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Frisch an die Arbeit

In "Frisch an die Arbeit" stellen Leonie Seifert und Daniel Erk spannenden Persönlichkeiten aus Kultur, Politik, Gesellschaft und Wirtschaft Fragen über ihr persönliches Verhältnis zu ihrer Arbeit.

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  • 21.06.2022
    42 MB
    44:25
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    Wie kann man mit Kunst Klischees brechen, Moshtari Hilal?

    "Vor 2001 hat sich niemand für Afghanistan interessiert, nach dem 11. September in dem Jahr aber war Afghanistan überall Thema, auch in der Schule, in der ersten Klasse, in der ich damals war", erzählt die Künstlerin Moshtari Hilal, die zu der Zeit in Deutschland lebte. "Ich musste mich damals schon mit dem Land auseinandersetzen, weil die anderen Kinder Maschinengewehrgeräusche gemacht, mir Terrorismus unterstellt oder gefragt haben, ob meine Familie Osama bin Laden kennt."Hilal, die 1993 in Kabul geboren wurde, kam als Asylbewerberin nach Deutschland und ging nach ihrem Abitur wieder für eine Zeit nach Afghanistan, auch um die Kunst- und Kulturszene ihres Geburtslandes kennenzulernen, wie sie im Podcast "Frisch an die Arbeit" erzählt. Obwohl sie sich eigentlich für Zeichnen und Kunst interessierte, begann sie zurück in Deutschland Islam- und Politikwissenschaften zu studieren. Mit der Zeit habe sie dann aber doch “mehr Zeit in die Kunst” als in ihr Studium gesteckt.Dass ihre Kunst so viel mit ihrer Biografie zu tun hat, sei inhaltlich ein Privileg, künstlerisch aber manchmal auch belastend. “Wenn ich diese sehr aufwendigen Schwarz-Weiß-Zeichnungen, die oft sehr detailliert und groß sind, verkaufe und dann quasi weggeben muss, fühlt sich das für mich an wie ein Verlust”, sagt Hilal.Über die Jahre habe sie sich ein eigenes Publikum erarbeitet. "Das macht mich auch in gewisser Weise unabhängig von den Strukturen in der Kunstindustrie, in der ich halt eben nicht klassisch ausgebildet wurde und in der ich auch nicht diese Netzwerke habe." Trotzdem, erzählt Hilal, habe sie den Wunsch, unabhängiger von Social-Media-Plattformen wie Instagram zu werden. “Manchmal wünsche ich mir, Instagram einfach zu löschen – und es wäre irrelevant für meine Arbeit und mein Vorankommen.”

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  • 07.06.2022
    33 MB
    34:12
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    Wie reinigt man einen Tatort, Marcel Kreuzer?

    "Man stellt sich ja immer vor, dass Tatortreiniger ausschließlich wegen Verbrechen, Mordfällen und überhaupt den schlimmste Delikten kommen", sagt der Oberdinger Tatortreiniger Marcel Kreuzer im Podcast Frisch an die Arbeit. "Das ist aber gar nicht so: Der Großteil sind Menschen, die einsam in ihrer Wohnung verstorben sind und unentdeckt wochenlang dort lagen."Tatsächlich sei die Berufsbezeichnung "Tatortreiniger" etwas irreführend: Nur bei zehn bis 20 Prozent seiner Aufträge gehe es wirklich um Mordfälle, "viel weniger als man annimmt", erzählt Kreuzer im Arbeitspodcast von Zeit Online. Neben natürlichen Todesursachen kämen auch Suizide und Unfälle leider häufig vor. Entsprechend aufwändig sei auch die Reinigung. "Gerade in einer Wohnung, in der wochenlang eine Leiche lag, reicht es nicht zu putzen", sagt Kreuzer. "Dann muss tatsächlich die ganze Wohnung geräumt und manchmal auch saniert werden. Man bekommt den Geruch einfach nicht raus.""Es gibt selten Momente, die uns wirklich schockieren – auch wenn das trotzdem vermutlich noch häufiger vorkommt als bei anderen Berufen", sagt Kreuzer. Besonders schwierig sei es, den richtigen Grad der Nähe zu den Angehörigen zu finden, sie seien letztlich ja Reinigungskräfte, keine Seelsorger: "In so einer Situation kann ein witziger Spruch ja schnell nach hinten losgehen."

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  • 24.05.2022
    38 MB
    39:42
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    Wieso sollten wir mehr Algen essen, Deniz Fiçicioglu?

    "Unser Ziel ist es, so viele Menschen wie möglich dazu zu bekommen, dass sie täglich Algen essen", sagt die Startup-Gründerin Deniz Fiçicioglu, die mit einen Dosenthunfischersatz aus Algen und Bohnen entwickelt hat. "Wir richten uns also nicht bloß an Veganer, die einen Ersatz für Thunfisch suchen, sondern an alle."Fiçicioglu, 37, arbeitet früher als Planerin in Werbeagenturen, ehe sie sich wegen mehrerer Unverträglichkeiten begann, sich mit Lebensmitteln zu beschäftigen. Erst sammelte sie in ihrem Blog selbstentwickelte fruktosefreie Rezepte, dann veröffentlichte sie ein Kochbuch namens "Und was isst du dann?" gluten- und zuckerfreien Rezepten. Mit Algen habe sie sich beschäftigt, als ihr jetziger Mitgründer Jacob von Manteuffel, ein studierter Meeresbiologe, ihr von deren Vorteilen erzählt habe, sagt Fiçicioglu im ZEIT-ONLINE-Podcast Frisch an die Arbeit.Wie beim Kaffee entsteht der Geschmack erst durch die Weiterverarbeitung. "Es ist schon die Kombination aus Zutaten, die das Produkt ausmachen und das ist schon ‘verarbeiteter’ als andere", sagt Fiçicioglu. Beispielsweise sei der Thunfisch das erste halbe Jahr grün gewesen – algengrün. "Und dann fängt man an, Stück für Stück die Farbe zu optimieren, den Biss", sagt Fiçicioglu. Mittlerweile sähen die Produkte so aus wie echter Thunfisch und schmeckten auch so.Dennoch hätten viele Menschen Vorbehalte, weil sie nur vergammelte Algen vom Strand kennen. "Menschen, die unsere Produkte probieren, sagen häufig: Das schmeckt ja gar nicht nach Alge! Ich frage dann immer: Hast du denn schon mal Algen probiert?", erzählt Fiçicioglu.

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  • 10.05.2022
    37 MB
    38:57
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    Wie dokumentiert man Kriegsverbrechen, Sam Dubberley?

    "Ich habe alles gesehen, was Menschen einander antun können", sagt Sam Dubberly, der für die Organisation Human Rights Watch ein Team leitet, das anhand von Videos und Bildern Menschenrechtsverletzungen dokumentiert. "Ich habe in Syrien gearbeitet, nach den Angriffen auf Aleppo oder Idlib, ich habe in Äthiopien Massenmorde gesehen, ich habe die Leute gesehen, die am Kopf von Tränengaskanistern getroffen wurden und wie das aussieht."Dubberly, 45, war früher Fernseh-Journalist in Krisengebieten und arbeitet seit gut zehn Jahren für Menschenrechtsorganisationen, hier hat er sich auf die digitale Beweissicherung spezialisiert. Dazu sichtet er gemeinsam mit vier Kollegen bei Human Rights Watch täglich Videos und Fotos aus Kriegs- und Krisengebieten wie der Ukraine. "Wir suchen die Bilder und Videos über Telegram, Tiktok und Twitter und sichten Satellitenbilder. Das hilft uns Beweise zu sammeln, die zeigen: Dort könnte es Kriegsverbrechen in der Ukraine gegeben haben," sagt Dubberly im Zeit-Online-Podcast Frisch an die Arbeit."Die Russen wissen, dass wir Satellitenfotos haben, die beweisen, was in Mariupol passiert. Wir hören häufig, dass die Menschen, die von dort fliehen, gezwungen werden, alle Bilder von ihren Handys zu löschen", sagt Dubberly. "Wenn Staaten Verbrechen begehen wollen, schalten Sie mittlerweile das Internet ab. Weil sie wissen, dass wir das sehen und darüber berichten werden. Und sie haben Angst. Angst vor der Wahrheit."

