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Frisch an die Arbeit

In "Frisch an die Arbeit" stellen Leonie Seifert und Daniel Erk spannenden Persönlichkeiten aus Kultur, Politik, Gesellschaft und Wirtschaft Fragen über ihr persönliches Verhältnis zu ihrer Arbeit.

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  • 02.03.2021
    35 MB
    37:03
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    Wie wird man Vorständin der Deutschen Bahn, Sigrid Nikutta?

    „Ich bin die Herrin der Güterzüge” sagt Sigrid Nikutta, Mitglied des Vorstands der Deutschen Bahn und Vorstandsvorsitzende von DB Cargo. „Jede Tonne, die ich auf der Schiene transportiere, spart sofort 80 Prozent an CO2. Ich muss also keinen Purpose-Workshop machen, um den Sinn meiner Arbeit zu erkennen. Ich sehe den Sinn jeden Tag!”Im Zeit-Online-Podcast “Frisch an die Arbeit” erzählt Nikutta, die als Vorstandsvorsitzende der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) erstmals Schlagzeilen machte, dass ihr Berufswunsch früher nichts mit Verkehr und Schienen zu tun gehabt habe: „Mein Traum war es, Psychologin im Justizvollzug zu werden”, sagt Nikutta. Dieses Ziel habe sie schon zu Schulzeiten verfolgt. Allerdings musste sie während ihres ersten Praktikums im Gefängnis feststellen, wie eine einzelne Psychologin im Gefängnis an den gesellschaftlichen Missständen ändern kann. „Ich bin dann in die Wirtschaft gewechselt”, sagt Nikutta. Der Berufwunsch änderte sich, die Zielstrebigkeit blieb. „Mit Ende 20 wollte ich zu einem Großunternehmen”, erzählt Nikutta im Podcast. “Und zwar in den neuen Bundesländern, das war mein strategisches Ziel. So kam ich zur Bahn – und das hat extrem gut gepasst.” Im Rückblick hätte es sich ausgezahlt, rastlos zu bleiben, erzählt die Managerin. So sei sie nach der ersten Station bei der Bahn zur BVG und im Frühjahr des letzten Jahres auch wieder zurück zur Bahn gekommen. „Solche Entscheidungen zogen sich durch meinen Berufsweg. Nämlich nicht zu fragen: Was ist der leichteste nächste Schritt? Sondern: Was bringt mich wirklich weiter? Was ist die herausforderndste Tätigkeit?”

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  • 16.02.2021
    46 MB
    48:06
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    Wie schreibt man einen Roman, Kirsten Fuchs?

    „Geschrieben habe ich immer” sagt die Schriftstellerin Kirsten Fuchs, die 1977 in Chemnitz geboren wurde und in Berlin-Hellersdorf aufwuchs. “Aber dass es mein Beruf sein könnte? Der Gedanke kam relativ spät.” Im Zeit-Online-Podcast “Frisch an die Arbeit” erzählt Fuchs, wie sie schon als Vorschulkind ihrem Vater Geschichten diktierte, später malte sie ihre Geschichten vor allem und hätte sich sogar vorstellen können, als Illustratorin zu arbeiten. Als Jugendliche besuchte sie dann aber doch Workshops für kreatives Schreiben: „Ich wollte Germanistik studieren, aber dafür hat die Note nicht gereicht. Dann habe ich mich für ältere deutsche Literatur und Sprache eingeschrieben – das ging überhaupt nicht gut.” Sie brach das Studium ab und begann eine Ausbildung zur Tischlerin: „Ich wollte das Gegenteil von einem Studium machen. Es sollte konkret, laut und dreckig sein.”Um auf ihre Geschichten zu kommen, habe sie ein einfaches Ritual: „Ich muss mich hinlegen, damit ich schreiben kann. Mich 20 Minuten ein bisschen löschen, dann ist die Stimmung da!” Daher schreibe sie zunächst auch immer viel zu viel – zu viel Dialog, zu viel Beschreibungen. Oft sei der erste Entwurf auch nur ein Herantasten, von dem manchmal nur eine Idee oder eine Person übrig bleibe. Aber das störe sie nicht. „Ich bin oft glücklich beim Schreiben” sagt Fuchs. „Das Scheitern beim Schreiben gehört einfach dazu.”

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  • 02.02.2021
    39 MB
    41:08
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    Kann man mit Instagram die Welt verbessern, Oğuz Yılmaz?

    „Wir waren bei den Kids damals so bekannt wie die Kanzlerin”, sagt Oğuz Yılmaz, der mit der Commedygruppe Y-Titty einer der ersten Youtube-Stars in Deutschland war und auch bei Harald Schmidt und Stefan Raab auf der Couch saß. „Damals war ich der Eine von Y-Titty – heute fällt vielen erst auf, wenn ich meine Geschichte erzähle: Ach, du bist von denen!”Heute managt Yılmaz Influencerinnen wie DariaDaria und Mirella, die Youtuber von Vegan ist ungesund und die Autorin und Journalistin Alice Hasters. „Es geht um Verträge verhandeln, Werbedeals besprechen und strategisch gucken, mit wem man arbeitet”, erklärt Yılmaz im ZEIT-ONLINE-Podcast Frisch an die Arbeit. Sein Mitgründer Felix Hummel und er hätten sich vorgenommen, all die Dinge besser zu machen, die Yılmaz in seiner Zeit als Youtuber unangenehm fand. Sie wollen mit ihren Kundinnen und Kunden Verträge aufsetzen, die transparent machen, wer wieviel verdient und welche Provisionen vermittelt werden. Und sie wollen nur Deals mit Firmen machen, die Umwelt- und Naturschutz ernst nehmen und Diskriminierung aufgrund von Gender, sexueller Orietierung und Hautfarbe ablehnen.“Aber es geht für uns nicht nur bei den Brands um Nachhaltigkeit. Sondern auch darum, dass wir den Karriereaufbau nachhaltig planen.” Der wichtigste Tipp sei aber ohnehin: „Nicht zu allem Ja sagen. Die Angebote kommen wieder.”

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  • 19.01.2021
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    38:36
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    Wie plant man die Stadt der Zukunft, Frau Polinna?

    „Viele Städte wachsen, dazu kommen die Mobilitätswende und die Klimakrise”, sagt Cordelia Polinna, Geschäftsführerin des Berliner Stadtplanungsbüro Urban Catalyst. So entstünden zur Zeit Probleme, die Städte nur lösen könnten, wenn sie langfristige Pläne entwickelten: “Die Kommunen müssen reagieren – und wir helfen ihnen dabei.” Die promovierte Stadtplanerin Polinna, 45, wuchs in einer denkmalgeschützten Wohnsiedlung in Berlin auf. Schon als Jugendliche habe sie dort beobachtet, wie die ganze Stadt sich mit ihren Vierteln entwickelte, erzählt sie im Zeit-Online-Podcast “Frisch an die Arbeit”. Schon in der Schule habe sie sich bei einem Erdkunde-Kurs mit der Frage beschäftigt, wo Berlin seinen neuen Flughafen bauen solle. Das habe ihr gezeigt, wie komplex solche Prozesse seien. Heute spricht sie mit ihrem Team viel mit den Bewohnerinnen und Bewohnern. Ihre Erfahrungen sollten genauso berücksichtigt werden wie das, was die Gegend in Zukunft leisten müsse, erzählt sie. Im Schweizerischen Bern etwa verwandelte Polinna einen zentralen, aber etwas verwahrlosten Parkplatz zwischen einem Bahnviadukt und zwei Ausfallstraßen in einen urbanen Platz – mit einem Ideenpavillon und Flächen für Theater, Sport und Spiel. „Aber viele Politikerinnen und Politiker haben eben Angst vor Veränderung.” Für sie selbst sei das manchmal frustrierend: „Wenn ich schlecht drauf bin, denke ich: Wir produzieren eigentlich nur Pdf-Dateien.” Als besonders motivierend erlebe sie hingegen, wenn die Prozesse von Politik, Verwaltung und Bürgerinnen und Bürgern eine eigene Dynamik entwickelten. In Bern zum Beispiel habe der Ideenpavillon dazu geführt, dass Stadtverwaltung und Anwohnerinnen und Anwohner die Qualitäten des Platzes erst erkannt hätten. Wo früher billig Autos abgestellt wurden, haben sie plötzlich Tänze gelernt und Feste gefeiert. Die Kinder sausten mit Fahrgeräten ungestört umher. „Am Spannendsten ist, wenn sich der Blick der Beteiligten weitet – und die Menschen mutig werden”, sagt die Stadtplanerin.

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  • 05.01.2021
    36 MB
    37:35
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    Wie baut man medizinisches Cannabis an, Herr von der Groeben?

    „Wir werden das erste deutsche Unternehmen sein, das Cannabis anbaut”, sagt der Jurist und Start-up-Gründer Constantin von der Groeben über seine junge Firma Demecan, deren Name ausgeschrieben Deutsches Medizinal-Cannabis lautet. „Ende November haben wir die Betäubungsmittelumgangserlaubis bekommen und 2021 geht es los mit dem kommerziellen Anbau.”Von der Groeben, der Jura studiert hat und erst in großen Kanzleien in Deutschland und den USA und dann im Bundeswirtschaftsministerium arbeitete, hat 2017 gemeinsam mit dem Arzt Adrian Fischer und dem Ökonomen Cornelius Maurer Demecan gegründet. Gemeinsam entwickelten sie ein Konzept, um in Deutschland legal Cannabis unter Laborbedingungen anzubauen und als Medikament in die Apotheken zu bringen. „Zunächst dachte ich schon: Aha, das klingt ja verrückt”, gibt von der Groeben im Podcast zu. Doch dann habe er gesehen, dass es in einem so sensiblen Markt wie dem mit Cannabis auf die rechtliche Absicherung ankommt.

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  • 22.12.2020
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    35:30
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    Warum stresst uns Weihnachten so, Eva-Maria Seibel?

    "Ende November, Anfang Dezember gibt es häufig einen Ansturm auf psychotherapeutische Praxen", sagt Eva-Maria Seibel. Sie arbeitet als Diplom-Psychologin, systemische Therapeutin und Familientherapeutin in Berlin. Dass sich jetzt mehr Menschen bei Therapeuten melden, hätte sicher auch mit dem Winter zu tun, erzählt sie im ZEIT-ONLINE-Podcast Frisch an die Arbeit. Die Dunkelheit und der anstehende Rückblick auf das Jahr wirkten zudem belastend. Die Pandemie verstärke dieses Jahresendgefühl noch.Seibel, 42, stammt aus dem Pfälzerwald und lebt seit 2005 in Berlin. Ehe sie sich als Therapeutin selbstständig machte, arbeitete sie als Psychologin in der Marktforschung und in der Werbestrategie. "In das Bild der schrulligen Therapeutin will ich reinwachsen", sagt sie im Podcast. In ihrer Praxis seien Familientreffen wie an Weihnachten zum Jahresende ein Thema. Die Beziehung zu den Eltern sei immer eine besondere und manchmal eben auch besonders anstrengend: "Man fährt zur Familie und zwei Tage lang ist es schön – dann kippt man in alte Muster", erklärt Seibel. Man fühle sich wieder als Kind oder rebellischer Teenager und auch die Eltern verhielten sich dementsprechend: "Das sind ganz übliche Abgrenzungsprobleme, die an Weihnachten, aber auch zu anderen Familienanlässen auftreten."Es seien viele junge Menschen, die sich bei ihr meldeten. "Sie sind Anfang 20 und wollen sich schon in jungem Alter mit sich selbst auseinandersetzen", sagt Seibel. Ältere Menschen würden seltener ihre Hilfe in Anspruch nehmen: "Sie haben ganz andere Durchhaltestrategien, gerade die, die in der Kriegs- und Nachkriegszeit sozialisiert wurden." Gefühle runterzuschlucken und wegzudrücken seien Überlebensstrategien. Doch die könnten mit zunehmendem Alter auch stören.Für sie als systemische Therapeutin sei wichtig, dass die Menschen, mit denen sie arbeitet, keine Patienten sind – sondern Klienten. Der Mensch werde nicht als krank angesehen. Die Symptome seien Ausdruck eines Problems im System. "Wir schauen: Welche Funktion haben Symptome und Konflikte im System?", sagt Seibel.Wenn man zum Beispiel Sorgen wegen Weihnachten habe, müsse man das gesamte Wertesystem der Familie betrachten: "Was wird in der Familie etwa zum Thema Familienzusammenhalt propagiert, was zum Thema Harmonie? Und wie will man sich davon abgrenzen, sanft oder klar?"Dann müsse man betrachten, was die betreffende Person erreichen will und welche Muster sie abhalten. "Oft hilft, wenn man sich fragt: Was müsste passieren, dass es an Weihnachten so richtig fetzt?", sagt Seibel. Um danach herauszufinden: "Wie kann man dieses Muster unterbrechen und was anderes ausprobieren?"Wichtig sei ihr dabei, dass die Klientinnen und Klienten eigenverantwortlich bleiben. "Ich habe ein sehr großes Vertrauen in die Personen und deren Ressourcen", sagt Seibel. "Ganz viel Lösungspotenzial steckt in den Menschen drin. Man muss das manchmal nur ein bisschen reaktivieren."

