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hr2 Der Tag

hr2-kultur | Der Tag - Kenntnisreich, ironisch, witzig, pointiert.

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  • 07.05.2021
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    ‘n Kerl wie unser Mutter

    Mütter bringen uns auf diese Welt und wenn es gut läuft, dann ist die Bindung zur Mutter unsere erste feste Beziehung. Mutter sein ist allerdings nicht immer nur erfüllend und toll und immer mehr junge Frauen sehen in der Mutterrolle nicht die einzige Option für ihr Leben. Da hat sich schon viel getan in der Gesellschaft. Kinderlos und glücklich geht auch. Sich mit Kind von den "Gute-Mutter- Klischees“ zu befreien und zwischen Rabenmutter und Helicopter-Mom einen passenden Weg zu finden, das ist aber nicht leichter geworden. Auch wenn die Väter zunehmend eingebunden sind in die Erziehungsaufgaben oder zwei Mütter für ein Kind da sein wollen. Das Familienbild ist im Wandel, das hat sogar die Politik gemerkt. Gibt es endlich auch neue Vorstellungen von Mutterschaft?

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  • 06.05.2021
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    So fern, so nah - Was uns Indien und Brasilien angehen

    Verzweifelte Menschen sterben vor den Krankenhäusern, auf der Straße an Corona, weil ihnen die Luft zum Atmen ausgeht. Die Krematorien verbrennen so vielen Verstorbene, dass es in manchen Gebieten Asche regnet. Das Gesundheitssystem kollabiert. Die Preise für Sauerstoffflaschen und Medikamente auf dem Schwarzmarkt erreichen gigantische Summen. Es sind Bilder eines Albtraums, die uns aus Indien erreichen, wo täglich 380.000 neue Corona-Kranke gemeldet werden. Ähnlich schlimm ist es in Brasilien, wo die Zahl der Toten auf über 400.000 gestiegen ist. Die Gründe: politisches Versagen, die Ungleichheit bei der Verteilung der Impfstoffe und die Ausbreitung neuer Virusmutationen. Hierzulande steigen die Impfquoten. Das Land debattiert über die Frage, ob Gastwirte bald nur noch Bier an Geimpfte ausschenken dürfen. Rio und Delhi scheinen weit weg zu sein, doch die Mutationen des Corona-Virus könnten auch eine akute Gefahr für uns bedeuten.

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  • 05.05.2021
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    Aushalten oder abwehren – welchen Protest verträgt die Demokratie?

    Das erste Maiwochenende war ein Wochenende der Proteste. Neben den üblichen Demonstrationen und Kundgebungen der Gewerkschaften gab es die mittlerweile fast ebenso üblichen Ausschreitungen zum 1. Mai aus linken Gruppierungen heraus. In mehreren Städten ist die Polizei eingeschritten, hat manchmal auch Demonstrierende eingekesselt, zum Teil auch aggressiv. Gerechtfertigt wurde das mit dem Nichteinhalten der Hygieneauflagen. Auch die Aufmärsche der sogenannten "Querdenker -Bewegung“ fanden wieder statt. Sie werden allmählich zur Regel. Eines allerdings fällt auf: Bei Corona-Leugnern ohne Maske und Abstand zeigt sich die Polizei zurückhaltender, das heißt dann "Deeskalation“. Wird hier mit zweierlei Maß gemessen? Das Recht auf freie Meinungsäußerung, das Versammlungs- und Demonstrationsrecht gelten auch in Zeiten der Pandemie. Das öffentliche Kundtun von Meinungen ist auf der Suche nach den besten Lösungen sogar sinnvoll, notwendig und gewollt. Aber wo verlaufen die Grenzen? Dort, wo Verschwörungstheorien beginnen? Bei Maskenverweigerung? In jedem Fall bei Gewalt?

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  • 04.05.2021
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    Wer nicht erbt, der nicht gewinnt – Von der Schwierigkeit, Eigentum zu schaffen

    In Deutschland wird heute so viel Geld von einer Generation an die nächste übergeben wie selten zuvor. Studien zufolge werden jährlich bis zu 400 Milliarden Euro vererbt oder verschenkt. Diese Erbschaften machen vor allem Vermögende noch reicher. Erbschaften sind genauso ungleich verteilt, wie die Vermögen insgesamt. Und Steuern zahlen die Erben auch kaum. In den USA bittet US Präsident Joe Biden die reichen Amerikaner nun zur Kasse, um das Land nach seinen Vorstellungen umzubauen, sozialer und gerechter zu werden. Vor 20 Jahren hatte Großinvestor Warren Buffet sogar gegen die Senkung der Erbschaftssteuer gewettert. Man dürfe doch nicht einen lebenslangen Vorrat an Lebensmittelmarken erhalten, nur weil man der richtigen Gebärmutter entschlüpft sei. Der Aufschrei ist nach Bidens Vorstoß ungleich lauter. Doch weil viele Menschen auch hierzulande viel erben und viele Menschen gar nichts, geht der französische Ökonom Thomas Piketty noch einen Schritt weiter. Sein Vorschlag für Deutschland: Künftig sollen alle 25-jährigen vom Staat ein Startkapital in Höhe von 120 tausend Euro bekommen. Es ist Wahljahr. Ob sich mit dieser Idee Wahlkampf machen lässt?

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  • 03.05.2021
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    Weckruf aus Karlsruhe, Nachsitzen in Berlin: Kommt der Klimaschutz jetzt auf Touren?

    Finden Klima-Gipfel neuerdings in Karlsruhe statt? Sind Treibhausgas-Emissionen eine Sache für rote Roben? Offenbar ja, wenn die Verantwortlichen in Berlin sich die Sache zu einfach gemacht und durch Trägheit und "laisser faire“ die Grundrechte und Freiheiten späterer Generationen beschnitten haben. Das Bundesverfassungsgericht verurteilt nun die Politisch-Verantwortlichen nachzubessern bei der Begrenzung von Treibhausgas-Emissionen. Also: "Geht’s - jetzt - los?“ Um zwanzig nach statt um fünf vor zwölf? Nachdem doch sogar einer der größten Klimasünder, die USA, tätige Reue an den Tag legen und ihr neuer Präsident, statt zu blockieren, selbst die Initiative ergreift. Beginnt nun das Nachholen jahrzehntelanger Versäumnisse? Na, dann überschlagt euch mal und macht das Super-Wahl-Jahr zum Super-Klima-Jahr!

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  • 30.04.2021
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    Eine Insel mit zwei Staaten? Die Zypernfrage

    UNO-Generalsekretär António Guterres persönlich hatte die Kontrahenten wieder an einen Tisch gebracht. Schon das allein gilt in den seit Jahrzehnten verfahrenen Verhandlungen als Erfolg. Herausgekommen ist aber auch diesmal so gut wie nichts - genau wie in den letzten Jahrzehnten auch. Seit 1974 ist Zypern eine geteilte Insel; die Situation ist friedlich, aber aussichtslos. Die Hoffnung auf neue Gasfunde im Mittelmeer weckt Begehrlichkeiten auf allen Seiten, und das könnte den Konflikt eskalieren lassen. Die Vertreter der international nicht anerkannten Republik Nordzypern fordern mittlerweile eine Zweistaatenlösung. Das aber wird südlich der Grenze von der Republik Zypern abgelehnt. Vor allem, weil im Norden noch immer türkische Truppen stationiert sind. Wie also kann der zyprische Knoten durchschlagen werden? Oder ist der Status Quo immer noch die beste aller schlechten Lösungen?

