Podcast Cover Harald Schmidt 1400x1400

Gesünder mit praktischer Medizin

Von Krankheitsmedizin zu Gesundheitsmedizin. Der Medizin-Professor und Apotheker Harald Schmidt gibt Ihnen kritisch und Evidenz-basiert praktische Impulse aus der Welt der Medizin. Ob Prävention, Medikamente, Schlaf und allgemeine Gesundheit, er thematisiert die wichtigsten Bereiche und stets mit aktuellen relevanten Studien hinterlegt. Prof. Dr. Dr. Harald Schmidt ist Apotheker & Arzt, Professor für Pharmakologie & Personalisierte Medizin, Ernährungsmediziner, sowie Arzt für Gesundheitsförderung & Prävention.

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  • 14.07.2019
    18 MB
    12:48
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    Best of und Sommerpause

    Heute verabschiede ich mich bis zum 8. September 15:00 Uhr für ein paar Wochen in den Sommerurlaub  //  


    Ganz Urlaub wird es nicht. Ich werde einen großen Forschungsantrag über 2,5 Mio. EURO und ein populärwissenschaftliches Buch schreiben, das in 2020 erscheinen wird. 


    Drücken Sie mir die Daumen. 


    Thematisch geht es bei beidem darum, was ich in den Folgen 17 & 18 schon mal beschrieben hatte, Systemmedizin. Weg von den gegenwärtigen Prinzip in der Medizin den Menschen Organ für Organ aufzuteilen und von der Behandlung von Symptomen zur Behandlung von molekularen Ursachen. Und das, wir ich auch in meinem Podcast sage, zuerst die 8 Faktoren, die Sie selbst beeinflussen können; erst dann an Arzneimittel, den Arzt etc. denken.


    Und damit das nicht alles für heute war, dachte ich mir ich fasse einige, aus meiner Sicht, gaaanz wichtige Dinge zusammen.


    Was war (besonders) wichtig?


    Vorsorge/Prävention

    80% der Gesamtkosten für alle chronischen Erkrankungen sind durch

    15 Chronische Zustände verursacht, z.B.

    1. Diabetes (Folge 23)

    2. Erkrankung der Herz-Kranzgefäße

    3. Bluthochdruck (Folge 5)

    4. Rückenschmerzen (Folge 15)

    5. Übergewicht (Folge 26)

    6. Krebs 

    7. Asthma

    8. etc.

    Und diese wiederum durch 8 Risiken und Verhaltensweisen, von denen 7 auf uns hier in Westeuropa zutreffen:

    1. Körperliche Inaktivität (mind. 15 Laufen/Gehen pro Tag), lange Sitzen

    2. Ungenügende Nutzung von Vorsorge-Untersuchungen

    3. Schlechtes Stress-Management (Folge 12)

    4. Unzureichender bzw. schlechter Schlaf (Folgen 8 & 9, auch 10 & 11)

    5. Übermäßiger Alkoholkonsum

    6. Ungesunde Ernährung (Zucker, rotes Fleisch, zu wenig Ballaststoffe)

    7. Rauchen


    Apotheke

    Nutzen Sie diese zusätzliche Beratungsmöglichkeit (Folge 4, 14 & 31)


    Mikrobiom und das neue Zeitalter von Big Data

    Folgen 3 & 6


    Homöopathie / Placebo

    Folge 2


    Sonnenschutz

    Folge 33

    Mückenschutz, dieselben Mittel wie unter Zecke beschrieben, Folge 29


    Und was kommt nach der Sommerpause

    Interviews

    • Gesundheits-Apps

    • Depression

    • ADHS

    • Impfen

    • Psoriasis

    • Warum immer wieder Lieferengpässe

    Themen

    • Rauchen und E-Zigaretten

    • Schulterschmerzen

    • Erkältung

    • Glyphosat

    • Schilddrüse

    • Alkohol


    Zusammenfassung: //  

    • Hören Sie gern in ein paar zurückliegende Themen rein, alle Podcasts sind aktuell; wenn mal nicht, dann wird er geupdated.

    • Bleiben Sie mir bitte auch nach dem 8. September treu und empfehlen Sie den Podcast weiter

    • Es wird wichtige neue Themen geben, praktische Tipps und wahrscheinlich im Herbst eine Überraschung, von der ich jetzt noch nichts verraten möchte  // 


    Pharma-Song: //  

    Der heutige Song ist von

    • Clueso 

    • mit dem Titel “Pause”

    • und dessen 2008er Album “So sehr dabei” und 

    • Zitat: “...”

    Links https://www.youtube.com/watch?v=Zgt-XgIrwzk  //  


    Kontakt: //

    Wenn dieser Gratis-Podcast Ihnen gefallen bitte ich Sie als Gegenleistung um eine Bewertung, zum Beispiel 5 Sterne auf iTunes; gerne auch schriftliches ein Feedback mit konstruktiven Kommentaren und Anregungen und Themenwünschen.   //  


    Sie können mich auch gerne direkt auf einem der folgenden Wege kontaktieren:  //  


    Literatur / Belege

    -


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  • 07.07.2019
    64 MB
    44:57
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    Sommer, Sonne, Sonnenschutz

    Heute geht es passend zum schönen, sonnigen Wetter um das wichtige Thema Sonnenschutz und Hautkrebs //  


    Warum wichtig?

    Hautkrebs

    In Deutschland pro Jahr neu:

    • Größter Anteil etwa 120.000 Fälle nicht melanozytär / weißer Hautkrebs

      • Basalzellkarzinom=Basaliom, keine Metastasen

      • Plattenepithelkarzinom=Spinaliom, kann metastasieren / aus Vorstufe Licht-Keratose (10% Risiko)

    • 18.000 Fälle invasiv malignes Melanom, Inzidenz hatte bis 2009 zugenommen, jetzt abnehmend



    malignes Melanom

    nicht melanozytärer Hautkrebs

    umgangssprachlich

    schwarzer Hautkrebs

    heller Hautkrebs

    Inzidenz pro Jahr

    18.000

    120.000

    Todesfälle pro Jahr

    2700

    620

    Lokalisation

    keine vorwiegende Lokalisation

    vor allem auf den „Sonnen­terrassen“ (z. B. Kopfhaut, Nasenrücken, Dekolleté)


    3 Schichten

    1. Epidermis (Oberhaut/u.a. Hornhaut, 0,5 mm; plus generations-schicht, einschlich Melanozyten / Pigmentzellen der Hautfarbe, Augenfarbe, Haarfarbe)
      begrenzt und klar abgrenzbar zum umliegenden Gewebe = in situ. 

    2. Alterung / Invasiv = Ausläufer in die Dermis (Lederhaut = Bindegewebe und Blutgefäße)

    3. [Cutus = Unterhaut: größere Blutgefäße, Nerven, Fett; s.c.-Injektion]


    Behandlung

    i.d.R. Operation

    Eine mögliche Ausnahme die Licht-Keratose


    Ursachen/Risikofaktoren alle Hautkrebstypen

    Hauptrisikofaktor für alle Hautkrebstypen: 

    • Ultraviolette Strahlung (UV-Strahlung)

    • Genetische Veranlagung

    • Immunsuppression

    Gesundheitsleitlinie Prävention von Hautkrebs. Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e. V., der Deutschen Krebsgesellschaft 


    UV-Strahlung

    Sonne besteht

    • sichtbaren Licht

    • langwelliger: infraroten Wärmestrahlung

    • kurzwelliger: 9% UV-Strahlung: UV-A-, UV-B- und UV-C



    UV-A

    UV-B

    UV-C

    Wellenlängenbereich

    315 bis 400 nm

    280 bis 315 nm

    100 bis 280 nm

    UV-Strahlung auf der Erde

    95%

    5%

    gelangt nicht durch die Ozonschicht

    Eindringtiefe

    Dermis

    Epidermis

    Folgen

    Haut-Alterung, Sonnen-Allergie

    (Mallorca-Akne)

    Sonnen-Brand, Sonnen-Bräune


    25 Jahre nach FCKW-Verbot schließt sich Ozonloch

    https://www.tagesspiegel.de/wissen/25-jahre-nach-dem-fckw-verbot-das-ozonloch-am-suedpol-schliesst-sich-langsam/11957980.html 

    UV-A-Strahlung 

    langwelliger (315 bis 400 nm), tiefere Hautschichten, 

    • Frühzeitige Hautalterung, Bindegwebszellen der Dermis (Lederhaut: Bindegwebe, kleine Blutgefäße) schädigt, dort Kollagenbildung (BTW, kosmetisch wieder anregbar). 

    • Sonnenallergie. 

    UV-B-Strahlung 

    kurzwelliger (280 bis 315 nm) vorwiegend in die Epidermis

    aktiviert dort die Melanozyten (Pigmentzellen), Hauptpigment, Melanin, Sonnenschirm über die Zellkerne der Zellen, UV-Schutz. Vorübergehende Bräunung der Haut. 

    Zu lange und/oder intensiv UV:

    • Entzündungsreaktion

    • Erbgutgeschädigte Zellen, über Jahrzehnte zu Hautkrebs 

    UV-C-Strahlung 

    Mit UV-C wäre kein Leben auf der Erde möglich

    von der Erdatmosphäre komplett absorbiert, außer kleiner werdendes Ozonloch.


    Krebs-Risiko durch Sonnenbrand

    • Melanom-Risiko vor allem die Häufigkeit schwerer Sonnenbrände in der Kindheit

    • <span style="font-size: 11pt; font-family: Arial; color: rgb(0, 0, 0); background-color: transparent; font-weight: 400; font-style: normal; font-variant-ligatures: normal; font-variant-caps: normal; font-variant-east-asian: normal; font-variant-position: normal; text-decoration: none; vertica

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  • 30.06.2019
    44 MB
    30:47
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    Auf den Zahn gefühlt

    Heute geht es um das Thema Zahnpflege //  


    Leider basieren viele Behandlungen in der Grundversorgung Zahnheilkunde auf Behauptungen und schwachen bzw. Gar keinen Beweisen. Mit 3 Studien, IQuaD, Cochrane Reviews und INTERVAL zu Zahnsteinreinigung und Polieren, zahnärztlichen Vorsorge, welche Zahnbürste, Zahnseide oder nicht, vieles Überraschendes.


    Zähneputzen


    Elektrisch oder von Hand


    Wer putzt besser, Mensch oder Maschine? 


    Aktuelles Cochrane Review (Yaacob et al. 2014). 56 Studien zur Frage mechanische vs. elektrische Zahnbürste hat eine aktuelle systematische Übersichtsarbeit von Autoren der Cochrane Oral Health Group zusammengefasst. Alle diese Studien verglichen das Putzen mit der Handzahnbürste mit dem Putzen mit der elektrischen Bürste. Insgesamt 5.068 Probandinnen und Probanden, hauptsächlich aus den USA und Europa,


    Elektrisch ist nicht gleich elektrisch. 

    • Seitwärts, 

    • rotierend, 

    • ionisch und 

    • mit Ultraschall.


    Frage: Welche Zahnbürste entfernt Plaque* gründlicher und kann Zahnfleischentzündung verringern?


    Plaque auf dem Zahn haftende Bakterien, Biofilm. Plaque ist der häufigste Grund für Zahnfleischentzündung und Parodontitis (Entzündung des Zahnhalteapparates). Kann Knochen zerstören, Zähne lockern ausfallen.


    Bakterien am Übergang zwischen Zahn und Zahnfleisch und zwischen den Zähnen. 

    Dort, wo die Zahnbürste nicht hinkommt. Elektrische Zahnbürsten versprechen „dorthin zu kommen.

    Gradmesser des Putzerfolgs war, wie stark die Probandinnen und Probanden von Plaque und Zahnfleischentzündung betroffen waren.


    Ergebnis

    Elektrisches Putzen wirksamer: weniger Plaque und weniger Zahnfleischentzündung/bluten. 

    Spitzenreiter: oszillierend rotierendem Kopf, also einem Bürstenkopf der sich dreht und dabei ständig die Richtung wechselt.


    Schutz vor Parodontitis und Zahnverlust scheint wahrscheinlich. Das könnten nur sehr lang laufende Untersuchungen, die es derzeit noch nicht gibt.


    Zahnpasta ± Fluorid


    Ökotest untersuchte 400 Eigenmarken und Markenprodukte aus Discount- und Supermärkten, Drogerien, Apotheken und Online-Shops nach Inhaltsstoffen

    https://www.oekotest.de/kosmetik-wellness/Zahnpasta-Test-Die-besten-Zahncremes-mit-und-ohne-Fluorid_111632_1.html 


    204 Universal-Zahnpasten, 

    36 Sensitiv-Zahnpasten, 

    94 Zahnpasten für weißere Zähne und 

    66 Kinderzahnpasten für Milchzähne und Junioren. 


    Fragen: 

    • Umstrittene Inhaltsstoffe? 

    • Hilft Sensitiv-Zahnpasta wirklich bei schmerzempfindlichen Zähnen? 

    • Aufhell-Effekte wissenschaftlich bewiesen?

    • Informieren die Anbieter von Kinderzahnpasten ausreichend über Kariesschutz mit Fluorid?


    Ergebnis: 

    Fast jede zweite Zahnpasta im Test fällt durch: 

    • 199 Produkte „mangelhaft“ oder „ungenügend“. 

    • 58 „Befriedigend“ oder „ausreichend“. 

    • Gut ein Drittel, 119, empfehlen: 116 „sehr gut“, 27 „gut“: Fluorid, keine umstrittenen Inhaltsstoffe = Triclosan, Natriumlaurylsulfat


    Hauptprobleme

    Fluorid: 

    fluoridhaltiger Zahnpasta beugt Kariesbefall vor ≥ 1.000 ppm (ein Gramm pro Kilogramm).

    In 85 kein oder zu wenig Fluorid → nicht besser als „mangelhaft“.


    51 Naturkosmetik-Produkte ohne Kariesschutz

    keine Gesundheitsgefahr, anders als oft behauptet.


    Für Milchzähne empfehlen Experten fluoridhaltige Zahnpasta bisher nicht klar und eindeutig. 

    Umstrittene Inhaltsstoffe:

    Schäumungsmittel wie Natriumlaurylsulfat

    in jeder vierten getesteten Zahncreme

    Schaum soll helfen, Essensreste und Zahnbelag wegzuspülen. 

    aggressiv, kann die empfindlichen Schleimhäute reizen. 

    Polyethylenglykole

    Schleimhäute durchlässiger für Fremdstoffe

    In knapp jeder sechsten Zahnpasta sogar beides: ein PEG und Natriumlaurylsulfat „mangelhaft“. 

    Triclosan

    Nur 4, v.a. Colgate 

    “Bakterienkiller” macht Bakterien resistenter gegen Antibiotika → "ungenügend" 


    In den 1970er Jahren war Triclosan ein Spezialpräparat, das vor allem in chirurgischen Stationen von Krankenhäusern eingesetzt wurde. Ende der 90er Jahre gab es jedoch überall "antibakterielle" Seifen und Reinigungsmittel für den Haushalt mit Triclosan. Triclosan, ein antimikrobielles Mittel, wurde üblicherweise Handreinigern und anderen Verbraucherprodukten zugesetzt, die als antibakterielle Reinigungsmittel vermarktet wurden. Aber die Hersteller haben ihre Produkte nach und nach ohne Triclosan umformuliert. 

    Die FDA war sich nicht sicher und gab 2013 an, dass "ungelöste Sicherheitsüberlegungen für den langfristigen täglichen Gebrauch bestehen". Die FDA beschloss, diese Frage an die Unternehmen zu richten, die sich auf den Wirkstoff verlassen, und sie aufzufordern, Beweise für die Verwendung von Triclosan vorzulegen. Hersteller haben in den USA nicht in Forschung investiert, sondern stattdessen die Verwendung allmählich eingestellt. Bis 2015 hatte Johnson & Johnson Triclosan aus allen Produkten entfernt.  

    Colgate Total Zahnpasta wurde in den USA neu formuliert, um Triclosan zu eliminieren; nicht in Deutschland. Dort wird offensiv mit einer Wirksamkeitsstudie geworben: 

    https://www.colgate.de/oral-health/basics/selecting-dental-products/colgate-total-triclosan 

    Eine Cochrane Metaanalyse von 30 Einzel-Studien mit 14.835 Teilnehmern zur der Verwendung einer fluoridhaltigen Zahnpasta mit oder ohne Triclosan/Copolymer über mindestens sechs Monaten ergab nämlich, dass Mundgesundheit deutlich besser mit als ohne Triclosan/Copolymer:

    • 22% Reduktion von Plaque und Zahnfleischentzündungen

    • 41% Rückgang von starkem Plaque 

    • 48% Rückgang von Zahnfleischbluten

    Keine Sicherheitsbedenken (Riley and Lamont 2013). Auch in 2017 blieb ein Übersichtsartikel ohne echte Schlussfolgerung (Weatherly and Gosse 2017).

    Lösungsmittel

    Natuvell, gesetzlich nicht zulässig.

    Titandioxid als Weißmacher

    Auch in Sonnencrèmes, Lebensmitteln (Kaugummi 8% des Überzugs), Wandfarben. 

    Produkte hübsch und farbintensiv. 

    In Lebensmitteln als Farbstoff E171; in Kosmetika oder Zahnpasta, CI 77891. 


    Nanopartikeln die in Zellen eindringen kann. Nahrungsmittel auch in den Magen-Darm-Trakt. 

    In Tierversuchen entzündliche Reaktionen. Möglich krebserregend.


    Nach Europawahl Kampf der Interessenverbände, ob und wie gefährlich 

    300 Studien

    Frankreich ab 2020 für 1 Jahr verboten; 

    Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) besteht noch Forschungsbedarf."

    Europäische Lebensmittelbehörde. keine Gefahr ausgeht, kritisert Frankreichs Alleingang. 

    15 großen Süßwaren-Produzenten Rezepte geändert.

    Kinderzahnpasta: 

    Hinweise, dass Eltern ihre Kinder nicht mit Fluorid über- oder unterversorgen.

    Weißere Zähne: 

    unrealistisch. Aufhell-Ergebnis von der natürlichen Zahnfarbe abhängt. 

    wissenschaftliche nicht belegt.

    Sensitiv-Zahnpasta: 

    Gegen schmerzhaftes Ziehen beim Verzehr von kalten oder heißen Speisen/Getränken. 

    bei freiliegenden Zahnhälsen 

    Gegen den Schmerz Kaliumsalze, Zinnfluorid, Hydroxylapatit oder Arginin. 

    wissenschaftlich nicht garantiert, deshalb ziehen wir eine Note ab.

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  • 23.06.2019
    52 MB
    36:16
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    Die Pille danach

    Heute geht es um ein regelmäßiges Apotheken-Notdienst-Thema, die Pille danach (oder im Englischen die “Morning After Pill”)  //  


    Ein wichtiges Thema

    • Deutschlandweit ca. 2,4 Millionen Verhütungspannen im Jahr.

    • Weltweit werden jedes Jahr fast 100 Millionen Frauen ungewollt schwanger.

