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Gesünder mit praktischer Medizin

Von Krankheitsmedizin zu Gesundheitsmedizin. Der Medizin-Professor und Apotheker Harald Schmidt gibt Ihnen kritisch und Evidenz-basiert praktische Impulse aus der Welt der Medizin. Ob Prävention, Medikamente, Schlaf und allgemeine Gesundheit, er thematisiert die wichtigsten Bereiche und stets mit aktuellen relevanten Studien hinterlegt. Prof. Dr. Dr. Harald Schmidt ist Apotheker & Arzt, Professor für Pharmakologie & Personalisierte Medizin, Ernährungsmediziner, sowie Arzt für Gesundheitsförderung & Prävention.

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  • 13.10.2019
    62 MB
    32:34
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    Wie gefährlich sind eZigaretten?

    Heute geht es um um die Frage “Wie gefährlich oder sicher sind eigentlich e-Zigaretten”, ein sehr aktuelles Thema mit dramatischen Entwicklungen in den letzten Wochen.


    • SONG / INTRO - 


    Was sind e-Zigaretten

    Eigentlich ein Sammelbegriff, elektronisch, batterie betrieben, erhitzen entweder Flüssigkeiten oder Tabak


    Verdampfer

    Verdampfen Flüssigkeiten mit Nikotin und anderen Substanzen. 

    Gelten als „sichere“ und „saubere“ Methode zur Inhalation von Nikotin, da angeblich frei von den krebserregenden Substanzen, die beim Verbrennen von Ta­bak entstehen.


    ABER! Krebs in Mäusen (Tang 2019) 


    Weiterhin suchterzeugende Wirkung von Nikotin, fördert die regelmäßige Nut­zung von E-Zigaretten, 


    Abstinenz vom Rauchen bei 18% versus 10 % bei Standard-Nikotinersatz (Kaugummi, Pflaster)

    → 82% Rauchen weiterhin, Zigaretten plus eZigaretten


    Tabakerhitzer

    IQOS = I Quit Ordinary Smoking

    HEET Sticks statt Zigaretten 

    Heat-Not-Burn

    Lifestyle-Produkt, teuer, Flagstores, wie ein Apple-Laden, stylish: Nichts mit Zigaretten zu tun

    Erhitzer Sieht aus wie ein Schwangerschaftstest oder USB-Stick

    Verbrennt nicht, sonder erhitzt auf 300°C 


    20 Zig/HEETS 6€:

    • Zigaretten 3,26€ Steuer; 

    • HEETS nur 0,88€ Steuer, da rechtlich keine Zig, sondern Pfeifentabak


    in D seit 2017, 100.000 Nutzer, Pro Monat 30 Mio. sticks verkauft, 10 / Tag!! stark steigend

    in den USA erst 2019 und nur vorläufig zugelassen


    Schädlich oder nicht?


    Risiko-LebensV 

    für Raucher teurer

    Egal ob Zigarette oder eZigarette

    Man sollte da nicht lügen: Verstößt der Versicherte dagegen, führt dies – bei Vorsatz oder grober Fahrlässigkeit – zu einem Rücktrittsrecht des Versicherers und im Todesfall durch Lungenkrebs keine Zahlung an die Hinterbliebenen,

    Philip Morris-LebensV Geschäft ein, Rabatte für Zigarette-IQOS-Umsteiger; für e-Zigaretten nur 1/10 Rabatt (2 vs. 25%)

    https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/102752/Philip-Morris-gruendet-Lebensversicherung-mit-Praemienrabatten-fuer-eigene-Produkte 


    Erhitzer

    Man atmet keinen Rauch sondern Tabakdampf ein


    Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): 

    Weniger Schadstoffe (Formaldehyd, Benzol) als Zigaretten, 

    Lungenkrebsrisiko nicht verzehnfacht sonder nur 2-3x erhöht


    Herz-Kreislauf 20x → ?


    Verdampfer (Vaping)


    Alle Zigarettenfirmen haben auch in e-Zigaretten/Verdampfer investiert

    Altria, Tochterfirma von Philip Morris, hat 35% von Juul gekauft


    Akut, v.a. USA (Centers for Disease Control and Prevention)


    Bis Ende August 2019 :

    • mindestens 215 akute, schwerwiegende Atemnotanfälle, Sichtbar mit bildgebenden Verfahren (Henry)

    • in 25 Staaten (Layden)(Maddock)

    • mindestens 2 Todesfälle 

    Bis Ende September, 1 Monat später: 

    • 800 Fälle, 

    • 46 Staten, 

    • 12 Todesfälle


    Eindeutig eine Epidemie, die eine dringende Reaktion erfordert.


    Ursachen:


    • Keine aktive Infektion (einschl. lebende bakterielle Kontamination)


    • Akute toxische Lungenverletzung  bis hin zu akutem Lungenversagen ARDS (acute respiratory distress syndrome)
      z. B. Metalle, Lösungsmitteln, Säuren, Basen, Ozon, Phosgen oder Chlor, bei Bränden oder Unfällen
      Symptome: geringfügigen Atemwegsbeschwerden bis zu akuten Atemwegs Verletzungen und Schädigungen des Gewebes mit Pneumonitis, Ödem, Atemstillstand und Tod (Matthay)




    7 potenziell toxischer Verbindungsgruppen enthalten (Lee; Lee): 

    1. Nikotin, der eigentliche Grund für die Benutzung von E-Zigaretten,
      hemmt den mukoziliären Transport, wichtiger Selbstreinigungsmechanismus,
      nicht über den normalen Nikotinrezeptor, sondern Ionenkanal TRPA1(Chung)

    2. Aromastoff Zimtaldehyd bindet ebenfalls an TRPA1 verstärkt die schädliche Wirkung; Blutgefäß Schäden, wieder Zimt und Menthol; Diacetyl und 2,3-Pentandiol, hemmen ebenfalls Zilien.

    3. Lösungsmittel (Benzol und Toluol), organische-chemische Verbindungen (Carbonyle) 

    4. Partikel 

    5. Spuren von Metallen

    6. Zwar keine Bakterien und Pilzen, aber Toxine von Bakterien und Pilzen


    80% auch Tetrahydrocannabinol (THC) oder Cannabidiol (CBD)

    Das Mischen mehrerer Inhaltsstoffe kann zur Produktion neuer Wirkstoffe führen, die möglicherweise toxischer sind. 


    Langzeitrisiko

    • COPD wie beim Raucher, beginnend mit Entzündungen, Emphysem, unumkehrbar!

    • Lungenkrebs wohl auch möglich


    Was tun als Gesetzgeber / Arzt?

    • USA

      • Verbot bis zur völligen Aufklärung in einigen US-Staaten Verkauf verboten.

      • Gegner des Banns:

        • Nun wieder Zigaretten

        • Schwarzmarkt (38 Mrd.!)

    • Deutschland wie bei normalen Zigaretten

      • Werbeverbot im TV, Kino

      • Seit April 2019 Abgabe- und Rauchverbot an und für Jugendliche unter 18

    • Medizinisch

      • Dringend davon abzuraten

      • Keine effektive Rauchentwöhnung


    Zusammenfassung: //  

    • Völlig unklar ob e-Zigaretten oder Tabak-Erhitzer sicherer sind → abraten

    • Verdampfer in Kurzer Zeit 12 akute Todesfälle

      • Akute Entzündung

        • Zimt und Menthol meiden; nicht Mischen

      • ? Übergang zu Raucherlunge: chronische Bronchitis, Emphysem, COPD

      • Auch hier Krebs möglich

    • Bei Tabakerhitzern wohl keine Akutentzündungen

      • Risiko Krebs, HKL, Asthma/COPD möglicherweise niedriger

      • Möglicherweise aber auch nicht, “nicht ein bisschen schwanger/Krebs” 

      • Genaues wohl erst in vielen Jahren

    • In jedem Fall kein effektives Mittel zur Rauchentwöhnung: Doppel-Sucht // 


    Pharma-Song: //  

    Der heutige Song passt zu Abhängigkeit

    • von Panic! At The Disc

    • aus dessen 2013 er Album “Too Weird To Live, Too Rare To Die!”

    • mit dem Titel “Nicotine”

    • Zitat: “Burn my lungs and curse my eyes. I've lost control and I don't want it back. I'm going numb, I've been hijacked … I taste you on my lips and I can't get rid of you” Lebensabschnittspartner noch suchterregender als Nikotin. Es geht immer noch schlimmer.

    Link https://music.apple.com/de/album/nicotine/684954402?i=684954536&l=en //  


    Nächste Woche:

    Nächste Woche geht es um die momentan grotesken Lieferengpässe für viele häufig genutzte Arzneimittel in Deutschland, Österreich und der Schweiz und was möglicherweise dahinter steckt.


    Mehr Infos:  //  


    Meine Bitte an Sie: //

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    Belege

    • Cung et al. AJRCCM, 10.1164/rccm.201811-2087OC 

    • Henry TS, Kanne JP, Kligerman SJ. Imaging of vaping-associated lung disease. N Engl J Med. DOI: 10.1056/NEJMc1911995. 6. Centers for Disease Control and Prevention. Outbreak of severe pulmonary disease associated with using e-cigarette products: investigation notice. August 30, 2019 (https://www.cdc.gov/tobacco/ basic_information/e-cigarettes/severe-lung-disease.html).

    • Kales SN, Christiani DC. Acute chemical emergencies. N Engl J Med 2004;350:800-8.

    • Layden JE, Ghinai I, Pray I, et al. Pulmonary illness related to e-cigarette use in Illinois and Wisconsin — preliminary report. N Engl J Med. DOI: 10.1056/NEJMoa1911614.

    • Lee MS, LeBouf RF, Son YS, Koutrakis P, Christiani DC. Nicotine, aerosol particles, carbonyls and volatile organic compounds in tobacco- and menthol-flavored e-cigarettes. Environ Health 2017;16:42.

    • Lee MS, Allen JG, Christiani DC. Endotoxin and (1→3)-β-D- glucan contamination in electronic cigarette products sold in the United States. Environ Health Perspect 2019;127:47008.

    • Lee et al. 2019 JACC 10.1016/j.jacc.2019.03.476

    • Maddock SD, Cirulis MM, Callahan SJ, et al. Pulmonary lipid- laden macrophages and vaping. N Engl J Med. DOI: 10.1056/ NEJMc1912038.

    • Matthay MA, Zemans RL, Zimmerman GA, et al. Acute respiratory distress syndrome. Nat Rev Dis Primers 2019;5:18.

    • Park HR, O’Sullivan M, Vallarino J, et al. Transcriptomic response of primary human airway epithelial cells to flavoring chemicals in electronic cigarettes. Sci Rep 2019;9:1400.

    • Tang et al. PNAS 2019 10.1073/pnas.1911321116 


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  • 06.10.2019
    64 MB
    33:38
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    Systemmedizin: Herz über Kopf

    Heute geht es um wieder mal um Systemmedizin, aus Sicht eines Kardiologen, der sich komplett umgestellt hat in seiner Therapie, eben nicht nur als Kardiologe auf’s Herz zu schauen sondern Psyche, Ernährung, Familie etc. 


    Passend hierzu letzte Woche von einem netten Kollegen, Dr. med. Martin Oechler, der ebenfalls podcastet (Gesundheitsimpulse) interviewt; zunächst ganz allgemein, dann aber doch recht detailliert zur Medizin der Zukunft, der Systemmedizin. Auch dieser Podcast ist jetzt erschienen und hier ist der Link 


    a) allgemein

    https://17gk9rk.podcaster.de/gesundheitsimpulse.rss 


    und b) speziell zu dieser Folge: https://17gk9rk.podcaster.de/gesundheitsimpulse/media/Harald_Schmidt.mp3 //  



    Gast


    Prof. Christian Pristipino

    Interventioneller Kardiologe / Herzspezialist, Katheter und Stent-Implantationen

    San Filippo Neri Klinik - ASL 

    Gründungspräsident der Italienischen Gesellschaft für Systems Medizin (ASSIMSS)

    Rom, Italien


    Nach COPD, letzter Podcast, zweites Interview aus Washington von der 1. Internationalen Systemmedizin-Konferenz.


    — INTERVIEW —


    Zusammenfassung: //  

    • Mangel an Präzision, hohe NNT

    • Medizin wird interdisziplinärer: Tumorbehandlung, Ernährung, Ältere, Psyche

    • Tiere: Haustier-Symbiose (beide fett und übergewichtig), Nutztiere (Antibiotikamissbrauch)

    • Systemmedizin auch Organisation

    • Mehr Hausarzt: Initial mehr Zeit, ganz anderes Verhältnis zum Patient, später schneller, auf breiter Basis

    • Empowerment: Disziplin, Selbstverantwortung, Blutdruck (20%)/Blutverdünner (30%)

    • Speziell Kardiologie: Cholesterol (hierzu auch früherer Podcast), Herz-Hirn-Achse, AD, HI, Depression

    • Genom sequenzieren, jetzt // 


    Pharma-Song: //  

    Der heutige Song passt zur Herz-Hirn-Achse

    • von JORIS

    • aus dessen 2015er Album “Hoffnungslos Hoffnungsvoll”

    • mit dem Titel “Herz über Kopf”

    • Zitat: “...”

    Link https://music.apple.com/de/album/herz-über-kopf/1053192144?i=1053192527&l=en    //  


    Nächste Woche:

    Jetzt erstmal keine Interviews mehr geplant. 

    Nächste Woche zu e-Zigaretten, ein rasch und alarmierend zunehmendes Gesundheitsproblem.


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  • 29.09.2019
    37 MB
    25:55
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    COPD

    Heute geht es um wieder um ein sehr sehr wichtiges Thema, das bald zur dritthäufigsten Todesursache gehören wird, COPD, englisch: chronic obstructive lung disease = chronisch obstruktive Lungenerkrankung, eigentlich ein Sammelbegriff für chronisch zunehmende Atemstörung //  


    Gast


    Edwin Kepner Silverman, MD, PhD

    Chief, Channing Division of Network Medicine

    Professor, Harvard Medical School

    Pulmonary and Critical Care, Medicine

    Brigham and Women's Hospital

    Boston, MA, USA


    Warum wichtig?


    Die COPD ist nicht nur die häufigste chronische Lungenerkrankung, sondern gehört weltweit zu den häufigsten Erkrankungen überhaupt. Nach Schätzungen der WHO wird die COPD bis zum Jahr 2020 die dritthäufigste Todesursache nach Herzerkrankungen und Schlaganfall sein. 


    Die durch COPD bedingten Todesfälle und Berentungen nehmen stetig zu. In Deutschland schätzungsweise 15.000 Männer und 11.000 Frauen pro Jahr an den Folgen einer COPD, das sind 43 Prozent der durch Krankheiten des Atmungssystems bedingten Todesursachen. 


    Nach ärztlicher Einschätzung beträgt die Inzidenz etwa sieben Prozent, bei älteren Männern steigt sie auf 15 Prozent.


    Entstehung/Symptome?

    Eher Sammelbegriff


    Atemwegsobstruktion auf der Grundlage 

    • einer chronischen Bronchitis oder 

    • eines Lungenemphysems. 


    <-> Unterschied zu Asthma

    Kinder, allergisch,

    aber auch Asthma-COPD overlap syndrome

    und Asthmatiker, die COPD-ähnliche Symptome entwickeln


    Typische Symptome sind 

    • Zyklen von Entzündungen (Ursache unbekannt)

    • Exazerbationen: viral → bakteriell (evtl. chronisch Makrolidantibiotioka)

    • exzessive Schleimproduktion, 

    • Husten und 

    • Atemnot. 


    Ursachen?


    NICHT wie bei Asthma: häufig allergisch, 


    Nicht-medikamentös


    • Kein Rauchen
      COPD-Progression kann damit gestoppt werden, aber was an Lungengewebe kaputt ist, bleibt kaputt.

    https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/_Resources/Persistent/b/7/d/7/b7d75f7973876ff871bdfc5b5ae51b393c720aee/k4_1240_353269_354325-800x500.jpg


    • Reduktion der Luftverschmutzung

    https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/104487/Luftverschmutzung-verschlechtert-Lungenfunktion-und-foerdert-COPD 


    • Lungen-Rehabilitation

    • Lebensstil, Ernährung


    AM


    • Obwohl COPD definiert dadurch, dass eigentlich nicht auf Bronchien-erweiternde Stoffe reagierend, werden diese doch fast al einzige Therapie verwendet.

    • Daneben noch Cortison.

