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hr2 Dokumentation und Reportage

Aufwändig produzierte Feature, investigative Recherchen und einfühlsame Porträts

Alle Folgen

  • 21.02.2021
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    „Die denken, ich sitze zu Hause und starre die Wand an.“ Ins Arbeitsleben mit Sehbehinderung

    Drei von vier Menschen mit hochgradiger Sehbehinderung oder Blindheit im erwerbsfähigen Alter in Deutschland finden keine Arbeit. Till Kronsfoth, selbst sehbehindert, schildert in diesem Feature sehr persönlich, welche Versuche er und zwei seiner Freunde unternommen haben, um eine Stelle zu finden. Für die ehemaligen Schulfreunde ist es auch eine Reise in die eigene Vergangenheit. Sie sprechen über Diskriminierung bei Vorstellungsgesprächen und Gängelung im Jobcenter, aber auch über den Zusammenhalt unter Betroffenen und die schönen Dinge des Alltags. Denn wenn die akustische Ampel mal nicht piepst oder der Blindenstock sich im Kopfsteinpflaster verhakt, hilft der Erfindungsreichtum. Und Hilfsmittel à la Raumschiff Enterprise sind längst keine Zukunftsmusik mehr.

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  • 19.02.2021
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    Forever young - Zwei alte Schachteln auf der Suche nach der ewigen Jugend

    Ach ja, die Schönheit. Muss sich ausgerechnet jetzt alles um Selbstoptimierung und Aussehen drehen, wo wir alt werden, unsere Haut knittrig ist, wir auf High-Heels ins Stolpern kommen und das Kleingedruckte nur mehr mit Brille lesen können? Es ist ein Elend, dass die klassischen Werte des Alters heute so wenig gefragt sind: Erfahrung, Weisheit, Geduld. Ältere Männer sind noch angesehen, selbst wenn sich die Haare lichten, ältere Frauen dagegen machen auf blond. Immer noch. Einst versprach der Atemhauch einer Jungfrau, Jahresringe wegzupusten, heute sind es die Anti-Aging Propheten, die dem Alter die Stirn bieten - faltenfrei, versteht sich. Straffer Busen, lange Beine, knackiger Po, das Idealbild der Frau hierzulande - wer da nicht mithalten kann, der schaut wirklich alt aus. Hochglanzmagazine und die sozialen Medien befördern die Sucht nach der äußeren Vollkommenheit: Je jugendlicher und attraktiver, desto erfolgreicher, begehrter, beliebter, suggerieren sie. Und wir Frauen fallen darauf rein, obwohl wir es eigentlich besser wissen müssten. Dass es dank wechselnder Moden manchmal auch Entlastung für uns gibt, soll hier nicht verschwiegen werden: Immerhin zwängen wir uns nicht mehr ins Korsett. Aber ein geruhsamer Lebensabend? Weit gefehlt. Das Altern ist anstrengend. Die Welt hängt voller Spiegel. Die Autorinnen surfen durch die Kulturgeschichte des Alterns zwischen schönem Schein und wahrem Sein.

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  • 14.02.2021
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    Jetzt wandert das Mondlicht an der rechten Seite des Zimmers entlang

    Ror Wolf war Dichter, Romancier, Lyriker, Avantgardist und Hörspielautor, dessen Fußballcollagen legendär sind. Vor einem Jahr, am 17.2.2020, ist er gestorben. Aus diesem Anlass senden wir diese Hörbild aus dem Jahr 2012, das sein gesamtes künstlerisches Schaffen würdigt. Und es zeigt sich, dass das Werk Ror Wolfs wie ein Kontinent ist, den man wieder und wieder bereist, ohne seine Grenzen endgültig abstecken zu können.

