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hr2 Der Tag

hr2-kultur | Der Tag - Kenntnisreich, ironisch, witzig, pointiert.

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  • 29.07.2021
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    Der Tag auf Weltreise: Frankreich mit Sabine Wachs

    Die Menschen in Frankreich pflegen ihre Kultur. Nicht nur, dass das Boule-Spiel zur olympischen Disziplin werden soll, wenn in Paris 2024 die olympischen Spiele ausgerichtet werden. Auch der Lavendel und die Provence mit ihren vielfältigen Düften, besonders in Grasse, der Hauptstadt des Parfüms, sind längst nicht mehr nur Tradition, sondern weltweit Aushängeschild der Grande Nation. Dabei gilt der französische Stolz nicht nur der nationalen, sondern auch der regionalen Identität. So ist sogar ein Gesetz zur Stärkung der Regionalsprachen beschlossen worden. Schon jetzt hört man in Bayonne an der Atlantikküste Frankreichs bereits eine baskische Bahnhofsdurchsage. Und damit nicht genug: Alle Straßenschilder sind zweisprachig, und die Kinder können in einer Schule auf baskisch unterrichtet werden.

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  • 28.07.2021
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    Der Tag auf Weltreise: Marokko mit Dunja Sadaqi

    Auf dem Djemaa-El-Fna-Platz im Herzen von Marrakesch setzen die Garküchen alles unter Dampf, was sich bewegt - Abend für Abend. Dörfer aus Stampflehm und Steinen inmitten rötlich schimmernder Felsen sind im Atlasgebirge zu bestaunen. Die Weite des Meeres erlebt man am besten in Essaouira, in der windigen Hafenstadt an der marokkanischen Atlantikküste. Auch wenn Marokko vergleichsweise gut durch die Pandemie kam, wächst die Wut vieler Menschen. Sie fühlen sich im Stich gelassen. Das Ausbleiben der Touristen in diesem Jahr hat viele Restaurant- und Hotelbesitzer an den Rand ihrer Existenz gebracht. Jeder dritte junge Marokkaner ist arbeitslos, nicht zuletzt durch die Grenzschließung zur spanischen Exklave Ceuta - der wichtigste Arbeitgeber für die etwa 100 tausend Einwohner der Region. Erst kürzlich versuchten tausende Marokkaner die Grenze zu stürmen, um nach Europa zu gelangen. Marokkos König Mohammed VI benutzt die Migrationspolitik regelmäßig, um Druck auf Spanien und Europa auszuüben. Er regiert das Land seit 1999. Was zunächst nach einem Aufbruch aussah, entpuppte sich schnell als Illusion: kritische Journalisten werden mundtot gemacht. Und laut dem marokkanischen Familienministerium wird jede zweite Frau Opfer von Gewalt, trotz neuer Gesetze.

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  • 27.07.2021
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    Der Tag auf Weltreise: Libanon mit Björn Blaschke

    Früher haben die Menschen aus Syrien im Libanon Urlaub gemacht, heute ist es ihr Zufluchtsort vor Krieg und Hunger. In den Lagern im Libanon leben Millionen Flüchtlinge, manche schon seit 10 Jahren, Perspektive ungewiss. Eine Belastung für die Flüchtlinge, eine Herausforderung für das kleine Land. Der Libanon steckt mitten in einer schweren Wirtschaftskrise, der Preis für Lebensmittel hat sich verdreifacht. Die Menschen hungern, Jobs bekommen nur die mit guten Kontakten, viele fliehen selbst aus ihrer Heimat. Noch dazu traf vor einem Jahr eine folgenschwere Explosion im Hafen Beiruts die libanesische Bevölkerung hart, aufgearbeitet ist sie immer noch nicht. Selbst der libanesischen Armee geht das Geld aus. Nun versucht sie mit einer besonderen Idee Geld zu verdienen. Unter dem Slogan "Libanon von oben“ bietet sie Zivilisten einen Flug mit ihren Hubschraubern an, um nicht nur die krisengeschüttelte Region, sondern auch die beeindruckenden libanesischen Berglandschaften und Meeresküsten zu bewundern.

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  • 26.07.2021
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    Der Tag auf Weltreise: China mit Steffen Wurzel

    Nach China reisen - das ist im Moment nur wenigen vorbehalten. Das Land geizt mit Visa, ankommende Flüge sind limitiert, die Preise hoch. Das ist nicht nur schade für Reisende, sondern auch schwierig für die Wirtschaft. So wird zwar zum Beispiel eine neue Maschine geliefert, der Techniker aber, der sie in Gang setzen könnte, kommt nicht ins Land. Für die Korrespondenten heißt das: Ausreise unmöglich und arbeiten im "goldenen Käfig“. Die Corona-Einschränkungen sind im Land weitgehend aufgehoben. Aber zu berichten gibt es genug. China ist in vielen Bereichen auf dem Weg in die Zukunft und wirft rückständige Regelungen über Bord. Die Ein-Kind-Familie ist längst Vergangenheit, drei Kinder sind erlaubt. Und in der Handy-Produktion arbeitet man gemeinsam mit einem hessischen Unternehmen an Nachhaltigkeit.

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  • 25.07.2021
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    Der Tag auf Weltreise: Indien mit Peter Hornung

    Ayurveda, Yoga, Meditation - beliebte Gründe für eine Reise nach Indien. Die indische Gesundheitslehre sowie die indische philosophische und religiöse Lehre des Yoga lassen sich eben am besten in dem Land selbst praktizieren, in dem ihre Ursprünge liegen. Die Pandemie hat allerdings nicht nur Reisenden einen Strich durch die Rechnung gemacht, sondern auch Einheimischen jene geistige und körperliche Praxis erschwert. Mit der "indischen Variante" wird nun international eine besorgniserregende Mutation des Corona-Virus verbunden. Und statt über die indische Gesundheitslehre wurde in letzter Zeit mehr über das indische Gesundheitssystem gesprochen, das vielen Corona-Patienten nicht helfen konnte. Das Land kämpft mit den Folgen der Pandemie. Umso dringender warten die indischen Reiseziele auf Gäste, denn der Tourismus hatte in den vergangenen Jahren für wachsende Einnahmen gesorgt.

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  • 22.07.2021
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    Der Tag auf Weltreise: Niederlande mit Michael Schneider

    Das Rad gehört zur Grundausstattung aller Menschen in den Niederlanden. Wo lässt es sich besser Fahrrad fahren als im Land ohne Berge? Radreisende fordert dabei nur allzu oft der ungnädige Begleiter über niederländischem Boden: der Gegenwind. Der wiederum inspiriert die Einheimischen zu Höchstleistungen bei den alljährlichen Gegenwindmeisterschaften. Wer zuletzt umfällt, hat gewonnen. Höchstleistungen müssen die Niederlande auch an anderer Stelle erbringen: beim Küstenschutz. Die kilometerlangen Sandstrände der Niederlande sind beliebt, auch von Deutschland aus gut zu erreichen. Die Küste ist traumhaft und bedroht. Denn schneller als andere Länder Europas spüren die Niederlande wegen ihrer besonderen Lage die Folgen des Klimawandels, auch den steigenden Meeresspiegel. Aber Aufklärung für die Probleme des Klimawandels kann auch begeistern: mit Europas größtem Korallenriff in einem Aquarium lockt die niederländische Stadt Arnheim.

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  • 21.07.2021
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    Der Tag auf Weltreise: Schweiz mit Dietrich Karl Mäurer

    Wer in der Schweiz unterwegs ist, kann sich getrost auf öffentliche Verkehrsmittel verlassen. Das tut auch der ARD-Korrespondent Dietrich Karl Mäurer. Pünktlich, sauber und technisch gut ausgestattet sind die Züge, so gut, dass ein Korrespondent einen Bericht aus dem fahrenden Zug senden kann. Das ist auch noch gut fürs Klima - und für die Schweiz. Das kleine Land in der Mitte Europas spürt wegen der vielen Gletscher die Folgen der steigenden Temperaturen besonders stark. Die Gletscher schmelzen, und das ist nicht nur zu sehen, sondern in faszinierenden Aufnahmen sogar zu hören.