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  • 29.04.2021
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    Die Welt ist nicht genug – Von der Lust des Entdeckens

    "Wer sagt denn, dass die Welt schon entdeckt ist?" fragte Peter Handke Jahrhunderte nach dem "Zeitalter der Entdeckungen" und fügte dem Äußeren eine spezifisch literarische Innensicht hinzu. Heute sind Innen wie Außen nicht mehr geheimnisumwittert und doch behält der Satz seine Gültigkeit. Es gibt zahllose bedeutende Kleinsteinheiten in unserem Kosmos, in denen man Dinge entdecken kann, die nie zuvor ein Mensch gesehen hat. Man muss dazu nicht, wie der Autobauer Elon Musk das durchspielt, auf den Mars umsiedeln. Je mehr Welten uns offenstehen, desto größer wird der Drang, sie zu erkunden. Was mit Magellan vor 500 Jahren begann hat, heute noch lange kein Ende gefunden. Der Mensch ist von Natur aus neugierig, und er selbst, das ist das Beruhigende, definiert allein, was neu ist und was nicht.

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  • 28.04.2021
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    Gelb vor Neid – über ein unterschätztes Gefühl

    Die Impfung in Deutschland geht voran, endlich - aber warum werden meine Nachbarn geimpft und nicht ich? Impfneid macht sich breit: Warum kriegt der Kollege Biontech, und ich „nur“ Astra? Und wenn Geimpfte erst einmal wieder reisen dürfen, sich in Restaurants und Kinos amüsieren wollen, dann werden bald andere gelb vor Neid. Warum eigentlich? Sind wir etwa ein Volk von Neidern, gehen andere entspannter damit um? Ist der Neid ein destruktives Gefühl, das es zu überwinden gilt, oder kann man daraus auch eine produktive Kraft schöpfen? Nach dem Motto: Der Garten meines Nachbarn ist viel schöner als meiner, drum schwinge jetzt den Spaten, damit er bald neidisch ist!

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  • 27.04.2021
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    "Asoziale Netzwerke!" – Wehrhaft gegen Hass und Hetze

    Ja, wir können klagen über Hass und Hetze. Über die Verrohung menschlichen Umgangs in einer demokratischen Gesellschaft. Wir können aber auch klagen gegen Hass und Hetze. Gegen die Überschreitung von Meinungsfreiheit in einem demokratischen Rechtsstaat. Die Organisation "Hate Aid" unterstützt ab sofort die Klage der Grünen-Politikerin Renate Künast gegen Facebook. Weil dieses soziale Netzwerk eine Plattform geboten hatte - für Hass und Hetze gegen Künast. Wer klagt und gegen welche Plattform, daraus hatte "Hate Aid" lange ein großes Geheimnis gemacht - bis heute Morgen 10 Uhr - und dadurch schon vor der heutigen Bekanntgabe umso größere Aufmerksamkeit erregt. Ein geschickter Schachzug - und ein entscheidender erster Schritt im Kampf gegen Hass und Hetze: Nicht nur auf den Hass selbst aufmerksam machen, sondern auch auf diejenigen, die sich dagegen wehren. Durch alle Instanzen will "Hate Aid" die Klage von Renate Künast treiben, um am Ende mit einem Präzedenzurteil die oft schwierige Rechtslage ein für alle Mal zu klären - zugunsten derer, die von Hass und Hetze bedroht und eingeschüchtert werden.

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  • 26.04.2021
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    Wem gehört die Stadt? Die Zukunft des Wohnens

    Die Mieten in Deutschland steigen und steigen besonders in Städten und Ballungsräumen. Bezahlbarer Wohnraum wird für manche zur Existenzfrage. In Berlin etwa, wo Mieter fürchten, dass sie Rückforderungen von Vermietern und Wohnungsbaugesellschaften nicht mehr bezahlen können, seitdem der Mietendeckel gekippt wurde. Und immer wieder gibt es Streit, wenn Zugezogene und Alteingesessene sich in einem Viertel nicht verstehen. Ruhebedürftige gegen Krachmacher. Gentrifizierung ist der Begriff dafür, dass ärmere Schichten aus attraktiven Wohnvierteln verdrängt werden. Mehr und mehr driftet die Stadtgesellschaft auseinander: in Gutverdiener, für die der Anteil der Mietkosten am Einkommen nicht so sehr ins Gewicht fällt, und den Rest, der aufs Land ziehen muss, weil er in der Stadt keine bezahlbare Bleibe mehr findet. Das wirkt sich auch auf den Arbeitsmarkt aus. Arbeitgeber klagen, dass sie keine Fachkräfte mehr bekommen, weil die Mieten zu hoch sind. Manche Unternehmen gehen dazu über, wieder selbst zu bauen. Alternative Konzepte und eine Wiederbelebung des sozialen Wohnungsbaus könnten helfen. Die Frage, wem die Stadt gehört, ist noch nicht entschieden.

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  • 23.04.2021
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    Beziehung auf Zeit – Der Mensch, das untreue Wesen

    Auf einmal ist Adi Hütter weg. Weg aus Frankfurt, weg von der Eintracht, zum Ende der Saison. Ein Angebot von Borussia Mönchengladbach war offenbar so attraktiv, dass sich alle Treueschwüre in Luft aufgelöst haben. Dabei hat Hütter noch Anfang des Monats alle Gerüchte weggewischt mit dem Hinweis, für ihn sei doch nur das große Ziel wichtig, mit Eintracht Frankfurt die Qualifikation für die Champions-League zu schaffen. Ein Lied, das wir schon kennen, von Nico Kovac, dem vorherigen Trainer. Die Fans sind jedenfalls enttäuscht. Dabei gehört der Wechsel von Spielern, Managern und Trainern im Sport zum Alltag. Auch in anderen Lebensbereichen ist es mit unserer Treue nicht weit her: Sei es in der Wirtschaft, wenn es um Markentreue geht. Oder in der Politik, wo sich viele Menschen mal für die eine, mal für die andere Partei entscheiden. Verwechseln wir also Treue mit Loyalität? Oder erkennen wir erst im Privaten ihren wahren Wert?

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  • 22.04.2021
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    Voll verpixelt – der Kunstmarkt in der Krise

    Durch Ausstellungen schlendern, Galerien besuchen, vielleicht sogar das ein oder andere Kunstwerk kaufen - so waren Interessierte vor Corona unterwegs. Der globale Kunsthandel trieb sich auf Messen herum, persönlicher Kontakt erwünscht. Jetzt sind sowohl Kunstinteressierte als auch der Handel auf digitale Alternativen angewiesen. Und Kunstschaffende ziehen gleich mit. In noch nie dagewesener Weise sind Digitalkunstwerke Teil des neuen Marktes. Die Rekordsumme von über 69 Millionen Dollar ging im März für eine Digitalcollage beim Auktionshaus Christie´s über den digitalen Tisch. Erstmals zahlte ein Käufer in Kryptowährung. Dabei lässt sich das Werk des Digitalkünstlers auch kostenlos im Internet anschauen. Wie verändert sich der Kunsthandel in der Krise? Erfasst die digitale Revolution nicht nur den Kunstmarkt, sondern auch die Produktion? Und ist Digitalkunst in der Krise vielleicht eine rettende Chance, auch für die Künstler?

