Cover

hr2 Dokumentation und Reportage

Aufwändig produzierte Feature, investigative Recherchen und einfühlsame Porträts

Alle Folgen

  • 10.10.2021
    0 MB
    00:00
    Cover

    Patientenverfügungen - Des Menschen Wile ist sein Himmelreich

    Karl-Heinz Pantke war Ende 30, hatte gerade in Physik promoviert und wollte mit Christine eine Familie gründen. Dann traf ihn der Schlag, schaltete das Kleinhirn aus und lähmte jeden Muskel seines Körpers. Pantke fiel in einen Zustand, den Mediziner Locked-in-Syndrom nennen: totale Lähmung bei vollem Bewusstsein. Künstliche Beatmung, künstliche Ernährung, kaum Kommunikation für den Rest seines Lebens. Der Autor lernte Karl-Heinz Pantke kennen, als er aus diesem Koma erwacht war. Ein äußerst seltener Fall in der Medizin. Pantke hat einen Verein ins Leben gerufen, der sich für Patienten mit Locked-in-Syndrom einsetzt. Was ihm sehr am Herzen liegt: Der äußerst skeptische Umgang mit Patientenverfügungen. Nicht nur, dass sich viele Leute nicht im Klaren darüber seien, dass sie in dem Fall, wenn die Maschinen abgestellt werden, jämmerlich verhungern, verdursten und ersticken. Sie unterschätzten ihr Gehirn, das sich dem Zustand des Körpers anpassen könne.

    ...mehr
  • 03.10.2021
    0 MB
    00:00
    Cover

    Wie zwei fränkische Pfarrer mit ihrer Gemeinde den Nazis trotzten

    1936 hatte sich der katholische Pfarrer August Wörner im fränkischen Ort Mömbris offen mit den Nazis angelegt. Unter seiner Führung protestierten Hunderte Mömbriser Katholiken gegen den Aushang des NS-Hetzblattes „Der Stürmer“ und stellten sich einem Aufmarsch der örtlichen SA entgegen. Als die Festnahme des Pfarrers durch die Gestapo drohte, bewachten Christen - bewaffnet mit Sensen und Mistgabeln - das Pfarrhaus. Schließlich wurde Pfarrer Wörner in eine andere Gemeinde versetzt. Sein Nachfolger, Hermann Dümig, predigte nicht weniger mutig - bis ihn die Gestapo ins KZ Dachau verschleppte. Gut achtzig Jahre später suchen der Gymnasiast Maximilian Schneider und der Featureautor Roman Grafe nach Spuren der aufrechten Mömbriser Christen

    ...mehr
  • 24.09.2021
    0 MB
    00:00
    Cover

    Pränataldiagnostik - Sternenkind - Das Kurze Leben der Lilli Lion

    Kathrin freut sich auf ihr Baby. Doch wenig später der Schock: Die Ärzte sind sich einig: Das Kind hat eine besondere Form des Turnersyndroms mit ausgeprägter Flüssigkeitseinlagerung im ganzen Körper, schwerste Herz- und Nierenschädigung. Kathrins und Walters Kind, sie nennen es Lilli, wird die nächsten Wochen der Schwangerschaft nicht überstehen. Aber Lilli stirbt nicht, wächst weiter in Kathrins Bauch heran. Über ihr Tagebuch beginnt die junge Frau eine Zwiesprache mit ihrem Kind. Soll sie der Natur ihren Lauf lassen, das kranke Kind in ihrem Bauch beherbergen, bis es sich von selbst verabschiedet? Soll sie Lillis Leiden - und ihr eigenes - durch eine Abtreibung abkürzen? Und was, wenn das Kind die Schwangerschaft doch durchhält, zur Welt kommt, dahinvegetiert? Das Feature folgt den dramatischen Monaten einer Schwangerschaft mit einem behinderten Kind und verdeutlicht das Dilemma einer pränatalen Medizin, die immer genauer diagnostizieren, aber nicht therapieren kann.