    • Infektionsvorbeugung, chron. Antibiotika (Makrolide: erythromycin or azithromycin) 6-12 Mo., länger wieder Wirkungsverlust und nachteilig
      https://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0121257 


    • INTERVIEW -


    Zusammenfassung: //  

    • Häufigste Lungenerkrankung, Inzidenz steigt dramatisch. 

    • Häufigste Ursache Rauchen, das weltweit noch immer zunimmt (soziale Verhältnisse)

    • In letzter Zeit Luftverunreinigung

    • Ursachen unbekannt, eher Sammelbegriff

    • Therapie rein symptomatisch: Bronchodilatatoren und Sauerstoff

    • Bei Exazerbationen: Glucocorticoide und Sauerstoff.

    • Lungen Rehabilitation

    • Gesundner Lebensstil, gesunde Ernährung

    • Exazerbationen früh und effektiv behandeln, evtl. chronisch Makrolidantibiotika

    • E-Zigaretten (kommt noch gesondert) alarmierend, akute Lungenfunktionsstörungen bis hin zu Todesfällen,neben Nikotin, das selbst schon ungesund ist, Inhalation von Geschmacks-Stoffen in hohen Konzentrationen mit völlig unbekannter Sicherheit  // 


    Pharma-Song: //  

    Der heutige Song ist kein musikalisches Highlight passt aber thematisch perfekt

    • von Nurse Master Charlie

    • aus dessen 2018er Hip-Hop/Rap-Album Nursing’s Greatest Hits”

    • mit dem Titel “Copd”

    • Zitat: “Nie, nie, nie, nie wieder Ritalin”

    Link https://music.apple.com/de/album/copd/1440407929?i=1440407933&amp;l=en   //  


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  • 22.09.2019
    31 MB
    21:32
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    ADHS

    Heute geht es um das oft sehr kontrovers diskutierte Thema ADHS  //  


    Gast


    Univ.-Prof. Dr. Andreas Reif

    Leiter der Abteilung für Psychiatrie, Psychosomatische Medicine and Psychotherapie 

    Uniklinik Frankfurt - Goethe Universität

    http://www.psychiatrie.uni-frankfurt.de/

    Vorstand Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik (DGPPN) www.dgppn.de

    Stellv. Vorsitzender der International Multicenter Persistent ADHD Collaboration (IMpACT, http://www.impactadhdgenomics.com


    Warum wichtig

    ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung) ist die häufigste psychiatrische Erkrankung des Kindes- und Jugendalters. 3-5%.

    2,9% der Vorschulkinder und bis zu 7,9% bei Jugendlichen. 

    bei Jungen zwei- bis viermal häufiger (Schlack et.al.2007)..

    Mädchen nicht erkannt, verträumt


    Wächst sich bei vielen nicht aus, daher auch Erwachsene mit ADHS, 15%


    Menschen mit der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung ADHS haben im Verlauf ihres Lebens ein erhöhtes Risiko, auf nicht natürliche Weise zu sterben. 

    Besonders gefährdet sind Patienten mit einer späten Diagnose sowie mit psychiatrischen Begleiterkrankungen.

    Menschen mit ADHS geraten durch ihre Unachtsamkeit und Impulsivität immer wieder in gefährliche Situationen; im Straßenverkehr häufiger in Unfälle verwickelt; riskanten Verhaltensweisen, die sich schnell als Fehler herausstellen, manchmal mit fatalen Folgen. Auch die Neigung zu Suizid.

    JAMA Psychiatry (2019; doi: 10.1001/jamapsychiatry.2019.1944


    USA in einigen Bundesstaaten überdiagnostiziert

    In D homogen

    FA-Diagnose, nicht Hausarzt, Kinderarzt

    Gründliche Erkrankung


    AM

    Methylphenidat

    Ritalin und Generika

    Dopamin U-förmig

    Aufmerksamkeit defizit

    Motorisch reaktion auf mangelnde Aufmerksamkeit

    das am häufigsten verordnete Medikament zur Behandlung der ADHS. Bei 60 bis 80 Prozent der Patienten wird die erhoffte „beruhigende“ Wirkung erzielt, die den jüngeren Patienten die Teilnahme am Unterricht erleichtert. Da die Erkrankung sich nicht auswächst, werden zunehmend auch Erwachsene mit Methylphenidat behandelt.


    UAW

    Die Behandlung mit Methylphenidat, dem Standardmedikament für die Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung, hat in einer randomisierten kontrollier­ten Studie in Radiology (2019; DOI: 10.1148/radiol.2019182528) bei Jungen, nicht aber bei männlichen Erwachsenen, zu Veränderungen in der Magnetresonanztomografie (MRT) geführt, die auf strukturelle Veränderungen des Gehirns hindeuten. 

    unklar, ob der Anstieg der FA nach dem Ende der Behandlung anhält und wenn ja, ob dies für die Patienten schädlich ist.

    Größenwachstum 2 cm 

    Blutdruck erhöht monitoren

    Schlafstörungen

    Emotional gleichgültig bei Überdosierung


    Dexamphetamin (Handelsname Attentin)


    Lisdexamfetamin (Handelsname Elvanse)


    Atomoxetin (Handelsname Strattera)

    Eher Placebo


    Guanfacin (Intuniv)

    Eher Placebo


    Nicht-medikamentös

    Multimodal, Elterntraining/therapie

    Genetisch, Eltern auch betroffen

    Coaching, psychotherapie

    Kernsymptomatik nur durch Medikation

    Umgang, Lebensgestaltung, Verhaltensregeln, Stabilisierung, Achtsamkeit

    Neurofeedback

    Diäten


    Zusammenfassung: //  


    Pharma-Song: //  

    Der heutige Song ist von

    • Kraftclub

    • mit dem Titel “Ritalin/Medikinet”

    • und deren 2012er Album “Mit K” und 

    • Zitat: “Nie, nie, nie, nie wieder Ritalin”

    Links https://music.apple.com/de/album/ritalin-medikinet/1440778434?i=1440778786&amp;l=en  //  


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  • 15.09.2019
    44 MB
    31:13
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    Depression

    Heute geht es um das sehr ernste Thema Depression  //  


    • -


    Gast

    Univ.-Prof. Dr. Andreas Reif

    Leiter der Abteilung für Psychiatrie, Psychosomatische Medicine and Psychotherapie 

    Uniklinik Frankfurt - Goethe Universität

    http://www.psychiatrie.uni-frankfurt.de/

    Vorsitzender, Bündnis gegen Depression Frankfurt am Main e.V.

    Vorstand Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik (DGPPN) www.dgppn.de

    Unabhängiger Sachverständiger im DMP Depression

    Beauftragter Deutsche Versorgungs-Leitlinie (NVL) Depression


    Warum wichtig?


    Depressionen gehören zu den häufigsten und hinsichtlich ihrer Schwere am meisten unterschätzten Erkrankungen.


    Insgesamt sind 8,2 %, d. h. 5,3 Mio. der erwachsenen Deutschen (18 – 79 Jahre) im Laufe eines Jahres an einer unipolaren oder anhaltenden depressiven Störung erkrankt. Erhöht sich noch um Kinder und Jugendliche und Menschen über 79. 


    Betrachtet man das gesamte bisherige Leben, 17,1 % der erwachsenen Deutschen (18 – 65 Jahre) mindestens einmal an einer unipolaren oder anhaltenden depressiven Störung erkrankt, ca. jeder fünfte.


    Etwa jede vierte Frau und jeder achte Mann ist im Laufe des Lebens von einer Depression betroffen. Frauen erkranken also zwei– bis dreimal so häufig. 


    Jacobi et al. (2004). Prevalence, co-morbidity and correlates of mental disorders in the general population: results from the German Health Interview and Examination Survey (GHS) Psychological Medicine, 34, 597–611.


    Geschlechtsspezifische Unterschiede in den Symptomen

    Hinsichtlich der Krankheitszeichen sind Depressionen bei Frauen und Männern recht ähnlich. 

    Frauen berichten jedoch generell von mehr Symptomen, sie fühlen sich stärker belastet und weinen mehr. 

    Männer hingegen sind etwas häufiger von Schlaflosigkeit betroffen und reagieren manchmal mit höherer Gereiztheit


    AM und psychologische Interventionen, viele Patienten eine Kombinationsbehandlung. Obwohl randomisierte klinische Studien Wirksamkeit von Antidepressiva nachgewiesen, ist die akute und langfristige Wirksamkeit begrenzt, und ein Drittel der Patienten entwickelt Therapieresistenz.


    Definition

    Begriffe depressiv oder Depression werden im Alltag häufig gebraucht und schnell herangezogen, wenn jemand sich nicht gut fühlt, traurig ist und keinen Antrieb hat.


    Aber eine Depression im medizinischen Sinne ist etwas anderes als eine vorübergehende Phase der Niedergeschlagenheit und Unlust oder ein Stimmungstief, das bei fast jedem Menschen im Laufe des Lebens ein- oder mehrmals auftritt.


    Ursachen


    30-50%

    Umwelt

    Stress 

    Einsamkeit


    Unverstanden, 2019 Studie das Mehrere weithin anerkannte Zusammenhänge zwischen Genen und Depression waren laut einer neuen Studie statistische Ausreißer. Das Problem: Hunderte weitere Studien basierten auf diesen Annahmen. Vermeintlich mit schwerer Depression zusammenhängenden Genvarianten in den großen Stichproben als nicht stärker mit der Krankheit assoziiert als zufällig ausgewählte Vergleichsgene.

    https://ajp.psychiatryonline.org/doi/abs/10.1176/appi.ajp.2018.18070881# 


    Nebenwirkug einiger häufig verschriebener Medikamente:

    Blutdruck: Beta-Blocker

    GI: Protonenpumpen-Hemmer, H2-Blocker

    Cortison

    Kontrazeptiva (Pille)

    manche Antibiotika: Gyrasehemmer


    https://jamanetwork-com.ezproxy.ub.unimaas.nl/journals/jama/fullarticle/2684607?guestAccessKey=16b4eada-464b-45c0-868e-4045849ec1ae&amp;utm_source=silverchair&amp;utm_campaign=altmetric&amp;utm_content=2018_year-end&amp;cmp=1&amp;utm_medium=email 


    DMP verabschiedet

    Versorgungsdefizite (regional, Psychiater-Mangel)

    gestuft, gesteuert

    Zuschläge für Ärzte, Formalien erfüllen

    Qualitätssicherung

    Die Mitglieder des Gemeinsamen Bundes­aus­schusses (G-BA) 

    Viel Kritik durch Patientenvertreter (nicht stimmberechtigt)

    Hausarztdiagnose bis zu 6 Wochen

    Suizidrisiko

    Therapiekapazität

    https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/105358/G-BA-beschliesst-einstimmig-das-DMP-Depression


    AM:

    Wirkung tritt langsam ein, 2-3 Wochen, dann wechseln


    Johanniskraut

    Rp-pflichtig / einige verschreibbar nach Indikation

    leichte bis mittelschwere Depression

    https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/_Resources/Persistent/c/2/4/b/c24b54c38b5010ac9db78e8ce868563b969c5897/dfdfdf.jpg

    Cochrane review

    Linde K, Berner MM, Kriston L. St John‘s wort for major depression. Cochrane Database of Systematic Reviews 2008; (4): CD000448

    WW!


    Aufnahmehemmer

    Wirksamkeit, ältere AM stärker wirksam

    UAW-Profil: 

    Herz-Kreislauf

    Antirebsteigernd/

    Schlaf


    Nur USA Esketamine 

    bei resistenter Depression (TRD) 20-30%, zusätzlich

    Schneller wirksam. Zu Therapiebeginn soll das Spray über einen Zeitraum von vier Wochen zweimal wöchentlich appliziert werden. Zur Dosiserhaltung wird eine wöchentliche beziehungsweise zweiwöchentliche Anwendung empfohlen. Die Dosierung ist flexibel. aufgrund der schwerwiegenden unerwünschten Arzneimittelwirkungen wie Sedierung und Missbrauchspotential nur im Rahmen eines eingeschränkten Vertriebssystems verfügbar. nach der Arzneimittelgabe über einen Zeitraum von mindestens zwei Stunden ärztlich überwacht. verschreibende Arzt und der Patient ein entsprechendes Meldeformular unterschreiben, aus dem eindeutig hervorgeht, dass der Patient weiß, welche Vorkehrungen für einen sicheren Heimweg nötig sind und das er kein Auto fahren oder schwere Maschinen am Tag der Anwendung führen darf und welche Risiken und Nebenwirkungen mit Spravato verbunden sein können. Boxed-Warning enthalten, das die Patienten auf ein Risiko für Sedierung, Störungen der Aufmerksamkeit, des Denkens und Handelns sowie Selbstmordgedanken hinweist. S-Ketamin ist die enantiomerenreine Komponente des racemischen Ketamins, das seit den 70er-Jahren als Anästhetikum zur dissoziativen Narkose angewendet wird. Aufgrund der ausgeprägten psychotropen Wirkungen, die auch als extrakorporale Erfahrungen beschrieben werden, ist der Glutamat-Rezeptor-Modulator unter dem Namen „Special K“ auch in der Partyszene beliebt.

    EU-zugelassen

    Esketamin als Infusion im Krankhaus, 5 J.


    Nicht-medikamentös


    Elektrokonvulsion

    Elektroschock


    Psychotherapie

    lange Wartezeiten


    Lifestyle

    • Körperliche Bewegung unklar, gut für HKL

    • Mediterrane Ernährung

    • Raucherentwöhnung

    https://jamanetwork-com.ezproxy.ub.unimaas.nl/journals/jama/fullarticle/2735004?guestAccessKey=e8b6cbc6-d76c-4def-ac78-39db10ab1efd&amp;utm_source=silverchair&amp;utm_medium=email&amp;utm_campaign=article_alert-jama&amp;utm_content=olf&amp;utm_term=052419 


    Online Kognitiven Verhaltenstherapien bei Depression:

    • iFightDepression gratis

    internetbasiert und begleitetes Selbstmanagement-Programm für Erwachsene und Jugendliche ab 15 Jahren. Möglichkeit sich über Ihre Erkrankung zu informieren und aktiv an der Genesung beteiligen. Das Programm beruht auf den Prinzipien der Kognitiven Verhaltenstherapie, einer Therapieform, die nachweislich zur effektiven Behandlung von Depression beiträgt. Es kann im Rahmen einer regulären Behandlung oder beim Warten auf einen Therapieplatz als ergänzender Behandlungsbaustein unter Begleitung eines Arztes oder Therapeuten eingesetzt werden.

    • Debrexis kostet

    https://www.deutsche-depressionshilfe.de/unsere-angebote/fuer-betroffene-und-angehoerige/ifightdepression-tool 


    Zusammenfassung: //  


    Pharma-Song: //  

    Der heutige Song ist von

    • Marius Müller-Westernhagen

    • mit dem Titel “Depression”

    • von dessen gleichnamigem 1987er Album “Westernhagen” 

    • Zitat: “Depression - Klammer um meinen Kopf, Hast nicht mal angeklopft, Ungebetener Gast”

    Links //  


    Kontakt: //

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  • 08.09.2019
    41 MB
    28:41
    Thumbnail v2

    Diagnose mit künstlicher Intelligenz

    Heute geht es um Künstliche Intelligenz in der Medizin  //  


    Zurück aus der Sommerpause

    nach einem großen Forschungsantrag über 2,5 Mio. EURO 

    leider kam noch ein zweiter hinterher

    sodass das Buchprojekt etwas verzögert ist, aber immer noch für 2020 geplant

    Danke für das zahlreiche Feedback


    - Interview-Gast -


    Dr. med. univ. Jama Nateqi

    CEO 

    Symptoma GmbH, better diagnosis

    Neuhofen 5 · 4864 Attersee

    Austria

    Tel.: +43 662 45 82 06

    Mobile: +43 650 91 333 77

    [email protected]

    https://www.symptoma.com


    Warum wichtig?


    KI Radiologie Lungenkrebsbiopsie

    https://www.nature.com/articles/s41591-019-0447-x


    KI zur Melanomerkennung auf iPhone

    Man against machine: diagnostic performance of a deep learning convolutional neural network for dermoscopic melanoma recognition in comparison to 58 dermatologists", by H.A. Haenssle et al. Annals of Oncology. DOI: 10.1093/annonc/mdy166


    KI für Kinderheilkunde besser als junge Kinderfachärzte

    https://singularityhub.com/2019/02/20/the-pediatric-ai-that-outperformed-junior-doctors/ 


    Zusammenfassung: //  

    • KI wird die Medizin revolutionieren

    • Symptome abfragen

    • Diagnose stellen

    • Bildanalyse  // 


    Pharma-Song: //  

    Der heutige Song ist von

    • Erlend Øye

    • mit dem Titel “Symptom of Disease”

    • aus dessen 2003er Album ”Unrest” und 

    • Zitat: “I don't know what's happening to me. Is it a symptom of disease?”