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  • 21.04.2021
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    Nicht alles anders, aber vieles besser? Hoffnung auf eine neue Zeit

    Es fällt schwer, die Corona-Pandemie als Chance zu begreifen. Was wir im Moment stattdessen erleben, ist in vielen Bereichen ein permanenter Ausnahmezustand. Der Kampf gegen das Virus erfordert, dass wir auf Abstand zueinander gehen, das Büro ins Wohnzimmer verlegen, Hobbys ruhen lassen und so manche Träume begraben. Manche bringt das an den Rand ihrer wirtschaftlichen Existenz und seelischen Belastbarkeit. Wir sehnen die Zeit "nach Corona" herbei, in der alles wieder "normal" werden soll. Dabei prophezeien Fachleute, dass wir auch in Zukunft mit vergleichbaren Pandemien leben müssen. Wie schaffen wir es also, den wertvollen Kern unseres alten Lebens wieder zu gewinnen und gleichzeitig mit dieser neuen Realität umzugehen? Geben uns die Lehren aus Corona gerade dafür das richtige Rüstzeug mit für eine andere, bessere Welt, in der wir die Fehler der Vergangenheit mit neuen Ideen korrigieren können? Es ist an der Zeit für neue Visionen.

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  • 20.04.2021
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    Ziemlich beste Kontrahenten: Schwarz-Grün auf dem Weg ins Kanzleramt?

    Zwei potentielle Kandidaten ringen öffentlich miteinander, wer die Partei als Spitzenkandidat in den Bundestagswahlkampf führen soll. Gräben tun sich auf an der Basis. Realität in CDU/CSU. Einträchtig und ruhig einigen sich Kandidat und Kandidatin, wer sich fürs Kanzleramt bewerben soll: Annalena Baerbock. Realität bei Bündnis 90/Die Grünen. Verkehrte Welt? Früher galten doch die grünen Parteimitglieder als streitsüchtig, von Uneinigkeiten in den Unionsparteien drang selten etwas an die Öffentlichkeit. Hitzig diskutiert wurde in der Union höchstens darüber, ob mit diesen neuen grünen Politikern überhaupt eine Regierung machbar ist. Mittlerweile sind schwarz-grüne Bündnisse längst Realität, z.B. in Hessen. Und auf kommunaler Ebene schicken grüne Politiker die CDU nach fast 30 Jahren erstmals auf die Oppositionsbank - so geschehen mit den Frankfurter Grünen als stärkste Fraktion im Stadtparlament. Neue Verhältnisse bringen neue Optionen. Auch für den Bund? Könnte Deutschland bald von einer Grün-Schwarzen Koalition unter Kanzlerin Annalena Baerbock regiert werden?

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  • 19.04.2021
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    Auf Holz gebaut – Die Zukunft eines Rohstoffs

    Die Holzpreise steigen, und wer nun vermutet, dass das nur Schreinereien und Forsthäuser interessiert, könnte auf dem Holzweg sein. Holz ist nicht nur ein Material, das die Menschheitsgeschichte begleitet und oft geprägt hat. Es ist auch der Stoff, aus dem die ökologischen Träume sind: Holzhäuser werden wieder modern, rund um die Welt ist Holz begehrt - und teilweise knapp. Die Wälder sterben vielleicht nicht. Aber sie sind beschädigt, durch Trockenheitsperioden geschwächt und infolgedessen durch Schädlingsbefall dezimiert. Holz ist zwar ein nachwachsender Rohstoff, aber er braucht Zeit dafür. Hier bei uns in Deutschland planen wir immerhin eine klimagerechte und vielfältige Aufforstung. In den Tropen aber wird weiter Wald vernichtet, auch um unser Bedürfnis nach billigem Palmöl und Rindfleisch zu befriedigen. Dabei brauchen wir Holz. Es ist vielseitig einsetzbar, ökologisch wertvoll, es riecht gut, es lässt sich künstlerisch formen. Und wir brauchen den Ort, an dem es in der Regel wächst: den Wald. Beide sind noch da, aber gefährdet. Und das ist nur ein Grund, warum der Holzpreis steigt.

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  • 16.04.2021
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    Echt jetzt? Realität nach Drehbuch

    Wie bildet man die Wirklichkeit so ab, dass das Bild das entsteht auch den Tatsachen entspricht? Ist es noch ein Dokumentarfilm, wenn Schauspieler eingesetzt werden? Wie viel Inszenierung verträgt eine authentische Darstellung? Das sind Fragen, die gerade ins Rampenlicht geraten sind, weil der Dokumentarfilm „Lovemobil“ über Prostituierte, die in Wohnmobilen arbeiten, mit Darstellern nachgestellte Szenen enthalten hat, ohne das kenntlich zu machen. Der Film hatte sogar den deutschen Dokumentarfilmpreis gewonnen und war für den Grimme Preis nominiert. Es geht um die Wahrhaftigkeit der Darstellung in Film, Kunst und Medien. Wird das Authentische der vermeintlich besseren Story geopfert? Bringt das gut gemachte Fake mehr Quote als die Wahrheit?

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  • 15.04.2021
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    "Bundesnotbremse“ – Dürfen die das?

    "Es fährt ein Zug nach Nirgendwo“. Mitten durch eine Pandemie, die wir nach wie vor nur defensiv bekämpfen können. Indem wir das Virus durch Schutzmaßnahmen von möglichst vielen Menschen fernhalten. Der Zug fährt und fährt, und auf der Lok ringt das Führungspersonal um jede einzelne Maßnahme. Noch mehr Abteile sperren als bisher? Oder wieder mehr Fenster öffnen? Jeder Lenker, jede Lenkerin sendet eigene Signale, und manche von ihnen würden ihre Waggons am liebsten abkoppeln. "Nicht mit mir!“, hat nun die Kanzlerin gerufen, und sie hechtet - ihr Kabinett im Gefolge - eiligen Schrittes auf die "Bundesnotbremse“ zu. Brückenlockdown und Ausgangssperre fest im Blick, aber Grundgesetz und Föderalismus immer mehr aus den Augen verlierend. "Es fährt ein Zug nach Nirgendwo, und niemand stellt von grün auf rot das Licht“? Vielleicht doch. Denn Bundestag und Bundesrat sind noch am Zuge, und bevor es uns aus der Kurve trägt, sollten wir nach dem gesundheitlichen Nutzen ebenso Ausschau halten wie nach dem freiheitlichen Schaden.

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  • 14.04.2021
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    Gefürchtet und gebraucht – Problembär Russland

    Der Dissident Alexey Nawalny befindet sich im Hungerstreik aus Protest gegen seine Haftbedingungen in Russland. Zugleich bestellt Bayern dort im großen Stil den Impfstoff Sputnik. An der Grenze zur Ukraine wird seit Wochen ein riesiges Militärlager aufgebaut. Zugleich kämpfen deutsche Politiker weiter für die Erdgas-Pipeline Nord Stream 2. Seit jeher ist Russland der Nachbar, den man abwechselnd verflucht, vielleicht sogar fürchtet, weil er schon mal über den Zaun droht. Und dem man dann wieder liebevoll über den gleichen Zaun zuwinkt, weil er einem immer freundlich Zucker leiht, wenn man keinen mehr im Haus hat. Für Deutschland ist Russland ein gefürchteter Kontrahent und ein gebrauchter Partner. Aber wann könnte dieses ambivalente Verhältnis kippen? Wenn jetzt doch ein Krieg um die Ukraine ausbricht? Oder erst, wenn Nord Stream 2 endlich gebaut ist, und Putin uns dann aus einer Laune heraus den Hahn abdreht oder die USA ihre Truppen abziehen? Wie abhängig dürfen und wollen wir sein vom Problembären Russland?

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  • 13.04.2021
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    Hetzen, drohen, unterwandern: Umzingelt von rechts?

