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Mensch Mahler | Die Podcast Kolumne

In einer komplizierten Welt wünschen sich viele einfache Antworten. Die gibt es aber nicht. Wenn man als Christ, die Welt besser machen will, muss man die richtigen Fragen stellen. Das tut Pfarrer, Moderator und Kolumnist Günter Mahler in seinem täglichen KolumnenPodcast! www.podcast-eins.de Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

Alle Folgen

  • 06.10.2022
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    02:06
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    Wer zahlt die Reparatur?

    221006PC Wer zahlt die Reparaturen? Mensch Mahler am 06.10.2022 Eigentlich ist der Begriff Reparationszahlungen irreführend. Leid und Tod kann man nicht reparieren. Man kann lediglich Not lindern und fatale Folgen finanziell abfedern. In diesen Tagen erreichen uns gleich zwei Forderungen nach solchen Wiedergutmachungs-Aktionen. Die polnische PIS-Partei fordert für das Leid, das Nazi-Deutschland über ihr Land gebracht hat, 1,3 Billionen Euro. Das tut sie, obwohl rechtlich der Fisch längst geputzt ist. Polen hat wiederholt auf weitere Zahlungen von Seiten Deutschlands verzichtet. Die PIS steht aber innenpolitisch mit dem Rücken zur Wand. Und so versucht sie, mit Anti-deutscher Stimmung zu punkten. Das ist vom Zeitpunkt her unpassend, weil im Ukraine Konflikt europäische Einigkeit vonnöten ist. Und es ist ein billiger Trick, den Annalena Baerbock souverän kontert. Indes kommt ergeht weitere Forderung von UN-Generalsekretär Antonio Guterres an die 20 führenden Industrienationen, die maßgelblich für die Erderwärmung verantwortlich sind: Sie mögen für die Schäden, die die Klimakrise in den Schwellenländern verursacht, aufkommen. Verursacherprinzip. Eines ist klar: Die Verursacher von Krieg, Leid und Zerstörung müssen zur Rechenschaft gezogen werden. Sie haben für die Folgen ihrer Untaten aufzukommen. Spannend ist die Frage, inwieweit das Verursacherprinzip auch global angewendet werden kann. Für Kriegsfolgen – nicht nur in Polen, sondern auch in Vietnam, in der Ukraine oder im Nahen Osten. Für Kolonialisierung über Jahrhunderte. Für den Genozid an den Ureinwohnern Amerikas. Und letztlich für die globale Umweltzerstörung. Auge – Ersatzleistung Auge. Zahn- Ersatzleistung Zahn. Viel Stoff zum Nachdenken. Und auch zum Handeln – um der Gerechtigkeit willen. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

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  • 05.10.2022
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    02:19
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    Keine Einheit bei den Feierlichkeiten

    221005PC Keine Einigkeit am Tag der deutschen Einheit. Mensch Mahler am 05.10.2022 32 Jahre nach der Wiedervereinigung Einheitsfeierlichkeiten, die nachdenklich stimmen. Zumal sie in Erfurt stattfanden. Thüringen hat in diesem Jahr den Vorsitz im Bundesrat, deshalb war MP Bodo Ramelow 2022 Gastgeber. Es war der Tag der Deutschen Einheit, doch die Furcht vor Spaltung, Krieg und Krise waren die beherrschenden Themen bei den Feierlichkeiten in Erfurt. In drei Tagen kamen gerade mal 60.000 Besucher in die thüringische Landeshauptstadt. Unter ihnen ein corona-geschwächter, blasser Kanzler Scholz, der auch nicht gerade Zuversicht verströmte. Die Zahl derer, die am 3. Oktober gegen die Bundespolitik demonstrierten, ist indes schwer zu ermitteln – es dürften allerdings mehr als die 60.000 in Erfurt gewesen sein. In den östlichen Bundesländern, in Berlin, in Bayern. Allein in Gera waren es 10.000. Die Demonstrationen richteten sich gegen die aktuelle Politik der Bundesregierung, die Inflation, den Krieg in der Ukraine und die Corona-Maßnahmen. Ich verstehe den Frust der Menschen über die aktuelle Lage. Gleichwohl würde ich gerne Vorschläge hören, wie die Bundesregierung besser mit der Krise umgehen könnte. Einzige konkrete Forderung: Ein Ende der Sanktionen gegen Russland. Das ist in meinen Augen nicht nur kontraproduktiv, um den Aggressor in die Knie zu zwingen, es ist zu wenig, einfach nur dagegen zu sein. Ich bin auch gegen Inflation, hohe Energiepreise und natürlich gegen den Krieg in der Ukraine. Die Bundesregierung dafür verantwortlich zu machen, käme mir aber nicht in den Sinn. Sie trägt keine Schuld am Überfall Russlands auf die Ukraine. Diskutieren könnte man lediglich das Krisenmanagement. Und das geschieht ja auch. Dafür gibt es ein demokratisch gewähltes Parlament. Und auf das bin ich – bei aller Einzelkritik in Sachfragen – stolz am Tag der deutschen Einheit. Für Ost und West. Die Alternativen für Deutschland kennen wir aus der leidvollen Geschichte in den vergangenen 90 Jahren. Und dahin will hoffentlich niemand ernsthaft zurück. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

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  • 04.10.2022
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    02:07
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    Wallraff und die Suche nach der Gerechtigkeit

    221004PC Wallraff oder die Suche nach der Wahrheit. Mensch Mahler am 04.10.2022 Vielleicht war er mein größtes Vorbild in Sachen Journalismus. Der Mann, der am 1. Oktober seinen 80igsten Geburtstag feierte. Günter Wallraff ist wohl das, was man mit Fug und Recht einen investigativen Journalisten nennen kann. Er schaute nicht auf Affären drauf, er ging mitten hinein. Ohne Respekt, ohne Angst vor Bestrafung hat er Rechtsbrüche begangen, um Menschen zu ihrem Recht zu verhelfen. Man nennt das wohl Zivilcourage. 1963 war ich 10 Jahre alt – und da begann Wallraff als junger Journalist – er war gerade mal 21 – mit seinen Industriereportagen. Immer unter falscher Identität heuerte er beim Stahlwerk Thyssen an, bei einem Napalm-Produzenten schlich er sich als Vertreter der US-Army ein, die das Zeug für den Vietnam-Krieg brauchte, Wallraff arbeitete in Erziehungsheimen, Undercover war er bei Fichtel und Sachs, bei Thurn und Taxis, im Gerling Konzern und beim Kaffeekonzern Melitta. Ab 1983 arbeitete Wallraff zwei Jahre lang als türkischer Gastarbeiter „Ali Levent Sinirlioğlu“ unter anderem bei McDonald’s . 1977 gelang ihm sein größter Coup: Mehrere Monate war Wallraff Journalist bei der Bild-Zeitung. Aber auch außenpolitisch war der Mann aus Burscheid aktiv: Er protestierte gegen die griechische Militärdiktatur mitten in Athen, bereiste während des Golfkriegs Israel, war in syrischen Ausbildungslagern. Um es kurz zu machen: Deinen Mut, Deine Unerschrockenheit und Deine Prozesshärte hätte ich gerne auch gehabt. Obwohl ich Gerechtigkeitsfanatiker bin, habe ich doch immer wieder Angst vor den Konsequenzen verdeckter Ermittlungen gehabt. Meine Sicherheit und mein Wohlergehen waren mir oft am Ende doch wichtiger als das schonungslose Aufdecken von Schweinereien. Herzlichen Glückwunsch zum 80igsten, Kollege Wallraff. Mögen viele jüngere KollegInnen Dich als Vorbild vor Augen haben. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

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  • 03.10.2022
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    01:53
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    Keine Einheit ohne Gerechtigkeit

    221003PC Keine Einheit ohne Gerechtigkeit. Mensch Mahler am 03.10.2022 Auch 23 Jahre nach dem Mauerfall ist die Sache mit der deutschen Einheit ein schwieriges Kapitel in Geschichte und Gegenwart unseres Landes. Von einem klugen Kommentator habe ich eine schlüssige Erklärung gehört, warum das wohl so ist. Zur Zeit der DDR-Diktatur durfte man den Mund nicht aufmachen, ohne Knast zu riskieren. Dann folgte 1989 die Erfahrung, dass durch das Wort, durch die Meinungsäußerung, eine Diktatur gestürzt wurde und sowohl die Mauer wie auch der eiserne Vorhang fiel. In der Folgezeit haben viele Ostdeutsche die Erfahrung gemacht, dass sie nun zwar ungestraft alles sagen durften, ihre Meinung aber niemanden interessiert hat. Deshalb erleben sie sich als Verlierer der Geschichte – bis heute. Die vermehrte Ansiedlung vieler innovativer Unternehmen nützt da auch nicht viel. Es sind einfach zu viele junge Leute abgewandert, um den östlichen Bundesländern Perspektive und Zukunftshoffnung zu geben. Was Wunder, wenn gerade mal 39% im Osten mit der Demokratie zufrieden sind. Der Rest ist anfällig für Alternativen. Und damit leider auch für Rattenfänger von rechts und links und Verschwörungstheorien jeglicher Art. Was ich „meinem“ neuen Deutschland wünsche: Eine realistische Sicht der Dinge, Realitätsbewusstsein und endlich gleiche Chancen für die Menschen in Baden-Württemberg und Brandenburg, in Nordrhein-Westfalen und in Sachsen-Anhalt. Damit endlich zusammenwächst, was zusammengehört. Und damit auch noch etwas anderes gedeihen kann: eine gesunde Zufriedenheit und Neugier auf die gemeinsame Zukunft. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

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  • 30.09.2022
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    02:03
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    Wer die Wahl hat sollte nicht die Qual haben

    Ein Desaster – anders kann man es nicht nennen, was bei der Berlin-Wahl am 26. September letzten Jahres stattgefunden hat und welche Konsequenzen dies nun hat. Wieder gibt es diese Gleichzeitigkeit: mein Mann und ich sind an jenem Tag morgens gegen halb 10 zur Wahl gegangen, hatten vielleicht 3 Leute vor uns und trafen auf junge, zahlreiche Wahlhelferinnen und Wahlhelfer. Alles ganz normal, bis am Abend immer mehr Chaos-Meldungen kamen. Natürlich war es ein Wahnsinn, die Wahlen zum Bundestag, Abgeordnetenhaus, der Bezirksparlamente und dazu noch einen Volksentscheid gleichzeitig durchzuführen. Dazu noch der Berlin-Marathon. Doch dachte man sicher an die Wahlbeteiligung, die vielleicht höher wäre, wenn die Leute nicht öfter kommen müssen. Der Marathon wird sehr lange im Voraus geplant, Zehntausende haben sich dann längst angemeldet, Flugtickets gebucht, da ist sicher nichts mit Verschieben. Die Bundestagswahl hatte auch schon früh diesen Termin. Also - im Nachhinein ist man immer klüger – hätte man die Berliner Abstimmungen doch auf einen anderen Tag legen sollen. Der Fehler lag wohl in der Einschätzung, das alles wuppen zu können. Ein Aspekt kommt noch hinzu: Man hatte im Frühjahr vor allem junge Menschen als Wahlhelfer gelockt, mit dem Versprechen, zeitnah die damals noch so begehrte Corona-Impfung zu bekommen. Das haben sehr viele in Anspruch genommen, und nicht wenige sagten dann aber kurz vorher ab oder erschienen gar nicht im Wahllokal. Auch dadurch kam einiges ins Rutschen. Da meine Sorge um unsere Demokratie ein weiteres Mal wächst, hilft es mir nur, nach vorne zu schauen: Sollte es zu Neuwahlen kommen, einfach wieder hingehen und vielleicht melde ich mich auch mal wieder als Wahlhelferin. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

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  • 29.09.2022
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    02:08
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    Tiere haben Emotionen - und wie!