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  • 07.02.2021
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    Orwells Weg nach Wigan Pier

    1937 veröffentliche George Orwell ein Buch, das für großen Aufruhr sorgte. Es hieß „Der Weg nach Wigan Pier“, in ihm beschrieb Orwell die Armut im Norden Englands, die er zuvor in Armenhäusern und bei Bergmännern und ihren Familien erlebt hatte. Als das Buch erschien, sorgte es vor allem in der Mittel- und Oberklasse Londons für Entsetzen: Sie hatten sich schlicht nicht vorstellen können, unter welchen Bedingungen ihre Mitbürger im Norden lebten.Wie sieht es heute aus, gut 80 Jahre nach dem Erscheinen des Buches? Dieser Frage gingen die beiden Autoren nach. Sie folgten den Spuren Orwells und reisten nach Sheffield, Barnsley und Wigan. Und sie stellen fest: An der von Orwell beschriebenen Lage hat sich manches geändert, doch während die City of London die mit riesigem Abstand reichste Region Europas ist, liegen neun der zehn ärmsten Regionen Nordwest-Europas immer noch im Norden Englands. Die Armut sieht nun anders aus, aber noch immer gibt es Obdachlosigkeit, prekäre Arbeitsverhältnisse und Hoffnungslosigkeit. Ein hochaktuelles Feature über die Auswirkungen von Sozialabbau, Coronapandemie und Brexit vor der Folie von „Der Weg nach Wigan Pier“.

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  • 28.01.2021
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    Die Überall-Musik - Von der Fahrstuhlmusik zum Streaming

    Funktionsmusik, die aus den Lautsprechern der Kaufhäuser dudelt, soll die Kunden zum Kauf anregen. Durch Streamingdienste scheinen sich Hörer aber freiwillig der permanenten Hintergrundbeschallung auszusetzen. Das verändert nicht nur die Hintergrundmusik, sondern auch die Popmusik generell. 1936 ertönt das erste Mal Musik im Fahrstuhl, um die Menschen zu beruhigen. Die Firma Muzak hat diese Musik geprägt und der Name ist bis heute Synonym für diese Funktionsmusik. Muzak-Erfinder George Owen Squier wollte damals, dass die Menschen jederzeit mit Musik beschallt werden. Um ihre Stimmung zu beeinflussen: Effektivität im Büro, Kaufrausch im Geschäft, Beruhigung im Fahrstuhl. Der Wunsch nach allgegenwärtiger Musik ist heute fast wahr geworden, durch Streamingdienste und Smartphones. Menschen setzen sich freiwillig beinahe ständig der Musik aus. Sie hören ihre Lieblingsalben und immer häufiger, die von den Streamingdiensten vorgegebenen Playlists. Spotify, Deezer und Apple Music wollen ihre Hörer mit einem Chill-Klangteppich zum Dauerkonsum anregen. Das steigert die App „Endel“ aus Deutschland. Ein Algorithmus programmiert personalisierte Musik mithilfe des Puls und des Hormonspiegels. Damit scheint die Hintergrundmusik endgültig in den Vordergrund zu rücken. Oder droht die Popmusik nicht eher dadurch zur reinen Funktionsmusik zu werden? Und: Wie viel Gedudel erträgt der Mensch überhaupt?

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  • 17.01.2021
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    Es ist durchaus möglich, die Menschen zu lieben, solange man sie nicht näher kennt! Flannery O'Connor

    Flannery O'Connor ist eine der großen Südstaatenautorinnen des 20. Jahrhunderts: eine glaubensstarke Katholikin mit irischen Wurzeln, aufgewachsen in einem evangelika­len Umfeld. Ihr Werk gehört zweifellos zum literarischen Kanon. 1925 wurde sie geboren. Sie ist jung gestorben, hat ihr Werk einer schweren Krankheit abgetrotzt, wurde nur 39 Jahre alt. In ihren Erzählungen und den beiden Romanen geht es um jede Nuance menschlicher Niedertracht. Flannery O'Connor schreibt mit düsterer Ironie und beißendem Sarkasmus von den ordentlichen, gläubi­gen Menschen ihrer Heimat. Sie werden betrogen und hintergan­gen, kein gnädiger Gott steht ihnen zur Seite. Eine verstörende und lang nachwirkende Lektüre, bei der man manchmal meint, es sei hier von der Gegenwart die Rede, vom Trump-Ame­rika, wie wir es aus Nachrichten und Berichten kennen, von den tiefen Wurzeln des alltäglichen Rassismus. Joan Didion hat über sie gesagt, sie sei tatsächlich eine Schriftstellerin und „nicht nur jemand, die ein Buch schreibt“. Auf die Frage, warum sie schreibe, hat sie selber geantwortet: „Weil ich es so gut kann.“

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  • 10.01.2021
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    „Steck nie den Kopf in eine Hundehütte!“ - Mit den Peanuts die Welt sehen