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  • 08.12.2020
    35 MB
    37:08
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    Wie macht man Basteln zum Beruf, Andrea Potocki?

    „Ich habe mich anfangs mit dem Wort „basteln“ schwergetan und mich lieber als Gestalterin bezeichnet” sagt Andrea Potocki, die mit WLKMNDYS eines der größten deutschen DIY- und Bastelblogs betreibt. Auf ihrem Blog, erzählt Potocki, bietet sie Entwürfe und Ideen für das ganze Jahr an: von Kostümen an Karneval, über Ideen für Kindergeburtstage, Basteleien zu Ostern, Weihnachten und Halloween, Laternen in Form von Raumschiffen, Einhörnern und Dackeln und Schultüten. “Wir haben immer Saison” sagt Potocki im ZEIT-ONLINE-Podcast Frisch an die Arbeit. Sie sagt auch: “Ich habe mir meine eigene Welt gebastelt.”Da sie aus einer Familie kommt, in der immer gebaut, geschneidert und auch gebastelt wurde, gründete sie nach der Geburt ihres dritten Kindes im Jahr 2014 WLKMNDYS, der Name ist die Kurzform von We Like Mondays – zu Deutsch: Wir mögen Montage. “Ich wollte kreativ arbeiten und gleichzeitig nicht riesengroß denken müssen.“ Mittlerweile ist ihr Blog derart erfolgreich, dass Potocki nicht nur Studioräume in Berlin-Kreuzberg bezogen hat, sondern auch eine Assistentin angestellt, und ein Netzwerk an freien Mitarbeiterinnen und Autorinnen aufgebaut hat.Wie für das ganze Land war 2020 auch für Andrea Potocki ein spezielles Jahr, erzählt sie. Ihre Bastelsets verkauften sich spürbar besser als erwartet: “Seit März ging die Kurve in Bezug auf Bastelmaterial steil nach oben.” Gerade jetzt vor Weihnachten packe sie ganz schön viele Pakete mit Bastelmaterial statt sich neue Ideen, Entwürfe und Anleitungen auszudenken. “Jeden Tag schließe ich die Tür zu unserem Studio auf und bin wahnsinnig glücklich” sagt sie. “Aber es ist auch ein Geschäft und keine reine Leidenschaft.” Wenn sie Druck verspüre, ziehe sie sich auch einfach mal zurück oder bastle gegen die Anspannung. „Basteln ist mein Yoga“ sagt Andrea Potocki.

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  • 25.11.2020
    39 MB
    40:29
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    Warum sind Ihre Kunstwerke so teuer, Alicja Kwade?

    „Man kann sich nichts Besseres wünschen, als sein Leben von der Kunst bestreiten zu können“, sagt die Künstlerin Alicja Kwade. Doch der tägliche Umgang mit Kunst sei nicht romantisch. “Das ist alles sehr handwerklich und hat viel mit Struktur und Organisation zu tun.“ Kwade, die im Alter von acht Jahren aus dem polnischen Kattowitz nach Deutschland kam und im niedersächsischen Hannover aufwuchs, gehört heute zu den erfolgreichsten und bekanntesten Künstlerinnen Deutschlands. Ihre Werke wurden bereits in der Schirn in Frankfurt am Main, in Kopenhagen, bei der Kunstbiennale in Venedig und im Museum of Modern Art in New York gezeigt. Für sie selbst und ihre Arbeit spiele das aber eigentlich keine Rolle, erzählt Kwade: „Dass ich eine Künstlerin bin, die im MoMA ausgestellt hat, das fühle ich eigentlich nicht.“ Ihre Werke, darunter Installationen, Plastiken sowie Video-, Licht- und Soundinstallationen handelten oft von “philosophischen Themen und gesellschaftlichen Codes“, erzählt sie im Zeit-Online-Podcast. In ihren bekannteren Werken kombiniert Kwade etwa besondere Gesteine mit Spiegeln (Link: https://showrooms.artbutler.com/732cb2bb/#pid=793889) oder arrangiert feine Bronzenadeln zu ausgefallenen Mustern (Link: https://showrooms.artbutler.com/732cb2bb/#pid=829949).„Jedes Material hat eine bestimmte Symbolik“, erklärt Kwade. “Kohle steht für Energie und Industrie, Kupfer steht für Strom, Leitungen und Systeme – und der Zeiger steht für die Zeit.” Sie versuche, die Materialien möglichst ungefiltert zu nutzen. Verweise in die Kunstgeschichte oder biografische Bezüge in der Wahl der Materialien seien aber nicht ihr Ding: „Mich persönlich interessiert die künstlerische Aufarbeitung meiner Biografie nicht“, sagt Kwade.

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  • 12.11.2020
    36 MB
    37:30
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    Was kann man gegen den Islamismus tun, Imam Doukali?

    “Am Anfang war es eine große Herausforderung und Bürde, mit dem Problem der Radikalisierung konfrontiert zu werden” sagt Mounib Doukali, der seit 2014 Imam der El-Iman-Moschee in Hamburg-Harburg ist. “Aber wir bereiten uns mit Seminaren und Fortbildungen auf Extremismus vor – und wir bieten auch Präventionsarbeit an, um gegen solche Ideologien zu wirken.”Doukali, der selbst in Tunesien geboren wurde und ursprünglich zum Informatik-Studium nach Berlin kam, wollte schon als Jugendlicher Imam werden, erzählt er im Zeit-Online-Podcast “Frisch an die Arbeit”. Neben den Gottesdiensten, der Seelsorge und dem Religionsunterricht für die Schülerinnen und Schüler der Gemeinde verwendet Doukali auch Zeit auf Präventionsarbeit – und auf den Dialog mit der Nachbarschaft der Gemeinde. “Ich lege großen Wert auf Dialog und Begegnung” sagt Doukali. “Wir als Gemeinde setzen uns für das Zusammenleben und für Demokratie ein – und das tun die meisten Muslime.”Wie wichtig das Gemeindeleben für viele der Mitglieder sei, das habe gerade auch die Corona-Pandemie wieder gezeigt. “Gemeinsam nach dem Gebet zusammen zu sitzen und zu essen wurde wie alle Veranstaltungen stark beschränkt” sagt Doukali. “Wir beten mit Abstand und Maske und alle müssen ihren eigenen Gebetsteppich mitbringen. Und durch die Abstandsregelungen müssen wir das Freitagsgebet zweimal anbieten.”

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  • 12.11.2020
    39 MB
    41:20
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    Patricia Cammerata: "Man sieht nicht, dass die Partnerin eine To-do-Liste im Kopf hat"

    "Als Frau bekommt man sehr früh kommuniziert, dass man sich um die Familie zu kümmern hat", sagt die Bestsellerautorin und Projektmanagerin Patricia Cammarata im Zeit-Online-Podcast Frisch an die Arbeit. Im Job würde niemand auf die Idee kommen, den Projektverantwortlichen auch noch die restlichen To-dos aufzuhalsen. Im Privaten sei das vielfach anders. "Irgendwann habe ich mich gefragt: Wie würde man das im professionellen Projektmanagement denn machen?", sagt Cammarata.Darüber hat die 45-Jährige das Buch Raus aus der Mental Load-Falle – Wie gerechte Arbeitsteilung in der Familie gelingt geschrieben. Im Arbeitspodcast erzählt sie, wie sehr sie selbst unter der Mehrfachbelastung von Kindern, Job und Partnerschaft gelitten hat. Schritt für Schritt habe sie sich dann selbst geholfen. "Als Erstes habe ich einfach Aufgaben reduziert – also statt selbst etwas für das Schulfest zu backen, einfach etwas kaufen. Damit wurde es besser, aber es wurde nicht gut", sagt sie. Irgendwann sei ihr dann klar geworden: "Es geht nicht um die eigentlichen Aufgaben, sondern um die Planung und die Verantwortung, die damit einhergehen."Das mache die geistige und emotionale Last aus, die immer noch fast ausschließlich die Frauen und Mütter trügen. "Wenn man nur die Aufgaben anschaut, denkt man schnell: Wir teilen uns das doch gerecht auf!" sagt Cammarata. "Man sieht nicht, dass die Partnerin eine lange To-do-Liste im Kopf hat."Die allermeisten Frauen wären sich dabei noch nicht einmal darüber bewusst, welcher Druck auf ihnen allein lastet. "Endlich gibt es mit 'Mental Load' einen Begriff für das, was an Arbeit bis dahin oft unsichtbar blieb", sagt Cammarata. Teil der Lösung sei es, nicht nur die konkreten Erledigungen unter den Eltern gerecht aufzuteilen, sondern ganze Aufgabenbereiche zu übernehmen, also beispielsweise nicht bloß ein Paar Winterstiefel kaufen, sondern für die Kleidung des Kindes das ganze Jahr verantwortlich zu sein. "Witzigerweise sind es oft Männer, die dann sagen: Das ist aber unromantisch, alles zu verhandeln und genau aufzuteilen", sagt Cammarata.

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  • 12.11.2020
    35 MB
    37:10
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    Macht Ihnen Fußballspielen noch Spaß, Matthias Ginter?

    "Es gibt kaum einen Moment, in dem ich nicht darüber nachdenke, was mir hilft, ein besserer Fußballer zu werden", sagt der Bundesligaprofi und Nationalspieler Matthias Ginter im Zeit-Online-Podcast Frisch an die Arbeit. "Wenn ich mal was Ungesünderes esse, habe ich sofort ein schlechtes Gewissen – und dann lasse ich es lieber."Heute spielt der 26-jährige Ginter als Innenverteidiger bei Borussia Mönchengladbach. Eigentlich stammt er aber aus einem Vorort von Freiburg, mit elf Jahren wechselte er dort zum SC Freiburg. "Mit dem Fußball angefangen habe ich wie viele kleine Jungs, weil es mir Spaß machte und mein Hobby Nummer 1 war", erzählt Ginter im Podcast. Ein Hobby, das früh einen großen Teil seiner Zeit einnahm. "Ich würde sagen, dass ich mit 16, 17 Jahren angefangen habe zu arbeiten", erzählt Ginter im Podcast. In diesem Alter bestritt er auch sein erstes Profi-Spiel, ein Freundschaftsspiel für den SC Freiburg in Bern. "Ich wollte nie etwas anderes werden als Fußballprofi", sagte er.Ginter sieht auch, welchen hohen Preis er für seinen Erfolg zahlt: "Gerade nach Niederlagen denke ich, dass es schön wäre, einen Beruf zu haben, der nicht so viel Disziplin erfordert", sagt er. Und er sieht die Nachteile des Ehrgeizes: "Manchmal frage ich mich: Wann bin ich denn mal zufrieden?"