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  • 26.04.2022
    36 MB
    38:11
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    Ist die Pandemie jetzt vorbei, Herr Zickler?

    "Wir fangen jetzt erst an, die Corona-Jahre aufzuarbeiten" sagt der Berliner Arzt Daniel Zickler, der in der Berliner Charité auf einer Intensivstation arbeitet und in den vergangenen beiden Jahren die Folgen der Corona-Pandemie sehr direkt miterlebt hat. "Wir hatten durch Corona ein extrem hohes Aufkommen an Patienten, viele waren extrem krank und viele sind gestorben – das haben wir sonst so nicht."Zickler, 42, hat Medizin mit Schwerpunkt internistische Medizin studiert und sich dann zum Intensivmediziner fortgebildet, heute leitet er eine internistische Intensivstation der Charité. In ganz Deutschland bekannt wurde er mit der TV-Dokumentation "Charité Intensiv: Station 43" und einer Corona-Spezialsendung von Joko & Klaas, in der er für die Impfung und für Kontaktbeschränkungen appellierte."In der Hochphase von Corona sind unglaublich viele Menschen gestorben, auch junge Menschen, schwangere Menschen – das war eine unheimliche Belastung", sagt Zickler. "Man arbeitet im Akkord – und trotzdem sterben so viele Menschen. Irgendwann stellt sich dann auch die Sinnfrage", sagt er."Ein leeres Bett auf einer Intensivstation ist wirtschaftlich etwa ein Problem", sagt Zickler. Aus gesellschaftlicher Sicht sei es aber die Voraussetzung, "dass jemand kurzfristig aufgenommen werden kann". Er hoffe, dass die Pandemie da eine Wende bewirken könne, auch wenn politisch bislang wenig passiert sei. "Die Probleme, die durch Corona zu Tage getreten sind, sind ja nicht weg."

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  • 12.04.2022
    41 MB
    43:31
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    Was hilft traumatisierten Geflüchteten, Frau Meyeringh?

    "Die letzten Wochen war sehr anstrengend", sagt die Psychotherapeutin Janina Meyeringh, die bei Xenion arbeitet, einem Berliner Behandlungszentrum für traumatisierte Geflüchtete. "Schon seit der Machtübernahme der Taliban letzten Sommer arbeiten wir weit über unsere Belastungsgrenzen hinaus, weil so viele Menschen zu uns gekommen sind, die therapeutische Hilfe brauchen. Und jetzt kommen natürlich auch Menschen aus der Ukraine zu uns."Meyering, 42, arbeitet seit sechs Jahren vornehmlich mit Kindern und Jugendlichen, die in ihren Heimatländern, aber auch auf der Flucht Opfer von schwersten Menschenrechtsverletzungen geworden sind – unter anderem von Folter, Menschenhandel, Vergewaltigungen und überhaupt von massiver Gewalt. "Die Geschichten der Geflüchteten auszuhalten war, als ich in dem Job angefangen habe, auch für mich schwer", sagt Meyeringh im Podcast "Frisch an die Arbeit".In der Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen, erzählt Meyeringh, gehe es vor allem darum, überhaupt ins Gesprächs zu kommen und dann zu schauen, wie man im Einzelfall helfen könne. "Wir versuchen ein Netz um die Menschen zu spannend, passend zu ihren Bedürfnissen", sagt Meyeringh. "Viele kommen und wollen ihre traumatischen Erlebnisse vergessen. Aber das funktioniert nicht. Das Ziel ist, dass die Kinder und Jugendlichen lernen, mit den Erfahrungen zu leben."

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  • 29.03.2022
    43 MB
    45:02
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    Wie berichten Sie als Exil-Journalist über Russland, Dmitry Vachedin?

    „Der Krieg war ein Schock für mich und für unsere Redaktion“, sagt der Journalist Dmitry Vachedin im Podcast “Frisch an die Arbeit”, der für das russische und Putin-kritische Nachrichtenmagazin Meduza arbeitet.Das Nachrichtenmagazin wurde 2014 von Redakteurinnen und Redakteuren der oppositionellen Webseite Lenta.ru gegründet, nachdem diese nach Meinung der staatlichen Behörden zu kritisch über den Überfall der russischen Armee auf die Krim berichtet haben. Sicherheitshalber verlagerte Meduza schon damals seinen Hauptsitz nach Riga in Lettland.„Früher wirkte das seltsam, aber heute ist jedem klar, dass man in Moskau und überhaupt in Russland nicht als Journalist arbeiten kann“, sagt Vachdin. „Das Gute ist, dass Meduza von Pessimisten gegründet wurde, die schon 2015 verstanden haben, dass man über Russland nur aus der Ferne frei berichten kann.“Im Podcast berichtet Vachedin, wie er und seine Kolleginnen und Kollegen seit dem Überfall der russischen Armee auf die Ukraine und die massiven Einschränkungen der Pressefreiheit in seinem Heimatland überhaupt noch arbeiten können. „Während die Redaktionsarbeit weiterging, haben wir gemeinsam versucht, so viele Mitarbeiter wie möglich aus dem Land zu bringen – während unklar war, ob Russland unsere Leute überhaupt gehen lässt“, sagt Vachedin.Vachedin weiß, dass er einen Preis für seine Arbeit bezahlt: „Ich liebe meine Heimatstadt St. Petersburg über alles”, sagt er. “Aber ich weiß nicht, wann ich das nächste Mal nach Russland reisen kann. Wahrscheinlich erst, wenn Putin weg ist. Und das kann dauern.“

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  • 15.03.2022
    24 MB
    25:35
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    Was lernte man als neue Abgeordnete im Bundestag, Tessa Ganserer?

    "Im Vergleich mit dem Bundestag ist der bayrische Landtag fast ein Familienbetrieb", sagt die Bundestagsabgeordnete der Grünen Tessa Ganserer im Podcast "Frisch an die Arbeit". Im Bundestag sei alles größer, schneller, arbeitsintensiver. Bei der Bundestagswahl im vergangenen Herbst hatte sie mehr als 22 Prozent der Erststimmen im Wahlkreis Nürnberg-Nord gewonnen.Ganserer, 44, die seit 1998 Mitglied bei Bündnis 90/Die Grünen ist, zählt zu den ersten beiden Abgeordneten, die sich zu ihrer Transidentität bekennen. "Die Nachricht ging um die Welt wie ein Lauffeuer – wir waren ja sogar in der New York Times", sagt Ganserer. Entsprechend aufregend seien die ersten Tage in Berlin gewesen.Während Ganserer internationale Medienanfragen beantworten musste, habe sie auch ihr Büro-Team aufbauen müssen und sich eine Wohnung in Berlin suchen müssen. "Bis Weihnachten haben ich komplett aus dem Koffer gelebt und in einem Hotel gewohnt", erzählt Ganserer.Dass sie heute Bundestagsabgeordnete sei, sei vor allem eine große Ehre, auch wenn die Aufgabe sehr arbeitsintensiv sei, erzählt Ganserer. Aber das gehöre eben auch zum Beruf: Politik, Demokratie, das Ringen um Kompromisse, das sei keine leichte Aufgabe. "Demokratie ist anstrengend", sagt Ganserer.