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  • 20.07.2021
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    Der Tag auf Weltreise: Israel mit Benjamin Hammer

    Ehrgeizige Impfpolitik, beunruhigender Raketenbeschuss, aufreibende Regierungsbildung - das waren die Schlagzeilen aus Israel in den letzten Monaten. Dabei passierte noch viel mehr in dem kleinen Land im Nahen Osten. Die Impfkampagne brachte nicht nur interessante Daten, sie brachte schon weit vor den europäischen Ländern die Kultur zurück in das Leben der Menschen. Konzerthallen, Theater, Cafés öffneten wieder, erst nur für Geimpfte, dann für alle. Und mitten in der Wüste wird an Bewässerungstechniken geforscht, die weltweit Landwirtschaft in extrem trockenen Regionen ermöglichen. Derweil schlummern die touristischen Attraktionen im Land mit den besonderen Lebensbedingungen, Reisende aus dem Ausland müssen noch draußen bleiben. Nur unsere ARD-Korrespondenten können davon berichten.

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  • 19.07.2021
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    Der Tag auf Weltreise: Italien mit Elisabeth Pongratz

    Leere Gassen in Venedig - wer mittlerweile wieder einmal diesen italienischen Sehnsuchtsort besuchen durfte, war verzaubert. Während in normalen Zeiten jährlich Millionen Menschen aus aller Welt die Plätze und Palazzi der Lagunenstadt besuchen, wacht nun der Tourismus erst langsam wieder auf. Die einen freuen sich über die ausbleibenden Kreuzfahrtschiffe, die anderen leiden unter den ausbleibenden Einnahmen durch die Reisenden. Die Pandemie hat Italien schwer gebeutelt und zeitweise in den Stillstand versetzt. Nur der Ätna brodelt unaufhaltsam und sorgt mit seiner Lava auf Sizilien für wirtschaftlichen Schaden und fruchtbare Böden gleichermaßen. Seine Anziehungskraft für Urlauber bleibt ungebrochen.

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  • 16.07.2021
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    Arschbombe reicht nicht – eine Sendung zum Eintauchen

    Schwimmen ist eine besondere Kunst, nicht nur Sport oder schnöde Technik. Schwimmen ist auch das unmittelbarste Erlebnis vom Wasser und seiner Wandelbarkeit. So zumindest erlebt John von Düffel, Autor und Langstreckenschwimmer, das Schwimmen und erzählt in vielen seiner Bücher von den Berührungen des Schwimmers mit seinem Element. Manche feiern Triumphe, trainieren für Meisterschaften, für Olympia, schwimmen täglich fast unendliche Strecken und können nicht genug bekommen. Doch immer weniger Kinder können schwimmen, weil der Schwimmunterricht während der Pandemie einfach ausfiel. Das soll jetzt nachgeholt werden. Wer nicht schwimmen kann, der lebt gefährlich. Von Angst und Sehnsucht im Wasser - eine Sendung zum eintauchen ...

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  • 15.07.2021
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    Mögen täten wir schon wollen … Der Weg aus der Pandemie

    Die sogenannte Inzidenz, also die Zahl der positiven Corona-Tests pro hunderttausend Einwohner in einer Woche, steigt ganz allmählich wieder. Aber wo sonst die Mahner, Warner und Unheilspropheten die Bühne für sich hatten, lassen sich nun auch andere Stimmen vernehmen. Tenor: die Inzidenz ist auch dank Impfkampagne nicht mehr entscheidend, wir müssen jetzt endlich raus aus dem pandemischen Ausnahmezustand. Die Schüler sollen wieder in die Schule, die Menschen sollen sich unbefangen begegnen und das Risiko, an Corona schwer zu erkranken soll sich einreihen in die vielen anderen Risiken des Lebens. Aber wer wagt den ersten Schritt? Boris Johnson? Der macht aus den gesetzlichen Einschränkungen trotz verhältnismäßig hoher Fallzahlen Empfehlungen. Und wir? Hier scheinen wir es eher mit Karl Valentin zu halten: „Mögen hätten wir schon wollen, aber dürfen haben wir uns nicht getraut“. Dabei geht es ja nicht darum, auf jede Vorsicht zu verzichten. Besser und genauere Zahlen über Corona könnten schon helfen, und es wird ja schließlich weiter geimpft.

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  • 14.07.2021
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    Gute Rapper, böse Rapper - Wie #Metoo die Szene aufmischt

    Sexismus im deutschen Rap? Das ist eine alte und jetzt eine neue Debatte. Ausgelöst hat sie eine Influencerin, die dem Rapper Samra vorwirft, er habe sie vergewaltigt. Er dementiert. Ein anderer Rapper hatte kurz nach den Vorwürfen ein Video veröffentlicht, das den jungen Bushido zeigte, wie er eine junge Frau bedrängte. Alles lange her und verjährt. Bushido entschuldigte sich. Dennoch. Solche Vorwürfe sind in der Hip-Hop-Szene nicht neu. Doch die Heftigkeit der Diskussion über sexualisierte Gewalt in diesem Genre könnte noch länger andauern. Unter dem Hashtag der gleichnamigen Initiative #deutschrapmetoo haben Frauen Erfahrungen gesammelt. Sie kritisieren ein Netzwerk aus Künstlern, Musiklabels, Agenturen und Managements, das den Nährboden für solche Übergriffe schaffe. Gleichzeitig weist die Rap-Szene vielfältige Richtungen auf. Sozialkritische Inhalte haben in dem Genre sowieso eine lange Geschichte. Dabei wird auch der Typ des selbstherrlichen, hypermännlichen, tendenziell frauenfeindlichen Rappers hinterfragt. Zum Beispiel vom "Conscious Rap", der übt, was dem Gangsta Rap oft fehlt: Kritik.

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  • 13.07.2021
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    Schluss mit der Schweinerei – Was kostet die Fleischwende?

    Bisher stammen rund 80 Prozent des Fleisches, das beim Discounter verkauft wird, aus der niedrigsten Stufe der Haltungsformen für Tiere. Das heißt: deutlich weniger als ein Quadratmeter Platz pro Tier im Stall, null Auslauf, billiges Futter. Aldi hat nun angefangen umzusteuern, und andere ziehen nach. Bis 2030 wird es nach den Tierwohlplänen des Lebensmittelkonzerns minderes Fleisch nur noch als Tiefkühlware geben. Die ist nämlich ausgenommen von den Plänen. Bringt Aldi da tatsächlich etwas in Gang? Oder versuchen die Discounter mit relativ geringem Aufwand ihr Image aufzupolieren und vom Trend zu bewussterem Fleischkonsum, den es insbesondere bei jungen Leuten gibt, zu profitieren? Welche Fortschritte macht die vielbeschworene Agrarwende in Deutschland? Und welche Marktmacht haben die Händler?

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  • 12.07.2021
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    Anschlag auf den Rechtsstaat – Die Niederlande unter Schock

    Der Kriminalreporter Peter de Vries wird in Amsterdam auf offener Straße angeschossen und lebensgefährlich verletzt. Er berichtete nicht nur über das organisierte Verbrechen, er beriet auch den Kronzeugen im laufenden Prozess gegen einen Mann, der als Pate des Kokainhandels in den Niederlanden gilt. Manche sprechen von einem Anschlag nicht nur auf die Pressefreiheit, sondern auf den Rechtsstaat und stellen die Frage, ob Journalisten und andere Menschen die sich öffentlich äußern, in den Niederlanden noch sicher sind. Lale Gül ist es nicht: die junge Frau kritisiert in einem Buch das konservative islamische Milieu, aus dem sie stammt. Sie erhält seither Beschimpfungen und Morddrohungen und hält sich versteckt. Nicht nur Kriminelle reagieren mit Gewalt, wenn man sich öffentlich mit ihnen befasst, auch Islamisten, Rechtsradikale und verwandte ideologische Milieus gehen aggressiv gegen Kritiker und Berichterstatter vor. Ist die Toleranz am Ende - nicht nur in den traditionell doch so liberalen Niederlanden?