    Waffen, Munition und Anschlagspläne - all das hatten Ermittlungsbehörden bei der rechtsextremen "Gruppe S“ gefunden. Gut ein Jahr ist das her, und 12 mutmaßliche Mitglieder dieser Gruppe stehen nun von dieser Woche an vor Gericht. Ein solcher Prozess könnte wieder einmal mehr Aufmerksamkeit auf rechtsextreme Umtriebe lenken - auch auf solche, von denen wir in unserem Alltag umgeben sind. Denn von langer Hand geplante Anschläge sind nur die Spitze jenes Eisbergs, der von rechts immer weiter auf uns zuzutreiben scheint. Unter der Oberfläche brodelt rechter Hass und rechte Hetze gegen Menschen, die sich im Kampf dagegen oft allein gelassen fühlen. Und gerade in den Reihen derer, die als “Freunde und Helfer“ Abhilfe schaffen müssten, in den Reihen - und in diesem Fall: in den Untiefen - der Polizei, gibt es ebenfalls Rechtsextreme. Auf vielen Ebenen wächst die Gefahr. Und damit "das Rettende auch wächst“, sind Polizei, Politik und Gesellschaft gleichermaßen gefordert. Umso bedrückender, dass schon das geplante Demokratieförderungsgesetz von Teilen der Unionsfraktion blockiert wird.

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  • 12.04.2021
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    Fakten? Mir doch egal!

    "2 x 3 macht 4, widdewiddewitt und 3 macht Neune“ Was uns bei Pipi Langstrumpf imponiert, stößt uns im wahren Leben auf: Das Ignorieren von Fakten. Denn woran soll man sich bei der Bewertung von etwas halten, wenn nicht an Fakten?! Aber ob es um das Klima geht, das Coronavirus oder wildeste Verschwörungsmythen - viele scheinen immun gegen Fakten. Dass es nicht nur so scheint, haben Forscher:innen von der Princeton University nun bewiesen. Leben wir also doch in einer postfaktischen Welt? Manche Populisten scheinen sich in ihr wohl zu fühlen. Sie verkaufen Lügen als Fakten und Fakten als Lügen. Und was steht uns bevor, wenn künstliche Intelligenz und Bots unsere Definition von Fakten nicht teilen?

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  • 09.04.2021
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    Einfach mal durchatmen

    Der Mensch braucht Luft. Da gibt es keine Alternative. Am besten ist es, wenn wir einen langen Atem haben. Dann sind wir besonders leistungsfähig. Wer einen langen Atem hat, der muss nicht schnell aufgeben, der kann besser durchhalten. Die Pandemie zeigt uns gleich doppelt, wie sehr wir auf unsere Lungenfunktion angewiesen sind: Covid 19 befällt die Atmungsorgane. Die Pandemie und die Maßnahmen zu ihrer Eindämmung, fordern unser Durchhaltevermögen, auch wenn wir gesund bleiben. Wer richtig atmet bleibt entspannter. Es gibt da einige Vorbilder, die einen langen Atem haben und ihn sogar trainieren. Da kann man sich was abschauen.

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  • 08.04.2021
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    Auf Krawall gebürstet – wie wir streiten lernen

    Die Corona-Pandemie verlangt uns viel ab. Kein Wunder also, dass der Ton untereinander rauer wird. Das bestätigt jetzt auch die Landesvereinigung der Schiedsleute in Niedersachsen. Die Menschen seien angespannt und es gebe mehr Beleidigungen als noch im ersten Lockdown. Gestritten wird aber nicht nur im Privaten. Auch politisch kracht es immer wieder. Nur dass im Sinne der Demokratie Streit im Plenarsaal anders ausgetragen wird als beispielsweise im Netz. Und wie steht es in Sachen Streit eigentlich um die Macht unserer Worte, wenn wir kurz vor dem Ausrasten stehen? Aber bevor wir das tun, wollen wir uns beibringen lassen, wie man richtig streitet. Von einer Mediatorin, einem Ex-Politiker, einem professionellen Debattierer und einer Philosophin.

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  • 07.04.2021
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    Das Saarland – unbemerkt ganz groß

    Das Saarland ist mit seinen rund 2500 Quadratkilometern das kleinste Flächenland der Bundesrepublik und wird gerne bei mittelgroßen Katastrophen als Referenzgröße herangezogen. Im Saarland läuft manches ein bisschen anders. Das könnte an der Nähe zu Frankreich liegen und auch daran, dass es auffallend viele Saarländer in führende Positionen schaffen. Gleich 3 der aktuellen Bundesminister stammen aus dem Saarland. Gerade begeht die kleine Grenzregion mit weitreichenden Öffnungen einen Sonderweg in der Pandemie. Zeit also, dieses Bundesland mal unter das Vergrößerungsglas zu legen.

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  • 06.04.2021
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    Danger Dan – Kampfansagen in der Kunst

    Kein anderer Song wird gerade so heftig diskutiert wie dieser. "Das ist alles von der Kunstfreiheit gedeckt“ vom Rapper Danger Dan. Er richtet sich unter Berufung auf die Kunstfreiheit explizit gegen Führungsfiguren der Neuen Rechten. Er nutzt die Grauzonen der Sprache und des Rechts. Er nennt Alexander Gauland einen Antisemiten. Der Verfassungsschutz habe den NSU mit aufgebaut. Die Polizei sei schon immer durchsetzt von Nazis. Wer nicht friedlich gegen Gewalt ankäme, dem bleibe nur die Militanz. Im dazugehörigen Video präsentiert sich Danger Dan mit Maschinengewehr. Was darf, was kann, was soll so eine Provokation? Inwiefern ist sie Teil von Hip-Hop? Wo werden die Grenzen der Kunstfreiheit außerdem ausgereizt? Und wieso fasst uns das im einen Fall mehr an, als im anderen?

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  • 01.04.2021
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    Kein Aprilscherz – Hausärzte können impfen!

    Nach Ostern werden auch die Hausärzte impfen. Also die, an die ein Laie sofort denken würde, lange bevor er auf Impfungen in Supermärkten kommt, wie es sie in den USA gibt. Hausärzte impfen, das ist ein Naturgesetz. Trotzdem werden bei uns Fragen gestellt wie "Können die das?" oder "Stimmen die Hygiene-Konzepte in den Praxen?". Also Fragen, die man auch als pure Frechheit dem Berufsstand gegenüber interpretieren könnte. Was macht das mit den Ärzten und all den Klischees, die sich um sie ranken? Werden in Arztromanen bald Corona-Impfungen mit romantisch prickelnden Momenten zwischen Arzt und Patient beschrieben? Und können die Hausärzte die lang ersehnte Kehrtwende in der Impf-Tragödie bringen?

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  • 31.03.2021
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    Der Fall George Floyd – Und was er uns angeht

    In Minnesota hat der Prozess gegen den Polizisten begonnen, der beschuldigt wird George Floyd getötet zu haben. Vor einem Jahr haben die verstörenden Bilder von Floyds Tod zu landesweiten Protesten und zur "Black Lives Matter"-Bewegung geführt. Hat sich seither etwas getan in Sachen rassistischer Polizeigewalt in den USA? Die Tat hat weltweit für Entrüstung gesorgt und ist zu einem Symbol für strukturellen Rassismus geworden - auch in Deutschland. Rassismus und Polizeigewalt stellen sich hier anders dar, zum Beispiel als "Racial Profiling". Und auch die Täter des NSU 2.0 sind wahrscheinlich Polizisten. Was konnte die Empörung bewirken? Die Frage ist, ob dadurch eine neue Sensibilität für Alltagsrassismus und Diskriminierung entstanden ist. Wird Diversität jetzt eher als normal betrachtet, und was können Kultur und Medien dazu beitragen?