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  • 08.03.2022
    35 MB
    37:13
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    Was ist der beste alkoholfreie Drink zu besonderen Anlässen, Isabella Steiner?

    "Zu viele Menschen denken bei nicht alkoholischen Alternativen immer noch an Rhababerschorle, Wasser oder an Mocktails", sagt Isabella Steiner, die den alkoholfreien Späti und Onlineshop nüchtern.berlin gründete. Im ZEIT-ONLINE-Podcast "Frisch an die Arbeit" erzählt sie, dass kaum jemand nach Feierabend sage: Jetzt ein alkoholfreier Spritz – das wär's! Steiner bedauert das: "Mir ist wichtig, dass die Leute wissen, dass es tolle Alternativen zu Alkohol gibt und dass sie die Wahl haben."

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  • 15.02.2022
    39 MB
    40:47
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    Lohnt es sich Kunst zu kaufen, Frau Polleit Riechert?

    "Kunst als Investment ist interessant – aber am Ende liegt der Wert immer im Auge des Betrachters" sagt die Kunsthistorikerin und Sachbuchautorin Ruth Polleit Riechert im Podcast "Frisch an die Arbeit". "Das beste Investment ist immer ein Werk, das man eigentlich nicht wieder verkaufen möchte."Schon als Jugendliche habe sie sich für Kunst interessiert, erzählt Polleit Riechert im Arbeitspodcast von Zeit Online. "Kandinsky hat mich schon gefesselt, als ich mir seine Werke in Büchern aus der Stadtbibliothek angesehen habe". Der Farbrausch von Kandinsky, aber auch von Macke und anderen habe sie nie mehr losgelassen.Mittlerweile berät Polleit Riechert Menschen und auch Unternehmen, die Kunst kaufen wollen, hilft ihnen, den richtigen Preis zu ermitteln und eine gut strukturierte Sammlung aufzubauen. "Wenn Sie das wirklich als Wertanlage verstehen wollen, dann rate ich immer der Sammlung ein Thema zu geben", sagt Polleit Riechert. "Sonst ist es nur ein Sammelsurium."

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  • 01.02.2022
    42 MB
    43:45
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    Auf welche Stücke in der Elbphilharmonie freuen Sie sich, Herr Lieben-Seutter?

    "Der befriedigendste Moment ist immer das Konzert", sagt Christoph Lieben-Seutter, der Generalintendant der Elbphilharmonie in Hamburg ist. "2.000 glückliche Gesichter, begeisterte Künstlerinnen und Künstler auf der Bühne – da bekommt man die Energie zurück, die man am Tag in all die kleinen Probleme gesteckt hat."Der 50-jährige, der in Wien geboren und aufgewachsen ist, habe schon als Jugendlicher gewusst, dass er mal einen Betrieb leiten wolle. "Ich hatte das vage Gefühl: Ich werde irgendwo die Ansagen machen", sagt er im Arbeitspodcast von ZEIT ONLINE. Lieben-Seutter arbeitete nach dem Informatikstudium zunächst in der Computerindustrie, wo er für Philips Software und die dazugehörigen Handbücher auf Fehler kontrollierte. Über Kontakte kam er als Direktionsassistent ans Wiener Konzerthaus. Seine Aufgabe war dort weiterhin Projektmanagement in einem komplexen Umfeld, in die neue Branche musste er sich aber von Grund auf einarbeiten.Heute ist Lieben-Seutter einer von zwei Geschäftsführern der Elbphilharmonie – und für mehr als 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und für das Programm verantwortlich: "Ich beschäftige mich auch mit Details, damit, wie die Website aussieht, was das Vorderhauspersonal anhat oder warum es Staus an den Liften gibt. Ich denke schon Tag und Nacht über die Elbphilharmonie nach."

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  • 18.01.2022
    36 MB
    37:29
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    Kann man mit Tiktok zum Star werden, Sophia?

    "Mit Musik Erfolg zu haben, ist krasser, als ich mir es vorgestellt habe", sagt die 26-jährige Sängerin und Goldschmiedin Sophia, die sich erst im Mai 2021 auf der Social-Media- Plattform TikTok anmeldete, bei "Frisch an die Arbeit". Auf TikTok veröffentlicht sie seitdem Videos von selbst geschriebenen deutschsprachigen Popsongs – und erreichte mehrfach sechsstellige Aufrufe. Im Oktober erschien ihre erste Single bei einer großen Plattenfirma: "Man spricht ja so viel von Followern und Likes, aber wenn man sich klarmacht: Das sind alles Menschen, die man da erreicht! Das ist schon Wahnsinn."Noch vor einem Jahr arbeitete Sophia, die ihren Familiennamen nicht öffentlich nennen will, ausschließlich als angestellte Goldschmiedin in München, sie fertigte Ringe, Ohrringe, Ketten und Armbänder. Diese Arbeit, erzählt sie, habe sie gewählt, weil sie nach der Schule einen kreativen, aber auch handwerklichen Beruf gesucht habe. "Ich löte total gerne!", sagt sie. "Ich mag das Feuer und mag, wenn das Metall glüht."In den meisten ihrer Songs singt Sophia zu Klaviermusik, in einem ihrer TikTok-Videos sieht man, wie sie aus den Geräuschen der Goldschmiedewerkstatt ein Lied komponiert. "Es gibt in der Werkstatt total viele interessante Klänge", sagt sie. "Mein liebstes Geräusch da ist, wenn man heißes Metall in Wasser abschreckt, das gibt so ein verrücktes Zischen."Mittlerweile hat Sophia ihre Wochenstunden als Goldschmiedin reduziert und verbringt die restliche Zeit damit, Musik zu machen. Beide Berufe zu verbinden, sei oft anstrengend, aber das Feilen an ihrer Musik sei wichtig. "Es gibt auch Tage, da sitze ich den ganzen Tag in der Werkstatt, fahre dann nachts ins Studio, komme um fünf Uhr nach Hause und stehe um neun Uhr wieder in der Werkstatt." Daher sagt sie auch: "Wenn ich könnte, würde ich die Werkstatt sofort komplett gegen das Studio eintauschen."

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  • 04.01.2022
    39 MB
    41:26
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    Wozu braucht man heute noch Schornsteinfeger, Christian Werner?

    "Es gibt bis heute kein Bluetooth-Gerät, das den Schornstein reinigt!", sagt der Berliner Schornsteinfeger Christian Werner, der in Berlin-Pankow einen eigenen Betrieb führt. "Wir Schornsteinfeger kriechen immer noch durch die Schornsteine. Wir müssen manchmal immer noch auf allen Vieren herumkrabbeln, mit Gewichten hantieren und auf dem Dach balancieren!"Ihm sei schon als Kind klar gewesen, dass er mal Schornsteinfeger wird, sagt der 41-Jährige im Podcast "Frisch an die Arbeit". "Schon in meinem Schulfreunde-Album stand bei Berufswunsch: Schornsteinfeger. Ich wollte nie Kosmonaut oder Lokführer werden wie die anderen Jungs", erzählt Werner.Zwar gebe es immer weniger klassische Schornsteinfegerarbeit, weil Kohle- und Holzöfen seltener seien, doch er habe genug zu tun. Denn er sei nun auch für die Wartung und Reinigung von Gasheizungen und Lüftungsanlagen zuständig. "Aber eine Lüftungsanlage mit einer Taschenlampe zu kontrollieren und dann ein Protokoll zu schreiben – das ist im Vergleich zu den klassischen Aufgaben nicht ganz so spannend."Dass er als Schornsteinfeger als Glückssymbol gilt, amüsiert Werner. "Es gibt jeden Tag einen, der mit dem Auto anhält und fragt: Ey, darf ich dich mal anfassen." Damit habe er kein Problem. Was ihn viel mehr irritiere, sei, dass ihn die Kinder von heute nicht immer als Schornsteinfeger erkennen würden.

