweit Marktführer in der Reisebranche. Seit 1919 führen die Reisewege durch die Luft. Und jetzt die Bruchlandung, Cook hat den Wandel der Branche verschlafen. Zu allererst ist die Pleite eine Katastrophe für die gestrandeten Urlauber. Aber die Auswirkungen gehen noch weiter. Das Vertrauen der Urlauber in ihre Buchungen ist grundsätzlich erschüttert, Reisebüros droht die Existenznot, Kooperationspartner aus der Reisebranche könnten mit in den Abgrund gerissen werden. Droht ein Erdbeben der gesamten Reisebranche?

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  • 23.09.2019
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    53:58
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    Kurz weg und wieder da? Österreich vor der Wahl

    Sicher ist: die parteilose Verfassungsrichterin Brigitte Bierlein wird nach der Nationalratswahl nicht mehr lange Bundeskanzlerin von Österreich sein. Sehr wahrscheinlich ist: ihr Nachfolger wird ihr Vorgänger sein. Die ÖVP von Sebastian Kurz liegt deutlich vorne. Die FPÖ verliert trotz Ibiza-Affäre erstaunlich wenig. Auch die SPÖ verliert, die Grünen und die liberalen NEOS legen zu. Sebastian Kurz könnte sich also aussuchen, mit wem er koalieren möchte. Aber wer möchte mit ihm koalieren? Ein Motto im Wahlkampf ist "Alle gegen Kurz“, mit üblen Gerüchten über eine Pornovergangenheit, Spott über eine etwas liebedienerische Biographie und einem Hackerangriff, samt Enthüllungen zum grenzwertigen Umgang der ÖVP mit Spenden. Ein weiteres Motto ist "Kurz gegen alle“, der Ex-Kanzler inszeniert sich als Opfer von Kampagnen, spielt immer wieder seine Popularität aus und lässt die Wahl als lästige Pflichtübung erscheinen, damit er endlich wieder regieren kann. Sachthemen spielen eine eher geringe Rolle, und man könnte sich schon fragen, wozu ein medial intensiver, manche sagen auch, schmutziger Wahlkampf geführt werden muss, nur damit sich nicht viel ändert. Aber vielleicht unterschätzen wir unsere Nachbarn in diesem Punkt.

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  • 20.09.2019
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    49:21
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    Aufgeheizte Erde – kühler Kopf: Wer rettet das Klima?

    "I want you to panic" - mit diesem Slogan ist die schwedische Klimaschützerin Greta Thunberg im Januar vor das Weltwirtschaftsforum getreten. Die "Fridays for future"-Bewegung macht Druck und das bereits seit einem Jahr. Die Berliner Politiker haben in dieser Zeit um ein längst überfälliges Klimaschutzgesetz gerungen, der Klimawandel beherrscht mediale und politische Debatten wie nie zuvor. "Fridays for future" ist größer geworden, zu den Klimaschutzforderungen kamen allgemeine ökologische hinzu, aber genau das birgt neue Herausforderungen. Mit Vereinnahmungsversuchen von Kapitalismuskritikern bis Wirtschaft, Kritik und Häme nicht nur von rechts muss die Bewegung umgehen und wirkt dabei gelegentlich gebeutelt. Erste Protestler wenden sich ab, neue Bündnisse werden gegründet. Bei einem Teil der Demonstranten wächst die Wut und das steigert die Bereitschaft zu aggressiveren Forderungen. Der andere kämpft mit Frust und Hoffnungslosigkeit angesichts der Weltuntergangsszenarien und Verzichtspredigten und bekommt wirklich Panik. Und die war noch nie ein guter Ratgeber. Was mit Schülerprotesten begann, wurde zur Klimabewegung - Droht dieser jetzt die Spaltung?

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  • 19.09.2019
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    51:29
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    Dein Feind und Helfer – Rechtsextreme bei der Polizei

    Am Anfang stehen Morddrohungen gegen eine Frankfurter Rechtsanwältin und ihre Tochter, unterschrieben mit "NSU 2.0". Sie bringen die Polizei auf eine Spur, die bei ihr selber endet. Ein Kreis Frankfurter Polizistinnen und Polizisten fliegt auf, die sich rechtsextreme Botschaften zuschicken. Im Juni 2019 wird ein Beamter aus diesem Kreis verhaftet, unter dem Verdacht, die Drohschreiben mitverfasst zu haben. Das ist abstoßend genug, aber einige weitere Vorkommnisse haben den Verdacht erregt, dass es sich nicht um Einzelfälle handeln könnte. Gegen weitere hessische Polizisten wird ermittelt - zwei Beamte aus dem mittelhessischen Kirtorf sollen den Hitlergruß gezeigt haben, ein Dieburger Polizist hat Daten an eine Neonazi-Frau weitergeleitet und ist inzwischen verurteilt. Die konkreten Fälle vermischen sich mit einem diffusen Verdacht, der vor allem im Zusammenhang mit den NSU-Morden entstanden ist: dass die Behörden rechtsextreme Gewalt übersehen oder nicht entschlossen verfolgen. Die zögerliche Informationspolitik der hessischen Landesregierung gibt solchen Mutmaßungen weitere Nahrung. Gibt es bei der Polizei rechtsradikale Netzwerke? Oder zumindest eine Neigung, rechtsextreme Kollegen zu decken? Der Verdacht ist nicht neu, denn Polizisten wird generell gerne eine Gesinnung rechts der Mitte unterstellt. Lässt er sich bestätigen - oder entkräften?