    ...mehr
  • 19.09.2021
    0 MB
    00:00
    Cover

    Auf der Suche nach den Opfern einer Verwahrpsychiatrie - Die Kinder von Station 19

    Überall in der DDR fristeten Tausende psychisch Kranke und geistig Behinderte auf Verwahrstationen ein menschenunwürdiges Dasein. Die Autorin lernte 1990 als Hilfskraft die Kinderstation der Psychiatrie in Altscherbitz kennen. Die Leipziger Psychiatrie war seit den frühen 1970er-Jahren berühmt für ihre sozialtherapeutischen Arbeitsweisen und genoss auch international Anerkennung. Doch die meisten Patienten lebten auf sogenannten Verwahrstationen. Die Bedingungen waren von Mangel geprägt und desaströs. Anfang der 1990er-Jahre wurden diese Stationen geschlossen. Aus Altscherbitz wurden fast 600 Patienten entlassen. Die meisten von ihnen hatten fast ihr ganzes Leben hier verbracht. Wer waren diese Menschen? Und was ist aus ihnen geworden? Bei der Suche nach den Kindern von damals stieß die Autorin auf eine Mauer des Schweigens. Das Feature belegte beim Prix Europa 2020 in der Kategorie „Best European Radio Investigation“ den zweiten Platz und wurde mit einer Special Commendation ausgezeichnet.

    ...mehr
  • 18.07.2021
    0 MB
    00:00
    Cover

    Fernweh - Geschichte einer menschlichen Sehnsucht

    Die Sommerferien haben begonnen und damit die Reisezeit. Der Drang, die Welt zu erkunden, ist trotz Corona ein tiefes menschliches Bedürfnis - und dies über alle Zeiten und Kulturepochen hinweg. Das "Fernweh" aber ist eine romantische Kategorie, und in der Tat ist es noch nicht lange her, dass die Menschen begonnen haben, aus reinem Vergnügen zu reisen - eine "Bedürfnisindustrie" dafür zu schaffen, wie es Hans Magnus Enzensberger ausdrückte, der eine Theorie des Tourismus entwarf. Den ersten Massentourismus gab es Mitte des 19. Jahrhunderts in unseren Breitengraden am Rhein, und es waren die Engländer, die die "Rheinromantik" erfanden. In der Sendung begeben wir uns selbst auf die Reise: von den Karawanenzügen der alten Zeit über die Pilgerreisen des Mittelalters und die wagemutigen Seefahrten im Zeitalter der Entdeckungen bis zum "Teutonengrill" an europäischen Mittelmeerstränden, von Odysseus bis Neckermann, von Captain Cook über Robinson Crusoe bis hin zum modernen Tourismus samt seiner Ambivalenzen, Kollateralschäden und vermeintlichen Alternativangebote. Das sentimentalische Fernweh indes, Ausdruck eines romantisch gebrochenen Lebensgefühls, ist eine unerfüllbare Sehnsucht geblieben.

    ...mehr
  • 12.07.2021
    0 MB
    00:00
    Cover

    die Macht der Sucht - Junge Drogentote und die deutsche Drogenpolitik

    Etwa vier Millionen Deutsche konsumieren Cannabis, Tendenz steigend, mehrere Hunderttausend Kokain, rund 150.000 sind von Opiaten abhängig, dazu kommt der Konsum von synthetisch hergestellten Partydrogen, wie Ecstasy, Crystal Meth oder Legal Highs. 2020 wurden hierzulande 1581 drogenbedingte Todesfälle registriert, zumeist langjährige Drogensüchtige, ein Anstieg von 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Ursachen einer Sucht sind vielfältig. Therapieerfolge variieren zwischen 30 und 70 Prozent. Das Feature gibt vier Drogentoten Gesichter. Eltern schildern die Lebens- und Suchtgeschichten ihrer Kinder. Eltern, die das süchtige Kind nicht mehr erreichten, an die Drogen verloren und am Tod ihres Kindes zerbrachen. Sie bleiben zurück mit der Frage nach dem Warum und Schuldgefühlen. Sie haben Sehnsucht nach dem Kind und stellen fest, dass kein Angebot der Drogenhilfe genützt hat. Obwohl Alternativen entwickelt wurden, bestimmt weiterhin die Drogenkonvention der UN aus dem Jahr 1961 die internationale Drogenpolitik. Nach wie vor ist Drogenbesitz eine Straftat, ungeachtet dessen, dass Sucht eine Krankheit ist. Polizei und Justiz sind mit vielen Strafverfahren wegen Cannabis-Konsum oder -Besitz überfordert. Ob Cannabis, wie in einigen Ländern, auch in Deutschland legalisiert werden soll, darüber streiten sich Politiker und Drogenexperten. Die Eltern verstorbener Drogenabhängiger sind dagegen, für sie ist Cannabis die Einstiegsdroge ihres Kindes gewesen. Vorher seien zumeist Zigaretten oder Alkohol, nach wie vor die legale Volksdroge Nummer eins, konsumiert worden, widersprechen Wissenschaftler. Wie kann man junge Menschen vor dem Abrutschen in die Sucht und vor Folgeschäden schützen? Könnten Todesfälle durch Überdosierung etwa durch bessere Informationen und einem so genannten "Drug-Checking" vermieden werden? Um diese Fragen geht es in diesem Feature.