    In Australien, genauer im Westen von Tasmanien, sind in einer flachen Bucht wieder rund 230 Grindwale gestrandet. Das bedeutet im Grunde ihren sicheren Tod. Sogar für dieses Phänomen gibt es Experten, die solche Massenstrandungen wie folgt erklären: die friedlichen Giganten seien sehr sozial, haben enge Bindungen untereinander. So eng, dass sie einem kranken oder verletzten Artgenossen folgen, bis zum Ende und hundertfach. ‚Das tun sie nicht, weil sie dumm sind, sondern wegen ihrer emotionalen Bindung zu den anderen Tieren‘ wird ein Meeresbiologe zitiert. Wieviel Respekt vor diesen Geschöpfen steckt in diesen Worten! Solchen bringt auch der Schauspieler Hannes Jaenicke auf in seinem Film ‚Im Einsatz für das Schwein‘ der kürzlich im Fernsehen lief und weiterhin in der Mediathek zu sehen ist. Ohne Schockbilder, worauf extra hingewiesen wird. Wir lernen dort, dass Schweine wie Hunde auf ihren Namen hören, wenn sie denn einen haben, dass sie intelligent, sauber, neugierig, verspielt und sozial sind. Dies alles können sie eingepfercht in ihren Gitterkäfigen nicht ausleben. Von der traurigen Mutterschaft einer Sau mal abgesehen, deren 30 Ferkel im Jahr ihr so schnell wie möglich weggenommen werden. Das ist alles nicht neu, aber für mich haben sich diese beiden Dinge miteinander verknüpft. Abermals stellt sich die Frage: warum streicheln und verwöhnen wir unsere Hunde und Katzen, essen aber Schweine, Hühner und Rinder oder lassen zu, dass sie in der Massentierhaltung leiden? Die Schockbilder gab es dann letzte Woche ganz am Ende in der Sendung ‚Frontal‘: heimliche Aufnahmen in 9 verschiedenen Mastanlagen, es laufen jetzt Ermittlungen. Furchtbare Bilder - müssen wir eben doch aushalten. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

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  • 28.09.2022
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    02:08
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    Sozialtourismus war nicht zu Unrecht mal Unwort des Jahres

    Okay, er hat sich entschuldigt. Aber der CDU-Chef Friedrich Merz ist ein absoluter Polit-Profi und weiß, was er sagt. Und dass seine Worte, nicht am Stammtisch, sondern am Montagabend bei „Bild Live“ geäußert, trotz Entschuldigung natürlich hängen bleiben. Er hat Geflüchteten aus der Ukraine „Sozialtourismus“ unterstellt. Sie würden teilweise hin- und herreisen und unsere Leistungen in Anspruch nehmen. Mich macht dieser Vorwurf sprachlos. Selbst wenn es in Einzelfällen so sein sollte, ist es ungeheuerlich, Menschen in dieser furchtbaren Situation, die sie sich wahrlich nicht ausgesucht haben, auf diese Weise zu diskreditieren. Ich würde sogar sagen, dass es in Ordnung und verständlich ist, dass man nach Monaten in der Fremde, wenn es die Situation erlaubt, zuhause nach dem Rechten schaut. Familienmitglieder und Freunde trifft, die nicht fliehen konnten oder wollten. Doch der Krieg ist nicht vorbei und die Situation in großen Teilen der Ukraine ist unsicher, immer wieder auch gefährlich. Also kann es richtig sein, nach einem riskanten Besuch dort, wieder nach Deutschland zurückzukommen. Viele Ukrainerinnen und Ukrainer sind übrigens auch ganz und gar in ihr Heimatland zurückgekehrt und noch viel mehr würden das so gerne tun. Missbrauch und Abzocke gab es immer und wird es immer geben, gerade wenn man Menschen eigentlich helfen will. Man denke nur an die Corona-Schnelltestcenter, die Beschaffung der Masken oder so einen Klassiker wie Steuerhinterziehung. Und ja, auch Flüchtlinge aus anderen Ländern und Leistungsempfänger hier werden nicht immer wirklich berechtigt sein. Das gehört leider dazu. Dies nun aber gerade den kriegsgebeutelten Ukrainerinnen und Ukrainern nach 7 Monaten brutalem Krieg vorzuwerfen, ist echt infam. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

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  • 27.09.2022
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    01:58
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    Blumen sind das Lächeln der Erde

    Berlin-Brandenburg hätten wir wohl geheißen. Immer wieder gab es ja Bestrebungen, Berlin und Brandenburg zu einem neuen Bundesland zu vereinen. Hat aber nicht geklappt, 1996 scheiterte ein von beiden Landesregierungen vereinbarter Fusionsvertrag an der fehlenden Zustimmung in Brandenburg. Auch bei den Berlinern gab es nicht gerade Euphorie für das Thema. Euphorisch kann man aber werden, gerade als Berlinerin und Berliner, wenn man die Landesgartenschau in Beelitz besucht. Plötzlich ist Brandenburg so viel mehr als das die Hauptstadt umgebende Land oder die Autokennzeichen PM oder TF. Gerade jetzt im Herbst gehen einem die Augen über vor noch immer blühenden Blumen, schönster Gartenkunst, originellen Möbeln, Arrangements unter zarten Pavillons, Kräutern, Früchten, Kürbissen, einfach allem, was die Natur hergibt und was Menschen im besten Sinne draus machen können. Neben dem riesigen Gelände mit all seinen thematischen Überraschungen und meditativen Ruheinseln gehört auch ein Besuch der ebenfalls in diesem Sinne hergerichteten Altstadt Beelitz dazu. Die Krönung ist dort die St. Marien-St. Nikolai-Kirche mit einer üppigen Blumen- und Pflanzenschau direkt im Kirchenschiff. Sie merken, ich schwärme und zwar ausdrücklich für Brandenburg, weil ich es bei der LaGa so attraktiv und sympathisch finde. Falls Sie noch nicht dort waren - noch bis Ende Oktober ist Zeit. Ob und für wen sich die Länderfusion gelohnt hätte, vermag ich nicht zu sagen. Die Landesgartenschau zu besuchen, lohnt sich auf jeden Fall! Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

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  • 26.09.2022
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    01:49
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    Komm mit Deinem Frieden und mach dem Grauen ein Ende

    „Komm mit Deinem Frieden und mach dem Grauen ein Ende“ klingt nach einem Gebet und ist es auch. Blau-gelb und zweisprachig sind die Gebetskarten, die die Evangelische Kirche in Deutschland jetzt herausgegeben hat. Sie sollen zum gemeinsamen Gebet von Deutschen und Ukrainern aufrufen. Es steht auf Deutsch und Ukrainisch eine bittere Klage darauf und eine Bitte und ein Segen. Man kann die Karten kostenlos bestellen, ganz unkompliziert. Der Hintergrund ist klar: Geflüchtete «sollen wissen, dass sie nicht verlassen sind: nicht von Gott und nicht von anderen Menschen», sagt Bischof Christian Stäblein, der auch EKD-Beauftragter für Flüchtlingsfragen ist. Drastisch beschreibt er das Leid, das der russische Angriffskrieg auf die Ukraine mit sich bringt. Vor allem auch jetzt angesichts der neuen politischen Entwicklungen und des bevorstehenden Winters in dem schon so sehr zerstörten Land. Mir gefällt diese eindeutige Positionierung der Kirche, denn es gibt hier nichts abzuwägen und schon gar nicht zu rechtfertigen. Natürlich sind solche Karten nur ein Zeichen und ich weiß nicht, ob sie wirklich praktisch genutzt werden. Man kann sie in Kirchen oder an Orten ablegen, an denen ukrainische Geflüchtete zusammenkommen. Warum nicht? Und auch wer niemals betet, kann diesen klaren Worten am Ende vielleicht etwas abgewinnen: „Komm mit Deinem Frieden und mach dem Grauen ein Ende“ Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

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  • 23.09.2022
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    02:10
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    Den Sorgen davonlaufen

    Mehr als 42 km rennen am Stück – das ist ein Marathon und das ist auch der Berlin-Marathon jetzt am Sonntag. Mein Respekt für die 45 000 erwarteten Teilnehmer ist grenzenlos. Mein lieber Kollege Thorsten Wittke hat bereits 9 Mal teilgenommen – wow! Ich selbst hatte als Kind nicht viel mit Sport am Hut und hab das Laufen erst mit Mitte 40 für mich entdeckt. Ansporn war damals der AVON-Frauenlauf, überglücklich war ich, als ich die 10 km geschafft hatte und viele solcher Läufe folgten. Weiter geht mein Ehrgeiz nicht, aber das Laufen ist seither ein fester Bestandteil meines Lebens. Wer es körperlich kann, weil keine Knie- oder Rückenprobleme hindern, dem kann ich es nur empfehlen, egal in welchem Alter. Ein phantastischer Sport, gerade in diesen schlimmen Zeiten. Die Nachrichten tun weh, also loslaufen und den Kopf buchstäblich frei kriegen oder mit ganz anderen Ideen oder Gedanken füllen. Bei mir funktioniert es jedes Mal, auch wenn ich nur ein paar Runden auf dem Sportplatz drehe. Wenn Sie mitten in der Stadt wohnen, fahren Sie mit dem Rad zum nächsten Park und laufen erst dort los. Man braucht keine teure Ausrüstung, gut passende Laufschuhe und fertig. Die Strecke, die Geschwindigkeit, jede und jeder wie er mag. Neben der Seele freuen sich natürlich auch das Herz-Kreislaufsystem und die Muskulatur. Am Sonntag werde ich aber wieder nur am Straßenrand stehen, Tränen der Rührung in den Augen, weil ich mich so sehr mitfreue. Junge und alte Menschen von überallher ziehen da in einem steten Strom an uns vorüber, für jeden möchte man klatschen. Und eine große Portion Stolz auf meine so oft geschmähte Stadt schwingt auch noch mit. Am Sonntag also Auf die Plätze - fertig - los ! Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

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  • 22.09.2022
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    01:42
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    Stell dir vor, es ist autofreier Tag und keiner merkt‘s

    1973 war ich schon auf der Welt und habe als Grundschulkind die damalige Ölkrise mitbekommen. Allerdings nicht als Bedrohung, sondern hängen geblieben sind in meiner Erinnerung die autofreien Sonntage. Herrlich war das, wir konnten Rollschuhlaufen auf den Straßen und sogar die Autobahnen waren leer. Die Araber hieß es, hatten die Öllieferungen gedrosselt und der Ölpreis stieg. Als direkte Folge wurden in der Bundesrepublik an vier Sonntagen im November und Dezember Fahrverbote erteilt. Dabei gab es längst nicht so viele Autos wie jetzt. Sogar Geschwindigkeitsbegrenzungen konnte man den Autofahrern zumuten. Die haben sich im Großen und Ganzen dran gehalten. Und nun gucken Sie mal aus dem Fenster: sehen Sie Autos fahren oder sind die Straßen still und leer? Heute ist nämlich internationaler autofreier Tag und wir hier in Berlin machen mit. Einige Spielstraßen bleiben komplett gesperrt und man kann gratis mit den Öffentlichen fahren. Ansonsten leider wieder nur eine Empfehlung, von der noch nicht mal jeder gehört hat. Ob nun Energiekrise oder Umweltkrise – autofreie Sonntage wenigstens ab und zu wären doch auf jeden Fall sinnvoll. Klar mit den bekannten Ausnahmen wie Busse, Feuerwehr, Krankenwagen. Hätten wir gerade in dieser Zeit längst wieder einführen sollen! Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

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  • 21.09.2022
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    02:00
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    Werbung wirkt leider doch

    Jedes Kind zwischen drei und dreizehn Jahren sieht pro Tag im Schnitt 15 Werbespots für ungesunde Lebensmittel. Und dass ungesunde Ernährung eine der Hauptursachen für die Ausbreitung von Übergewicht und Fettleibigkeit bei Kindern und Jugendlichen ist, ist bekannt. Mehr als 300 Kinder- und Jugendärzte haben am Montag ein Verbot von «Junkfood»-Werbung gefordert. wenden sich an Bundesernährungsminister Cem Özdemir und fordern ein Gesetz, das Kindermarketing für ungesunde Lebensmittel umfassend beschränken soll. Foodwatch und weitere Organisationen haben sich angeschlossen. Das ist das Eine. Doch auch der umgekehrte Ansatz ist wichtig: jungen Menschen so früh wie möglich etwas über gesunde Ernährung zu erzählen, mit ihnen zu kochen. Ja, die Schulen sind aus mehreren Gründen überlastet, es fehlen Lehrkräfte allerorten und doch sollte das Wissen über gesunde Ernährung und später so etwas wie Haushaltsführung ein Schulfach sein – durchgehend. Das würde sich lohnen. Jedes übergewichtige Kind ist ein zukünftiger kranker Erwachsener – Diabetes, Herz-Kreislauferkrankungen. So drastisch formulieren es Experten. Andere, wie der Autor Martin Rücker, sprechen von verborgenem Hunger, auch in unserem gut ernährten Land. Denn auch übergewichtigen Kindern fehlen oft wichtige Nährstoffe und dies wirkt sich letztlich auch auf ihr Fortkommen in der Schule aus. Alles wissenschaftlich nachgewiesen. Bücher, auch tolle Kochbücher gibt es genug, es braucht Menschen, die in den Schulen über das Essen reden, das müssen nicht unbedingt Lehrerinnen und Lehrer sein! Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