    • Anteil der ungewollten an allen Schwangerschaften 44 % (Bearak et al. 2018).

    • Mehr als die Hälfte der ungewollten Schwangerschaften werden vorzeitig beendet.

    • Bei rechtzeitiger und richtiger Einnahme können Notfallpillen den Eisprung verschieben und zu ca. 98% eine ungewollte Schwangerschaft verhindern.


    Was tun?


    Nur Pille vergessen?

    Bis zu 12 h, einfach verspätet nehmen

    Die nächste wieder im normalen Rhythmus

    Bsp.: Normal immer 22:00 Uhr, vergessen, bis 10:00 Uhr am nächsten Tag OK, dann wieder 22:00 Uhr

    Ausnahme alte Minipille, hier nur 3 h Verspätung möglich, d.h. spätestens 01:00 Uhr


    Wann gleich zum Arzt?

    ≤14 J

    Letzte Periode nicht planmäßig, nicht normal, länger als 28 Tage

    Oder schon vorher im selben Zyklus ungeschützten GV

    Oder schon vorher im selben Zyklus Pille danach genommen

    (--> Verdacht auf schon bestehende Schwangerschaft)


    In allen anderen Fällen zur Apotheke


    Für 100% die “Spirale danach”

    Kupfer, nicht Hormonspiralen

    Bis 5 Tage danach


    Vorteil

    Pillen verhindern Eisprung, Spirale Einnistung des befruchteten Ei


    Nachteile

    Wesentlich teurer

    Schmerzhaft wenn Muttermund nicht geöffnet wie während der Periode

    https://www.familienplanung.de/verhuetung/verhuetungspannen/spirale-danach/


    Pille(n) danach

    seit 2015 nicht mehr Rezept-pflichtig = selber zahlen

    Ausnahme: bis einschl. 22 J + ärztlich verordnet

    Ab 18 J auch bei Rezept noch Zuzahlung zahlen


    Zwei Wirkstoffe

    In der Apotheke + nach entsprechender diskreter Beratung (2017: 808.000 mal):

    1. Levo-Norgestrel (LNG), z.B. PiDaNa® und Generika wie Unofem® oder Levonoraristo®

    2. Ulipristal-Acetat (UPA), Progesteronrezeptormodulator, z. B. ellaOne®


    Wie wirkt die Pille danach?


    Der normale Eisprung

    Wenn Luteinisierende Hormon (LH) höchste Konzentration.

    LH-Anstieg ca. 2 Tage vor dem Eisprung fruchtbarste Zeit / höchstes Risiko

    Zyklus 14+14 Tage

    Diese Phase aber variabel.

    • Zeitpunkt des Eisprungs nicht vorhersag- oder berechenbar.

    • 14. Tag des Zyklus: <12%.


    LNG = Levonorgestrel

    Gelbkörperhormon ähnlich, Progesteron-Rezeptor Agonist

    Je nach Dosis

    • Empfängnisverhütung allein (Mini-Pille, 30 µg) oder mit Östrogen, oder

    • 50 mal höher dosiert (1,5 mg) als Pille danach


    Als Minipille

    • Nach dem Eisprung wandelt sich das leere Follikel im Eierstock in den Gelbkörper um und beginnt mit der Produktion des Gelbkörperhormons Progesteron

    • Progesteron

      • unterdrückt das Heranreifen weiterer Follikel in den Eierstöcken

      • Sekret des Gebärmutterhalses zäher, Spermien nicht so einfach in Gebärmutter


    Als Pille danach

    Genau Wirkweise nicht bekannt

    • Vor dem Anstieg des LH gegeben

      • Täuscht dem Körper Schwangerschaft vor

      • Kein weiterer Eisprung eingeleitet

      • Eisprung verhindert/verschoben um ca. 5 Tage

      • → dann auch Zyklus um ca. 5 Tage verschoben!

    • Spermien leben ca. 3-5 Tage

      • Zusammentreffen von Spermien und Eizelle verhindert

    • Wenn Eisprung bereits erfolgt wirkungslos


    Ulipristalacetat

    = Selektiver Progesteronrezeptor-Modulator (SPRM),

    • ebenfalls die Hemmung oder Verzögerung des Eisprungs durch Unterdrückung des Anstiegs des luteinisierenden Hormons (LH).

    • + Im LH-Anstieg (circa ab 2 Tagen vor dem Eisprung) zentral bremst LH-Anstieg

    • + möglicherweise blockiert direkt Aufreißen des Follikels


    Deutsche “Empfehlungen”

    Nur noch Ulipristal (ELLAONE), nicht mehr Levonorgestrel (UNOFEM u.a.).

    Begründungen:

    • Ulipristal den Eisprung auch nach dem LH-Anstieg verhindere

    • Schwangerschaftsrate nach Einnahme innerhalb von 24 h deutlich niedriger


    Evidenz?

    Keine aussagekräftige klinische Studie, sondern gepoolte Auswertung (Bearak et al. 2018; Vivian Brache et al. 2013) von Daten aus drei zwischen 2004 und 2010 veröffentlichten kleinen explorativen Untersuchungen, Kein direkter Vergleich, nur indirekt:


    Eisprung = Surrogat-Parameter

    Pro UPA: noch beeinflusst, wenn Levonorgestrel (LNG) dazu nicht mehr in der Lage.

    ABER: FDA, anders als die europäische EMA, überlegenen Wirksamkeit auf dieser Basis nicht akzeptabel → Keine Aufnahme in Fachinformation (http://www.a-turl.de/?k=lors).


    Schwangerschaftsrisiko

    “Ulipristal fast 3 x wirksamer als Levonorgestrel” (HRA Pharma: Beilage in Apotheke + Marketing 9/2015 und Das PTA Magazin 10/2015)

    Basis dafür ist eine Metaanalyse

    • Beteiligung der Firma HRA Pharma, Ulipristal signifikant überlegen (Schwangerschaftsrate 0,9% versus 2,3%) (Glasier et al. 2010)

    • Erneute Auswertung derselben Daten in Cochrane-Review: nicht signifikant (Shen et al. 2019)

    • Also nur möglicherweise ein Vorteil von 99% Schutz versus nur 98% bei LNG


    Nachteile

    • Levonorgestrel

      • Möglicherweise nur 98% Schutz

      • Nur bis 72 Stunden / 3 Tage zugelassen,

      • Danach schlechter wirksam

    • Ulipristal

      • Wirksamkeit durch Pille beeinträchtigt = Follikelruptur (Kaneshiro and Edelman 2011)

        • Allein 3%,

        • Wenn zusätzlich Pille 27%

        • In den USA Verhütungspille erst wieder frühestens 5 Tage nach Ulipristal (http://www.a-turl.de/?k=ofki)

        • In D fehlt dieser Hinweis (HRA Pharma: Fachinformation ELLAONE, Stand Aug. 2018)

      • Preis

        • 1 Tabl. ELLAONE 33,71 €,

        • Hochdosiertes Levonorgestrel STADA 13,99 €, weniger als die Hälfte


    Notfall-Beratungsgespräch

    BAK Leitfaden „Rezeptfreie Abgabe von oralen Notfallkontrazeptiva, Handlungsempfehlungen der Bundesapothekerkammer“ (Stand 28.02.2018).

    • Nur an die betroffene Frau persönlich

    • Wirksamkeit / Zeitfenster,

    • Wechselwirkungen

    • Gegenanzeigen

    • Neben­wirkungen

    • Notwendigen Verhütung im weiteren Verlauf des Zyklus

    • Nicht auf Vorrat.


    Unter 14 Jahren

    Keine Abgabe ohne Einverständnis eines Erziehungsberechtigten empfohlen

    Arzt konsultieren

    Entscheidung beim Apotheker.


    Wechselwirkungen mit andere Medikamente?

    • Pille

      • ovulationshemmende Wirkung von UPA gemindert

      • Dann LNG

    • Wirksamkeit von LNG + UPA vermindert wenn innerhalb der letzten 4 Wochen:

    • Cortison z.B. bei Asthma

    • Schin mal Pille danach genommen im selben Zyklus

    • AM die den Leberstoffwechsel beeinflussen

        • Epilepsie: Carbamazepin, Phenobarbital, Phenytoin und Primidon

        • Tuberkulose: Rifabutin und Rifampicin

        • HIV: Ritonavir

        • Johanniskraut

      • Dann

      <li dir="ltr" style="list-style-type: disc; font-size: 11pt; font-family: Arial; font-variant-ligatures: normal; font-variant-east-asian: normal; font-variant-positi

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  • 16.06.2019
    36 MB
    25:05
    Podcast Cover Harald Schmidt 1400x1400

    Ich krieg die Krätze!

    Heute geht es, passend zum vorherigen Podcast zu FSME und Zecken, wieder um einen Hautbefall, der recht aktuell ist, die Krätze  //  


    “Ich krieg die Krätze!” bedeutet soviel wie ich bin total genervt. Es wird mir zu viel.


    Krätze nimmt zu

    • Bis vor einigen Jahren hätten die wenigsten gewusst was genau die Krätze ist. Krätze galt als seltene Erkrankung.

    • Hat sich geändert; In Deutschland immer häufiger.

    • Ausbreitung unterschätzt; immer häufiger versagen gängige Therapien.


    Zunahme

    • Aufgrund der fehlenden generellen Meldepflicht keine genauen Fallzahlen.

    • Anhand der Diagnosedaten von Patienten, die vollstationär in ein Krankenhaus aufgenommen wurden, ein Anstieg der Erkrankungen.


    Skabiesfälle in deutschen Krankenhäusern (absolute Fallzahl)

    https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/_Resources/Persistent/f/7/2/7/f7276c6eab95a8888df8ce847ce94b64ead96669/23_ck_Scabies_17505221-700x277.png


    Was genau passiert bei Krätze?


    • Befall der Haut mit der Skabiesmilbe / Krätzemilbe, ein Spinnentier
      0,5 mm, mit bloßem Auge höchstens als Punkt
      auf Mensch spezialisiert
      Haustiere nicht befallen.
      Ebenso überleben Tiermilben auf dem Menschen nicht lange.

    • Keine Infektion, sondern “Besiedlung” der Hornschicht der Haut
      nicht in die tieferen Hautschichten

    • Bevorzugt Areale mit dünner Hornschicht und hoher Temperatur

    • Weibliche Milbe gräbt täglich 5 mm, Komma-artige, unregelmäßig gewundene Gänge
      Ende manchmal ein kleines Bläschen
      In diesen Gängen werden Eier abgelegt
      Krätzemilbe stirbt nach 30 bis 60 Tagen

    • Aus den Eiern entwickeln sich innerhalb von zwei bis drei Tagen Larven,
      die vor allem Hautfalten besiedeln
      nach zwei bis drei Wochen geschlechtsreif, nächste Milbengeneration, u.s.w.

    • Zusätzlich Ekzem möglich

    • Skabies vom lateinischen Wort für kratzen: scabere
      Juckreiz durch Immunantwort: Typisch am ganzen Körper und nachts


    Besiedlung

    • Übertragung von einem begatteten Milbenweibchen ausreichend, i.d.R. ca. 15
      Bei besonders ansteckender Krusten-Skabies Tausende bis Millionen Krätzemilben,
      Schon durch Hautschuppen übertragen

    • I.d.R. von Mensch zu Mensch; es muss also eine Person im Umfeld infiziert sein
      →  gründlich Nachforschen; Ping-Pong vermeiden

    • Textilien (z. B. Bettwäsche) theoretisch möglich
      überleben außerhalb des Menschen nur 48 h

    • Milben bewegen sich langsam und orientieren sich an Geruchs- und Temperaturunterschieden.

    • Großflächigen, längeren und kontinuierlichen Haut-zu-Haut-Kontakt 5-10 min,
      Durch Ausbreitung in Freundeskreisen angezweifelt

    • Nicht Händeschütteln oder Umarmen von Patienten mit gewöhnlicher Skabies

    • Vor allem Familienmitglieder, Partner, Pflege- und Betreuungskräfte


    Symptome

    • Erst nach langer Zeit 2-4 Wochen

    • Typisch Juckreiz in der Nacht

    • Am ganzen Körper, im Gegensatz zum Beispiel zum Handekzem, bei dem nur die sichtbar betroffene Haut juckt.

    • Praktisch immer: Hände und/oder Füße: Handkanten, Fingerseitenkanten/zwischenräume

    • Auch: Analfalte, Leiste, Knöchel, Brustwarzenhof, Penisschaft

    • Evtl. später Exanthem


    Ausnahme Krustenskabies

    • Krusten und Borken, die leicht an Psoriasis erinnern.

    • hoch ansteckendend

    • kann Juckreiz fehlen.

    • Oftmals Ältere mit vielen Erkrankungen, immunsupprimierte

    • Diagnose erst, wenn bei Kontaktperson gewöhnliche Krätze.


    Meldepflichtig?

    • Keine generelle Meldepflicht.

    • Wenn allerdings Menschen in Gemeinschaftseinrichtungen (z. B. Pflegeheime, Asylbewerberunterkünfte, Justizvollzugsanstalten) Gesundheitsamt melden.

    • Warnhinweise an Kindergärten und Schulen („in unserer Einrichtung ist Krätze aufgetreten“) inzwischen genauso häufig auf wie bisher für Läuse.


    Risikogruppen

    • Menschen auf engem Raum

      • Vorwiegend Kinder und Jugendliche, Kindergarten, oft unzureichend behandelt

      • Altersheim, v.a. immunsupprimierte Ältere (Krusten-Skabies!)

      • Gefängnis

      • Obdachlosenheim

    • Migranten aus Ländern mit höherer Prävalenz

    • Häufig wechselnden Sexualpartnern.

    • Verbesserte Diagnose, mehr Fälle erkannt.


    Behandlung

    • Krätzmilbe abtöten (ovozid)

      • beim Patienten selbst

      • sowie bei allen möglicherweise bereits infizierten Kontaktpersonen vorsorglich mit behandeln: selbe Wohnung, sowie Geschlechtspartner.

    • Rp. Äußerlich: Permethrin (Infectoscab®, Permethrin biomo®), einmal, tötet ab

      • Ab dem 3. Monat (auch unter 2 Monaten laut Leitlinie, nicht Zulassung)

      • früher extrem zuverlässige

      • erstmals aus Australien Berichte deutlich an Wirksamkeit verloren

    • Rp. Innerlich: Ivermectin (Scabioral®),

      • tötet nicht ab, daher Wiederholungsbehandlung nach 7–14 Tagen

      • Gewichtsadaptiert 0,2 mg/kg KG (ggf. aufrunden)

      • Juckreiz nimmt sogar zu

      • bessere Abheilungsraten, immer noch Therapieversager

      • Große Nachfrage, starke Lieferschwierigkeiten, mehrere Wochen nicht verfügbar

    • Rp.-frei, wichtige Alternative, äußerlich, mehrere Tage

      • Benzylbenzoat-Creme (Antiscabiosum®)

      • Crotamiton (Crotamitex®)

    Unabhängig welche Therapie,

    mehrere Wochen, gegebenenfalls Monate akribisch nachkontrollieren,

    persistierende Infektion / Reinfektion aus dem Umfeld sicher ausschließen.


    Äußerliche Behandlung richtig durchführen

    1. Fingernägel kürzen und reinigen: durch Kratzen Milben unter den Nägeln

    2. Gründlich duschen / Baden: Hautschuppen entfernen

    3. Abkühlen: 60 Minuten nach dem Baden warten

    4. Unterkiefer bis Zehen den ganzen Körper gründlich und lückenlos eincremen/Lotio

      1. Helfen lassen: Handschuhe!

      2. Bei Säuglingen, Kleinkindern und Krustenkrätze auch der Kopf

      3. Augen und den Mund aussparen

    5. Hände gewaschen? Sofort wieder eincremen.

    6. Erst nach der gesamten Einwirkzeit (8-12 h, über Nacht, bis zu 4 d) duschen/baden.


    Bett, Kleidung, Schuhe, Möbel...

    1. Bett frisch beziehen

    2. Textilien, 4 d vor der Therapie direkten Hautkontakt
      (z. B. Kleidung, Bettwäsche, Handtücher):
      mindestens 50°C für wenigstens zehn Minuten waschen

    3. Schuhe: Oft vergessen, täglich wechseln

    4. Alles, was nicht so heiß gewaschen (z. B. Stofftiere, Schuhe) in Plastiksack:

      1. 72 h, 21°C, z. B. vor Heizkörper

      2. Oder 7 d

    5. Polstermöbel, Autositze oder Teppiche wenn Hautkontakt bestand:
      absaugen, mind. 48 Stunden nicht benutzen,


    Wie lange infektiös

    Wann Kinder wieder in den Kindergarten bzw. Schule und Erwachsene zur Arbeit?

    • Nach Permethrin: 8-12 h

    • Nach Ivermectin: 24 h

    • Dennoch bis 36 h auf engen Körperkontakt verzichten, Milben noch beweglich

    • Bei der Krustenkrätze: Isolation, nach der Wiederholungsbehandlung, nach 7-15 d.


    Behandelt und nun?

    • Nach der Behandlung noch einige Wochen Juckreiz und Ekzem

    • Haut beobachten: Keine neuen Rötungen?

    • Juckreizlindernde Basispflege: Folge-Ekzem durch Kratzen zu vermeiden


    Zusammenfassung: //  

    • Krätze einst selten, wieder häufiger

    • Typisch Jucken am ganzen Körper und nachts

    • Übertragung und Besiedlung nur bei relativ langem Kontakt

    • Behandlung äußerlich oder innerlich, lange und diszipliniert, auch Kleidung, Bett und Möbel

    • Kontaktpersonen mit behandeln

    • Jucken kann noch anhalten, Haut pflegen //


    Pharma-Song: //  

    <span style="font-size: 11pt; font-family: Arial; font-weight: 400; font-variant-ligatures: normal; font-variant-east-asian: normal; font-variant-position:

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  • 09.06.2019
    27 MB
    19:15
    Podcast Cover Harald Schmidt 1400x1400

    Zecken-Alarm!

    Heute geht es um die durch Zecken übertragene Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und Borreliose  //  


    Übertragung

    • Gemeiner Holzbock (bis 4,5 mm):

      • FSME (Virus, 300 Fälle/Jahr in D, Risiko 1:10.000),

      • auch viel häufiger Lyme-Borreliose (Bakterium, 60-100.000/Jahr in D, Risiko 1:100)

      • Etwa in Höhe bis 25 cm, innerhalb weniger Sekunden Bein hoch, Kniekehle, Schritt, ritzt (beißt) dann sticht, saugt, dann fällt sie ab (50% wissen gar nichts vom Stich)

    • Auwald-Zecke (größer, vollgesogen 16 mm!): schwierig, Wer aus der Haustür tritt, steht im Lebensraum der Zecken; bei niedrigeren Temperature, häufiger aber Tiere

    • Rohmilch/käse, insb. Schafe und Ziege, pasteurisierter Milch keine Gefahr

    https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2017/04/06/neue-uebertragungswege-fuer-fsme


    FSME-Virus

    Nicht jede, nur 1-5% Zecke

    Nicht jeder Stich gefährlich, nicht jede infizierte Zecke infiziert


    FSME-Symptome

    1-2 Wochen nach dem Stich

    1. grippalen Krankheitsbild

    2. kurz beschwerdefreies Intervall

    3. Hirnhaut- oder Gehirn-Entzündung (Meningitis, Enzephalitis), starken Kopfschmerzen, Nackensteifigkeit, Verwirrtheit und möglicherweise Koma.

    https://www.crm.de/presse/pressemappe_fsme/5_Tab1_Zecken_uebertragene_Krankheiten.pdf


    Borreliose

    Hängt davon ab wie lange die Zecke im Körper verbleibt

    Symptomatik außerordentlich vielgestaltig, Inkubationszeit sehr variabel

    3 Stadien:

    1. grippale Symptome und eine sich zunächst flächenhaft, später ringförmig ausbreitende rötliche Hautveränderung um die Stichstelle herum ("Erythema migrans" = Wanderröte). Heilt oft folgenlos ab.