    ...mehr
  • 08.07.2021
    0 MB
    00:00
    Cover

    Die Geschichte der Roten Armee Fraktion - Teil 1

    Vor mehr als 50 Jahren legten Gudrun Ensslin und Andreas Baader Bomben in zwei Frankfurter Kaufhäusern. Die Detonationen waren der Startschuss für Terror, Mord und Entführungen, die 28 Jahre lang die Republik in Atem halten sollten. Das zweistündige Feature von Peter Ochs lässt mit viel Originaltonaufnahmen, in Interviews mit Zeitzeugen und in Tondokumenten aus Rundfunk und Fernsehen die bleiernen Jahre des deutschen Herbstes noch einmal lebendig werden. Die erste Folge beschäftigt sich mit der Zeit vom Frankfurter Kaufhausbrand im Jahr 1968 und der Gründung der RAF 1970 bis ins Jahr 1972, in dem die gesamte erste Generation der RAF in Haft saß.

    ...mehr
  • 04.07.2021
    0 MB
    00:00
    Cover

    Küstenerosion am Mittelmeer – Strandurlaub bald ohne Strand?

    Wie Misswirtschaft, Profitgier und der Klimawandel ein Ökosystem bedrohenViele Touristen wollen ein Hotel mit Meerblick. Länder wie Griechenland, Spanien oder Italien bieten es ihnen - und haben ihre Küsten teils massiv verbaut. Beton und Zement unterbrechen aber die natürliche Regeneration der Sandstrände. Und sie beschleunigen deren Erosion, wie auch der steigende Meeresspiegel und die Winterstürme. Wie können die Sandstrände und mit ihnen der Tourismus am Mittelmeer gerettet werden? Geologen und Umweltwissenschaftler suchen nach innovativen Ansätzen beim Küstenmanagement. Brigitte Kramer hat in Italien, Spanien und Griechenland recherchiert, wie Misswirtschaft, Profitgier und die Klimakrise ein Ökosystem bedrohen.

    ...mehr
  • 13.06.2021
    0 MB
    00:00
    Cover

    Die Geschichte der Roten Armee Fraktion - Teil 2

    Vor mehr als 50 Jahren legten Gudrun Ensslin und Andreas Baader Bomben in zwei Frankfurter Kaufhäusern. Die Detonationen waren der Startschuss für Terror, Mord und Entführungen, die 28 Jahre lang die Republik in Atem halten sollten. Das zweistündige Feature von Peter Ochs lässt mit viel Originaltonaufnahmen, in Interviews mit Zeitzeugen und in Tondokumenten aus Rundfunk und Fernsehen die bleiernen Jahre des deutschen Herbstes noch einmal lebendig werden. In diesem zweiten Teil erzählt Autor Peter Ochs die Geschichte der RAF bis zu deren offiziellen Auflösung im Jahr 1998 und die weitere Aufarbeitung ihrer Verbrechen. Dabei erinnert er mit vielen Originaltönen an die Versuche der RAF, die Gefangenen freizupressen, den Prozess in Stuttgart Stammheim, die Entführung der Lufthansamaschine Landshut, die Diskussionen um den Tod der RAF-Häftlinge und die vielen bis heute zum Teil unaufgeklärten Morde durch Mitglieder der RAF.