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  • 09.07.2021
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    Zimmer mit Erdblick – Der Traum vom All

    Am Sonntag will der Musik-Mogul Richard Branson an Bord seines Raketengleiters "Spaceship Two" einen Hüpfer ins All machen. Neun Tage später plant Amazon-Gründer Jeff Bezos das Gleiche. Mit seiner eigenen Rakete "New Shepard", versteht sich, Milliardäre unter sich eben. Aber das Universum übt auf alle Menschen eine Faszination aus. Zu viele Rätsel hält es noch bereit, zu unvorstellbar sind seine Dimensionen. Wer versteht schon die Unendlichkeit? Selbst grundliegende Fragen zum All können wir noch nicht beantworten, Stichwort Dunkle Materie und Dunkle Energie. Wir suchen Leben in unserem eigenen Sonnensystem, im Wasser der Eismonde des Jupiters zum Beispiel. Und wir wünschen und fürchten gleichermaßen einen Kontakt zu Leben außerhalb unseres Sonnensystems, die Begegnung mit extraterrestrischer Intelligenz. Auch wenn vieles davon nach Science Fiction klingt, rückt das All doch näher, wenn auch erst mal nur für die Wissenschaft und die Superreichen. Weltraumtourismus, Forschungsstationen auf dem Mond, die Besiedlung des Mars. Was hält das All in den nächsten Jahrzehnten für uns bereit?

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  • 08.07.2021
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    Rette sich, wer kann! Abzug aus Afghanistan

    "Nichts ist gut in Afghanistan". So hat es die damalige evangelische Bischöfin Margot Käßmann schon vor mehr als zehn Jahren formuliert. Und musste sie sich dafür viel Kritik anhören. Aber auch jetzt, nach dem endgültigen Abzug der Bundeswehr, ist längst nicht alles gut. Die lokalen Sicherheitskräfte und die Armee schaffen es nicht, dauerhaft stabile Verhältnisse zu schaffen. Viele Menschen in Afghanistan befürchten Chaos und neuen Terror der radikal-islamischen Taliban. Die haben großen Einfluss, obwohl die internationale Militärmission sie eigentlich in Schach halten sollte. Die ehemaligen Helfer der Bundeswehr fühlen sich jedenfalls bedroht und fürchten um ihr Leben. Deutschland wiederum schiebt nach wie vor Menschen aus Afghanistan in ihre Heimat ab, so auch in dieser Woche wieder. Ist die Mission am Hindukusch letztendlich gescheitert? Und wie wäre ein Abzug in geregelten Bahnen möglich gewesen, ohne neues Unheil heraufzubeschwören?

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  • 07.07.2021
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    Poolslipper, Sneaker, Jogginghose – Frankfurt macht Mode

    Die Fashion Week findet dieses Jahr zum ersten Mal in Frankfurt statt, und mit der Modemesse reisen die Schönen und Einflussreichen nach Hessen. Wobei das mit dem Einfluss heute eine komplexe Angelegenheit geworden ist. Luxusmodemarken wie Louis Vitton, Gucci und Chanel haben immer größere Probleme, ihre Waren an junge Kunden zu verkaufen - auch, wenn das Image der Marken weiterhin zu stimmen scheint. Aber Nachhaltigkeit spielt auch in der Mode eine immer wichtigere Rolle, und Kleider kann man heute mieten. Second Hand-Teile so zu kombinieren, dass sie wie High Fashion aussehen, das ist die Kunst. Statt Modemagazinen geben Modeblogs und Influencer den Ton an. Ist das die oft herbeigewünschte Demokratisierung der Mode? Und warum kommt die Messe überhaupt nach Frankfurt? Die Stadt hat tatsächlich eine Modetradition, während der NS-Zeit sollte hier die standesgemäße Mode für die deutsche Vorbild-Familie erdacht werden. Aber was hat Frankfurt den Fashion Victims heute zu bieten?

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  • 06.07.2021
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    Das Pleitevirus – Wie Corona Existenzen vernichtet

    Die Corona-Pandemie mit ihren massiven Einschränkungen im Alltag wurde immer als der Super-Gau für die Wirtschaft beschrieben: Eine ausgebremste Welt-Konjunktur, Pleiten noch und nöcher - dazu ausgestorbene Innenstädte mit verrammelten Läden, die für immer geschlossen bleiben, weil sie die Krise nicht überstanden haben. So die Befürchtung. Ein Blick in die Statistik vermittelt allerdings einen anderen Eindruck. Bei uns in Deutschland hat es im vergangenen Jahr, im Vergleich zu 2020, fast 15 Prozent weniger Insolvenzen gegeben. Auch in den meisten anderen Ländern Europas ist diese Entwicklung zu beobachten. War die Corona-Pandemie für die Wirtschaft also doch harmloser als gedacht? Fachleute zumindest warnen: Viele Läden hätten auf eigene Initiative hin geschlossen, bevor sie überhaupt offiziell Insolvenz anmelden mussten und in der Statistik gelandet wären. Und die staatlichen Hilfsprogramme verdeckten die wahre Situation in einigen Branchen. Kommt das dicke Ende also noch? Und was können wir tun, um leere Innenstädte und Massen-Arbeitslosigkeit im Handel und dem Dienstleistungs-Gewerbe zu verhindern?

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  • 05.07.2021
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    Kandidiert, demontiert – Scherbengerichte im Wahlkampf

    "Rufmord", "Dreckskampagne", "Propagandakrieg". Mit diesen drastischen Worten beschreiben Grüne, was ihrer Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock in den vergangenen Wochen passiert ist. Es ging um nicht gemeldete Nebeneinkünfte, einen etwas aufgehübschten Lebenslauf und jetzt angeblich abgeschriebene Passagen in einem Buch zum Wahlkampf. Möglicherweise also Kleinigkeiten, die sich aber öffentlich zum Bild einer Frau gruppieren lassen, die es mit der Wahrheit nicht so genau nimmt und mehr sein will, als sie ist. Für eine Kanzlerkandidatin ein sehr ungünstiges Bild. Aber sind die, die daran mitzeichnen, tatsächlich frauenfeindliche Rufmörder von Rechtsaußen, wie Baerbocks Sympathisanten verlauten lassen? Wer ins Kanzleramt will, muss schon mit scharfem Gegenwind und im schlimmsten Fall einem Scherbengericht rechnen. Bei Martin Schulz endete das vor vier Jahren mit einem tiefen Absturz des Hoffnungsträgers. Am Ende standen nicht die Medien, sondern seine eigene Partei und sein Wahlkampfteam als Verantwortliche da. Haben die Grünen nicht gewusst, dass Kanzlerin nur werden kann, wer auch heftige Demontageversuche übersteht?

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  • 02.07.2021
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    Delta sagt Danke – Das Virus und die Massen

    Endlich wieder Schulter an Schulter im Fußballstadion. Mit der eigenen Mannschaft mitfiebern. Sich die Lunge aus dem Leib schreien. Einander in den Armen liegen und Küsse oder Tränen miteinander teilen. "Ooooh, wie ist das schön!" Und Dank sei der UEFA, dass sie es möglich gemacht hat! Und doch ist vielen dabei schon vom Zusehen schlecht geworden. Weil sie am Tag, als die deutsche Mannschaft dem EM-Geschehen endgültig den Rücken kehren musste, zugleich ein spektakuläres Infektionsgeschehen vor sich sahen. Denn wenn sich große Massen Schulter an Schulter jede Menge Delta-Viren aus dem Leib schreien, dann werden am Ende tatsächlich viele Leute fiebern, wenn auch nicht mehr mit der eigenen Mannschaft. "Ooooh, wie ist das schön!" Und Dank sei der UEFA, dass sie es möglich gemacht hat! Und weiterhin möglich macht! Während doch viele andere Veranstaltungen aus Vorsicht - und nach Vorschrift - kleine Brötchen backen müssen. Brot und Spiele im Profisport, Brötchen und Spielchen in der Kultur. Wer am Ende und im Rückblick wen beneiden muss, das wird sich noch zeigen. Aber wenn die Pandemie erst mal wieder auf Touren kommt, dann kann sie die Vorsichtigen genauso treffen wie die Leichtsinnigen.