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  • 17.09.2019
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    54:55
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    Schnell noch tanken! Eskalation am Golf

    Nein, natürlich sind unsere finanziellen Sorgen als Autofahrer nicht die bedrohlichste Folge des Drohnenangriffs auf eine saudische Ölraffinerie. Aber sie zeigen, wie schnell diese Folgen im Alltag ankommen könnten: Der Ölpreis könnte massiv ansteigen und die ohnehin schwächelnde Weltwirtschaft endgültig in eine Rezession treiben. Aus dem Krieg im Jemen könnte ein größerer Krieg im Nahen Osten werden. Und der Iran könnte mit vergleichsweise bescheidenen Mitteln seine Machtposition dort ausbauen. Denn ob nun die jemenitischen Huthi-Rebellen auf eigene Faust angegriffen haben oder auf Anordnung aus Teheran: eine so wirkungsvolle Attacke mit einer relativ billigen Drohne lässt das Potential einer Kriegsführung ahnen, die die klassischen militärischen Machtverhältnisse unterläuft. Der Iran weist die Vorwürfe zurück, hinter der Attacke zu stehen, und lehnt Verhandlungsangebote ab. Donald Trump fällt außer den üblichen Drohungen auf Twitter nichts ein. Sein Außenminister Pompeo spricht von einem "beispiellosen Angriff auf die Weltenergieversorgung". Aber wie soll sich eine Welt verteidigen, die schon bisher nicht in der Lage war, regionale Konflikte einzuhegen? Haben es die Huthi-Rebellen in der Hand, eine Weltwirtschaftskrise auszulösen? Dann sollten wir vielleicht doch schnell noch tanken. Oder gleich das Fahrrad wintertauglich machen.

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  • 16.09.2019
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    53:50
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    Lethargie im Gleisbett – Was die Bahn verschlafen hat

    Wenn wir ein klimafreundliches Verkehrskonzept auf den Weg bringen wollen, dann spielt die Bahn darin eine Hauptrolle. Darauf ist sie aber schlecht vorbereitet. Es ist jetzt 25 Jahre her, dass das Staatsunternehmen zu einem privatrechtlich organisierten Wirtschaftsunternehmen wurde. 5 Jahre später sollte der Börsengang kommen, aber daraus wurde nichts. Trotzdem sollte die große Reform der Bahn einen Innovationsschub geben. Vermeintlich unrentable Strecken wurden stillgelegt, die Belegschaft wurde halbiert, neue Hochgeschwindigkeitsstrecken gebaut. Aber ein Erfolgsmodell sieht anders aus: Die Bahn kämpft nach wie vor mit Verspätungen, maroden Gleisen und Engpässen bei den Zügen. Die Schuldenlast des Unternehmens bricht Rekorde, nicht zuletzt wegen Stuttgart 21. Wohin geht die Reise für ein Schlüsselunternehmen der Verkehrswende?

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  • 13.09.2019
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    53:04
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    Pfeif' auf Stress und Eile! Ein Lob der Langeweile

    "Die Deutschen haben verlernt, ihre Freizeit zu genießen." Das ist die Botschaft einer neuen Studie mit dem Namen "Freizeit-Monitor 2019". Und in dieser Botschaft stecken gleich mehrere Fragen: Warum haben wir Deutsche verlernt, unsere Freizeit zu genießen? Weil wir nicht smart genug sind, uns aus der Sklaverei unseres Smartphones zu befreien, wie die Studie meint? Ist Freizeit tatsächlich etwas, dessen Genuss man erst lernen und üben muss? Oder stehen nur wir Deutsche vor dieser Herausforderung, während alle anderen intuitiv und von Geburt an wissen, wie man Freizeit genießt? Haben wir vor lauter Stress vergessen, wie sich Freizeit überhaupt anfühlt? Fremdeln wir mit Freizeit, weil wir alles erleben wollen, nur keine Langeweile? Und sträuben wir uns gegen Langeweile, weil wir nicht wahrhaben wollen, wie gut sie uns täte?