    2. Nervenentzündung mit Lähmungen und brennenden Schmerzen. Kinder Hirnhautentzündung. Herzentzündungen und rötlich-blauen Knötchen auf der Haut (Borrelien-Lymphozytom).

    3. Monate bis Jahre nach der Infektion schubweise oder chronisch verlaufende Gelenkentzündungen. Bläuliche Pergamenthaut, Lähmungen.

    https://www.crm.de/presse/pressemappe_fsme/5_Tab1_Zecken_uebertragene_Krankheiten.pdf


    Wie entfernen

    Zeckenbiss ist falsch, Zecken können nicht beißen, kratzen auf und stechen dann

    Nicht aus der Haut drehen, haben kein Gewinde

    Pinzette oder Zeckenzange nahe der Hautoberfläche gegriffen und

    langsam und gerade aus der Haut ziehen,

    ohne das Tier zu zerdrücken, Nicht Öl: erbricht Krankheitsrreger in Stich

    Wenn Teile verbleiben kein Problem

    Einstichstelle desinfizieren, noch eine Weile auf Rötungen beobachten.

    https://www.apotheken-umschau.de/Gehirn/FSME-stoppen-Zeckenforschung-554755.html


    Wie vorsorgen?

    • körperbedeckende Kleidung und feste Schuhe.

    • regelmäßigen Kontrolle des Körpers: Zeckenstich keiner Schmerzen, Jucken

    • Zeckenspray

      • Icaridin für nichttropische Gebiete empfohlen werden.
        gegenüber Kunstfasern und- stoffen (Sonnenbrillen) inert.
        Leicht Allergen, aber wirksam
        Auch gegen Mücken
        Oft 2 Sprays gleich zusammengesetzt, einmal Mücke, einmal Zecke (hält kürzer)

      • Diethyltoluamid (DEET) liegen die längsten praktischen Erfahrungswerte vor. Es ist seit fast 70 Jahren im Einsatz und gilt als Mittel der Wahl zur dermalen Insektenabwehr bei Reisen in die Tropen, mehr Allergien,
        gegenüber Kunstfasern und- stoffen (Sonnenbrillen) nicht inert

      • Para-Menthan-3,8-diol (PMD) wirk zu kurz und allergener

    https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2017/04/28/was-ist-der-beste-mueckenschutz/chapter:2


    Behandlung?

    • FSME: keine

    • Borreliose:
      bei Wanderröte (nicht geschwollen, tut nicht weh)
      Antibiotika: Tetracyclin-Tablette (Doxycyclin 200 mg/Tag, nicht in die Sonne)
      oder Infusionen (Cefotaxim, Ceftriaxon), 2-4 Wochen.


    Impfung


    Zusammenfassung: //  

    • FSME nicht so häufig wie Borreliose, jetzt aber auch Auwald und Rohmilch

    • Kann dauern bis Symptome auftauchen, Verdacht zum Arzt

    • Schutz: Kleidung, Sprays, hinterher gut inspizieren

    • Entfernen: Pinzette nah an der Haut, gerade zügig nach oben; kein Öl, kein Drehen, kein Quetschen

    • Impfen bei FSME, Behandlung bei Borreliose //


    Pharma-Song: //  

    Heutiger Song:

    • Titel “Tick Bite”

    • Tether Horse

    • 2010 Album “In The House That Took Me”

    • Zitat: “Growing in your hair, eating bone, …”

    Links:  https://youtu.be/fIFf6Ou6wYI / https://open.spotify.com/track/3TC2ZNRQpZwohJBiQNCsDy?si=D_9Kj08rTZCQJAfhYXar8Q    //  

    ____________________


    Kontakt: //

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  • 02.06.2019
    55 MB
    38:23
    Podcast Cover Harald Schmidt 1400x1400

    Ganz einfach durch den Diät-Dschungel

    Heute ist die vorerst letzte Folge zum Thema Ernährung; es geht um Diäten  //  


    Bisher?

    • Gesund: Ballaststoffe

      • Gemüse, Hülsenfrüchte, Obst (in Maßen Fruchtzucker!)

      • Getreide Vollkorn

    • Vermeiden:

      • Rotes Fleisch, Energy drinks, Protein shakes

      • Zucker, v.a. Fruchtzucker, pseudo-gesunde Zucker (Honig, brauner), versteckt

        • Dagegen eher unproblematisch

          • Salz

          • Cholesterin

    • Vitamine/Nahrungsergänzungsmittel sinnlos bis schädlich, außer

      • Folsäure bei Schwangeren

      • Vit. D / Eisen bei Säuglingen

      • Vit B12 bei Veganern

      • Bestimmte seltene Erkrankungen


    Offenes Thema

    • Überernährung / Diäten und Abnehmen


    Ganz einfach durch den Diät-Dschungel


    Diät

    Nicht unbedingt “Abnehmen”

    Aus Griech.: Lebensführung, Lebensweise

    Diätetik = Wissenschaft gesunder Ernährungs- und Lebensweise

    • Gewichtsreduktion bis hin zu Fasten

    • Gewichtszunahme bei Anorexie

    • Krankheitsbehandlung

      • Zöliakie,

      • Lactoseunverträglichkeit,

      • Fruchtzuckerunverträglichkeit

    Also, Diät heißt bestimmte oder alle Nahrungsbestandteile vermindern oder erhöhen


    Wann abnehmen?

    Kg/Körpergröße

    Körpergröße minus 100 (Normal) - 10% Idealgewicht

    BMI

    Bauchfett

    WHR Taille-Hüft-Verhältnis 0,8 Frauen, 1,0 Männer (1,03) (Noble 2001)(Visscher et al. 2001)

    WHtR Taille-Körpergröße-Verhältnis: Gesamt-Fettleibigkeit 0,54 bzw. 0.53 (0,53); Bauch-Fettleibigkeit 0,59 (0,53) (Swainson et al. 2017)


    Reduktionsdiät

    • Low-Carb,

    • Low-Fat: Vorsicht “fettarme” Produkte sind oft Zucker-reich

    • Trennkost/Haysche Diät: EW/KH zeitlich getrennt, verwertung, Übersäuerung wenn beides, Hülsenfrüchte verboten, da beides

    • Glyx/LOGI-Diät

    Was weglassen spielt keine Rolle (Thompson and Noel 2017)

    Minderung der Zufuhr an Kohlenhydraten genauso effektiv wie eine Minderung von Fett


    Wie mindern? Kalorienreduktion?

    Klingt naheliegend

    Basiert auf Atwaters Faktoren 4-4-9

    4 kcal/g für KH/EW, 9 kcal/g for Fett

    Drei Probleme:

    1. Bruttoenergiewerte EW,Fett,KH aus verschiedenen Nahrungsquellen unterschiedlich

    2. Verdaulichkeit der Bestandteile verschiedener Nahrungsmittel unterschiedlich.

    3. KH nur als Restmenge: EW,Fett,Wasser messbar; verascht; Rest = KH, aber:

      1. Verdauliche KH (Zucker anders als Stärke)

      2. Nicht verdauliche KH

      3. Nicht-KH

    Bijal Trivedi (15 July 2009). "The calorie delusion: Why food labels are wrong". New Scientist.


    Weight Watchers

    Kalorien → Punkte-System

    Auch Zucker und gesättigte Fettsäuren

    Negativ: Die vielen Fertigprodukte (Fertigpizza) macht Schleichwerbung

    https://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/kiewels-rauswurf-delikater-vertrag-dickes-ende-a-524905.html

    Nicht besser als andere Diäten

    https://ezproxy.ub.unimaas.nl/login?&amp;url=https://jamanetwork.com/journals/jama/fullarticle/200094

    Eine positive Studie hatte zu viel Interessenskonflikte

    https://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(11)61344-5/fulltext

    https://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/weight-watchers-wie-gut-funktioniert-abnehmen-mit-punktesystem-a-819416.html


    Pragmatisch:

    Warum es nicht klappt

    • Wiegefehler ±5%

    • Aufnahme und Verwertung

    • Ungesunde KH-Formen: Fructose unabhängig von Kalorienzahl, Fertigkost

    Nach kcal kann je nach Zusammensetzung noch zu viel/falsch sein: Gewichtszunahme, trotz “Reduktionsdiät!”

    https://www.scinexx.de/news/medizin/fruchtzucker-macht-dick/

    https://www.zentrum-der-gesundheit.de/fruchtzucker.html

    Lebensumstellung

    aus Abnehmen muss Gewohnheit werden:

    40 Jahre Gewohnheit → Übergewicht, braucht Jahre für neue Gewohnheit, Disziplin


    Tipp: Intervallfasten / Kein Frühstück

    8:16, mild, ohne Kalorienrestriktion und Messung

    Langsam, auch BD sinkt (Gabel et al. 2018)

    Egal ob pro Tag oder tageweise

    https://jamanetwork.com/journals/jamainternalmedicine/fullarticle/2623528

    Kein Frühstück!

    Meta-Analyse aus 13 randomisierten kontrollierten Studien aus den vergangenen 28 Jahren (einschränkend unterschiedliche Qualität), jedoch klare Aussage:

    Sinnvoll und einfach: Kein Frühstück (Sievert et al. 2019), 11-19, 12-20

    https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/101242/Das-gute-Fruehstueck-hilft-nicht-beim-Abnehmen

    Intervallfasten mit dem Thermomix von Doris Muliar, riva-Verlag, ISBN 978-3-7423-0706-4


    Protein Shakes

    Kurzzeitig für Anfangserfolg und Motivation, ärztlich angeleitet, KEINE Lösung

    Bilanzierte Diät bis zu 12 Wochen

    Explizit empfohlen:

    https://www.adipositas-gesellschaft.de/fileadmin/PDF/Leitlinien/050-001l_S3_Adipositas_Praevention_Therapie_2014-11.pdf

    Selber 116 kg → 92 kg, 14 kg;

    jetzt nach 5 Jahren 7 kg mehr → 99 bei 1,92 m OK,

    v.a. WHR/WHtR ok

    Süß! Vanille, Schoko, Erdbeer… (Kindernahrung)


    Vorsicht Bodybuilder!

    Diäten mit hohem Anteil an verzweigt-kettigen Aminosäuren (BCAA) für Bodybuilder:
    Überernährung, Fettleibigkeit und verkürzter Lebensdauer (Solon-Biet et al. 2019)


    Appetitzügler, Fettbinder

    Nebenwirkungen, Abhängigkeit...Nein!


    Zusammenfassung: //  

    • Übergewicht nicht nach kg oder BMI, sondern WHR/WHtR

    • Was weglassen spielt keine Rolle, kcal ungenau

    • Am einfachsten Intervallfasten ohne Frühstück

    • Kurzzeitig für Anfangserfolg und Motivation: Formuladiät unter Anleitung, nicht alle gleich, ärztlich angeleitet

    • Keine Appetitzügler

    • Gesund

      • Ballaststoffe

      • Vermeiden: Rotes Fleisch + Zucker //


    Pharma-Song: //  

    Heutiger Song:

    • Classic Der Dicke & Soulmade

    • 2017 Album “Body Mass Index”

    • Titel “Korpulenter Körperbau”

    Links:  https://music.apple.com/de/album/korpulenter-koerperbau/1192572402?i=1192572406&amp;l=en

    https://www.youtube.com/watch?v=OAJtRskmGOA   //  

    Literatur

    <p dir="ltr" style="line-height: 1.2; margin-top: 12pt; margin-bottom: 0pt; text-indent: -24pt; padding: 0pt 0pt 0pt

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  • 26.05.2019
    53 MB
    37:18
    Podcast Cover Harald Schmidt 1400x1400

    Wie essen Sie einfach gesund?

    Heute geht es darum, was macht nun eigentlich eine gesunde Ernährung aus, als Teil einer Serie zum Thema Ernährung allgemein //  


    Bisher?

    • Zucker so wenig wie möglich, cave Fruchtzucker, pseudo-gesunde Zucker (Honig, brainer), versteckt

    • Cholesterin (Nahrung?, Senker ja), Vorsicht fettarm

    • Salz 2-phasig

    • Vitamine: einige wenige wie Folsäure, viele nicht, auch nicht Vit. D

    • Sonstige Nahrungsergänzungsmittel nicht


    Offene Themen

    • Überernährung / Diäten und Abnehmen (nächster Podcast)

    • Mangelernährung

    • Ungesund

    • Gesund


    Mangelernährung


    (Koch et al. 2009)


    In Deutschland?


    Wohlstandserkrankungen wie Adipositas und Diabetes wahrgenommen,

    In Deutschland 1,5 Millionen mangelernährte Menschen überrascht.


    Nicht sichtbar in der Mitte der Gesellschaft, sondern in

    • Krankenhäusern

    • Altenheimen, und anderen geriatrischen Einrichtungen.


    Deutsche Krankenhäuser


    Patienten in Deutschland leiden an Unter- und Mangelernährung während dem Klinikaufenthalt.

    • Alle 25 %

    • Geriatrischen Patienten mehr als 50 %

    (Pirlich et al. 2006)


    Medizinische Ursachen

    • Nahrungsdefizit

      • Alkoholismus

      • Schlechte Nahrungsqualität, Armut

    • Aufnahme/Verwertung:

      • Schluckstörung, Schlechter Zahnstatus

      • Malabsorption/Maldigestion

      • Lebererkrankungen

    • Verbrauch erhöht: Konsumierende/chronische Grunderkrankung

    • Psychisch/Hohes Alter

      • Depression, Schizophrenie

      • Demenz, Anorexie


    *45 Jahre alte Mutter und ihre 18 Jahre alten Zwillingstöchter, Wien, https://www.welt.de/vermischtes/article194040337/Oesterreich-Mutter-und-Toechter-in-Wiener-Wohnung-verhungert.html


    Organisatorische Hauptursachen

    1. Die Qualität der Krankenhauskost/Budget: 5€/Tag pro Patient

    2. Fehlender Fokus auf Ernährungsmedizin schon bei der Aufnahme und während der Therapie in Form eines einfachen Ernährungs-Screenings.
      Fachwissen und Personal fehlt


    Folgen:

    1. Gestörter Immunfunktion, Wundheilungsstörungen

    2. Höhere Komplikationsrate

    3. Langsamere Genesung, Verlängerte Klinikaufenthalt: 9 Milliarden € pro Jahr

    4. Höhere Morbiditätsrate

      1. 25% der Tumorkranken versterben an Mangelernährung

    (Koch et al. 2009)

    (Löser 2010)


    Ungesund?


    Fertiggerichte

    Probanden, 4 Wochen

    • stark prozessierte Mahlzeiten nahmen zu;

    • frisch zubereitete Mahlzeiten nahmen im gleichen Maße ab

    Mahlzeiten waren in puncto Kaloriengehalt, Fett, Zucker, Salz, Ballaststoffe und Makronährstoffe gleich

    Lösten dennoch ein unterschiedliches Essverhalten der Studienteilnehmer aus: Veranlassen Menschen mehr zu essen:

    • Essgeschwindigkeit,

    • Menge an verzehrten Getränken

    • Leicht unterschiedlichen Proteingehalts (Proteinmenge ist entscheidender für die Sättigung und Appetitregulation als die aufgenommene Kalorienmenge)

    • Kalorien in kleinerem Volumen

    • Sensorische Wahrnehmung (Geschmack, Geruch und Aussehen): ersten Eindruck über Kaloriengehalt; bei Fertigprodukten Diskrepanz, mehr Kalorien im Essen als wir denken;   zudem sehr schmackhaft, sodass reine angenehm Sättigung durch stärkeres Belohnungssystem ersetzt.


    (Hall et al. 2019)

    https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/103131/Fertiggerichte-lassen-Menschen-mehr-essen?rt=1a4de108bdd9eaa017796fea2309dd74

    https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S1550413119302487?via=ihub


    Konsequenz:

    • In D 10% der Menschen frühzeitiger Tod HKL-Erkrankungen, Krebs und Diabetes

    • Noch einmal Lebensqualität krankheitsbedingt vermindert ist (DALY).


    (Afshin et al. 2019)

    https://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(19)30041-8/fulltext


    Fleisch- und Wurstwaren


    1. Rotes Fleisch erhöhtes Risiko für Gesamt-Sterblichkeit, v.a.

      1. Krebs: immer mehr junge Menschen (v.a. 20-29 J) erkranken an Darmkrebs; bei 50-Jährigen rückgängig durch Screening; screening Alter auf 45 senken

      2. HKL

    2. Ersatz durch andere Proteinquellen geringeren Sterblichkeitsrisiko.

    (Pan et al. 2012)


    1. Ursachen Krebs:

    • Alkoholkonsum

    • Verzehr von verarbeitetem Fleisch = „vermutlich krebserregend“ (IARC = International Agency for Research on Cancer)

    https://www.iarc.fr/wp-content/uploads/2019/05/pr272_E.pdf

    https://www.thelancet.com/journals/langas/article/PIIS2468-1253(19)30147-5/fulltext

    https://gut.bmj.com/content/early/2019/04/16/gutjnl-2018-317592


    b) Ursachen HKL:

    • Langkettige gesättigte Fettsäuren

    • Trimethylamine N-oxide, or TMAO Stoffwechselprodukt aus rotem Fleisch: schwere bis tödliche HKL-Ereignisse, Herzversagen, chronisches Nierenversagen


    TMAO aus Lebensmitteln mit Cholin und L-Carnitin (Fleisch, Energy Drinks, Eiweiß-Shakes). Darmbakterien bauen ab zu Gas namens Trimethylamin (TMA), Leberenzyme produzieren dann TMAO. Interagiert mit LDL-C, erklärt, warum nicht jeder mit erhöhtem LDL-C am HKL System erkrankt.


    L-Carnitin auch in Geflügel, Fisch, Milchprodukten und Eigelb, aber rotes Fleisch besonders reich. Rotes Fleisch verändert auch die Darmflora tu TMA-produzierenden Bakterien; umgekehrt durch vegetarische oder weißes Fleisch. Ohne diese kein TMAO.