    ...mehr
  • 12.05.2021
    0 MB
    00:00
    Cover

    Verordnetes Glück in Bhutan - Ein Land zwischen buddhistischer Tradition und gesellschaftlichem Wandel

    Abgeschirmt von den höchsten Bergen des Himalaya liegt dieses kleine Land - fast so, als wolle es sich vor der Welt verstecken: Eingeklemmt zwischen China und Indien leben seine etwa 770.000 Einwohner nach buddhistischer Religion. Bhutan ist eigentlich ein Lehrbeispiel für die behutsame Öffnung eines Landes gegenüber westlichen Einflüssen. Doch mit dem Beginn des Tourismus, der Einführung des Fernsehens, der Nutzung von Smartphones und Internet hat eine neue Zeitrechnung in Bhutan begonnen. Dieser Wandel verändert immer mehr den Alltag seiner Einwohner - vor allem der jüngeren Bhutaner. Zwar ermöglichen die Einnahmen durch den Tourismus die medizinische Versorgung und Schulbildung für alle Bürger, doch auch Negativfolgen wie Drogenmissbrauch, Jugendarbeitslosigkeit und eine wachsende Selbstmordrate bleiben nicht aus. Schafft das Land diesen Spagat zwischen Vergangenheit und Zukunft? Das Feature hat für 2020/21 den Journalistenpreis der Vereinigung Deutscher Reisejournalisten erhalten.

    ...mehr
  • 02.05.2021
    0 MB
    00:00
    Cover

    Vom Kampf um den Kindesunterhalt

    Mehr als zwei Millionen Kinder leben heute in einer Ein-Eltern-Familie. Alleinerziehend zu sein gilt in Deutschland als Armutsrisiko Nummer Eins. Wenn ein Paar sich trennt, bleiben die Kinder meistens bei einem Elternteil, der andere muss seinen finanziellen Beitrag leisten. Doch nur jeder vierte Unterhaltspflichtige, meist Väter, kommt dem nach. Können oder wollen sie nicht? Nach einer Statistik des Bundesfamilienministeriums wurden 2018 nur 13 Prozent des fälligen Unterhalts vom Staat wieder zurückgeholt. Warum eigentlich? Und welche Folgen hat der Streit um den Unterhalt für die betroffenen Kinder? Darum geht es in diesem Feature.

    ...mehr
  • 11.04.2021
    0 MB
    00:00
    Cover

    Umwelt-Katastrophen - Tote Flüsse, deutscher Stahl – Dammbrüche in Brasilien

    Mariana 2015, Brumadinho 2019 - binnen weniger Jahre bersten in Brasilien die Rückhaltebecken von zwei Eisenerzminen. Fast 300 Menschen sterben in den Lawinen aus giftigem Schlamm, tausende Quadratkilometer Land werden verseucht. Der deutsche TÜV hatte einen der Dämme geprüft. Bis heute warten Opfer und Angehörige auf Entschädigung. Deutschland importiert über 40 Prozent seines Eisenerzes aus Brasilien. Deutsche Stahlriesen, Zertifizierer, Zulieferer und Banken verdienen jedes Jahr Millionen mit Bergbaugeschäften in dem Land. Welche Verantwortung ist ihnen zuzumuten?

    ...mehr
  • 04.04.2021
    0 MB
    00:00
    Cover

    Keine Versöhnung - Ein Porträt des Dichters Charles Baudelaire und seines Werks

    Am 9. April 1821, vor 200 Jahren, wurde Charles Baudelaire geboren. Berühmt wurde er durch seine Gedichtsammlung „Fleurs du Mal“. Der Dichter der 100 Blumen oder Blüten des Bösen gilt seither als Wegbereiter der modernen Lyrik. Baudelaire verbindet darin das bis dahin Unvereinbare - das Schöne mit dem Bösen. Sacré Baudelaire: Er hat das Abstoßende wie das Anziehende von Paris im Gedicht zusammengeführt. Bis heute überlaufen einen Schauer beim Lesen seiner stinkenden Blüten. Aber auch sein Leben ist voller Spannungen. Er beschimpft die Mutter und bleibt ein Muttersöhnchen. Er ist Dandy und Außenseiter, manchmal Rebell, manchmal Reaktionär. Er kann sich selten entscheiden, schiebt alles auf morgen. Für seinen Biographen Claude Pichois ist er dadurch der „moderne Mensch par excellence“. Im Feature zu hören sind der Romancier und Dichter Michel Houellebecq, der Lyriker und Essayist Michel Déguy, der Biograph Claude Pichois und andere.