    Links https://music.apple.com/de/album/symptom-of-disease/714867095?i=714867218&amp;l=en //  


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  • 14.07.2019
    18 MB
    12:48
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    Best of und Sommerpause

    Heute verabschiede ich mich bis zum 8. September 15:00 Uhr für ein paar Wochen in den Sommerurlaub  //  


    Ganz Urlaub wird es nicht. Ich werde einen großen Forschungsantrag über 2,5 Mio. EURO und ein populärwissenschaftliches Buch schreiben, das in 2020 erscheinen wird. 


    Drücken Sie mir die Daumen. 


    Thematisch geht es bei beidem darum, was ich in den Folgen 17 & 18 schon mal beschrieben hatte, Systemmedizin. Weg von den gegenwärtigen Prinzip in der Medizin den Menschen Organ für Organ aufzuteilen und von der Behandlung von Symptomen zur Behandlung von molekularen Ursachen. Und das, wir ich auch in meinem Podcast sage, zuerst die 8 Faktoren, die Sie selbst beeinflussen können; erst dann an Arzneimittel, den Arzt etc. denken.


    Und damit das nicht alles für heute war, dachte ich mir ich fasse einige, aus meiner Sicht, gaaanz wichtige Dinge zusammen.


    Was war (besonders) wichtig?


    Vorsorge/Prävention

    80% der Gesamtkosten für alle chronischen Erkrankungen sind durch

    15 Chronische Zustände verursacht, z.B.

    1. Diabetes (Folge 23)

    2. Erkrankung der Herz-Kranzgefäße

    3. Bluthochdruck (Folge 5)

    4. Rückenschmerzen (Folge 15)

    5. Übergewicht (Folge 26)

    6. Krebs 

    7. Asthma

    8. etc.

    Und diese wiederum durch 8 Risiken und Verhaltensweisen, von denen 7 auf uns hier in Westeuropa zutreffen:

    1. Körperliche Inaktivität (mind. 15 Laufen/Gehen pro Tag), lange Sitzen

    2. Ungenügende Nutzung von Vorsorge-Untersuchungen

    3. Schlechtes Stress-Management (Folge 12)

    4. Unzureichender bzw. schlechter Schlaf (Folgen 8 & 9, auch 10 & 11)

    5. Übermäßiger Alkoholkonsum

    6. Ungesunde Ernährung (Zucker, rotes Fleisch, zu wenig Ballaststoffe)

    7. Rauchen


    Apotheke

    Nutzen Sie diese zusätzliche Beratungsmöglichkeit (Folge 4, 14 & 31)


    Mikrobiom und das neue Zeitalter von Big Data

    Folgen 3 & 6


    Homöopathie / Placebo

    Folge 2


    Sonnenschutz

    Folge 33

    Mückenschutz, dieselben Mittel wie unter Zecke beschrieben, Folge 29


    Und was kommt nach der Sommerpause

    Interviews

    • Gesundheits-Apps

    • Depression

    • ADHS

    • Impfen

    • Psoriasis

    • Warum immer wieder Lieferengpässe

    Themen

    • Rauchen und E-Zigaretten

    • Schulterschmerzen

    • Erkältung

    • Glyphosat

    • Schilddrüse

    • Alkohol


    Zusammenfassung: //  

    • Hören Sie gern in ein paar zurückliegende Themen rein, alle Podcasts sind aktuell; wenn mal nicht, dann wird er geupdated.

    • Bleiben Sie mir bitte auch nach dem 8. September treu und empfehlen Sie den Podcast weiter

    • Es wird wichtige neue Themen geben, praktische Tipps und wahrscheinlich im Herbst eine Überraschung, von der ich jetzt noch nichts verraten möchte  // 


    Pharma-Song: //  

    Der heutige Song ist von

    • Clueso 

    • mit dem Titel “Pause”

    • und dessen 2008er Album “So sehr dabei” und 

    • Zitat: “...”

    Links https://www.youtube.com/watch?v=Zgt-XgIrwzk  //  


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    Literatur / Belege

    -


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  • 07.07.2019
    64 MB
    44:57
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    Sommer, Sonne, Sonnenschutz

    Heute geht es passend zum schönen, sonnigen Wetter um das wichtige Thema Sonnenschutz und Hautkrebs //  


    Warum wichtig?

    Hautkrebs

    In Deutschland pro Jahr neu:

    • Größter Anteil etwa 120.000 Fälle nicht melanozytär / weißer Hautkrebs

      • Basalzellkarzinom=Basaliom, keine Metastasen

      • Plattenepithelkarzinom=Spinaliom, kann metastasieren / aus Vorstufe Licht-Keratose (10% Risiko)

    • 18.000 Fälle invasiv malignes Melanom, Inzidenz hatte bis 2009 zugenommen, jetzt abnehmend



    malignes Melanom

    nicht melanozytärer Hautkrebs

    umgangssprachlich

    schwarzer Hautkrebs

    heller Hautkrebs

    Inzidenz pro Jahr

    18.000

    120.000

    Todesfälle pro Jahr

    2700

    620

    Lokalisation

    keine vorwiegende Lokalisation

    vor allem auf den „Sonnen­terrassen“ (z. B. Kopfhaut, Nasenrücken, Dekolleté)


    3 Schichten

    1. Epidermis (Oberhaut/u.a. Hornhaut, 0,5 mm; plus generations-schicht, einschlich Melanozyten / Pigmentzellen der Hautfarbe, Augenfarbe, Haarfarbe)
      begrenzt und klar abgrenzbar zum umliegenden Gewebe = in situ. 

    2. Alterung / Invasiv = Ausläufer in die Dermis (Lederhaut = Bindegewebe und Blutgefäße)

    3. [Cutus = Unterhaut: größere Blutgefäße, Nerven, Fett; s.c.-Injektion]


    Behandlung

    i.d.R. Operation

    Eine mögliche Ausnahme die Licht-Keratose


    Ursachen/Risikofaktoren alle Hautkrebstypen

    Hauptrisikofaktor für alle Hautkrebstypen: 

    • Ultraviolette Strahlung (UV-Strahlung)

    • Genetische Veranlagung

    • Immunsuppression

    Gesundheitsleitlinie Prävention von Hautkrebs. Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e. V., der Deutschen Krebsgesellschaft 


    UV-Strahlung

    Sonne besteht

    • sichtbaren Licht

    • langwelliger: infraroten Wärmestrahlung

    • kurzwelliger: 9% UV-Strahlung: UV-A-, UV-B- und UV-C



    UV-A

    UV-B

    UV-C

    Wellenlängenbereich

    315 bis 400 nm

    280 bis 315 nm

    100 bis 280 nm

    UV-Strahlung auf der Erde

    95%

    5%

    gelangt nicht durch die Ozonschicht

    Eindringtiefe

    Dermis

    Epidermis

    Folgen

    Haut-Alterung, Sonnen-Allergie

    (Mallorca-Akne)

    Sonnen-Brand, Sonnen-Bräune


    25 Jahre nach FCKW-Verbot schließt sich Ozonloch

    https://www.tagesspiegel.de/wissen/25-jahre-nach-dem-fckw-verbot-das-ozonloch-am-suedpol-schliesst-sich-langsam/11957980.html 

    UV-A-Strahlung 

    langwelliger (315 bis 400 nm), tiefere Hautschichten, 

    • Frühzeitige Hautalterung, Bindegwebszellen der Dermis (Lederhaut: Bindegwebe, kleine Blutgefäße) schädigt, dort Kollagenbildung (BTW, kosmetisch wieder anregbar). 

    • Sonnenallergie. 

    UV-B-Strahlung 

    kurzwelliger (280 bis 315 nm) vorwiegend in die Epidermis

    aktiviert dort die Melanozyten (Pigmentzellen), Hauptpigment, Melanin, Sonnenschirm über die Zellkerne der Zellen, UV-Schutz. Vorübergehende Bräunung der Haut. 

    Zu lange und/oder intensiv UV:

    • Entzündungsreaktion

    • Erbgutgeschädigte Zellen, über Jahrzehnte zu Hautkrebs 

    UV-C-Strahlung 

    Mit UV-C wäre kein Leben auf der Erde möglich

    von der Erdatmosphäre komplett absorbiert, außer kleiner werdendes Ozonloch.


    Krebs-Risiko durch Sonnenbrand

    • Melanom-Risiko vor allem die Häufigkeit schwerer Sonnenbrände in der Kindheit

    • <span style="font-size: 11pt; font-family: Arial; color: rgb(0, 0, 0); background-color: transparent; font-weight: 400; font-style: normal; font-variant-ligatures: normal; font-variant-caps: normal; font-variant-east-asian: normal; font-variant-position: normal; text-decoration: none; vertica

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  • 30.06.2019
    44 MB
    30:47
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    Auf den Zahn gefühlt

    Heute geht es um das Thema Zahnpflege //  


    Leider basieren viele Behandlungen in der Grundversorgung Zahnheilkunde auf Behauptungen und schwachen bzw. Gar keinen Beweisen. Mit 3 Studien, IQuaD, Cochrane Reviews und INTERVAL zu Zahnsteinreinigung und Polieren, zahnärztlichen Vorsorge, welche Zahnbürste, Zahnseide oder nicht, vieles Überraschendes.


    Zähneputzen


    Elektrisch oder von Hand


    Wer putzt besser, Mensch oder Maschine? 


    Aktuelles Cochrane Review (Yaacob et al. 2014). 56 Studien zur Frage mechanische vs. elektrische Zahnbürste hat eine aktuelle systematische Übersichtsarbeit von Autoren der Cochrane Oral Health Group zusammengefasst. Alle diese Studien verglichen das Putzen mit der Handzahnbürste mit dem Putzen mit der elektrischen Bürste. Insgesamt 5.068 Probandinnen und Probanden, hauptsächlich aus den USA und Europa,


    Elektrisch ist nicht gleich elektrisch. 

    • Seitwärts, 

    • rotierend, 

    • ionisch und 

    • mit Ultraschall.


    Frage: Welche Zahnbürste entfernt Plaque* gründlicher und kann Zahnfleischentzündung verringern?


    Plaque auf dem Zahn haftende Bakterien, Biofilm. Plaque ist der häufigste Grund für Zahnfleischentzündung und Parodontitis (Entzündung des Zahnhalteapparates). Kann Knochen zerstören, Zähne lockern ausfallen.


    Bakterien am Übergang zwischen Zahn und Zahnfleisch und zwischen den Zähnen. 

    Dort, wo die Zahnbürste nicht hinkommt. Elektrische Zahnbürsten versprechen „dorthin zu kommen.

    Gradmesser des Putzerfolgs war, wie stark die Probandinnen und Probanden von Plaque und Zahnfleischentzündung betroffen waren.


    Ergebnis

    Elektrisches Putzen wirksamer: weniger Plaque und weniger Zahnfleischentzündung/bluten. 

    Spitzenreiter: oszillierend rotierendem Kopf, also einem Bürstenkopf der sich dreht und dabei ständig die Richtung wechselt.


    Schutz vor Parodontitis und Zahnverlust scheint wahrscheinlich. Das könnten nur sehr lang laufende Untersuchungen, die es derzeit noch nicht gibt.


    Zahnpasta ± Fluorid


    Ökotest untersuchte 400 Eigenmarken und Markenprodukte aus Discount- und Supermärkten, Drogerien, Apotheken und Online-Shops nach Inhaltsstoffen

    https://www.oekotest.de/kosmetik-wellness/Zahnpasta-Test-Die-besten-Zahncremes-mit-und-ohne-Fluorid_111632_1.html 


    204 Universal-Zahnpasten, 

    36 Sensitiv-Zahnpasten, 

    94 Zahnpasten für weißere Zähne und 

    66 Kinderzahnpasten für Milchzähne und Junioren. 


    Fragen: 

    • Umstrittene Inhaltsstoffe? 

    • Hilft Sensitiv-Zahnpasta wirklich bei schmerzempfindlichen Zähnen? 

    • Aufhell-Effekte wissenschaftlich bewiesen?

    • Informieren die Anbieter von Kinderzahnpasten ausreichend über Kariesschutz mit Fluorid?


    Ergebnis: 

    Fast jede zweite Zahnpasta im Test fällt durch: 

    • 199 Produkte „mangelhaft“ oder „ungenügend“. 

    • 58 „Befriedigend“ oder „ausreichend“. 

    • Gut ein Drittel, 119, empfehlen: 116 „sehr gut“, 27 „gut“: Fluorid, keine umstrittenen Inhaltsstoffe = Triclosan, Natriumlaurylsulfat


    Hauptprobleme

    Fluorid: 

    fluoridhaltiger Zahnpasta beugt Kariesbefall vor ≥ 1.000 ppm (ein Gramm pro Kilogramm).

    In 85 kein oder zu wenig Fluorid → nicht besser als „mangelhaft“.


    51 Naturkosmetik-Produkte ohne Kariesschutz

    keine Gesundheitsgefahr, anders als oft behauptet.


    Für Milchzähne empfehlen Experten fluoridhaltige Zahnpasta bisher nicht klar und eindeutig. 

    Umstrittene Inhaltsstoffe:

    Schäumungsmittel wie Natriumlaurylsulfat

    in jeder vierten getesteten Zahncreme

    Schaum soll helfen, Essensreste und Zahnbelag wegzuspülen. 

    aggressiv, kann die empfindlichen Schleimhäute reizen. 

    Polyethylenglykole

    Schleimhäute durchlässiger für Fremdstoffe

    In knapp jeder sechsten Zahnpasta sogar beides: ein PEG und Natriumlaurylsulfat „mangelhaft“. 

    Triclosan

    Nur 4, v.a. Colgate 

    “Bakterienkiller” macht Bakterien resistenter gegen Antibiotika → "ungenügend" 


    In den 1970er Jahren war Triclosan ein Spezialpräparat, das vor allem in chirurgischen Stationen von Krankenhäusern eingesetzt wurde. Ende der 90er Jahre gab es jedoch überall "antibakterielle" Seifen und Reinigungsmittel für den Haushalt mit Triclosan. Triclosan, ein antimikrobielles Mittel, wurde üblicherweise Handreinigern und anderen Verbraucherprodukten zugesetzt, die als antibakterielle Reinigungsmittel vermarktet wurden. Aber die Hersteller haben ihre Produkte nach und nach ohne Triclosan umformuliert. 

    Die FDA war sich nicht sicher und gab 2013 an, dass "ungelöste Sicherheitsüberlegungen für den langfristigen täglichen Gebrauch bestehen". Die FDA beschloss, diese Frage an die Unternehmen zu richten, die sich auf den Wirkstoff verlassen, und sie aufzufordern, Beweise für die Verwendung von Triclosan vorzulegen. Hersteller haben in den USA nicht in Forschung investiert, sondern stattdessen die Verwendung allmählich eingestellt. Bis 2015 hatte Johnson & Johnson Triclosan aus allen Produkten entfernt.  

    Colgate Total Zahnpasta wurde in den USA neu formuliert, um Triclosan zu eliminieren; nicht in Deutschland. Dort wird offensiv mit einer Wirksamkeitsstudie geworben: 

    https://www.colgate.de/oral-health/basics/selecting-dental-products/colgate-total-triclosan 

    Eine Cochrane Metaanalyse von 30 Einzel-Studien mit 14.835 Teilnehmern zur der Verwendung einer fluoridhaltigen Zahnpasta mit oder ohne Triclosan/Copolymer über mindestens sechs Monaten ergab nämlich, dass Mundgesundheit deutlich besser mit als ohne Triclosan/Copolymer:

    • 22% Reduktion von Plaque und Zahnfleischentzündungen

    • 41% Rückgang von starkem Plaque 

    • 48% Rückgang von Zahnfleischbluten

    Keine Sicherheitsbedenken (Riley and Lamont 2013). Auch in 2017 blieb ein Übersichtsartikel ohne echte Schlussfolgerung (Weatherly and Gosse 2017).

    Lösungsmittel

    Natuvell, gesetzlich nicht zulässig.

    Titandioxid als Weißmacher

    Auch in Sonnencrèmes, Lebensmitteln (Kaugummi 8% des Überzugs), Wandfarben. 

    Produkte hübsch und farbintensiv. 