    Fisch auch viel L-Carnithin: Fisch ≠ Fisch, Die überwiegende Mehrheit der Fische, einschließlich häufig gegessener Sorten wie Barsch, Wels, Forelle und Zander, enthalte kein TMAO, ungünstig sind bestimmte Tiefseesorten wie Kabeljau, Schellfisch und Heilbutt.

    https://www.ahajournals.org/doi/10.1161/JAHA.116.004947

    https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0735109714059701?via=ihub

    https://www.ahajournals.org/doi/10.1161/CIRCRESAHA.116.305360


    Gesund?


    Mediterrane Diät

    Das traditionelle Ernährungsmuster des Mittelmeers ist von besonderem Interesse, da in den 1960er Jahren festgestellt wurde, dass in Ländern des Mittelmeerraums wie Griechenland und Italien (aktuell aber Spanien!) die Sterblichkeit aufgrund von Herz-Kreislauf-Erkrankungen im Vergleich zu nordeuropäischen Bevölkerungsgruppen oder den USA niedriger war.

    Angenommen auf unterschiedliche Essgewohnheiten zurückzuführen.


    30 RCTs, meist primär-Prävention, 12,461 Teilnehmer


    Trotz der relativ großen Anzahl von Studien, die in diesem Aufsatz enthalten sind, besteht immer noch eine gewisse Unsicherheit hinsichtlich der Auswirkungen einer mediterranen Ernährung auf die klinischen Endpunkte und die CVD-Risikofaktoren sowohl für die Primär- als auch für die Sekundärprävention.


    Die Evidenzqualität für den geringen Nutzen von CVD-Risikofaktoren in der Primärprävention ist gering oder mäßig, wobei nur wenige Studien über minimale Schäden berichten.


    Es gibt nur wenige Anhaltspunkte für eine Sekundärprävention.


    (Rees et al. 2019)

    https://www.cochranelibrary.com/cdsr/doi/10.1002/14651858.CD009825.pub3/full?highlightAbstract=mediterranean|withdrawn|diet


    Ballaststoffe


    Meta-Analyse Wesentlicher Faktor der Lebenserwartung


    185 Beobachtungsstudien mit Daten, die sich auf 135 Millionen Personenjahre beziehen,

    und 58 klinische Studien mit 4.635 erwachsenen Teilnehmern.

    Vorzeitige Todesfälle durch und die Inzidenz von

    • koronarer Herzkrankheit,

    • Herz-Kreislauf-Erkrankungen

    • Schlaganfall

    • Typ-2-Diabetes

    • Krebserkrankungen, Darmkrebs Brust-, Endometrium-, Ösophagus- und Prostatakrebs.

    Nur Studien mit gesunden Teilnehmern

    Nicht auf Menschen mit bestehenden chronischen Erkrankungen übertragbar.


    In einem Satz:

    Erhöhung der Ballaststoffe, Ersatz von raffinierten Körnern (Weißmehl) durch Vollkorn.

    https://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(18)31809-9/fulltext

    (Reynolds et al. 2019)


    Widerspricht aktuellen Low-Carb-Diäten: Atkins, Keto


    Ideal niedriger oder mittlerer Glykämischer Index plus reich an löslichen Ballaststoffen.

    Langsam aufgenommene kohlenhydrathaltige Lebensmittel mit niedrigere GI:

    • Verschiedene gekochte getrocknete Bohnen wie Linsen und Kichererbsen

    • braune Spaghetti

    • Parboiled-Reis

    Schnell aufgenommene Kohlenhydrate mit hohem GI:

      <li dir="ltr" style="list-style-type: disc; font-size: 11pt; font-family: Arial; font-variant-ligatures: normal; font-variant-east-asian: normal; f

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  • 19.05.2019
    59 MB
    41:06
    Podcast Cover Harald Schmidt 1400x1400

    Vitaminmangel: Irrtum oder bewusste Desinformation?

    Heute geht es innerhalb einer kleinen Serie zu Ernährung um das Thema Nahrungsergänzungsmittel (v.a. Vitamine, Mineralien und sogenannte Mikronährstoffe): Vitaminmangel: Irrtum oder bewusste Desinformation?  //  


    Ein riesiger, kaum kontrollierter Wirtschaftszweig


    USA:

    30 Mrd. US$, 90.000 Produkte.

    52% der Erwachsenen ≥1 NEM, 10% ≥4 NEM

    Kantor  ED, Rehm  CD, Du M, White  E, Giovannucci EL.  Trends in dietary supplement use among US adults from 1999-2012.  JAMA. 2016;316(14):1464-1474.


    Deutschland:

    1.44 Milliarden € und steigend, 225 Mio. Packungen/J

    Vitamine und Mineralien von 48% bzw 39% eingenommen.


    Ungeprüft

    Vor Markteinführung von Behörden weder Wirksamkeit noch Sicherheit.

    https://www.verbraucherzentrale.de/aktuelle-meldungen/lebensmittel/endlich-klartext-bei-nahrungsergaenzungsmitteln-13409


    Was?

    • Reine Mineralien (Magnesium oder Calcium) (53,2 Mio. Packungen)

    • Vitamin C (29,2 Mio. Packungen)

    • Multivitamin ± Mineralien (24,7 Mio. Packungen)

    • Vitamin B12 oder B-Komplex (9,9 Mio. Packungen)

    • Vitamin A/D rein oder kombi (5,7 Mio. Packungen)


    Wo?

    • 41,4% Drogerie

    • 32,5% Lebensmitteleinzelhandel

    • 7,3 % Versand

    • 19,2% Apotheke (also ⅘ ohne Beratung, auch WW)

    https://www.bll.de/de/verband/organisation/arbeitskreise/arbeitskreis-nahrungsergaenzungsmittel-ak-nem/20181029-zahlen-nahrungsergaenzungsmittel-markt-2018


    Sinnvoll?

    Gesundheit beizubehalten und Krankheit zu verhindern = Primär- oder Sekundärprävention chronischer Krankheiten?


    Multivitamin- / Multimineral-Supplementation

    Nicht empfohlen

    Die meisten randomisierten klinischen Studien mit Vitamin- und Mineralstoffzusätzen

    keine eindeutigen Vorteile.

    Für allgemein gesunde Erwachsene nicht empfohlen.

    Moyer  VA; US Preventive Services Task Force.  Vitamin, mineral, and multivitamin supplements for the primary prevention of cardiovascular disease and cancer: US Preventive Services Task Force recommendation statement.  Ann Intern Med. 2014;160(8):558-564.


    Schädlich

    Hohe Dosen Beta-Carotin, Folsäure, Vitamin E oder Selen schädlich:

    • erhöhter Sterblichkeit,

    • Krebs

    • Schlaganfall

    Rautiainen  S, Manson JE, Lichtenstein  AH, Sesso HD. Dietary supplements and disease prevention: a global overview.  Nat Rev Endocrinol. 2016;12(7):407-420.


    Besser aus gesunder, ausgewogener Ernährung

    NEM kein Ersatz für gesunde ausgewogene Ernährung.

    Mikronährstoffe in Lebensmitteln in der Regel besser aufgenommen plus weniger potenzielle Nebenwirkungen

    Rautiainen  S, Manson JE, Lichtenstein  AH, Sesso HD. Dietary supplements and disease prevention: a global overview.  Nat Rev Endocrinol. 2016;12(7):407-420

    Marra  MV, Boyar  AP. Position of the American Dietetic Association: nutrient supplementation.  J Am Diet Assoc. 2009;109(12):2073-2085.


    Alle wichtigen Substanzen in biologisch optimalen Verhältnissen

    im Gegensatz zu isolierten Verbindungen in hochkonzentrierter Form.

    Gesundheit hängt stärker mit Ernährungsgewohnheiten und Lebensmittelarten zusammen,

    als mit der Aufnahme einzelner Mikronährstoffe oder Nährstoffe.

    Marra  MV, Boyar  AP. Position of the American Dietetic Association: nutrient supplementation.  J Am Diet Assoc. 2009;109(12):2073-2085.


    Vit. A, C (im Urin), E damit thematisch schon abgehandelt; nicht sinnvoll.


    Vitamin K

    Kann Wirksamkeit bestimmter Blutverdünner / Gerinnungshemmer mindern


    Wann sinnvoll?

    Wenn klare Ernährungsdefizite medizinisch nachgewiesen:


    Hoch-Risiko-Gruppen

    • Bestimmten Lebensphasen

    • Ernährungsbedürfnisse nicht allein durch die Ernährung gedeckt

    • Bestimmten Risikofaktoren/Erkrankungen


    Lebensphasen

    • Schwangerschaft: Folsäure

    • Säuglinge und Kinder:

      • Gestillte Säuglinge Vitamin D bis zum Absetzen

      • Eisen 4.-6. Monat wenn Fe haltige Nahrung beginnt

    • Mittlere und ältere Erwachsene: Evtl. Vitamin B12


    Hohes Risiko

    • Essverhalten eingeschränkt

    • Nährstoffaufnahme oder Stoffwechsel beeinträchtigt:

      • Bariatrische oder Adipositas-Chirurgie

      • Morbus Crohn, andere entzündliche Darmerkrankungen, Zöliakie

      • Perniziöse Anämie: Vitamin B12

    • Langzeitanwendung von AM

    • Osteoporose: Vitamin D, Kalzium, Magnesium


    Vitamin B12

    Indiziert


    Gedächtnis:

    Epidemiologischen Studien hohe Homocysteinspiegel im Plasma korrelieren mit Beeinträchtigung des Gedächtnisses.

    Vitamin B-Supplementierung senkt Homocysteinspiegel

    Aber kein Einfluss auf Gedächtnis

    Homocystein ein Marker - keine Ursache

    Wieder Beispiel für Korrelation ist kein kausaler Zusammenhang

    Ford AH et al. Vitamins B12, B6, and folic acid for cognition in older men. Neurology 2010 Oct 26; 75:1540. (http://dx.doi.org/10.1212/WNL.0b013e3181f962c4)


    Depression:

    Noch unklar

    Depressive ältere Menschen, die biochemische Anzeichen eines Mangels aufweisen (erhöhtes Homocystein), B6, B12 und Folsäure zu Antidepressiva, verhindern möglicherweise auch Rückfall

    Almeida OP et al. B vitamins to enhance treatment response to antidepressants in middle-aged and older adults: Results from the B-VITAGE randomised, double-blind, placebo-controlled trial. Br J Psychiatry 2014 Sep 25; http://dx.doi.org/10.1192/bjp.bp.114.145177


    Mangel?

    Vegetarier

    • Kein Bedarf

    Veganer

    • erhöhtes Risiko für Vitamin-B12-Mangel,

    • viele vegane Spezialitäten wie Mandelmilch mit B12 angereichert


    Vitamin D


    Hype

    2 Mio. Deutsche täglich

    https://youtu.be/DFVL9_qqQIk


    Kein Vitamin

    Pro-Hormon, Cholecalciferol,

    über UVB-Licht und Wärme in der Haut aus einer Vorstufe gebildet

    in Leber und Niere in aktive Form Calcitriol = Steroidhormon (wie Cortison).

    Supplementation keine Vitamin-, sondern Hormontherapie.


    Zwei Quellen

    1. Nahrung
      Fetter Fisch (Aal, Hering, Lachs)
      Lebertran
      Pflanzliche Quellen (Pilze, z.B. Steinpilze, Avocados)

    2. Haut
      6 Sonnenlicht/J Monate ausreichend, zusätzlich Magnesium


    Mangel-Irrtum oder Desinformation?

    Gemessen anhand Serum 25-hydroxyvitamin D [25(OH)D] in ng/ml:

    • >30 ng/ml OK

    • 29-20 ng/ml, Unterversorgung

    • <20 ng/ml Mangel


    ? In 2011 waren 20 ng/ml noch ausreichend

    Institute of Medicine. Dietary reference intakes: calcium and vitamin D. Washington, DC: National Academies Press, 2011.

    https://books.google.com/books?hl=en&amp;lr=&amp;id=ZsMPp6I59VwC&amp;oi=fnd&amp;pg=PR1&amp;dq=Institute of Medicine. Dietary reference intakes: calcium and vitamin D. Washington, DC: National Academies Press, 2011.&amp;ots=Bhbhq68ji2&amp;sig=aQqReXlTj6MqOyps6YF3gqZeUlw


    Um das Konzept des Nährstoffmangels oder der Unterversorgung zu verstehen,

    muss man wissen, wie Nährstoff-Referenzwerte definiert und was sie widerspiegeln.


    Dietary Reference Intakes (DRIs)

    Diätetische Referenzmengen für eine Reihe von Nährstoffen.

    Im Mittelpunkt biologische Realität, dass Bedarf an Nährstoffen von Person zu Person unterschiedlich.

    Zwei Kerngrößen:

    • EAR (Estimated Average Requirement = Geschätzter Durchschnittsbedarf)
      Verteilung des menschlichen Bedarfs, Median = Wahrscheinlichster Bedarf

    • RDA (Recommended Daily Allowance = Empfohlene Tägliche Aufnahme)
      Bedarf bei Personen am höchsten Ende der Verteilung; ≥97,5% benötigen weniger


    EAR wahrscheinlich:

    1-70 J: 11 ng/ml

    >70 J: 16 ng/ml


    RDA Höchstbedarf:

    1-70 J: 16 ng/ml

    >70 J: 20 ng/ml


    Beide Werte gehen von minimal bis keiner Sonnenexposition aus


    Weit verbreitetes Missverständnis:

    Höhere RDA/Empfohlene Tägliche Aufnahme = „Grenzwert“

    Gesamte Bevölkerung >20 ng/ml für gute Knochengesundheit

    Realität

    Mehrheit (etwa 97,5%) braucht <20 ng/ml oder weniger.

    Darüber nach niedrigerem EAR/Geschätzter Durchschnittsbedarf

    <span style="font-size: 11pt; font-family: Arial; font-variant-ligatures: norma

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  • 12.05.2019
    38 MB
    26:36
    Podcast Cover Harald Schmidt 1400x1400

    Auch zu wenig Salz kann schaden

    Heute geht es innerhalb einer kleinen Serie zu Ernährung um das Thema Salz //  

    Wieder konfrontativ und massiver Streits in der Wissenschaft, wie bei Zucker & Cholesterin.

    Salz?
    Kochsalz (auch Streusalz im Winter) Natrium-Chlorid, meist allein auf Natrium bezogen
    Meersalz (Fleur de Sel) Mikropastik, z.B. Aquasale, de Camargue.
    https://www.ndr.de/ratgeber/verbraucher/Fleur-de-Sel-Plastik-in-Meersalz-nachgewiesen,salz378.html 
    Manchmal mit Jod beigemischt
    Kalium-Chlorid

    Ist Salz schädlich?

    Frauen in Hongkong haben weltweit die höchste Lebenserwartung mit 87,3 Jahren, obwohl sie mehr als doppelt so viel wie z.B. laut USA-Richtlinien empfohlen konsumieren.

    Liu ZM, Ho SC, Tang N, Chan R, Chen YM, Woo J. Urinary sodium excretion
    and dietary sources of sodium intake in Chinese postmenopausal women
    with prehypertension. PLoS One 2014; 9: e104018.

    Natrium: Bad science? //  

    Altersstandardisierte geschätzte Natriumaufnahme und gesunde Lebenserwartung bei der Geburt in 182 Ländern

    Sterblichkeit: J-Kurve
    Zwei Achsen:
    nach oben Sterbliuchkeit
    Nach rechts: Natrium Aufnahme
    Keine Linie, mehr Salt schlechter, weniger besser
    Sondern J
    Mittlerer Bereich niedrig,
    Sowohl links, bei niedrigen, als rechts, bei hohen Konzentrationen, Sterblichkeit hoch

    Empfohlenen täglichen Aufnahmeschwellen. 
    AHA = American Heart Association. 1.4
    WHO = 2.0
    ESC = Europäische Gesellschaft für Kardiologie. 2.3

    Powles J, Fahimi S, Micha R, et al. Global, regional and national sodium
    intakes in 1990 and 2010: a systematic analysis of 24 h urinary sodium
    excretion and dietary surveys worldwide. BMJ Open 2013; 3: e003733.

    UN. Healthy life expectancy (HALE) at birth (years). July 31, 2014.
    http://data.un.org/Data.aspx?q=life+expectancy&d=WHO&f=MEASURE_
    CODE%3aWHOSIS_000002 (accessed July 11, 2018).

    Die starre natriumarme Diät ist fade, eintönig, geschmacklos und unerträglich. Um daran festzuhalten, bedarf es der Askese eines Eremiten.

    Pickering G. The nature of essential hypertension. London: Churchill, 1961.

    2016 

    130.000 Personen, 49 Länder : 

    Salzrestriktion nur in Patienten mit erhöhtem Blutdruck Reduktion von Herzerkrankungen, Schlaganfall und Tod; 

    bei alle anderen schädlich.

    Mente A, O’Donnell M, Rangarajan S, et al. Associations of urinary sodium
    excretion with cardiovascular events in individuals with and without
    hypertension: a pooled analysis of data from four studies. Lancet 2016;
    388: 465–75.

    Lancet wurde attackiert so schlechte Wissenschaft zu publizieren.

    Johnston I. Lancet attacked for publishing study claiming low-salt diet could
    kill you. Independent May 21, 2016: 12.

    Action on Salt
    Graham MacGregor 

    http://www.actiononsalt.org.uk

    AHA diffamiert die Studie als schlicht falsch; 
    Produkte mit mehr Salz empfohlen als sie selbst raten.

    American Heart Association. American Heart Association comment strongly
    refutes study findings on sodium consumption. May 21, 2016. http://
    newsroom.heart.org/news/american-heart-assocation-strongly-refutesstudy-
    findings-on-sodium-consumption (accessed July 22, 2018).

    Messerli FH, Rimoldi SF, Bangalore S. Salt, tomato soup, and the hypocrisy of
    the American Heart Association. Am J Med 2017; 130: 392–93.

    2018

    Epidemiologische Kohortenstudie, 94.378 Erwachsene, 35-70 (mittleres Alter 50), 18 Länder
    für Median 8,1 Jahren. 58% Frauen, 
    keine Herz-Kreislauf-Erkrankungen zum Zeitpunkt der Rekrutierung.

    Bestätigen, dass niedrige Natrium aufnahme MI und Schlaganfall leicht erhöhen.

    Eine höhere Natriumaufnahme assoziiert mit mehr Schlaganfällen (0,42 Ereignisse pro 1000 Jahre), weitgehend auf China beschränkt, 6 g / Tag. 

    Provokant: Inverse Korrelation zwischen Natriumaufnahme und Herzinfarkt und Sterblichkeit,
    trotz der starken und direkter Assoziation mit Blutdruck (2,8 mm Hg / g).

    Mente A, O’Donnell M, Rangarajan S, et al. Urinary sodium excretion, blood
    pressure, cardiovascular disease, and mortality: a community-level
    prospective epidemiological cohort study. Lancet 2018; 392: 496–506.

    Es war bekannt dass erhöhter BD eher mit Schlaganfall 
    als MI korreliert, 
    aber das umgekehrte, weniger MI mit höherem BD, wäre radikal neu.