    ...mehr
  • 02.04.2021
    0 MB
    00:00
    Cover

    Bereit sein, an den Freuden der Welt teilzunehmen

    "Alle Menschen wollen glücklich leben", mit diesen Worten beginnt Senecas Traktat über das glückliche Leben. Eine der wenigen Einsichten in die menschliche "Natur", die - so scheint es - fraglos ist. Doch sieht man genauer hin, wirft sie viele Fragen auf. In unseren Tagen mehr denn je. Denn je fieberhafter wir den ständig wachsenden Markt von Glücksangeboten durcheilen, desto stärker erfahren wir, dass dem glücklichen Leben so nicht näher zu kommen ist. Nicht die äußeren Umstände sind für das Glück und die Lebenszufriedenheit ausschlaggebend, entscheidend ist, wie man sich zu sich selbst und zur Welt insgesamt stellt. Wichtig dafür sind Selbstvertrauen, sowie sich und sein Dasein in der Welt freudig akzeptieren und bejahen zu können. "Wer imstande und bereit ist, an den Freuden der Welt teilzunehmen, der ist zu ihnen eingeladen", schreibt der Philosoph Moritz Schlick. Zum Leben aber gehören ebenso Unglück und Unglücklichsein. Auch dazu muss man sich stellen. "Die entscheidende Frage an sich selber ist, kann ich damit einverstanden sein", so der Philosoph Wilhelm Schmid. Dann aber erfährt man, dass "ein Glücklichsein möglich ist, bei dem das Unglücklichsein nicht ausgeschlossen werden muss, sondern mit einbezogen werden kann". Das Feature wurde vor der Corona-Pandemie produziert, die viel Leid gebracht hat und bringt. Doch das Feature zeigt, Momente des Glücks kann es auch in diesen Zeiten geben.

    ...mehr
  • 02.04.2021
    0 MB
    00:00
    Cover

    Die lange Ankunft - Erfahrungen junger Geflüchteter in Deutschland seit 2015

    September 2015: Die Aula einer Wiesbadener Schule füllt sich mit jungen Geflüchteten. Zwölf Klassen sind eingerichtet worden. Das InteA Programm mit dem Schwerpunkt Deutsch als Zweitsprache soll den jungen Leuten eine solide Basis für ihren Start in Deutschland bieten. InteA steht für „Integration durch Anschluss“. 28 Stunden Deutsch und sprachnaher Unterricht pro Woche sind vorgesehen. Die rund 200 Schüler - zu zwei Dritteln junge Männer - tragen meist weiße Hemden oder T-Shirts, ihre Augen blicken erwartungsvoll auf die Lehrer*innen, die Klasse für Klasse aus der Aula mitnehmen in ihren jeweiligen Raum. Auch die Autorin dieses Features ist als Lehrerin dabei. Sie versammelt die Klasse Nr. 7 um sich, allesamt Sprachanfänger. Einige sprechen ein paar Brocken Englisch. Fünf Jahre später: Was ist aus dem „Zauber des Anfangs“ in der hessischen Schulaula geworden? Die Autorin hat sich auf die Suche nach damaligen Schülern gemacht und mit ihnen über deren Erfahrungen in Deutschland gesprochen.

    ...mehr
  • 02.04.2021
    0 MB
    00:00
    Cover

    „Die denken, ich sitze zu Hause und starre die Wand an.“ Ins Arbeitsleben mit Sehbehinderung

    Drei von vier Menschen mit hochgradiger Sehbehinderung oder Blindheit im erwerbsfähigen Alter in Deutschland finden keine Arbeit. Till Kronsfoth, selbst sehbehindert, schildert in diesem Feature sehr persönlich, welche Versuche er und zwei seiner Freunde unternommen haben, um eine Stelle zu finden. Für die ehemaligen Schulfreunde ist es auch eine Reise in die eigene Vergangenheit. Sie sprechen über Diskriminierung bei Vorstellungsgesprächen und Gängelung im Jobcenter, aber auch über den Zusammenhalt unter Betroffenen und die schönen Dinge des Alltags. Denn wenn die akustische Ampel mal nicht piepst oder der Blindenstock sich im Kopfsteinpflaster verhakt, hilft der Erfindungsreichtum. Und Hilfsmittel à la Raumschiff Enterprise sind längst keine Zukunftsmusik mehr.