    In Lebensmitteln als Farbstoff E171; in Kosmetika oder Zahnpasta, CI 77891. 


    Nanopartikeln die in Zellen eindringen kann. Nahrungsmittel auch in den Magen-Darm-Trakt. 

    In Tierversuchen entzündliche Reaktionen. Möglich krebserregend.


    Nach Europawahl Kampf der Interessenverbände, ob und wie gefährlich 

    300 Studien

    Frankreich ab 2020 für 1 Jahr verboten; 

    Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) besteht noch Forschungsbedarf."

    Europäische Lebensmittelbehörde. keine Gefahr ausgeht, kritisert Frankreichs Alleingang. 

    15 großen Süßwaren-Produzenten Rezepte geändert.

    Kinderzahnpasta: 

    Hinweise, dass Eltern ihre Kinder nicht mit Fluorid über- oder unterversorgen.

    Weißere Zähne: 

    unrealistisch. Aufhell-Ergebnis von der natürlichen Zahnfarbe abhängt. 

    wissenschaftliche nicht belegt.

    Sensitiv-Zahnpasta: 

    Gegen schmerzhaftes Ziehen beim Verzehr von kalten oder heißen Speisen/Getränken. 

    bei freiliegenden Zahnhälsen 

    Gegen den Schmerz Kaliumsalze, Zinnfluorid, Hydroxylapatit oder Arginin. 

    wissenschaftlich nicht garantiert, deshalb ziehen wir eine Note ab.

    <b style="font-family: -webkit-standard; font-style: normal; font-variant-caps: normal; letter-spacing: normal; orphans: auto; text-align: start; text-in

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  • 23.06.2019
    52 MB
    36:16
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    Die Pille danach

    Heute geht es um ein regelmäßiges Apotheken-Notdienst-Thema, die Pille danach (oder im Englischen die “Morning After Pill”)  //  


    Ein wichtiges Thema

    • Deutschlandweit ca. 2,4 Millionen Verhütungspannen im Jahr.

    • Weltweit werden jedes Jahr fast 100 Millionen Frauen ungewollt schwanger.

    • Anteil der ungewollten an allen Schwangerschaften 44 % (Bearak et al. 2018).

    • Mehr als die Hälfte der ungewollten Schwangerschaften werden vorzeitig beendet.

    • Bei rechtzeitiger und richtiger Einnahme können Notfallpillen den Eisprung verschieben und zu ca. 98% eine ungewollte Schwangerschaft verhindern.


    Was tun?


    Nur Pille vergessen?

    Bis zu 12 h, einfach verspätet nehmen

    Die nächste wieder im normalen Rhythmus

    Bsp.: Normal immer 22:00 Uhr, vergessen, bis 10:00 Uhr am nächsten Tag OK, dann wieder 22:00 Uhr

    Ausnahme alte Minipille, hier nur 3 h Verspätung möglich, d.h. spätestens 01:00 Uhr


    Wann gleich zum Arzt?

    ≤14 J

    Letzte Periode nicht planmäßig, nicht normal, länger als 28 Tage

    Oder schon vorher im selben Zyklus ungeschützten GV

    Oder schon vorher im selben Zyklus Pille danach genommen

    (--> Verdacht auf schon bestehende Schwangerschaft)


    In allen anderen Fällen zur Apotheke


    Für 100% die “Spirale danach”

    Kupfer, nicht Hormonspiralen

    Bis 5 Tage danach


    Vorteil

    Pillen verhindern Eisprung, Spirale Einnistung des befruchteten Ei


    Nachteile

    Wesentlich teurer

    Schmerzhaft wenn Muttermund nicht geöffnet wie während der Periode

    https://www.familienplanung.de/verhuetung/verhuetungspannen/spirale-danach/


    Pille(n) danach

    seit 2015 nicht mehr Rezept-pflichtig = selber zahlen

    Ausnahme: bis einschl. 22 J + ärztlich verordnet

    Ab 18 J auch bei Rezept noch Zuzahlung zahlen


    Zwei Wirkstoffe

    In der Apotheke + nach entsprechender diskreter Beratung (2017: 808.000 mal):

    1. Levo-Norgestrel (LNG), z.B. PiDaNa® und Generika wie Unofem® oder Levonoraristo®

    2. Ulipristal-Acetat (UPA), Progesteronrezeptormodulator, z. B. ellaOne®


    Wie wirkt die Pille danach?


    Der normale Eisprung

    Wenn Luteinisierende Hormon (LH) höchste Konzentration.

    LH-Anstieg ca. 2 Tage vor dem Eisprung fruchtbarste Zeit / höchstes Risiko

    Zyklus 14+14 Tage

    Diese Phase aber variabel.

    • Zeitpunkt des Eisprungs nicht vorhersag- oder berechenbar.

    • 14. Tag des Zyklus: <12%.


    LNG = Levonorgestrel

    Gelbkörperhormon ähnlich, Progesteron-Rezeptor Agonist

    Je nach Dosis

    • Empfängnisverhütung allein (Mini-Pille, 30 µg) oder mit Östrogen, oder

    • 50 mal höher dosiert (1,5 mg) als Pille danach


    Als Minipille

    • Nach dem Eisprung wandelt sich das leere Follikel im Eierstock in den Gelbkörper um und beginnt mit der Produktion des Gelbkörperhormons Progesteron

    • Progesteron

      • unterdrückt das Heranreifen weiterer Follikel in den Eierstöcken

      • Sekret des Gebärmutterhalses zäher, Spermien nicht so einfach in Gebärmutter


    Als Pille danach

    Genau Wirkweise nicht bekannt

    • Vor dem Anstieg des LH gegeben

      • Täuscht dem Körper Schwangerschaft vor

      • Kein weiterer Eisprung eingeleitet

      • Eisprung verhindert/verschoben um ca. 5 Tage

      • → dann auch Zyklus um ca. 5 Tage verschoben!

    • Spermien leben ca. 3-5 Tage

      • Zusammentreffen von Spermien und Eizelle verhindert

    • Wenn Eisprung bereits erfolgt wirkungslos


    Ulipristalacetat

    = Selektiver Progesteronrezeptor-Modulator (SPRM),

    • ebenfalls die Hemmung oder Verzögerung des Eisprungs durch Unterdrückung des Anstiegs des luteinisierenden Hormons (LH).

    • + Im LH-Anstieg (circa ab 2 Tagen vor dem Eisprung) zentral bremst LH-Anstieg

    • + möglicherweise blockiert direkt Aufreißen des Follikels


    Deutsche “Empfehlungen”

    Nur noch Ulipristal (ELLAONE), nicht mehr Levonorgestrel (UNOFEM u.a.).

    Begründungen:

    • Ulipristal den Eisprung auch nach dem LH-Anstieg verhindere

    • Schwangerschaftsrate nach Einnahme innerhalb von 24 h deutlich niedriger


    Evidenz?

    Keine aussagekräftige klinische Studie, sondern gepoolte Auswertung (Bearak et al. 2018; Vivian Brache et al. 2013) von Daten aus drei zwischen 2004 und 2010 veröffentlichten kleinen explorativen Untersuchungen, Kein direkter Vergleich, nur indirekt:


    Eisprung = Surrogat-Parameter

    Pro UPA: noch beeinflusst, wenn Levonorgestrel (LNG) dazu nicht mehr in der Lage.

    ABER: FDA, anders als die europäische EMA, überlegenen Wirksamkeit auf dieser Basis nicht akzeptabel → Keine Aufnahme in Fachinformation (http://www.a-turl.de/?k=lors).


    Schwangerschaftsrisiko

    “Ulipristal fast 3 x wirksamer als Levonorgestrel” (HRA Pharma: Beilage in Apotheke + Marketing 9/2015 und Das PTA Magazin 10/2015)

    Basis dafür ist eine Metaanalyse

    • Beteiligung der Firma HRA Pharma, Ulipristal signifikant überlegen (Schwangerschaftsrate 0,9% versus 2,3%) (Glasier et al. 2010)

    • Erneute Auswertung derselben Daten in Cochrane-Review: nicht signifikant (Shen et al. 2019)

    • Also nur möglicherweise ein Vorteil von 99% Schutz versus nur 98% bei LNG


    Nachteile

    • Levonorgestrel

      • Möglicherweise nur 98% Schutz

      • Nur bis 72 Stunden / 3 Tage zugelassen,

      • Danach schlechter wirksam

    • Ulipristal

      • Wirksamkeit durch Pille beeinträchtigt = Follikelruptur (Kaneshiro and Edelman 2011)

        • Allein 3%,

        • Wenn zusätzlich Pille 27%

        • In den USA Verhütungspille erst wieder frühestens 5 Tage nach Ulipristal (http://www.a-turl.de/?k=ofki)

        • In D fehlt dieser Hinweis (HRA Pharma: Fachinformation ELLAONE, Stand Aug. 2018)

      • Preis

        • 1 Tabl. ELLAONE 33,71 €,

        • Hochdosiertes Levonorgestrel STADA 13,99 €, weniger als die Hälfte


    Notfall-Beratungsgespräch

    BAK Leitfaden „Rezeptfreie Abgabe von oralen Notfallkontrazeptiva, Handlungsempfehlungen der Bundesapothekerkammer“ (Stand 28.02.2018).

    • Nur an die betroffene Frau persönlich

    • Wirksamkeit / Zeitfenster,

    • Wechselwirkungen

    • Gegenanzeigen

    • Neben­wirkungen

    • Notwendigen Verhütung im weiteren Verlauf des Zyklus

    • Nicht auf Vorrat.


    Unter 14 Jahren

    Keine Abgabe ohne Einverständnis eines Erziehungsberechtigten empfohlen

    Arzt konsultieren

    Entscheidung beim Apotheker.


    Wechselwirkungen mit andere Medikamente?

    • Pille

      • ovulationshemmende Wirkung von UPA gemindert

      • Dann LNG

    • Wirksamkeit von LNG + UPA vermindert wenn innerhalb der letzten 4 Wochen:

    • Cortison z.B. bei Asthma

    • Schin mal Pille danach genommen im selben Zyklus

    • AM die den Leberstoffwechsel beeinflussen

        • Epilepsie: Carbamazepin, Phenobarbital, Phenytoin und Primidon

        • Tuberkulose: Rifabutin und Rifampicin

        • HIV: Ritonavir

        • Johanniskraut

      • Dann

      <li dir="ltr" style="list-style-type: disc; font-size: 11pt; font-family: Arial; font-variant-ligatures: normal; font-variant-east-asian: normal; font-variant-positi

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  • 16.06.2019
    36 MB
    25:05
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    Ich krieg die Krätze!

    Heute geht es, passend zum vorherigen Podcast zu FSME und Zecken, wieder um einen Hautbefall, der recht aktuell ist, die Krätze  //  


    “Ich krieg die Krätze!” bedeutet soviel wie ich bin total genervt. Es wird mir zu viel.


    Krätze nimmt zu

    • Bis vor einigen Jahren hätten die wenigsten gewusst was genau die Krätze ist. Krätze galt als seltene Erkrankung.

    • Hat sich geändert; In Deutschland immer häufiger.

    • Ausbreitung unterschätzt; immer häufiger versagen gängige Therapien.


    Zunahme

    • Aufgrund der fehlenden generellen Meldepflicht keine genauen Fallzahlen.

    • Anhand der Diagnosedaten von Patienten, die vollstationär in ein Krankenhaus aufgenommen wurden, ein Anstieg der Erkrankungen.


    Skabiesfälle in deutschen Krankenhäusern (absolute Fallzahl)

    https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/_Resources/Persistent/f/7/2/7/f7276c6eab95a8888df8ce847ce94b64ead96669/23_ck_Scabies_17505221-700x277.png


    Was genau passiert bei Krätze?


    • Befall der Haut mit der Skabiesmilbe / Krätzemilbe, ein Spinnentier
      0,5 mm, mit bloßem Auge höchstens als Punkt
      auf Mensch spezialisiert
      Haustiere nicht befallen.
      Ebenso überleben Tiermilben auf dem Menschen nicht lange.

    • Keine Infektion, sondern “Besiedlung” der Hornschicht der Haut
      nicht in die tieferen Hautschichten

    • Bevorzugt Areale mit dünner Hornschicht und hoher Temperatur

    • Weibliche Milbe gräbt täglich 5 mm, Komma-artige, unregelmäßig gewundene Gänge
      Ende manchmal ein kleines Bläschen
      In diesen Gängen werden Eier abgelegt
      Krätzemilbe stirbt nach 30 bis 60 Tagen

    • Aus den Eiern entwickeln sich innerhalb von zwei bis drei Tagen Larven,
      die vor allem Hautfalten besiedeln
      nach zwei bis drei Wochen geschlechtsreif, nächste Milbengeneration, u.s.w.

    • Zusätzlich Ekzem möglich

    • Skabies vom lateinischen Wort für kratzen: scabere
      Juckreiz durch Immunantwort: Typisch am ganzen Körper und nachts


    Besiedlung

    • Übertragung von einem begatteten Milbenweibchen ausreichend, i.d.R. ca. 15
      Bei besonders ansteckender Krusten-Skabies Tausende bis Millionen Krätzemilben,
      Schon durch Hautschuppen übertragen

    • I.d.R. von Mensch zu Mensch; es muss also eine Person im Umfeld infiziert sein
      →  gründlich Nachforschen; Ping-Pong vermeiden

    • Textilien (z. B. Bettwäsche) theoretisch möglich
      überleben außerhalb des Menschen nur 48 h

    • Milben bewegen sich langsam und orientieren sich an Geruchs- und Temperaturunterschieden.

    • Großflächigen, längeren und kontinuierlichen Haut-zu-Haut-Kontakt 5-10 min,
      Durch Ausbreitung in Freundeskreisen angezweifelt

    • Nicht Händeschütteln oder Umarmen von Patienten mit gewöhnlicher Skabies

    • Vor allem Familienmitglieder, Partner, Pflege- und Betreuungskräfte


    Symptome

    • Erst nach langer Zeit 2-4 Wochen

    • Typisch Juckreiz in der Nacht

    • Am ganzen Körper, im Gegensatz zum Beispiel zum Handekzem, bei dem nur die sichtbar betroffene Haut juckt.

    • Praktisch immer: Hände und/oder Füße: Handkanten, Fingerseitenkanten/zwischenräume

    • Auch: Analfalte, Leiste, Knöchel, Brustwarzenhof, Penisschaft

    • Evtl. später Exanthem


    Ausnahme Krustenskabies

    • Krusten und Borken, die leicht an Psoriasis erinnern.

    • hoch ansteckendend

    • kann Juckreiz fehlen.

    • Oftmals Ältere mit vielen Erkrankungen, immunsupprimierte

    • Diagnose erst, wenn bei Kontaktperson gewöhnliche Krätze.


    Meldepflichtig?

    • Keine generelle Meldepflicht.

    • Wenn allerdings Menschen in Gemeinschaftseinrichtungen (z. B. Pflegeheime, Asylbewerberunterkünfte, Justizvollzugsanstalten) Gesundheitsamt melden.

    • Warnhinweise an Kindergärten und Schulen („in unserer Einrichtung ist Krätze aufgetreten“) inzwischen genauso häufig auf wie bisher für Läuse.


    Risikogruppen

    • Menschen auf engem Raum

      • Vorwiegend Kinder und Jugendliche, Kindergarten, oft unzureichend behandelt

      • Altersheim, v.a. immunsupprimierte Ältere (Krusten-Skabies!)

      • Gefängnis

      • Obdachlosenheim

    • Migranten aus Ländern mit höherer Prävalenz

    • Häufig wechselnden Sexualpartnern.

    • Verbesserte Diagnose, mehr Fälle erkannt.


    Behandlung

    • Krätzmilbe abtöten (ovozid)

      • beim Patienten selbst

      • sowie bei allen möglicherweise bereits infizierten Kontaktpersonen vorsorglich mit behandeln: selbe Wohnung, sowie Geschlechtspartner.

    • Rp. Äußerlich: Permethrin (Infectoscab®, Permethrin biomo®), einmal, tötet ab

      • Ab dem 3. Monat (auch unter 2 Monaten laut Leitlinie, nicht Zulassung)

      • früher extrem zuverlässige

      • erstmals aus Australien Berichte deutlich an Wirksamkeit verloren

    • Rp. Innerlich: Ivermectin (Scabioral®),

      • tötet nicht ab, daher Wiederholungsbehandlung nach 7–14 Tagen

      • Gewichtsadaptiert 0,2 mg/kg KG (ggf. aufrunden)

      • Juckreiz nimmt sogar zu

      • bessere Abheilungsraten, immer noch Therapieversager

      • Große Nachfrage, starke Lieferschwierigkeiten, mehrere Wochen nicht verfügbar

    • Rp.-frei, wichtige Alternative, äußerlich, mehrere Tage

      • Benzylbenzoat-Creme (Antiscabiosum®)

      • Crotamiton (Crotamitex®)

    Unabhängig welche Therapie,

    mehrere Wochen, gegebenenfalls Monate akribisch nachkontrollieren,

    persistierende Infektion / Reinfektion aus dem Umfeld sicher ausschließen.