    Selbst bei Herzinsuffizienz / schwäche (kann Folge von Bluthochdruck sein) 
    sehr schlechte Evidenz für Salzrestriktion

    https://doi.org/10.1016/j.pcad.2015.12.002 

    Zwar stellt Herzinsuffizienz eine „Volumen-Überlastung“ dar, 
    jedoch Patienten, die mit 
    entwässerneden Arzneimittel (Diuretika) und 
    einer begrenzten Flüssigkeitsaufnahme behandelt, 
    leiden an Volumenmangel, Austrocknung.

    Klinische Studien mit einer natriumarmen Diät
    etwa doppelt so hohe Sterblichkeit und Krankenhausaufenthalte 
    wie bei normalem Natrium.

    Licata G, Di Pasquale P, Parrinello G, et al. Effects of high-dose furosemide and smallvolume
    hypertonic saline solution infusion in comparison with a high dose of furosemide
    as bolus in refractory congestive heart failure: long-term effects. Am Heart J
    2003;145:459e66.

    Paterna S, Di Pasquale P, Parrinello G, et al. Changes in brain natriuretic peptide levels
    and bioelectrical impedance measurements after treatment with high-dose furosemide and
    hypertonic saline solution versus high-dose furosemide Alone in refractory congestive
    heart failure. J Am Coll Cardiol 2005;45:1997e2003.

    Paterna S, Parrinello G, Cannizzaro S, et al. Medium term effects of different dosage of
    diuretic, sodium, and fluid administration on neurohormonal and clinical outcome in
    patients with recently compensated heart failure Am J Cardiol 2009;103:93e102Paterna
    S, Fasullo S,

    Parrinello G, et al. Short-term effects of hypertonic saline solution in acute heart failure
    and long-term effects of a moderate sodium restrictionin patients with compensated heart
    failure with new York heart Association Class III (Class C) (SMAC-HF study). Am J
    Med Sci 2011;342:27e37.

    Paterna S, Gaspare P, Fasullo S, et al. Normal-sodium diet compared with low sodium
    diet in compensated congestive heart failure: is sodium an old enemy or a new friend?
    Clin Sci (London) 2008;114:221e30

    Alle extrem niedrigen Salz-Empfehlungen (AHA, ESC, WHO) würden zu einer verringerten Lebenserwartung führen.

    https://doi.org/10.1016/S0140-6736(19)30232-6 

    Empfehlungen ändern für Patienten?

    Einschränkungen:

    Beobachtungsdaten 
    Daraus folgt nicht unbedingt, dass 
    bei Schlaganfallrisiko Verringerung der Salzaufnahme 
    Bei Herzinfarktrisiko Erhöhung der Salzaufnahme 
    überwiegend asiatischen Bevölkerung
    keine 24-Stunden-Natriumausscheidung. 

    Kalium

    mit zunehmender Kaliumaufnahme, höherem Kalium/Natrium Verhältnis
    weniger schwerer Herz-Kreislauf Erkrankungen (Schlaganfall, Herzinfarkt)
    Niederger Gesamtsterbluchkeit 

    keine J-Kurve

    K keinen Einfluss auf BD (Menche)

    K-reiche Nahrungsmittel: Früchte und Gemüse
    Oder durch Gemüse und Kalium nur Indikator?
    Kein “Blutdrucksalz”: Natrium-arm, Kalium-reich

    Obst: Trockenobst, Aprikosen, Bananen, Himbeeren, Honigmelone, Johannisbeeren, Kiwi
    Gemüse: alle Kohlsorten, Hülsenfrüchte, Karotten, Kohlrabi, Kohlrüben, Kürbis, Mais, Rettich, Schwarzwurzeln, Sellerie, rote Paprika, Tomaten, Fenchel
    Nüsse: Haselnüsse, Cashewkerne, Erdnüsse, Mandeln
    Getreide: Dinkel, Roggen, Buchweizen
    Kakao

    https://utopia.de/ratgeber/kaliumreiche-lebensmittel-hier-steckt-besonders-viel-davon/ 

    Nur Korrelationen

    Ideal interventionsstudie kontrolliert. Wo? Gefängnis.

    Jones DW, Luft FC, Whelton PK, et al. Can we end the salt wars with a
    randomized clinical trial in a controlled environment? Hypertension 2018;
    72: 10–11.

    Zusammenfassung: //  
    Nur Korrelationen
    3–4,5 g Natrium / Tag sagen eine gesündere, längere Lebensdauer voraus als Aufnahmen außerhalb dieses Bereichs, d.h. weniger oder mehr 
    Kalium-Aufnahme korreliert mit höherer Lebenserwartung, könnte allein Marker sein für Ernährung reich an Gemüse und Früchten, die ja gesünder ist 
    Zur Zeit kein Grund gezielt vermehrt K, z.B. Blutdruck-Salz zu sich zu nehmen
    Keine gesundheitliche Vorteile durch aggressive Natriumreduktion
    Wie monitoren: Apps oder Freiburger Ernährungsbogen mit Ernährungsberater  // 

    Pharma-Song: //  
    Der heutige Song ist von
    Ava Max aus den USA
    Mit der 2018 SoundCloud-Veröffentlichung bzw. Album “AM1”
    trägt den Titel “Salt”
    Zitat: “I’m all out of salt. I'm not gonna cry.”
    Link:  https://soundcloud.com/avamax/salt //  

    ________________________________________________________

    Kontakt: //
    Wenn dieser Gratis-Podcast Ihnen gefallen bitte ich Sie als kleine Gegenleistung um eine Bewertung, zum Beispiel 5 Sterne auf iTunes; gerne auch schriftliches ein Feedback mit konstruktiven Kommentaren und Anregungen und Themenwünschen.   //  

    Sie können mich auch gerne direkt auf einem der folgenden Wege kontaktieren:  //  
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    Xing, Harald_Schmidt303; 
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  • 05.05.2019
    37 MB
    00:00
    Podcast Cover Harald Schmidt 1400x1400

    Cholesterin und Fett: Was wir wirklich wissen

    Heute geht es innerhalb einer kleinen Serie zu Ernährung um das Thema Cholesterin. //  


    Cholesterin? //  

    Lipoproteine

    Low densitiy, niedrige Dichte


    Gut / schlecht

    Hohe dichte, korreliert nur


    Nüchtern

    Die neue Leitlinie fordert nicht nüchtern zu sein für Lipidprofil

    LDL-C ist ausreichend, sofern die Triglyceride nicht über 400 mg / dl liegen. //  



    Cholesterin-reduzierte Diät //  


    Ca. 30.000 Erwachsenen USA mittlere Nachbeobachtungszeit von 17,5 Jahren //   


    Höherer Konsum von Eiern und anderem Cholesterin (Fleisch) korreliert mit HKL-Erkrankung und Sterblichkeit, Dosis-Wirkungs-Beziehung.  //  


    Einschränkungen: //  

    • Zusammenhang zwischen Eierkonsum/Cholesterin mit Plasmalipiden und Lipoproteinen nicht untersucht, nur vermutet LDL
      Es existieren aber Studien bei denen alle Bestandteile der Diät außer Cholesterin kontrolliert wurden, dort steigende LDL-C:
      Ginsberg et al. Arterioscler Thromb. 1994;14(4):576-586;
      Ginsberg et al. Arterioscler Thromb Vasc Biol. 1995;15(2):169-178.
      Aber nicht immer: Nicht immer: Blesso & Fernandez Nutrients. 2018; 10(4):E426.

    • Beobachtungstudie, keine gezielte Intervention mit Kontrolle,
      nur Korrelation,
      keine Ursachen-Wirkungsbeziehung,

    • Nur für sehr hoher Ei-Verzehr 2-4 Eier pro Tag deutlich (ähnlich Salz-Studien…) //  


    Demgegenüber //  


    Gewichtsverlust / Diät //  

    Ob Fett- oder Kohlehydrat-reduzierte Diät, egal, innerhalb 12 Monaten

    -> Nochmal separat Diäten... //  


    doi:10.1001/jama.2018.0245 //  


    Fett-Ersatz/Austauschstoffe //  


    Ersatz

    • Physikalischen Eigenschaften von Fett, chemisch keine Ähnlichkeit mit natürlichen Fetten.
      Zucker mit anderen Kohlenhydraten und Fettsäuren und Paraffinen (Erdöl / Braunkohle)

    • Olestra seit den 1990er-Jahren zugelassen, nicht EU.

    • kein Brennwert, unverdaulich, unverwertet wieder ausgeschieden:
      Kartoffelchips und andere Snacks. //  


    Austausch

    In der EU zugelassen.

    Natürliche Ausgangsprodukte, Kohlenhydraten oder Eiweiß.

    Vor allem in Light-Produkten, um den Fettgehalt und Brennwert zu reduzieren.

    Nur begrenzt erhitzen, da Eiweiß nur bis etwa 65°C hitzestabil.

    In Süßspeisen, Eiscreme oder Mayonnaise.

    • Carrageen, Inulin, Maltrin: Kohlenhydrat bzw. Stärke

    • Simplesse: Eiweiß //  


    Beides pervers: Ungesunde Fehlernährung wird zum Schein korrigiert

    Hände weg / Löffel weg von solchen prozessierten Kunstprodukten //  


    Cholesterin-Senker


    • Statin

    • Ezetimib -

    • HDL -

    • Ionenaustauschharze -

    Antientzündlich

    Cantos HKL gesenkt

    DOI: 10.1056/NEJMoa1707914

    => Statin-Therapie //  


    Durch die pharmakologische Senkung des LDL-C werden die ASCVD-Ereignisse (Myokardinfarkt, Schlaganfall und kardiovaskulärer Tod) reduziert. //  


    Das Prinzip, dass eine niedrigere LDL-C-Dosis besser ist, wurde durch neue Studien bestätigt

    • Ezetimib oder Proprotein-Convertase-Subtilisin / Kexin Typ 9 (PCSK9)-Hemmer

    • zu einer Statin-Therapie addiert wurden. //  


    Sekundärprävention

    = Wenn klinische Symptome,  //  


    LDL-C um mehr als 50% reduzieren,

    Statine hoher Intensität

    • Atorvastatin ≥ 40 mg / d oder

    • Rosuvastatin ≥ 20 mg / dl


    Bei sehr hohem Risiko (Abbildung)

    LDL-C auf weniger als 70 mg / dl

    • Ezetimib und

    • gegebenenfalls einen PCSK9-Inhibitor, Alirocumab und Evolocumab. //   


    Primärprävention

    = Noch keine Symptome, aber


    1. LDL-C ≥ 190 mg/dL
      geringere vaskuläre Ereignisse mit Statinen,
      nicht jedoch Ezetimib.

    2. 40-75 J

      1. Diabetes + LDL-C von 70 mg / dl
        Statin-Therapie mit mittlerer Intensität.

      2. HKL-Risiko berechnet
        niedriges Risiko über einen Zeitraum von 10 Jahren weniger als 5% bezeichnet
        mittel 7,5% bis 19,9% Reduktion um mehr als 30%
        hoch 20% oder höher ie bei Patienten mit Symptomen: LDL-C-Reduktion von mehr als 50% einleiten;  //  

    doi:10.1001/jama.2019.0015 //  


    Wissenslücken

    1. Personen im Alter von 20 bis 40 Jahren ≥ 160 mg / dL + Familienanamnese + hohen HKL-Risiko; aber epidemiologische Studien Anzahl der Jahre mit hohem LDL-C, daher auch 140-160 mg / dl Statin?

    2. > 75 Jahre, nicht ausreichend untersucht.

    3. Triglyceride - Link zu Kohlenhydraten/Zucker
      Icosapent ethyl / Eicosapentaensäure-Ethyl-Ester
      REDUCE-IT Studie doi:10.1056/NEJMoa1812792  //


    Zusammenfassung: //  

    • Fettersatz - nein

    • Cholesterin-Senker: wohl ja, aber nicht alle gleich, primäre, sekundär

    • Immunerkrankung?

    • Ernährung vielleicht, dann aber auch vor Cholesterin-Senkern

    • Gutes und schlechtes Cholesterin - nein

    • Viele Offene Fragen //


    Pharma-Song: //  

    Der heutige Song ist von

    • Der Punk-Band und TV-Show “These New South Whales” aus Sydney

    • vom 2017er Album “You Work For US” und

    • trägt den Titel “Cholesterol Heart (God Bless Ya)”

    • Zitat: “Eat through my cholesterol heart … and I've got something to tell ya: heart disease is likely to kill ya (God bless ya)”

    https://itunes.apple.com/de/album/cholesterol-heart-god-bless-ya/1272775551?i=1272775875&amp;l=en

    https://soundcloud.com/thesenewsouthwhales/cholesterol-heart-god-bless-ya   //  


    Kontakt: //

    Wenn dieser Gratis-Podcast Ihnen gefallen bitte ich Sie als Gegenleistung um eine Bewertung/am besten 5 Sternchen auf iTunes; gerne auch schriftliches ein Feedback mit konstruktiven Kommentaren und Anregungen und Themenwünschen.   //


    Sie können mich auch gerne direkt auf einem der folgenden Wege kontaktieren:  //  

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  • 28.04.2019
    73 MB
    51:01
    Podcast Cover Harald Schmidt 1400x1400

    Zucker und Diabetes

    Heute geht es innerhalb einer kleinen Serie zum Bereich Ernährung um das Thema Zucker und Kohlehydrate. //  


    Diabetes

    Typ 2  / 9-10% der Bevölkerung, ca. 8 Mio. Diabetiker

    In den 50er Jahren 1%

    Lifestyle

    Typ 1 nimmt auch zu / andere Ursachen


    Zusammenhang Zucker → Diabetes/HKL?

    → WHO max. 10% der täglichen Kalorien durch zugefügte Zucker

    https://doi.org/10.1111/ijpo.12235


    Zuckerlobby

    Sugar Research Foundation (SRF) und der Der Harvard Skandal

    https://www.srf.ch/play/tv/redirect/detail/116b34f9-c87a-4819-8058-75b08fd33232
    https://www.nytimes.com/2016/09/13/well/eat/how-the-sugar-industry-shifted-blame-to-fat.html?action=click&amp;contentCollection=Opinion&amp;module=Trending&amp;version=Full&amp;region=Marginalia&amp;pgtype=article

    • In den fünfziger Jahren unverhältnismäßig hohe Raten der koronaren Herzkrankheit (KHK) bei amerikanischen Männern zu Studien über die Rolle von Ernährungsfaktoren, darunter Cholesterin, übermäßige Kalorien, Aminosäuren, Fette, Kohlenhydrate, Vitamine und Mineralstoffe.

    • In den 1960er Jahren traten zwei prominente Physiologen divergente Kausalhypothesen:

      • Yudkin identifizierte zugesetzte Zucker

      • Keys Gesamtfett, gesättigtes Fett und Cholesterin.

    • Im Jahr 1962 machte sich der Sugar Research Foundation (SRF) Sorgen, dass fettarme, zuckerreiche Diät den Cholesterinspiegel und Fettsäuren im Serum erhöht, Fructose verantwortlich (Yudkin).
      https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/13450357, 14149218, 14295501, 14295500, 14295502

    • SRF Projekt 226 Yudkin zu widerlegen. Führte zu einer Literaturübersicht, die die Finanzierung und Beteiligung des SRF nicht erwähnte, und kam zu dem Schluss, dass kein Zweifel bestand, dass die einzige diätetische Intervention zur Verhinderung von KHK darin bestand, das Cholesterin in der Nahrung zu senken und gesättigtes Fett in der amerikanischen Diät durch mehrfach ungesättigtes Fett zu ersetzen. Ignoriert wurden:

      • Epidemiologische Nachweise wurden ignoriert, da viele Faktoren ein Rolle spielen können

      • Klinische Kurz-Zeit-Studien mit hohen Saccharose-Dosen da nicht mit normaler Diät vergleichbar.

      • Mechanistische Tierversuchs-Studien wegen mangelnder Übertragbarkeit Tier-Mensch.

    Daraufhin Cholesterol-arm, ungesättigte statt gesättigte Fette, Margarine statt Butter.
    https://www-ncbi-nlm-nih-gov.ezproxy.ub.unimaas.nl/pubmed/5339697
    https://www-ncbi-nlm-nih-gov.ezproxy.ub.unimaas.nl/pubmed/5339699

    Deutschland: Wirtschaftliche Vereinigung Zucker e.V. (WVZ)

    die zentrale Lobbyorganisation der deutschen Zuckerindustrie

    http://www.zuckerverbaende.de

    Kein Einzelfall

    • Vitaminkonzerne

    • Salzhersteller


    Wie funktionieren Kohlehydrate/Zucker und Insulin?

    KH, Fett, Eiweiß

    KH: einzelne Zucker, zwei Zucker, lange Ketten (Stärke)


    Was ist Zucker?

    Sucrose/Speisezucker (Rohrzucker aus Zuckerrohr/Rübenzucker aus Zuckerrüben) =
    Glucose (Traubenzucker, älter Dextrose) + Fructose (Fruchtzucker)

    Milchzucker/Laktose (Glucose-Galaktose)

    “Brauner Zucker”

    1. Rohzucker: nicht so stark gereinigter aus Zuckerrohr oder Rübenzucker, bräunliche Farbe, Melasse, einen dunkelbraunen Zuckersirup, und geringe Mengen an Mineralstoffen und Vitaminen, die gesundheitlich jedoch nicht von Bedeutung; Eigengeschmack – meist nach Karamell und Melasse – und ist daher aromatischer als normaler Haushaltszucker

    2. Brauner Zucker: gefärbter weißer Zucker durch Zusatz von dunkelbraunen Zuckersirup (zum Teil aus Rohrzucker)

    Viele andere Süßstoffe, die als "natürlich" vermarktet werden, ebenfalls Zusatzzucker:

    • Agavensirup,

    • Kokoszucker und

    • Rohrzucker.