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  • 01.07.2021
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    Zeitenwende – Macht mal ohne Merkel

    Die Zeit läuft ab. Angela Merkel ist auf dem Weg hinaus aus dem Amt. Lauter letzte Momente reihen sich aneinander. Die letzte Regierungserklärung, die letzte Fragestunde, die letzte Sitzung des Bundestages vor der Sommerpause. Bis die neue Kanzlerin oder der neue Kanzler die Koalitionsbildung abgeschlossen hat, wird die jetzige Bundesregierung nach der Wahl am 26. September noch ein paar Wochen oder vielleicht sogar ein paar Monate im Amt sein. Aber eigentlich ist die Regierung Merkel beendet. Auch in Brüssel hat die Zeit der Nachlese begonnen. Wie wird es um die Machtverhältnisse nach Merkel stehen? Wer auch immer ihr nachfolgt, welche Töne wird er oder sie im Konzert Europas anschlagen? Dass Deutschland in Europa an Bedeutung gewann, war auch an die Person Merkel geknüpft. Sie war Maklerin, Schiedsrichterin, verhinderte, verhandelte unbestechlich, sachlich, nüchtern. Wer wird jetzt die Führung übernehmen? Emanuel Macron? Mario Draghi? Wie wird sich die Gruppe der Widerspenstigen verhalten, angeführt von Ungarns Premier Victor Orban? Zeitenwende in Brüssel und in Berlin.

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  • 30.06.2021
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    Push up für den Po – Der Hype ums Hinterteil

    Wir alle sitzen drauf. Und viele von uns setzen obendrein auf sein erotisches Po-tential. Denn wir selbst sehen ihn zwar nicht. Aber wo wir gehen und stehen, kann er die Blicke der anderen auf sich ziehen, je nachdem, wie ausladend oder einladend er ist. Deshalb schauen viele - ihre Köpfe verdrehend - immer wieder in den Spiegel und fragen sich, ob sie anderen den Kopf verdrehen können - mit dem hintersten Teil unseres Körpers, für den es so unendlich viele Wortschöpfungen gibt: Von zärtlich bis vulgär, von drastisch-direkt bis verschämt-umschreibend, vom dezent-gehauchten "Po" bis zum guttural-gezischten "Arsch". Noch mehr als Worte sagen Fakten, und wenn es um den Körper geht, ist die Sehnsucht nach "alternativen Fakten" groß. Deshalb wollen immer mehr Menschen ihre Kehrseite nicht mehr verstecken, sondern verschönern - und werden damit zur allerwertesten Kundschaft der Gesäß-Chirurgie. Aber gespalten wie er selbst ist auch das Image des Pos. Ihn entblößt zur Schau zu stellen, kann deshalb nicht nur zu Höhepunkten führen, sondern auch zum Gipfel der Entrüstung.

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  • 29.06.2021
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    Rund um die Uhr – die ausgebeuteten Pflegekräfte

    Viele wünschen sich, im Alter zuhause wohnen zu können, auch wenn sie nicht mehr allein zurechtkommen. Glück hat, wer Angehörige hat, die diesen Wunsch erfüllen können. Wenn pflegende Familienmitglieder an ihre Belastungsgrenzen kommen, blicken sie von Deutschland aus gerne über die Grenzen im Osten. Hundertausende meist weibliche osteuropäische Pflegekräfte kommen in deutsche Haushalte, monatelang, arbeiten Tag und Nacht, vermittelt über entsprechende Agenturen. Durch das Grundsatz-Urteil des Bundesarbeitsgerichtes in Erfurt kommt jetzt wieder einmal ans Licht, auf welch ausbeuterischem System die häusliche Pflege in Deutschland fußt. Eine Sozialassistentin aus Bulgarien hatte geklagt, weil von den 24 Stunden, die sie gearbeitet hat oder in Bereitschaft war, nur ein Bruchteil entlohnt wurde. Für die vertraglich vorgesehenen 30 Stunden in der Woche, in denen sie kochte, putzte, Körperpflege oder Hilfe beim Essen leistete, bekam sie monatlich 950 Euro netto. Nur so können sich in Deutschland viele Familien die häusliche Pflege leisten, auch die Politik preist diese Modelle in ihre Planung ein. Was bedeutet es, wenn jetzt alle osteuropäischen Kräfte in deutschen Haushalten den Mindestlohn für die volle Arbeitszeit fordern würden? Viele Familien werden es sich nicht mehr leisten können, wer trägt die Kosten? Zuhause bleiben bis zum Lebensende könnte zum unmöglichen Wunschtraum werden. Und was ist die Alternative? Genug Plätze in Altenpflegeeinrichtungen gibt es schon jetzt nicht.

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  • 28.06.2021
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    Abgestempelt: Was taugt unsere Bürokratie?

    Bürokratie heißt Herrschaft der Verwaltung. Und unter dieser Herrschaft leiden auch in der Coronakrise wieder viele: Bürgerämter, die die Last der Termine nicht mehr bewältigen können, hier, Hilfsbedürftige, die mit immer neuen Anforderungen gepiesackt werden, dort. Zusammengebrochen unter Formularstapeln und Aktendeckeln oder verloren gegangen im Nirvana amtlicher Telefonwarteschleifen. Kritisiert wird Verwaltung allerdings schon, seit es sie gibt. Und immerhin trägt eine gut funktionierende Bürokratie auch zum Zusammenhalt unserer Gesellschaft bei. Eine endlich richtig digitalisierte Verwaltung verspricht Erleichterung für alle. Ist die Bürokratie also besser als ihr Ruf?

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  • 25.06.2021
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    Verschmutzt, verbaut, verdunstet – unser Wasser

    Es war einmal ein wasserreiches Land namens Deutschland. Dort erzählte man sich, dass man bloß nicht zu viel Wasser sparen dürfe, weil das heilige deutsche Rohr- und Leitungssystem gut durchspült sein müsse, um zu funktionieren. Tja. Vorbei, die Sorglosigkeit. Spätestens nach dem dritten Dürresommer sind die deutschen Grundwasserspiegel deutlich tiefer gelegt. Und selbst wenn sie es nicht wären - das Grundwasser ist auch nicht mehr so frisch, wie es mal war. Verschmutzungen durch Nitrat und Düngemittel machen ihm zu schaffen. Und es kommt immer weniger unten an: Trotz langer Trockenperioden werden Überschwemmungen häufiger, weil die staubigen Böden schlechter Wasser aufnehmen, die Keller also schneller volllaufen und die Flüsse heftiger über die Ufer treten. Von den Verschmutzungen der Meere mal ganz zu schweigen. Und rund die Hälfte der Weltbevölkerung hat jetzt schon keinen regelmäßigen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Dafür ist auch unser Konsum mitverantwortlich. Wir verbrauchen im Schnitt 4000 Liter Wasser pro Person pro Tag. 4000 Liter - das sind 26 Badewannen voll, jeden Tag. Kommt Ihnen hoch vor, diese Zahl? Wir rechnen es Ihnen gerne vor.

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  • 24.06.2021
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    Und damit Pasta – der Siegeszug der Nudel

    Sie ist international beliebt und das schon seit mehreren tausend Jahren: die Nudel. Wahrscheinlich von China aus, hat sie ihren Siegeszug in die ganze Welt angetreten. Auch in Deutschland steigt der Nudelkonsum stetig. Die Pandemie hat diesen Trend noch verstärkt. Egal ob aus Reis-, Weizen oder Kichererbsenmehl hergestellt, die Nudel ist aus unserer Küche nicht mehr wegzudenken. Zumal es unendlich viele Möglichkeiten gibt, sie mit Beilagen zu kombinieren. Eine besonders beliebte Sorte haben Religionskritiker zu ihrer Gottheit gemacht. Sie wird das fliegende Spaghettimonster genannt. Die Nudel scheint also ein ganz besonderes Lebensmittel zu sein.