    ...mehr
  • 02.04.2021
    0 MB
    00:00
    Cover

    Forever young - Zwei alte Schachteln auf der Suche nach der ewigen Jugend

    Ach ja, die Schönheit. Muss sich ausgerechnet jetzt alles um Selbstoptimierung und Aussehen drehen, wo wir alt werden, unsere Haut knittrig ist, wir auf High-Heels ins Stolpern kommen und das Kleingedruckte nur mehr mit Brille lesen können? Es ist ein Elend, dass die klassischen Werte des Alters heute so wenig gefragt sind: Erfahrung, Weisheit, Geduld. Ältere Männer sind noch angesehen, selbst wenn sich die Haare lichten, ältere Frauen dagegen machen auf blond. Immer noch. Einst versprach der Atemhauch einer Jungfrau, Jahresringe wegzupusten, heute sind es die Anti-Aging Propheten, die dem Alter die Stirn bieten - faltenfrei, versteht sich. Straffer Busen, lange Beine, knackiger Po, das Idealbild der Frau hierzulande - wer da nicht mithalten kann, der schaut wirklich alt aus. Hochglanzmagazine und die sozialen Medien befördern die Sucht nach der äußeren Vollkommenheit: Je jugendlicher und attraktiver, desto erfolgreicher, begehrter, beliebter, suggerieren sie. Und wir Frauen fallen darauf rein, obwohl wir es eigentlich besser wissen müssten. Dass es dank wechselnder Moden manchmal auch Entlastung für uns gibt, soll hier nicht verschwiegen werden: Immerhin zwängen wir uns nicht mehr ins Korsett. Aber ein geruhsamer Lebensabend? Weit gefehlt. Das Altern ist anstrengend. Die Welt hängt voller Spiegel. Die Autorinnen surfen durch die Kulturgeschichte des Alterns zwischen schönem Schein und wahrem Sein.

    ...mehr
  • 02.04.2021
    0 MB
    00:00
    Cover

    Jetzt wandert das Mondlicht an der rechten Seite des Zimmers entlang

    Ror Wolf war Dichter, Romancier, Lyriker, Avantgardist und Hörspielautor, dessen Fußballcollagen legendär sind. Vor einem Jahr, am 17.2.2020, ist er gestorben. Aus diesem Anlass senden wir diese Hörbild aus dem Jahr 2012, das sein gesamtes künstlerisches Schaffen würdigt. Und es zeigt sich, dass das Werk Ror Wolfs wie ein Kontinent ist, den man wieder und wieder bereist, ohne seine Grenzen endgültig abstecken zu können.

    ...mehr
  • 02.04.2021
    0 MB
    00:00
    Cover

    Orwells Weg nach Wigan Pier

    1937 veröffentliche George Orwell ein Buch, das für großen Aufruhr sorgte. Es hieß „Der Weg nach Wigan Pier“, in ihm beschrieb Orwell die Armut im Norden Englands, die er zuvor in Armenhäusern und bei Bergmännern und ihren Familien erlebt hatte. Als das Buch erschien, sorgte es vor allem in der Mittel- und Oberklasse Londons für Entsetzen: Sie hatten sich schlicht nicht vorstellen können, unter welchen Bedingungen ihre Mitbürger im Norden lebten.Wie sieht es heute aus, gut 80 Jahre nach dem Erscheinen des Buches? Dieser Frage gingen die beiden Autoren nach. Sie folgten den Spuren Orwells und reisten nach Sheffield, Barnsley und Wigan. Und sie stellen fest: An der von Orwell beschriebenen Lage hat sich manches geändert, doch während die City of London die mit riesigem Abstand reichste Region Europas ist, liegen neun der zehn ärmsten Regionen Nordwest-Europas immer noch im Norden Englands. Die Armut sieht nun anders aus, aber noch immer gibt es Obdachlosigkeit, prekäre Arbeitsverhältnisse und Hoffnungslosigkeit. Ein hochaktuelles Feature über die Auswirkungen von Sozialabbau, Coronapandemie und Brexit vor der Folie von „Der Weg nach Wigan Pier“.

    ...mehr
  • 02.04.2021
    0 MB
    00:00
    Cover

    Es ist durchaus möglich, die Menschen zu lieben, solange man sie nicht näher kennt! Flannery O'Connor