    Stoffwechsel


    Wie werden KH verwertet

    • Lange Ketten, im Mund schon und Darm abgebaut (Amylasen)

    • Malzzucker (Glucose-Glucose) schnell aus Weißmehl, schon im Mund abgebaut: süß

    • Sucrose durch Sucrase nochmal gespalten in Mono

    • Laktase spaltet Laktose (im Alter weniger, individuell schwankend, dann Laktose nicht gespalten, nicht aufgenommen, landet im Dickdarm, Bakterien vergären, Blähung, Schmerzen; keine Allergie)

    • Dann Monos Glucose, Galaktose, Fruktose aufgenommen

    • Auch wieder eine Variante: Fruktose hat einen eigenen Transporter, der wieder etwas geringer vorhanden sein kann, wieder schlechter aufgenommen, Fructoseverwertungsstörung häufig und harmlos, Darm, Blähung, Schmerzen ≠ seltene Fructoseintoleranz Gendefekt in der Leber, Aldolase B, Fructose nicht in Glucose, häuft sich in der Leber an, Leverversagen, Unterzucklerung => keine fructose-, saccharose- und sorbithaltigen Lebensmittel, kein Inulin (Topinambur und Artischocken), kein Honig und Invertzucker. Genügend andere Lebensmittel
      https://www.netdoktor.at/therapie/xy-wie-wird-fructoseintoleranz-behandelt-6910983

    • Aufnahme in Gewebe

      • Insulin aus Bauchspeicheldrüse, ermöglicht Aufnahme von Glucose in Gewebe, z.B. Muskel

      • Fructose ohne Insulin: Früher Diabetiker-Schokolade: wird aber in der Leber verstoffwechselt, bleibt dort und zu Fett, Nicht-alkoholische Fettleber; heute nicht mehr, bleibt Risiko-Zucker für Diabetiker, z.B. 50% vom Speisezucker
        https://doi.org/10.1016/j.metabol.2011.01.008

    • Zu viel Glucose: dann als Stärke/Glykogen gespeichert

    • Wenn Speicher voll, als Fett unbegrenzt

    • Organschäden, u.a. Niere: Zucker im Urin = Diabetes mellitus


    Glykämischer Index

    Zucker schnell im Blut, langkettige KH langsam

    Lebensmittel mit einem hohen GI führen zu einem hohen oder lang andauernden Blutzuckerspiegel, was dann zu einer starken Ausschüttung von Insulin führt. Das wiederum führt zu einer Steigerung der Aufnahme von Glukose in Muskel- und Fettzellen und regt auch die Fettspeicherung und die Kohlenhydratspeicherung in Form von Glykogen an.

    starke Abfall des Blutzuckerspiegels bei Lebensmitteln mit hohem GI zu Veränderungen im Verdauungsprozess einschließlich eines Hungergefühls[6] und dadurch zur erneuten Nahrungsaufnahme führt.

    • C. K. Rayner, M. Samsom, K. L. Jones, M. Horowitz (2001) Relationships of Upper Gastrointestinal Motor and Sensory Function With Glycemic Control. Diabetes Care 24:371–381.

    • S. B. Roberts (2001) High-glycemic index foods, hunger, and obesity: is there a connection? Nutr Rev 58:163–169.

    Die Umstellung auf Nahrungsmittel mit geringerem GI und glykämischer Belastung (GL) scheint bei Übergewichtigen eine wirkungsvolle therapeutische Maßnahme darzustellen.

    • Ludwig DS, Majzoub JA, Al-Zahrani A, Dallal G, Blanco I, Roberts SB. (1999) High glycemic index foods, overeating, and obesity. Pediatrics 103: e26.

    • Spieth LE, Harnish JD, Lenders CM, Raezer LB, Pereira MA, Hangen SJ, Ludwig DS. (2000) A low glycemic index diet in the treatment of pediatric obesity. Arch Pediatr Adolesc Med 154:947-951.

    • Ebbeling CB, Leidig MM, Sinclair KB, Hangen JP, Ludwig DS. (2003) A reduced glycemic load diet in the treatment of adolescent obesity. Arch Pediatr Adolesc Med 157:773-779.

    • Ludwig DS (2002) The glycemic index: physiological mechanisms relating to obesity, diabetes and cardiovascular disease. JAMA 287:2414-2423.


    Versteckter Zucker

    • Salatdressings (French, Vinaigrette) bis zu 7g pro Portion

    • Suppen und Saucen bis zu 12 g pro Portion

    • Frühstücks-Smoothies, hier Fructose der Früchte, plus und Säure zusätzlich zahnschädigend, dagegen hilft Milch alkalisch, aber es bleibt die Fructose

    • Frühstücks-Riegel und -Joghurts, fettarm, Inhaltsangabe, weiter oben, mehr %

    • Brot, Sandwiches 1 Teelöffel pro 2 Scheiben

    • Alkoholika: 1 Glas Cider oder 1 doppelter Sherry 20g. Neben Alkohol selbst


    Zucker macht süchtig - Das Belohnungssystem

    Elementare Lebensbedürfnisse (Überleben der Art)

    • Trinken

    • Essen

    • Sex

    • Schutz und Versorgung der Nachkommen

    • Anblick geliebter Menschen / Gruppenzugehörigkeit

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  • 21.04.2019
    63 MB
    44:23
    Podcast Cover Harald Schmidt 1400x1400

    Ernährung: Vorsicht vor Gurus und Pseudowissenschaft

    Heute geht es um das Thema Ernährung als Teil einer ganzen Serie. //  


    • Fehlernährung, Mangelernährung, Unterernährung,

    • Vitamine, Mikronährstoffe, Nahrungsergänzungsmittel

    • Zucker, Kohlenhydrate

    • Fett, Cholesterin

    • Salz

    • Probiotika (hatten wir schon, überraschende Neuigkeiten)

    • Vegetarisch, Vegan, Paläo, Fettarm, Low-Carb

    • Fasten, Intervallfasten, Diäten

    • Gesunde Ernährung = Mediterran  //


    Hinzu kommen dann noch die extrem wichtigen Zusammenhänge von Ernährung mit Bewegung, Psyche und Schlaf.   //


    Es ist unbestritten, dass Bildung und gesunde Lebensführung die Lebenserwartung um ca. 8 Jahre verlängern. Welche Komponenten dazu im Einzelnen beitragen und ob einzelne überhaupt ausreichend ist völlig unklar.  //


    Glauben Sie erstmal nichts, von dem was Sie über Ernährung lesen, sehen oder hören. Schon gar nicht irgendwelchen Gurus, die Bücher oder Kurse verkaufen wollen.  //


    Immer an Neujahr schwören Millionen Menschen, ihre Essgewohnheiten zu verbessern. Normalerweise werden dabei Lebensmittel in moralistische Kategorien eingeteilt:

    • gut / schlecht,

    • gesund / ungesund,

    • nahrhaft / leere Kalorien,

    • Gewichts-mindernd / Verfettend.   //


    Welche Lebensmittel jedoch dorthin gehören, hängt davon ab, wen Sie fragen.  //


    In 2018 kam es zu einem heftigen Streit unter Ernährungs-Epidemiologen (die quantitativ Faktoren, die Gesundheitszustände beeinflussen, auf Ebene ganzer Länder bis hin zu weltweit) vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung (DIfE), Potsdam-Rehbrücke, sowie der Deutschen Gesellschaft für Ernährung, Bonn, Uni Düsseldorf und Imperial College, London, auf der einen Seite, und John P. A. Ioannidis, Stanford University, Kalifornien, auf der anderen.  //


    Der Viewpoint von Ioannidis: https://doi.org/10.1001/jama.2018.11025

    Die Arbeit aus dem DIfE und der DGE: https://doi.org/10.3945/ajcn.117.153148

    Der Leserbrief an Ioannidis von Boeing: https://jamanetwork.com/journals/jama/fullarticle/2721173

    Die Antwort darauf von Ioannidis: https://jamanetwork.com/journals/jama/fullarticle/2721175   //


    Epidemiologie ganzer Länder bis hin zu weltweit klingt erstmal sehr gut und relevant. Nachteil ist natürlich dass viele Faktoren ein Ergebnis beeinflussen können und man die Wichtigen gar nicht kennt oder in Betracht zieht. Unterschied zu klinischen Arzneimittelstudien, alles konstant, nur die Hälfte mit die andere ohne Arzneimittel. Mit Ernährung oder Epidemiologie ganz generell ist das nicht zu machen. Man kann ja nicht hunderte von Menschen total gleich leben lassen und nur variieren ob sie täglich Nüsse essen oder nicht. Auch geht es dabei um Lebenserwartung, also müssten die Studien jahrzehnte dauern. Durch Bündeln mehrere Studien in sogenannten Meta-Analysen versucht man Fehler zu minimieren, diese könnten sich aber auch potenzieren.  //


    Ioannidis benutzte die Arbeit zu Lebensmittelgruppen und Mortalitätsrisiko, ein sogenannter systematischer Review mit Metaanalyse von 266 prospektiven Ernährungsstudien.  //


    Meta-Analyse bündelt mehrere Einzelstudien höchste Evidenz.  //


    Das Ziel dieser Metaanalyse war es, das Wissen über die Beziehung zwischen der Aufnahme von 12 Hauptnahrungsgruppen, darunter


    • Vollkorn und Weißmehl,

    • Gemüse, Obst, Nüsse, Hülsenfrüchte,

    • Eier, Milchprodukte,

    • Fisch, rotes Fleisch, verarbeitetes Fleisch und

    • Zucker-gesüßte Getränke  //


    mit dem Risiko der Gesamtmortalität zu korrelieren.  //


    das Risiko einer Gesamtmortalität nahm ab mit zunehmender Aufnahme von Vollkornprodukten, Gemüse, Früchte, Nüsse und Fisch. Allerdings nur bis zu einem Maximaleffekt, danach keine weitere Abnahme mehr. Schlussfolgerung ein optimaler Konsum von Risiko-mindernden Lebensmitteln führt zu einer Senkung der Gesamtmortalität um 56%.  //


    Mit einem erhöhten Risiko für Mortalität in einer linearen Dosis verbunden war rotes Fleisch und verarbeitete Fleischwaren. Schlussfolgerung: Die Auswahl einer bestimmten optimalen Aufnahme der untersuchten Lebensmittelgruppen kann zu einer erheblichen Änderung des Risikos eines vorzeitigen Todes führen.  //


    -----


    Ioannidis kritisierte die Studie schwer. Übrigens nicht nur Epidemiologie. Er nimmt sämtliche biomedizinische Forschung, Grundlagen, Klinische Studien etc., zu Recht unter die Lupe und hat groteske Fehler aufgedeckt.  //


    Hauptkritikpunkt ist das epidemiologische Korrelationen von Ernährungsfaktoren als ursächlich interpretiert werden, und dies nicht selten mit direkten Auswirkungen auf die Gesundheitspolitik und -richtlinien.   //


    Ein erheblicher Mangel an wichtigen Nährstoffen (z. B. Vitamine), extremer Überkonsum von Lebensmitteln und Fettleibigkeit durch übermäßige Kalorien können das Mortalitätsrisiko tatsächlich erhöhen.  //


    Oben genannte Studie könnte genommen werden zu schlussfolgern dass die tägliche Verwendung von 30 g Haselnüssen also etwas 12 Stück das Leben um 12 Jahre verlängert (d.h. pro Haselnuss 1 Jahr). Wenn Sie 3 Tassen Kaffee pro Tag trinken, erzielen Sie angeblich einen ähnlichen Gewinn von 12 zusätzlichen Jahren, eine Mandarine täglich 5 Jahre.   //


    Ein tägliches Ei würde die Lebenserwartung wiederum um 6 Jahre reduzieren, und das Essen von 2 Speckscheiben pro Tag um ein Jahrzehnt verkürzen, ein Effekt, der schlimmer wäre als Rauchen.  //


    Könnten diese Ergebnisse stimmen?   //


    Der erste Fehler, der sehr gerne gemacht wird damit die Zahlen beeindruckender aussehen ist relative und absolute Risikoreduktion zu verwechseln. Die absoluten Unterschiede sind geringer, z. B. entspricht eine relative Risikoreduktion von 15% bei 12 Haselnüssen nur einer um 1,7 Jahre längeren Lebensdauer, was jedoch noch immer nicht plausibel erscheint.  //


    Relative Risiken sind fast immer viel extremer als das absolute Risiko, aber das absolute Risiko (Ihr Krebsrisiko, wenn Sie beispielsweise Speck konsumieren) ist das eigentlich Wichtige. Wenn zum Beispiel drei von 10.000 Menschen, die am meisten Speck aßen, Darmkrebs bekamen, verglichen mit 1 von 10.000, die keinen gegessen haben, ist das ein dreifacher Unterschied. Der Unterschied beim absoluten Risiko - eine 0,03-prozentige Chance auf Krebs gegenüber 0,01 Prozent - ist jedoch immer noch gering und reicht wahrscheinlich nicht aus, um die Essgewohnheiten eines Menschen oder der gesamten Bevölkerung zu ändern.  //


    In einer der seltenen Studien, die tatsächlich den absoluten Lebensgewinn berechnete, betrug die kombinierte Wirkung von 5 Lebensstil-Faktoren  //


    1. nie geraucht zu haben,

    2. ein gesundes Gewicht zu haben,

    3. regelmäßig körperlich aktiv zu sein,

    4. sich gesund zu ernähren und

    5. nur moderat Alkohol zu trinken   //


    auf 12-14 mehr Lebensjahre ab einem Alter von 50. Schlaf fehlte, war aber sicher ebenfalls wichtig. Diät allein trug nur zu einem geringen Teil bei. Glaubte man vielen epidemiologischen Studien, dann würden schon 12 Haselnüsse, oder 3 Tassen Kaffee, oder winzige Mengen

    an β-Carotin bzw. zahlreiche andere Nahrungsmittel, Nährstoffe und Diäten

    jede allein einen Großteil (wenn nicht den gesamten) Lebensgewinn ausmachen, der der Ernährung zugeschrieben werden kann.  //


    https://doi.org/10.1161/CIRCULATIONAHA.117.032047  //  


    Bei der zunehmenden Forschung mit großen Datensätzen (Big Data) werden fast alle Ernährungs-Variablen mit fast allen Gesundheits-Parametern korreliert. Irgendwas korreliert dann immer.  //


    Angesichts der komplizierten Assoziationen von Essverhalten und -mustern mit vielen zeitabhängigen sozialen und Lebensstilfaktoren (Bewegung, Schlaf etc.), die sich mindestens genauso auf die Gesundheit auswirken, enthält keine derzeit verfügbare epidemiologische Kohorte ausreichend Informationen, um solche Störparameter zu eliminieren und ausschließlich Aussagen über Ernährungs-Komponenten machen zu können. Punkt.   //


    Insofern nochmal: Glauben Sie erstmal nichts, von dem was Sie über Ernährung lesen.  //


    • Das US Dietary Guidelines Advisory Committee veröffentlichte kürzlich seine neuesten Richtlinien, die eine gesunde Ernährung als eine definierte, die Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, fettarme Milchprodukte, Meeresfrüchte, Hülsenfrüchte und Nüsse betont, während rotes und verarbeitetes Fleisch sowie Weißmehl reduziert und zuckerhaltige Speisen und Getränke eliminiert.

    • Einige Kardiologen empfehlen eine mediterrane Diät, die reich an Olivenöl ist.

    • Die American Diabetes Association spricht sowohl für kohlenhydratarme als auch für fettarme Diäten.

    • Der Ärzteausschuss für verantwortungsvolle Medizin fördert eine vegetarische Ernährung.

    • Fragen Sie einen hartgesottenen CrossFit-Aficionado, und sie setzt sich möglicherweise für eine "Paleo" -Diät ein, die auf Lebensmitteln basiert, die unsere paläolithischen Vorfahren (angeblich) gegessen haben.

    • Ein Fitness-Kollege (Hallo Ad!) schwört auf die Keto-Diät.  //


    Wer hat recht Es ist schwer zu sagen. In Sachen Ernährung hat jeder eine Meinung. Was niemand hat, ist Evidenz.   //


    Ernährungs-Wahnsinn | extra 3 | NDR

    https://youtu.be/jNP0e91tGK8   //


    Darüber hinaus wird in der Literatur auf sehr unterschiedliche Weise ausgewählt und analysiert meist nach Expertenmeinung. Folglich erstellen Metaanalysen lediglich Durchschnittswerte von Expertenmeinungen. Aus der Arzneimittelforschung und Anwendung wissen wir aus den 70er Jahren, dass dies die schlechteste Weg ist. Den Übergang von Eminenz-basiert zu Evidenz-basiert hat die Ernährungswissenschaft bislang nicht geschafft. Sorgfältig durchgeführter Primärstudien, die Richtlinien enthalten, sind Mangelware.  //


    Einzelpersonen verbrauchen Tausende von Chemikalien in Millionen von möglichen täglichen Kombinationen. Zum Beispiel gibt es mehr als 250.000 verschiedene Nahrungsmittel und noch mehr potenziell essbare Artikel, allein mit 300.000 essbaren Pflanzen. Scheinbar ähnliche Nahrungsmittel Äpfel (neue und alte Sorten wie Weland) unterscheiden sich in exakten chemischen Signaturen (z. B. mehr als 500 verschiedene Polyphenole).   //


    Ein Großteil der Literatur geht stillschweigend davon aus, dass das Krankheitsrisiko durch die am häufigsten vorkommenden Substanzen moduliert wird, Kohlenhydrate oder Fette.   //


    Demgegenüber können relativ ungewöhnliche Chemikalien in Lebensmitteln, Verunreinigungen, zufällige Giftstoffe oder Komponenten, die nur unter bestimmten Bedingungen oder Zubereitungsverfahren für Lebensmittel (z. B. Kochen mit rotem Fleisch) auftreten, einen Einfluss haben.   //


    Die Risiken von Nährstoffkombinationen können je nach genetischem Hintergrund, Stoffwechselprofil, Alter oder Umweltbelastung bei ein und derselben Person variieren. Die Entflechtung des potenziellen Einflusses einer einzelnen Diät-Komponente auf die Gesundheitsergebnisse von allen anderen Variablen ist schwierig, wenn nicht sogar unmöglich.  //


    So wurden die Ergebnisse von Einzelnährstoff-Studien in randomisierten Studien weitgehend nicht bestätigt. Die Ernährungsforschung kann die öffentliche Wahrnehmung von Wissenschaft sogar negativ beeinflussen oder beeinflusst haben. Die Ressourcen für einige dieser Studien hätten besser für eindeutige, direkt handhabbare Gesundheitsbedrohungen wie Rauchen, Bewegungsmangel, Luftverschmutzung oder Klimawandel eingesetzt werden können.   //


    Darüber hinaus schadet das fortdauernde epidemiologische Ernährungsmodell wahrscheinlich auch der öffentlichen Gesundheit. Unbegründete Überzeugungen, die den Verzehr von mehr Nahrungsmitteln rechtfertigen, wenn zu nur „qualitativ hochwertig“ sind, verwirren die Öffentlichkeit und lenken von der eigentlich wichtigen Agenda der Prävention und Behandlung von Fettleibigkeit ab.  //


    Oft werden einzelne Datensätze aus einer großen Kohorte veröffentlicht, ohne andere Erkenntnisse aus derselben Kohorte zu berücksichtigen. Ein einzelner Artikel, der über einen signifikanten Effekt einer diätetischen Komponente berichtet, wäre unhaltbar, wenn alle Ergebnisse vorgelegt würden. Einige sehr ausgeschlachtete Kohorten (z. B. die European Prospective Investigation in Cancer and Nutrition (EPIC), Nurses 'Health Study (NHS) I und II) haben jeweils mehr als 1000 wissenschaftliche Artikel geliefert. Diese garantieren viel Aufmerksamkeit, weil die Öffentlichkeit sehr stark an Ernährung interessiert ist (und sich ständig über sie informiert). Zum Beispiel war eine der 20 höchsten Altmetric-Bewertungen im Jahr 2017 für eine Studie, in der erhebliche Überlebensvorteile von Kaffee gemeldet wurden. Trotz erheblicher methodischer Mängel und Limitierungen was die Aussagefähigkeit betrifft ist dies eine der meist zitierten Arbeiten - ein wesentliches Karriere-Kriterium für Wissenschaftler.  //


    Gunter MJ, Murphy N, Cross AJ, et al. Coffee drinking and mortality in 10 European countries.