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  • 21.12.2021
    35 MB
    36:43
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    Was feiern Juden an Chanukka, Rabbiner Weingarten?

    „Es gibt ein Thema, auf das ich immer und immer wieder angesprochen werde – nämlich Antisemitismus“, sagt der Rabbiner Akiva Weingarten, der jüdischen Gemeinden in Dresden und Basel vorsteht, im Podcast Frisch an die Arbeit. „Wir Juden wissen natürlich, dass es Antisemiten gibt. Aber: Das ist ein Thema, mit dem sich die Bevölkerung beschäftigen muss. Das muss nicht immer die erste Frage an uns sein!”Weingarten wuchs in Brooklyn in der streng religiösen, chassidischen Satmer-Gemeinde auf. Er besuchte ausschließlich eine religiöse Schule und zog mit Anfang 20 nach Israel, in einen ebenfalls chassidischen Vorort von Tel Aviv, Bnei Brak. „Wir hatten kein Fernsehen, keine Zeitung, keine Magazine, kein Radio, kein Internet und keine Smartphones”, erzählt Weingarten. In Israel habe er dann mit Ende 20 den Entschluss gefasst, aus der Welt der chassidischen Juden auszusteigen, erzählt er im Podcast. „Das war eine sehr, sehr schwierige Entscheidung.“ Weil er unbedingt studieren wollte, zog er schließlich nach Berlin.Für ihn selbst war nach seinem Ausstieg aus dem Chassidismus nicht klar, dass er Rabbiner werden würde, im Gegenteil. „Als ich nach Berlin kam, dachte ich: Ich fühle mich nicht mehr jüdisch und ich will überhaupt gar nichts mehr mit dem Judentum zu tun haben“, sagt Weingarten. „Als Aussteiger ist man von seiner Geschichte und seinen Erfahrungen traumatisiert.“

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  • 07.12.2021
    45 MB
    46:45
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    Wie vermeidet man sexistische Witze, Tommi Schmitt?

    "Bei vielen Witzen gebietet es der Anstand, dass man sie nicht macht", sagt der Komiker Tommi Schmitt, der mit dem Podcast "Gemischtes Hack" bekannt wurde und dessen Sendung "Studio Schmitt" auf ZDFNeo läuft. Im Podcast "Frisch an die Arbeit" erzählt er, dass er mit seinem Team daran arbeitet, lustig zu sein, ohne sexistisch oder rassistisch zu werden. "Wir haben in der Redaktion von Studio Schmitt 50 Prozent Autorinnen und 50 Prozent Autoren. Und zwar nicht, um sagen zu können, dass wir geile Typen sind, weil wir so divers sind. Sondern weil es diese machohafte Cowboy-Haltung verhindert."Seit 2017 macht er mit seinem Komiker-Kollegen Felix Lobrecht den Podcasts "Gemischtes Hack", der mit mehr als eine Million Zuhörerinnen und Zuhörern einer der erfolgreichsten in Deutschland ist. "Damit haben wir überhaupt nicht gerechnet", sagt Schmitt. "Das ist keine Koketterie: Felix und ich hatten lediglich die Idee, einen Podcast aus der Comedy-Branche zu machen, von einem auf der Bühne und einem hinter Bühne, mehr nicht." Der Podcast entstehe mit minimalen Mitteln, ohne Studio und Produktion. Oft sprächen Lobrecht und er einfach per Smartphone und nähmen das Gespräch auf, das sei alles: "Felix und ich bereiten uns auf diesen Podcast nicht vor."Entsprechend groß sei für ihn der Wechsel zum Fernsehen gewesen. "Ich war früher ja selbst schnell dabei, mich über Fernsehauftritte lustig zu machen – aber wenn man jetzt auf der anderen Seite ist, merkt man, wieviel Liebe und Arbeit in sowas steckt." Anders als als Gagschreiber für andere bekomme er nun auch alle Kritik direkt ab, in den sozialen Netzwerken und auch im Feuilleton. "Ich bin der Blitzableiter, ich halte das Gesicht hin", sagt Schmitt.

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  • 23.11.2021
    37 MB
    38:28
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    Haben Sie eine Lieblingsskischanze, Katharina Althaus?

    „Es sind Kleinigkeiten, die den Unterschied ausmachen: Wo sind meine Hände im Flug, wie stelle ich meine Ski?“, erzählt die Skispringerin Katharina Althaus, 25, die bei den vergangenen olympischen Spielen für Deutschland eine Silbermedaille geholt hat. Vor jedem Sprung konzentriere sie sich auf ein, zwei Aspekte im Bewegungsablauf und der Körperhaltung, die sie optimieren wolle, sagt sie im Podcast “Frisch an die Arbeit”: „Ich bin eigentlich nicht sehr perfektionistisch – außer beim Skisprung.”Althaus, die aus Oberstdorf im Allgäu stammt, erzählt, dass sowohl ihr Großvater als auch ihr älterer Bruder Ski gesprungen seien. Ihm habe sie beim Training zugeschaut und mit sechs Jahren wagte sie sich auf eine Schanze – auf die Minischanze. Von der Großschanze in Obersdorf sprang sie dann zum ersten Mal als Jugendliche mit 13 Jahren. Bei aller Vorbereitung sei der Moment, wenn sie die Beine durchdrücke und fliege, bis heute etwas Besonderes, sagt Althaus: „Der Sprung ist immer wieder ein Megagefühl!“ Sie springe schon so lange, dass sie vor dem Sprung überhaupt keine Angst mehr verspüre.Außerdem erzählt sie auch von schwierigen Momente. „Mich fragen Presseleute ganz direkt, was ich wiege”, sagt Althaus. “Ich finde das irritierend, das ist letztlich eine private Frage.” Außerdem merke sie auch jetzt noch, dass Frauen-Skisprung nicht so etabliert sei wie der Männersport. „Als Athletin wünsche ich mir die gleiche Aufmerksamkeit wie bei den Herren!“, sagt Althaus.

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  • 09.11.2021
    36 MB
    37:38
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    Wie bereiten Sie sich auf das Weihnachtsgeschäft im Buchhandel vor, Maria-Christina Piwowarski?

    "Du kannst keine gute Buchhändlerin sein, wenn du nicht sehr gerne und sehr breit gefächert liest", sagt Maria-Christina Piwowarski, die in Berlin den Buchladen Ocelot leitet. Jeden Abend nehme sie sich vor, 50 Seiten zu lesen, das sei ein gutes Pensum. Das ist wie Zähne putzen – wenn ich das nicht mache, fühlt sich das ein bisschen eklig an", erzählt sie im Podcast Frisch an die Arbeit. In der Regel schaffe sie so acht Bücher im Monat. Doch jeden Abend zu lesen sei auch wie Sport: "Man muss sich das vornehmen, es passiert nicht zufällig."Piwowarski, die als Kind eigentlich Schauspielerin, Lehrerin oder Meeresbiologin werden wollte, absolvierte eine Ausbildung als Buchhändlerin, vor allem weil sie mit Anfang 20 Mutter wurde und einen sicheren Beruf suchte. Auch wenn zur Arbeit einer Buchhändlerin "unglaublich viel putzen, Staub wischen und Bücher wieder gerade rücken" gehöre, sagt Piwowarski, finde sie ihren Beruf heute viel besser, als sie in der Ausbildung gedacht habe. "Ich bin immer wieder selbst überrascht, dass ich einkaufen kann, was mir gefällt – und dass dann Leute sagen: Boah, die Maria hat das ausgewählt, dann schaue ich mir das mal an!"Gerade für das Weihnachtsgeschäft müsse man sich in einer Buchhandlung sehr gut vorbereiten und das nicht nur, weil ausreichend Geschenkpapier im Lager liegen müsse. "Es gibt Standardfragen, die auf jeden Fall kommen", erzählt Piwowarski. "Jemand braucht einen Krimi. Jemand braucht einen Krimi, der aber auf keinen Fall blutig sein darf, jemand drittes braucht was für die Schwiegermutter – wir bereiten uns intern tatsächlich auf diese Fragen vor und legen Tabellen an."