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  • 23.06.2021
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    Ice Ice Baby – fast alles über die Antarktis

    Was fast alle wissen über die Antarktis: Ihre Eisschicht ist viele Kilometer dick, dort leben Pinguine, aber keine Eisbären und es gibt es keine dauerhafte menschliche Siedlung, zu kalt. Was schon erheblich weniger Menschen wissen über die Antarktis: Dort wird Gemüse angebaut, was uns helfen soll, die Bedingungen auf dem Mars besser zu verstehen. Die größten Süßwasserreserven der Erde stecken im Eis der Antarktis, was es zu einer wertvollen Ressource macht. Und die Menschen können die Antarktis gemeinsam friedlich erforschen, das regelt der Antarktisvertrag, der heute (23.6.) sein sechzigstes Jubiläum seit Inkrafttreten feiert. Aber wie geht es weiter mit der Antarktis, wenn ihr Eis durch die Klimaerwärmung abschmilzt? Was wird auf dem Eiskontinent heute erforscht? Und welche Rolle spielt die Antarktis für das Wetter?

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  • 22.06.2021
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    Not macht betrügerisch – Geschäftsmodell Pandemie

    Masken müssen her, um jeden Preis? Das klingt dramatisch, aber auch nach einem guten Geschäft. Denn wenn die Not groß ist, kann man auch schon mal Fabelpreise und Provisionen verlangen - vor allem, wenn man als Unionsabgeordneter ganz nahe dran ist an den Entscheidern. Ähnlich bei den Corona-Schnelltests - die mussten auch dringend her, koste es, was es wolle, und da rechneten einige halt auch Tests ab, die nie durchgeführt wurden. "Falsche Anreize" nennt der Bundesrechnungshof so etwas, und davon sandte die Politik in der Coronakrise jede Menge aus. Zum Beispiel an Krankenhäuser, die Ausgleichszahlungen erst ab einer bestimmten Auslastung der Intensivstationen bekamen. Und prompt genau diese Auslastungen meldeten, und trotz einer üppigen Förderung neuer Betten immer weniger davon hatten. Wenn hier Betrug im Spiel ist, wird es besonders pikant: denn mit der Auslastung der Intensivstationen rechtfertigte die Bundesregierung immer wieder weitreichende Beschränkungen der Grundrechte. Der Ausnahmezustand begünstigt offenbar die Schwindler. Alles muss schnell gehen, nichts wird kontrolliert - und wer behauptet, Leben zu retten, kann eigentlich jeden Preis nehmen. Das schadet nicht nur der Staatskasse. Eine Politik, die unaufhörlich von Zusammenhalt und Solidarität spricht, und tatsächlich Lobbyinteressen und Betrug fördert, ruiniert auch das Vertrauen in die Demokratie.

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  • 21.06.2021
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    Grün ist die Hoffnung – Die Wahl im Iran

    Er war der unangefochtene Favorit. Ebrahim Raisi, 60 Jahre alt und als Justizchef einer der einflussreichsten Funktionäre im Iran. Raisi gilt als ultra-konservativ und passt somit in die Reihe der Kandidaten, die alle aus dem konservativen Lager kommen. Dafür haben die 12 Mitglieder des Wächterrats gesorgt. Frauen waren erneut nicht zugelassen. War der Ausgang der Wahl deshalb vorhersehbar? Diese Form der Demokratie mit eigenen Regeln führt dazu, dass es kaum Hoffnung gibt, auf eine baldige Öffnung des Systems und ein neues Zusammenarbeiten mit den westlichen Staaten. Und das hat natürlich weiterhin vor allem wirtschaftliche Folgen für die Menschen im Land. Oder kann der Iran, der sich an der Schwelle zur Atommacht befindet, trotzdem ein Partner im Osten sein?

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  • 18.06.2021
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    Erfolgsverspechen - eine Frage der Klasse

    Wenn es um Bildung geht, dann legen wir den Fokus meist auf Kindergarten und Schule. Einen enormen Einfluss auf den späteren Bildungserfolg haben aber bereits die ersten drei Jahre im Leben eines Kindes. Schon in den ersten Wochen öffnet sich die Schere. Wie viele Anregungen bekommt das Kind, wie viele Wörter hört es? Die Schule kann die unterschiedlichen Voraussetzungen nur mit Mühe ausgleichen. Sprungbrett oder Hemmschuh? Die soziale Klasse, in der wir aufwachsen, bestimmt unsere Zukunft mehr, als wir lange wahrhaben wollten. Muss das so bleiben? Lange schien es, als sei dieses Thema verschwunden. Jetzt entdecken Soziologen und Schriftstellerinnen ein altes Phänomen wieder: die Klasse. Wo kann man ansetzen für mehr Chancengleichheit und Bildungsgerechtigkeit?

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  • 17.06.2021
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    Üble Kampagnen - Antisemitismus im Wahlkampf

    Annalena Baerbock als Moses mit Verbotstafeln. Dieses Bild mit entsprechenden Slogans bemüht die "Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft“, um zu verkünden, was von einer grün-geführten Bundesregierung angeblich alles verboten würde. Eine Wahlkampf-Polemik, hinter der in den Augen vieler Menschen mehr steckt als nur Polemik, nämlich eine gehörige bzw. ungehörige Dosis an Antisemitismus - suggeriert in Wortwahl und Bildersprache. - Die Publizistin Carolin Emcke beschreibt in einer Videobotschaft auf dem Grünen-Parteitag die Neigung, immer wieder einzelne Gruppen kollektiv zu brandmarken, sie nennt dabei Juden und Klimaforscherinnen in einem Satz und wird daraufhin eines unzulässigen, verharmlosenden Vergleiches beschuldigt. Genau hinschauen ist in beiden Fällen der wichtigste Ansatz. Welche Botschaften sind womöglich giftiger, als es auf den ersten Blick den Anschein hat? Und wo wird vielleicht Schlimmeres unterstellt, als gesagt wurde? Grenzen aushandeln und Grenzen wahren - beides gehört zur politischen Auseinandersetzung in einer Demokratie. Sonst wird das Gift in einem Wahlkampf immer gefährlicher - für die, die kämpfen, und für die, die wählen.

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  • 16.06.2021
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    Von Beruf befristet – Alltag mit Zeitverträgen

    Heute hier, morgen dort - Anstellungen ohne Langzeitperspektive sind in vielen Bereichen zur Normalität geworden. Gerade in der Wissenschaft sind unbefristete Arbeitsverträge die absolute Ausnahme. In einem Video des Bundesministeriums für Bildung und Forschung wird das Wissenschaftszeitvertragsgesetz, das es seit 2007 gibt, bejubelt. Die Befristung auf maximal zwölf Jahre verhindere, dass eine Generation die Stellen verstopfe und gebe nachrückenden Wissenschaftlern die Möglichkeit, ebenfalls Qualifikationen zu erwerben. Diese Erklärung empfinden viele, die sich von Job zu Job hangeln und unter der mangelnden Sicherheit und Planbarkeit leiden, als Hohn. Die meisten bekommen gerade mal Verträge für ein bis zwei Jahre. Für Forschungsarbeiten ein viel zu kurzer Zeitraum. Auch in anderen Branchen sind Festanstellungen zur Mangelware geworden. Aber in der Wirtschaft scheint es tatsächlich den Effekt zu geben, von dem das BMBF spricht: Innovation durch Befristung. Wir schauen also auf Fluch und Segen dieser Regelung.

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  • 15.06.2021
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    Eine Lektion in Anpassung – Unser Umgang mit dem Wind

    Egal ob es windig oder windstill ist, im Kalender steht heute der "Tag des Windes“, der "Global Wind Day“. Vor fast 15 Jahren ausgerufen vom Branchenverband Europäische Windenergie ("European Wind Energy Association“). Um Wind zu machen für den Wind als Energiequelle. Obwohl doch für den Geschmack vieler Menschen schon viel zu viele Windräder in der Landschaft stehen. Und weil es wegen vieler Widerstände dagegen immer noch zu wenige sind, um die Energiewende wirklich in Schwung zu bringen. So sehen das jeweils die einen und die anderen. Beim Wind kommt es eben immer auf die Richtung an. Die Richtung, aus der er kommt und aus der wir ihn herankommen sehen, hören und fühlen. Wind ist eine Naturgewalt, die da ist oder auch nicht. Der wir uns mal entziehen und mal bedienen wollen. Die wir aber letzten Endes nicht beherrschen können. Ob auf hoher See zwischen Sturm und Flaute oder in der Politik zwischen Rücken- und Gegenwind: Um durchgepustet, aber nicht weggepustet zu werden, müssen wir mit all unserer Schläue und Wendigkeit segeln.