    Vor gut siebzig Jahren, am 2. Oktober 1950, veröffentlichte Charles M. Schulz seinen ersten „Peanuts“-Strip. Die kurzen Geschichten um Charlie Brown und seine Freunde gelten als comicgewordene Philosophie. Welche Antworten geben die Peanuts auf fundamentale Fragen nach Sinn und Identität, Beziehung und Verantwortung, Freiheit und Gerechtigkeit? Die Alltagsgeschichten amerikanischer Vorstadt-Kids um den ewigen Loser Charlie Brown, den Beethoven-Verehrer Schroeder, die kratzbürstige Lucy mit ihrer psychiatrischen Beratung und natürlich den höchst phantasiebegabten Hund Snoopy haben in den USA wie in Europa Generationen begleitet. Im Feature beziehen Wissenschaftler und Künstler Stellung zu den philosophischen, moralischen und politischen Motiven und Positionen der Comic Strips. Armin Nassehi, Christine Prayon, Klaus Vieweg, Matthias Varga de Kibéd, Oliver Jahraus, Friedrich von Borries und Kathrin Röggla treten damit den Beweis an, dass die Peanuts Antworten auf die wichtigen Fragen des Lebens kennen.

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  • 06.12.2020
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    Widerstand und Zuchthaus - Von der Suche nach dem eigenen Vater Arnold Münster

    „Im Januar 1935 Verhaftung durch die Gestapo wegen Widerstands gegen das Naziregime, Verurteilung zu 8 Jahren Zuchthaus.“ Mehr hatte der Frankfurter Chemiker Arnold Münster über seine eigene Vergangenheit nicht erzählt. Seine Kinder fragten ihn immer wieder, bekamen aber kaum eine Antwort. Erst nach dem Tod des Vaters im Jahr 1990 ergibt sich für den Sohn unverhofft eine Möglichkeit, mehr über ihn zu erfahren. Nikolaus Münster geht dem Leben Arnolds in der NS-Zeit nach und lernt seinen Vater so noch einmal neu kennen. Das Buch zum Thema erschien unter dem Titel: Nikolaus Münster Acht Jahre Haft unter dem Hakenkreuz Zwischen Widerstand und Lebenshunger Verlag Henrich Editionen

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  • 25.11.2020
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    Karl Marx und Friedrich Engels - Über Größe und Grenzen einer abenteuerlichen Freundschaft

    Vor 200 Jahren, am 28. November 1820, wurde Friedrich Engels geboren. Den Fabrikantensohn verband eine lebenslange Freundschaft mit dem Philosophen und Gesellschaftstheoretiker Karl Marx. Schon äußerlich waren sie ein ungleiches Paar: Friedrich Engels war groß, schlank, und sportlich, Karl Marx dagegen gedrungen, mit seltsam eckigen Bewegungen und einer Leidenschaft für Aufenthalte in Bibliotheken. Aber auch sonst waren sie höchst gegensätzlich: Marx kam aus einer aufgeklärten, Engels aus einer frömmlerischen Familie. Marx bemühte sich zeitlebens um den Anschein gutbürgerlicher Lebensformen, während Engels sie als Zwang empfand und lange mit zwei Frauen gleichzeitig zusammenlebte. Marx arbeitete chaotisch, und hinterließ bergeweise unfertige Manuskripte. Engels war ein elegant formulierender Journalist und Autor, der in kürzester Zeit klar strukturierte Bücher zu schreiben vermochte. Dennoch wurde ihre Freundschaft neben der von Goethe und Schiller zu der wohl bedeutendsten der deutschen Geistesgeschichte. Das Feature geht der Frage nach, wie derart unterschiedliche Menschen über fast vier Jahrzehnte zu einer überaus produktiven Zusammenarbeit finden konnten. Er rekonstruiert ihr Verhältnis vor allem aus dem Briefwechsel der beiden Männer, in dem sie nahezu alles teilten: ihre politisch hochfliegenden Pläne ebenso wie ihre intimsten Geheimnisse, ihren Antisemitismus ebenso wie ihre Neigung, nahezu alle anderen Sozialisten lustvoll zu beleidigen und herabzuwürdigen. Es ist die Geschichte einer Männerfreundschaft des 19. Jahrhunderts, ohne die die europäische Geschichte des 20. Jahrhunderts einen anderen Verlauf genommen hätte.