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  • 30.03.2021
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    Kanal voll – Suez und andere Engpässe

    Tagelang hing die "Ever Given" fest. Das rund 400 Meter lange und 60 Meter breite Containerschiff teilte den Suez-Kanal und damit auch die seewirtschaftliche Lebensader Europas in ein "davor" und ein "danach". Davor, als noch Schiffe durchgekommen waren, und danach, als sie im Roten Meer im Stau standen. Auch wenn die "Ever Given" schneller wieder freikam als von manchen befürchtet, dieser Zwischenfall hat uns trotzdem daran erinnert, wie empfindlich abhängig wir von weit entfernten Regionen sind. Für Europa ist der Suezkanal von existenzieller Bedeutung, eine wirkliche Alternative zu ihm gibt es nicht. Zumindest keine einfache. Und er ist nur ein einziges Nadelöhr, auf See gibt es davon viele. Könnten wir sie überhaupt umgehen? Warum sind die Schäden so dermaßen hoch, wenn ein Schiff an ungünstiger Stelle liegenbleibt? Und was macht so eine Havarie eigentlich mit den Kapitänen?

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  • 29.03.2021
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    Beste Insellage – Der Brexit als Erfolgsmodell

    Nach langer und mit schrumpfender Geduld ertragener Trennungsphase war es vor drei Monaten so weit: Großbritannien und die EU gingen endgültig getrennte Wege. Von da war eines klar: es geht bergab mit dem Vereinigten Königreich. Das heißt, auf dem Kontinent war das klar. Und in Großbritannien? Sicher, die Zollkontrollen zwischen Nordirland und dem Rest des Landes nervten. Einige Produkte fehlten in britischen Supermärkten. Die Show- und die Fischereibranche klagten über Bürokratie und zusätzliche Kosten. Und in einer Umfrage vom März berichtet mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen von Schwierigkeiten. Aber diese kleinen Trümpfe der Brexit-Skeptiker werden locker gestochen vom großen Impftrumpf. Die gemeinsame Impfpolitik der EU hat für eine Knappheit an Impfstoffen und für eine schleppende Verteilung gesorgt. Großbritanniens nationaler Alleingang hingegen für eine Kampagne, die zügig vorangeht. Knapp die Hälfte aller Menschen in Großbritannien ist inzwischen einmal geimpft, und Premier Boris Johnson verspricht weitgehende Lockerungen des scharfen Lockdowns noch im Frühjahr. Möglicherweise kommt Großbritannien also deutlich schneller wieder auf die Beine als der Rest Europas. Durch zahlreiche bilaterale Handelsverträge, denen weitere folgen werden, ist der Grundstein gelegt. War der Brexit am Ende doch keine so schlechte Idee?

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  • 26.03.2021
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    Denn sie wissen nicht, was sie tun – Die Politik und die Osterruhe

    Damit hat sich die Bundeskanzlerin möglicherweise ein vorösterliches Ei ins Nest gelegt: Erst beschließt sie gemeinsam mit den Ländern eine sogenannte "Osterruhe", die schon am Gründonnerstag beginnen sollte, einen Tag früher als gewohnt. Im Kampf gegen Corona war geplant, unseren Alltag weitgehend herunterzufahren. Der Protest dagegen war allerdings groß und die Sinnhaftigkeit offenbar klein. Deswegen hat Bundeskanzlerin Angela Merkel das Vorhaben am nächsten Tag wieder einkassiert, alle Schuld auf sich genommen und um Verzeihung gebeten. Die Debatte darüber, ob auch das wiederum ein Fehler war und ob es nicht viel härtere Einschnitte gebraucht hätte, geht dennoch weiter. Mit der Ruhe ist es erstmal vorbei. Dabei hat sie doch durchaus ihren Wert. Gerade rund um Ostern findet selbst ohne Corona eine gewisse Entschleunigung statt. Wie auch am Sonntag, dem bekanntesten Ruhetag. An dem wird aber auch zusehends gerüttelt, um ihn verkaufsoffen zu machen. Wie also finden wir als Gesellschaft die Balance zwischen Ruhe und Geschäftigkeit?

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  • 25.03.2021
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    Dabeisein ist alles – Das Ringen um Olympia

    In einem Museum musste sie zwischengelagert werden - die olympische Flamme für die bevorstehenden Sommerspiele in Tokio. Denn als im vorigen Jahr die Corona-Infektionszahlen immer höher stiegen und der schnelle direkte Weg zu den Spielen ein umständlicher langsamer Weg wurde, da kam auch der olympische Fackellauf nicht weiter. Jetzt aber setzt die Flamme endlich ihre Reise fort - von Fukushima kreuz und quer durch Japan bis in die Hauptstadt, auf dass sich die olympische Begeisterung wie ein Lauffeuer verbreite. Aber das Corona-Virus läuft weiterhin mit und droht der olympischen Idee ihren letzten Sauerstoff zu entziehen. Das Motto "Dabei sein ist alles" wird zum blanken Hohn, wenn die Ränge in den Stadien leer bleiben müssen und die Athletinnen und Athleten nicht angefeuert werden, wenn sie ihren Hut in die Ringe werfen. Aber das Vertrauen in sportliche Kräfte ist nach den unzähligen Doping-Skandalen ohnehin geschwunden. Und selbst wenn der olympische Sommer doch noch ein glorreicher wird, der nächste Winter des Missvergnügens droht im kommenden Jahr, wenn die Olympischen Winterspiele im politisch problematischen Peking ausgetragen werden. Ja: Olympia bewegt viele Millionen - Millionen Euro und Millionen Menschen. Aber das olympische Feuer läuft vielleicht doch geradewegs ins Museum.

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  • 24.03.2021
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    Auf Datenwolke sieben - Wie sicher ist die Cloud?

    In der Welt der Informationstechnologie sind "wolkige Aussichten" etwas Positives: The Cloud, die "Wolke" als Symbol für eine gigantische Datenbank, auf die wir überall virtuell zugreifen können. Kein lästiges Herumschleppen von externen Festplatten mehr, kein Vergessen von wichtigen Dokumenten zu Hause auf dem Rechner. Einfach die "Cloud" anzapfen - und schon holen wir unsere Daten auf das jeweilige Endgerät oder arbeiten gleich in der Cloud mit Cloud-Anwendungen weiter. Große Konzerne in den USA machen längst gute Geschäfte mit solchen Diensten. Und wir in Europa? Wir arbeiten - mehr oder weniger engagiert - an einer eigenen europäischen Datenwolke namens "Gaia-X". Was aber passiert, wenn wir nicht mehr Herr oder Herrin über unsere Daten sind, sondern sie Privatunternehmen anvertrauen, die oft in anderen Ländern sitzen? Der Brand in einer großen Server-Zentrale in Straßburg hat gerade vor Augen geführt, dass solche Großanlagen auch physisch verwundbar sind. Ganz abgesehen von der Verwundbarkeit durch Datenklau. Vielleicht kann uns ja der Blick in den Himmel etwas lehren über die Dynamik, Stabilität und Eigenheiten von Wolken.

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  • 23.03.2021
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    Demokratie weggetreten! Das Militär als Regierung

    Eine Demokratie in Myanmar? Das scheint nur als Intermezzo möglich zu sein - zwischen einer Militärherrschaft und der nächsten. Mehr als zwei Jahrzehnte hat es beim letzten Mal gedauert, bis das Militär bereit war, Platz zu machen und demokratische Verhältnisse in Myanmar zu dulden. Aber kaum ein Jahrzehnt später schrien die Generäle "Wahlbetrug!", als die Regierungspartei von Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi einen überwältigen Wahlsieg einfuhr. Sie setzten die neue Regierung prompt ab, ihre Mitglieder fest und ihre Truppen gegen alle in Marsch, die dagegen protestierten. Dass Militärs nicht nur zu den Waffen, sondern auch nach der Macht im Staate greifen, hat eine lange Tradition. Und je nachdem, auf wessen Seite sie sich schlagen, können sie einen Staat dadurch retten oder ruinieren. Fast immer nehmen sie für sich in Anspruch, die Ordnung wiederherzustellen, aber fast ebenso oft zwingen sie einem Land nur die eigene Ordnung auf. Wehrhaft gegen äußere Feinde wird ein Staat durch das Militär, das gilt auch für Demokratien. Aber ein wahrhaft wehrhafter Staat muss sich auch gegen sein Militär schützen können.