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  • 14.06.2021
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    Die Rente ist sicher – aber erst ab 70

    Noch funktioniert der Generationenvertrag: die Jüngeren, die im Arbeitsleben stehen, zahlen die Renten der Älteren. Aber: die Babyboomer-Jahrgänge gehen in den Ruhestand. Immer weniger Beitragszahler müssen immer mehr Rentner versorgen. Dazu kommt, dass die Lebenserwartung deutlich gestiegen ist und viele Menschen 30 oder 40 Jahre lang Rente beziehen. Das Renteneintrittsalter ist bereits angehoben worden in den letzten Jahren, aber das reicht offenbar nicht. Auf der anderen Seite zeigen Betriebe wenig Interesse die älteren Arbeitnehmer zu halten und schicken sie gerne vorzeitig in Rente. Es braucht also neue Ideen, die Lebenszeit und Arbeitszeit besser zusammenführen und neue Wege, die Rentenkassen zu füllen.

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  • 11.06.2021
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    Vorsicht Mensch! Die Angst vor der Nähe

    Die meisten Menschen sind uns ein Jahr lang nur als mehr oder weniger gutes Bild auf dem Computermonitor begegnet. Oder in endlosen E-Mail-Schleifen. Aber jetzt wird es auf einmal wieder voll in unserem Leben. Vielleicht auch eng. Auf jeden Fall wird vieles anders. Besser gesagt: Es wird wieder normal! Die erfreuliche Entwicklung beim Kampf gegen Corona und die vielen Lockerungen in unserem Alltag sorgen dafür, dass uns wieder mehr Menschen direkt über den Weg laufen. Sei es im Restaurant, im Bus, im Büro, in der Schule oder auf der Straße. Selbst die Politikerinnen und Politiker der G7-Staaten trauen sich nun wieder einen Gipfel mit echten Begegnungen zu. Über diese Rückkehr der Nähe freuen sich viele. Manchen macht das aber auch Angst. Können wir das noch, anderen Menschen ohne Zwischenschaltung von Technik begegnen? Und was müssen wir vielleicht erst wieder lernen?

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  • 10.06.2021
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    Immer noch gut organisiert? Das internationale Verbrechen

    Normalerweise gehen wir davon aus, dass das organisierte Verbrechen seinen Verfolgern turmhoch überlegen ist: brutaler, gewiefter, schneller. Jetzt ist allerdings ein Coup gelungen, der einmal die Ermittler gut aussehen lässt. Fahnder aus den USA und Australien haben ein internationales Netzwerk von Verbrechern regelrecht gehackt: es war gelungen, unter den Kriminellen vermeintlich abhörsichere Kryptohandys zu verbreiten, und sie so zu überwachen. Anfang Juni schlugen die Fahnder zu, verhafteten weltweit etwa 800 Personen, durchsuchten Wohnungen und Lagerräume, beschlagnahmten große Mengen Drogen, Waffen und Bargeld. Auch in Deutschland, hier vor allem in Hessen. So wurden nicht nur Verbrechen verhindert, wir bekommen auch einen Einblick in die aktuellen Methoden der internationalen Kriminalität. Die Mafia, asiatische Verbrechersyndikate, Rockerbanden und andere Gruppen nutzen die digitale Technik, um überall auf der Welt Verbrechen zu begehen. Aber die Technik macht sie offensichtlich auch angreifbar. Beim "Räuber und Gendarm“-Spiel der Strafverfolgung scheinen die Räuber ja immer einen Vorsprung zu haben. Holen die Gendarmen jetzt entscheidend auf?

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  • 09.06.2021
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    Der Empörungs-Turbo – wer braucht noch Wahlkampf?

    Keine Glocke, kein "auf los geht's los", kein Startschuss. Und trotzdem sind wir schon mitten im Wahlkampf angekommen, rund vier Monate vor der Bundestagswahl. Das spüren wir daran, wie genüsslich Fehler oder Unzulänglichkeiten der Kandidaten und Kandidatinnen öffentlich ausgeschlachtet werden. Annalena Baerbock von den Grünen werden nachträgliche Änderungen in ihrem Lebenslauf vorgeworfen. Ihrer Partei wird unterstellt, uns das Autofahren vermiesen zu wollen. Bundes-Gesundheitsminister Jens Spahn von der CDU muss sich den Vorwurf anhören, er hätte an Hartz-IV-Empfänger und Menschen mit Behinderung minderwertige Corona-Masken verteilen wollen. Alles normal im Wahlkampf, das kann ja sein. Aber war es auch immer schon so verletzend und moralisch aufgeladen? Die Politik braucht mitunter die Zuspitzung, um komplizierte Inhalte der Bevölkerung schnell zu vermitteln. Allerdings brauchen wir auch keinen Wahlkampf mit Empörungs-Turbo. Liegt es daran, dass der Wahlkampf bisher größtenteils medial und im Internet stattfindet, wo der Ton am derbsten ist? Und geht das bitte auch anders?

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  • 08.06.2021
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    Geht’s bald weiter? Der Mensch in der Warteschlange

    Schlangen vor den Impfzentren wird es erstmal wohl nicht geben, wenn ab Montag, den 7. Juni, die Impfpriorisierung in Deutschland aufgehoben ist. Aber ein Gedränge ist schon zu erwarten, und sei es digital auf den Anmeldeportalen, vielleicht auch in Arztpraxen, wo das schon mal zu einem Gedrängel ausarten kann. Viele Menschen bewundern die Briten dafür, dass sie so diszipliniert Schlange stehen können - das spricht dafür, dass es sich um eine Ausnahme handelt. Wir sind im Prinzip eher ungeduldig, vor allem wenn jemand vor uns dran ist, und das ist ja meistens der Fall: beim Impfen, beim Einkaufen, im Straßenverkehr. Die Schlange, der Stau, das Warten gehören zum Leben dazu. Wir denken uns alle möglichen Strategien aus, um trotzdem schneller voranzukommen: von der stoischen Geduld zur unverschämten Drängelei, mit allen mögliche mehr oder weniger schlauen Ideen, auf die schnellere Spur oder in die kürzere Schlange zu wechseln. Aber häufige Spurwechsel sorgen für noch mehr Stau, weiß die Stauforschung, und die Schlange, in der man selber steht, ist immer die Falsche, weiß der Volksmund. Wie kommen wir damit zurecht, dass wir nie wissen, ob es bald weiter geht?

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  • 07.06.2021
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    Und es geht doch! Ausspähen unter Freunden

    "Freunde ausspähen, das geht gar nicht", fand Angela Merkel schon 2013. Da hatte der amerikanische Geheimdienst NSA unter anderem ihr Handy abgehört. Es geht also offenbar doch, und es wird deswegen auch gemacht. Das hat sich seither mehrfach bestätigt, zuletzt in Dänemark. Der dortige Geheimdienst half den NSA-Kollegen beim Aushorchen und Ausspähen europäischer, auch deutscher Politiker. Jetzt könnte Angela ihren Satz ja wiederholen, aber dann würde vielleicht auffallen, dass so eine schlichte moralische Forderung dem Charakter internationaler Beziehungen nicht ganz gerecht wird. Die NSA ist ja ein befreundeter Geheimdienst, und manchmal muss man sich halt entscheiden, welcher von zwei Freunden gerade wichtiger ist. Aber vielleicht ist es von Anfang an verkehrt, die Zwischenmenschlichkeit und die Zwischenstaatlichkeit zu verwechseln. Die Freundschaft zwischen Völkern und Staaten wurde ja oft genug beschworen, wenn in Wirklichkeit Abhängigkeit oder unausgesprochene Feindseligkeit herrschten. Und da stellt sich doch die Frage: Können Staaten überhaupt Freunde sein?