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  • 25.11.2020
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    Natur und Mensch im Dauerstress – Wie reagieren auf den Klimawandel?

    Im Rahmen der ARD-Themenwoche: #Wie leben - Bleibt alles anders? Widmen wir uns in diesem Feature dem Klimawandel, einem Thema, das durch die Coronapandemie in den Hintergrund gedrängt wurde. Zu Unrecht. Auch die Klimakrise kann die Welt, wie wir sie kennen, aus den Angeln heben. Feature-Autor Egon Koch zeigt in diesem Feature, wie sehr Wetterextreme wie Hitzewellen Kommunen, Industrie, Tiere, Pflanzen und Menschen unter Stress setzen. Selbst im wasserreichen Deutschland haben die Dürresommer der vergangenen drei Jahre ihre deutlichen Spuren hinterlassen. Künftig wird sich der Trend noch verstärken. Egon Koch besuchte ein großes Chemieunternehmen, das bei Niedrigwasser auf dem Rhein Probleme bekommt, seine Güter per Schiff zu transportieren. Er sprach mit Bauern, deren Ernte auf den Feldern verdorrt, mit Förstern, die gar nicht nachkommen mit dem Fällen abgestorbener Bäume, und er erkundigte sich in Hessischen Kommunen, wie die ihre Trinkwasserversorgung sicher stellen wollen und wie eine hochsommerliche Überwärmung vermieden werden kann. Frischluftschneisen sind nötig. Dennoch wird beispielsweise in Frankfurt in einer solchen Schneise ein neuer Stadtteil für viele tausend Menschen geplant. Bund, Länder und Städte haben Anpassungsstrategien entworfen. Aber reicht aus, was getan wird? Diesen Fragen geht das Feature nach, das 2020 mit dem Hessischen Journalistenpreis ausgezeichnet wurde.

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  • 12.11.2020
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    "Eine Art Leib- und Seelenwächter" – Über den Sinn von Eigensinn

    Eigensinn hat keinen guten Ruf. Eigensinnige Menschen gelten als stur, rechthaberisch, egozentrisch und starrsinnig. Es ist noch nicht so lange her, da galt es, den Heranwachsenden möglichst früh und möglichst gründlich jede Form von Eigensinn auszutreiben, statt das Potential des Eigensinns zu stärken und zu fördern. Menschen mit einem "eigenen Kopf" haben es in der Gesellschaft nicht leicht, doch ihr Eigensinn befähigt sie, für sich und ihr Leben das zu erreichen, was ihrem eigenen Sinn gemäß ist. Manchen fehlt ein solcher Mut oder ihnen fehlt die Beharrlichkeit, sich eigensinnig den Weg zu einem eigenen Selbst zu bahnen. Doch sagt man zu oft "ja", wenn man eigentlich "nein" meint, ist es nicht nur für die Seele schlecht, sondern ebenso für den Körper. Es gibt aber auch Grenzen des Eigensinns, wenn er in Unbelehrbarkeit und Starrsinn umschlägt oder in ein Verhalten, das selbstbezogen ohne Rücksicht auf den Nächsten agiert. Das Feature plädiert für einen wohlverstandenen Eigensinn - lebenswichtig nicht zuletzt in heutiger Zeit.

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  • 12.11.2020
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    Fliegen, flog, geflogen - Vom dramatischen Sterben der Insekten

    Zitronenfalter, Tagpfauenauge oder Kleiner Fuchs kamen früher in Hessen häufig vor. Inzwischen sind auch diese Schmetterlingsarten selten geworden. 27 der ursprünglich etwa 130 Schmetterlingsarten sind hierzulande bereits ausgestorben, die Hälfte der aktuellen Arten ist gefährdet oder vom Aussterben bedroht. Auch bei Käfern und Wildbienenarten sieht es nicht besser aus - über die Hälfte ihrer Arten stehen in Hessen auf der Roten Liste. Der aktuelle Artenrückgang ist der größte seit dem Aussterben der Dinosaurier - weltweit sprechen Wissenschaftler*innen vom "Sechsten Großen Massensterben". Er ist menschengemacht, und er findet auch hier vor unserer Haustüre statt: Die Vielzahl von Insekten, die früher die Wiesen, Felder, und nach längeren Autofahrten auch die Windschutzscheiben bevölkerten, nimmt zurzeit dramatisch ab. Bis zu achtzig Prozent der Masse an Insekten ist in den letzten dreißig Jahren verloren gegangen, warnte der Krefelder Entomologische Verein. Viele Naturschützer*innen sehen dabei die Landwirtschaft besonders in der Verantwortung - Monokulturen, Pestizide und Überdüngung zerstören die Lebensgrundlagen der Insekten. Bäuerinnen und Bauern fürchten dagegen um ihre wirtschaftliche Existenz, wenn sie die teuren Insektenschutzmaßnahmen nicht durch die Verkaufspreise für ihre Lebensmittel decken können. Für Rettung der Insekten gibt es keine einfache Lösung, und keine klare Schuldzuweisung. Autor Niklas Vogel geht den Ursachen des Insektensterbens nach, fragt nach seiner Bedeutung für uns Menschen, und danach, wie wir den Trend vielleicht noch umkehren können.