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  • 12.11.2020
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    39:51
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    Wie erforscht man Pornos, Madita Oeming?

    "Porno-Konsum ist ein großer Teil meines Jobs", sagt Madita Oeming im ZEIT-ONLINE-Podcast Frisch an die Arbeit. Die 36-jährige Kulturwissenschaftlerin erforscht als wissenschaftliche Mitarbeiterin der Universität Paderborn die Rolle von Pornografie in der Gesellschaft und hält Seminare dazu. Um wissenschaftlich arbeiten zu können, sichtet sie fast täglich pornografische Inhalte. "Wenn ich einen Vortrag halte, brauche ich gutes Material. Gerade wenn ich spezielle fünf Sekunden suche, um mein Argument zu belegen", sagt Oeming.Oeming schrieb ihre Masterarbeit zu Moby-Dick-Pornos, "was eine große Freude war", wie sie sagt. Weshalb Oeming sich dann den Porn Studies, den Porno-Wissenschaften, verschrieben hat, dazu aktuell promoviert und Seminare anbietet. Einfach sei es jedoch nicht, zu Pornografie und ihrer kulturellen Rolle in der Gesellschaft zu forschen: "Es gibt genau eine englische Fachzeitschrift zu Pornografie. Die ist in Deutschland ausschließlich an einer Universität zugänglich."Mit der Bezeichnung "Porno-Wissenschaftlerin" habe sie sich gut arrangiert, sagt Oeming im Podcast: "Ich identifiziere mich sehr stark mit meinem Forschungsgebiet." Doch manches irritiere auch: "Menschen schicken mir manchmal interessante pornografische Aufnahmen. Das ist schon komisch, weil das ja heißt, dass sie beim Masturbieren an mich denken!"

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  • 12.11.2020
    38 MB
    40:00
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    Rappt man als Mann anders, Mavi Phoenix?

    "Endlich ein Mann zu werden, ist eine riesige Chance für mich als Rapper ", sagt der österreichische Musiker und trans Mann Mavi Phoenix im ZEIT-ONLINE-Podcast "Frisch an die Arbeit". "Ich werde mich äußerlich verändern und meine Stimme wird sich auch verändern. Das ist ein totales Privileg, weil ich mich wirklich verändere – und das nicht über einen neuen Style oder eine neue Frisur inszenieren muss." Mavi Phoenix, 25 Jahre alt, gab im Herbst des vergangenen Jahres öffentlich bekannt, dass er sich als Mann verstehe und künftig auch als Mann leben und auftreten werde. "Ich habe eine Testosteron-Creme, die schmiere ich seit einem Monat auf meinen Unterarm", erzählt Phoenix. Das werde natürlich auch seine Musik beeinflussen. "Ich habe wieder das Gefühl wie am Anfang: Ich muss mich beweisen! Ich muss zeigen, dass ich jemand bin!" sagt Phoenix. Um die Transition geht es auch auf seinem aktuellen Album "Boys Toys". Angefangen zu rappen hat Phoenix mit elf, zwölf Jahren. Zunächst veröffentlichte er seine Musik auf MySpace, seine erste EP "My Fault" war sein Durchbruch: Der Wiener Radiosender FM 4 nahm den Song "Green Queen" ins Programm, die Band Bilderbuch trat live mit Phoenix auf, noch ehe er seinen Schulabschluss hatte.

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  • 12.11.2020
    49 MB
    50:53
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    Wie führt man ein gutes Gespräch, Matze Hielscher?

    In dieser Folge ist Matze Hielscher zu Gast im ZEIT-ONLINE-Podcast Frisch an die Arbeit. Der 40-Jährige ist der Gründer und Geschäftsführer des Onlinestadtmagazins Mit Vergnügen und Host des Interview-Podcasts Hotel Matze. Sein Geheimnis bei seinen langen Interviews mit Prominenten, sagt Hielscher, sei ganz simpel: "Ich halte mich an Roger Willemsens Ratschlag: Frag nur das, was dich interessiert." Die besten Gespräche seien die, wenn man merke, da habe jemand ein wirkliches Interesse an seinem Gegenüber.Hielscher kommt aus Elsterwerda im Süden Brandenburgs. Nach der Schule machte er eine Ausbildung zum Lampenfachverkäufer und spielte über zehn Jahre in der Indie-Pop-Band Virginia Jetzt!. Als sich die Band im Jahr 2010 auflöste, gründete Hielscher gemeinsam mit seinem Freund Pierre Türkowsky, der zuvor in Berliner Clubs gearbeitet hatte, erst die Partyreihe Remmidemmi, dann Mit Vergnügen, eine Mischung aus Blog, Booking- und PR-Agentur. Parallel legte Hielscher bei Partys auf. Die Eventtipps von Hielscher wurden schnell beliebt, Mit Vergnügen wurde zu einem "Medienhäuschen", wie Hielscher es formuliert, das mittlerweile neben Berlin auch in München, Hamburg und Köln Veranstaltungen empfiehlt. Nur die DJ-Karriere hing Hielscher bald an den Nagel: "Ich habe aufgehört aufzulegen, als die Leute mich gesiezt haben", erzählt er.

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  • 12.11.2020
    41 MB
    43:07
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    Wie können wir Frauen besser vor Gewalt schützen, Christina Clemm?

    "Dass die Gewalt gegen Frauen und Kinder durch Corona zugenommen hat, das wissen wir aus Studien", sagt Christina Clemm, Fachanwältin für Strafrecht und Familienrecht, im ZEIT-ONLINE-Podcast Frisch an die Arbeit. Die 52-Jährige registrierte die gestiegene Gewalt allerdings auch selbst: "Ich erlebe das auch in meiner Praxis. Ich habe viel, viel mehr Anfragen von Betroffenen von Gewalt als vor einem Jahr." Clemm ist der Meinung, dass öffentlich viel mehr über Gewalt gegen Frauen und Gewalt in Familien gesprochen werden müsse. Im Podcast spricht sie auch darüber, was ihren Beruf so besonders macht: "Natürlich denke ich manchmal, als Anwältin in einem anderen Bereich hätte ich früher Feierabend und mehr Geld – aber das kann ich nicht und das, was ich mache, interessiert mich sehr", sagt Clemm. "Es gibt nicht besonders viele langweilige Tage in meinem Berufsleben." Über die Erfahrungen ihrer Mandantinnen hat Clemm daher vor Kurzem ein Buch geschrieben: Es heißt "AktenEinsicht – Geschichten von Gewalt gegen Frauen", ist im März im Kunstmann-Verlag erschienen und umfasst acht Geschichten von Vergewaltigungen, Mordversuchen und Morden, "die tatsächlichen Ereignissen nachempfunden sind, aber in dieser Form nicht stattgefunden haben“. Dort erklärt sie: Wann ist es Mord, wann Totschlag und was ist Heimtücke? Und wie groß dürften die Dunkelziffern der Fälle sein?**Anzeige** Heute schon wie morgen arbeiten: mit dem HP Elite Dragonfly mit Intel® Core™ i5 vPro® Prozessor. Mehr Infos: https://cmk.zeit.de/cms/microsite/11462

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  • 12.11.2020
    31 MB
    33:03
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    Was braucht eine Schule, um gut durch die Corona-Zeit zu kommen, Markus Plietzsch?

    "Wir wussten, dass wir vergleichsweise gut durch die Corona-Zeit kommen würden", sagt Markus Plitzsch im ZEIT-ONLINE-Podcast Frisch an die Arbeit. Der 51-Jährige unterrichtet als Lehrer die Fächer Deutsch, Politik und Wirtschaft an der Richtsberg-Gesamtschule im hessischen Marburg. Er sagt: "Wir haben seit einem guten Jahrzehnt intensiv auf Digitalisierung hingearbeitet, angefangen mit einem selbstgebastelten W-LAN." Dass Plietzsch selbst Lehrer wurde, war für ihn dabei lange nicht abzusehen: "Ich habe das Gymnasium nach der 9. Klassen wegen Langeweile verlassen", erzählt er. Doch gerade das sei für seine Arbeit heute besonders wichtig. Als Gesamtschullehrer habe er daher den Anspruch, seinen Schülerinnen und Schülern zu helfen, ihren eigenen Weg zu finden, ihre Fähigkeiten und Kompetenzen zu entdecken, statt einfach ein fixes Curriculum durchzupauken. Doch vor zehn Jahren habe er gemerkt, dass er etwas ändern musste. Er habe daraufhin viel Zeit und Energie darauf verwendet, das pädagogische Konzept neu zu erfinden. Dazu hat Plietzschs Gesamtschule einerseits in Zusammenarbeit mit den Eltern und finanziert durch öffentliche Mittel den Unterricht komplett digitalisiert – und andererseits im Zuge eines Umbaus die Klassenzimmer abgeschafft. "Unser Grundgedanke war: Wie kann man Schule so verändern, dass Schüler kreativ arbeiten können?"**Anzeige** Heute schon wie morgen arbeiten: mit dem HP Elite Dragonfly mit Intel® Core™ i5 vPro® Prozessor. Mehr Infos: https://cmk.zeit.de/cms/microsite/11462

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  • 12.11.2020
    34 MB
    35:35
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    Wie hilft man benachteiligten Jugendlichen, Freda von der Decken?

    "Unser Ziel ist, dass weniger Jugendliche die Schule ohne Abschluss verlassen", sagt Freda von der Decken im ZEIT-ONLINE-Podcast Frisch an die Arbeit. Die 32-Jährige ist die Gründerin der in Hamburg angesiedelten Mut Academy, die Schülerinnen und Schüler aus benachteiligten Familien fördert. Gerade während Corona seien diese Jugendlichen noch mehr aus dem Blickfeld der Öffentlichkeit verschwunden als ohnehin schon. Sie selbst habe sich schon früh mit Bildungs- und Sozialpolitik beschäftigt: "Ich bin auf dem Land aufgewachsen und aus meiner Grundschule sind nur zwei, drei aufs Gymnasium gegangen." Da habe sie sich zum ersten Mal über die Chancenungleicheit gewundert – weil sie selbst merkte, wie viel leichter sie es an vielen Stellen hatte. "Ich komme aus einem extrem privilegierten Elternhaus", sagt von der Decken. Während ihres Studiums an der privaten Berliner Hertie School erforschte von der Decken die Auswirkungen von Schulreformen auf Kinder und Jugendliche. Danach begann sie mit dem Programm Teach First an einer Hamburger Stadtteilschule als ergänzende Lehrkraft zu arbeiten. Am Ende ihres ersten Jahres sollte von der Decken zehn Jugendliche, die durch die Prüfung zum Ersten Allgemeinen Schulabschluss gefallen waren, auf die Nachprüfung vorbereiten. Damals habe sie gedacht: "Die könnten diesen Schulabschluss auf jeden Fall schaffen. Es liegt nicht an ihnen selbst – sondern an den Umständen.“ Mit insgesamt 36 Schülerinnen und Schülern aus drei Schulen fuhr von der Decken mit anderen Hilfslehrerinnen in eine Jugendherberge, wo jeder in Ruhe an seinen Schwächen gearbeitet hat. Mit diesem Programm machte von der Decken sich selbstständig. Heute coacht ihre Mut Academy mit sechs Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern jährlich 240 Jugendliche zwischen der neunten Klasse und dem Ende der Probezeit ihrer Ausbildungsstelle.