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  • 23.03.2021
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    "Es ist ernst" – Kommunikation in der Krise

    Vor etwas mehr als einem Jahr hielt Angela Merkel eine dramatische Rede zur Corona-Lage, die in der Aufforderung gipfelte "Es ist ernst. Nehmen Sie es ernst". Das hielten viele für angemessen und eindringlich, eine Universität verlieh der Kanzlerin sogar einen Preis dafür. Nach einem Jahr ist die Lage immer noch nicht unernst, aber die Begeisterung für die Krisenkommunikation der Bundesregierung ist abgeflaut. Die Kanzlerin legt die preisgekrönte Unheilsplatte immer wieder auf, wenn aber von ihr Lösungen und Zukunftsperspektiven verlangt werden, fällt ihr wenig ein außer "Lockdown". Der Gesundheitsminister muss abwechselnd falsche Versprechungen zurücknehmen und handfeste Fehler eingestehen. Und auch der Rest der Berliner Kommunikationsfachkräfte tut sich schwer, die schleppende Impfkampagne, die Maskengeschäfte diverser Abgeordneter und die auffällige Rat- und Konzeptlosigkeit der Coronapolitik akzeptabel zu erklären. Nun wird Politik sicher nicht besser dadurch, dass man sie "besser kommuniziert", wie das gelegentlich zu lesen und zu hören ist. Aber gerade in einer andauernden Krise ist gelungene Kommunikation doch sehr wichtig. Es geht ja nicht nur ums Erklären, sondern auch darum, falsche Reaktionen zu verhindern und Handlungsfähigkeit zu fördern. Vielleicht kann man das bei denen lernen, die fast täglich in Krisen kommunizieren müssen: zum Beispiel bei der Polizei.

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  • 23.03.2021
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    Sensible Sprache – Ein weites Minenfeld

    Sich mit anderen Menschen verständigen und sich anderen Menschen verständlich zu machen - das heißt immer auch: Übersetzen. Von einer Sprache in die andere. Von meiner Welt in die meiner Mitmenschen und umgekehrt. Von dem, was ich meine, in das, was ich sage. Und es heißt: Aufpassen, dass beim Übersetzen - beim (Hin-)übertragen - nichts Wichtiges verloren geht. Wie nah muss ich beim Übersetzen eines Textes auch biografisch dem Menschen sein, der diesen Text verfasst hat? Dürfen z.B. schwarze Menschen nur von schwarzen Menschen übersetzt werden? Wie weit ausufernd muss ich meine Worte wählen, damit ich niemanden sprachlich ausgrenze? Muss dabei ein Sternchen zum Star unserer Sprache werden? Und: Wie schaffen wir es, beim Sprechen nicht immer wieder rassistisch- oder chauvinistisch-kontaminierte Wörter zu verwenden? Wohl noch nie haben sich so viele Menschen über solche Fragen Gedanken gemacht wie jetzt. Und noch nie ist dabei so viel Verwirrung entstanden. Der Ton macht mehr denn je die Musik, und wir streiten darüber, wer ihn angeben soll. "Die" Mehrheit? "Die" Minderheit? "Die Minderheiten?" - Eine Trennung von Mehrheit und Minderheit mag in einem demokratischen Parlament jeden Streit entscheiden. In einer demokratischen Gesellschaft aber führt sie zu neuem Streit. Also ran ans Übersetzen!

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  • 23.03.2021
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    Impfen: Der Rest ist Risiko

    Leere in den Impfzentren, abgesagte Termine, verunsicherte Impfwillige - Der Impfstopp für die Dosen von AstraZeneca ist nicht die erste schlechte Nachricht in der deutschen Impfkampagne. Offenen Fragen zu Nebenwirkungen muss nachgegangen werden, heißt es. Bei einigen Menschen waren Thrombosen als mögliche Impfnebenwirkungen gemeldet worden. Welche Nebenwirkungen der Impfstopp hat, wenn sich die angestrebte Immunität der Bevölkerung um Wochen verschiebt, ist noch offen. Wie sehr muss sich die Politik an Empfehlungen der Wissenschaft orientieren und an welchen? Welche Risiken werden generell bei Impfungen toleriert? Und wer trägt die Verantwortung für die Folgen der Entscheidung für oder gegen einen Impfstoff?

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  • 23.03.2021
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    CDU – eine Partei, ohne die wir gut und gerne leben?

    Sie brachte unser Wirtschaftswunder zur Welt. Sie ergriff mit beiden Händen die Chance zur Wiedervereinigung. Und sie bescherte uns die erste Frau an der Spitze einer Bundesregierung. Ohne die CDU ging fast nichts in mehr als 70 Jahren Bundesrepublik. Aber nun scheint ihr Stern - lange ein Fixstern am deutschen Parteienhimmel - immer tiefer zu sinken. Bei den jüngsten Wahlen hat sie herbe Verluste erlitten, bei den anstehenden Koalitionsverhandlungen wird sie wohl am Katzentisch landen, und Regierungsbündnisse ohne sie nehmen Gestalt an. In Realität und Phantasie. Und letzteres auch in der Bundeshauptstadt. Ein halbes Jahr vor dem großen Urnengang steht die CDU auf wackeligen Beinen: Als Regierungspartei verschlissen, als Wirtschaftspartei unter Korruptionsverdacht, als Sammelbecken für Konservative entbehrlich. Ausgerechnet sie, die immer für den Aufschwung stand, scheint nun keine Konjunktur zu haben. Erlebt sie nur eine Delle, die sich wieder ausbeulen lässt? Oder rutscht sie gerade von der Rezession in eine nicht enden wollende Depression? Noch wissen wir nicht, wie es ohne die CDU weitergehen soll in Deutschland. Aber ab dem nächsten großen Wahltag müssen wir es vielleicht einfach mal probieren.

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  • 23.03.2021
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    Diagnose Frau – Die männliche Norm in der Medizin

    Übelkeit und Luftnot - bei einer Frau können das die Symptome eines Herzinfarktes sein. Lange war das nicht bekannt und das führte zu Fehldiagnosen mit Todesfolge. Mittlerweile ist in einigen (nicht nur gynäkologischen) Arztpraxen angekommen, dass eine Patientin kein Patient ist. Denn auch die Zellen einer Frau unterscheiden sich von denen des Mannes, sei es in Hirn, Herz oder Leber. Dennoch werden Medikamente bis heute überwiegend an Männern getestet. Das führt häufig zu Über- oder Unterdosierung der Arzneien bei Frauen, Nebenwirkungen oder Wirkungslosigkeit können die Folge sein. Wann kommt die Gendermedizin endlich in allen Fachrichtungen der Medizin an? Vom Coronavirus sind Männer schwerer betroffen als Frauen. Vielleicht hilft das zu erkennen, dass nicht nur Frauen von einem geschlechtersensiblen Blick in der Arztpraxis profitieren können.