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  • 26.10.2021
    41 MB
    42:56
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    Kann man mit Schwarzen Puppen die Gesellschaft verändern, Olaolu Fajembola?

    „Mir war als Kind nicht bewusst, dass ich Rassismus erlebe. Aber da war schon ein großes Unwohlsein”, sagt die Unternehmerin Olaolu Fajembola, die mit dem Onlineshop Tebalou ausgewähltes Spielzeug verkauft. Es ist für Kinder aller Hautfarben gemacht und bildet beispielsweise auch unterschiedliche Familienmodelle ab. Gemeinsam mit ihrer Co-Gründerin Tebogo Nimindé-Dundadengar hat Fajembola zudem ein Buch zum Thema veröffentlicht, es heißt "Gib mir mal die Hautfarbe – Mit Kindern über Rassismus sprechen”.“Wenn in meiner Schulzeit Afrika als Thema aufkam, erinnere ich mich, wie rassistisch das aufbereitet war. Und wie ich immer stellvertretend für den gesamten afrikanischen Kontinent sprechen sollte“, erzählt die 41-Jährige im Podcast Frisch an die Arbeit. Sie habe dann oft nicht gewusst, was sie darauf antworten soll.Als sie später ein Baby bekommen habe, habe sie gemerkt, dass sich viele Dinge seit ihrer eigenen Kindheit nicht verändert hatten. Noch immer habe es in die allermeisten Spielzeugläden nur weiße Puppen gegeben, sagt Fajembola im Podcast. Noch immer sei mit Hautfarbe nur ein Stift gemeint, mit dem man nur weiße Kinder malen kann. So sei sie mit Tebogo Nimindé-Dundadengar auf die Idee gekommen, Spielzeug anzubieten, das die Lebenswelt verschiedener Kinder abbildet: „Wir wollen zeigen, wie unterschiedlich Kinder sind und dass Puppen auch unterschiedlich aussehen können.“

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  • 12.10.2021
    40 MB
    41:46
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    Wie wird man Deutschlands jüngste Sterneköchin, Julia Komp?

    Gastronomie und Service haben die Kölner Köchin Julia Komp schon als Kind fasziniert. Bei „Frisch an die Arbeit“ erzählt sie, wie sie mit Mitte 20 zur jüngsten Sterneköchin Deutschlands wurde und warum sie danach ein Jahr lang Praktika in Restaurants von Marokko bis Japan gemacht hat.„In den letzten zehn Jahren habe ich im Durchschnitt elf bis zwölf Stunden am Tag gearbeitet, fünf Tage die Woche“, sagt die Kölner Köchin Julia Komp, die schon mit 27 mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet wurde. „Aber so ist es eben: In der Küche sind die Tage lang und das Leben hart.“Im Podcast Frisch an die Arbeit erzählt die heute 32-Jährige, wie sie schon als Kind ihre Liebe zum Kochen und Backen entdeckte: „Bei uns zu Hause wurde ganz gut gekocht und ich durfte immer mitmachen. Ich saß oft auf der Arbeitsplatte als Kind und durfte die Salatsoße anrühren.“ Nachdem Komp mit 14 Jahren ein Schulpraktikum in einem Hotel gemacht hatte, wusste sie: Im Service wird sie nicht mehr arbeiten, aber in der Küche, denn genau das wollte sie. Danach jobbte sie in den Ferien in Küchen. „Klar muss man als Frau zwischen all den Männern in der Küche bestehen können“, sagt sie. „Aber ich habe keine Erfahrungen mit Mobbing, Aggressionen und blöden Sprüchen gegenüber Frauen gemacht. Ich habe wirklich Glück gehabt, ich habe immer in coolen Küchen gearbeitet.“Im ZEIT-ONLINE-Podcast "Frisch an die Arbeit" erzählt Komp auch, wie sie nach Abitur und Ausbildung mit erst 27 Jahren nach dem Weggang des vorherigen Küchenchefs plötzlich für das Essen eines Sternerestaurants verantwortlich wurde – und es tatsächlich schaffte, sich direkt einen eigenen Michelin-Stern zu erkochen.

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  • 28.09.2021
    33 MB
    34:27
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    Welcher Small Talk geht beim Taxifahren immer, Hartmud Lamprecht?

    Seit drei Jahren fährt Hartmud Lamprecht Taxi in Hamburg. Im Podcast erzählt er, welche Themen er bei seinen Fahrgästen meidet und wie er mehr Trinkgeld bekommt. "So gut wie im Taxi kann man sich sonst nie mit Fremden unterhalten – auch über persönliche Sachen", sagt Hartmud Lamprecht, der seit mehr als drei Jahren als Taxifahrer in Hamburg arbeitet. Allerdings müsse man bei ihm auch aufpassen, erzählt Lamprecht im Podcast Frisch an die Arbeit. "Ich bin ziemlich redselig." Manche Themen funktionierten besonders gut bei seinen Fahrgästen, erzählt Lamprecht. Über ihre Arbeit würden die allermeisten Gäste etwa sehr gern sprechen. Was dagegen schieflief: Gespräche über den Zweiten Weltkrieg. Einmal, erzählt Lamprecht, habe sich ein Fahrgast als Nazi und Hitler-Fan zu erkennen gegeben. "Selber schneide ich politische Themen nicht mehr an", sagt Lamprecht. In erster Linie komme es ja auch darauf an, was der Gast sagen wolle: "Dann schweigt man eben im Taxi. Das ist auch ganz nett."

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  • 14.09.2021
    38 MB
    39:41
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    Wie bereiten Sie sich auf den Wahlabend vor, Jörg Schönenborn?

    "Vor dem Wahlabend versuche ich lange zu schlafen, die nächste Nacht wird ja meistens kurz", sagt der Moderator der ARD-Wahlsendungen und WDR-Programmchef Jörg Schönenborn. "Manchmal gehe ich an den Wahlabenden auch gar nicht ins Bett – je nachdem, wie lange ausgezählt wird."Überhaupt, erzählt der 57-jährige Schönenborn im Podcast Frisch an die Arbeit, stecke in den Sendungen zu den Wahlen sehr viel Vorbereitung. Von Hintergrundgesprächen mit den jeweiligen Spitzenkandidatinnen und Kandidaten bis hin zum Wahltag, an dem er und seine Kolleginnen und Kollegen bereits um zwölf Uhr die ersten Einschätzungen der Meinungsforscher erhalten. "Gegen 16 Uhr setze ich mich mit meinem Team zusammen, wir essen Pizza und Nudeln und besprechen, ob die inhaltlichen Szenarien, die möglichen Sieger und Koalitionen, auf die wir uns vorbereitet haben, eigentlich zutreffen", sagt Schönenborn.Seit dem Jahr 2019 ist er Programmdirektor des WDR für Information, Fiktion und Unterhaltung sowie Koordinator Fernsehfilm der ARD, er kenne mittlerweile beide Seiten des öffentlich-rechtlichen Rundfunks – die journalistische, aber auch die bürokratische. Das bringe eine gewisse Demut mit sich.Gerade an den Wahlabenden sei es ihm daher wichtig, den Tag mit seinem Team zu beenden, in Wohlwollen. "Wenn ich nicht gleich wieder mit einer Wahlanalyse im Morgenmagazin dran bin, weiß ich, dass die Kolleginnen und Kollegen von Infratest Dimas geguckt haben, ob die Hotelbar oder irgendwas anderen in der Nähe auf hat – und dann sitzen wir zusammen und es ist egal, wie kurz die Nacht wird."