    Äußerliche Behandlung richtig durchführen

    1. Fingernägel kürzen und reinigen: durch Kratzen Milben unter den Nägeln

    2. Gründlich duschen / Baden: Hautschuppen entfernen

    3. Abkühlen: 60 Minuten nach dem Baden warten

    4. Unterkiefer bis Zehen den ganzen Körper gründlich und lückenlos eincremen/Lotio

      1. Helfen lassen: Handschuhe!

      2. Bei Säuglingen, Kleinkindern und Krustenkrätze auch der Kopf

      3. Augen und den Mund aussparen

    5. Hände gewaschen? Sofort wieder eincremen.

    6. Erst nach der gesamten Einwirkzeit (8-12 h, über Nacht, bis zu 4 d) duschen/baden.


    Bett, Kleidung, Schuhe, Möbel...

    1. Bett frisch beziehen

    2. Textilien, 4 d vor der Therapie direkten Hautkontakt
      (z. B. Kleidung, Bettwäsche, Handtücher):
      mindestens 50°C für wenigstens zehn Minuten waschen

    3. Schuhe: Oft vergessen, täglich wechseln

    4. Alles, was nicht so heiß gewaschen (z. B. Stofftiere, Schuhe) in Plastiksack:

      1. 72 h, 21°C, z. B. vor Heizkörper

      2. Oder 7 d

    5. Polstermöbel, Autositze oder Teppiche wenn Hautkontakt bestand:
      absaugen, mind. 48 Stunden nicht benutzen,


    Wie lange infektiös

    Wann Kinder wieder in den Kindergarten bzw. Schule und Erwachsene zur Arbeit?

    • Nach Permethrin: 8-12 h

    • Nach Ivermectin: 24 h

    • Dennoch bis 36 h auf engen Körperkontakt verzichten, Milben noch beweglich

    • Bei der Krustenkrätze: Isolation, nach der Wiederholungsbehandlung, nach 7-15 d.


    Behandelt und nun?

    • Nach der Behandlung noch einige Wochen Juckreiz und Ekzem

    • Haut beobachten: Keine neuen Rötungen?

    • Juckreizlindernde Basispflege: Folge-Ekzem durch Kratzen zu vermeiden


    Zusammenfassung: //  

    • Krätze einst selten, wieder häufiger

    • Typisch Jucken am ganzen Körper und nachts

    • Übertragung und Besiedlung nur bei relativ langem Kontakt

    • Behandlung äußerlich oder innerlich, lange und diszipliniert, auch Kleidung, Bett und Möbel

    • Kontaktpersonen mit behandeln

    • Jucken kann noch anhalten, Haut pflegen //


    Pharma-Song: //  

    <span style="font-size: 11pt; font-family: Arial; font-weight: 400; font-variant-ligatures: normal; font-variant-east-asian: normal; font-variant-position:

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  • 09.06.2019
    27 MB
    19:15
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    Zecken-Alarm!

    Heute geht es um die durch Zecken übertragene Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und Borreliose  //  


    Übertragung

    • Gemeiner Holzbock (bis 4,5 mm):

      • FSME (Virus, 300 Fälle/Jahr in D, Risiko 1:10.000),

      • auch viel häufiger Lyme-Borreliose (Bakterium, 60-100.000/Jahr in D, Risiko 1:100)

      • Etwa in Höhe bis 25 cm, innerhalb weniger Sekunden Bein hoch, Kniekehle, Schritt, ritzt (beißt) dann sticht, saugt, dann fällt sie ab (50% wissen gar nichts vom Stich)

    • Auwald-Zecke (größer, vollgesogen 16 mm!): schwierig, Wer aus der Haustür tritt, steht im Lebensraum der Zecken; bei niedrigeren Temperature, häufiger aber Tiere

    • Rohmilch/käse, insb. Schafe und Ziege, pasteurisierter Milch keine Gefahr

    https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2017/04/06/neue-uebertragungswege-fuer-fsme


    FSME-Virus

    Nicht jede, nur 1-5% Zecke

    Nicht jeder Stich gefährlich, nicht jede infizierte Zecke infiziert


    FSME-Symptome

    1-2 Wochen nach dem Stich

    1. grippalen Krankheitsbild

    2. kurz beschwerdefreies Intervall

    3. Hirnhaut- oder Gehirn-Entzündung (Meningitis, Enzephalitis), starken Kopfschmerzen, Nackensteifigkeit, Verwirrtheit und möglicherweise Koma.

    https://www.crm.de/presse/pressemappe_fsme/5_Tab1_Zecken_uebertragene_Krankheiten.pdf


    Borreliose

    Hängt davon ab wie lange die Zecke im Körper verbleibt

    Symptomatik außerordentlich vielgestaltig, Inkubationszeit sehr variabel

    3 Stadien:

    1. grippale Symptome und eine sich zunächst flächenhaft, später ringförmig ausbreitende rötliche Hautveränderung um die Stichstelle herum ("Erythema migrans" = Wanderröte). Heilt oft folgenlos ab.

    2. Nervenentzündung mit Lähmungen und brennenden Schmerzen. Kinder Hirnhautentzündung. Herzentzündungen und rötlich-blauen Knötchen auf der Haut (Borrelien-Lymphozytom).

    3. Monate bis Jahre nach der Infektion schubweise oder chronisch verlaufende Gelenkentzündungen. Bläuliche Pergamenthaut, Lähmungen.

    https://www.crm.de/presse/pressemappe_fsme/5_Tab1_Zecken_uebertragene_Krankheiten.pdf


    Wie entfernen

    Zeckenbiss ist falsch, Zecken können nicht beißen, kratzen auf und stechen dann

    Nicht aus der Haut drehen, haben kein Gewinde

    Pinzette oder Zeckenzange nahe der Hautoberfläche gegriffen und

    langsam und gerade aus der Haut ziehen,

    ohne das Tier zu zerdrücken, Nicht Öl: erbricht Krankheitsrreger in Stich

    Wenn Teile verbleiben kein Problem

    Einstichstelle desinfizieren, noch eine Weile auf Rötungen beobachten.

    https://www.apotheken-umschau.de/Gehirn/FSME-stoppen-Zeckenforschung-554755.html


    Wie vorsorgen?

    • körperbedeckende Kleidung und feste Schuhe.

    • regelmäßigen Kontrolle des Körpers: Zeckenstich keiner Schmerzen, Jucken

    • Zeckenspray

      • Icaridin für nichttropische Gebiete empfohlen werden.
        gegenüber Kunstfasern und- stoffen (Sonnenbrillen) inert.
        Leicht Allergen, aber wirksam
        Auch gegen Mücken
        Oft 2 Sprays gleich zusammengesetzt, einmal Mücke, einmal Zecke (hält kürzer)

      • Diethyltoluamid (DEET) liegen die längsten praktischen Erfahrungswerte vor. Es ist seit fast 70 Jahren im Einsatz und gilt als Mittel der Wahl zur dermalen Insektenabwehr bei Reisen in die Tropen, mehr Allergien,
        gegenüber Kunstfasern und- stoffen (Sonnenbrillen) nicht inert

      • Para-Menthan-3,8-diol (PMD) wirk zu kurz und allergener

    https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2017/04/28/was-ist-der-beste-mueckenschutz/chapter:2


    Behandlung?

    • FSME: keine

    • Borreliose:
      bei Wanderröte (nicht geschwollen, tut nicht weh)
      Antibiotika: Tetracyclin-Tablette (Doxycyclin 200 mg/Tag, nicht in die Sonne)
      oder Infusionen (Cefotaxim, Ceftriaxon), 2-4 Wochen.


    Impfung


    Zusammenfassung: //  

    • FSME nicht so häufig wie Borreliose, jetzt aber auch Auwald und Rohmilch

    • Kann dauern bis Symptome auftauchen, Verdacht zum Arzt

    • Schutz: Kleidung, Sprays, hinterher gut inspizieren

    • Entfernen: Pinzette nah an der Haut, gerade zügig nach oben; kein Öl, kein Drehen, kein Quetschen

    • Impfen bei FSME, Behandlung bei Borreliose //


    Pharma-Song: //  

    Heutiger Song:

    • Titel “Tick Bite”

    • Tether Horse

    • 2010 Album “In The House That Took Me”

    • Zitat: “Growing in your hair, eating bone, …”

    Links:  https://youtu.be/fIFf6Ou6wYI / https://open.spotify.com/track/3TC2ZNRQpZwohJBiQNCsDy?si=D_9Kj08rTZCQJAfhYXar8Q    //  

    ____________________


    Kontakt: //

    Wenn dieser Gratis-Podcast Ihnen gefallen bitte ich Sie als Gegenleistung um eine Bewertung, zum Beispiel 5 Sterne auf iTunes; gerne auch schriftliches ein Feedback mit konstruktiven Kommentaren und Anregungen und Themenwünschen.   //


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  • 02.06.2019
    55 MB
    38:23
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    Ganz einfach durch den Diät-Dschungel

    Heute ist die vorerst letzte Folge zum Thema Ernährung; es geht um Diäten  //  


    Bisher?

    • Gesund: Ballaststoffe

      • Gemüse, Hülsenfrüchte, Obst (in Maßen Fruchtzucker!)

      • Getreide Vollkorn

    • Vermeiden:

      • Rotes Fleisch, Energy drinks, Protein shakes

      • Zucker, v.a. Fruchtzucker, pseudo-gesunde Zucker (Honig, brauner), versteckt

        • Dagegen eher unproblematisch

          • Salz

          • Cholesterin

    • Vitamine/Nahrungsergänzungsmittel sinnlos bis schädlich, außer

      • Folsäure bei Schwangeren

      • Vit. D / Eisen bei Säuglingen

      • Vit B12 bei Veganern

      • Bestimmte seltene Erkrankungen


    Offenes Thema

    • Überernährung / Diäten und Abnehmen


    Ganz einfach durch den Diät-Dschungel


    Diät

    Nicht unbedingt “Abnehmen”

    Aus Griech.: Lebensführung, Lebensweise

    Diätetik = Wissenschaft gesunder Ernährungs- und Lebensweise

    • Gewichtsreduktion bis hin zu Fasten

    • Gewichtszunahme bei Anorexie

    • Krankheitsbehandlung

      • Zöliakie,

      • Lactoseunverträglichkeit,

      • Fruchtzuckerunverträglichkeit

    Also, Diät heißt bestimmte oder alle Nahrungsbestandteile vermindern oder erhöhen


    Wann abnehmen?

    Kg/Körpergröße

    Körpergröße minus 100 (Normal) - 10% Idealgewicht

    BMI

    Bauchfett

    WHR Taille-Hüft-Verhältnis 0,8 Frauen, 1,0 Männer (1,03) (Noble 2001)(Visscher et al. 2001)

    WHtR Taille-Körpergröße-Verhältnis: Gesamt-Fettleibigkeit 0,54 bzw. 0.53 (0,53); Bauch-Fettleibigkeit 0,59 (0,53) (Swainson et al. 2017)


    Reduktionsdiät

    • Low-Carb,

    • Low-Fat: Vorsicht “fettarme” Produkte sind oft Zucker-reich

    • Trennkost/Haysche Diät: EW/KH zeitlich getrennt, verwertung, Übersäuerung wenn beides, Hülsenfrüchte verboten, da beides

    • Glyx/LOGI-Diät

    Was weglassen spielt keine Rolle (Thompson and Noel 2017)

    Minderung der Zufuhr an Kohlenhydraten genauso effektiv wie eine Minderung von Fett


    Wie mindern? Kalorienreduktion?

    Klingt naheliegend

    Basiert auf Atwaters Faktoren 4-4-9

    4 kcal/g für KH/EW, 9 kcal/g for Fett

    Drei Probleme:

    1. Bruttoenergiewerte EW,Fett,KH aus verschiedenen Nahrungsquellen unterschiedlich

    2. Verdaulichkeit der Bestandteile verschiedener Nahrungsmittel unterschiedlich.

    3. KH nur als Restmenge: EW,Fett,Wasser messbar; verascht; Rest = KH, aber:

      1. Verdauliche KH (Zucker anders als Stärke)

      2. Nicht verdauliche KH

      3. Nicht-KH

    Bijal Trivedi (15 July 2009). "The calorie delusion: Why food labels are wrong". New Scientist.


    Weight Watchers

    Kalorien → Punkte-System

    Auch Zucker und gesättigte Fettsäuren

    Negativ: Die vielen Fertigprodukte (Fertigpizza) macht Schleichwerbung

    https://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/kiewels-rauswurf-delikater-vertrag-dickes-ende-a-524905.html

    Nicht besser als andere Diäten

    https://ezproxy.ub.unimaas.nl/login?&amp;url=https://jamanetwork.com/journals/jama/fullarticle/200094

    Eine positive Studie hatte zu viel Interessenskonflikte

    https://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(11)61344-5/fulltext

    https://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/weight-watchers-wie-gut-funktioniert-abnehmen-mit-punktesystem-a-819416.html


    Pragmatisch:

    Warum es nicht klappt

    • Wiegefehler ±5%

    • Aufnahme und Verwertung

    • Ungesunde KH-Formen: Fructose unabhängig von Kalorienzahl, Fertigkost

    Nach kcal kann je nach Zusammensetzung noch zu viel/falsch sein: Gewichtszunahme, trotz “Reduktionsdiät!”

    https://www.scinexx.de/news/medizin/fruchtzucker-macht-dick/

    https://www.zentrum-der-gesundheit.de/fruchtzucker.html

    Lebensumstellung

    aus Abnehmen muss Gewohnheit werden:

    40 Jahre Gewohnheit → Übergewicht, braucht Jahre für neue Gewohnheit, Disziplin


    Tipp: Intervallfasten / Kein Frühstück

    8:16, mild, ohne Kalorienrestriktion und Messung

    Langsam, auch BD sinkt (Gabel et al. 2018)

    Egal ob pro Tag oder tageweise

    https://jamanetwork.com/journals/jamainternalmedicine/fullarticle/2623528

    Kein Frühstück!

    Meta-Analyse aus 13 randomisierten kontrollierten Studien aus den vergangenen 28 Jahren (einschränkend unterschiedliche Qualität), jedoch klare Aussage:

    Sinnvoll und einfach: Kein Frühstück (Sievert et al. 2019), 11-19, 12-20

    https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/101242/Das-gute-Fruehstueck-hilft-nicht-beim-Abnehmen

    Intervallfasten mit dem Thermomix von Doris Muliar, riva-Verlag, ISBN 978-3-7423-0706-4


    Protein Shakes

    Kurzzeitig für Anfangserfolg und Motivation, ärztlich angeleitet, KEINE Lösung

    Bilanzierte Diät bis zu 12 Wochen

    Explizit empfohlen:

    https://www.adipositas-gesellschaft.de/fileadmin/PDF/Leitlinien/050-001l_S3_Adipositas_Praevention_Therapie_2014-11.pdf

    Selber 116 kg → 92 kg, 14 kg;

    jetzt nach 5 Jahren 7 kg mehr → 99 bei 1,92 m OK,

    v.a. WHR/WHtR ok

    Süß! Vanille, Schoko, Erdbeer… (Kindernahrung)


    Vorsicht Bodybuilder!

    Diäten mit hohem Anteil an verzweigt-kettigen Aminosäuren (BCAA) für Bodybuilder:
    Überernährung, Fettleibigkeit und verkürzter Lebensdauer (Solon-Biet et al. 2019)


    Appetitzügler, Fettbinder

    Nebenwirkungen, Abhängigkeit...Nein!