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  • 04.06.2021
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    AnhaltsPunkte vor der Wahl - Wie tickt der Osten?

    Wer kann, wer will und wer wird nach der Wahl gemeinsam regieren? Drei Monate vor der Bundestagswahl wird darüber am Sonntag zunächst einmal in Sachsen-Anhalt entschieden. Bisher regiert dort eine "Kenia-Koalition“ aus CDU, SPD und Grünen. Also aus genau den Parteien, die sich bei der Bundestagswahl einen Konkurrenzkampf um das Kanzleramt liefern werden. Und ausgerechnet sie werden sich vielleicht in Magdeburg am Ende erneut zusammenraufen müssen, weil es sonst keine Mehrheit gibt, die rechnerisch und politisch möglich ist. Die AfD, mit der bislang keine der übrigen Parteien offiziell etwas zu tun haben will, schließt unterdessen in den Umfragen immer mehr zur CDU auf, und Teile der CDU scheinen - gegen den Willen des Ministerpräsidenten Reiner Haseloff - durchaus in Versuchung, sich mit ihr einzulassen. Im Osten gehen eben viele Uhren anders als im Westen. Umso mehr sind die Grünen darauf aus, dort endlich mehr als nur einen Blumenpott zu gewinnen. Und CDU-Chef Armin Laschet hat sich bereits einen Weinstock schenken lassen, um Verbundenheit zu demonstrieren mit Sachsen-Anhalt - und seinem Parteifreund Haseloff, der ja sich nicht für ihn, sondern für Markus Söder als Kanzlerkandidaten der Union ausgesprochen hatte. Ein schwieriges Terrain also - und wie geschaffen zum Spurenlesen, für die Zukunft Sachsen-Anhalts und des Bundes.

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  • 01.06.2021
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    Demos, Sanktionen, Prozesse - Wie bekommt man Diktatoren in den Griff?

    Der belarussische Diktator Alexander Lukaschenko zwingt ein Flugzeug auf internationaler Route mit einer fingierten Terrordrohung zur Landung, in dem ein unliebsamer Blogger sitzt. Der wird verschleppt und gefoltert, Ende ungewiss. Alexej Nawalny, Russlands bekanntester Oppositionspolitiker sollte von einem Killerkommando getötet werden. Acht Männer vom russischen Inlandsgeheimdienst waren hinter ihm her. Ihre Spur führt in den Kreml. In Damaskus bescherte sich der syrische Machthaber Baschar al-Assad gerade in einer absurden Wahl eine weitere Amtszeit. Immerhin werden seine Kriegsverbrechen zurzeit über eine juristische Hilfskonstruktion namens Weltstrafrecht in der Provinz, vor dem Oberlandesgericht in Koblenz, verhandelt. Das ist wichtig, um dem Eindruck der totalen Straflosigkeit etwas entgegen zu halten. Die Welt schaut ja sonst eher hilflos zu, verhängt Sanktionen. Aber wen schert das, wenn im UN-Menschenrechtsrat Vertreter aus Somalia, Mauretanien, Kuba, Venezuela oder China sitzen?

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  • 02.06.2021
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    Der Starke ist am mächtigsten allein - die Schweiz

    Da blickten die Eidgenossen durch einen ihrer vielen düsteren Tunnel, sahen am anderen Ende die Regierenden der EU mit dem Rahmenabkommen wedeln und hörten den Ruf "Durch diese hohle Gasse müsst ihr kommen, es führt kein anderer Weg zum Binnenmarkt!“ - Aber sie schossen das Abkommen ab von den Häuptern in Brüssel wie einst Wilhelm Tell seinen Apfel. "Wir haben stets die Freiheit uns bewahrt.“ Das war und ist das Schweizer Credo, und deshalb wollen sie lieber nicht mitspielen und nicht mitmischen auf dem EU-Binnenmarkt als sich fremden Regeln zu unterwerfen. "Mach deine Rechnung mit dem Himmel, Schweiz!“, ruft nun achselzuckend die EU, und die Schweiz erwidert: „Ich hab getan, was ich nicht lassen konnte.“ - So jedenfalls würde der Tell-Dichter Schiller die Szene entwerfen. Aber der ist nie in der Schweiz gewesen. Und so gilt es mehr herauszufinden über Gipfelhöhen und Abgründe dieses schneeweißen Fleckens in Europa, der mitten drin liegt und doch nicht dabei ist.

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  • 28.05.2021
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    Flick, Flick, Hurra! Ist der deutsche Fußball noch zu retten

    Was ist eigentlich aus dem deutschen Fußball geworden? Das fragen sich sicher einige, die die Sportart wegen leerer Stadien und dem Lockdown für die Amateurligen etwas aus den Augen verloren haben. Nun, die DFB-Spitze hat sich selber zerlegt, nach dem Präsidenten Fritz Keller ist jetzt auch der Generalsekretär Curtius zurückgetreten. Und sogar Jogi Löw … nein, der ist natürlich nicht zurückgetreten, aber er hat einen Nachfolger nach der Europameisterschaft: völlig überraschenderweise seine langjährigen Assistenten und gegenwärtigen Bayerntrainer Hansi Flick. Herrscht da etwa Aufbruchstimmung? An der Spitze vielleicht, da ist der Aufbruch auch dringend nötig. An der Basis hofft man nur, bald wieder regelmäßig auf den Platz zu dürfen. Denn dem Jugendfußball liefen schon vor Corona die Mädchen und Jungen davon, und auch beim Nachwuchs für die Nationalmannschaft sind die Talente nicht so reich gesät wie in früheren Jahren. Die auf mehrere Länder verteilte EM und vor allem die umstrittene Winterweltmeisterschaft in Qatar lässt ohnehin nur verhaltene Vorfreude aufkommen. Verliert der Fußball etwas seine Faszination?

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  • 27.05.2021
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    Grenzüberschreitungen – Wer stoppt Lukaschenko?

    Eine Grenze habe der belarusische Machthaber Lukaschenko überschritten, da sind sich die EU-Staaten ausnahmsweise mal einig, als er ein Flugzeug zur Zwischenlandung in Minsk zwang. Dort wurden der im Exil lebende Regierungskritiker Roman Protassewitsch und seine Freundin festgenommen. Lukaschenko fühlt sich im Recht und spricht von einer Bombendrohung. Die EU-Regierungschefs zeigen nun Lukaschenko mit neuen Sanktionen ihre Grenzen auf. Aber sind sie hart genug? Und wen treffen die Strafmaßnahmen? Wenn kein Flugzeug aus Belarus mehr in der EU landen darf, kann sich auch kein Regimegegner mehr auf diesem Weg in Sicherheit bringen. Seit der von Betrugsvorwürfen begleiteten Präsidentschaftswahl im August kommt Belarus nicht zur Ruhe. Die Proteste dauern an, hunderte Regimegegner befinden sich in Haft und wie bei Protassewitsch ist wenig über ihre Situation bekannt. Lukaschenko regiert weiter, autoritär und repressiv - werden die internationalen Reaktionen auf die jüngste Eskalation daran etwas ändern können?

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  • 26.05.2021
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    Kreuzweise – wenn Wahlen nichts ändern

    Präsidentenwahl in Syrien ist, wenn drei Kandidaten antreten und am Ende Assad gewinnt. Ganz abgesehen davon, dass die beiden Gegenkandidaten keine politische Alternative zu Assad darstellen, gilt seine Wahl als vorhersehbar. Präsidentenwahl in Iran ist, wenn 600 Bewerber antreten wollen, aber am Ende der Wächterrat als oberstes Kontrollorgan der islamistischen Regierung eine Vorauswahl trifft. Alles Wahlen, die garantiert nichts ändern. Trotzdem haben sie ihren Sinn: sie legitimieren autoritäre Regime mit einer demokratisch erscheinenden Fassade. Ob die Unterstützung für diese Regimes im Land tatsächlich so groß ist, werden wir nie erfahren. Hauptsache, es sieht so aus. Aber da müssen wir auch vor unserer eigenen Haustür kehren: In Polen und Ungarn versuchen die Regierungen, nicht nur die Institutionen, sondern auch die Medien zu kontrollieren. Wenn die Opposition öffentlich nicht vorkommt oder diffamiert wird, muss man sie gar nicht erst mundtot machen. Und selbst in Deutschland, wo es dazugehört, sich immer wieder klar zur Demokratie zu bekennen, empfinden viele Bürger eine ermüdende politische Alternativlosigkeit und ihr Vertrauen in die Demokratie nimmt ab.