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  • 20.09.2022
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    Alles zu seiner Zeit

    Auch weniger Licht halten wir aus Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

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  • 19.09.2022
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    Einen Antrag auf Erteilung eines Antragsformulars

    Spendenvortrag, Progressionsvorbehalt, Sonderausgabenabzug, unmittelbare Begünstigung, Nutzungsentnahme… wenn Ihnen diese Begriffe was sagen, haben Sie wahrscheinlich beruflich mit Steuern zu tun oder aber Sie haben sich eingefuchst in ‚mein Elster‘ und längst Ihre Steuererklärung fertig. Mir ist das nach einigen Anläufen auch letzte Woche gelungen. Als ich endlich keine Fehlermeldung mehr hatte und das Ding abschicken konnte, hätte ich mir am liebsten einen Sekt aufgemacht. Meine Stimmung war jedenfalls großartig. Diesmal musste ich auch nicht, wie in den vergangenen Jahren, ständig zum Finanzamt radeln und dort Frage für Frage klären. Immerhin hat man mir da stets freundlich weitergeholfen. Warum nur aber ist das so kompliziert? Warum diese sperrigen Begriffe, die man aus keinem anderen Zusammenhang kennt? Klar, wer viel Geld hat, leistet sich einen Steuerberater, eine Steuerberaterin – kostet natürlich, aber das kann man ja auch wieder absetzen und es kommt wahrscheinlich auch mehr raus. Kürzlich wurde bekannt, dass es auch erhebliche Probleme bei der Grundsteuer gibt. Jeder dritte Eigentümer hat Probleme beim Ausfüllen der Formulare hat eine Umfrage ergeben. Bis Ende Oktober müssen Besitzer von Häusern und Wohnungen diese Erklärung beim Finanzamt abgeben. Bisher hat das aber noch kaum jemand geschafft. Müsste es da nicht, wenn es schon so kompliziert ist, einfache und niederschwellige Hilfe geben? Wir sind doch alle nicht blöd und schaffen auch andere Dinge im Leben. Aber wie hat es schon Reinhard Mey 1978 gesungen: ‚Einen Antrag auf Erteilung eines Antragformulars - Zur Bestätigung der Nichtigkeit des Durchschriftexemplars‘ wunderbar, hör ich mir gleich mal wieder an! Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

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  • 16.09.2022
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    Earth for All

    16.09.2022PC Earth for all – und was sie dafür tun können. Mensch Mahler am 16.09.2022 Earth for all – Teil 2. Wer wissen will, wie sich eine gute Zukunft realisieren lässt, kommt an »Earth for All« nicht vorbei. Der Club of Rome ist einer der bekanntesten Thinktanks der Welt. Er wurde 1968 gegründet und setzt sich für eine nachhaltige Zukunft ein. Dem Zusammenschluss von Expert*innen verschiedener Disziplinen aus mehr als 30 Ländern gehören u. a. Maja Göpel, Hans J. Schellnhuber und Ernst Ulrich von Weizsäcker an. Bekannt wurde die gemeinnützige Organisation durch den Bericht »Die Grenzen des Wachstums«, der über 30 Millionen Mal verkauft wurde. Im oekom verlag erschienen bislang sechs Reports an den Club of Rome, darunter »2052« von Jørgen Randers und »Der geplünderte Planet« von Ugo Bardi. Und nun, 50 Jahre nach den Grenzen des Wachstuns, das Buch des Club of Rome, das ich als 18jähriger politisch erwachter junger Erwachsener verschlungen habe, also Earth for all mit dem zum Teil identischen Forscherinnen Team wie damals. Mich hat es aufgerüttelt und mein gesamtes politisches Leben nachhaltig geprägt. Schon damals waren die Themen dieselben wie heute: Kli-maerwärmung, Gendergerechtigkeit, globale Armut des Südens, Gerechtigkeit für alle, Energiewende und nachhaltige regenerative Landwirtschaft. Ich wünsche dem Buch Earth for all die selbe durchschlagende Wirkung – nein, noch mehr, denn dieses Buch ist noch notwendiger wie die Grenzen des Wachstums. Möge es auch wieder eine ganze Generation weltweit wachrütteln. Das Zeug dazu hat es auf jeden Fall. Schlusssatz: Hat dieser Globus noch eine Chance? Das entscheiden Sie, wenn sie dieses Buch zuklappen und den nächsten Schritt tun. „Earth for all“, herausgegeben vom Club of Rome, 256 Seiten kosten 25 Euro, die die Welt – mindestens ihre Welt – verändern können. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

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  • 14.09.2022
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    50 Jahre nach den Grenzen des Wachstums

    15.09.2022PC Earth for all. Mensch Mahler am 15.09.2022 Vielleicht ist es noch nicht zu spät. 50 Jahre nach dem Report des Club of Rome „Die Grenezen des Wachstums“ erscheint in diesen Tagen das Nachfolgewerk „Earth for all“. All das, was vor 50 Jahren vorausgesagt wurde, ist eingetroffen. Nein, schlimmer noch: Die Szenarien, die das internationale ForscherInnenteam des Club of Rome vor 50 Jahren entworfen hat, sind allesamt übertroffen worden – im negativen Sinn. Fünf Themen waren es damals, fünf Themen sind es heute: - die Armut im globalen Süden die grassierende Ungerechtigkeit - die Entwicklung einer regenerativen und naturverträglichen Landwirtschaft - die umfassende Energiewende - und die Gleichstellung der Frauen. Mit diesen 5 Programmpunkten könnte das Steuer des trägen »Tankers Erde« von seinem zerstörerischen Kurs noch abgebracht werden. Dafür verbinden die Forschenden aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse mit innovativen Ideen für eine andere Wirtschaft. Der aktuelle Bericht an den Club of Rome liefert eine politische Gebrauchsanweisung für die wesentliche Handlungsfelder, in denen mit vergleichbar kleinen Weichenstellungen große Veränderungen erreicht werden können. Sie behaupten: noch haben wir eine nicht ganz unrealistische Chance. Aber wir müssen sie ergreifen: jetzt. Und alle. Also auch Sie und ich. Unbedingt lesen, wenn sie an der Zukunft unseres Planeten interessiert sind und handeln möchten: Earth for all, herausgegeben vom Club of Rome, 256 Seiten kosten 25 Euro, die die Welt verändern können. Wenigstens für die Leserin, den Leser. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

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  • 14.09.2022
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    Zeitenwende?

    14.09.2022PC Zeitenwende? Mahler meint am 14.09.2022 Zeitenwende. Wie oft wird dieses Wort strapaziert in diesen Tagen. Sagen können es nur Spätgeborene und Geschichtsvergessene. Wie viele Zeitenwenden gab es schon? Die Zeitenwende, als sich die Menschen anschickten, ihre Stammesgebiete zu verlassen und die Welt zu erobern. Die Zeitenwende, als eine Religion, die christliche, sich anschickte, die ganze Welt mit ihrer Ideologie zu überrennen. Die Zeitenwende der Reformation, der Aufklärung, der Kolonialisierung, der großen Kriege. Der Siegeszug des Kommunismus. Und letzten Sonntag dachte ich: 9-11 – auch schon 21 Jahre her – war auch eine Zeitenwende. Clash of Cultures, Bekämpfung des Islamismus, Golfkrieg, Syrien, Jemen und und und. Sicher, jetzt ballt sich einiges zusammen. Energiekrise, Russlands Überfall auf die Ukraine, die seit der Gegenwehr von den Russen jetzt auch als Krieg deklariert wird, den aber die anderen erklärt haben, Klimakrise, Rohstoffmangel und riesige Probleme in den globalen Lieferketten. Aber wer heute von einer niemals dagewesenen Zeitenwende spricht, den würde ich gerne in eine Zeitmaschine packen und ihn ins finsterste Mittelalter beamen. Oder in den Hungerwinter 1945/46. Zeitenwende? Ja, eine von vielen. Die immerwährende Apokalypse. Bisher hat es die Menschheit geschafft, mit vielen Opfern den Kopf aus der Schlinge zu ziehen. Ob sie es diesmal schaffen wird, werden wir sehen. Morgen stelle ich ihnen den neuen Report des Club of Rome vor. Dort wird beschrieben, wie es geht. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

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  • 13.09.2022
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    Die heulende Ärztin

    13.09.2022PC Medizinische Versorgung außer Kontrolle. Mensch Mahler am 13.09.2022 OK, ich habe lange im Wartezimmer gesessen, obwohl ich einen Termin hatte. Nach knapp 2 Stunden werde ich ins Behandlungszimmer gebeten. Meine geschätzte Ärztin stürmt ins Zimmer, reißt das Fenster aus und poltert los: „Sie machen mich bestimmt auch gleich rund, weil sie lange warten mussten ...“ Nein, sage ich, ihre freundliche Assistentin hat mir am Telefon gesagt, dass sie mich reinnimmt obwohl eigentlich kein Termin frei ist und ich Zeit mitbringen solle. Das habe ich getan, habe gelesen, ein wenig mit dem Tablet gearbeitet und alles ist für mich ok so. Dann passiert etwas völlig unvorhergesehenes. Meine tolle, kompetente und überaus freundliche Ärztin setzt sich auf den Stuhl und bricht in Tränen aus. „Ich kann nicht mehr. Ich werde nur noch beschimpft und angepöbelt. In der Nachbarschaft hat eine Kollegin dicht gemacht, weil sie zusammengebrochen ist. Jeden Tag rufen 10 Menschen an und fragen, ob ich sie aufnehmen könnte. Und dann schnauzen mich die Patienten, denen ich ja gerne helfe, an, weil sie warten müssen. Sie nehmen sich keine Zeit für mich, obwohl ich ihnen jeden Tag mehr Zeit gebe, als ich eigentlich habe. Fragen sie mal meine Kinder, wann ich für die zum letzten Mal Zeit für sie hatte. Rollentausch. Ich tröste meine Ärztin. Frage, ob ich ihr irgendwie helfen kann. Schäme mich in Grund und Boden dafür, dass wir eine aggressive und egomanische Gesellschaft geworden sind, die die anpöbeln, die ihnen helfen in diesen schwierigen Zeiten. Was ist bloß passiert mit uns? Die mit am besten versorgten Menschen auf diesem Globus beschimpfen und beleidigen die Helfer, die sich aufopfern. Nein, ich kann das nicht mehr ertragen. Da wird anderen Leuten das Haus unter dem Hintern weggebombt und wir jammern, weil wir in einem Wartezimmer warten müssen. Oder weil das Gemüseregal nicht prall gefüllt ist. Oder weil wir im Winter 1 oder 2 Grad runterkühlen sollen. Armes Deutschland. Armes medizinisches Personal, arme Polizei. Ihr habt es mit einem Haufen hirnloser Ignoranten zu tun. Wen wunderts, wenn mache aufgeben oder krank werden? Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

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  • 12.09.2022
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    02:17
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    Once upon a time