    Flannery O'Connor ist eine der großen Südstaatenautorinnen des 20. Jahrhunderts: eine glaubensstarke Katholikin mit irischen Wurzeln, aufgewachsen in einem evangelika­len Umfeld. Ihr Werk gehört zweifellos zum literarischen Kanon. 1925 wurde sie geboren. Sie ist jung gestorben, hat ihr Werk einer schweren Krankheit abgetrotzt, wurde nur 39 Jahre alt. In ihren Erzählungen und den beiden Romanen geht es um jede Nuance menschlicher Niedertracht. Flannery O'Connor schreibt mit düsterer Ironie und beißendem Sarkasmus von den ordentlichen, gläubi­gen Menschen ihrer Heimat. Sie werden betrogen und hintergan­gen, kein gnädiger Gott steht ihnen zur Seite. Eine verstörende und lang nachwirkende Lektüre, bei der man manchmal meint, es sei hier von der Gegenwart die Rede, vom Trump-Ame­rika, wie wir es aus Nachrichten und Berichten kennen, von den tiefen Wurzeln des alltäglichen Rassismus. Joan Didion hat über sie gesagt, sie sei tatsächlich eine Schriftstellerin und „nicht nur jemand, die ein Buch schreibt“. Auf die Frage, warum sie schreibe, hat sie selber geantwortet: „Weil ich es so gut kann.“

    ...mehr
  • 02.04.2021
    0 MB
    00:00
    Cover

    „Steck nie den Kopf in eine Hundehütte!“ - Mit den Peanuts die Welt sehen

    Vor gut siebzig Jahren, am 2. Oktober 1950, veröffentlichte Charles M. Schulz seinen ersten „Peanuts“-Strip. Die kurzen Geschichten um Charlie Brown und seine Freunde gelten als comicgewordene Philosophie. Welche Antworten geben die Peanuts auf fundamentale Fragen nach Sinn und Identität, Beziehung und Verantwortung, Freiheit und Gerechtigkeit? Die Alltagsgeschichten amerikanischer Vorstadt-Kids um den ewigen Loser Charlie Brown, den Beethoven-Verehrer Schroeder, die kratzbürstige Lucy mit ihrer psychiatrischen Beratung und natürlich den höchst phantasiebegabten Hund Snoopy haben in den USA wie in Europa Generationen begleitet. Im Feature beziehen Wissenschaftler und Künstler Stellung zu den philosophischen, moralischen und politischen Motiven und Positionen der Comic Strips. Armin Nassehi, Christine Prayon, Klaus Vieweg, Matthias Varga de Kibéd, Oliver Jahraus, Friedrich von Borries und Kathrin Röggla treten damit den Beweis an, dass die Peanuts Antworten auf die wichtigen Fragen des Lebens kennen.

    ...mehr
  • 02.04.2021
    0 MB
    00:00
    Cover

    Widerstand und Zuchthaus - Von der Suche nach dem eigenen Vater Arnold Münster

    „Im Januar 1935 Verhaftung durch die Gestapo wegen Widerstands gegen das Naziregime, Verurteilung zu 8 Jahren Zuchthaus.“ Mehr hatte der Frankfurter Chemiker Arnold Münster über seine eigene Vergangenheit nicht erzählt. Seine Kinder fragten ihn immer wieder, bekamen aber kaum eine Antwort. Erst nach dem Tod des Vaters im Jahr 1990 ergibt sich für den Sohn unverhofft eine Möglichkeit, mehr über ihn zu erfahren. Nikolaus Münster geht dem Leben Arnolds in der NS-Zeit nach und lernt seinen Vater so noch einmal neu kennen. Das Buch zum Thema erschien unter dem Titel: Nikolaus Münster Acht Jahre Haft unter dem Hakenkreuz Zwischen Widerstand und Lebenshunger Verlag Henrich Editionen

    ...mehr
  • 02.04.2021
    0 MB
    00:00
    Cover

    Karl Marx und Friedrich Engels - Über Größe und Grenzen einer abenteuerlichen Freundschaft