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  • 12.11.2020
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    Till Ottlitz: Vier Tage Angst - Die Flucht meiner Mutter aus der DDR

    Wir schreiben das Jahr 1973: Bärbel will aus der DDR in den Westen fliehen - mit Hilfe amerikanischer Soldaten über den Checkpoint Charlie in Berlin. Doch dann geht alles furchtbar schief. Bärbel muss sich vier Tage lang vor der Stasi verstecken. Jahrzehnte später rekonstruiert Bärbels Sohn Till Ottlitz die Flucht seiner Mutter aus der DDR. Gemeinsam mit ihr trifft er die Menschen, die Bärbel damals versteckt und unterstützt haben. Viele von ihnen sprechen zum ersten Mal über ihre Rolle in der Fluchthilfe und ihren Widerstand gegen Stasi und SED.

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  • 12.11.2020
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    Pflege ohne Nähe - Ein Feature über den Umgang mit Covid 19 in Altenheimen

    Eigentlich wollte Feature-Autor Jens Schellhass ein Feature über die normale Pflege und das Leben in einem Altenheim schreiben. Eine Woche laang lebte er schon mit den Bewohnern in einem Heim. Dann kam Corona - und alle Heime und Pflegeeinrichtungen wurden abgeschottet. Schellhass recherchierte weiter. Er wollte nun wissen, was die Isolation mit den Pflegern, aber vor allem den Heimbewohnern und deren Angehörigen anrichtet. Die Ergebnisse dieser Recherche hören Sie in diesem ARD-Radiofeature.

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  • 12.11.2020
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    Marcel Reich-Ranicki - Popstar der Kritik - Geschichte einer außergewöhnlichen Karriere

    In den folgenden Wochen des Sommerprogramms wollen wir an Marcel Reich-Ranicki erinnern, einen der wichtigsten Literaturkritiker in Deutschland. Wir beginnen mit einem Porträt, das Uwe Wittstock vor 15 Jahren zu Marcel Reich-Ranickis 85. Geburtstag verfasste. Wittstock zeichnet den Weg einer außergewöhnlichen Karriere nach: Als Reich-Ranicki im Sommer 1958 von Polen in die Bundesrepublik kam, war er im deutschen Literaturbetrieb ein Unbekannter. Doch nur anderthalb Jahre später zählte er schon zu den wichtigsten und berühmtesten Kritikern des Landes. Wie war dieser rasante Aufstieg möglich? Und wie konnte er ihn weiter fortsetzen bis hin zum Literaturchef der „FAZ“ und schließlich zum Leiter des „Literarischen Quartetts“? Wie wurde er das was er heute ist: Der Popstar der deutschen Kritik? Dies analysiert der Autor in diesem Feature.

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  • 12.11.2020
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    Verordnetes Glück in Bhutan? Ein Land zwischen buddhistischer Tradition und gesellschaftlichem Wandel

    Abgeschirmt von den höchsten Bergen des Himalaya liegt dieses kleine Land - fast so, als wolle es sich vor der Welt verstecken: Eingeklemmt zwischen China und Indien leben seine etwa 770.000 Einwohner nach buddhistischer Religion. Bhutan ist eigentlich ein Lehrbeispiel für die behutsame Öffnung eines Landes gegenüber westlichen Einflüssen. Doch mit dem Beginn des Tourismus, der Einführung des Fernsehens, der Nutzung von Smartphones und Internet hat eine neue Zeitrechnung in Bhutan begonnen. Dieser Wandel verändert immer mehr den Alltag seiner Einwohner - vor allem der jüngeren Bhutaner. Zwar ermöglichen die Einnahmen durch den Tourismus die medizinische Versorgung und Schulbildung für alle Bürger, doch auch Negativfolgen wie Drogenmissbrauch, Jugendarbeitslosigkeit und eine wachsende Selbstmordrate bleiben nicht aus. Schafft das Land diesen Spagat zwischen Vergangenheit und Zukunft?