    12.09.2022PC Once upon a time. Mensch Mahler am 12.09.2022 Wir lagen uns in den Armen gestern am kleinen Wannsee. Da waren Leute, die vor 25 Jahren das scheinbar unmögliche gewagt haben: auf dem harten Radiomarkt Berlins haben sie einen Sender gegründet, privatrechtlich, werbefinanziert – der aber nach anderen Spielregeln ticken sollte als alle anderen. Gute Musik – klar. Aber andere Inhalte. Werteorientiert. Seriös, ohne Klamauk und doofe Gewinnspiele. Wir haben es gewagt, vor 25 Jahren. Ich war dabei. Und gestern feierten wir, dass Radio Paradiso in Berlin seit 25 Jahren ununterbrochen sendet. Viele Leute der ersten Stunde waren da, viele aktuelle und ehemalige Mitarbeitende. Ja, es war schwer und die Krisen kamen nicht selten. Und doch gibt es heute UKW-Frequenzen und DAB + in einigen Bundesländern. Und doch gibt es Sendeformate in 6 verschiedenen Musikstilen mit demselben Inhalt: Gute Nachrichten sind es auch wert, gesendet zu werden. Nicht nur Bad News sind Godnews und außer Sex und Crime gibt es auch andere Inhalte, die verkaufen. Wie dem auch sei; wir haben uns erinnert. An die Goldgräberstimmung in den frühen 90iger Jahren des letzten Jahrhunderts. An die Stadt im Aufbruch nach der Wiedervereinigung. Ich persönlich denke an unzählige Interviews mit Politikern und anderen Promis – aber vor allem mit ganz gewöhnlichen Mitbürgern. Für die machen wir Programm. Mit ÄrztInnen in Natürlich gesund. Mit Coachs und mit Gedanken zum Auftanken – stündlich. Und mit meinen Mahler meints, in denen mich Julia Nogli in den letzten zwei Wochen vertreten hat. Jetzt bin ich wieder dran. Julia und ich hoffen, sie haben so viel Spaß wir. Bleiben sie Dran – wir bleiben auf jeden Fall on Air. Und sie auf Empfang – die nächsten 25 Jahre? Wir werden sehen. UKW wird schon seit Jahrzehnten totgesagt. Und wir leben immer noch. Dank ihnen, unseren Hörerinnen und Hörern. Dafür vielen Dank und guten Empfang. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

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  • 09.09.2022
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    02:13
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    Und vergib uns unsere Schuld

    ‚Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern‘ Als Kind hab ich diese Zeilen aus dem Vaterunser gar nicht verstanden. Ich dachte immer, es ginge um Geldschulden und wusste partout nicht, wem ich diese vergeben oder erlassen sollte. Nun weiß ich es längst besser. Gerade gestern konnte man im Tagesspiegel lesen, dass der fast 60-jährige Julian Lennon seinem berühmten Vater John Lennon vergeben hat. Der war nämlich oft abwesend, vor allem nach der Trennung von Cynthia, Julians Mutter. Da war der Kleine 5 Jahre alt und Paul McCartney schrieb den heutigen Klassiker ‚Hey Jude‘ für ihn in dieser Trennungssituation. Erst jetzt im späten Erwachsenenalter hat Julian Lennon, auch durch die Doku ‚Get back‘ über die Beatles, das Gefühl des Vernachlässigt-worden-seins überwunden und die positiven Seiten seines Vaters wieder hervorgerufen: wie klug er war, wie vergnügt oft und verrückt. Das hatte er als Kind ja auch erlebt. Gut geht es ihm jetzt damit. Das hört man oft, in der Therapie spielt dieses vergeben, auch die Aussöhnung mit den bereits verstorbenen Eltern eine wichtige Rolle. Kommt natürlich darauf an, was man ihnen vorzuwerfen hat. Generell ist Verzeihen oft besser, als ewig Hass, Rache oder andere ungute Gefühle mit sich herumzuschleppen. Doch es kann von niemandem verlangt werden, schon gar nicht, wenn es z.B. um ein schweres Gewaltverbrechen geht. Als sich jetzt die furchtbare Geiselnahme und das anschließende Massaker an israelischen Sportlern bei den Olympischen Spielen 1972 jährten, hörte man die Tochter eines dieser Sportler, die dies natürlich niemals verzeihen kann. Verständlich. Vergebung kann guttun, das entscheidet aber jede und jeder für sich selbst. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

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  • 08.09.2022
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    02:05
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    Freiwillig mehr Steuern zahlen

    Was haben Herbert Grönemeyer, Marlene Engelhorn, Dietmar Hopp, Marius Müller-Westernhagen, Antonis Schwarz und Stefanie Bremer gemeinsam? Sehr, sehr viel Geld, ob erarbeitet, geerbt oder ersungen und sie alle wollen davon etwas abgeben. Nicht einfach so, sondern sie fordern eine deutliche Steuererhöhung für Vermögende. Man hat ja diese Zahlen schon mal gehört: 1% besitzen in Deutschland 35% des Gesamtvermögens und gerade in der aktuellen, durch den Krieg ausgelösten Energiekrise, warnen Experten, dass inzwischen bis zu 40% keinerlei Rücklagen haben. Wenn jetzt also größere Ausgaben drohen, ist schlichtweg kein Geld auf der hohen Kante. Doch schon vor Jahren haben sich u.a. die Obengenannten in Initiativen wie ‚taxmenow‘ oder ‚Steuerprivilegien kippen‘ verbündet, um ihr Anliegen, selbst höher besteuert werden zu wollen, öffentlich zu machen. Nun sagen manche, sollen sie ihr Geld doch spenden. Tun sie ja auch, aber das ist etwas Anderes. Auch wieder ein Privileg, sich aussuchen zu können, wen oder was man unterstützt. Nein, es soll z.B. durch eine Anhebung des Spitzensteuersatzes dem Staat, also letztlich der Gesellschaft zugute kommen. "Wenn man Gemeinschaft möchte, müssen diejenigen, die leichter viel Geld verdienen, auch leichter mehr Geld abgeben", so sagt es Grönemeyer. Ob das nun eine Vermögensabgabe ist oder auch eine deutliche Erhöhung der Erbschaftssteuer oder hochwertige Immobilien stärker besteuert werden, das erarbeiten Wissenschaftler. Und ausdrücklich soll es nur Personen betreffen, wo es wirklich nicht weh tut. Doch der politische Widerstand durch fast alle Parteien ist groß – schade eigentlich! Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

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  • 07.09.2022
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    01:55
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    Der Lack ist dran

    Neu ist es nicht, gab es hier und da schon in den letzten 30,40 Jahren, aber in letzter Zeit fällt es mir immer mehr auf: Jungs mit lackierten Fingernägeln. Meist schwarz lackiert, aber nicht immer. Und sie sind ansonsten keineswegs exzentrisch gekleidet, kein Kajalstrich, kein gefärbtes Haar, kein langer schwarzer Mantel. Die oft sehr jungen Männer haben Jeans, T-Shirts und Hoodies an. Es ist – das konnte ich sogar nachlesen - bei urbanen jungen Männern kein Massenphänomen, aber es ist immer öfter zu beobachten. Der Modedesigner Gianni Versace hatte 1994 männliche Models mit Minirock über der Hose, roten Lippen und eben lackierten Nägeln über den Laufsteg in Mailand geschickt. Auf die Frage, wer so etwas denn tragen würde, antwortete er: "Nette und geistreiche Männer". Was für eine schöne Antwort! Den Schauspieler Lars Eidinger sah man schon mit schwarzem Nagellack, den Sänger Harry Styles sowieso schon eine ganze Weile und Fußballstar Cristiano Ronaldo mag lieber lackierte Fußnägel. Völlig daneben ist aber das Bemühen der Kosmetikindustrie, spezielle Nagellacke für Männer auf den Markt zu bringen. Betongrau z.B. oder Mattschwarz. Gibt doch längst jede nur denkbare Farbe, oder? Und erzählt uns jetzt nicht, die Fingernägel von Männern seien ganz anders beschaffen. Zurück aber zu den Jungs in der S-Bahn oder in der Bar: Hier gefällt mir gerade diese neue Normalität, die sich irgendwie eingeschlichen hat. Kein Statement, so scheint es mir, kein Auffallen-Wollen, sondern lackierte Nägel, einfach so, warum auch nicht? Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

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  • 06.09.2022
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    02:09
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    Kein Öl ins Feuer gießen

    Hört auf, vom ‚Wutwinter‘ zu reden Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

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  • 05.09.2022
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    01:55
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    Mehr grüßen

    Schönen guten Tag, ich grüße Sie und zwar deshalb, weil ich mich heute mit dem Grüßen beschäftige. In meinem Sportstudio, das erfreulicherweise, obwohl es so preiswert ist, eine Sauna hat, fiel mir immer schon etwas Seltsames auf: in der Frauensauna wird eher nicht gegrüßt, still kommt man herein, sucht sich einen Platz und ebenso lautlos verschwindet man wieder. Ganz anders in der gemischten Sauna: hier grüßen die Männer beim Hereinkommen laut und deutlich und noch netter fällt die Verabschiedung aus: tschüß, angenehmen Tag oder ..schönet Wochenende noch! Im Österreich-Urlaub kamen wir aus dem Grüßen gar nicht mehr heraus: erst war‘s ungewohnt und wir fielen wieder als schoflige Touristen auf, dann aber immer: auf dem Berg sowieso, aber auch beim Spaziergang mit dem Hund, beim Fahrradfahren, eigentlich immer ‚Grüß Gott‘ oder ‚Servus‘, mindestens hallo! Kaum zurück in Berlin waren Fremde wieder Personen, die man nicht grüßt, mit denen man oft nicht mal Blickkontakt hat. Na gut, am S-Bahnhof oder in der belebten Schloßstraße wäre es auch absurd. Doch auch hier gibt es Ausnahmen: wir Hundebesitzer grüßen uns und das genieße ich sehr. Seit wir unseren Hund haben, kenne ich auch wesentlich mehr Leute in der Nachbarschaft. Motorradfahrer grüßen sich meist auch – finde ich immer wieder schön. Und kennen Sie diesen Tipp für ein glücklicheres Leben? Grüßen Sie heute einfach mal eine Ihnen fremde Person. Ich werde jetzt nicht nur in der Frauensauna grüßen, sondern auch die Frau, die die Umkleidekabine neben mir hat. Und, das mach ich allerdings schon länger: die Busfahrerin oder den Busfahrer der BVG. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

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  • 02.09.2022
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    02:11
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    Öffentlich-rechtlich-verschwenderisch

    Nun also auch noch Schmu bei der Beschäftigung eines Beraters. Der Rundfunk Berlin-Brandenburg hat bei der Beschäftigung einer Beraterfirma wohl gegen das Vergaberecht verstoßen. Ein Berater, der gar nicht mehr beauftragt werden durfte, soll als Subunternehmer bei einer für den RBB tätigen Anwaltskanzlei beschäftigt worden sein. Und er soll unrechtmäßig Leistungen für den RBB in Rechnung gestellt haben. Kommt immer noch was drauf in diesem Skandal und es geht hier eben um unsere Gebührengelder, die krass verschwendet werden. 55,08 € zahlen wir alle 3 Monate, auch Leute, die keinen Fernseher haben und sich auch nie einen anschaffen würden. Doch die digitalen Angebote und das Radio stehen ja auch zur Verfügung. So ärgert man sich seit Wochen über das Finanzgebaren - wir erinnern uns: Nach Vorwürfen über Korruption, Vorteilsnahme und Verschwendung von Beitragsgeld trat die RBB-Intendantin Patricia Schlesinger Anfang August zurück – und wurde später sogar entlassen - ohne Abfindung. Wenn man selbst bei einem Privatradio arbeitet, ausschließlich werbefinanziert und eben ohne Gebühreneinnahmen, stößt einem dies alles besonders übel auf. Und doch möchte ich den öffentlich-rechtlichen Rundfunk nicht missen. Hier und da sehe ich Verschwendung, auch von Kapazitäten und Manpower, aber ARD, ZDF, Arte und Co, außerdem den RBB auch mit seinen Radiosendern, nutze auch ich gern und oft. Nachrichtensendungen, politische Talkshows, Reportagen, ja seriöse Berichterstattung, das schätze und wertschätze ich. Gerade darum ist es so ärgerlich, dass durch haarsträubende Verschwendung nun wieder Stimmen laut werden, die das ganze System abspecken oder gleich ganz abschaffen wollen. Lieben Gruß an die freien und festen Kolleginnen und Kollegen, hoffentlich gelingt die Aufklärung und ein Neuanfang! Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

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  • 01.09.2022
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    01:57
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    Ruhe in Frieden – auch wenn der gerade weit entfernt ist