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  • 23.03.2021
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    10 Jahre Krieg in Syrien: Wie es begann und warum es nicht endet

    Der Anfang jährt sich. Zum 10. Mal. Aber ein Ende des Syrien-Konflikts ist nicht abzusehen. Zu viele unterschiedliche Akteure mischen da mit. und haben den Blick fest auf ihre politischen Ziele gerichtet: Die Macht im Staat zurückzuerobern (wie Assad). Den Einfluss des eigenen Staats zu vergrößern (wie Russland und die Türkei). Mit religiösem Fanatismus einen neuen Staat zu errichten (wie die Terrormiliz IS). Sie alle sind darauf aus, in Syrien Terrain zu gewinnen, und sie hinterlassen dabei verbrannte Erde. Um ein Land zu zertrümmern und ins Chaos zu stürzen, reicht ein Jahrzehnt allemal. Aber hat dieses Jahrzehnt auch gereicht, jeden Ausweg aus Krieg, Not und Terror zu versperren?

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  • 23.03.2021
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    Hereinspaziert - Endlich wieder offen!

    “Öffnungsfahrplan”. Auch derlei Wortschöpfungen haben wir der weltweiten Pandemie zu verdanken. Das ist es jedenfalls, was das jüngste Bund-Länder-Treffen hervorgebracht hat. Ein mehrstufiger Plan, in dem steht, wann, was, wie und wo öffnen kann. Sofort waren Server von Zoos, Museen und Geschäften überlastet. So viele Menschen freuten sich über die Öffnung und wollten hineinströmen. Von dieser Freude wollen wir uns anstecken lassen und ein TAG-gewordenes Loblied auf das Öffnen singen. Dabei vergessen wir aber natürlich nicht, dass es für ein Öffnen auch ein Verschließen braucht. Beides findet sich zum Beispiel im Tierreich, in der Literatur, im Film und überhaupt eigentlich überall - denn auch um so etwas scheinbar Banales wie die Tür wird es gehen.

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  • 23.03.2021
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    Strahlende Kirschblüten – 10 Jahre Fukushima

    Beben, Flutwelle, Atomkatastrophe - Bilder, die die Welt nicht vergisst. Vor 10 Jahren wurde Japan von einem Erdbeben der Stärke neun erschüttert, wenig später folgte der Tsunami, der das Atomkraftwerk Fukushima überspülte. Die Katastrophe hinterließ ein unbewohnbares radioaktiv verseuchtes Gebiet. Der Blick auf die Gefahren der Atompolitik und alternative Energiequellen ist seitdem ein anderer. Japan setzt trotzdem weiter auf Atomkraft. In Deutschland dagegen geschah, was jahrzehntelang undenkbar war. Übers Wochenende wurde der Ausstieg aus der Kernenergie besiegelt. Was ist seitdem passiert? Wie leben die Menschen in Japan 10 Jahre nach dem Reaktorunglück? Und was ist aus dem Atomausstieg in Deutschland geworden?

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  • 23.03.2021
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    Maske und Charakter oder wie ich lernte zurückzutreten

    “Krisengewinner”. Dieses Wort beschreibt all jene, denen die weltweite Pandemie Umsatzrekorde beschert. Vor allem der Online-Handel kann diese verzeichnen, aber auch Lebensmittelketten und Hersteller von medizinischen Produkten. Krisengewinner sind aber wohl auch solche, die auf zweifelhaftere Art und Weise von der Krise profitieren. Zwei prominente Fälle sind derzeit die inzwischen ehemaligen Bundestagsabgeordneten Löbel und Nüßlein. Beiden wird vorgeworfen, sich im Rahmen der Maskenbeschaffung persönlich bereichert zu haben. Im Superwahljahr 2021 dürfte das nicht nur einen erheblichen Schaden für die Union bedeuten, sondern auch für die gesamte Politik. Wie sehr können wir unseren Politikerinnen und Politikern vertrauen? Was bringt da das neue Lobbyregister? Und wieso werden wir den Eindruck nicht los, dass man früher deutlich schneller, aus nichtigeren Gründen und deutlich bereitwilliger von Ämtern zurückgetreten ist?

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  • 23.03.2021
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    Studieren oder verlieren? – Die Zukunft der Ausbildungsberufe

    Was willst Du werden? Wenn der Schulabschluss naht, stehen alle Jahre wieder tausende junge Menschen vor dieser Frage. Und wer die Wahl hat, entscheidet sich häufig erst einmal für ein Studium. Wenig verwunderlich, denn in Ansehen, Einfluss und Einkommen stehen im Durchschnitt die, die studiert haben, besser da. Gleichzeitig klagt die Industrie über Fachkräftemangel, Pflegeeinrichtungen über Unterbesetzung und wer einen Handwerker braucht, kann sich auf eine lange Warteliste setzen lassen. In der Pandemie scheint sich da etwas zu ändern. Auf einmal werden bislang wenig wertgeschätzte Berufe „systemrelevant“ und die, die sie ausüben, beklatscht. Wie weit reicht die Anerkennung? Können Ausbildungsbetriebe mit einer Bewerberschwemme rechnen und Pflegekräfte endlich mit angemessener Bezahlung?

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  • 23.03.2021
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    Frauentag – Wie lange noch?

    Seit über 100 Jahren wird in Deutschland der Internationale Weltfrauentag begangen. Das ursprüngliche Ziel: das Wahlrecht der Frauen durchsetzen. Knapp sieben Jahre später war das dann erreicht. Doch schnell gab es neue Ziele: Bis in die 50er Jahre hat der Ehemann den Lohn der Frau verwaltet. Erst seit den 60ern dürfen Frauen eigene Bankkonten haben. Wer sich vor den 70ern vom gewalttätigen Ehemann scheiden ließ, war schuld am Ehe-Aus und häufig wirtschaftlich ruiniert. Für die Frau bedeutete Ehe bis vor gar nicht langer Zeit: Den Nachnamen des Mannes annehmen, die Pflicht, den Haushalt zu führen, Sex auch ohne Einverständnis ertragen zu müssen. All das wurde überwunden. Ist also bald ein Ende des Frauentags in Sicht? Wo stehen wir in Sachen Gleichberechtigung über 100 Jahre nach dem ersten Frauentag? Welche Kämpfe müssen heute gekämpft werden? Und wie lange noch?

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  • 23.03.2021
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    Rechts um? Das KSK außer Kontrolle

    Wenn in einem unsicheren Umfeld deutsche Staatsbürger evakuiert werden müssen, dann kommt das KSK zum Einsatz. Das Kommando Spezialkräfte. Eine militärische Einheit, die für besonders gefährliche Operationen ausgebildet und bereitgehalten wird. Wer dabei sein will, nimmt in Kauf, sein Leben zu riskieren. Das KSK agiert im Geheimen, ist aber dem Verteidigungsministerium unterstellt. Nun ist es aber naturgemäß sehr schwierig, eine Einheit zu kontrollieren, die im Geheimen arbeiten soll. Und dieser Umstand wird von einigen KSK-Mitgliedern offenbar ausgenutzt. Munition ist verschwunden, rechtsradikale Tendenzen kamen ans Licht, die Verteidigungsministerin ist unter Druck. Kann der Umbau dieser Spezialeinheit gelingen?

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  • 23.03.2021
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    Bundesstaat mit Gliederschmerzen - Föderalismus in der Krise

    Man strebe eine bundeseinheitliche Lösung an, so schallt es jedes Mal durchs Land vor den Bund-Länder-Gesprächen zur Corona-Politik. Und dann? Öffnet hier der Baumarkt, dort der Einzelhandel, zumindest ein bisschen und woanders schließt die Schule schon wieder. Hessens Ministerpräsident kündigte schon lange vor den neuesten Gesprächen an, Lockerungen gegebenenfalls auch ohne den Bund umsetzen zu wollen. Zu Anfang der Pandemie erntete die Bundesrepublik international Anerkennung für die erfolgreiche Corona-Politik, lasse doch die föderale Struktur passgenaues Handeln zu. Ist der Föderalismus auch im aktuellen Krisenmanagement noch ein Segen? Oder wird er bei unterschiedlichen Infektionszahlen und politisch verschiedenen Situationen langsam zum Fluch?