    Zusammenfassung: //  

    • Übergewicht nicht nach kg oder BMI, sondern WHR/WHtR

    • Was weglassen spielt keine Rolle, kcal ungenau

    • Am einfachsten Intervallfasten ohne Frühstück

    • Kurzzeitig für Anfangserfolg und Motivation: Formuladiät unter Anleitung, nicht alle gleich, ärztlich angeleitet

    • Keine Appetitzügler

    • Gesund

      • Ballaststoffe

      • Vermeiden: Rotes Fleisch + Zucker //


    Pharma-Song: //  

    Heutiger Song:

    • Classic Der Dicke & Soulmade

    • 2017 Album “Body Mass Index”

    • Titel “Korpulenter Körperbau”

    Links:  https://music.apple.com/de/album/korpulenter-koerperbau/1192572402?i=1192572406&amp;l=en

    https://www.youtube.com/watch?v=OAJtRskmGOA   //  

    Literatur

    <p dir="ltr" style="line-height: 1.2; margin-top: 12pt; margin-bottom: 0pt; text-indent: -24pt; padding: 0pt 0pt 0pt

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  • 26.05.2019
    53 MB
    37:18
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    Wie essen Sie einfach gesund?

    Heute geht es darum, was macht nun eigentlich eine gesunde Ernährung aus, als Teil einer Serie zum Thema Ernährung allgemein //  


    Bisher?

    • Zucker so wenig wie möglich, cave Fruchtzucker, pseudo-gesunde Zucker (Honig, brainer), versteckt

    • Cholesterin (Nahrung?, Senker ja), Vorsicht fettarm

    • Salz 2-phasig

    • Vitamine: einige wenige wie Folsäure, viele nicht, auch nicht Vit. D

    • Sonstige Nahrungsergänzungsmittel nicht


    Offene Themen

    • Überernährung / Diäten und Abnehmen (nächster Podcast)

    • Mangelernährung

    • Ungesund

    • Gesund


    Mangelernährung


    (Koch et al. 2009)


    In Deutschland?


    Wohlstandserkrankungen wie Adipositas und Diabetes wahrgenommen,

    In Deutschland 1,5 Millionen mangelernährte Menschen überrascht.


    Nicht sichtbar in der Mitte der Gesellschaft, sondern in

    • Krankenhäusern

    • Altenheimen, und anderen geriatrischen Einrichtungen.


    Deutsche Krankenhäuser


    Patienten in Deutschland leiden an Unter- und Mangelernährung während dem Klinikaufenthalt.

    • Alle 25 %

    • Geriatrischen Patienten mehr als 50 %

    (Pirlich et al. 2006)


    Medizinische Ursachen

    • Nahrungsdefizit

      • Alkoholismus

      • Schlechte Nahrungsqualität, Armut

    • Aufnahme/Verwertung:

      • Schluckstörung, Schlechter Zahnstatus

      • Malabsorption/Maldigestion

      • Lebererkrankungen

    • Verbrauch erhöht: Konsumierende/chronische Grunderkrankung

    • Psychisch/Hohes Alter

      • Depression, Schizophrenie

      • Demenz, Anorexie


    *45 Jahre alte Mutter und ihre 18 Jahre alten Zwillingstöchter, Wien, https://www.welt.de/vermischtes/article194040337/Oesterreich-Mutter-und-Toechter-in-Wiener-Wohnung-verhungert.html


    Organisatorische Hauptursachen

    1. Die Qualität der Krankenhauskost/Budget: 5€/Tag pro Patient

    2. Fehlender Fokus auf Ernährungsmedizin schon bei der Aufnahme und während der Therapie in Form eines einfachen Ernährungs-Screenings.
      Fachwissen und Personal fehlt


    Folgen:

    1. Gestörter Immunfunktion, Wundheilungsstörungen

    2. Höhere Komplikationsrate

    3. Langsamere Genesung, Verlängerte Klinikaufenthalt: 9 Milliarden € pro Jahr

    4. Höhere Morbiditätsrate

      1. 25% der Tumorkranken versterben an Mangelernährung

    (Koch et al. 2009)

    (Löser 2010)


    Ungesund?


    Fertiggerichte

    Probanden, 4 Wochen

    • stark prozessierte Mahlzeiten nahmen zu;

    • frisch zubereitete Mahlzeiten nahmen im gleichen Maße ab

    Mahlzeiten waren in puncto Kaloriengehalt, Fett, Zucker, Salz, Ballaststoffe und Makronährstoffe gleich

    Lösten dennoch ein unterschiedliches Essverhalten der Studienteilnehmer aus: Veranlassen Menschen mehr zu essen:

    • Essgeschwindigkeit,

    • Menge an verzehrten Getränken

    • Leicht unterschiedlichen Proteingehalts (Proteinmenge ist entscheidender für die Sättigung und Appetitregulation als die aufgenommene Kalorienmenge)

    • Kalorien in kleinerem Volumen

    • Sensorische Wahrnehmung (Geschmack, Geruch und Aussehen): ersten Eindruck über Kaloriengehalt; bei Fertigprodukten Diskrepanz, mehr Kalorien im Essen als wir denken;   zudem sehr schmackhaft, sodass reine angenehm Sättigung durch stärkeres Belohnungssystem ersetzt.


    (Hall et al. 2019)

    https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/103131/Fertiggerichte-lassen-Menschen-mehr-essen?rt=1a4de108bdd9eaa017796fea2309dd74

    https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S1550413119302487?via=ihub


    Konsequenz:

    • In D 10% der Menschen frühzeitiger Tod HKL-Erkrankungen, Krebs und Diabetes

    • Noch einmal Lebensqualität krankheitsbedingt vermindert ist (DALY).


    (Afshin et al. 2019)

    https://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(19)30041-8/fulltext


    Fleisch- und Wurstwaren


    1. Rotes Fleisch erhöhtes Risiko für Gesamt-Sterblichkeit, v.a.

      1. Krebs: immer mehr junge Menschen (v.a. 20-29 J) erkranken an Darmkrebs; bei 50-Jährigen rückgängig durch Screening; screening Alter auf 45 senken

      2. HKL

    2. Ersatz durch andere Proteinquellen geringeren Sterblichkeitsrisiko.

    (Pan et al. 2012)


    1. Ursachen Krebs:

    • Alkoholkonsum

    • Verzehr von verarbeitetem Fleisch = „vermutlich krebserregend“ (IARC = International Agency for Research on Cancer)

    https://www.iarc.fr/wp-content/uploads/2019/05/pr272_E.pdf

    https://www.thelancet.com/journals/langas/article/PIIS2468-1253(19)30147-5/fulltext

    https://gut.bmj.com/content/early/2019/04/16/gutjnl-2018-317592


    b) Ursachen HKL:

    • Langkettige gesättigte Fettsäuren

    • Trimethylamine N-oxide, or TMAO Stoffwechselprodukt aus rotem Fleisch: schwere bis tödliche HKL-Ereignisse, Herzversagen, chronisches Nierenversagen


    TMAO aus Lebensmitteln mit Cholin und L-Carnitin (Fleisch, Energy Drinks, Eiweiß-Shakes). Darmbakterien bauen ab zu Gas namens Trimethylamin (TMA), Leberenzyme produzieren dann TMAO. Interagiert mit LDL-C, erklärt, warum nicht jeder mit erhöhtem LDL-C am HKL System erkrankt.


    L-Carnitin auch in Geflügel, Fisch, Milchprodukten und Eigelb, aber rotes Fleisch besonders reich. Rotes Fleisch verändert auch die Darmflora tu TMA-produzierenden Bakterien; umgekehrt durch vegetarische oder weißes Fleisch. Ohne diese kein TMAO.


    Fisch auch viel L-Carnithin: Fisch ≠ Fisch, Die überwiegende Mehrheit der Fische, einschließlich häufig gegessener Sorten wie Barsch, Wels, Forelle und Zander, enthalte kein TMAO, ungünstig sind bestimmte Tiefseesorten wie Kabeljau, Schellfisch und Heilbutt.

    https://www.ahajournals.org/doi/10.1161/JAHA.116.004947

    https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0735109714059701?via=ihub

    https://www.ahajournals.org/doi/10.1161/CIRCRESAHA.116.305360


    Gesund?


    Mediterrane Diät

    Das traditionelle Ernährungsmuster des Mittelmeers ist von besonderem Interesse, da in den 1960er Jahren festgestellt wurde, dass in Ländern des Mittelmeerraums wie Griechenland und Italien (aktuell aber Spanien!) die Sterblichkeit aufgrund von Herz-Kreislauf-Erkrankungen im Vergleich zu nordeuropäischen Bevölkerungsgruppen oder den USA niedriger war.

    Angenommen auf unterschiedliche Essgewohnheiten zurückzuführen.


    30 RCTs, meist primär-Prävention, 12,461 Teilnehmer


    Trotz der relativ großen Anzahl von Studien, die in diesem Aufsatz enthalten sind, besteht immer noch eine gewisse Unsicherheit hinsichtlich der Auswirkungen einer mediterranen Ernährung auf die klinischen Endpunkte und die CVD-Risikofaktoren sowohl für die Primär- als auch für die Sekundärprävention.


    Die Evidenzqualität für den geringen Nutzen von CVD-Risikofaktoren in der Primärprävention ist gering oder mäßig, wobei nur wenige Studien über minimale Schäden berichten.


    Es gibt nur wenige Anhaltspunkte für eine Sekundärprävention.


    (Rees et al. 2019)

    https://www.cochranelibrary.com/cdsr/doi/10.1002/14651858.CD009825.pub3/full?highlightAbstract=mediterranean|withdrawn|diet


    Ballaststoffe


    Meta-Analyse Wesentlicher Faktor der Lebenserwartung


    185 Beobachtungsstudien mit Daten, die sich auf 135 Millionen Personenjahre beziehen,

    und 58 klinische Studien mit 4.635 erwachsenen Teilnehmern.

    Vorzeitige Todesfälle durch und die Inzidenz von

    • koronarer Herzkrankheit,

    • Herz-Kreislauf-Erkrankungen

    • Schlaganfall

    • Typ-2-Diabetes

    • Krebserkrankungen, Darmkrebs Brust-, Endometrium-, Ösophagus- und Prostatakrebs.

    Nur Studien mit gesunden Teilnehmern

    Nicht auf Menschen mit bestehenden chronischen Erkrankungen übertragbar.


    In einem Satz:

    Erhöhung der Ballaststoffe, Ersatz von raffinierten Körnern (Weißmehl) durch Vollkorn.

    https://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(18)31809-9/fulltext

    (Reynolds et al. 2019)


    Widerspricht aktuellen Low-Carb-Diäten: Atkins, Keto


    Ideal niedriger oder mittlerer Glykämischer Index plus reich an löslichen Ballaststoffen.

    Langsam aufgenommene kohlenhydrathaltige Lebensmittel mit niedrigere GI:

    • Verschiedene gekochte getrocknete Bohnen wie Linsen und Kichererbsen

    • braune Spaghetti

    • Parboiled-Reis

    Schnell aufgenommene Kohlenhydrate mit hohem GI:

      <li dir="ltr" style="list-style-type: disc; font-size: 11pt; font-family: Arial; font-variant-ligatures: normal; font-variant-east-asian: normal; f

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  • 19.05.2019
    59 MB
    41:06
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    Vitaminmangel: Irrtum oder bewusste Desinformation?

    Heute geht es innerhalb einer kleinen Serie zu Ernährung um das Thema Nahrungsergänzungsmittel (v.a. Vitamine, Mineralien und sogenannte Mikronährstoffe): Vitaminmangel: Irrtum oder bewusste Desinformation?  //  


    Ein riesiger, kaum kontrollierter Wirtschaftszweig


    USA:

    30 Mrd. US$, 90.000 Produkte.

    52% der Erwachsenen ≥1 NEM, 10% ≥4 NEM

    Kantor  ED, Rehm  CD, Du M, White  E, Giovannucci EL.  Trends in dietary supplement use among US adults from 1999-2012.  JAMA. 2016;316(14):1464-1474.


    Deutschland:

    1.44 Milliarden € und steigend, 225 Mio. Packungen/J

    Vitamine und Mineralien von 48% bzw 39% eingenommen.


    Ungeprüft

    Vor Markteinführung von Behörden weder Wirksamkeit noch Sicherheit.

    https://www.verbraucherzentrale.de/aktuelle-meldungen/lebensmittel/endlich-klartext-bei-nahrungsergaenzungsmitteln-13409


    Was?

    • Reine Mineralien (Magnesium oder Calcium) (53,2 Mio. Packungen)

    • Vitamin C (29,2 Mio. Packungen)

    • Multivitamin ± Mineralien (24,7 Mio. Packungen)

    • Vitamin B12 oder B-Komplex (9,9 Mio. Packungen)

    • Vitamin A/D rein oder kombi (5,7 Mio. Packungen)


    Wo?

    • 41,4% Drogerie

    • 32,5% Lebensmitteleinzelhandel

    • 7,3 % Versand

    • 19,2% Apotheke (also ⅘ ohne Beratung, auch WW)

    https://www.bll.de/de/verband/organisation/arbeitskreise/arbeitskreis-nahrungsergaenzungsmittel-ak-nem/20181029-zahlen-nahrungsergaenzungsmittel-markt-2018


    Sinnvoll?

    Gesundheit beizubehalten und Krankheit zu verhindern = Primär- oder Sekundärprävention chronischer Krankheiten?


    Multivitamin- / Multimineral-Supplementation

    Nicht empfohlen

    Die meisten randomisierten klinischen Studien mit Vitamin- und Mineralstoffzusätzen

    keine eindeutigen Vorteile.

    Für allgemein gesunde Erwachsene nicht empfohlen.

    Moyer  VA; US Preventive Services Task Force.  Vitamin, mineral, and multivitamin supplements for the primary prevention of cardiovascular disease and cancer: US Preventive Services Task Force recommendation statement.  Ann Intern Med. 2014;160(8):558-564.


    Schädlich

    Hohe Dosen Beta-Carotin, Folsäure, Vitamin E oder Selen schädlich:

    • erhöhter Sterblichkeit,

    • Krebs

    • Schlaganfall

    Rautiainen  S, Manson JE, Lichtenstein  AH, Sesso HD. Dietary supplements and disease prevention: a global overview.  Nat Rev Endocrinol. 2016;12(7):407-420.


    Besser aus gesunder, ausgewogener Ernährung

    NEM kein Ersatz für gesunde ausgewogene Ernährung.

    Mikronährstoffe in Lebensmitteln in der Regel besser aufgenommen plus weniger potenzielle Nebenwirkungen

    Rautiainen  S, Manson JE, Lichtenstein  AH, Sesso HD. Dietary supplements and disease prevention: a global overview.  Nat Rev Endocrinol. 2016;12(7):407-420

    Marra  MV, Boyar  AP. Position of the American Dietetic Association: nutrient supplementation.  J Am Diet Assoc. 2009;109(12):2073-2085.


    Alle wichtigen Substanzen in biologisch optimalen Verhältnissen

    im Gegensatz zu isolierten Verbindungen in hochkonzentrierter Form.

    Gesundheit hängt stärker mit Ernährungsgewohnheiten und Lebensmittelarten zusammen,

    als mit der Aufnahme einzelner Mikronährstoffe oder Nährstoffe.

    Marra  MV, Boyar  AP. Position of the American Dietetic Association: nutrient supplementation.  J Am Diet Assoc. 2009;109(12):2073-2085.


    Vit. A, C (im Urin), E damit thematisch schon abgehandelt; nicht sinnvoll.


    Vitamin K

    Kann Wirksamkeit bestimmter Blutverdünner / Gerinnungshemmer mindern


    Wann sinnvoll?

    Wenn klare Ernährungsdefizite medizinisch nachgewiesen:


    Hoch-Risiko-Gruppen

    • Bestimmten Lebensphasen

    • Ernährungsbedürfnisse nicht allein durch die Ernährung gedeckt

    • Bestimmten Risikofaktoren/Erkrankungen


    Lebensphasen

    • Schwangerschaft: Folsäure

    • Säuglinge und Kinder:

      • Gestillte Säuglinge Vitamin D bis zum Absetzen

      • Eisen 4.-6. Monat wenn Fe haltige Nahrung beginnt

    • Mittlere und ältere Erwachsene: Evtl. Vitamin B12


    Hohes Risiko

    • Essverhalten eingeschränkt

    • Nährstoffaufnahme oder Stoffwechsel beeinträchtigt:

      • Bariatrische oder Adipositas-Chirurgie

      • Morbus Crohn, andere entzündliche Darmerkrankungen, Zöliakie

      • Perniziöse Anämie: Vitamin B12

    • Langzeitanwendung von AM

    • Osteoporose: Vitamin D, Kalzium, Magnesium


    Vitamin B12

    Indiziert


    Gedächtnis:

    Epidemiologischen Studien hohe Homocysteinspiegel im Plasma korrelieren mit Beeinträchtigung des Gedächtnisses.