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  • 12.11.2020
    38 MB
    39:55
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    Wie viel verdient man als Foodbloggerin wirklich, Lynn Hoefer?

    „Ich bin keine strikte Veganerin, ich esse auch mal ein Ei“, sagt die Foodbloggerin Lynn Hoefer im ZEIT-ONLINE-Podcast Frisch an die Arbeit. Seit fünf Jahren veröffentlicht die 30-Jährige auf ihrem Blog Heavenlynn Healthymehrheitlich pflanzliche und vegane Rezepte. Ein fester Stamm von rund 20.000 Leserinnen und Lesern verfolgtnach ihren Angaben den Blog. Hoefer, die aus Lüneburg stammt, studiert nach dem Abitur BWL und Internationales Management in Reutlingen und North Carolina. Sie war 22 Jahre alt, ernährte sich gesund, aber ohne Einschränkungen, und war sportlich, als ein Arzt während eines Auslandssemesters in den USA die Diagnose stellte, sie habe Bluthochdruck. „Das war lebensverändernd“, sagt Hoefer. Erst stellte Hoefer ihre eigene Ernährung um, dann begann sie während ihres Masterstudiums mit dem Bloggen, auch um in Kontakt mit anderen Betroffenen zu kommen. „Ich hatte mir als Deadline den Masterabschluss gesetzt und habe die Abschlussarbeit dann zwei Jahre hinausgeschoben, weil es schon so gut lief“, erzählt sie. Mittlerweile hat sich Hoefer mit ihrem Blog und als Kochbuchautorin selbstständig gemacht und Fortbildungen zur Ernährungsberaterin absolviert. Ihr Einkommen, erzählt sie, stamme vor allem aus Kooperationen mit Unternehmen, deren Produkte sie gekennzeichnet in ihrem Blog empfehle – aber auch aus ihren beiden Kochbüchern. „Ich werde mit dem, was ich mache, nicht reich”, sagt Hoefer.

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  • 12.11.2020
    35 MB
    37:02
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    Was lernt das Hotel Sacher aus der Corona-Krise, Matthias Winkler?

    "Für einen Hotelier, dessen Beruf darin besteht, anderen eine Freude zu bereiten, ist das eine schlimme Situation", sagt Matthias Winkler im ZEIT-ONLINE-Podcast "Frisch an die Arbeit" über die Corona-Krise. Winkler, 47 Jahre, ist seit sieben Jahren der Geschäftsführer der Sacher Hotels in Wien und Salzburg. "Die Menschen fehlen. Auf der einen Seite unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Auf der anderen fehlen natürlich auch unsere Gäste." Das Sacher gehört bis heute den Nachfahren von Franz Sacher, der im Jahr 1832 als Konditorlehrling die Sachertorte erfand. Matthias Winkler kam in die Hotellerie über seine Frau Alexandra, eine der Sacher-Erbinnen, mit der er drei Kinder hat. Im Podcast erzählt er, welche Ideen er und sein Team für die Zeit nach Corona entwickeln. Wie das renommierte Hotel durch längere Lüftzeiten und verstärkte Reinigungsdienste für die Sicherheit seiner Gäste sorgt – und welche größeren Trends sich durch die Corona-Krise verstärken. "Die Nachfrage nach Entschleunigung, nach Platz, weniger Masse und maximale Individualität sind Trends, die wir im Tourismus schon länger gesehen haben", sagt Winkler. Der hohe Standard, der im Sacher herrscht, macht Winkler zuweilen demütig, erzählt der Geschäftsführer. "Ich gehe immer mit einer leichten Form des schlechten Gewissens nach Hause", erzählt Winkler. "Das ist erst weg, wenn meine drei Kinder mit Lego-Steinen auf mir rumturnen."

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  • 12.11.2020
    33 MB
    34:21
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    Wie spricht man mit Menschen über ihre tiefsten Abgründe, Jürgen Domian?

    "Auch nach fast 23.000 Interviews gibt es Anrufer und Themen, bei denen mein Team und ich sagen: Das ist ja unfassbar!", sagt der Talkshow-Moderator Jürgen Domian im ZEIT-ONLINE-Podcast Frisch an die Arbeit. Bekannt wurde der heute 62-Jährige mit seinem nächtlichen Radio-TalkDomian, der seit Mitte der Neunzigerjahre mit Unterbrechung im Radio und neuerdings auch im WDR-Fernsehen ausgestrahlt wird. Die Sendung bekam er nach einem Volontariat beim WDR. Damals schlug er dem Intendanten des Senders, Fritz Pleitgen, eine sogenannte Call-in-Sendung vor, in Anlehnung an die aufkommenden Talk-Formate in den USA. "Pleitgen sagte zu mir: Versuchen Sie, mit den Menschen privat zu reden. Sprechen Sie, als säßen Sie beim Kaffee oder Bier zusammen." Der spätnächtliche Programmplatz, eigentlich eine Notlösung, stellte sich bald als großer Vorteil heraus – weil die Anrufer in der Ruhe der Nacht offenbar ein größeres Zutrauen entwickelten, erzählt Domian im Arbeitspodcast. Drei Monate nach Sendestart meldete sich ein junger Mann namens Hubert, der Leukämie im Endstadium hatte und zum Sterben in seine Wohnung zurückgekehrt war, erinnert sich der Moderator. Domian kam mit ihm ins Gespräch: "Da habe ich gemerkt: das ist nicht einfach nur Talk! Das ist vielleicht sowas wie Seelsorge."

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  • 12.11.2020
    44 MB
    46:40
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    Warum sollte auf einer guten Trauerfeier auch gelacht werden, Julian Heigl?

    "An den ersten Toten, den ich aufgebettet habe, erinnere ich mich bis heute gut", sagt der Berliner Bestatter Julian Heigl. "Ich hatte Tote bis dahin ja auch weder gesehen noch angefasst." An dem Tag habe er gemerkt, dass von den Toten eine große Ruhe ausgehe – eine Ruhe, die auch auf ihn übergehe. Der 39-Jährige versteht sich als alternativer Bestatter. Die Trauerfeiern, die er ausrichtet, orientieren sich an keinem festen Rahmen oder Ritus, sondern an den Bedürfnissen der Trauernden, erklärt Heigl im ZEIT-ONLINE-Podcast Frisch an die Arbeit. "Auf einer guten Bestattung wird geweint und gelacht“, sagt er. Für Heigl selbst war lange nicht absehbar, dass er beruflich mit Toten und Trauernden zu tun haben würde. Er studierte Musikwissenschaft, promovierte über Barockmusik und machte sich danach auf die Suche nach einem Beruf, der zu ihm passte. Dabei stolperte er über die Homepage eines alternativen Bestatters: "Ich hatte das Gefühl: Das ist es. Das mache ich jetzt." In einem Praktikum erlernte Heigl die handwerklichen und bürokratischen Aspekte des Berufs, die Fristen, die einzuhalten sind, und wie man einen toten Körper wäscht, anzieht und bettet. Mit seinem Bestattungsunternehmen Thanatos bekomme er heute mehr Anfragen, als er zusagen könne. Auch wenn es immer schwer sei, Trauernden abzusagen, sei es auch wichtig, dass er auf seine eigenen Grenzen achte: "Es tut mir nicht gut, wenn ich 15 Sterbefälle im Kopf habe und sie einfach abarbeite", sagt Heigl.

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  • 12.11.2020
    38 MB
    40:06
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    Was verändert sich durch Corona für Sie als Hebamme, Katharina Kerlen-Petri?

    "Der Beruf der Hebamme hat etwas sehr Nahes", sagt die Katharina Kerlen-Petri, die selbst Hebamme in Berlin ist, im ZEIT-ONLINE-Podcast Frisch an die Arbeit. "Die Corona-Regeln widersprechen also eigentlich meinem Gefühl." Den Besuch bei den Familien möglichst kurz zu halten, Abstand zu wahren, dafür Sorge zu tragen, dass nur Mütter und Säuglinge im Raum sind, und stattdessen so viele Gespräche wie möglich am Telefon oder per Videocall zu führen, stehe all dem entgegen, was sie sonst an ihrem Beruf so schätze. "Ich merke auch, ich bin angespannter als sonst", sagt die 55-Jährige. Drei- bis achtmal am Tag sei sie derzeit im Einsatz. "Ich besuche weiterhin alle Frauen, die frisch ihre Babys bekommen haben." Kerlen-Petri sieht es positiv, dass ihr Beruf derzeit mehr Anerkennung bekomme als sonst. "Hebammen in der Klinik haben auch ohne Corona einen harten Job", sagt Kerlen-Petri im Podcast. "Vielleicht ist die Krise ein Anstoß nachzudenken, wie Geburten eigentlich sein sollen." Seit 30 Jahren arbeitet sie nun als Hebamme. Die Faszination des Berufs habe bis heute nicht aufgehört: "Was mich jeden Tag freut: Familien zu begleiten dabei, wie sie Familien werden."

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  • 12.11.2020
    39 MB
    41:19
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    Wie dreht man eine Serie wie „Unorthodox“, Maria Schrader?

    "Als Netflix für Unorthodox ein riesiges Billboard am Time Square in New York gemietet hatte, ging ein großes Raunen durch unser Team", sagt die Regisseurin Maria Schrader im ZEIT-ONLINE-Podcast Frisch an die Arbeit. In der Verfilmung des autobiografischen Weltbestsellers der Autorin Deborah Feldman geht es um eine junge, strenggläubige Jüdin, die sich aus ihrer Gemeinde löst und in Berlin ein neues Leben beginnt. "Für Netflix-Verhältnisse ist das eigentlich eine kleine deutsche Serie und relativ schmal budgetiert", sagt die 54-jährige Schrader. Und dennoch sei die Serie vor allem in den USA mit großer Begeisterung aufgenommen worden. "Es haben sich Agenten aus Amerika gemeldet“, sagt sie. Schrader, die in Hannover geboren wurde und am Max-Reinhardt-Seminar in Wien Schauspiel studiert hat, wollte immer Theaterschauspielerin werden. Über ihre Beziehung zu dem Regisseur Dani Levy fand Schrader zum Film und zum Kino – erst als Schauspielerin, seit dem Levy-FilmMeschugge auch als Autorin und Co-Regisseurin. Im Podcast, der über das Internet aufgenommen wurde und dessen Fragen Schrader kurz vor Ostern von ihrer Berliner Wohnung aus beantwortete, erzählt sie, wie sie die Dreharbeiten für Unorthodox erlebte – und wie sie durch Corona hart ausgebremst wurde. "Als das mit Corona begann, waren wir auf dem Sprung: zu Premieren zu fahren, nach Frankreich zu einem großen Festival zu fahren – und das war dann alles weg", sagt Schrader. "Geblieben ist eine seltsame innere Unruhe. Es gab nichts zu tun, aber der innere Motor war auf Go."

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  • 12.11.2020
    37 MB
    38:49
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    Wie erkennt man einen Bestseller, Anvar Cukoski?