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  • 23.03.2021
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    Schon gehört? "Der Tag" ganz Ohr

    Das Ohr macht nie Pause. Auch wenn wir schlafen hören wir. Sonst könnte uns das Weckerklingeln auch nicht aus dem Bett treiben. Unsere Fähigkeit zu hören, bereitet uns viel Vergnügen. Sei es wenn wir Musik hören, Geräusche aus der Natur, wie Vogelzwitschern oder Wasserplätschern oder wenn wir Geschichten lauschen, angenehmen Stimmen, Neuigkeiten, die uns interessieren. Sehr viele Menschen haben inzwischen fast ständig Kopfhörer im Ohr, über die sie telefonieren, Musik hören oder Podcasts. Das Hören scheint noch wichtiger geworden zu sein. Ruhe und Stille wird den Ohren kaum gegönnt. Zum Welttag des Hörens wollen wir uns vor allem dem Zuhören widmen. Wenn man andere verstehen will, langt es nicht zu hören, man muss zuhören, damit Kommunikation gelingt. Zuhören und auf die Zwischentöne achten. Das sollten wir uns hinter die Ohren schreiben.

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  • 23.03.2021
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    Reiche Länder zuerst? Wie Impfnationalismus schadet

    "Niemand ist sicher, bis alle sicher sind". Mit diesen Worten warnt die neue nigerianische Chefin der Welthandelsorganisation vor nationalistischem Denken bei den Impfprogrammen. Zu beobachten gerade in den reichen Ländern, in denen die Debatte vor allem darüber geführt wird, wer wem welchen Impfstoff weggeschnappt hat. Länder wie Israel oder Großbritannien scheinen dabei mit ihrer ehrgeizigen Impfstrategie schon weiter als die EU-Länder. Tatsächlich sind zwei Drittel der existierenden Impfstoffdosen für das reichste Siebtel der Menschheit reserviert. In manchen ärmeren Ländern der Welt ist noch keine einzige Impfdosis angekommen, das Virus wütet ungebremst. Ist das gerecht? Und können wir uns das leisten? Solange nicht alle sicher sind, steht nicht nur der Tourismus, stehen auch globale Produktions- und Handelsbeziehungen auf dem Spiel. Was hilft? Spenden, die in den Entwicklungsländern Schutzimpfungen ermöglichen sollen? Oder soll den Impfstoffherstellern zumindest vorübergehend der Patentschutz genommen werden?

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  • 23.03.2021
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    Atom-Schach: Wie geht’s weiter im Iran?

    Die Partie läuft eigentlich schon seit 2002. Da kam heraus, dass der Iran Anlagen zur Anreicherung von Uran betrieb. Die Internationale Atomenergie-Organisation der UNO befürchtete, dass der Iran eigene Atomwaffen anstrebte und verlangte regelmäßige Kontrollen des Atomprogramms. Auf feste Regeln einigte man sich aber erst 2015 - im Atomabkommen: der Iran sollte vor allem die Menge des angereicherten Urans nachprüfbar begrenzen, dafür wurden schrittweise Sanktionen gegen das Land aufgehoben. 2018 beschuldigte Trump die Iraner falsch zu spielen, die USA verließen das Abkommen. Die Europäer, die nahöstlichen Nachbarstaaten und die IAEO blieben am Spieltisch. Der bedrängte Iran versuchte es mit Befreiungszügen: immer wieder verstieß man demonstrativ gegen das Abkommen, was von der anderen Seite mit Drohungen oder immer härteren Sanktionen beantwortet wurde. Joe Biden kündigte an, nach seiner Wahl würde die USA dem Abkommen wieder beitreten. Wer sich davon aber einen Durchbruch in der Partie erhofft hat, wurde bisher enttäuscht. Es wird manövriert, zuletzt hat der Iran den Kontrolleuren der IEAO für drei Monate Zugang zu den Anlagen erlaubt, allerdings stark eingeschränkt. Vor weiteren Zugeständnissen verlangt das Land die Aufhebung aller Sanktionen. Revolutionsführer Chamenei spricht öffentlich davon, sehr viel mehr Uran anzureichern, als das Abkommen erlaubt. Die Gegenseite findet das bedrohlich, Folge könnte eine atomare Aufrüstungsspirale im Nahen Osten sein. Ab jetzt ist erstmal wieder die IAEO am Zug - sie berät über das weitere Vorgehen.

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  • 23.03.2021
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    Was geht mit links? Anatomie einer Partei

    Die eine schmiss dem politischen Gegner Blumen vor die Füße, die andere wurde schon rhetorisch mit einer Kalaschnikow verglichen (und nannte den Rufer daraufhin "Schrotflinte".) Beide bewerben sich nun gemeinsam als neues Führungsduo ihrer Partei. Susanne Hennig-Wellsow aus Thüringen und Janine Wissler aus Hessen wollen bei der Linken künftig sagen, wo es lang gehen soll. Was Streitbarkeit angeht, passen sie vorzüglich. Denn Konfliktpotential zu entfalten, das gelingt auch ihrer Partei jederzeit mit links. Mit zentnerschweren Erblasten und hammerharten Positionen, mit Flügelkämpfen und Machtspielen, nach innen und nach außen. Aber welche Substanz steckt drin - nicht nur in den beiden neuen Führungsfiguren, sondern auch in der Partei insgesamt? Eine wichtige Frage zwischen dem Parteitag jetzt und dem Wahltag im September. Denn dann steht nicht nur im Bund ein Urnengang an, sondern auch in Thüringen, wo der erste linke Ministerpräsident der Bundesrepublik sein Amt verteidigen will. Ist den Linken das Regieren (und Regieren-Wollen) schon in Fleisch und Blut übergegangen? Und ärgert es sie, dass die Umfragen zur Zeit im Bund - rechnerisch und politisch - keine Mehrheitskoalition mit links erkennen lassen? So oder so: Für die anderen Parteien - seien sie Gegner, Konkurrenten oder potentielle Verbündete - sind sie in jedem Fall ein Stachel im Fleisch.

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  • 23.03.2021
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    Guantanamo und kein Entkommen – Ein Folterknast mit Ewigkeitsgarantie?

    Es ist geplant, das Gefangenenlager in Guantanamo zu schließen. Diese Ankündigung Joe Bidens kommt uns irgendwie bekannt vor. Vor 20 Jahren ist das Internierungslager für Al-Qaida-Terroristen an der Südostspitze Kubas errichtet worden, und seitdem ist es ein Stein des internationalen Anstoßes. Schon 2009 begann der damalige US- Präsident Barack Obama eine Auflösung zu prüfen - bis 2017 ohne Erfolg. Dann stoppte Donald Trump das Vorhaben. Jetzt nimmt der neue amerikanische Präsident Joe Biden die Schließung Guantanamos wieder in den Blick. Dahinter stecken nicht nur gute Absichten, sondern sicher ein innenpolitisches Kalkül. Werden sich nun die Pforten des Lagers in Guantanamo wirklich endlich schließen? Und was passiert dann mit den immer noch 40 "Hochrisiko-Häftlingen“, die zum Teil ohne Urteil und Prozesstermin seit knapp 20 Jahren dort einsitzen?

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