    Ann Intern Med. 2017;167(4):236-247.  //

    https://doi.org/10.7326/M16-2945   //  


    Groß angelegte, randomisierte Langzeitstudien zur Ernährung könnten nützlich sein, insbesondere zur Beurteilung der Ernährungsgewohnheiten. Die bisher vielversprechendste große Studie, Prevención con Dieta Mediterránea (PREDIMED), eine Studie mit mediterraner Ernährung, wurde kürzlich zurückgezogen und erneut veröffentlicht, nachdem erkannt wurde, dass es mehrere Manipulationen bei der Randomisierung gab. Die Ergebnisse der Reanalyse zeigten keinen Überlebensvorteil.  //


    Estruch R, Ros E, Salas-Salvadó J, et al; PREDIMED Study Investigators. Primary prevention

    of cardiovascular disease with a Mediterranean diet supplemented with extra-virgin olive oil or nuts. N Engl J Med. 2018;378(25):e34.

    https://doi.org/10.1056/NEJMoa1800389   //  


    -----


    Was Diäten betrifft beginnt das Problem mit einem mangelnden Konsens darüber, was eine Diät gesund macht. Ist das Ziel, Sie schlank zu machen? Muskeln aufbauen? Um deine Knochen stark zu halten? Oder um Herzinfarkten oder Krebs vorzubeugen oder Demenz fernzuhalten?   //


    In fast allen Ernährungsstudien sind Messwerte des Lebensmittel-Verbrauchs erforderlich, bei denen sich die Menschen erinnern und berichten müssen, was sie gegessen haben. Die häufigsten davon sind Ernährungstagebücher, Rückruf-Erhebungen und der Fragebogen zur Häufigkeit von Lebensmitteln.  //


    Es gibt verschiedene Versionen solcher Fragebögen, aber alle verwenden eine ähnliche Technik: Fragen Sie die Leute, wie oft sie bestimmte Nahrungsmittel essen und welche Portionsgröße sie normalerweise konsumieren. Es ist jedoch nicht immer leicht, sich an alles, was Sie gegessen haben, zu erinnern, selbst was Sie gestern gegessen haben.  //


    Als ich versuchte, ein siebentägiges Ernährungstagebuch zu führen, entdeckte ich wie überraschend schwierig es ist eine Aufzeichnung zu erstellen, die meine normalen Essgewohnheiten widerspiegelt, wenn ich nur wenige Tage Daten sammele. So kam es, dass ich während meiner Tagebuch-Woche zu einer Konferenz reiste, also habe ich abgepackte Imbisse und Restaurant-Mahlzeiten gegessen, die sich deutlich von den Speisen unterscheiden, die ich normalerweise zu Hause oder in meiner Uni-Kantine esse. Und im Restaurant gab es ein ein leckeres indonesisches Meeresfrüchte-Curry, aber ich könnte unmöglich alle Zutaten auflisten.  //


    Eine weitere Lektion aus meiner kurzen Übung war, dass der bloße Vorgang, den Überblick zu behalten, das ändern kann, was man isst. Als ich wusste, dass ich es aufschreiben musste, habe ich viel mehr Aufmerksamkeit darauf gelegt, wie viel ich gegessen habe, und das bedeutete manchmal, dass ich mich entschied, etwas nicht zu essen, weil ich zu faul war, es aufzuschreiben, oder es wurde mir klar, dass es nicht so gesund oder zu viel war. Ich wollte wirklich einen zweiten Keks (aber ich wollte nicht zugeben, dass ich ihn gegessen hatte.  //


    Zur Schätzung der durchschnittlichen Kalorienzahl sind im Durchschnitt 27 Tage tägliche Daten für die Einnahme von Männern und 35 Tage für Frauen erforderlich. Einige Nährstoffe benötigten sogar noch länger - im Durchschnitt 474 Tage, um die Vitamin-A-Zufuhr von Frauen zu messen.  //


    Die Probleme mit Fragebögen für Lebensmittel gehen noch tiefer. Sie sind nicht nur unzuverlässig, sie erzeugen auch riesige Datensätze mit vielen, vielen Variablen. Die daraus resultierende Fülle von möglichen Kombinationen macht es zu leicht, zu vermeintlich interessanten aber falschen Korrelationen zu gelangen.   //


    https://fivethirtyeight.com/features/you-cant-trust-what-you-read-about-nutrition/

    Englisches Video: https://abcn.ws/2K7KgKs   //


    In dem Blog 538 wurde ein Test mit 54 vollständigen Antwortbögen durchgeführt in dem noch weitere Eigenschaften abgefragt wurden. So kamen absurde aber hoch-signifikante Assoziationen zustande und zwar auf dieselbe Art und Weise wie Ernährungsepidemiologen nach Verbindungen zwischen Nahrungsmitteln und Krankheiten suchen.   //


    Der verwendete Fragebogen erzeugte 1.066 Variablen, und die zusätzlichen Fragen sortierten die Umfrageteilnehmer nach 26 möglichen Merkmalen (zum Beispiel Linkshänder oder Rechtshänder). Dieser riesige Datensatz ermöglichte es innerhalb weniger Stunden 27.716 Regressionen durchzuführen. (Sie können die vollständigen Ergebnisse auf GitHub sehen.) Bei so vielen Untersuchungsmöglichkeiten war es garantiert einige "statistisch signifikante" Korrelationen zu finden, die aber nicht echt sein werden, also falsch positiv. Genauer gesagt bei einem p-Wert von 0,05 und 27.716 Regressionen werden 1.386 Ergebnisse falsch positiv sein.


    Das Experiment fand zum Beispiel heraus, dass Menschen, die das Fett von ihren Steaks abschneiden, eher Atheisten waren als diejenigen, die das Fett aßen, das Gott ihnen gegeben hatte. Es besteht die Möglichkeit, dass es einen echten Zusammenhang (also eine echte Korrelation) zwischen dem Abschneiden von Fett aus dem Fleisch und Atheismus gibt, aber das bedeutet nicht, dass es ein kausaler ist. Eine Korrelation sagt nie etwas über einen kausalen Zusammenhang aus.  //


    Essen/Trinken von...

    Korreliert mit...

    P-Wert

    Rohe Tomaten

    Jüdischer Glaube

    <0.0001

    Steak ohne Fettschwarte

    Atheismus

    0.0030

    Kartoffelchips

    Besserer naturwissenschaftlicher als sprachlicher Schulabschluss

    0.0001

    Bananen

    Besserer sprachlicher als naturwissenschaftlicher Schulabschluss

    0.0073

    Schalentiere

    Rechtshänder

    0.0002

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  • 14.04.2019
    47 MB
    32:52
    Podcast Cover Harald Schmidt 1400x1400

    Heuschnupfen vorbeugen und behandeln

    Heute geht es also um das Thema Heuschnupfen aus dem Bereich der Allergien //  


    Allergie - Überempfindlichkeit/Intoleranz //  


    Allergie  //

    Immunsystem auf eigentlich harmlose körperfremde Substanzen (Allergene)

    Pflanzenpollen oder bestimmte Nahrungsmittel.

    https://vimeo.com/264453314   //


    Was genau: //

    • Beim ersten Kontakt: IgE-Antikörper gegen diese Substanzen

    • Binden sich an bestimmte Zellen = Sensibilisierung

    • Bei erneuten Kontakt chemische Stoffe freigesetzt, Histamin:

      • Niesen, Husten oder Hautausschlag

      • Brennnessel: Jucken, Schwellung, Rötung, Schmerz

      • Insektengift

        • Mücke hauptsächlich Histamin

        • Biene: kleine Menge Histamin, hauptsächlich Melittin, Ak //


    Überempfindlichkeiten = Intoleranz  //

    Symptome ähneln, Pseudo-allergische Symptome

    nichts mit einer Allergie zu tun:

    z.B. Nahrungsmitteln:

    • Laktose/Fruktose

    • Nicht immer, abhängig von Menge

    Ärztlich untersuchen //


    Auslöser Allergie / Allergene //

    • Pollen

    • Hausstaubmilben

    • Nahrungsmittel

    • Konservierungsstoffe

    • Medikamente

    • Haus- und Nutztiere, v.a. Tierhaare

    • Schimmelpilze

    • Kontaktallergene (zum Beispiel Metalle oder Duftstoffe) //


    Stärke der Beschwerden  //

    sehr unterschiedlich

    • Leicht bis sehr belastend

    • Schwellung, wie Insektenstich

    • manchmal lebensbedrohlich. //


    Wo? //

    Oberflächen: Atemwegen, Augen, Haut, Schleimhäuten (auch Magen/Darm).

    meist sofort auf, manchmal auch erst nach Stunden oder Tagen.

    • Pollen kommen zuerst die oberen Atemwege und Augen in Berührung

      • Niesen, laufende Nase, Schnupfen

      • Augen: tränen, geschwollen, Jucken

    • Haut: Ausschlag, Jucken

    • Mund und Zunge, Magen-Darm: Juckreiz und Schwellungen, Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen

    • Atemwege und Herz-Kreislauf-System = anaphylaktische Reaktion/Schock.
      Notfall: potentiell lebensgefährlich, bewusstlos, Atemnot, Blutdruckabfall (Schock). //


    Wann? //

    • Saisonal: nur während des Pollenflugs, Heuschnupfen.

    • Das ganze Jahr: Hausstaubmilben oder Haustiere

    • Einzelne, seltene Situationen, oft deutlich stärker: Medikamente (Penicillin, Konservierungsmittel) und Insektengift. //


    Ursachen und Risikofaktoren //

    • Neigung vererbt: „Atopie“

    • Umwelteinflüsse Luftverschmutzung (NO2/Feinstaub) und Zigarettenrauch
      begünstigen Allergien und
      Folgeerkrankungen wie Asthma. //


    Häufigkeit //

    In den letzten 30 Jahren Allergie gestiegen.

    20 bis 25 % aller Kinder und Jugendlichen: Heuschnupfen, Asthma oder Neurodermitis.

    Etwa 1/3 Bevölkerung in Deutschland im Laufe des Lebens 1 allergische Erkrankung.  //


    Verlauf //

    Beginn //

    meist schon im Kindes- und Jugendalter, bleiben oft ein Leben lang bestehen.v


    Mit der Zeit stärker:  //

    • anfangs oft nur leicht,

    • mit der Zeit werden stärker.

      • Manchmal weitere Erkrankungen hinzu:

        • Heuschnupfen zu Etagenwechsel auf die unteren Atemwege/Asthma

        • Neurodermitis //


    Kreuzallergie //

    Pollen und Nahrungsmittel (Früchte, Nüsse)

    ähnliche Eiweiße

    • Birke: Apfel, Birne, Kirsche, Haselnuss, Kiwi, Pfirsich, Aprikose, Karotte, Kartoffel

    • Gräser: Tomate, Erdnuss, Getreidemehle, Kartoffel,

    • Beifuß: Sellerie, Karotte, Fenchel, Petersilie, Koriander, Senf

    • Linsen: Erdnuss, Sojabohne //


    Zurückbildung: hängt vom Auslöser ab. //


    Diagnose //


    Blutuntersuchung auf Antikörper //

    https://www.allergiecheck.de/allergietest/bluttest.html


    Prick-Test //

    https://www.allergiecheck.de/allergietest/pricktest.html

    To prick = stechen

    Häufigster Allergie-Test

    Allergene in einigem Abstand voneinander auf den Unterarm aufgetragen.

    Haut leicht eingeritzt, Substanzen in die Haut

    Wird rot und schwillt, ähnlich wie bei einem großen Mückenstich //


    Epikutantest (Pflastertest)  //

    wenn Symptome erst nach einem halben bis drei Tage nach Kontakt

    Pflaster mit dem vermuteten Allergen, Rücken, 1-2 Tage

    Haut schwillt, gerötet und juckt. //


    Provokationstest  //

    Allergen-Extrakte mit einem Spray oder in Tropfenform auf die Nasenschleimhaut

    Schleimhaut schwillt, niesen und die Nase läuft //



    Vorbeugung //


    Generell //

    • Kinder, in ersten 4-6 Monaten ausschließlich gestillt, seltener Allergien.

    • Rauchen/Rauch vermeiden, geringeres Allergierisiko

      • Nichtraucher und

      • Kinder, die in rauchfreier Umgebung aufwachsen

    • Wahrscheinlich saubere Luft am Wohnort, Raumluft ohne Schimmelpilze

    • Konservierungsmittel in Lebensmittel, Waschmitteln, Wandfarben


    Spezifische Kontakt-Vermeidung //

    Hängt vor allem von der Art des Auslösers ab.

    • Verzicht auf Haustiere (z.B. Katzenhaar)

    • Bestimmte Nahrungsmittel oder chemische Stoffe wenn deklariert

    • Hausstaubmilben milbendichte Bettwäsche, Staubfänger entfernen

    • Pollen

      • Pollenflug-Kalender

      • Kleidung nicht im Schlafzimmer

      • Wäsche nicht draußen trocknen

      • Teppichboden statt glatter Fußboden

      • Im Auto nicht Fenster auf sondern Lüftung mit Pollenfilter

      • Abends vor dem Schlafen gehen Haare waschen und duschen

      • Im Freien, Nicht-Brillenträger Sonnenbrille

      • Nasendusche oder Sprays mit Salz oder Schutzschicht

      • Richtig lüften, aber wichtig wo man wohnt:

        • Stadt: früh 6-8 Uhr

        • Land: spät 19-24 Uhr //


    Hyposensibilisierung (spezifische Immuntherapie)  //

    https://www.allergiecheck.de/allergie-behandlung/tabletten.html</p

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  • 07.04.2019
    52 MB
    36:39
    Podcast Cover Harald Schmidt 1400x1400

    Migräne, die unterschätzte Krankheit

    Heute geht es um Migräne, als Teil einer kleinen Serie über Schmerz. Für Migräne ist seit November 2018 ein neues Mittel auf dem Markt auf dem viel Hoffnung ruhten. Was ist da dran? Was ist Migräne? Was können Sie sonst noch tun?  //  


    Unterschätzt //  

    • Zählt zu den am stärksten unterschätzten Erkrankungen. In Deutschland sind rund 10 bis 15 Prozent der Bevölkerung von Migräne betroffen. eine der häufigsten Kopfschmerzformen. Täglich 900.000 Menschen.

    • Vor allem Frauen, dreimal so häufig wie Männer (14 von 100 Frauen und 7 von 100 Männern), Bei Kindern sind Mädchen und Jungen gleich häufig betroffen: Etwa 4 bis 5 von 100 Kinder

    • manifestiert sich am stärksten im aktiven Erwachsenenalter, zwischen dem 20. und 50 Lebensjahr. Mit zunehmendem Alter nehmen Zahl und Schwere der Anfälle ab. //  


    Keine normalen Kopfschmerzen //  

    Eine Migräne ist etwas anderes als gewöhnliche Kopfschmerzen, die fast jeder Mensch ab und zu hat.


    Bei einem Migräneanfall setzen plötzlich heftige Schmerzen auf nur einer Kopfseite ein. Name hemi krania (gr.) - halber/Hälfte des Kopfs


    Funktionsstörung der Hirnhaut (Dura) und der jeweiligen Blutgefäße. Im weiteren relativ unverstanden. Wahrscheinlich auch ein Gemisch von Ursachen, die sich nur von den Symptomen ähneln und dann unter Migräne zusammengefasst werden. Bei weitem nicht bei jedem Patienten halbseitig.


    Sie sind deutlich stärker als gewöhnliche Kopfschmerzen und meist von weiteren Beschwerden begleitet. Von einer Migräne spricht man aber erst, wenn die typischen Symptome mindestens fünfmal aufgetreten sind.

    /

    Anfallsartige, chronisch rezidivierende Kopfschmerzform. Meist unilateral auf, die Schmerzen äußern sich stark pochend, charakteristisch ist außerdem, dass insbesondere Belastung und Bewegung die Migränekopfschmerzen verschlimmern. Häufig leiden die Patienten neben den Kopfschmerzen zusätzlich unter unangenehmen Begleitsymptomen wie Übelkeit, Erbrechen oder Geruchsempfindlichkeit, Photo- und Phonophobie.

    /

    Die Kopfschmerzen können mit Übelkeit, Schwindel und Erbrechen verbunden sein.


    Aura  //  

    Bevor die eigentliche Migräne spürbar wird, sehen manche Menschen Lichtblitze und eigenartige Formen. Andere nehmen alles etwas verschwommen, verwackelt oder wie durch Wellenlinien hindurch wahr.


    Vorübergehend können sich auch Sprachstörungen, Lähmungen oder Missempfindungen wie Kribbeln einstellen.


    Eine Aura klingt normalerweise innerhalb einer Stunde wieder ab und wird dann von den typischen Migräneschmerzen abgelöst.


    Dauer  //  

    Im Mittel dauert eine attacke 16 Stunden, allerdings können auch Attacken kürzer oder wesentlich länger andauern.


    Verlauf  //  

    Lebenslange Erkrankung

    kann mit der Zeit von selbst besser werden.


    Die wichtigste Unterteilung der Migräne zielt auf die Anzahl der Attacken ab.

    • Bei weniger als 15 Migränetagen pro Monat - episodischen Migräne.

    • Mehr als 15 Tage monatlich Migräne - chronische Migräne vor. Weniger als 2 % der Menschen mit Migräne haben eine chronische Form.


    Auswirkungen  //  

    Eine Migräne schränkt den Alltag meist erheblich ein.

    Manche Menschen haben nur gelegentlich einen Migräneanfall.

    Andere sind jeden Monat für mehrere Tage außer Gefecht gesetzt.


    Gesellschaftliches Problem: Zusätzlich zu den Migränebeschwerden seien Betroffene häufig mit Vorurteilen Dritter zu tun

    • “Du siehst ja gar nicht krank aus“

    • “Du bleibst ja schön oft zuhause“

    Anderseits Fallen lassen in “Ich bin Migränekrank” - Medikamente => Auslöser erkennen und Vorbeugen


    Ursachen und Risikofaktoren  //  

    Genetische Prädisposition

    https://www.nature.com/articles/ng.3598

    Gormley et al. (2916) Meta-analysis of 375,000 individuals identifies 38 susceptibility loci for migraine. Nature Genetics Band 48, Seiten 856–866


    Exogene Faktoren müssen noch dazukommen

    • Frauen/Zyklus: Hormonelle Umstellungen während der Menstruation oder Schwangerschaft. Junge Frauen haben oft zum ersten Mal eine Migräne, wenn sie ihre Monatsblutung bekommen. Bei vielen Frauen bleiben die Anfälle während einer Schwangerschaft aus und verschwinden nach den Wechseljahren ganz.