    Vitamin B-Supplementierung senkt Homocysteinspiegel

    Aber kein Einfluss auf Gedächtnis

    Homocystein ein Marker - keine Ursache

    Wieder Beispiel für Korrelation ist kein kausaler Zusammenhang

    Ford AH et al. Vitamins B12, B6, and folic acid for cognition in older men. Neurology 2010 Oct 26; 75:1540. (http://dx.doi.org/10.1212/WNL.0b013e3181f962c4)


    Depression:

    Noch unklar

    Depressive ältere Menschen, die biochemische Anzeichen eines Mangels aufweisen (erhöhtes Homocystein), B6, B12 und Folsäure zu Antidepressiva, verhindern möglicherweise auch Rückfall

    Almeida OP et al. B vitamins to enhance treatment response to antidepressants in middle-aged and older adults: Results from the B-VITAGE randomised, double-blind, placebo-controlled trial. Br J Psychiatry 2014 Sep 25; http://dx.doi.org/10.1192/bjp.bp.114.145177


    Mangel?

    Vegetarier

    • Kein Bedarf

    Veganer

    • erhöhtes Risiko für Vitamin-B12-Mangel,

    • viele vegane Spezialitäten wie Mandelmilch mit B12 angereichert


    Vitamin D


    Hype

    2 Mio. Deutsche täglich

    https://youtu.be/DFVL9_qqQIk


    Kein Vitamin

    Pro-Hormon, Cholecalciferol,

    über UVB-Licht und Wärme in der Haut aus einer Vorstufe gebildet

    in Leber und Niere in aktive Form Calcitriol = Steroidhormon (wie Cortison).

    Supplementation keine Vitamin-, sondern Hormontherapie.


    Zwei Quellen

    1. Nahrung
      Fetter Fisch (Aal, Hering, Lachs)
      Lebertran
      Pflanzliche Quellen (Pilze, z.B. Steinpilze, Avocados)

    2. Haut
      6 Sonnenlicht/J Monate ausreichend, zusätzlich Magnesium


    Mangel-Irrtum oder Desinformation?

    Gemessen anhand Serum 25-hydroxyvitamin D [25(OH)D] in ng/ml:

    • >30 ng/ml OK

    • 29-20 ng/ml, Unterversorgung

    • <20 ng/ml Mangel


    ? In 2011 waren 20 ng/ml noch ausreichend

    Institute of Medicine. Dietary reference intakes: calcium and vitamin D. Washington, DC: National Academies Press, 2011.

    https://books.google.com/books?hl=en&amp;lr=&amp;id=ZsMPp6I59VwC&amp;oi=fnd&amp;pg=PR1&amp;dq=Institute of Medicine. Dietary reference intakes: calcium and vitamin D. Washington, DC: National Academies Press, 2011.&amp;ots=Bhbhq68ji2&amp;sig=aQqReXlTj6MqOyps6YF3gqZeUlw


    Um das Konzept des Nährstoffmangels oder der Unterversorgung zu verstehen,

    muss man wissen, wie Nährstoff-Referenzwerte definiert und was sie widerspiegeln.


    Dietary Reference Intakes (DRIs)

    Diätetische Referenzmengen für eine Reihe von Nährstoffen.

    Im Mittelpunkt biologische Realität, dass Bedarf an Nährstoffen von Person zu Person unterschiedlich.

    Zwei Kerngrößen:

    • EAR (Estimated Average Requirement = Geschätzter Durchschnittsbedarf)
      Verteilung des menschlichen Bedarfs, Median = Wahrscheinlichster Bedarf

    • RDA (Recommended Daily Allowance = Empfohlene Tägliche Aufnahme)
      Bedarf bei Personen am höchsten Ende der Verteilung; ≥97,5% benötigen weniger


    EAR wahrscheinlich:

    1-70 J: 11 ng/ml

    >70 J: 16 ng/ml


    RDA Höchstbedarf:

    1-70 J: 16 ng/ml

    >70 J: 20 ng/ml


    Beide Werte gehen von minimal bis keiner Sonnenexposition aus


    Weit verbreitetes Missverständnis:

    Höhere RDA/Empfohlene Tägliche Aufnahme = „Grenzwert“

    Gesamte Bevölkerung >20 ng/ml für gute Knochengesundheit

    Realität

    Mehrheit (etwa 97,5%) braucht <20 ng/ml oder weniger.

    Darüber nach niedrigerem EAR/Geschätzter Durchschnittsbedarf

    <span style="font-size: 11pt; font-family: Arial; font-variant-ligatures: norma

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  • 12.05.2019
    38 MB
    26:36
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    Auch zu wenig Salz kann schaden

    Heute geht es innerhalb einer kleinen Serie zu Ernährung um das Thema Salz //  

    Wieder konfrontativ und massiver Streits in der Wissenschaft, wie bei Zucker & Cholesterin.

    Salz?
    Kochsalz (auch Streusalz im Winter) Natrium-Chlorid, meist allein auf Natrium bezogen
    Meersalz (Fleur de Sel) Mikropastik, z.B. Aquasale, de Camargue.
    https://www.ndr.de/ratgeber/verbraucher/Fleur-de-Sel-Plastik-in-Meersalz-nachgewiesen,salz378.html 
    Manchmal mit Jod beigemischt
    Kalium-Chlorid

    Ist Salz schädlich?

    Frauen in Hongkong haben weltweit die höchste Lebenserwartung mit 87,3 Jahren, obwohl sie mehr als doppelt so viel wie z.B. laut USA-Richtlinien empfohlen konsumieren.

    Liu ZM, Ho SC, Tang N, Chan R, Chen YM, Woo J. Urinary sodium excretion
    and dietary sources of sodium intake in Chinese postmenopausal women
    with prehypertension. PLoS One 2014; 9: e104018.

    Natrium: Bad science? //  

    Altersstandardisierte geschätzte Natriumaufnahme und gesunde Lebenserwartung bei der Geburt in 182 Ländern

    Sterblichkeit: J-Kurve
    Zwei Achsen:
    nach oben Sterbliuchkeit
    Nach rechts: Natrium Aufnahme
    Keine Linie, mehr Salt schlechter, weniger besser
    Sondern J
    Mittlerer Bereich niedrig,
    Sowohl links, bei niedrigen, als rechts, bei hohen Konzentrationen, Sterblichkeit hoch

    Empfohlenen täglichen Aufnahmeschwellen. 
    AHA = American Heart Association. 1.4
    WHO = 2.0
    ESC = Europäische Gesellschaft für Kardiologie. 2.3

    Powles J, Fahimi S, Micha R, et al. Global, regional and national sodium
    intakes in 1990 and 2010: a systematic analysis of 24 h urinary sodium
    excretion and dietary surveys worldwide. BMJ Open 2013; 3: e003733.

    UN. Healthy life expectancy (HALE) at birth (years). July 31, 2014.
    http://data.un.org/Data.aspx?q=life+expectancy&d=WHO&f=MEASURE_
    CODE%3aWHOSIS_000002 (accessed July 11, 2018).

    Die starre natriumarme Diät ist fade, eintönig, geschmacklos und unerträglich. Um daran festzuhalten, bedarf es der Askese eines Eremiten.

    Pickering G. The nature of essential hypertension. London: Churchill, 1961.

    2016 

    130.000 Personen, 49 Länder : 

    Salzrestriktion nur in Patienten mit erhöhtem Blutdruck Reduktion von Herzerkrankungen, Schlaganfall und Tod; 

    bei alle anderen schädlich.

    Mente A, O’Donnell M, Rangarajan S, et al. Associations of urinary sodium
    excretion with cardiovascular events in individuals with and without
    hypertension: a pooled analysis of data from four studies. Lancet 2016;
    388: 465–75.

    Lancet wurde attackiert so schlechte Wissenschaft zu publizieren.

    Johnston I. Lancet attacked for publishing study claiming low-salt diet could
    kill you. Independent May 21, 2016: 12.

    Action on Salt
    Graham MacGregor 

    http://www.actiononsalt.org.uk

    AHA diffamiert die Studie als schlicht falsch; 
    Produkte mit mehr Salz empfohlen als sie selbst raten.

    American Heart Association. American Heart Association comment strongly
    refutes study findings on sodium consumption. May 21, 2016. http://
    newsroom.heart.org/news/american-heart-assocation-strongly-refutesstudy-
    findings-on-sodium-consumption (accessed July 22, 2018).

    Messerli FH, Rimoldi SF, Bangalore S. Salt, tomato soup, and the hypocrisy of
    the American Heart Association. Am J Med 2017; 130: 392–93.

    2018

    Epidemiologische Kohortenstudie, 94.378 Erwachsene, 35-70 (mittleres Alter 50), 18 Länder
    für Median 8,1 Jahren. 58% Frauen, 
    keine Herz-Kreislauf-Erkrankungen zum Zeitpunkt der Rekrutierung.

    Bestätigen, dass niedrige Natrium aufnahme MI und Schlaganfall leicht erhöhen.

    Eine höhere Natriumaufnahme assoziiert mit mehr Schlaganfällen (0,42 Ereignisse pro 1000 Jahre), weitgehend auf China beschränkt, 6 g / Tag. 

    Provokant: Inverse Korrelation zwischen Natriumaufnahme und Herzinfarkt und Sterblichkeit,
    trotz der starken und direkter Assoziation mit Blutdruck (2,8 mm Hg / g).

    Mente A, O’Donnell M, Rangarajan S, et al. Urinary sodium excretion, blood
    pressure, cardiovascular disease, and mortality: a community-level
    prospective epidemiological cohort study. Lancet 2018; 392: 496–506.

    Es war bekannt dass erhöhter BD eher mit Schlaganfall 
    als MI korreliert, 
    aber das umgekehrte, weniger MI mit höherem BD, wäre radikal neu.

    Selbst bei Herzinsuffizienz / schwäche (kann Folge von Bluthochdruck sein) 
    sehr schlechte Evidenz für Salzrestriktion

    https://doi.org/10.1016/j.pcad.2015.12.002 

    Zwar stellt Herzinsuffizienz eine „Volumen-Überlastung“ dar, 
    jedoch Patienten, die mit 
    entwässerneden Arzneimittel (Diuretika) und 
    einer begrenzten Flüssigkeitsaufnahme behandelt, 
    leiden an Volumenmangel, Austrocknung.

    Klinische Studien mit einer natriumarmen Diät
    etwa doppelt so hohe Sterblichkeit und Krankenhausaufenthalte 
    wie bei normalem Natrium.

    Licata G, Di Pasquale P, Parrinello G, et al. Effects of high-dose furosemide and smallvolume
    hypertonic saline solution infusion in comparison with a high dose of furosemide
    as bolus in refractory congestive heart failure: long-term effects. Am Heart J
    2003;145:459e66.

    Paterna S, Di Pasquale P, Parrinello G, et al. Changes in brain natriuretic peptide levels
    and bioelectrical impedance measurements after treatment with high-dose furosemide and
    hypertonic saline solution versus high-dose furosemide Alone in refractory congestive
    heart failure. J Am Coll Cardiol 2005;45:1997e2003.

    Paterna S, Parrinello G, Cannizzaro S, et al. Medium term effects of different dosage of
    diuretic, sodium, and fluid administration on neurohormonal and clinical outcome in
    patients with recently compensated heart failure Am J Cardiol 2009;103:93e102Paterna
    S, Fasullo S,

    Parrinello G, et al. Short-term effects of hypertonic saline solution in acute heart failure
    and long-term effects of a moderate sodium restrictionin patients with compensated heart
    failure with new York heart Association Class III (Class C) (SMAC-HF study). Am J
    Med Sci 2011;342:27e37.

    Paterna S, Gaspare P, Fasullo S, et al. Normal-sodium diet compared with low sodium
    diet in compensated congestive heart failure: is sodium an old enemy or a new friend?
    Clin Sci (London) 2008;114:221e30

    Alle extrem niedrigen Salz-Empfehlungen (AHA, ESC, WHO) würden zu einer verringerten Lebenserwartung führen.

    https://doi.org/10.1016/S0140-6736(19)30232-6 

    Empfehlungen ändern für Patienten?

    Einschränkungen:

    Beobachtungsdaten 
    Daraus folgt nicht unbedingt, dass 
    bei Schlaganfallrisiko Verringerung der Salzaufnahme 
    Bei Herzinfarktrisiko Erhöhung der Salzaufnahme 
    überwiegend asiatischen Bevölkerung
    keine 24-Stunden-Natriumausscheidung. 

    Kalium

    mit zunehmender Kaliumaufnahme, höherem Kalium/Natrium Verhältnis
    weniger schwerer Herz-Kreislauf Erkrankungen (Schlaganfall, Herzinfarkt)
    Niederger Gesamtsterbluchkeit 

    keine J-Kurve

    K keinen Einfluss auf BD (Menche)

    K-reiche Nahrungsmittel: Früchte und Gemüse
    Oder durch Gemüse und Kalium nur Indikator?
    Kein “Blutdrucksalz”: Natrium-arm, Kalium-reich

    Obst: Trockenobst, Aprikosen, Bananen, Himbeeren, Honigmelone, Johannisbeeren, Kiwi
    Gemüse: alle Kohlsorten, Hülsenfrüchte, Karotten, Kohlrabi, Kohlrüben, Kürbis, Mais, Rettich, Schwarzwurzeln, Sellerie, rote Paprika, Tomaten, Fenchel
    Nüsse: Haselnüsse, Cashewkerne, Erdnüsse, Mandeln
    Getreide: Dinkel, Roggen, Buchweizen
    Kakao

    https://utopia.de/ratgeber/kaliumreiche-lebensmittel-hier-steckt-besonders-viel-davon/ 

    Nur Korrelationen

    Ideal interventionsstudie kontrolliert. Wo? Gefängnis.

    Jones DW, Luft FC, Whelton PK, et al. Can we end the salt wars with a
    randomized clinical trial in a controlled environment? Hypertension 2018;
    72: 10–11.

    Zusammenfassung: //  
    Nur Korrelationen
    3–4,5 g Natrium / Tag sagen eine gesündere, längere Lebensdauer voraus als Aufnahmen außerhalb dieses Bereichs, d.h. weniger oder mehr 
    Kalium-Aufnahme korreliert mit höherer Lebenserwartung, könnte allein Marker sein für Ernährung reich an Gemüse und Früchten, die ja gesünder ist 
    Zur Zeit kein Grund gezielt vermehrt K, z.B. Blutdruck-Salz zu sich zu nehmen
    Keine gesundheitliche Vorteile durch aggressive Natriumreduktion
    Wie monitoren: Apps oder Freiburger Ernährungsbogen mit Ernährungsberater  // 

    Pharma-Song: //  
    Der heutige Song ist von
    Ava Max aus den USA
    Mit der 2018 SoundCloud-Veröffentlichung bzw. Album “AM1”
    trägt den Titel “Salt”
    Zitat: “I’m all out of salt. I'm not gonna cry.”
    Link:  https://soundcloud.com/avamax/salt //  

    ________________________________________________________

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  • 05.05.2019
    37 MB
    00:00
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    Cholesterin und Fett: Was wir wirklich wissen

    Heute geht es innerhalb einer kleinen Serie zu Ernährung um das Thema Cholesterin. //  


    Cholesterin? //  

    Lipoproteine

    Low densitiy, niedrige Dichte


    Gut / schlecht

    Hohe dichte, korreliert nur


    Nüchtern

    Die neue Leitlinie fordert nicht nüchtern zu sein für Lipidprofil

    LDL-C ist ausreichend, sofern die Triglyceride nicht über 400 mg / dl liegen. //  



    Cholesterin-reduzierte Diät //  


    Ca. 30.000 Erwachsenen USA mittlere Nachbeobachtungszeit von 17,5 Jahren //   


    Höherer Konsum von Eiern und anderem Cholesterin (Fleisch) korreliert mit HKL-Erkrankung und Sterblichkeit, Dosis-Wirkungs-Beziehung.  //  


    Einschränkungen: //  

    • Zusammenhang zwischen Eierkonsum/Cholesterin mit Plasmalipiden und Lipoproteinen nicht untersucht, nur vermutet LDL
      Es existieren aber Studien bei denen alle Bestandteile der Diät außer Cholesterin kontrolliert wurden, dort steigende LDL-C:
      Ginsberg et al. Arterioscler Thromb. 1994;14(4):576-586;
      Ginsberg et al. Arterioscler Thromb Vasc Biol. 1995;15(2):169-178.
      Aber nicht immer: Nicht immer: Blesso & Fernandez Nutrients. 2018; 10(4):E426.