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  • 31.08.2021
    33 MB
    34:54
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    Wie wird man Chefredakteur, Giovanni di Lorenzo?

    "Jede vernünftige Meinung entsteht aus der Konfrontation" Giovanni di Lorenzo ist Chefredakteur der Zeit und Fernseh-Moderator. Im Podcast "Frisch an die Arbeit" erzählt er, warum ihn autoritäres Gehabe im Job nicht weiterbringt."Es gibt keine Ausbildung zum Chefredakteur, dabei ist das ein Beruf, den man vorbereiten müsste", sagt Giovanni di Lorenzo, der seit dem Jahr 2004 Chefredakteur der ZEIT ist. Mit autoritärem Gehabe müsse man traditionell auf Eigenständigkeit und Unabhängigkeit gepolten Redakteuren jedenfalls nicht kommen, erzählt er in der 100sten Folge des Podcasts "Frisch an die Arbeit". Im besten Falle funktioniere es, wenn man überzeugend sei: "Aber man muss die eigene Mannschaft vor sich her treiben und also gedanklich immer etwas weiter sein." Di Lorenzo, der im Jahr 1959 in Stockholm geboren wurde und in Hannover aufwuchs, sagt außerdem, dass er eigentlich Manager oder Psychoanalytiker habe werden wollen. Dann aber habe er durch ein Schulpraktikum "so etwas wie ein Erweckungserlebnis" gehabt: "Am zweiten Tag meines Praktikums ließ mich der Chef der Kulturabteilung einen Artikel über Angelo Branduardi schreiben und als ich abends nach Hause gefahren bin, in meinem schrottreifen Fiat 127, da wusste ich: Das will ich wenn es irgendwie geht mein Leben lang machen."

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  • 17.08.2021
    38 MB
    40:14
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    Kann man Klimaschutz einklagen, Roda Verheyen?

    „Das wir gegen die Bundesregierung gewonnen haben ist ein Epochenwechsel”, sagt Roda Verheyen. Die Hamburger Anwältin hatte im Frühjahr mit der sogenannten Klimaklage vor dem Bundesverfassungsgericht Erfolg. Die Obersten Richter gaben Verheyens Antrag recht, dass das Klimagesetz der Bundesregierung nicht ausreiche, um die von der Politik gesetzten CO2-Reduktionsziele zu erreichen. „Wir haben für junge Menschen gelten gemacht, dass das Klimaschutzgesetz die Zukunft nicht ausreichend schützt.“Im Zeit-Online-Podcast “Frisch an die Arbeit” erzählt Verheyen, 49, heute eine der führenden Klimanwältinnen, dass sie sich schon als Jugendliche für den Umweltschutz interessiert hat: „Ich stand 1992 in der Staatsbibliothek der Uni Hamburg, schaute mir den ersten Bericht des Weltklimarats an – und musste mich wirklich setzen. Weil mir die Dimensionen dieses riesigen Experiments, das wir mit dem steigenden CO2 mit der Erde durchführen, zum ersten Mal klar wurde.“„Wir haben in der Klimakrise mindestens 20 Jahre verloren und das kreide ich allen führenden Politikerinnen und Politikern dieses Landes und auch der EU an“, sagt die Juristin. Auch die Gerichte hätten nicht schnell genug gehandelt: „Was jetzt passiert, sind sehr kleine Schritte und sie kommen sehr spät. Das tut mir vor allem für meine Kinder leid.“

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  • 03.08.2021
    39 MB
    40:25
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    Nimmt mir eine Künstliche Intelligenz den Job weg, Frau Zweig?

    „Wie erkennen heute gar nicht mehr, wo schon überall künstliche Intelligenz drin ist“, sagt die Informatik-Professorin Katharina Zweig. „Menschen waren mal erschüttert, dass Computer Schach spielen können. Heute sind wir erschüttert, dass Computer Texte schreiben können”, sagt Zweig im Podcast “Frisch an die Arbeit.”Zweig, die ursprünglich Biochemie studierte und über ihr Interesse für Programmierung zur Informatik kam, promovierte zur Analyse komplexer Netzwerke und leitet heute den Studiengang Sozioinformatik an der Technischen Universität in Kaiserslautern.„In den USA wird in Gerichtsräumen bereits Software verwendet um vorherzusagen, ob Kriminelle wieder rückfällig werden. Und auch in großen Sprachschulen werden solche Programm routinemäßig eingesetzt um Noten vorherzusagen”, sagt Zweig im Podcast. Das habe mehrere Vorteile, weil die Algorithmen in der Lage seien Muster zu erkennen und viel schneller zu Bewertungen zu kommen – rechtlich und moralisch sei das aber natürlich auch problematisch. „Wenn es darum geht, dass vor Gericht etwas entschieden wird, dass man als Arbeitslose klassifiziert wird oder dass Schulnoten maschinell erstellt werden, sollte man als Betroffene schon wissen, was da mit welchen Daten gemacht wurde”, sagt Zweig.Und natürlich sei auch die Arbeitswelt vom Einsatz solcher Datenverarbeitung betroffen – auch in Bereichen, in denen es nicht rein um Tabellen oder die Ablage von Informationen ginge. „Wenn es um komplizierte Griffe geht, die Roboter vor einigen Jahren noch nicht konnten, können sich die Computer das nun dank Künstlicher Intelligenz beim Menschen abschauen”, sagt Zweig. “Das sind also durchaus gefährdete Jobs.“

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  • 20.07.2021
    36 MB
    37:37
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    Wie wird man Stamm-DJ auf Ibiza, Solomun?

    "Ich versuche den Menschen mit meinen Sets ein Erlebnis zu ermöglichen, dass sie mit einem guten Gefühl nach Hause gehen und davon zehren" sagt der House-DJ Solomun, der in Clubs von Hamburg bis Ibiza und von Mexiko bis London auflegte und vermutlich bald wieder auflegt.Mladen Solomun, der in Bosnien geboren und in Hamburg aufgewachsen ist, erzählt bei "Frisch an die Arbeit", wie er nach der Schule erst als Trockenbauer in der Firma seines Vaters arbeitete, dann beim Film jobbte und sich schließlich als DJ versuchte. Mit seinem eigenen Label DIY und dem Underground-Club Ego wurde Solomun erst in Hamburg bekannt. Mit Remixen für Lana del Rey, die Editors und Paul Kalkbrenner und eigenen Clubhits dann auch in ganz Deutschland. Mittlerweile wird er weltweit als DJ gebucht und legt an einem festen Tag pro Woche auf Ibiza auf."So eine DJ-Saison auf Ibiza ist sehr kräftezehrend", sagt Solomun. "Auf Ibiza werden die Partys mit großen Werbetafeln promotet, auch oft mit den Gesichtern der DJs." Entsprechend riesig seien auch die Veranstaltungen.Immerhin habe er mit den Jahren gemerkt wie wichtig es ist, häufiger Nein zu sagen", sagt Solomun. Zwei Auftritte an einem Abend mache er mittlerweile überhaupt nicht mehr, erzählt Solomun im Podcast: "Früher wurde ich schon oft gefragt: ‘Hey, du spielst doch an diesem Abend in Amsterdam, willst du nicht auch noch in Belgien bei diesem Festival auflegen, wir lassen dich einfach mit dem Helikopter einfliegen."