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  • 25.05.2021
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    Koloniale Schatten – Schwarzes Leben in Deutschland

    Mehr als 115 Jahre nach dem Völkermord deutscher Truppen an den Völkern der Herero und Nama haben sich Namibia und die Bundesrepublik auf ein Rahmenabkommen zur Aussöhnung geeinigt. Jedenfalls allem Anschein nach. Denn darüber, was konkret beschlossen wurde, ist noch wenig bekannt, und es ist auch noch nichts unterschrieben. "Nicht akzeptabel", heißt es aber schon jetzt von Seiten der namibischen Nachkommen, weil sie sich in diesem Aussöhnungsprozess nicht vertreten fühlen. Seit Jahren schwelt zwischen beiden Ländern der Streit über eine Schuldanerkennung von deutscher Seite. So geht es - ein Jahr nach dem Mord an George Floyd und den weltweiten "Black-Lives-Matter"-Protesten - auch in Deutschland um das koloniale Erbe und einen so genannten Anti-Schwarzen-Rassismus. Stadtrundgänge führen mittlerweile in die koloniale Vergangenheit auch hessischer Gemeinden. Es geht um Sprache, um Fastnachtskostüme und um die Frage, ob Menschen, die Leid und Tod in die Kolonien gebracht haben, weiterhin mit Straßennamen und Denkmälern geehrt werden sollten. Inzwischen leben mehr als eine Million Menschen afrikanischer Herkunft in Deutschland, die eine Aufarbeitung fordern. Ein erstmals erhobener #Afrozensus will auf ihre Erfahrungen aufmerksam machen. Was also sollten wir wissen über afrodeutsches Leben und wie sieht ein zeitgemäßer Umgang mit dem Kolonial-Kapitel der deutschen Geschichte aus?

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  • 21.05.2021
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    Doktorspiele – Was ist ein Titel wert?

    Ein Doktortitel kann Türen öffnen, zu hohem Ansehen in der Gesellschaft führen und Karrieren befördern. Er kann aber auch Karrieren beenden. Bundes-Familienministerin Franziska Giffey ist dafür nur das jüngste Beispiel. Auch andere Politikerinnen und Politiker sind schon über ihre Doktor-Arbeiten gestolpert, weil herauskam, dass es sich teilweise um Plagiate handelte und beim Zitieren grobe Fehler gemacht wurden. Aber braucht es überhaupt einen Titel, um gute Arbeit zu leisten? Zumindest belegt ein akademischer Grad die ausführliche Beschäftigung mit einem Thema und eine gewisse Beharrlichkeit. In anderen Bereichen ist das weniger klar definiert. Adel wird nicht erworben, sondern vererbt. Manche kunstvoll geformten Pseudo-Titel in der Berufswelt zerfallen bei genauerem Hinsehen ins Triviale, wenn sich hinter dem "Facility Manager" doch bloß der Hausmeister verbirgt. Dennoch scheint es das Bedürfnis zu geben, sich von anderen Gruppen in der Gesellschaft abzugrenzen: Wir "hier oben", die "da unten". Welchen Wert haben Titel heute noch? Und sollten wir sie nicht besser abschaffen?

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  • 20.05.2021
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    Die übersehene Generation – Kinder in der Pandemie

    Viel zu lange schon sitzen sie daheim, gehen nur noch selten in Kita oder Schule und können kaum noch Gleichaltrige treffen. Sie kämpfen mit den Tücken des Homeschoolings und haben gestresste Eltern an ihrer Seite, die selbst nicht wissen, wo ihnen der Kopf steht. Sie fühlen sich verloren im Distanzunterricht und bekommen ihren oft ungeordneten Tagesablauf nicht mehr geregelt. Sie sollen nicht vermittelten Unterrichtsstoff möglichst im Schnellverfahren nachholen und brauchen doch eigentlich mehr Luft zum Atmen. Sie leben in prekären oder gar lebensbedrohlichen Verhältnissen, denen sie sich nicht einmal mehr vorübergehend entziehen können. Denn Kitas, Schulen oder andere Einrichtungen stehen in diesen Zeiten nicht mehr so wie früher als Schutzraum offen oder als Tür zu einem anderen Leben. So fällt noch später auf als sonst, wie schlecht es Kindern geht, in dieser Pandemie. Viele von ihnen sind darüber längst depressiv geworden und tragen sich mit Suizidgedanken. So viele, dass in Psychiatrien entschieden werden muss, welchen von ihnen dringender geholfen werden muss als anderen. Was in letzter Konsequenz auch darüber entscheidet, für welches Kind jede Hilfe zu spät kommen wird. Nicht jedes Kind muss alle diese Belastungen schultern. Aber kein Kind geht unbeschwert durch diese Zeit. Und das geht uns alle an. Denn Kinder zahlen seit mehr als einem Jahr einen besonders hohen Preis, und für ihr Wohl haften in dieser Krise nicht nur die Eltern.

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  • 19.05.2021
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    Geschafft! – Arbeit und ihre Grenzen

    Der Mensch ist keine Maschine. Auch wenn uns die modernen Errungenschaften der Technik erlauben, praktisch rund um die Uhr zu arbeiten. Es gibt offenbar eine natürliche Grenze der Belastbarkeit: Laut Welt-Gesundheits-Organisation liegt sie bei 55 Stunden. Wer pro Woche mehr arbeitet, hat - laut einer aktuellen Studie - ein erhöhtes Risiko, schwer zu erkranken, etwa an einem Herzinfarkt. Dabei ist die Arbeit doch ein wichtiger Teil unseres Lebens, kann Wohlstand ermöglichen, Selbstverwirklichung und Unabhängigkeit. Die möglichen Gefahren zeigen sich aber umso deutlicher, je mehr dieser Bereich mit dem Privaten verschmilzt, durch Homeoffice und die fortschreitende Digitalisierung. Auf der anderen Seite würden viele Menschen gerne mehr arbeiten oder einer sinnstiftenden Tätigkeit nachgehen, stecken aber in prekären Jobs oder Arbeitslosigkeit fest. Ist die Arbeit also ungerecht verteilt, so dass sich Einige zu Tode arbeiten und Andere außen vor bleiben? Es ist an der Zeit, die Grenzen neu zu definieren.

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  • 18.05.2021
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    Heiliges Land, teuflischer Krieg

    "Wo ich bin, kannst du nicht sein. Und wo du dich entfaltest, fühle ich mich bedroht." Diese Gedanken beherrschen den jahrzehntealten Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern. Ein Konflikt um Grund und Boden. Um Freiheit ohne Unterdrückung und um Sicherheit ohne Terror. Um das, was allen Menschen wichtig wäre. Aber auch um das, was Israelis und Palästinensern gleichermaßen heilig ist: Um heilige Stätten in einer heiligen Stadt, die den Frieden im Namen trägt, innerhalb ihrer Mauern aber immer wieder Gewalt hervorbringt. Weit über Jerusalem hinaus eskaliert erneut dieser Konflikt, in dem sich alle Beteiligten umzingelt sehen - Israel von feindlichen Nachbarn, die Palästinenser von israelischem Militär - und der auch von geistiger Enge geprägt ist. Denn in zu wenigen Köpfen auf beiden Seiten ist Platz für Gedanken, die auch der anderen Seite Raum geben - für eine gemeinsame friedliche Zukunft. Umso raumgreifender ist hingegen der Zorn - ungezügelt auf der eigenen Seite und provoziert von der jeweils anderen.

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