    Auf dem Schwarzweiß-Foto in den Nachrichten Dienstag am späten Abend haben wir ihn erst gar nicht erkannt. So anders sah der gealterte Michail Gorbatschow aus, dessen Gesicht doch sonst so unglaublich bekannt war. Dann fiel aber sein Name mit der Nachricht, dass er mit 91 Jahren gestorben ist. Ach Gorbi, dachten wohl viele. Gerade hier in Deutschland und in Europa ein Hoffnungsträger damals, ein Reformer und wenn er natürlich nicht allein die deutsche Einheit und den Fall des Eisernen Vorhangs bewirkt hat, so wäre dies alles ohne ihn wohl nicht so gelaufen. Nur von März 1990 bis Dezember 1991 war er Staatspräsident der Sowjetunion, davor aber jahrelang Generalsekretär des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei der Sowjetunion. Diese wollte er nicht abschaffen, aber umwandeln und wir alle lernten die Worte Glasnost (‚Transparenz, Offenheit‘) und Perestroika (‚Umbau‘). Da dies zwar in Ansätzen gelungen ist, aber letztlich zu großen wirtschaftlichen Schwierigkeiten und dem Zusammenbruch der Sowjetunion führte, ist er im heutigen Russland nicht annähernd so beliebt wie im Westen. Und diese hohe Anerkennung zeigt sich gerade in diesen Zeiten mit seinem Tod. Denn den Angriffskrieg auf die Ukraine hatte der inzwischen Schwerkranke aufs Schärfste verurteilt. War er es doch, der in Abrüstungs-verhandlungen mit den USA das Ende des Kalten Krieges eingeleitet hatte und der 1990 den Friedensnobelpreis bekam. Schade, dass Gorbatschow in seinem letzten Lebenshalbjahr einen auch für ihn unerträglichen Krieg aushalten musste. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

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  • 31.08.2022
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    02:06
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    Die Kauflaune sinkt, der Wohlstand bröckelt

    Kühler wird es und schon längst ist wieder Sommerschlussverkauf, den es ja offiziell gar nicht mehr gibt. Gefühlt ist aber sowieso ständig Sale oder Super-Sale oder PopupSale – je größer die Not, die Lager leer zu bekommen, desto englischer die Begriffe, scheint es mir. Einige große Kleidungsläden haben ohnehin immer absurd niedrige Preise: Kleid 11,-€, T-Shirt 6,-€, Kapuzenpulli 12,- € - wirkt alles wie geschenkt und schlimm ist auch der Satz ‚bei dem Preis kann man nichts falsch machen.‘ Kann man eben doch, wenn man zu schnell, zu unüberlegt zu viele Sachen kauft, die man am Ende doch nicht anzieht. Auch bei mir hängt ein solches Kleid im Schrank, schon mindestens ein Jahr und noch mit Preisschild. Aktuell warnen Wirtschaftswissenschaftler vor der gesunkenen Kauflaune. Die Hälfte der Bürger spart bei Kleidung und Energieverbrauch heißt es. Interessanterweise aber nicht unbedingt bei Reisen. Schöne Erlebnisse scheinen jetzt wichtiger, als immer mehr Dinge anzuhäufen. Klar sollte jede und jeder und vor allem jedes Kind gute und zum Wetter passende Kleidung haben. Aber inzwischen weiß man: Damit wir hier billige T-Shirts und Hosen kaufen können, müssen in Ländern wie China und Bangladesch häufig Menschen unter schlechten Arbeitsbedingungen schuften. Und neue Kleidung wird noch immer tonnenweise verbrannt oder geschreddert, z.B. weil die Markensachen nicht zu billig verkauft werden sollen oder weil die Lagerkosten hoch sind. Gut überlegen sollte man auch seine online-Bestellungen, denn Zurückgeschicktes wird oft auch lieber zerstört, als wieder gefaltet und zurück ins Lager gelegt. Statt Billigkleidung vielleicht lieber hochwertige Stücke gebraucht kaufen. Gibt auf jeden Fall ein besseres Gefühl. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

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  • 30.08.2022
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    02:05
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    Miteinander wohnen

    Am Sonntag war ich beim Schollenfest: Die Baugenossenschaft Freie Scholle in Tegel konnte nach 2 Jahren Corona-Pause wieder ihr großes Fest über 3 Tage feiern, mit Konzerten, dem Festumzug –mit Mottowagen, Laufgruppen und Spielmannszügen - einem kleinen Rummel und einem Fackelzug am Abend, die Kinder mit Laternen. Die Häuser und Gärten werden in den Schollenfarben grün-weiß-rot geschmückt. Da ich dort aufgewachsen bin, ist es wunderbar, dort immer mal wieder einzutauchen. Bin ja Baugenossin und werde es immer bleiben. Von Kindheit an ist mir diese Art zu wohnen vertraut. Die Idee war Ende des 19. Jahrhunderts diese: Auch Arbeiterfamilien sollten einen Garten haben oder wenigstens einen Balkon. Es geht bis heute gerecht zu bei der Wohnungsvergabe, nach Wartezeit, Dauer der Mitgliedschaft und wer ein halbes Häuschen mieten will, muss noch minderjährige Kinder haben. Mietwucher oder Eigenbedarfskündigung sind nicht zu erwarten. Gewinne werden investiert, in die Instandhaltung und in den Neubau, denn die Nachfrage nach diesen Wohnungen ist groß. Auch in Steglitz wohnen wir seit über 20 Jahren zur Miete in einer wesentlich größeren und sogar noch etwas älteren Baugenossenschaft, die bbg,1886 gegründet. Sicheres Wohnen bei fairer Miete - und wenn etwas kaputtgeht, kommt der Hauswart oder eben gleich die Handwerksfirma. Nie hatten wir Streit, nie etwas zu bemängeln, ganz im Gegenteil. Klar, man zahlt einen einmaligen Mitgliedsbeitrag und Anteile, je nach Größe der Wohnung. Diese allerdings bekäme man zurück, wenn man wieder auszieht. Einmal im Jahr gibt’s auch eine kleine Dividende. Insgesamt ein gutes, uraltes Konzept – sagt eine überzeugte Baugenossin! Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

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  • 29.08.2022
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    01:43
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    Ich bleibe dran

    Kaum aus dem Urlaub zurück, entdeckte ich etwas Neues, etwas ganz Kleines: der Deckel der Milchpackung bleibt dran. Das sagt er mir auch: ‚Der Umwelt zuliebe. Ich bleibe dran.‘ steht da. Natürlich kann man ihn aufschrauben, um Milch einzugießen, aber er bleibt fest an der Packung. Was will man damit verhindern? Dass ich den Deckel am Ende aus dem Fenster schmeiße? Milch genießt man doch hauptsächlich zuhause und die Packung kommt in den Verpackungsmüll, obwohl die Recycler sicher mit dem Verbundstoff zu kämpfen haben. Also würde dort doch aber auch der Deckel landen. Vielleicht ist es eine weitere, kleine harmlose Form von Greenwashing, das Wort ‚Umwelt‘ kommt einfach gut an. Ähnlich ist es mit den Milchdeckeln, auch von Hafermilch, die uns erklären, sie seien aus nachwachsenden Rohstoffen, Bio-Plastik sozusagen. Ein Experte der Deutschen Umwelthilfe hat uns kürzlich hier im Sender erklärt, dass dies unsinnig ist, unökologisch, ungesund und auch nicht kompostierbar, wie man denken würde. Er hatte dann noch gleich viele weitere Beispiele solcher Umwelt-Missverständnisse. Was tun? Ich weiß, ich sollte die Milch wohl lieber in der Flasche kaufen, aber wir wohnen im 4. Stock, ohne Fahrstuhl. Und warum gibt es eigentlich kein Pfand auf Weinflaschen? Fragen über Fragen, aber Hauptsache der kleine Deckel an der Milch bleibt dran. Der Umwelt zuliebe. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

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  • 26.08.2022
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    01:31
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    Ein Fahrrad zu Ostern

    Es muss im April gewesen sein, als mir riesige Plakate und Zeitungsanzeigen eines Fahrradhändlers auffielen, darauf ein Kind und der muntere Vorschlag ‚Ein Fahrrad zu Ostern!‘ darunter die Angebote. Moment mal, ein Fahrrad zu Ostern? War das ernst gemeint? Wenn ich jetzt sage, bei uns gab es nur Süßes und das im Garten zu suchen, war ein Riesenspaß, komme ich wahrscheinlich sehr altmodisch rüber. Später etablierten sich kleine Geschenke, Ostereier und Süßes. Doch für Einige geht die Preisspirale immer höher, auch bei Kindergeburtstagen und Weihnachten sowieso. Die evangelische Theologin Margot Käßmann hatte jetzt zu den Einschulungsfeiern zu Augenmaß gemahnt. «Ja, Schulanfang ist ein besonderer Schritt. Aber Protz- und Prunkfeste müssen nicht sein», schrieb die ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland in der «Bild am Sonntag». Sie warnte davor, «von Anfang an das Miteinander auf Augenhöhe» zu zerstören: «Wer nicht mithalten kann, wird zum Außenseiter, bevor die erste Unterrichtsstunde begonnen hat.» Weniger ist mehr, das müssen wir wohl gerade alle lernen und in manchen Bereichen ist das gar nicht so verkehrt. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

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  • 25.08.2022
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    01:53
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    Sanna tanzt

    Sanna tanzt - und das hab‘ ich mir nun gerne und mehrmals angeschaut, denn die Aufregung um das Video, das die junge, bildschöne finnische Ministerpräsidentin beim ausgelassenen Feiern mit Freunden zeigt, kann ich nicht verstehen. Ganz im Gegenteil: sie ärgert mich. Noch dazu, weil Sanna Marin auch noch zu einem Drogentest genötigt wurde, den sie tatsächlich gemacht hat mit dem Ergebnis: negativ! Schon diese Zeitungsüberschriften: Sanna Marin macht einen Drogentest. Wie klingt denn das bitte? Was bleibt denn da hängen? Und es tauchen immer weitere Videos auf, als versuchte man, der jungen attraktiven Ministerpräsidentin unbedingt an den Karren zu fahren. Da Finnland durch den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine kürzlich beschlossen hat, der Nato beizutreten, könnte man ja auf den Gedanken kommen, bestimmte Personen oder Interessengruppen versuchen, die junge Frau in ihrem hohen Amt zu demontieren. Das wird nicht gelingen, so nicht, meine Herren! Sanna Marin ist mit 36 Jahren finnische Ministerpräsidentin und seit 2 Jahren auch Vorsitzende der Sozialdemokratischen Partei. Das ist sie alles nicht einfach so geworden, sie hat studiert und jahrelang politisch gearbeitet. Schon vor einiger Zeit sagte sie: ‚Ich werde mich nicht ändern, weil ich die Ministerpräsidentin bin, natürlich muss ich aufpassen, weil ich die Regierung repräsentiere, aber ich bin immer noch ein Mensch und werde es auch bleiben.‘ Recht hat sie, tanzen und feiern ist der schönste Ausdruck von Lebensfreude und wer sich hier aufregt, sollte lieber selbst mal wieder tanzen gehen! Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

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  • 24.08.2022
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    02:18
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    Slava Ukraini – ein halbes Jahr Krieg

    Heute ist dieser verdammte Krieg ein halbes Jahr alt. Nie hätte ich das gedacht! An den 24. Februar und die ersten Tage des Angriffs erinnere ich mich gut: dass das Unfassbare und im Grunde vorbereitete tatsächlich passiert. Jeden Tag hab‘ ich gehofft und gebetet, dass das bald vorbei sein soll, dass ein Wunder geschieht. Jeden Tag haben wir Wolodymyr Selenskyj im Fernsehen gesehen und auch um ihn Angst gehabt. Wenn die Experten in den Talkshows mutmaßten, dass der Krieg noch sehr lange ginge, und noch brutaler würde, hätte ich mir am liebsten die Ohren zugehalten. Wenn Putin zu sehen und zu hören war, nicht nur die Ohren, sondern auch die Augen. Diese Lügen, diesen Zynismus kann ich schon lange nicht mehr aushalten. Leider haben sich die Expertinnen und Experten nicht geirrt, leider geschieht kein Wunder. Geschätzt wird, dass zwischen 13.000 und 14.000 Menschen in der Ukraine getötet wurden, täglich kommen neue hinzu und um jeden Toten gibt es mindestens 4-5 Angehörige die schwer traumatisiert sind. Die ungezählten Verletzten kommen hinzu, die unendlich vielen Menschen, die alles verloren haben, die seelische Verwundungen erlitten haben und damit nun leben müssen. Ganze Lebenspläne sind für immer zerstört – wie sinnlos und willkürlich! Hilflosigkeit angesichts einer furchtbaren Situation ist wohl eines der schlimmsten Gefühle, die man empfinden kann. Die großen Demos gleich am Anfang haben ein bisschen geholfen, das Konzert mit Musikerinnen und Musikern aus der Ukraine am Brandenburger Tor. Und: Man sieht sie schon solange in Berlin, die geflüchteten Frauen meist mit ihren Kindern. Mit einem einzigen Blick möchte ich jeder von ihnen sagen: ich hoffe so sehr und von ganzem Herzen, dass der Horror, den wir ja zu Recht einen Krieg nennen dürfen und sollten, bald ein Ende hat. Doch ein halbes Jahr währt er heute, ausgerechnet am Unabhängigkeitstag des Landes - nicht vergessen! Slava Ukraini! Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