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  • 12.09.2019
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    53:57
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    Operieren am offenen Geldbeutel - Woran unser Gesundheitswesen krankt

    Es läuft etwas schief in unserem Gesundheitswesen. Da ist zum Einen die Personalnot. Insbesondere bei Pflegekräften kann man von einem Notstand sprechen. Es gibt bereits Kliniken die ihre Intensivstationen nicht voll nutzen können, weil sie einfach nicht genügend Personal haben, um die Schwerstkranken zu betreuen. Die Versorgung in unseren Krankenhäusern wird immer schlechter, aber die Betreiber verdienen gut daran. Muss ein Krankenhaus überhaupt gewinnorientiert arbeiten? Ist es nicht unmoralisch mit Krankheit Überschüsse zu erwirtschaften und bei der Patientenversorgung darauf zu achten, ob es sich auch wirklich rechnet? Und dann ist da noch die Pharmaindustrie, eine Branche die so viel Gewinn macht wie keine andere, auch weil sie Wirkstoffe, die kaum was kosten, zu horrenden Preisen verkauft. Vom internationalen Geschäft ganz zu schweigen.

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  • 11.09.2019
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    52:50
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    Totalschaden? Die Automobilindustrie vor dem Crash

    Es ist das Rückgrat der Wirtschaft und Statussymbol eines ganzen Landes - was das Auto für Deutschland bedeutet, lässt sich wohl kaum erahnen. Am hellsten strahlt sein (Mercedes)-Stern zur IAA in Frankfurt. Doch vor der diesjährigen Ausgabe der Automobil-Messe liest man nur von den Protesten und Problemen. Umweltverbände fordern das Aus für den SUV, die Konsumenten sehnen sich nach neuen Modellen der Stadtpanzer und eine Politik ohne Lenker redet munter von der Verkehrswende. Die Automobilbranche weiß zwar, dass sie umsteuern muss, aber nicht wirklich wie und schon gar nicht wohin. Die IAA selbst spürt diese Probleme auch. Ihre Ausstellungsfläche ist im Vergleich zu 2017 um 16 Prozent geschrumpft. Ein Sinnbild für die ganze Branche? Wohin fährt das Auto in Zukunft? Und wer hat einen Airbag dabei? Zum Start der IAA sucht Der Tag nach den Antworten.

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  • 10.09.2019
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    53:28
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    Verwählt? Warum ein NPD-Mann Ortsvorsteher wurde

    Ein NPD-Mitglied wird zum Ortsvorsteher. Wie konnte das passieren? Das fragen sich heute nicht nur hessische Bürger, sondern auch einige, die im Ortsbeirat der Waldsiedlung in Altenstadt für ihn gestimmt haben. Was war da los? Tatsächlich wird der NPD-Mann Jagsch als ein alteingesessener, kollegialer und ruhiger Bürger beschrieben, dass er Mails verschicken könne, habe für ihn gesprochen. Und tatsächlich war der Vize-Chef der hessischen NPD der Einzige, der sich um den Posten des Ortsvorstehers bewarb. Dass Jagsch schon mehrfach im hessischen Verfassungsschutzbericht auftauchte und für die NPD bei Bundestagswahlen kandidierte, spielt da dann nur eine nachgelagerte Rolle. Denn die Kommunalpolitik hat Nachwuchsprobleme. Da greift die Strategie der Rechtsextremen in Altenstadt wie auch in anderen Regionen: Der nette Nazi von nebenan gewinnt politischen Einfluss über die Kommunalparlamente. Ein NPD-Ortsvorsteher - das Ergebnis eines demokratischen Prozesses oder Gefahr für die Demokratie?

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  • 09.09.2019
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    53:26
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    "Grüner Knopf“, der richtige Hebel? Wie man Unternehmen in die Pflicht nimmt

    Die einen tragen die Kleidung. Andere tragen die Last, wenn sie unsere Kleidung weit entfernt von uns in Asien eigenhändig herstellen, unter Bedingungen, die alles andere als menschlich sind. Die Verantwortung dafür tragen Textilunternehmer, die dieser Verantwortung auch nicht annähernd gerecht werden. Genau das muss sich ändern - am liebsten auf Knopfdruck. Meint auch die Bundesregierung - und will nun mit dem "Grünen Knopf" Druck ausüben auf die Textilproduzenten dieser Welt. Ein staatliches Gütesiegel, das nur bekommen soll, wer bei seinen Produktionsbedingungen ganz bestimmte Standards erfüllt. Die zu kontrollieren, dürfte aber schwierig sein. Auch das Rana Plaza in Bangladesch war ein TÜV-geprüftes Gebäude, bevor es 2013 einstürzte und viele ausgebeutete Arbeitskräfte dabei ums Leben kamen. Grün ist die Farbe der Hoffnung. Aber zu welchen Hoffnungen berechtigt das neue staatliche Gütesiegel in dieser Farbe?

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