    "Es reicht nicht, wenn ein Buch ganz gut ist und sich nett liest – es muss mich komplett umhauen!", sagt Anvar Cukoski. Der 37-jährige Lektor leitet den Bereich der Belletristik beim Blumenbar Verlag, der zum Aufbau Verlag gehört. "Oft ist ein Buch für einen Verlag eine Art Wette: Könnte das vielleicht ein Bestseller oder Kritikererfolg werden?", erklärt Cukoski im ZEIT-ONLINE-Podcast Frisch an die Arbeit. Dafür müsse ein Verlag bereit sein, ein großes finanzielles Risiko einzugehen: "Für ein deutschsprachiges Debüt hab ich schon jeden Betrag gesehen – von 5.000 bis 500.000 Euro“, sagt Cukoski. Cukoski studierte Neuere Deutsche Literatur und Philosophie in Berlin. Nach einem Praktikum landete er beim Berlin Verlag. Das Klischee, dass viele Lektoren selbst Romane schreiben wollten, träfe auf ihn nicht zu, erzählt Cukoski: "Ich habe relativ schnell erkannt, dass ich gar nicht so dringend schreiben will." Schriftsteller stünden im Rampenlicht, mit ihrer Kunst und ihrem Namen. Den Beruf des Lektors erklärt er so: "Man tritt hinter die Idee des Buches zurück, das ist der Job. Manchmal bin ich Hebamme, manchmal Chef." Sein eigener Geschmack sei bei der Auswahl der Bücher, die er ins Verlagsprogramm aufnehme, wichtig, aber letztlich habe er immer den Markt und die Leser im Kopf, sagt Cukoski. Manchmal bedauere er die Professionalisierung: "Die Unschuld beim Lesen ist weg", sagt er. Doch die Freude beim Lesen habe er nicht verloren: "Ein Manuskript zu beginnen und dann kommt die Euphorie – das ist ein Gefühl, das sich nicht abnutzt."

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  • 12.11.2020
    36 MB
    37:41
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    Warum sagen Sie als Hirnforscher, dass wir bei der Arbeit träumen sollten, Bernd Hufnagl?

    "Mut, nichts zu tun, ist ein trivialer, aber wertvoller Tipp", sagt der österreichische Neurobiologe und Autor Bernd Hufnagel, 51 Jahre, im ZEIT-ONLINE-Podcast Frisch an die Arbeit. Acht Wochen Urlaub im Jahr habe er sich daher selbst verordnet – um nicht zu einem der Kandidaten zu werden, die er in seinem Berufsalltag oft trifft: erschöpfte und enttäuschte Manager. Im Anschluss an sein Studium der Biologie und Medizin hatte sich Hufnagl zunächst der Forschung verschrieben: "Ich war getrieben von der Unfähigkeit, dass man das eigene Gehirn nicht versteht", sagt er. Seine Arbeit war mit vielen Rückschlägen verbunden – und mit Tierversuchen. "Die fünf, sechs Jahre Forschung an der Netzhaut haben kein positives Ergebnis gebracht. Mir war das zu wenig, dass man dafür Tiere umbringt", erzählt er. Deshalb gab er seinen sicheren, verbeamteten Job auf und wechselte in die Gesundheitsberatung. Sein Fokus: die Wichtigkeit des Tagträumens und der Pausen. "In Zeiten der Reizüberflutung müssen wir wieder lernen, tagzuträumen", sagt Hufnagl im Podcast. Mittlerweile ist er vor allem als Vortragsredner unterwegs. "Ich liebe den Applaus. Man wirft mir vor, ich sei eine Rampensau", sagt Hufnagl. Dass er dabei nicht mehr in der biologischen Forschung aktiv ist, sei für ihn in Ordnung: "Ich bin ich ein Übersetzer der Erkenntnisse meiner forschenden Kollegen", sagt er.

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  • 12.11.2020
    42 MB
    43:56
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    Wie wird man ein international erfolgreicher Comiczeichner, Flix?

    "Comics zu zeichnen ist in Deutschland ein schwieriges Geschäft", sagt Felix Görmann, der unter dem Künstlernamen Flix zu den erfolgreichsten Comiczeichnern Deutschlands gehört. Der Verkauf von Comics reiche oft nicht, um den Lebensunterhalt zu bestreiten, sagt der 43-Jährige im ZEIT-ONLINE-Podcast Frisch an die Arbeit. Flix studierte Kommunikationsdesign an der Hochschule der Bildenden Künste in Saarbrücken. Dort habe er als erster Studierender überhaupt einen Comic als Abschlussarbeit eingereicht. Später veröffentlichte er den Comic, das war der Anfang seiner Karriere. Als der französische Comicverlag Dupuis, der die Rechte an der Comicreihe Spirou und Fantasio hält, vor einigen Jahren auf der Suche nach einem Zeichner gewesen sei, habe Flix' deutscher Verleger ihn vorgeschlagen. "Das ist, wie wenn die Nasa anruft und fragt: Möchtest du zum Mond fliegen?!", erinnert sich Flix im Podcast. Er habe sofort zugesagt, schließlich seien diese Figuren der Grund, warum er Comiczeichner geworden sei: "Ich hab die als Kind gelesen, geliebt und durchgepaust." Für ihn seien die Spirou-Comics wie Tim und Struppi – "nur deutlich überdrehter, wie James Bond auf Speed", erzählt Flix.

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  • 12.11.2020
    35 MB
    36:27
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    Wie erfindet man glutenfreies Brot, Ava Celik?

    "Ich wusste nicht, was ein Sauerteig überhaupt ist", sagt Ava Celik über ihre Anfänge als Bäckerin. Die 30-Jährige hat ein glutenfreies Sauerteigbrot entwickelt, das sie heute in ihrer eigenen Bäckerei in Berlin verkauft. Damit war sie in den letzten Jahren Tag und Nacht beschäftigt. Dabei hatte Celik eigentlich etwas anderes mit ihrem Leben vor. Schon vor dem Abitur arbeitete sie als Schauspielerin. Später studierte sie Philosophie- und Filmwissenschaften und nahm privaten Schauspielunterricht. Unter anderem spielte sie im Tatort mit. Doch sie stellte ihren Beruf infrage: "Ich war auf einer Preisverleihung und dachte: Was mache ich hier?" Zu diesem Zeitpunkt war bei Celik bereits eine Glutenunverträglichkeit festgestellt worden. Herkömmliches Brot konnte sie nicht mehr essen, alle Alternativen schmeckten ihr nicht. Da habe sie gedacht: "Entweder mache ich das selbst besser oder ich esse gar kein Brot mehr." Mit viel Aufwand, täglichen Versuchen und langen Tabellen erarbeitet sie, mit welchem Mehl aus Hirse, Buchweizen oder Reis und bei welcher Temperatur glutenfreies Brot so gut wird wie traditionelles Vollkornbrot. "Ich habe zwei Jahre am Rezept gearbeitet – ich habe nichts anderes gemacht, nur gelesen und gebacken." Mit einem Bankkredit eröffnete sie eine Bäckerei und beliefert heute Restaurants und Cafés, schickt Brote an Kunden in ganz Europa. Ihr Rezept will sie nicht verkaufen: "Man muss lernen, nein zu sagen", sagt Celik. "Das ist der Grund, warum ich heute glücklich bin."

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  • 12.11.2020
    44 MB
    46:38
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    Wie gut sind Ministeramt und Familie zu vereinbaren, Hubertus Heil?

    "In Sitzungswochen des Bundestages geht es morgens zwischen sieben und acht Uhr los", sagt Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) im ZEIT-ONLINE-Podcast "Frisch an die Arbeit". Es sei nicht leicht, den Ministerberuf mit der Familie zu vereinbaren – "ich will meine Kinder ja nicht erst bei der Abiturfeier wiedersehen". Hilfreich sei dabei, sich über die Endlichkeit politischer Karrieren im Klaren zu sein. "Ich bin nicht süchtig nach Politik. Ich habe einen Plan B", sagt er. Hubertus Heil wurde in Hildesheim geboren. Als Schülersprecher hielt er auf Schülerdemonstrationen in seiner niedersächsischen Heimat Reden. Mit 26 Jahren wurde Heil das erste Mal Bundestagsabgeordneter. "Als junger Abgeordneter hätte ich nicht gedacht, dass ich innerhalb weniger Monate über den Kampfeinsatz der Bundeswehr im Kosovo abstimmen müsste. Das hat mir viele schlaflose Nächte bereitet. Als Arbeitsminister leitet Heil heute das Ministerium mit dem größten Etat und ist für viele der großen gesellschaftlichen Themen zuständig: Rente, Arbeitslosenversicherung, soziale Grundsicherung, die Arbeitsagenturen. Die schönsten Arbeitstage seien die, "wenn ich mit Menschen spreche, deren Lebensalltag durch Politik positiv beeinflusst wurde", sagt Heil. Für das Gespräch mit Menschen, erzählt er, brauche er keine spezielle Vorbereitung, "bei aller Rhetorik, ich bin ja kein Schauspieler". Vor einem Fernsehduell mit politischen Gegnern aber müsse er sich nicht nur inhaltlich, sondern auch mental vorbereiten, sagt Heil. Er habe im Auto auch schon mal "Eye of the Tiger" gehört, um sich in die richtige Stimmung zu versetzen.

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  • 12.11.2020
    44 MB
    45:58
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    Oliver Kienle, wie schreibt man eine Serie wie Bad Banks?

    "Keiner wusste, dass Bad Banks ein Erfolg wird", sagt der Drehbuchautor und Regisseur Oliver Kienle, der die preisgekrönte Serie um die junge Bankerin Jana Liekam, gespielt von Paula Beer, geschrieben hat. "Viele, mich eingeschlossen, dachten sogar, dass die Quote der Serie eher schlecht wird." Die wichtigste Folge beim Drehbuchschreiben, erzählt der 38-Jährige, sei immer die allererste Folge – weil diese die Produktionsfirmen, die beteiligten Sender und auch die Schauspieler und Schauspielerinnen überzeugen müsse. Entsprechend viel Zeit sei in die erste Folge von Bad Banks geflossen: "Von der ersten Folge der ersten Staffel habe ich fünfzehn Fassungen geschrieben", sagt Kienle. Schon als Teenager habe er wie manisch begonnen, Geschichten zu schreiben: "Bis ich neunzehn war, hatte ich neun Romane geschrieben, die bestimmt alle scheiße waren." Mit Anfang zwanzig schrieb er auf eigene Faust und ohne jegliche finanzielle Unterstützung die ersten Filme. Bei seiner Arbeit muss Kienle heute auch immer viel Kritik einstecken. "Ich fordere sehr viel Feedback ein, auch wenn es nervt und einen anstrengt", sagt er. Sich einschränken lassen will Kienle sich bei seiner Arbeit am liebsten von niemandem. "Unter Karrieregesichtspunkten habe ich auch heikle Entscheidungen getroffen", erzählt er. So habe er etwa nach seinem Debütfilm einen Tatort abgesagt. "Ich will meine Geschichten erzählen, ich muss keine Karriere machen", sagt Kienle.

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  • 12.11.2020
    84 MB
    58:34
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    Warum ist es nicht schlimm, im Büro zu weinen, Magdalena Rogl?

    Ganz lange habe ich versucht, zu verheimlichen, dass ich kein Abi und nicht studiert habe", sagt Magdalena Rogl im ZEIT-ONLINE-Podcast Frisch an die Arbeit. Die 34-Jährige, die heute als Head of Digital Channels bei Microsoft arbeitet, war keine gute Schülerin. Mit 16 Jahren entschied sie sich dazu, die Schule abzubrechen. Sie wollte Kindererzieherin werden und begann eine Ausbildung. Mit 24 Jahren war sie zweifache Mutter, alleinerziehend und arbeitete Vollzeit in einer Krippe. Doch das ging nicht lange gut: Das Geld habe nicht gereicht, sie sei nur noch traurig gewesen. "Wenn man den ganzen Tag mit kleinen Kindern arbeitet und abends sind da schon wieder Kinder, da verliert man irgendwann die Liebe", erinnert Rogl sich im Podcast. Rogl begann sich auf andere Stellen zu bewerben, schrieb über 50 Bewerbungen – und kassierte nur Absagen. "Da hatte ich richtig Angst. Ich hatte das Gefühl, das wird nichts mehr." Schließlich klappte es doch, im Jahr 2016 bekam sie eine Zusage von Microsoft Deutschland. Heute sitzt sie auf vielen Podien, tritt bei Konferenzen auf und spricht über Digitalisierung, Diversität und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Im Podcast spricht Rogl auch über Gefühlsausbrüche im Büro. Sie sagt: "Ich finde es nicht schlimm, wenn man auf der Arbeit heult.