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  • 22.08.2022
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    Unberührte Natur

    Unberührte Natur. Mahler meint am 23.08.2022 ..heute mit JN. Gleichzeitigkeit aushalten. Wir kommen gerade aus dem Österreich-Urlaub zurück. Imposante Berge in welche Richtung man guckt, saftig grüne Wiesen auf denen immer mal kauende Kühe stehen. Auch die Wälder und die hohen Bäume wirken gesund, ebenfalls sattgrün. Als gäbs keinen Klimawandel. Und doch haben sie dort auch immer mehr ungewöhnlich heiße Tage und Starkregen mit verheerendem Hochwasser. Und dass die Gletscher von Jahr zu Jahr kleiner werden, weiß dort auch jedes Kind. Für uns aber lässt diese Üppigkeit der Natur, dieses satte Grün für zwei Wochen vergessen, dass Berlin schon so ausgetrocknet ist. Schon im Juli bin ich mit meinem Fahrrad über gelbe trockene Blätter gefahren, abgeworfen wie im Herbst. Der Rasen auf unbewässerten Plätzen ist braun und die ganze Stadt wirkt oft staubtrocken. Noch im Urlaub sahen wir abends in den Nachrichten die hohen Temperaturen in Deutschland, über 30 Grad. Auch 40 Grad im Sommer sollen ja immer normaler werden. Was kann man tun? Im Kleinen sparsamer sein, ist ja sowieso das Gebot der Stunde - und umweltfreundlich, wo es geht. Das Große und Ganze im Blick behalten und sich informieren. Aber in einem Urlaub ist es einfach mal schön, eine scheinbar intakte Natur in ihrer Üppigkeit zu erleben und zu erwandern. Dass man dies alles schützen muss, ist natürlich schon lange bekannt: Wir waren mittendrin im Nationalpark Hohe Tauern, der größte seiner Art in Österreich und in den Alpen und eines der größten Schutzgebiete im mitteleuropäischen Raum. Jeder intakte qm Natur zählt! Auch hier bei uns. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

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  • 22.08.2022
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    Julia, übernehmen Sie

    220822PC Julia – bitte übernehmen sie. Mensch Mahler am 22.08.2022 Radio Paradiso feiert in diesem Jahr 25jähriges Bestehen. Von Anfang an durfte ich dabei sein – und die „schönste Radiostimme Berlins“, wie Kollegin Julia Nogli damals von der einschlägigen Presse betitelt wurde, kam 1999 dazu. Und da ist sie bis heute – mit Magazinen wie „Natürlich gesund“ und vielen redaktionellen Beiträgen. Mahler meint und Mensch Mahler läuft inzwischen auch schon einige Jahre und es ist uns gelungen, an jedem Werktag einen Kommentar zum aktuellen Tagesgeschehen aus jüdisch-christlicher Grundhaltung heraus zu senden. Weil aber der Mahler auch mal raus muss und die Seele baumeln lässt, hat er immer wieder Christian Orschmann als kompetenten Kollegen gewinnen können, ihn bei seiner Personality-Show zu vertreten. Und nun kommt mit Julia Nogli eine geschätzte Kollegin dazu. Wir sind uns inhaltlich-weltanschaulich sehr nahe und immer wieder im regen Austausch über Themen und Menschen. Also: Freuen Sie sich ab Morgen auf Julia. Ich bin in Dänemark radeln, danach mit meiner Frau und meinen Enkeln in Österreich in den Bergen und dann noch zwei Wochen in Italien. Chinque Terre und Biennale in Venedig. Rentner dürfen das. Und sie haben hoffentlich eine gute Zeit, in der sie Julia Nogli mit erfrischenden Gedanken in den Tag begleitet. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

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  • 19.08.2022
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    Ohne Wasser kein Leben

    220819PC Ohne Wasser kein Leben. Mensch Mahler meint am 19.08.2022 Die Vereinten Nationen schätzen, dass die Weltbevölkerung bis zum Jahr 2040 von derzeit etwa sieben Milliarden Menschen auf knapp neun Milliarden anwachsen wird. Dann würden die Süßwasservorkommen der Erde nur noch 70 Prozent des Bedarfs decken. Durch Klimawandel bedingte Gletscherschmelze und Ausbreitung von Wüsten könnten mehreren Studien zufolge zudem ausgerechnet in dicht besiedelten Regionen zu Wasserknappheit führen. Mit anderen Worten: Wasser wird ein seltener, wertvoller Rohstoff wie Gold, Öl und Diamanten – und um die werden Kriege geführt. Ungerührt sprengt unser Nachbar den Rasen, spritzt ausgiebig den Gartenpavillion ab. Unser ehemaliger Rasen ist gelb. Wie alle anderen. Die Katastrophen dieses Sommers heißen wieder einmal Feuer - und Wasser. Ungeachtet all dessen wird Wasser weiter privatisiert und macht Großkonzernen die Taschen voll. Veolia, Suez, Nestlé, Coca-Cola und PepsiCo heißen die größten Schwerverbrecher an der Menschheit, der Flora und der Fauna. Und die Welt lässt sie gewähren, schaut tatenlos zu, Die weltweite Wasserkrise lässt sich nur meistern, wenn · das Credo des Wachstums um jeden Preis überwunden, der Handel völlig neuen Leitlinien unterworfen wird,Unternehmen keine Klagerechte mehr haben,die öffentliche Wasserversorgung sichergestellt wird,die Großindustrie angemessene Wasserpreise zahlt,Landraub beendet,Finanzmärkte reguliert und Bürgerdemokratie gestärkt werden. Schreibt Marita Wiggerthale von Oxfam. Klingt gut – aber wo ist die Instanz, die solches durchsetzen könnte? Währenddessen trocknet die Welt aus. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

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  • 18.08.2022
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    Guru Ballweg im Knast

    220818PC Der Säulenheilige der Querdenker sitzt im Knast. Mensch Mahler am 18.08.2022 Jede Bewegung braucht ihren Guru. Und dabei ist es gar nicht so wichtig, welche Themen seine Jünger beschäftigen. Im vorliegenden Fall sind es Impfgegner, Menschen, die jegliche Corona-Maßnahmen ablehnen, aber auch Putin-Freunde, Veganer, christliche Symbole vor sich Hertragende, Esoteriker, Trommler – das Einzige, was diese bunte inhomogene Truppe eint, ist die grundsätzliche Ablehnung staatlichen Handelns. Also sind auch Reichsbürger, Anarchisten, Rechtsradikale und militante Regierungsgegner darunter – im Netz haben sie unlängst eine Ärztin in Österreich so massiv bedroht, dass diese nur noch den Freitod als letzten Ausweg für ihren Weg in den Frieden gesehen hat. Nun hat es der verhasste Staat tatsächlich gebracht, den Säulenheiligen der „Wir-sind-grundsätzlich-gegen-alles“ Truppe in den Knast zu stecken. Aber nicht etwa wegen des Verbreitens von aufrührerischem staatsgefährdetem Gedankengut, sondern schlicht des schnöden Mammons wegen. Betrug und Geldwäsche lauten die Vorwürfe – Geld, das ihm vermutlich seine Jünger in den gierigen Hals gesteckt haben. Aber „der Michael hat das Herz auf dem rechten Fleck“, sagt eine der zahlreichen Demonstrantinnen vor der Justizvollzugsanstalt in Stuttgart – Stammheim, wo der Hetzer vom Dienst Michael Ballweg derzeit in U-Haft sitzt. Merke: Märtyrer können gar nicht falsch genug sein, um von Ihrer Anhängerschaft nicht heiliggesprochen zu werden. Wenn das Dagegen-Sein zur Daseinsberechtigung wird, wird der Inhalt zur Nebensache. Und die Sünden der Säulenheiligen werden schlicht übersehen. Dass die Leute nicht merken, wie Ballweg sie verarscht, das tut schon richtig weh. Aber sie haben das verdient und tun mir kein bisschen leid. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

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  • 17.08.2022
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    Nichts ist gut in Afghanistan

    220817PC Nichts ist gut in Afghanistan. Mensch Mahler am 17.08.2022 Noch immer warten 9.000 HelferInnen verzweifelt auf einen Flug nach Deutschland. Vor einem Jahr, bei der Machtübernahme der Taliban, haben sie sich an die Fahrwerke der Flugzeuge geklammert, die die letzten Todesbedrohten aus Kabul ausgeflogen haben. Viele von Ihnen sind aus großer Höhe abgestürzt und auf der Piste zerschellt. Ein Jahr nach dem peinlichen Rückzug der Bundeswehr aus Afghanistan sitzen immer noch Menschen im Land fest, die unserer Bundeswehr geholfen haben, im Land für Stabilität zu sorgen. Das ist nun krachend gescheitert, fast beschämt hat sich der Westen aus dem Land zurückgezogen und das Land den sogenannten Gotteskriegern überlassen. Und die wüten seither – Mädchen dürfen über die Grundschule hinaus keine Bildungseinrichtung mehr besuchen, es wird willkürlich gefoltert und gemordet unter denen, die die Taliban fürUungläubige halten. Erschütternd, beschämend und entsetzlich. Dass es immer noch am Innenministerium und der deutschen Bürokratie liegt, dass wir offensichtlich nicht in der Lage sind, Helfern, die mit ihren Familien unter ständiger Lebensgefahr im Land bleiben müssen, herauszuhelfen, ist ein nicht hinnehmbarer Skandal, der täglich Todesopfer fordert. Ich schäme mich, einem Land anzugehören, dem Paragrafen wichtiger sind als Menschenleben. Schämen sie sich, Kanzler Scholz, Außenministerin Baerbock, Innenministerin Faeser. Ihr alle habt außer Worthülsen nichts für das Leben dieser Menschen getan. Wer so mit Menschenleben umgeht, gehört umgehend abgewählt. Gott sei Dank gibt es Hilfsorganisationen wie die Kabul Luftbrücke, die Euch nicht in Ruhe schlafen lassen. Gut so! Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

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  • 16.08.2022
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    Wer sind meine Mutter und meine Brüder?