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  • 06.07.2021
    31 MB
    32:37
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    Wovon lebst du eigentlich, El Hotzo?

    „Für mich ist das unglaublich neu, dass ich von diesem Unsinn leben kann”, sagt Sebastian Hotz alias El Hotzo, der mit witzigen Bildern und Sprüchen auf Twitter und Instagram bekannt geworden ist. „Alle vier, fünf Tage schreibt mir jemand: ‘Hey Sebastian! Du hast mich richtig zum Lachen gebracht!’ – und das ist etwas, was mich unglaublich freut und gut einschlafen lässt.“Hotz, 25, erzählt bei dem Podcast “Frisch an die Arbeit”, dass er schon immer beruflich schreiben wollte. Als Jugendlicher habe er von einer Karriere als Lokalreporter beim “Fränkischen Tag” geträumt, sich von Selbstzweifeln aber habe abhalten lassen. Schließlich habe er sich für eine vermeintlich sichere Berufswahl entschieden: ein duales Studium im betriebswirtschaftlichen Bereich bei einem Unternehmen.Als seine Psychotherapeutin ihm im Jahr 2017 empfahl, Tagebuch zu führen, habe er sich stattdessen einen Twitter-Account zugelegt, um seine Weltsicht niederzuschreiben – und sei damit nach und nach bekannt geworden. „Ich war schon immer jemand, der Humor benutzt hat, um sich in den Mittelpunkt zu stellen” sagt Hotz. „Aber wenn man die Absicht hat, mit Twitter berühmt zu werden, dann wird man es nicht. Das alles ist kompletter Zufall.“Gleichzeitig sei er sich absolut im Klaren darüber, dass sein derzeitiger Erfolg nicht für immer so weitergehen werde. „Ich kann nicht für immer eine Seite mit lustigen Fotos oder Videos führen”, sagt Hotz. Er hoffe, dass er künftig Bücher schreiben und Dinge schaffen könne, auf die er auch in zehn Jahren noch stolz sein. Mit seinen Sprüchen und Bildern, glaubt er selbst, hat er den Zenith vermutlich schon überschritten. „Aber die große Zeit des El Hotzo”, sagt El Hotzo, “ist vorbei.”

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  • 22.06.2021
    39 MB
    41:03
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    Wie wird man Pornodarsteller, Dante Dionys?

    „Porno ist Arbeit. Wir machen das ja nicht, weil wir die ganze Zeit geil sind”, sagt Dante Dionys, der vor allem in Produktionen der europäischen Porno-Szene zu sehen ist. “Ich bereite mich gerne gut vor und achte auch sehr auf meine mentale Verfassung. Für einen Dreh brauche ich einen ziemlichen klaren Kopf, da muss man vorher gut essen, viel trinken und ausgeschlafen sein.”Dionys, 25, erzählt bei dem Podcast “Frisch an die Arbeit”, dass es nie sein expliziter Berufswunsch gewesen sei, Pornos zu drehen. Er sei dazu eher zufällig gekommen. Mit einer Ex-Freundin habe er eine Video aufgenommen, das sie auf einer Amateur-Porno-Seite zum Verkauf angeboten hätten – und danach seien bald die ersten Produzentinnen auf ihn zugekommen, ob er nicht in einem professionellen Sexfilm mitspielen wolle.Sein Arbeitsalltag sei dabei deutlich weniger sexuell und mondän, als sich viele das vielleicht vorstellen würden, erzählt Dionys. Er drehe vielleicht zweimal im Monat, manchmal noch einen kurzen Clip pro Woche, aber in großen Teilen sei sein Beruf auch nicht anders als bei Freischaffenden in der Medienbranche. „Ich verbringe relativ viel Zeit am Schreibtisch, muss Werbung schalten, Promotion auf Social Media machen, mit Partner und Kunden kommunizieren und meine Webseite pflegen.” Das sei nicht so unähnlich wie bei anderen Menschen, die im Home Office zuhause sitzen: „Vielleicht 10, 20 Prozent meiner Arbeitszeit bin ich am Set.“

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  • 08.06.2021
    35 MB
    36:22
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    Wie wird man mit 34 Jahren Aufsichtsrätin, Fränzi Kühne?

    „Ich hatte keine Ahnung, was man in einem Aufsichtsrat macht“, sagt die Unternehmerin, Aufsichtsrätin und Autorin Fränzi Kühne im ZEIT ONLINE-Podcast “Frisch an die Arbeit”. „Aus Scheu habe ich aber auch nicht nachgefragt, sondern habe gesagt, ich bräuchte Bedenkzeit – und habe erst einmal gegoogelt.“Kühne, 38, gründete 2008 mit zwei Freunden die Digitalagentur TLGG. Sieben Jahre später verkaufte sie die Firma an einen großen US-amerikanischen Konzern. Heute sitzt sie im Aufsichtsrat der Freenet AG und der Württembergischen Versicherung und weiß natürlich, wie sie erzählt, was man dort so macht: “Wie der Name sagt: eine Mischung aus ‘Aufsicht’ und ‘Rat’."In ihrem eben erschienenen Buch “Was Männer nie gefragt werden. Ich frage trotzdem mal” stellt Kühne beruflich erfolgreichen Männern klischeehafte Fragen, die sonst vor allem Frauen gestellt werden – etwa, wie sie Familie und Karriere vereinbaren oder ob sie für junge Männer ein Vorbild sein wollen. „Ich dachte: hihi, jetzt stelle ich Männern mal diese Fragen, das wird lustig”, sagt Kühne. Aber lustig sei es dann nicht geworden, weil die Männer sehr ernsthaft und klug auf diese Fragen geantwortet hätten. Vereinbarkeit von Familie und Karriere sei für sie selbst durchaus ein Thema, sie arbeite gerne und viel, erzählt Kühne: „Du musst fleißig sein, du musst alles andere um dich herum vergessen, um erfolgreich zu sein.”

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  • 25.05.2021
    36 MB
    37:36
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    Jan Delay: „Ich wusste schon als Kind, dass ich richtig Geld verdienen will“

    „Ich wusste schon als Kind immer, dass ich mal Geld verdienen will“, sagt der Musiker Jan Delay im ZEIT-ONLINE-Podcast “Frisch an die Arbeit”. “Ich wollte genug Geld haben, dass ich in Urlaub fahren kann und dass ich Turnschuhe kaufen kann. Und das habe ich geschafft!“Delay, 45, der bürgerlich Jan Philipp Eißfeldt heißt, wurde in den Neunzigerjahren als Teil seiner schon zu Schulzeiten gegründeten Rap-Band Beginner bekannt, durch Lieder wie “Füchse” und “Hammerhart”. Seit den Zweitausendern veröffentlichte er eine Reihe von Soloalben. Sein aktuelles Album “Earth, Wind & Feiern” sei eine Hommage an Afrobeat und Bass-Musik.„Wenn ich eine Soloplatte mache, ist das meistens das Resultat aus fünf Jahren Musikhören“, sagt Delay. Er sammle ständig Text- und Musikideen in Notizbüchern und mit dem Smartphone. Das eigentliche Songschreiben gehe dann oft schnell: „Manchmal machen wir mit der Band Musik, die mich so flasht, dass ich am Abend noch den Text runterschreibe.” Er habe das Glück, dass er den Text zur Musik oft sofort im Kopf habe.

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  • 11.05.2021
    28 MB
    29:22
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    Wie geht’s Ihnen nach einem Jahr Pandemie, Doc Caro?