    • Beobachtungstudie, keine gezielte Intervention mit Kontrolle,
      nur Korrelation,
      keine Ursachen-Wirkungsbeziehung,

    • Nur für sehr hoher Ei-Verzehr 2-4 Eier pro Tag deutlich (ähnlich Salz-Studien…) //  


    Demgegenüber //  


    Gewichtsverlust / Diät //  

    Ob Fett- oder Kohlehydrat-reduzierte Diät, egal, innerhalb 12 Monaten

    -> Nochmal separat Diäten... //  


    doi:10.1001/jama.2018.0245 //  


    Fett-Ersatz/Austauschstoffe //  


    Ersatz

    • Physikalischen Eigenschaften von Fett, chemisch keine Ähnlichkeit mit natürlichen Fetten.
      Zucker mit anderen Kohlenhydraten und Fettsäuren und Paraffinen (Erdöl / Braunkohle)

    • Olestra seit den 1990er-Jahren zugelassen, nicht EU.

    • kein Brennwert, unverdaulich, unverwertet wieder ausgeschieden:
      Kartoffelchips und andere Snacks. //  


    Austausch

    In der EU zugelassen.

    Natürliche Ausgangsprodukte, Kohlenhydraten oder Eiweiß.

    Vor allem in Light-Produkten, um den Fettgehalt und Brennwert zu reduzieren.

    Nur begrenzt erhitzen, da Eiweiß nur bis etwa 65°C hitzestabil.

    In Süßspeisen, Eiscreme oder Mayonnaise.

    • Carrageen, Inulin, Maltrin: Kohlenhydrat bzw. Stärke

    • Simplesse: Eiweiß //  


    Beides pervers: Ungesunde Fehlernährung wird zum Schein korrigiert

    Hände weg / Löffel weg von solchen prozessierten Kunstprodukten //  


    Cholesterin-Senker


    • Statin

    • Ezetimib -

    • HDL -

    • Ionenaustauschharze -

    Antientzündlich

    Cantos HKL gesenkt

    DOI: 10.1056/NEJMoa1707914

    => Statin-Therapie //  


    Durch die pharmakologische Senkung des LDL-C werden die ASCVD-Ereignisse (Myokardinfarkt, Schlaganfall und kardiovaskulärer Tod) reduziert. //  


    Das Prinzip, dass eine niedrigere LDL-C-Dosis besser ist, wurde durch neue Studien bestätigt

    • Ezetimib oder Proprotein-Convertase-Subtilisin / Kexin Typ 9 (PCSK9)-Hemmer

    • zu einer Statin-Therapie addiert wurden. //  


    Sekundärprävention

    = Wenn klinische Symptome,  //  


    LDL-C um mehr als 50% reduzieren,

    Statine hoher Intensität

    • Atorvastatin ≥ 40 mg / d oder

    • Rosuvastatin ≥ 20 mg / dl


    Bei sehr hohem Risiko (Abbildung)

    LDL-C auf weniger als 70 mg / dl

    • Ezetimib und

    • gegebenenfalls einen PCSK9-Inhibitor, Alirocumab und Evolocumab. //   


    Primärprävention

    = Noch keine Symptome, aber


    1. LDL-C ≥ 190 mg/dL
      geringere vaskuläre Ereignisse mit Statinen,
      nicht jedoch Ezetimib.

    2. 40-75 J

      1. Diabetes + LDL-C von 70 mg / dl
        Statin-Therapie mit mittlerer Intensität.

      2. HKL-Risiko berechnet
        niedriges Risiko über einen Zeitraum von 10 Jahren weniger als 5% bezeichnet
        mittel 7,5% bis 19,9% Reduktion um mehr als 30%
        hoch 20% oder höher ie bei Patienten mit Symptomen: LDL-C-Reduktion von mehr als 50% einleiten;  //  

    doi:10.1001/jama.2019.0015 //  


    Wissenslücken

    1. Personen im Alter von 20 bis 40 Jahren ≥ 160 mg / dL + Familienanamnese + hohen HKL-Risiko; aber epidemiologische Studien Anzahl der Jahre mit hohem LDL-C, daher auch 140-160 mg / dl Statin?

    2. > 75 Jahre, nicht ausreichend untersucht.

    3. Triglyceride - Link zu Kohlenhydraten/Zucker
      Icosapent ethyl / Eicosapentaensäure-Ethyl-Ester
      REDUCE-IT Studie doi:10.1056/NEJMoa1812792  //


    Zusammenfassung: //  

    • Fettersatz - nein

    • Cholesterin-Senker: wohl ja, aber nicht alle gleich, primäre, sekundär

    • Immunerkrankung?

    • Ernährung vielleicht, dann aber auch vor Cholesterin-Senkern

    • Gutes und schlechtes Cholesterin - nein

    • Viele Offene Fragen //


    Pharma-Song: //  

    Der heutige Song ist von

    • Der Punk-Band und TV-Show “These New South Whales” aus Sydney

    • vom 2017er Album “You Work For US” und

    • trägt den Titel “Cholesterol Heart (God Bless Ya)”

    • Zitat: “Eat through my cholesterol heart … and I've got something to tell ya: heart disease is likely to kill ya (God bless ya)”

    https://itunes.apple.com/de/album/cholesterol-heart-god-bless-ya/1272775551?i=1272775875&amp;l=en

    https://soundcloud.com/thesenewsouthwhales/cholesterol-heart-god-bless-ya   //  


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  • 28.04.2019
    73 MB
    51:01
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    Zucker und Diabetes

    Heute geht es innerhalb einer kleinen Serie zum Bereich Ernährung um das Thema Zucker und Kohlehydrate. //  


    Diabetes

    Typ 2  / 9-10% der Bevölkerung, ca. 8 Mio. Diabetiker

    In den 50er Jahren 1%

    Lifestyle

    Typ 1 nimmt auch zu / andere Ursachen


    Zusammenhang Zucker → Diabetes/HKL?

    → WHO max. 10% der täglichen Kalorien durch zugefügte Zucker

    https://doi.org/10.1111/ijpo.12235


    Zuckerlobby

    Sugar Research Foundation (SRF) und der Der Harvard Skandal

    https://www.srf.ch/play/tv/redirect/detail/116b34f9-c87a-4819-8058-75b08fd33232
    https://www.nytimes.com/2016/09/13/well/eat/how-the-sugar-industry-shifted-blame-to-fat.html?action=click&amp;contentCollection=Opinion&amp;module=Trending&amp;version=Full&amp;region=Marginalia&amp;pgtype=article

    • In den fünfziger Jahren unverhältnismäßig hohe Raten der koronaren Herzkrankheit (KHK) bei amerikanischen Männern zu Studien über die Rolle von Ernährungsfaktoren, darunter Cholesterin, übermäßige Kalorien, Aminosäuren, Fette, Kohlenhydrate, Vitamine und Mineralstoffe.

    • In den 1960er Jahren traten zwei prominente Physiologen divergente Kausalhypothesen:

      • Yudkin identifizierte zugesetzte Zucker

      • Keys Gesamtfett, gesättigtes Fett und Cholesterin.

    • Im Jahr 1962 machte sich der Sugar Research Foundation (SRF) Sorgen, dass fettarme, zuckerreiche Diät den Cholesterinspiegel und Fettsäuren im Serum erhöht, Fructose verantwortlich (Yudkin).
      https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/13450357, 14149218, 14295501, 14295500, 14295502

    • SRF Projekt 226 Yudkin zu widerlegen. Führte zu einer Literaturübersicht, die die Finanzierung und Beteiligung des SRF nicht erwähnte, und kam zu dem Schluss, dass kein Zweifel bestand, dass die einzige diätetische Intervention zur Verhinderung von KHK darin bestand, das Cholesterin in der Nahrung zu senken und gesättigtes Fett in der amerikanischen Diät durch mehrfach ungesättigtes Fett zu ersetzen. Ignoriert wurden:

      • Epidemiologische Nachweise wurden ignoriert, da viele Faktoren ein Rolle spielen können

      • Klinische Kurz-Zeit-Studien mit hohen Saccharose-Dosen da nicht mit normaler Diät vergleichbar.

      • Mechanistische Tierversuchs-Studien wegen mangelnder Übertragbarkeit Tier-Mensch.

    Daraufhin Cholesterol-arm, ungesättigte statt gesättigte Fette, Margarine statt Butter.
    https://www-ncbi-nlm-nih-gov.ezproxy.ub.unimaas.nl/pubmed/5339697
    https://www-ncbi-nlm-nih-gov.ezproxy.ub.unimaas.nl/pubmed/5339699

    Deutschland: Wirtschaftliche Vereinigung Zucker e.V. (WVZ)

    die zentrale Lobbyorganisation der deutschen Zuckerindustrie

    http://www.zuckerverbaende.de

    Kein Einzelfall

    • Vitaminkonzerne

    • Salzhersteller


    Wie funktionieren Kohlehydrate/Zucker und Insulin?

    KH, Fett, Eiweiß

    KH: einzelne Zucker, zwei Zucker, lange Ketten (Stärke)


    Was ist Zucker?

    Sucrose/Speisezucker (Rohrzucker aus Zuckerrohr/Rübenzucker aus Zuckerrüben) =
    Glucose (Traubenzucker, älter Dextrose) + Fructose (Fruchtzucker)

    Milchzucker/Laktose (Glucose-Galaktose)

    “Brauner Zucker”

    1. Rohzucker: nicht so stark gereinigter aus Zuckerrohr oder Rübenzucker, bräunliche Farbe, Melasse, einen dunkelbraunen Zuckersirup, und geringe Mengen an Mineralstoffen und Vitaminen, die gesundheitlich jedoch nicht von Bedeutung; Eigengeschmack – meist nach Karamell und Melasse – und ist daher aromatischer als normaler Haushaltszucker

    2. Brauner Zucker: gefärbter weißer Zucker durch Zusatz von dunkelbraunen Zuckersirup (zum Teil aus Rohrzucker)

    Viele andere Süßstoffe, die als "natürlich" vermarktet werden, ebenfalls Zusatzzucker:

    • Agavensirup,

    • Kokoszucker und

    • Rohrzucker.


    Stoffwechsel


    Wie werden KH verwertet

    • Lange Ketten, im Mund schon und Darm abgebaut (Amylasen)

    • Malzzucker (Glucose-Glucose) schnell aus Weißmehl, schon im Mund abgebaut: süß

    • Sucrose durch Sucrase nochmal gespalten in Mono

    • Laktase spaltet Laktose (im Alter weniger, individuell schwankend, dann Laktose nicht gespalten, nicht aufgenommen, landet im Dickdarm, Bakterien vergären, Blähung, Schmerzen; keine Allergie)

    • Dann Monos Glucose, Galaktose, Fruktose aufgenommen

    • Auch wieder eine Variante: Fruktose hat einen eigenen Transporter, der wieder etwas geringer vorhanden sein kann, wieder schlechter aufgenommen, Fructoseverwertungsstörung häufig und harmlos, Darm, Blähung, Schmerzen ≠ seltene Fructoseintoleranz Gendefekt in der Leber, Aldolase B, Fructose nicht in Glucose, häuft sich in der Leber an, Leverversagen, Unterzucklerung => keine fructose-, saccharose- und sorbithaltigen Lebensmittel, kein Inulin (Topinambur und Artischocken), kein Honig und Invertzucker. Genügend andere Lebensmittel
      https://www.netdoktor.at/therapie/xy-wie-wird-fructoseintoleranz-behandelt-6910983

    • Aufnahme in Gewebe

      • Insulin aus Bauchspeicheldrüse, ermöglicht Aufnahme von Glucose in Gewebe, z.B. Muskel

      • Fructose ohne Insulin: Früher Diabetiker-Schokolade: wird aber in der Leber verstoffwechselt, bleibt dort und zu Fett, Nicht-alkoholische Fettleber; heute nicht mehr, bleibt Risiko-Zucker für Diabetiker, z.B. 50% vom Speisezucker
        https://doi.org/10.1016/j.metabol.2011.01.008

    • Zu viel Glucose: dann als Stärke/Glykogen gespeichert

    • Wenn Speicher voll, als Fett unbegrenzt

    • Organschäden, u.a. Niere: Zucker im Urin = Diabetes mellitus


    Glykämischer Index

    Zucker schnell im Blut, langkettige KH langsam

    Lebensmittel mit einem hohen GI führen zu einem hohen oder lang andauernden Blutzuckerspiegel, was dann zu einer starken Ausschüttung von Insulin führt. Das wiederum führt zu einer Steigerung der Aufnahme von Glukose in Muskel- und Fettzellen und regt auch die Fettspeicherung und die Kohlenhydratspeicherung in Form von Glykogen an.

    starke Abfall des Blutzuckerspiegels bei Lebensmitteln mit hohem GI zu Veränderungen im Verdauungsprozess einschließlich eines Hungergefühls[6] und dadurch zur erneuten Nahrungsaufnahme führt.

    • C. K. Rayner, M. Samsom, K. L. Jones, M. Horowitz (2001) Relationships of Upper Gastrointestinal Motor and Sensory Function With Glycemic Control. Diabetes Care 24:371–381.

    • S. B. Roberts (2001) High-glycemic index foods, hunger, and obesity: is there a connection? Nutr Rev 58:163–169.

    Die Umstellung auf Nahrungsmittel mit geringerem GI und glykämischer Belastung (GL) scheint bei Übergewichtigen eine wirkungsvolle therapeutische Maßnahme darzustellen.

    • Ludwig DS, Majzoub JA, Al-Zahrani A, Dallal G, Blanco I, Roberts SB. (1999) High glycemic index foods, overeating, and obesity. Pediatrics 103: e26.

    • Spieth LE, Harnish JD, Lenders CM, Raezer LB, Pereira MA, Hangen SJ, Ludwig DS. (2000) A low glycemic index diet in the treatment of pediatric obesity. Arch Pediatr Adolesc Med 154:947-951.

    • Ebbeling CB, Leidig MM, Sinclair KB, Hangen JP, Ludwig DS. (2003) A reduced glycemic load diet in the treatment of adolescent obesity. Arch Pediatr Adolesc Med 157:773-779.

    • Ludwig DS (2002) The glycemic index: physiological mechanisms relating to obesity, diabetes and cardiovascular disease. JAMA 287:2414-2423.


    Versteckter Zucker

    • Salatdressings (French, Vinaigrette) bis zu 7g pro Portion

    • Suppen und Saucen bis zu 12 g pro Portion

    • Frühstücks-Smoothies, hier Fructose der Früchte, plus und Säure zusätzlich zahnschädigend, dagegen hilft Milch alkalisch, aber es bleibt die Fructose

    • Frühstücks-Riegel und -Joghurts, fettarm, Inhaltsangabe, weiter oben, mehr %

    • Brot, Sandwiches 1 Teelöffel pro 2 Scheiben

    • Alkoholika: 1 Glas Cider oder 1 doppelter Sherry 20g. Neben Alkohol selbst


    Zucker macht süchtig - Das Belohnungssystem

    Elementare Lebensbedürfnisse (Überleben der Art)

    • Trinken

    • Essen

    • Sex

    • Schutz und Versorgung der Nachkommen

    • Anblick geliebter Menschen / Gruppenzugehörigkeit

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  • 21.04.2019
    63 MB
    44:23
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    Ernährung: Vorsicht vor Gurus und Pseudowissenschaft

    Heute geht es um das Thema Ernährung als Teil einer ganzen Serie. //  


    • Fehlernährung, Mangelernährung, Unterernährung,

    • Vitamine, Mikronährstoffe, Nahrungsergänzungsmittel

    • Zucker, Kohlenhydrate

    • Fett, Cholesterin

    • Salz

    • Probiotika (hatten wir schon, überraschende Neuigkeiten)

    • Vegetarisch, Vegan, Paläo, Fettarm, Low-Carb

    • Fasten, Intervallfasten, Diäten

    • Gesunde Ernährung = Mediterran  //


    Hinzu kommen dann noch die extrem wichtigen Zusammenhänge von Ernährung mit Bewegung, Psyche und Schlaf.   //


    Es ist unbestritten, dass Bildung und gesunde Lebensführung die Lebenserwartung um ca. 8 Jahre verlängern. Welche Komponenten dazu im Einzelnen beitragen und ob einzelne überhaupt ausreichend ist völlig unklar.  //


    Glauben Sie erstmal nichts, von dem was Sie über Ernährung lesen, sehen oder hören. Schon gar nicht irgendwelchen Gurus, die Bücher oder Kurse verkaufen wollen.  //


    Immer an Neujahr schwören Millionen Menschen, ihre Essgewohnheiten zu verbessern. Norm