    220816PC Wer sind meine Mutter und meine Brüder? Mensch Mahler am 16.08.2022 Ratlos sitzen sie vor mir. Sie haben keine einfache Zeit hinter sich – und wohl auch keine vor sich. Kennengelernt haben sie sich im Internet, die Frau aus Südamerika und der Mann, der keinen leichten Weg hatte mit einer gescheiterten Beziehung und einer Tochter, die er zur Adoption frei geben musste. Inzwischen haben sie sich freigeschwommen. Leben in einer beschiedenen Wohnung, haben beide Arbeit. Eigentlich könnte es ihnen gut gehen .... Wenn da nicht die Familie wäre. Sie fühlen sich nicht nur ausgegrenzt, sie sind es. Werden zu keinen Familienfesten eingeladen – nicht standesgemäß. Solche Leute zeigt man in einer wohlsituierten Familie nicht vor. Dass es hinter der Fassade kräftig stinkt, muss ja keiner merken. Mir fällt eine Szene ein, die von Jesus erzählt wird. Er hat seine Familie verlassen und zieht mit seinen Freundinnen und Freunden als Wanderprediger durch die Gegend. Lebt von Almosen. Seine Familie glaubt, er sei verrückt. In ihren Augen ist er das ja auch. Er hat die Werte verrückt, die ihm die Familientradition aufgebürdet hat. Er sitzt im Kreis derer, denen er viel bedeutet. Seine Familie steht vor dem Tor und möchte ihn nach Hause bringen. Zur Vernunft, zum Handwerk, zur Gründung einer eigenen Familie. Wer sind meine Mutter und meine Brüder? fragt der Landstreicher aus Nazareth. Die den Willen meines Vaters tun, die sind mit Schwester und Brüder und Mutter. Eine neue Familie. Eine Familie, die nach anderen Werten lebt als Besitz und Ansehen und etwas gelten vor den Leuten. Seine Ursprungsfamilie zieht unverrichteter Dinge ab. Und Jesus hat gerade eine neue Form von Gemeinschaft, von Familie begründet, die die Welt auf den Kopf stellen kann. Ich bin froh, auch zu dieser Familie gehören zu dürfen. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

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  • 15.08.2022
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    Gott nicht nötig haben

    220815PC Gott nicht nötig haben. Mensch Mahler am 15.08.2022 Gestern beim Pilgern: „Günter, ist es ein Problem für Dich, dass zwei deiner vier Kinder nicht getauft sind?“ Nein, antworte ich. Probleme habe ich nur damit, dass Menschen ihr Leben lang keine Mitte und keine Ruhe finden. Wo immer sie suchen. Das Labyrinth von Chatres hat es mit angetan. Verschlungene Wege, die schließlich doch zum Ziel führen. Im Zentrum des Labyrinths, in der Mitte meines Seins und meines Ichs liegt es. Die Ankunft. Bei mir, im Leben, im Ganzen. Die Buddhisten sagen, dass man dann am Ziel ist. Bedürfnislos. Ohne Gier, ohne Unruhe. „Gott nötig haben ist nichts, dessen man sich schämen müsste, sondern es ist die Vollkommenheit, und es ist am traurigsten, wenn etwa ein Mensch durchs Leben ginge, ohne zu entdecken, dass er Gott nötig hat.“ Sören Kirkegaard hat das gesagt. Und ich habe viele vor Augen, die einen unruhigen Blick haben und eine aufgewühlte Seele. Manche von Ihnen habe ich erst auf dem Sterbebett so angetroffen und festgestellt, dass sie keine Ruhe in sich fanden, um loszulassen und hinüberzugehen. Bei denen, für die es noch nicht zu spät ist, werbe ich um ein Leben in tiefem Frieden. Eingebettet in das Große Ganze. „Unruhig ist unser Herz bis es Ruhe findet Gott, in Dir“. Das stammt von Augustinus. Wie immer Du Gott erlebst, definierst, egal, welche Chiffren und Namen und Bilder du für das Ewige hast: Suche es. „Halt ein, wo fliehst Du hin? Der Himmel ist in Dir. Suchst Du ihn anderswo, du fehlst ihn für und für.“ Angelus Silesius. Lassen sie uns Suchende bleiben. Bis wir im Labyrinth des Lebens die Mitte gefunden haben. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

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  • 12.08.2022
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    01:55
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    Nützliche Plagegeister

    220812PC Nützliche Plagegeister. Mensch Mahler am 12.08.2022 Drei Schüsse hab ich schon abgekriegt. Einen in den Oberarm, ausgerechnet beim Pilgern, zwei in die Lippe. In diesem Jahr reagiere ich besonders stark auf die Einschüsse. Dabei versuchen wir doch alles, um unseren schwarz-gelb gestreiften Freundinnen das Leben so schön wie möglich zu machen. Wissen wir doch, was wir an ihnen haben. Wespen sind eminent wichtig für unser Ökosystem. Einen Teil des Rasens, den ich jetzt Wiese nenne, lasse ich ungemäht. Beim Frühstück und beim Grillen bekommen die fleißigen Insekten, die gerade auf Nahrungssuche für ihre Brut sind, eine Extraportion bereitgestellt. Jetzt noch Eiweiß für die Kleinen, später im August dann Süßes für die ausgezehrten Alten. Kaffeepulver brennen wir ab, der Deckel für die Getränke ist obligatorisch, alles was nicht unmittelbar gebraucht wird, wird sofort abgedeckt. Beim Pilgern ist mir eine Wespe unter den Ärmel geschlüpft, da haue ich natürlich im Reflex drauf. Und vor ein paar Tagen habe ich einfach nicht in die Kaffeetasse geschaut, bevor ich getrunken habe. In diesem Jahr sind sie nach einem trockenen Frühjahr besonders zahlreich. Und kämpfen wegen der Trockenheit ums Überleben. Diesen Kampf werden sie verlieren, so viel ist klar. Wenn sie ihre Brut hochgepäppelt haben, sterben sie vor Erschöpfung. Im nächsten Jahr geht es dann mit einer neuen Generation weiter. Wespen bekämpfen Schädlinge im Garten. Bestäuben Blüten und sorgen so für das Weiterbestehen der Flora. Übrigens: sie stechen nur, wenn sie sich angegriffen fühlen. Schließen wir also Frieden mit den nützlichen Plagegeistern. Und das sagt einer, der eine dicke Lippe riskiert hat. Allerdings weil ich, nicht die Wespe, nicht aufgepasst habe. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

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  • 11.08.2022
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    01:59
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    Sommer in Moskau

    220811PC Sommer in Moskau. Mensch Mahler am 11.08.2022 Es ist schön im Moskauer Sommer. Menschen flanieren durch den Gorki Park, holen sich eine Portion Sonne auf dem roten Platz. Es könnte ein schöner Sommer sein – wenn nicht ... Alle Welt schaut auf Putin, aufs ukrainische Volk, auf die Leiden der Zivilbevölkerung in Kiew und Odessa. Aber: The Russians love their Children too. Wenn man in diesem Sommer etwas genauer hinsieht und sich mit den Russen beschäftigt – so man sie nicht schon unter Sippenhaft mit dem Bösen schlechthin genommen hat – sieht man ein zutiefst zerrissenes, leidendes, verängstigtes Volk. Der Graben zieht sich quer durch die Gesellschaft, durch die Familien. Es gibt sie noch, die Hurra-Patrioten, die mit Putin von einer großrussischen Supermacht träumen. Die anderen, die das Wort Krieg nicht mal in den Mund nehmen dürfen, ohne 7 Jahre Straflager zu riskieren, dürften die schweigende Mehrheit bilden. Die Familien sind zerstritten, es gibt keine Kommunikation zwischen den Lagern. Arme Jungs aus den entlegensten Landstrichen werden an der Front verheizt. Die Wirtschaft ist am Boden. 3% des Vorjahresumsatzes bringt die Automobilindustrie noch zustande. Der Gasboykott schadet dem Militär und dem ganzen Volk. Viele sind arbeitslos. Haben keine Hoffnung mehr. Dürfen nicht raus aus dem größten Gulag der Welt. Ich wünsche mir, dass wir bei allem Unverständnis für das Handeln Putins nicht einem kollektiven Russenhass verfallen. Diesem Volk in Geiselhaft muss beigestanden werden. Mit allen Mitteln sollten wir mithelfen, dass das russische Volk sich von Ihrem Despoten befreien kann. Schluss mit halbherzigen Aktionen, die nur den Krieg verlängern. Mir. Peace. Pace. Paix . Shalom. Frieden. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

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  • 10.08.2022
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    01:38
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    Heal the World

    220810PC Heal the World. Mensch Mahler am 10.08.2022 Haben wir noch eine Zukunft? Manchmal frage ich mich, was eigentlich so schlimm daran wäre, wenn der Globus ohne uns weiter durchs All segeln würde wie Milliarden von Jahren zuvor auch. Nehmen wir uns vielleicht als Spezies zu wichtig? Treffen sich zwei Planeten. Wie geht es Dir? Schlecht. Ich habe Homo sapiens. Hatte ich auch mal. Das geht vorbei. Bis es so weit ist vielleicht noch ein letzter kleiner Versuch. Was wir brauchen, sind EntscheidungsträgerInnen mit hoher wissenschaftlicher Kompetenz, die komplettiert werden durch Menschen mit Empathie für die ganze Schöpfung und Herzensbildung. In den Schulen hat man längs t erkannt, dass reine Wissensvermittlung nicht reicht. Man spricht von Sozialkompetenz – also das Denken über Egoismen hinaus – die Sorge um das große Ganze. In den Krankenhäusern gibt es längst Ethik-Kommissionen, die den Ärztinnen und Ärzten zur Seite stehen. Also: wissenschaftliche Eliten, die die Politik in allen Sachfragen gut und fürs Ganze denkend beraten. Und Ethik-Kommissionen, die auch jede einzelne Entscheidung der Politik auf den Prüfstand stellen. Ist die Einzelentscheidung gut für die gesamte Menschheit und alles, was auf diesem Planteten lebt? Bin ich Utopist? Bin ich ein Träumer? Ja, aber ich bin nicht der Einzige. Vielleicht kommst du eines Tages dazu und die Welt wird Eins sein. Danke, John Lennon. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

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  • 09.08.2022
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    01:44
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    Fakten Fakten Fakten

    220809PC Fakten Fakten Fakten. Mensch Mahler am 09.08.2022 Was kann uns jetzt noch retten? Nach dem Primat der Theologie übernahm in der westlichen Welt in der Aufklärung die Wissenschaft das Zepter. Seitdem geht es in den Überlebensfragen der Menschheit nicht mehr um Glauben, sondern um Wissen. Der Faktencheck ist gefragt und nicht mehr die Delegation an höhere Mächte. Wir sind damit auf der anderen Seite vom Pferd gefallen. Eine bestimmte Gruppe von Eliten – ich nenne hier stellvertretend das Robert-Koch-Institut – erhalten von der Politik die Deutungshoheit und präjudizieren Entscheidungen. Wir merken sehr schnell, dass auch diese verkürzte Denkweise große Gefahren birgt. Sie reduziert den Menschen auf die linke Gehirnhälfte, wo das rationale, logische Denken zu Hause sein soll und blendet dir rechte Aus: Intuition, Gefühle und jeglichen Zusammenhang mit der Ganzheit und der Transzendenz. Was dabei übrigbleibt, sind kalte, gefühllose Naturwissenschaftler und Technokraten. Die Geisteswissenschaftler bekommen ein nettes Hinterzimmer bzw. einen Elfenbeinturm zugewiesen, wo sie ein bisschen spielen dürfen. Wieder keine Lösung. Sondern nur eine Reaktion. Die Macht der Wissenschaft ist also reaktionär gegenüber der Geisteswissenschaft und hier vor allem gegenüber der Theologie. Wieder keine perspektivische Lösung für die Zukunft. Ob man da was heilen und zusammenführen kann? Wir schauen Morgen mal drauf, wenn mein letzter Beitrag in der kleinen Serie „was kann uns jetzt noch retten“ läuft. Seien sie gespannt – ich bin es auch. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

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  • 08.08.2022
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    01:46
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    Das Ende des Nationalismus

    220808PC Nothing to kill or die for. Mensch Mahler am 08.08.2022 Was kann die Welt bzw. die Menschheit noch retten? frage ich mich in den Chaos-Tagen im Sommer 2022. Ich glaube nicht mehr daran, dass irgendeine Regierungsform uns wirklich in die Zukunft führen kann. Auch keine Religion oder Ideologie. Nachdem ich aus Nicaragua zurückgekehrt bin, im Jahr 1987, wo ich mich solidarisch mit dem Volk für einen Sozialismus mit menschlichem Antlitz eingesetzt habe, womit wir gescheitert sind, nachdem ich so manches durch habe und reumütig zur Demokratie als der besten aller schlechten Regierungsformen zurückgekehrt bin, bin ich heute unsicherer und ratloser als je zuvor. Demokratie – die Macht des Volkes. Wir haben schmerzlich erfahren müssen, dass die Mehrheit eines Volkes richtig üble Entscheidungen trifft. Der nationale Egoismus macht alle Bemühungen um eine globale Lösung unserer Überlebensprobleme zunichte. Bündnisse wie die EU oder die NATO vertreten die Interessen einzelner Völker und sind auch nicht auf das große Ganze fokussiert. Völker, die diktatorisch geführt werden, verhelfen lediglich einer Herrscher-Kaste zum größtmöglichen Vorteil. Weder dem eigenen Volk noch der Weltgemeinschaft als Ganzer. Bleiben die Vereinten Nationen. Aber nicht, solange einzelne Staaten Sperrminoritäten ausüben dürfen und die Beschlüsse offensichtlich nicht einmal für die Mitgliedsstaaten bindet sind. Die Hoffnung bleibt, dass die Weltgemeinschaft angesichts der existentiellen Probleme des gesamten Globus sich dazu durchringt, die UN mit Macht und Mandat auszustatten. Damit sie kein zahnloser Tiger bleibt. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