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  • 12.11.2020
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    Gespenster jagt man bei Tag - Sherlock Holmes und sein mystischer Erfinder

    Der englische Schriftsteller Arthur Conan Doyle starb vor 90 Jahren, am 7. Juli 1930. Noch bekannter als er selbst wurde seine literarische Figur Sherlock Holmes. Im Sherlock Holmes Museum in der Londoner Baker Street treffen jede Woche Briefe aus der ganzen Welt ein. Sie sind adressiert an den großen Meisterdetektiv. Hier ist seine berühmte Wohnung detailverliebt rekonstruiert worden - alles sieht so aus, als hätten Holmes und Watson die Räume gerade erst verlassen, um einen Fall zu lösen. Eine Pilgerstätte für Fans. Ebenso wie die Reichenbachfälle im Schweizer Meiringen. An der Stelle, wo der Autor Arthur Conan Doyle seine Figur Holmes in der Geschichte "Das letzte Problem" in den Abgrund stürzen ließ, hängt heute ein Gedenkkranz mit Trauerbekundungen. Bis heute glauben viele Leute, dass der geniale Ermittler wirklich mal existierte. Kein anderer fiktiver Charakter der Literaturgeschichte hat es geschafft, so weit in die reale Welt vorzudringen. Für den Literaturnobelpreisträger T.S. Eliot ist "das größte Sherlock-Holmes-Rätsel wahrscheinlich, dass wir beim Reden über ihn unweigerlich der Phantasie erliegen, er habe existiert." Ein detektivisches Feature auf den Spuren eines lebendig gewordenen literarischen Mythos und seines sonderbaren Erfinders.

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  • 12.11.2020
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    Kind im Knast - Wie die Eltern von Inhaftierten mitbestraft werden

    In Nürnberg gibt es deutschlandweit die einzige Gesprächsgruppe für Eltern von Inhaftierten. Hier werden Geschichten erzählt, die im "normalen Leben" nie öffentlich werden, weil das Thema "Haft" mit so großer Scham besetzt ist. Dabei haben fast alle der ungefähr 63.000 Häftlinge im Land lebende Eltern. Die Taten und die Inhaftierung des Kindes stürzen Familien ins Chaos. Eine Lobby haben sie nicht. Wir erzählen ihre Geschichten in diesem Feature.

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  • 12.11.2020
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    Es kann doch nicht wahr sein, du lebst - Hans Sarkowicz im Gespräch mit Ralph Giordano über das Kriegsende 1945

    In eindrücklicher Weise schildert Ralph Giordano die letzten Monate unter den Nationalsozialisten, die er mit seiner Familie nur mit viel Glück in einem Versteck überlebte. Er berichtet außerdem vom Tag der Befreiung und davon, welche Auswirkungen diese Erlebnisse auf sein Leben und seine Gedanken hatte.

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  • 12.11.2020
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    Neues Kursbuch für die Bahn - Eine Feature über Mobilität und milliardenschwere Investitionen

    Die Klimakrise zwingt die Bundesregierung zur Verkehrswende. Bis 2030 will sie die Fahrgastzahl der Deutschen Bahn verdoppeln und wieder deutlich mehr Güter über die Schiene transportieren. Dafür investieren Bund und Bahn rund 156 Milliarden Euro, inklusive der 20 Milliarden aus dem Klimapaket - für mehr Züge, Instandhaltung und eine erhöhte Pünktlichkeit. Momentan hat die Bahn noch massive Probleme: Neben einem hohen Investitionsstau lag die Pünktlichkeit der Fernzüge 2019 im Schnitt nur bei knapp 76 %. Nun soll alles durch Programme wie „Digitale Schiene Deutschland“ und "Deutschland-Takt" besser werden. Die Kosten allein dafür werden mit 30-35 Milliarden Euro veranschlagt. Doch die größten Probleme hat sich die Bahn in den vergangenen Jahren selbst geschaffen: Seit der Umwandlung von Bundesbahn und Reichsbahn in eine Aktiengesellschaft im Jahr 1994, hat die DB mehr als 5.400 Kilometer des Streckennetzes stillgelegt und viele Fachkräfte entlassen oder nicht ersetzt. Heute versucht sie, tote Gleisabschnitte wiederzubeleben und sucht händeringend neue Mitarbeiter. Eine große Herausforderung ist zudem der kriselnde Güterverkehr. Jetzt ist noch die Corona-Krise dazugekommen, die die Fahrgastzahlen einbrechen lässt. Ob die Deutsche Bahn ihre Ziele erreichen kann, untersucht dieses Feature.