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  • 12.11.2020
    43 MB
    44:51
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    Warum imitieren Sie Vogelgezwitscher, Herr Westphal?

    "Ich hatte schon immer Spaß daran, mit meiner Stimme zu experimentieren, und habe sie über die Jahre wie ein Instrument ausgebildet", sagt der Biologe Uwe Westphal im ZEIT-ONLINE-Podcast "Frisch an die Arbeit". Der 62-Jährige kann 200 Tierstimmen imitieren, 130 davon sind Vogelstimmen. Schon als Jugendlicher brachte Westphal sich verschiedene Pfeiftechniken bei. Heute nimmt er Hörspiele auf, schreibt Bücher, bietet Exkursionen in Norddeutschland an und tritt mit einem Bühnenprogramm auf. Westphal wuchs auf einem Bauernhof auf und wollte schon als Kind Tierforscher werden. Später studierte er Biologie und arbeitete danach unter anderem beim Naturschutzbund in Hamburg. Doch die Arbeit machte ihn nicht glücklich: "Ich habe die Natur nicht mehr gesehen." Schließlich, sagt er, habe er nicht mehr gekonnt, Burn-out. Westphal verlor seinen Job. Die Idee, sich mit der Imitation von Tierstimmen selbstständig zu machen, sei daher aus der Not geboren. Die ersten Jahre seien hart gewesen. Das habe sich inzwischen geändert: "Es ist jetzt nicht mehr so, dass monatelang gar nichts kommt." Er sagt: "Mein Lebensziel ist nicht, möglichst viel Geld zu scheffeln. Ich möchte gut und sinnvoll leben." Westphal sieht sich als Vermittler zwischen Mensch und Tier. Er sagt: "Es geht letztlich ums Überleben der Menschheit: Man schützt nur, was man kennt und liebt.“

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  • 12.11.2020
    38 MB
    40:26
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    Herr Puhl, wie kann man Obdachlosen helfen?

    "Helfen setzt gelegentlich Glückshormone frei", sagt der Berliner Sozialarbeiter Dieter Puhl im ZEIT-ONLINE-Podcast Frisch an die Arbeit. Bis ins vergangene Jahr leitete der 61-Jährige die evangelische Bahnhofsmission am Bahnhof Zoo in Berlin und kümmerte sich um Obdachlose. Heute ist er Lobbyist für die Themen Armut und Obdachlosigkeit. Er sagt: "Der Job ist nicht härter als andere Berufe", zumindest für ihn selbst nicht. "Wenn dieser Beruf mich ständig killen würde, dann würde ich das doch nicht seit 27 Jahren machen!" Was ihn auch durch die harten Tage trage, an denen etwa Obdachlose auf der Straße mitten in der Stadt stürben, sei einerseits sein christlicher Glaube und, wie Puhl es formuliert, eine "radikale Liebe den Menschen gegenüber." "Ohne Liebe" sagt Puhl, "ist alles nüscht." In der Zeit bei der Bahnhofsmission habe Puhl 70 Stunden pro Woche gearbeitet. Nach Feierabend ließ er die Sachen nicht hinter sich, sondern nehme sie bewusst mit nach Hause. Er sagt: "Die Menschen auf der Straße in ihrem Elend haben es verdient, dass ihr Schicksal für die anderen – für uns – nicht zu leicht wird."

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  • 12.11.2020
    53 MB
    55:33
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    Warum haben die Depressionen Sie zu einer besseren Chefin gemacht, Katharina Borchert?

    Eine gute Führungskraft müsse Verletzlichkeit zeigen und Zweifel zulassen, sagt Katharina Borchert. "Die Tiefen, die ich durchlaufen habe, haben mir das erleichtert", sagt sie im ZEIT-ONLINE-Podcast Frisch an die Arbeit. Die 47-Jährige arbeitet heute als Innovationschefin bei dem Tech-Unternehmen Mozilla im Silicon Valley. Im Podcast erzählt sie, dass sie früher unter Depressionen gelitten habe. "Ich hatte damit weit über zehn Jahre zu kämpfen", sagt sie. "Es gab viele Phasen in meinen Zwanzigern, in denen ich definitiv keine Vollzeitstelle hätte ausfüllen können.“ Geholfen hätten ihr „sehr gute Therapie und wahnsinnig viel Zeit.“ Sie sei durch ihre Erfahrungen empathischer, lasse ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Freiraum, könne Konflikte gut aushalten. Borchert wuchs auf einem Bauernhof bei Bochum auf. Nach dem Studium arbeitete sie zunächst als freie Journalistin, wurde später Online-Chefredakteurin der WAZ-Mediengruppe und dann Geschäftsführerin von Spiegel Online in Hamburg. Vor vier Jahren wechselte sie zu Mozilla und zog in die USA. Was Borchert antreibt, ist ihr Wille, etwas zu verändern. Daher wolle sie keinen Tag ungenutzt lassen. Die Erfahrungen mit den Depressionen, die sie als junge Frau gemacht habe, hätten sie kompromissloser gemacht. "Ich weiß besser, was mir guttut und was nicht", sagt sie. Um bei der vielen Arbeit emotional stabil zu bleiben, bewegt sie sich jeden Tag eine Stunde an der frischen Luft. "Klingt altmodisch, aber da komme ich am besten runter", sagt Borchert.

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  • 12.11.2020
    32 MB
    33:44
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    Wie kann man sich als Krankenpfleger Fehler verzeihen, Robert Kunz?

    "Was mich an Krankenhausserien nervt, ist, wie die Position des Arztes dargestellt wird", sagt der Krankenpfleger Robert Kunz im ZEIT-ONLINE-Podcast Frisch an die Arbeit. Der 30-Jährige arbeitet in einer kleinen Tagesklinik in Berlin. Die Rolle von Pflegerinnen und Pflegern werde durch das Bild im Fernsehen oft unterschätzt. Kunz sagt: "Der Kontakt der Patienten ist zu 90 Prozent mit den Pflegekräften und nicht mit den Ärzten.“ Kunz, der eigentlich mal Polizist werden wollte, sieht sich als Vermittler zwischen dem starren System Krankenhaus und seinen Patienten. "Das komplexeste an meinem Beruf ist das Sprechen mit den Patienten und Patientinnen – wie gehe ich mit Unsicherheiten und Aufregung um? Wie vermittle ich all die Informationen, ohne die Betreffenden zu überfrachten? Das muss man erst einmal einschätzen können.“ Als erfüllend nimmt er in seinem Beruf die Dankbarkeit von Kranken wahr. Im Podcast sagt Kunz aber auch: "Die Menschen verbinden mit einem sehr viele Hoffnungen. Aber natürlich passieren auch uns Pflegerinnen und Pflegern Fehler." Zu hohe Erwartungen hätten nicht nur Patienten, sondern auch er und seine Kollegen. Bei Fehlern gingen sie oft sehr hart mit sich ins Gericht. "Man muss sich auch mal einen Fehler verzeihen können – auch große Fehler", sagt Kunz.

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  • 12.11.2020
    37 MB
    38:56
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    Warum muss Arbeit wehtun, Max Herre?

    "Es gibt zum Glück so was wie Abgabetermine", sagt der Musiker Max Herre im ZEIT-ONLINE-Podcast "Frisch an die Arbeit". Denn dem 46-Jährigen falle es schwer, ein Ende zu finden: "Ich muss das Gefühl haben, ich habe jetzt alles probiert. Wenn die Arbeit nicht wehgetan hat, ist sie nicht fertig." So habe er an seinem neuen Album "Athen", das Anfang November erscheint, seit 2015 gesessen. Herre wurde Ende der Neunziger mit der Band Freundeskreis bekannt. Die Single "A-N-N-A" war ein großer Erfolg und verkaufte sich 250.000-mal. Doch schon im Jahr 2000 gab Freundeskreis die letzten Konzerte. Herre zog mit seiner Frau, der Sängerin Joy Denalane, nach Berlin. Sie arbeiteten im Wechsel, mal war er mit einem Soloalbum an der Reihe, mal sie. Bei der Entscheidung sei es auch um die Vereinbarkeit von Familie und Musik gegangen. Herre sagt: "Wir wollen beide den Beruf machen. Aber wir haben eine Familie und können nicht in der Welt unterwegs sein, während die Kinder in die Schule müssen.“ Das ändere sich gerade wieder, da die Kinder größer sind. "Wir arbeiten gleichviel, aber gleichzeitig", sagt Herre. Neben der eigenen Musik mag Herre es weiterhin gern, Platten für andere Musikerinnen und Musiker zu produzieren. "Weil du da nicht dich selbst verhandeln musst", sagt er. Denn wenn man sich mit der eigenen Musik zeige, mache man sich immer angreifbar.

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  • 12.11.2020
    34 MB
    36:00
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    Worauf achten Sie, wenn Sie einen Film mit sich selbst sehen, Heike Makatsch?

    "Wie mache ich das? Wie sehe ich denn da aus!?“ Diese Fragen gehen der Schauspielerin Heike Makatsch durch den Kopf, wenn sie zum ersten Mal einen Film mit sich selbst sieht. Doch wenn sie zufrieden mit sich sei, könne sie einen Misserfolg auch ganz gut ertragen, erzählt die 48-Jährige im ZEIT-ONLINE-Podcast Frisch an die Arbeit. Makatsch studierte nach dem Abitur ein paar Semester Politik und Soziologie, da war sie bereits Moderatorin beim Musiksender Viva. Ihre erste Filmrolle hatte sie mit 25 Jahren in dem Film Männerpension von Detlev Buck, für die sie gleich zwei Preise bekam. Im Podcast erzählt Makatsch, wie sie sich auf ihre Arbeit vorbereitet: "Ich lese jedes Drehbuch sicher dreimal", sagt sie. "Ich schreibe mir immer die Subtexte auf: Was sagt meine Figur hier wirklich?“ Über die Stimmung am Set sagt sie: "Harmonie im Team ist für mich relativ zweitrangig." Das passe ganz gut zu ihrer eigenen Arbeitsmoral: "Ich bin diszipliniert, selbstkritisch und verlange mir was ab", sagt Makatsch. Das beinhalte auch eine gewisse Härte gegen sich selbst. "Während eines Drehs geht man auch mit Fieber zur Arbeit. An so einem Tag würde ich mich nie hängen lassen." Und überhaupt sei die Arbeit für sie keine Belastung, im Gegenteil: "Manchmal finde ich drehen sehr viel entspannter als den Alltag mit Familie." Manchmal wünsche sie sich allerdings, "ich würde mehr intellektuell arbeiten, als ich das tue.“ Ab dem 17. Oktober ist Makatsch in dem Kinofilm "Ich war noch niemals in New York" von Philipp Stölzl zu sehen.

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  • 12.11.2020
    32 MB
    34:07
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    Wie organisiert man eine Band wie Deichkind, Henning Besser?