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  • 05.08.2022
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    Die Zukunft ist weiblich

    220805PC Die Zukunft ist weiblich. Mensch Mahler am 05.08.2022 Die Zukunft ist weiblich. Oder gar nicht. Kinder an die Macht. Solche Slogans machen mich alten Mann nachdenklich. Gestern habe ich Barak Obama zum Geburtstag gratuliert und dabei ist mir der Gedanke gekommen, wer diese Welt eigentlich noch retten könnte. Weltuntergangsstimmung, wo man auch hinhört. Begründet, sicher. It’s a Mans World – sicher. Viel zu viele Alte, frustrierte, machtbesessene Männer treiben auf diesem Planeten ihr Unwesen, bringen mit ihrem narzisstischen Muskelspielen Lied, Tod und Zerstörung über die Welt. Ich glaube allerdings, dass die Welt nicht an einem Geschlecht zugrunde geht, sondern an einer Haltung. Diese Haltung heißt: Macht, Gier, Egoismus und Nationalismus. Es ist schon erstaunlich, dass wir es immer noch nicht begriffen haben, dass weder Geschlechter noch Systeme noch Religionen oder Ethnien das Problem sind. Sondern die Tatsache, dass wir die einfache Ethik Albert Schweizers nicht lernen wollen: Ich will leben inmitten von Leben, das Leben will. Augustinus bringt es auf eine noch kürzere Formel: Liebe und tue was du willst. Die Zukunft ist also weder weiblich noch divers noch männlich – die Zukunft ist gemeinsam. Oder gar nicht. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

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  • 04.08.2022
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    02:16
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    Menschen die mein Leben prägten

    220804PC Barak Obama. Mensch Mahler am 04.08.2022 Menschen, die mein Leben prägten. Heute: Barack Hussein Obama. Er feiert am 4. August seinen 61. Geburtstag. Obama war von 2009 bis 2017 der 44. Präsident der Vereinigten Staaten. Als Hoffnungsträger galt der erste farbige Präsident, weil er vieles in einer Person vereinigte. Er war eben nicht der schwarze oder weiße Präsident, keiner Ethnie gelang es, ihn für sich zu vereinnahmen. Die Wurzeln väterlicherseits lagen im Kongo, die Mutter hatte irische, britische, deutsche und Schweizer Vorfahren. Geboren in Hawaii, aufgewachsen Indonesien, wo Barack eine multireligiöse Schule besuchte. In Chicago heiratete er Michell Robinson. Die Obamas haben zwei Töchter: Malia Ann und Natasha. In seiner Biografie ist es also begründet, dass Barak Obama die Nation einen wollte. Er sagte: „Es gibt nicht ein liberales Amerika und ein konservatives Amerika – es gibt die Vereinigten Staaten von Amerika. Es gibt kein schwarzes Amerika und ein weißes Amerika und ein Latino-Amerika und asiatisches Amerika – es gibt die Vereinigten Staaten von Amerika. Kritiker möchten unser Land gerne in rote und blaue Staaten zerstückeln: rote Staaten für Republikaner und blaue Staaten für Demokraten. ... aber wir sind ein Volk, wir alle schwören dem Sternenbanner Gefolgschaft, wir alle verteidigen die Vereinigten Staaten von Amerika.“ 2009 erhielt Barak Obama den Friedensnobelpreis. 2017 folgte die Kehrtwende. Auf den Demokraten und Abrüstungspolitiker folgte der Republikaner Donald Trump. Amerika versank nach der Ära Obama wieder im Nationalismus, im Waffen-Fetischismus und in der Diskriminierung. Die Ugly white Men übernahmen die Macht. Am 4. August feiert Barak Hussein Obama seinen 61. Geburtstag. Seine Haltung war nie so wertvoll wie heute: „Es gibt zur Partnerschaft und Zusammenarbeit zwischen den Nationen keine Alternative.“ Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

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  • 03.08.2022
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    Eines Geistes aber unterschiedlicher Meinung

    220803PC Eines Geistes trotz unterschiedlicher Meinung. Mensch Mahler am 03.08.2022 Er ist einer der letzten Mohikaner in der Politikerkaste, die ihrem in den 70 und 80iger Jahren erworbenen Pazifismus treu geblieben sind. Blauäugig ist Winfried Hermann dennoch nicht. Eher nachdenklich. Der grüne Verkehrsminister Baden-Württembergs ist in vielerlei Hinsicht mit mir verwandt: Schwabe, friedensbewegt, grün und keinesfalls bereit, sich durch verfehlte Friedenspolitik von seinen Überzeugungen abbringen zu lassen. Mit seinem Chef, dem MP Winfried Kretschmann verbindet ihn nicht nur der Vorname und die gemeinsame Herkunft aus dem Schwabenland und dem Lehrerberuf. Sondern auch die grüne Idee. Anders als der Landesvater hat er aus seiner grünen DNA den Pazifismus durch Realpolitik nicht rausschneiden lassen. Winfried und Winfried sind eines Geistes – auch wenn sie in manchen Fragen anderer Meinung sind. Kretschmann ist katholisch und befürwortet Waffenlieferungen an die Ukraine, Hermann ist Mitglied bei den Naturfreunden und lehnt noch mehr Waffen für die Verlängerung des Ukraine-Konflikts ab. Stattdessen wünscht er sich mehr wirtschaftlichen Druck auf Russland und verstärkte diplomatische Bemühungen der UN. Denn solange China und Indien und auch die Türkei nicht mitziehen bei einem Totalboykott wird Putin mit seiner Militärmacht den Krieg ins Unendliche ziehen. Wir können nicht mehr halbherzig Russland durch weitere Abnahme von Gas wirtschaftlich stärken und andererseits Waffen für die Verlängerung des Konflikts in die Ukraine liefern. „Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass“ ist keine Lösung. Wir haben in der Vergangenheit alle Warnungen zum Thema Abhängigkeit von russischem Gas in den Wind geschlagen. Jetzt ist für uns ein Winter frieren angesagt und ein vorübergehender Wirtschaftseinbruch. Durch die stetige Wachstumsdoktrin haben wir den Globus ohnehin mehr zerstört als es Putin mit seinen Panzern und Raketen je tun könnte. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

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  • 02.08.2022
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    Der Coca Cola der Verschwörungstheoretiker-Gemeinschaft

    220802PC Mr. Coca Cola der Verschwörungstheorie-Gemeinschaft. Mensch Mahler am 02.08.2022 Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde. Zumindest behaupteten das die, die Deutungshohheit hatten. Das waren immer die mit der Macht. Priester, Schamanen, Seher oder Weise. Diese hüteten ihr Geheimwissen wie einen Schatz, der ihnen Macht verlieh. Abgelöst wurden sie im Mittelalter durch den Buchdruck und die Übersetzung der esoterischen Inhalte in die jeweilige Sprache des Volkes. In der Aufklärung kam ein mächtiger Gegner dazu: die Wissenschaft. Fortan glaubte die eine Hälfte der Menschheit weiterhin den Geheimlehren der jeweiligen Religion, die nie so ganz entschlüsselt werden durften, um die Macht der Geheimnisträger nicht zu erschüttern, die andere Hälfte glaubte Helmut Markwort: Fakten, Fakten, Fakten. Nun haben die Medien die Macht übernommen. Mit kruden Verschwörungstheorien überführen uns Verbrecher an der Wahrheit ins postfaktische Zeitalter. Nicht die Querdenker sind deren Elite. Sie sind ein harmloser Haufen im Vergleich zu Alex Jones, den Wegbereiter für einen gewissen alternativfaktischen Mr. Trump. Dieser Alex Jones hat die Macht einer einstündigen Radioshow, die im Netz eine gigantische Reichweite hat und die seine abenteuerlichen alternativen Fakten in die amerikanischen Wohnzimmer und Pickup-Trucks bläst. Von der in Hollywood gespielten Mondlandung – harmlos – bis zum Sturm aufs Capitol – brandgefährlich - die alternativen Fakten dazu: Liberale Eliten und Globalisten wollen angeblich eine sozialistische Weltregierung schaffen. Jetzt geht es dem übergewichtigen Hassprediger mit der sonor-raspelnden Stimme an den Kragen: Eltern der Opfer des Schulmassakers von Sandy Hook, bei dem 28 Kinder getötet wurden, verklagten den „Coca-Cola der Verschwörungstheorie-Gemeinschaft“ auf Schmerzensgeld. Jones hatte zwar nicht selbst geschossen, aber das Massaker als „erfunden“ und die Betroffenen als „Krisenschauspieler“ bezeichnet. Nicht wenige glaubten ihm, zugunsten der mächtigen Waffenlobby. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

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  • 01.08.2022
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    01:53
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    Die traut sich was

    220801PC Die traut sich was. Mensch Mahler am 01.08.2022 Knüppel aus dem Sack versus Menschenflüsterer. Wer wird am Ende recht gehabt haben: Annalena Baerbock oder Olaf Scholz? In der deutschen Außenpolitik gibt Scholz den Good-Guy und Everybodys Darling, Baerbock den Bad Guy und zeigt Kante. Jüngst in der Türkei blieb Scholz zurückhaltend, betonte Gemeinsamkeiten und vermied scharfe Kritik. Die Außenministerin gab jegliche Zurückhaltung auf und redete Klartext mit ihrem Amtskollegen Mevlüt Cavusoglu. Sie sprach mit Oppositionellen und Frauenrechtlerinnen. Warf Ankara grobe Missachtung europäischer Regeln zum Beispiel bei der Inhaftierung des Kulturförderers Osman Kavala vor. Kritisierte offen die Pläne für einen neuen Einmarsch der Türkei in Syrien. Cavusoglu und die Staatsmedien schäumten. Deutschland treibe das Ausschlussverfahren gegen die Türkei im Europarat voran, so der türkische Außenminister. Ist Baerbock unerfahren, undiplomatisch und ungestüm? Ist Scholz der klügere Moderator im Stil seiner Vorgängerin Angela Merkel? Ich meine nein. Spätestens seit der offenen Solidarisierung der Türkei mit Kriegstreiber Russland, der permanenten Missachtung der Menschenrechte und der Pressefreiheit, sowie dem wiederholten Waffen gang in Syrien und auch den „Putin – Putin“ Sprechchören in türkischen Fußballstadien hat sich die Türkei selbst aus Europa rausgekickt. Annalena Baerbock hat nichts anderes getan als Tatsachen zu benennen . Eine muss es ja schließlich tun, wenn Plüschauge Scholz zu alledem schweigt und höflich mit dem Kopf wackelt. Gut so, Annalena. Du traust dich was. Vielleicht hättest Du ja doch Kanzlerin gekonnt .... Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

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  • 29.07.2022
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    Boys of Summer

    220729PC Boys of Summer. Mensch Mahler am 29.07.2022 Wir fuhren durch Deutschland. Im Radio lief Don Henley mit Boys of Summer. Das ist viele Jahre her, das Mädchen neben mir kannte den Text auswendig und wir haben aus Leibeskräften mitgesungen. Seither ist das mein Sommerhit. Jedes Jahr. Niemand auf der Straße. Niemand am Strand Ich spüre es in der Luft Der Sommer ist außer Reichweite. Leerer See, leere Straßen Die Sonne geht allein unter Ich fahre an Ihrem Haus vorbei Obwohl ich weiß, dass du nicht zu Hause bist Ich kann dich sehen Deine braune Haut glänzt in der Sonne Du hast deine Haare nach hinten gekämmt Und diese Sonnenbrille auf, Baby Und ich kann dir sagen, dass meine Liebe zu dir immer noch stark sein wird Nachdem die Jungs des Sommers gegangen sind Die Boys of Summer sind das eine, die Surfer-Jungs, die Gigolos, die tollen Typen mit den schwarzen Locken und den verspiegelten Sonnenbrillen. Aber es sind eben nur die Boys of Summer. Meine Liebe zu Dir ist stark geblieben, nachdem die Boys of Summer alle weg waren und der Strand leer ist. Wir fahren auch im Winter hin. Nur wir beide. Wir sind allein und der Wind pfeift. Wir mummeln uns ein mit einem Glas Aperol in der Hand, schauen aufs Meer und sind einfach nur – glücklich. Happiness is the Reason for the Season. Der Sommer und seine Boys haben da keine Chance. Cheers, Baby. I can see you .... Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

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