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  • 12.11.2020
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    Fernweh - Geschichte einer menschlichen Sehnsucht

    Das Reisen ist uns zur Zeit der Corona-Pandemie unmöglich. Doch der Drang, die Welt zu erkunden, ist ein tiefes menschliches Bedürfnis über alle Zeiten und Kulturepochen hinweg. Das "Fernweh" aber ist eine romantische Kategorie, und in der Tat ist es noch nicht lange her, dass die Menschen begonnen haben, aus reinem Vergnügen zu reisen - eine "Bedürfnisindustrie" dafür zu schaffen, wie es Hans Magnus Enzensberger ausdrückte, der eine Theorie des Tourismus entwarf. Den ersten Massentourismus gab es Mitte des 19. Jahrhunderts in unseren Breitengraden am Rhein, und es waren die Engländer, die die "Rheinromantik" erfanden. In der Sendung begeben wir uns selbst auf die Reise: von den Karawanenzügen der alten Zeit über die Pilgerreisen des Mittelalters und die wagemutigen Seefahrten im Zeitalter der Entdeckungen bis zum "Teutonengrill" an europäischen Mittelmeerstränden, von Odysseus bis Neckermann, von Captain Cook über Robinson Crusoe bis hin zum modernen Tourismus samt seiner Ambivalenzen, Kollateralschäden und vermeintlichen Alternativangebote. Das sentimentalische Fernweh indes, Ausdruck eines romantisch gebrochenen Lebensgefühls, ist eine unerfüllbare Sehnsucht geblieben.

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  • 12.11.2020
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    Zurück vom Dschihad - Ein Feature über Wiedereingliederung von IS-Heimkehrern

    Die Terrormiliz IS gilt militärisch als so gut wie besiegt. Mehrere Jahre machte sie das Kriegsgebiet im Irak und in Syrien zu einem Anziehungspunkt für viele junge Frauen und Männer aus Europa. Allein aus Deutschland zählt das Bundeskriminalamt insgesamt mehr als 1.000 Ausreisen zum IS und anderen islamistischen Terrorgruppen. Ein Drittel ist laut BKA wieder zurück. Sicherheitsbehörden warnen: Von Teilen der Dschihad-Rückkehrer gehe eine langfristige, kaum kalkulierbare Gefahr aus. „Ein besonderes Sicherheitsrisiko stellen Personen dar, die während ihres Aufenthaltes militärisch im Umgang mit Waffen und Sprengstoff geschult wurden oder Kampferfahrung gesammelt haben“, schreibt BKA-Präsident Holger Münch in einem Sammelband zum Thema Radikalisierung. Die Behörden stehen vor nie dagewesenen Fragen: Wer ist noch gefährlich? Wie reintegriert man Dschihadisten aus Kriegsgebieten? Wer distanziert sich glaubhaft von religiösem Fanatismus? Und wie schwierig ist es für geläuterte Rückkehrer in Deutschland wieder Fuß zu fassen? Im ARD radiofeature stehen zwei Rückkehrer im Mittelpunkt: Ein Anfang 30-jähriger Mann aus Bayern war bei der Al-Kaida-nahen Gruppe Junud al-Sham und sitzt seit 2014 im Gefängnis - unter anderem wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung. Eine 50-jährige Frau, die bei der Terrormiliz IS war, befindet sich seit ihrer Rückkehr auf freiem Fuß. Der Autor Joseph Röhmel spricht außerdem mit Mitarbeitern in Behörden und Beratungsstellen sowie Bewährungshelfern über den Umgang mit Dschihad-Rückkehrern.

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