    Vor 200 Jahren, am 28. November 1820, wurde Friedrich Engels geboren. Den Fabrikantensohn verband eine lebenslange Freundschaft mit dem Philosophen und Gesellschaftstheoretiker Karl Marx. Schon äußerlich waren sie ein ungleiches Paar: Friedrich Engels war groß, schlank, und sportlich, Karl Marx dagegen gedrungen, mit seltsam eckigen Bewegungen und einer Leidenschaft für Aufenthalte in Bibliotheken. Aber auch sonst waren sie höchst gegensätzlich: Marx kam aus einer aufgeklärten, Engels aus einer frömmlerischen Familie. Marx bemühte sich zeitlebens um den Anschein gutbürgerlicher Lebensformen, während Engels sie als Zwang empfand und lange mit zwei Frauen gleichzeitig zusammenlebte. Marx arbeitete chaotisch, und hinterließ bergeweise unfertige Manuskripte. Engels war ein elegant formulierender Journalist und Autor, der in kürzester Zeit klar strukturierte Bücher zu schreiben vermochte. Dennoch wurde ihre Freundschaft neben der von Goethe und Schiller zu der wohl bedeutendsten der deutschen Geistesgeschichte. Das Feature geht der Frage nach, wie derart unterschiedliche Menschen über fast vier Jahrzehnte zu einer überaus produktiven Zusammenarbeit finden konnten. Er rekonstruiert ihr Verhältnis vor allem aus dem Briefwechsel der beiden Männer, in dem sie nahezu alles teilten: ihre politisch hochfliegenden Pläne ebenso wie ihre intimsten Geheimnisse, ihren Antisemitismus ebenso wie ihre Neigung, nahezu alle anderen Sozialisten lustvoll zu beleidigen und herabzuwürdigen. Es ist die Geschichte einer Männerfreundschaft des 19. Jahrhunderts, ohne die die europäische Geschichte des 20. Jahrhunderts einen anderen Verlauf genommen hätte.

    ...mehr
  • 02.04.2021
    0 MB
    00:00
    Cover

    Natur und Mensch im Dauerstress – Wie reagieren auf den Klimawandel?

    Im Rahmen der ARD-Themenwoche: #Wie leben - Bleibt alles anders? Widmen wir uns in diesem Feature dem Klimawandel, einem Thema, das durch die Coronapandemie in den Hintergrund gedrängt wurde. Zu Unrecht. Auch die Klimakrise kann die Welt, wie wir sie kennen, aus den Angeln heben. Feature-Autor Egon Koch zeigt in diesem Feature, wie sehr Wetterextreme wie Hitzewellen Kommunen, Industrie, Tiere, Pflanzen und Menschen unter Stress setzen. Selbst im wasserreichen Deutschland haben die Dürresommer der vergangenen drei Jahre ihre deutlichen Spuren hinterlassen. Künftig wird sich der Trend noch verstärken. Egon Koch besuchte ein großes Chemieunternehmen, das bei Niedrigwasser auf dem Rhein Probleme bekommt, seine Güter per Schiff zu transportieren. Er sprach mit Bauern, deren Ernte auf den Feldern verdorrt, mit Förstern, die gar nicht nachkommen mit dem Fällen abgestorbener Bäume, und er erkundigte sich in Hessischen Kommunen, wie die ihre Trinkwasserversorgung sicher stellen wollen und wie eine hochsommerliche Überwärmung vermieden werden kann. Frischluftschneisen sind nötig. Dennoch wird beispielsweise in Frankfurt in einer solchen Schneise ein neuer Stadtteil für viele tausend Menschen geplant. Bund, Länder und Städte haben Anpassungsstrategien entworfen. Aber reicht aus, was getan wird? Diesen Fragen geht das Feature nach, das 2020 mit dem Hessischen Journalistenpreis ausgezeichnet wurde.

    ...mehr
  • 02.04.2021
    0 MB
    00:00
    Cover

    "Eine Art Leib- und Seelenwächter" – Über den Sinn von Eigensinn

    Eigensinn hat keinen guten Ruf. Eigensinnige Menschen gelten als stur, rechthaberisch, egozentrisch und starrsinnig. Es ist noch nicht so lange her, da galt es, den Heranwachsenden möglichst früh und möglichst gründlich jede Form von Eigensinn auszutreiben, statt das Potential des Eigensinns zu stärken und zu fördern. Menschen mit einem "eigenen Kopf" haben es in der Gesellschaft nicht leicht, doch ihr Eigensinn befähigt sie, für sich und ihr Leben das zu erreichen, was ihrem eigenen Sinn gemäß ist. Manchen fehlt ein solcher Mut oder ihnen fehlt die Beharrlichkeit, sich eigensinnig den Weg zu einem eigenen Selbst zu bahnen. Doch sagt man zu oft "ja", wenn man eigentlich "nein" meint, ist es nicht nur für die Seele schlecht, sondern ebenso für den Körper. Es gibt aber auch Grenzen des Eigensinns, wenn er in Unbelehrbarkeit und Starrsinn umschlägt oder in ein Verhalten, das selbstbezogen ohne Rücksicht auf den Nächsten agiert. Das Feature plädiert für einen wohlverstandenen Eigensinn - lebenswichtig nicht zuletzt in heutiger Zeit.

    ...mehr