    "Deichkind ist heute ein konzeptkünstlerisches Projekt, das im Gewand einer Popband daherkommt", sagt Henning Besser von Deichkind im ZEIT-ONLINE-Podcast "Frisch an die Arbeit". Die Aufgabe des 39-Jährigen bei Deichkind sei eher ungewöhnlich, wie er selbst sagt: "Ich kümmere mich um alles außer die Musik und die Texte." Konkret heißt das, dass Besser sowohl für die Ästhetik als auch die Produktion der aufwendigen Liveshows von Deichkind zuständig ist. Besser begann seine DJ-Karriere einst unter dem Künstlernamen DJ Phono. Im Jahr 1998 wurde er Vizeeuropameister im Scratchen. Zu Deichkind stieß er zunächst als Tour-DJ und wurde erst im Jahr 2006 reguläres Mitglied der Band um Rapper Philipp Grütering. Knapp 30 Leute arbeiten heute Vollzeit für Deichkind, darunter Ingenieure, vor allem im technischen Bereich, der Bühnenkonzeption und im Bühnenbau. Dazu kämen, so Besser, Freelancer für Pressearbeit, Marketing und Artwork – und nochmals gut 70 Mitarbeiter, die mit der Band auf Tour unterwegs seien. Deichkind sei mittlerweile "eigentlich ein veritabler Mittelständler geworden", erzählt Besser. "Tief in meinem Herzen bin ich aber gar kein Unternehmer", sagt Besser. "Ich bin Künstler und spiele nur Firma!"

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  • 12.11.2020
    34 MB
    35:33
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    Wie können Sie sich als Frauenärztin von Ihren Patientinnen abgrenzen, Sheila de Liz?

    "Mein Fach ist mit schönen Momenten gesegnet, gerade Schwangerschaften sind immer wieder etwas ganz Besonderes", sagt die Frauenärztin und Autorin Sheila de Liz über ihren Beruf im ZEIT-ONLINE-Podcast "Frisch an die Arbeit". "Aber wenn man gerade einen Brustkrebs-Fall hatte und die nächste Patientin reinkommt rein und wegen der Wartezeit meckert – das ist besonders anstrengend." Eigentlich, sagte die 50-Jährige, müsste man "vor jeder Patientin eine Kurzmeditation machen, das Fenster aufreißen und die Energien loswerden“. Sheila de Liz wurde in New Jersey, USA, geboren und kam als Teenager mit ihrer deutschstämmigen Mutter nach Deutschland. In Mainz studierte sie Medizin. Seit über zwölf Jahren arbeitet sie in ihrer eigenen Praxis in Wiesbaden. Im Podcast berichtet de Liz auch davon, wie viel Scham viele ihrer Patientinnen haben. Der verkrampfte und von unsinnigen Schönheitsvorstellungen geprägte Blick auf den Körper der Frau bringe Frauen in Gefahr: "Es gibt Frauen, die gehen nicht zur Mammografie, weil sie sich für ihre Brüste schämen.“ Darüber hat sie auch ein Buch geschrieben, es heißt: "Unverschämt – Alles über den fabelhaften weiblichen Körper".

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  • 12.11.2020
    27 MB
    28:47
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    Wie wird man ein Rockstar, Marco Wanda?

    "Ich kann noch immer mein Glück nicht fassen, dass das mein Beruf ist“, sagt der Musiker Marco Wanda im Podcast "Frisch an die Arbeit". Der 32-jährige Österreicher erzählt von seiner Arbeit an Texten, aber auch vom Hype um die 2012 gegründete Band Wanda, die mit der Single "Bologna" bekannt wurde. Marco Wanda hat Sprachkunst an der Wiener Universität für angewandte Kunst studiert. Seine Berufung sei aber immer die Bühne gewesen. "Ich bin mir sicher, ich wäre in jedem anderen Lebensentwurf grandios gescheitert", sagt Wanda. "Ich bin überall rausgeflogen, wo man rausfliegen kann." Die Arbeit als Songschreiber und Musiker heute nehme er dagegen sehr ernst. Lieder schreiben sei für ihn wie ins Büro zu gehen, auch wenn ihm ein bisschen Alkohol dabei helfe und er beim Schreiben extrem viel rauche – im Grunde eine Schachtel für jede Strophe, sagt er im Podcast. Die Leidenschaft und Begeisterung im Publikum würden seine Band und ihn am meisten anstacheln. Sie würden versuchen, "jedes Konzert so zu spielen, als ginge es um Leben und Tod". Das neue Album "Ciao!" von Wanda erscheint am 6. September 2019.

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  • 12.11.2020
    50 MB
    52:27
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    Wie schafft man es, lange Zeit am Stück konzentriert zu arbeiten, Nora Markard?

    "Bei einer guten Vorlesung sieht man in den Gesichtern, da passiert was im Kopf", sagt die Juristin Nora Markard im ZEIT-ONLINE-Podcast "Frisch an die Arbeit". Die 41-Jährige ist Juniorprofessorin für Öffentliches Recht und Völkerrecht an der Universität Hamburg. In ihren Vorlesungen sitzen bis zu 400 Studierende. "Da muss man ziemlich ackern, um die Leute zu erreichen und die nicht dahinten drinsitzen und das über sich ergehen zu lassen", sagt sie. Markard hat Jura und Internationale Beziehungen in Berlin, Paris und London studiert. Derzeit sitzt sie an ihrer Habilitationsschrift. Im Podcast erzählt Markard von – wie sie sie nennt – manischen und depressiven Phasen im Arbeitsleben von Juristen. In den sogenannten manischen Phasen arbeite man unglaublich viel, alles funktioniere. In depressiven Phasen unterschätze man seine Expertise und halte die eigene Arbeit für banal. Sie spricht auch vom Hochstaplersyndrom: der Angst, dass man in Wirklichkeit gar nichts kann und andere es nur noch nicht bemerkt haben. Markard sagt: "Es geht darum, eine nachhaltige Art der Arbeit zu finden, die man über lange Zeit durchhält, ohne unglücklich oder krank zu werden." Und: "Zu viel ist grundsätzlich ein Problem in unserem Beruf. Man hat immer das Gefühl, es ist nicht genug."

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  • 12.11.2020
    52 MB
    54:19
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    Wie hat Ihre Arbeit Sie trotz schwerer Krankheit am Leben gehalten, Miriam Maertens?

    "Im Grunde arbeite ich erst seit sieben Jahren ohne Schummelei", sagt die Schauspielerin Miriam Maertens im ZEIT-ONLINE-Podcast "Frisch an die Arbeit". Die heute 49-Jährige hat seit ihrer Geburt Mukoviszidose, eine nicht heilbare Stoffwechselerkrankung, die unter anderem zu viel Schleim in der Lunge produziert. Bis zu ihrer Lungentransplantation vor sieben Jahren erzählte sie nur wenigen Kollegen und Regisseuren von ihrer Krankheit. In den Pausen ging sie nach Hause, um Übungen zu machen, und später, um sich an der Sauerstoffmaschine zu stärken. Miriam Maertens kommt aus einer Hamburger Theaterfamilie. Schon als Kind wusste sie, dass sie einmal Schauspielerin werden würde. Dass die Ärzte bei ihr eine Lebenserwartung von fünf Jahren prognostiziert hatten, verdrängte sie. Sie sagt im Podcast: "Das Verdrängen war in der Familie hoch angesagt, um auch Spaß am Leben zu haben." Mit 20 Jahren spielte sie ihre ersten Rollen, unter anderem an der Schaubühne in Berlin, dann als festes Ensemblemitglied am Schauspielhaus Zürich. Die Arbeit habe sie am Leben gehalten, sagt sie. Aber irgendwann ging es nicht mehr. Vor sieben Jahren bekam sie eine Spenderlunge. Im Podcast erzählt Maertens, wie sie mit der Krankheit arbeiten konnte – und auch, wie sich Arbeit für sie verändert hat, seitdem sie eine neue Lunge hat. So arbeitete sie in den ersten Jahren nach der OP zunächst sehr viel, weil sie endlich alles konnte. Aber sie sagt auch: "Ich mache manche Sachen nicht mehr, wenn ich sie nicht wirklich machen will." Stattdessen wolle sie lieber auch mal reisen – was sie früher auch nicht immer konnte. Zur neuen Spielzeit wechselt sie ins Ensemble des Schauspiels Hannover. Im vergangenen Jahr ist ihr Buch „Verschieben wir es auf morgen“ über ihren Kampf gegen Mukoviszidose erschienen.

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  • 12.11.2020
    36 MB
    37:59
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    Wie ist es, mit 23 Jahren das Weingut der Eltern zu übernehmen, Juliane Eller?

    "Die Entscheidung für den Weinbau ist bei mir relativ spät gefallen", sagt Juliane Eller im ZEIT-ONLINE-Podcast "Frisch an die Arbeit". Die 29-Jährige ist Winzerin im rheinhessischen Ahlsheim. "Ich wollte früher immer ein geregeltes Leben mit Fünf-Tage-Woche" – und das gehe im Weinbau gar nicht. Während Ellers Schulfreunde im Sommer an den See gefahren seien, habe sie ihren Eltern geholfen. Druck hätten sie ihr nie gemacht, erzählt Eller. Nach der Schule machte sie ein Praktikum im Weinbau. Dort habe sie erst die Vielzahl an Möglichkeiten verstanden, die ihr durch den Familienbetrieb offen standen. Sie entschied sich nicht nur, Weinbau zu studieren und den Betrieb zu übernehmen – sondern auch, das Unternehmen komplett umzubauen. Da war die gerade 23 Jahre alt. "Als ich bei meinen Eltern eingestiegen bin", erzählt Eller lachend, "habe ich erst einmal nur wahnsinnig viel Geld gekostet.“Der anstrengendste Teil der Arbeit sei bei all dem, so sehr von der Natur abhängig zu sein – auch wenn für dieses Jahr die größten Gefahren wie Hagel und Unwetter überstanden seien. Die zunehmende Klimakrise sei auch für den Weinbau in Deutschland ein großes Problem, erzählt Eller: "Wir fangen heute Anfang September an zu ernten – mein Papa hat noch Ende November geerntet."Eller hat zwei Wein-Marken etabliert: „Juwel", ihre eigene Marke. Und die Marke „Drei Freunde“, die sie zusammen mit dem Moderator Joko Winterscheidt und dem Schauspieler Matthias Schweighöfer gegründet hat.

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  • 12.11.2020
    31 MB
    33:01
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    Wie bewegt sich der Share-Now-CEO Olivier Reppert durch die Stadt?

    "Ich bin von montags sieben Uhr bis freitags 22 Uhr voll für die Arbeit da – aber ich möchte das Wochenende für die Familie haben", sagt Olivier Reppert, CEO von Share Now, dem gemeinsamen Carsharing-Dienst von Mercedes-Benz und BMW. Am Wochenende arbeite Reppert nicht mehr als zwei Stunden, sagt der 45-Jährige im ZEIT-ONLINE-Podcast "Frisch an die Arbeit".Als Kind, erzählt Reppert, wollte er eigentlich Archäologe werden. Dann studierte er Maschinenbau. Heute gehört Olivier Reppert zu den erfahrenen Managern im Bereich Carsharing. Ehe er Share Now übernahm, baute er Car2Go auf. "Damals", sagt Reppert, "war der Smart für uns das perfekte urbane Auto. Und schon damals war für uns klar: Der Smart muss elektrisch sein. Wir können es uns eigentlich nur noch leisten, uns elektrisch in den Städten zu bewegen.“ Er sagt: "Mein Thema sind Mobilitätsökosysteme. Wie viel Struktur braucht es? Wie viele Alternativen braucht es? E-Scooter? Öffentliche Verkehrsmittel? Wir sind alle nur erfolgreich, wenn das alles miteinander funktioniert", sagt Report. Er selbst, erzählt Reppert, der mit seiner Familie in Berlin wohnt, fahre gar nicht so oft Auto, auch wenn sein eigener Weg zur Arbeit grob acht Kilometer lang sei. "Ich fahre viel Fahrrad in Berlin. Da hat man auf dem Heimweg viel Zeit nachzudenken."

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  • 12.11.2020
    47 MB
    49:41
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    Wie wichtig nehmen Sie als Opernsängerin Applaus und Buhrufe, Annika Schlicht?