    • Essen: Unregelmäßige Essenszeiten, Ernährungsgewohnheiten (Rotwein, Käse),

    • Schlaf: Schlafmangel oder auch atypisch viel Schlaf, unregelmäßige Schlafzeiten => Siehe Schlafpodcast

    • Stress: Sich nervös und angespannt zu fühlen, kann Schmerzen verstärken oder dazu beitragen, dass sie überhaupt auftreten. Sehr hektische Tage ohne ausreichende Pausen. Oder wenn Stress nachlässt – zum Beispiel am Wochenende oder in den ersten Urlaubstagen. => psychotherapeutische Behandlung, übt Techniken, die helfen sollen, mit stressigen Situationen umzugehen. erlernen eine Entspannungsmethode

    • Wetter: Wetterfühligkeit und sich ändernde Luftdrucke, Wetterumschwünge

    • Mangelnde Bewegung => Ausdauersport wie Walking oder Schwimmen


    Vorbeugung  //  

    • Siehe oben: Auslöser => Vermeiden, gegensteuern

    • kognitive Verhaltenstherapie infrage. Während der Therapie wird vermittelt, wie Verhalten, Gedanken und Gefühle das Schmerzempfinden beeinflussen – und wie sich dies nutzen lässt, um besser mit den Schmerzen zurechtzukommen. Zur psychotherapeutischen Behandlung von Migräne-Kopfschmerzen gibt es bislang nur wenige Studien. In der Behandlung von anderen chronischen Schmerzerkrankungen hat die kognitive Verhaltenstherapie allerdings einen festen Platz.

    • Biofeedback wird versucht, unbewusste Körpervorgänge durch Training willentlich zu steuern und so zu lernen, sie besser zu kontrollieren. Auf diese Weise sollen sich auch beginnende Kopfschmerzen besser kontrollieren lassen. Eine Zusammenfassung von Studien deutet an, dass Biofeedback in der Migränevorbeugung hilfreich sein könnte. Die Technik muss allerdings über viele Sitzungen eingeübt werden. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten normalerweise nicht.

    • „Nervenstimulation“ werden Behandlungsverfahren bezeichnet, bei denen Reize auf das Nervensystem übertragen werden. Dies soll die Schmerzweiterleitung und -empfindung im Gehirn beeinflussen. Dazu werden zum Beispiel elektronische Impulse oder Magnetwellen über Elektroden auf der Kopfhaut ins Gehirn gesendet. Manchmal werden auch einzelne Nerven gereizt – etwa der Nerv, der Hinterkopf und Nacken versorgt. Wie wirksam solche Nervenstimulationen Migräne vorbeugen, wurde bislang nicht ausreichend untersucht.

    • Manchen Menschen hilft möglicherweise Akupunktur

    • Pflanzliche Mittel und Nahrungsergänzungsmittel: Coenzym Q10, Magnesium, Mutterkraut, Pestwurz und Vitamin B2. Mangels aussagekräftiger Forschung lässt sich bislang nicht beurteilen, ob diese Mittel vor Migräne schützen

    • Medikamente: Vorbeugung und Behandlung


    Migräne-Tagebuch  //  

    Selbst herausfinden, ob diese Faktoren einen Einfluss haben, Häufigkeit

    Migräne Apps

    • Schmerzklinik Kiel,

    • TKK

    Was wird erfasst, KI

    • was in der Zeit kurz vor einem Migräneanfall passiert ist,

    • was man vorher gegessen oder getrunken hat,

    • wann die Attacke begonnen hat und wann sie vorüber war,

    • wie stark die Migräne war und

    • zu welchem Zeitpunkt man Medikamente genommen hat und wenn ja, welche und wie viele. => Optimiert auch Arzneimitteleinsatz

    • Wer zum Beispiel Rotwein als Auslöser im Verdacht hat und für eine Weile darauf verzichtet, kann anhand der Tagebuch-Eintragungen sehen, ob die Migräne dann tatsächlich seltener und schwächer wird.


    Medikamente  //  


      <li dir="ltr" style="list-style-type: decimal; font-size: 11pt; font-family: Arial; color: rgb(0, 0, 0); background-color: transparent; font-weight: 700; font-style: normal; font-variant-ligatures: normal; font-variant-caps: normal; font-variant-east-asian: normal; font-variant-position: normal; text-d

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  • 31.03.2019
    30 MB
    20:51
    Podcast Cover Harald Schmidt 1400x1400

    Der Potcast: Cannabis, Hype oder Hope?

    Heute gibt es einen Potcast. Es geht um Cannabis, Marihuana, Weed oder eben Pot, um die medizinischen Anwendungen und eine wissenschaftlich fundierte Nutzen/Risikobetrachtung. //  


    Was ist was? //  


    Für diejenigen, die nicht gelegentliche Kunden niederländischer coffee shops etc. sind zunächst ein paar Definitionen: //  

    • Cannabis ist der lateinische Name der Gattung Hanf. Verschiedene Sorten existieren bzw. wurden gezüchtet, die entweder einen höheren Gehalt an psychoaktivem THC oder an nicht-psychoaktivem CBD aufweisen. Cannabis indica hat einen höheren, Cannabis sativa einen niedrigeren THC/CBD Quotient.  //  

    • Marihuana aus dem Mexikanischen, nicht mit “J” und hat nichts mit Mary Jane zu tun, (auch Gras, Weed, Pot, Ganja) sind die getrockneten, harzhaltigen Blüten und die Blüten-nahen, kleinen Blätter der weiblichen Hanfpflanze/Cannabis. Gesetzliches Marihuana als Trivialname für die gesamte Pflanze verankert. Es heißt im BtMG: Cannabis (Marihuana, Pflanzen und Pflanzenteile der zur Gattung Cannabis gehörenden Pflanzen) //  

    • Haschisch, aus dem Arabischen, (auch Hasch, Shit) wird fälschlicherweise oft synonym verwendet ist aber das Harz, das aus Pflanzenteilen der weiblichen Hanfpflanze gewonnen wird, zu Platten oder Blöcken gepresster Extrakt. Einzelne Stücke Piece. Nach Farbe: Schwarzer Afghane, Roter Libanese, Grüner Türke (aus Marokko). Das Haschisch wird erhitzt, zerkrümelt und (häufig zum leichteren Anbrennen mit Tabak oder Knaster vermischt) in einem Joint, in einer kleinen Pfeife oder Bong geraucht. Außerdem wird es in Form von Keksen oder Kuchen (space cookies oder space cakes) gegessen. //  

    • Cannabinoide machen bis zu 80 % des Harzes aus. Bislang wurden insgesamt 113 verschiedene Cannabinoide identifiziert, deren Wirkungen im Detail meist noch unbekannt sind. Die aktuell am häufigsten diskutierten Cannabinoide, die vermutlich hauptsächlich für die therapeutischen Effekte verantwortlich sind, sind Cannabidiol (CBD) und das psychoaktive Δ9-Tetrahydrocannabinol (THC). THC kann bis zu 30% ausmachen, variiert aber stark. Unter Kunstlicht gezüchtete Cannabispflanzen sind reicher an THC als die Pflanzen aus den traditionellen Anbaugebieten Marokko und Afghanistan. Beide, CBD und THC, können sowohl einzeln als auch in Kombination ärztlich verordnet werden. Die Wirkspektren von CBD und THC ergänzen sich möglicherweise gegenseitig, z.B. bei der Schmerzlinderung: THC ist antiemetische, appetitanregende und muskelrelaxierend und ergänzt sich mit der antikonvulsiven, neuroprotektiven und angstlösenden Wirkung des CBD.  //  


    Rechtliches //  


    Der Besitz, Handel und Konsum von Marihuana und anderen Cannabisprodukten wie Haschisch und Haschöl ist in den meisten Ländern verboten. Uruguay ist das erste Land der Welt, das bereits 2013 eine vollständige Legalisierung von Cannabis beschloss, Kanada 2018. Ein weit verbreiteter Irrtum ist, dass auch die Niederlande Cannabis legalisiert hätten. Dort ist allerdings nur der Besitz von bis zu fünf Gramm Cannabis sowie der Verkauf nach engen Regeln an private Abnehmer durch Coffeeshops und nur an Niederländer toleriert. In den USA haben inzwischen neun Bundesstaaten Cannabis komplett legalisiert, Vermont sowie Washington D.C. den privaten Gebrauch, erlauben aber keine Verkaufsstellen; außerdem haben über die Hälfte der US-Bundesstaaten Cannabis als Medikament erlaubt. //  


    In Österreich und in Deutschland waren seit 2011 die zur Gattung Cannabis gehörenden Pflanzen und Pflanzenteile nur dann ein verkehrs- und verschreibungsfähiges Arzneimittel, wenn es in Zubereitungen vorliegt, die als Fertigarzneimittel zugelassen sind.  //  


    In Deutschland sind darüber hinaus seit dem 10. März 2017 auch Cannabisblüten und -extrakte als Arzneimittel zugelassen, wenn diese aus Anbau zu medizinischen Zwecken unter staatlicher Kontrolle beziehungsweise Importen stammen. //  


    Gefahren auch im Vergleich zu Tabak und Alkohol //  


    Mit einer neuartigen Methode zur Messung des Sterblichkeitsrisikos im Zusammenhang mit dem Konsum verschiedener legaler und illegaler Drogen haben Wissenschaftler aus Dresden und Toronto, Kanada, bestätigt, was frühere Studien schon gezeigt hatten: Alkohol ist am tödlichsten, während Marihuana am wenigsten riskant ist (SCIENTIFIC REPORTS, Band 5, Seite 8126, DOI: 10.1038/srep08126, https://www.nature.com/articles/srep08126). //  


    Laut der Studie stellt Alkohol auf individueller Ebene das höchste Sterberisiko dar, gefolgt von Nikotin, Kokain und Heroin, was darauf schließen lässt, dass die Risiken des Alkoholkonsums in der Vergangenheit wahrscheinlich unterschätzt wurden. Marihuana wurde als wesentlich weniger tödlich befunden und befand sich am anderen Ende des Spektrums. Dies stimmte mit früheren Forschungsarbeiten überein, die es stets als sicherste Genussmittel eingestuft haben. Dies ist zwar nicht das, was die Regierungen hören wollen, unterstreicht jedoch die Notwendigkeit, wissenschaftliche Beweise zu verwenden, während sie Richtlinien für den Konsum legaler und illegaler Drogen formuliert. //  


    Man stelle sich umgekehrt vor, Cannabis würde seit Jahrhunderten konsumiert, der Staat erhebt eine Cannabis-Steuer und verdient daran sehr gut, es gibt Edel-Cannabis das zu Höchstpreisen verkauft wird, und ein gutes Abendessen wird gern mit einem Joint beendet - und nun würde in alternativen Kreisen plötzlich 1. alkoholhaltige Gärprodukte Glucose/Stärkehaltiger Lebensmittel wie Weintrauben, Getreide oder Kartoffeln verbreitet, die zu schwersten Missbildungen bei ungeborenen Kindern und tödlichen Verkehrsunfällen führen, oder 2. Tabak-Pflanzen würden in Szene-Kreisen konsumiert, die das Risiko für einen Herzinfarkt 20-fach erhöhen, zum Auftreten einer vorher beinahe nicht gekannten chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) sowie zu Lungenkrebs führen. //  


    Nebenbei, die landläufige Meinung eine kleine Menge Alkohol sei harmlos, 1 Glas Rotwein am Abend sogar gesund weil es das Herz-Kreislaufsystem schützen, sind leider falsch.- dazu ein anderes Mal. //  


    Bitte nicht falsch verstehen. Ich will dies alles nicht verteufeln, aber das eine als Genussmittel für Erwachsene, das andere als Rauschdroge zu bezeichnen, die prinzipiell verboten und nur innerhalb enger Grenzen medizinisch zugelassen wird, ist vollkommen unlogisch und unwissenschaftlich. //  


    Während die Bestandteile von Cannabis keine erheblichen Gesundheitsrisiken darstellen können, stellt das Rauchen von Cannabis aufgrund der Inhalation von Reizstoffen ein Risiko dar.  //  


    Nach Ansicht der Autoren wäre die Zeit besser auf das Risikomanagement von Alkohol und Tabak als auf illegale Drogen ausgerichtet. Bei Marihuana wäre eine Regulierung statt Verbot eine bessere und gerechtfertigte Vorgehensweise. //  


    Evidenzbasierte medizinische Anwendungen //  


    In Deutschland können Patienten seit dem 10. März 2017 medizinische Cannabisblüten (Cannabis flos) auf Rezept bekommen, wobei die Kosten von den Krankenkassen übernommen werden können. Wissenschaftlich gesehen ist der Einsatz von Cannabisblüten eine Steinzeit-Therapie, schlecht standardisierbar, wie alle Naturprodukte.  //  


    Besser Einzelsubstanzen wie Dronabinol (Herstell-Sets für Apotheken für Kapseln oder Tropfen), synthetisch aber Struktur-identisch zu THC, und Nabilon (Fertigarzneimittel Canemes®), ein THC-Abkömmling, sowie die  die TCH und CBD-Kombination im ebenso Fertigarzneimittel Sativex® unterliegen in Deutschland der Betäubungsmittel-Verschreibungsverordnung. //  


    Psychoaktiv: Therapie chronischer neuropathischer also durch nervenschädigung verursachte Schmerzen, wie Polyneuropathie und die postzosterische Neuralgie nach einer Gürtelrose. Weniger gut belegt ist die Wirksamkeit bei Tumorschmerzen und bei durch Multiple Sklerose verursachter Muskelspastik.  //  


    Antiemetisch: Nabilon, ein vollsynthetisch hergestellter THC-Abkömmling, wird bei Chemotherapie-induzierter Übelkeit und Erbrechen angewendet.  //  


    Appetit-steigernd: Eine durch Tumor- oder AIDS-Erkrankung verursachte Kachexie wird durch Nabilon gelindert. //  


    Cannabidiol (Epidiolex®) erhielt den Status eines sogenannten Orphan-Arzneimittels (AM für seltene Erkrankungen) zur Behandlung spezieller Epilepsieformen beim Kind, wie dem Lennox-Gastaut-, dem Dravet- und dem West-Syndrom. Die europäische Marktzulassung ist beantragt. Seit Dezember 2018 im Compassionate Use Programm an allen 45 von der Deutschen Gesellschaft für Epileptologie-zugelassenen Epilepsiezentren anwendbar. //  


    Zusammenfassung: //  

    • Cannabis ist relativ harmlos, aber nicht harmlos

    • Cannabis hat medizinische Relevanz in dem stark vom psychischen Zustand des Patienten abhängigen Gebiet der Schmerztherapie, wo auch sonst schon seit Jahren Psychopharmaka wie Antidepressiva zu einer leitliniengerechten Therapie gehören; seit neuestem auch bei seltenen Epilepsieformen bei Kindern. //  


    Pharma-Song: //  

    Der heutige Pharma-Song ist von Peter Tosh von dem 1976er Album Legalize It und trägt den gleichnamigen Titel. Und das Zitat lautet gleich am Anfang “Legalize it Don't criticize it”. Im weiteren Verlauf behauptet er “It's good for the flu, good for asthma, good for tuberculosis, even numara thrombosis”. Das kann ich natürlich nicht bestätigen und beschränke mich auf die eben genannten Evidenz-basierten Indikationen.

    https://itunes.apple.com/de/album/legalize-it/192806191?i=192806214&amp;l=en //  


    Kontakt: //

    Wenn dieser Gratis-Podcast Ihnen gefallen bitte ich Sie als Gegenleistung um eine Bewertung/am besten 5 Sternchen auf iTunes; gerne auch schriftliches ein Feedback mit konstruktiven Kommentaren und Anregungen und Themenwünschen.   //


    Sie können mich auch gerne direkt auf einem der folgenden Wege kontaktieren:  //  

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  • 24.03.2019
    12 MB
    08:23
    Podcast Cover Harald Schmidt 1400x1400

    Was ist neu an Personalisierter Medizin?

    Personalisierte Medizin ist neuer Ansatz in der Medizin, der präziser, systemischer und personalisierter ist. Erste spannende Erfolge in der Behandlung von Tumoren und Immunerkrankungen liegen vor. Prof. Harald Schmidt spricht mit dem Vize-Vorsitzenden des Internationalen Konsortiums für Personalisierte Medizin (ICPerMed), Wolfgang Ballensiefen, Vice-Chair ICPerMed, DLR Project Management Agency, German Aerospace Center (DLR) , Project Management Agency (DLR PT), Health Research, Heinrich-Konen-Str. 1, 53227 Bonn, E-Mail: wolfga[email protected].//  


    Referenzen:


    Heutiger Pharmasong:

    • Interpret: The Vamps (featuring Maggie Lindemann)

    • Album: [Single]

    • Titel: Personal

    • Zitat: [Don't take it personal...]//  


    Kontakt/Feedback:

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  • 17.03.2019
    74 MB
    51:46
    Podcast Cover Harald Schmidt 1400x1400

    Vom Ende der Medizin wie wir sie kennen.

    Heute geht es wie der Titel “Vom Ende der medizin wie wir sie kennen” schon sagt um mehr um fundamentale Probleme in der gegenwärtigen Medizin und unserem Gesundheitssystem - übrigens eine der Hauptmotivationen, dieses Podcast machen und bald auch mein erstes populärwissenschaftliches Buch zu veröffentlichen.  //

    Quellen
    • Scannell et al. (2012) Nat Rev Drug Discov 11:191–200 
    • Santos et al. 2017 NRDD
    • doi:10.1371/journal.pbio.1002165.g001
    • Kleikers et al. 2015
    • TAB Bundestag/German Parliament Arbeitsbericht/Working Group Report 135 (2010)
    • Armstrong et al. 1999
    • Goh et al. 2007, PNAS
    • Kast et al. 2017 (Oncotarget 8:60727ff)
    • Liang et al. (2019) Nature Medicine //  

    Zusammenfassung:
    • Unsere Medizin muss viel präziser werden
      • Noch ist es nicht soweit
      • Dies ist kein Aufruf Ihre Tabletten nicht mehr zu nehmen
      • Wohl aber 10 mal zu überlegen Blutdruck und Diabetesmittel zu nehmen anstatt abzunehmen, sich mehr zu bewegen, gesünder zu essen
    • Empowerment klingt gut = Viel mehr Selbstverantwortung
      • Wissen = Lebenserwartung
      • Vorsorgen besser als Heilen
    • Nach der system-medizinischen Revolution folgt Präzisionsmedizin
      • Genom
      • Mikrobiom
      • Lifestyle/Exposome
    • Die Zukunft hat begonnen
      • Google’s verily, Influenzavorhersage
      • Amazon
      • Neue Krebsdefinition und -medikamente //  
    Kontakt: //
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    • Email, [email protected]  //  

    Pharma-Song: //
    Der heutige Pharma-Song ist von den Ärzten und deren 2003er Album “Geräusch” und trägt den Titel “System”. Das Zitat lautet gleich am Anfang “Das System steht noch immer für Unterdrückung und für Ungerechtigkeit - Es wird Zeit, dass wir was dagegen tun” Ganz so schlimm ist es in der Medizin nicht, aber wir müssen alle gemeinsam gewaltig etwas tun, Ärzte und Patienten, oder besser erst gar nicht Patient werden.

    In dem Sinne bis zum nächsten mal...

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  • 10.03.2019
    32 MB