    "Wenn ich mich abschminke und die Perücke abnehme, das ist am besten", sagt die Opernsängerin Annika Schlicht. Sie möge es, in der U-Bahn auf dem Weg nach Hause neben Menschen zu sitzen, die gerade aus der Oper kämen, in der sie aufgetreten sei. Erkannt werde sie nie, dadurch bekäme sie häufig ungefiltert mit, was das Publikum über sie denke, sagt sie im ZEIT-ONLINE-Podcast "Frisch an die Arbeit". Die 31-jährige Schlicht studierte an der Hochschule für Musik Hanns Eisler in Berlin Operngesang und gehört heute als Mezzosopranistin zum Ensemble der Deutschen Oper in Berlin. Im Podcast erzählt Schlicht, wie anspruchsvoll ihre Woche ist: "Ein voller Arbeitstag heißt: Probenstart um zehn Uhr für eine dreistündige Oper, dann Einzelwiederholungen und am Abend eine Vorstellung mit einer anderen Oper." Zu Hause höre sie daher gar keine Opern mehr, auch keine Radiomusik. Stille, sagt Schlicht, sei ihr am liebsten. Es gäbe keine Arbeitstage, die sie mit halber Kraft bewältigen könne. Krank habe sie allerdings schon gearbeitet. Ihre Sorge, das Publikum zu enttäuschen, ist groß. "Ich will nie gegen eine Buh-Wand laufen", sagt Schlicht. "Wenn ich mit mir selbst zufrieden bin, ist der Applaus nicht so wichtig. Aber an manchen Tagen kann einen der Applaus auch wieder hochpushen.“

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  • 12.11.2020
    33 MB
    35:04
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    Wie entspannt man als Start-up-Gründerin, Pia Frey?

    "Ich hatte mir nicht vorgenommen, zu gründen", sagt Pia Frey, Gründerin und Geschäftsführerin von Opinary über die Anfänge ihrer eigenen Meinungsumfragefirma im ZEIT-ONLINE-Podcast "Frisch an die Arbeit". Die 31-Jährige wollte eigentlich Journalistin werden. Nach dem Philosophiestudium begann sie ihre Karriere in einer Redaktion. Doch die oft mäßigen Kommunikationskanäle zu den Leserinnen und Lesern, wie sie sagt, hätten sie gestört. Als Frey mit ihrem Bruder, der in den USA studiert hatte und in einer Unternehmungsberatung arbeitete, darüber sprach, entstand schnell die Idee, ein Umfrageinstrument zu entwickeln, mit dem schnell und einfach Feedback zu Artikeln und Kommentaren eingeholt werden kann. Heute haben sie 60 Beschäftigte in Berlin, London und New York. Gemeinsam mit ihrem älteren Bruder eine Firma zu gründen, sei dabei eine Herausforderung gewesen, sagt Frey: "Als wir gesagt haben, dass wir das mit Haut und Haaren probieren wollen, war die Frage schon: Kriegen wir das in dieser Geschwisterkonstellation überhaupt hin?" Sie kriegen es hin. Im Podcast erzählt Frey auch, dass sie meistens lange arbeite, auch am Wochenende, und sie sogar bei Gesprächen mit Freunden darüber nachdenke, was deren Geschichten und Ideen für ihre Firma bedeuten könnten. Trotzdem könne sie gut abschalten: "Ich habe gelernt, die Zeit im Flugzeug zu mögen", sagt Pia Frey. Dort habe sie Zeit für sich selbst.

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  • 12.11.2020
    42 MB
    43:49
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    Gehört twittern zu Ihrer Arbeit, Frau Chebli?

    "Ein guter Arbeitstag ist, wenn ich das Gefühl habe, es hat was gebracht", sagt Sawsan Chebli im ZEIT-ONLINE-Podcast "Frisch an die Arbeit". Die 40-Jährige ist in Berlin Staatssekretärin für Bürgerschaftliches Engagement und Bevollmächtigte des Landes beim Bund. Was sie schlimm fände: "Wenn die Leute sagen würden, dass ich keinen guten Job mache.“ Chebli wuchs in Berlin auf. Ihre Eltern hatten vor ihrer Geburt 20 Jahre in einem Flüchtlingslager im Libanon gelebt. In Deutschland war die Familie lange nur geduldet. Chebli sagt im Podcast: "Ich habe Arbeit immer als etwas Befreiendes empfunden." Sie habe nie so arm sein wollen wie ihre Eltern. Heute arbeite sie viel, oft auch am Abend und am Wochenende. „Ich habe ganz wenig Privatleben“, sagt sie. Aber das sei okay. Die Arbeit bereite ihr weniger Stress als Shitstorms auf Twitter. Dann könne sie manchmal auch nicht mehr gut schlafen. Oft liefert sie sich Kämpfe in dem sozialen Netzwerk, sie wird beschimpft. In manchen Wochen erstatte sie 20 bis 30 Anzeigen pro Woche. Warum sie sich das antut? "Alles andere wäre Kapitulation", sagt Chebli. Sie twittert auch während ihrer Arbeitszeit, zum Beispiel in Sitzungen. Trotzdem betont sie: "Twitter ist nicht Teil meiner Arbeit.“

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  • 12.11.2020
    42 MB
    44:10
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    Warum hatten Sie Angst vor dem Michelin-Stern, Ilona Scholl?

    "Das Sakrale hergebrachter Restaurants finde ich nicht besonders genussförderlich", sagt die Gastronomin Ilona Scholl im ZEIT-ONLINE-Podcast "Frisch an die Arbeit". Sie leitet das Restaurant Tulus Lotrek in Berlin und wurde zuletzt als Gastgeberin des Jahres ausgezeichnet. Ihr Restaurant erhielt Ende 2017 einen Michelin-Stern. Das habe die heute 36-Jährige aber nicht nur erfreut. "Ich hatte die Sorge, dass der Stern uns den Gastraum zerhackt", sagt Scholl. Aber die Gäste des Lokals seien weiterhin eher unprätentiös und uneitel. Ilona Scholl studierte Literaturwissenschaft und arbeitete nebenbei als Kellnerin. Ein erdender Nebenjob, wie sie sagt. Dennoch sei sie oft gefragt worden, ob sie nicht anders Geld verdienen könne. "In Deutschland gibt es diese Kellnerkultur wie in Italien, Frankreich und Österreich nicht", sagt Scholl. Das habe schon Zweifel ausgelöst: "Ich habe meine Begabung als nichts wert betrachtet." Dabei habe sie schon immer eine Leidenschaft für Essen gehabt.

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  • 12.11.2020
    29 MB
    34:52
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    Was macht man als Urologe genau, Herr Dr. Wittkamp?

    "Es gibt nichts, wofür ich mich fürchte – außer davor, Fehler zu machen", sagt der Kölner Urologe und Autor des Buches "Fit im Schritt – Wissenswertes vom Urologen“, Volker Wittkamp, im ZEIT-ONLINE-Podcast „Frisch an die Arbeit“. Im Podcast erzählt er, wie sein Arbeitsalltag aussieht. Der 35-Jährige sagt: "Bei Urologie denkt jeder, die Patienten sind ältere Männer mit Prostata-Problemen." Tatsächlich seien Urologen aber für ein viel breiteres Spektrum an Organen zuständig – bei Männern wie Frauen für die Nieren, die Harnleiter und die Harnröhren, bei Männern außerdem für die Prostata und die Hoden. Wittkamp schätzt, dass etwa 70 Prozent seiner Patienten Männer und 30 Prozent Frauen seien. Wittkamp erzählt im Podcast auch von Fällen, in denen sich Männer Rosen in die Harnröhre geschoben haben und von Penisringen, die so fest am Gemächt saßen, dass Wittkamp die Feuerwehr rufen musste, um den betreffenden Ring vom Geschlechtsorgan flexen zu lassen. Nicht alle Fälle aber seien dramatisch. Manchmal könne er seinen Patienten auch einfach Erleichterung verschaffen, wie etwa im Falle eines Harnstaus – dann nämlich, wenn jemand durch eine Verkrampfung einfach keine Wasser mehr lassen kann. Er habe schon erlebt, dass Patienten statt der üblicherweise 300 Milliliter fast sechs Liter Urin in der Blase aufgestaut hätten, die er als Arzt durch einen Blasenkatheter habe ablassen können. "Das ist die größte Erleichterung, die man jemandem verschaffen kann", sagt Wittkamp.

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  • 12.11.2020
    28 MB
    33:13
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    Warum waren Sie ausgebrannt von Ihrer Arbeit, Edin Hasanović?

    "Ich habe Angst vor Routine", sagt der Schauspieler Edin Hasanović im ZEIT-ONLINE-Podcast Frisch an die Arbeit. Es sei nicht das Lob von anderen, sondern sein eigener Antrieb, der ihn immer wieder zu Höchstleistungen antreibe. "Ich spiele supergerne Rollen, die möglichst weit weg von mir ist. Das was nah dran ist, das ist für mich gar keine Arbeit", sagt der 27-Jährige, der derzeit im Audible-Hörbuch "Die Juten Sitten" den Gigolo Fritz spricht. Im Podcast spricht er auch über die Schattenseiten seines Berufs: Im vergangenen Jahr habe er zu viel gearbeitet, war am Ende ausgebrannt und stürzte dann auch noch im Urlaub so schlimm, dass er mehrere Wochen im Rollstuhl saß. "Aber das letzte Jahr war auch das Wichtigste, weil es so schlimm war. Ich muss meine Art zu arbeiten ändern, sonst macht das mich kaputt", sagt Hasanović. Was seine Lehren aus dieser Zeit sind, erzählt er im Podcast. Er sagt außerdem: "Ich bin mir bewusst, dass es Leute gibt, die besser sind, und dass jemand kommt, der mich ablöst. Darauf bin ich vorbereitet.“

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  • 12.11.2020
    40 MB
    47:57
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    Lena Meyer-Landrut, warum haben Sie darüber nachgedacht, aufzuhören?

    Lena Meyer-Landrut, 27, wurde vor zehn Jahren bekannt, als sie den Eurovision Song Contest mit dem Lied "Satellite" gewann. Ihre drei Songs stiegen gleichzeitig in die Top 5 der Charts, das hatte es noch nie gegeben. Sie wurde unter anderem mit zwei Echos, dem Deutschen Fernsehpreis, zwei goldenen Kameras und der 1Live-Krone ausgezeichnet. Doch im Podcast erzählt sie von einer Phase in ihrem Leben, in der sie nicht mehr konnte. Das war vor anderthalb Jahren, als ihr neues Album fast fertig war. Sie sagt: "Ich war müde und erschöpft und traurig. Habe morgens keinen Bock gehabt, ich war lustlos." Und: "Ich hatte so langsam über die Jahre den Bezug zu mir selbst verloren." Sie entschied, das Album abzusagen. Das musste sie nicht nur den Fans, sondern auch ihrer Plattenfirma erklären: "Ich habe in Meetings gesessen mit Ü40-Männern, die mich anguckten, als würden sie die Welt nicht mehr verstehen, und ich sagte: Leute, ich fühl‘s einfach nicht. Es geht nicht.“ Sie verordnete sich eine Pause von ihren Social-Media-Kanälen und beschäftigte sich mit sich selbst. Wer bin ich? Was will ich eigentlich? Soll ich ganz aufhören? Sie sagt: "Ich hatte vor vielen Fragen, die ich mir gestellt habe, total viel Angst. Mein ganzes Leben hätte sich verändert." Eine Erkenntnis half ihr dabei weiter: "Dass es die Möglichkeit gibt, meine Person nicht verbiegen zu müssen für den Beruf." In diesen Tagen erscheint ihr neues Album "Only Love, L.“.

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