    "Durch die Pandemie häufen sich die Tage, an denen mir mein Beruf zu viel wird", sagt die Notfallärztin Carola Holzner im ZEIT ONLINE-Podcast "Frisch an die Arbeit". "Ständig parat sein, sich gedanklich immer damit zu befassen, das zehrt."Holzner, 39, arbeitet als leitende Oberärztin in der Notaufnahme des Universitätsklinikums Essen – und sie erzählt regelmäßig in den sozialen Netzwerken darüber. Als Doc Caro erklärt sie Facebook, Instagram und YouTube, wie Ärztinnen und Ärzte arbeiten und was die Pandemie mit dem Gesundheitssystem macht. Mittlerweile hat Holzner 207.892 Fans auf Facebook und 155.000 Follower auf Instagram.Auch wenn sie das freue, habe es auch anstrengende Seiten, wenn Menschen viel im Internet über Krankheiten erfahren. "Wenn einer mit dem Handy in der Hand in die Notaufnahme kommt und mir erklärt, was er hat, sage ich: mal ganz piano", erzählt Holzner. "Es wäre schön, wenn ich einmal drei Fragen stellen dürfte und wir dann noch Laborwerte abnehmen – und dann schauen wir mal, ob Google und ich auf einen Nenner kommen."

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  • 27.04.2021
    38 MB
    39:31
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    Wie wird man Hollywood-Star, Sibel Kekilli?

    “Es wird einem als Schauspielerin vorgeworfen, wenn man zu politisch ist und da pass ich schon auf, was ich preisgebe” sagt die Schauspielerin und frühere Tatort-Darstellerin Sibel Kekilli. “Aber als Person in der Öffentlichkeit habe ich auch eine gewisse Verantwortung.” Deshalb engagiere sie sich beispielsweise seit Jahren für Frauenrechte.Kekilli, 40, machte zunächst eine Ausbildung als Verwaltungsfachangestellte im Rathaus Heilbronn, ehe sie mit dem Fatih-Akin-Film “Gegen die Wand” in Deutschland und als die Prostituierte Shae in der Fantasy-Serie “Game of Thrones” weltweit bekannt wurde. Im Zeit-Online-Podcast “Frisch an die Arbeit” erzählt Kekilli, dass sie ihre Rollen nicht nach der Größe der Produktion oder dem erwartbaren Erfolg aussuche, sondern ihrem Bauchgefühl folge und schaue, ob der jeweilige Charakter sie berühre. Von verkrampfter Karriereplanung halte sie nicht viel: „Je verbissener man ist, desto weniger erreicht man seine Ziele”, sagt sie. „Wer mit mir arbeiten will, wird mich finden.“Gleichzeitig, erzählt Kekilli im Podcast, sei sie “furchtbar streng” mit ihrer Leistung und ihren eigenen Schwächen: „Ich stand schon mit einer Lebensmittelvergiftung bei einem Nachtdreh, ich will das Filmteam in so einem Moment einfach nicht im Stich lassen.” Als Perfektionistin sei es für sie schwer, ihre Arbeit entspannt zu sehen, weil sie immer wieder Ding sehe, die sie gerne besser gemacht hätte: „Meine eigenen Filme zu sehen ist für mich Folter.“

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  • 13.04.2021
    41 MB
    43:12
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    Was muss man über Bitcoin wissen, Prof. Sandner?

    „Bitcoin, Blockchain und Co sind ein sperriges Thema”, sagt Philipp Sandner, 41, Professor an der Frankfurt School of Finance & Management und Leiter des dortigen Blockchain Centers. „Ich habe das mal ausgerechnet: Man muss 500 Stunden Beschäftigung investieren, um das Thema Bitcoin wirklich inhaltlich zu durchdringen.” Sandner gründete nach seinem Studium der Betriebswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Wirtschaftsinformatik zunächst eine Unternehmensberatung, die auf Innovationsstrategien spezialisiert war. Seit dem Jahr 2017 lehrt er an der privaten Hochschule in Frankfurt Bitcoin und Blockchain. Mit Kryptowährungen habe er sich etwa seit dem Jahr 2013 beschäftigt, als in den Medien immer mehr darüber berichtet wurde, erzählt er im ZEIT-ONLINE-Podcast “Frisch an die Arbeit”: „Ich fand den Bitcoin damals technisch brillant – aber mir waren die ökonomischen Auswirkungen überhaupt gar nicht klar.”Seit er sich mit Bitcoin befasse, sagt Sandner, habe sich die Wahrnehmung darüber stark verändert. „Vor fünf Jahren dachte man noch, es sei eine anonyme Währung für illegale Zwecke”, sagt er. “Heute gehen die meisten davon aus, dass mit Bitcoin ein digitaler Rohstoff ganz ähnlich wie Gold erfunden wurde.”Im Privaten wird Sandner oft darauf angesprochen – jedoch mit den immergleichen Fragen, wie er erzählt: „Frage Nummer 1 ist immer nach dem Stromverbrauch und wie problematisch Bitcoin für die Umwelt ist. Frage Nummer 2 ist, ob das nicht einfach eine Währung für Kriminelle ist. Frage Nummer 3 ist: Wo steht der Bitcoin Ende des Jahres? Und Frage 4 ist, ob man Kryptowährungen ernst nehmen muss und ob das nicht bald wieder verschwindet.”

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  • 30.03.2021
    45 MB
    47:04
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    Wie gewinnt man eine Wahl, Frank Stauss?

    “Die spannendsten Phase des Wahlkampf ist für uns als Berater der Anfang” sagt Frank Stauss, Wahlkampfberater und Geschäftsführer der Agentur Richel/Stauss, die gerade zwei Kampagnen für die SPD in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz entwickelt hat. Am Anfang würden die wichtigen strategischen Fragen entschieden, die später die Grundlage für die Kampagnen bilden. “Wenn für die Öffentlichkeit der Wahlkampf beginnt, ist er für uns fast zu Ende”, sagt Stauss im Zeit-Online-Podcast “Frisch an die Arbeit”: “Die Schlussphase des Wahlkampf ist für uns die Schlimmste, weil man da fast nichts mehr ändern kann". Stauss, der zu den bekanntesten Wahlkampfberatern Deutschlands gehört, macht seit 30 Jahren Kampagnen – meist für die SPD, bei der Stauss auch Mitglied ist. Allerdings, erzählt er, habe er auch schon für Kandidatinnen und Kandidaten der Grünen und der FDP sowie vor einigen Jahren auch eine ganze Kampagne für die österreichische ÖVP entwickelt. Zwar habe er gewisse politische Leitlinien, aber grundsätzlich sei er als Campaigner in erster Linie Dienstleister und eben nicht Politiker, sagt Stauss: “Wir sind Berater. Wir hängen nicht auf den Plakaten. Meine Karriere hängt nicht vom Wahlabend ab.”Die Plakate und Slogans und die Fokussierung auf diesen einen Tag der Wahrheit, sagt Stauss, habe ihn schon sehr früh begeistert. “Ich wusste mit 12, dass ich Wahlkämpfe machen will – ich kann versichern, dass ist ein sehr einsames Hobby für ein Kind” sagt Stauss. Heute habe er in Wahlkämpfen selten Feierabend, doch er und sein Ehemann hätten sich daran gewöhnt. “Da gibt es keine Entspannung. Aber es gibt Atemtechniken, um damit umzugehen.”

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  • 16.03.2021
    36 MB
    37:42
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    Was kann man tun, damit einen die Arbeit nicht kaputt macht, Nele Groeger?

    „Ich würde mir wünschen, dass Unternehmen ein Klima schaffen, das es ermöglicht Schwächen anzusprechen,” sagt Nele Groeger in "Frisch an die Arbeit". Sie ist eine der Gründerinnen von “Shitshow”, einer Berliner Agentur für psychische Gesundheit, die Organisationen und Unternehmen berät, wie sie die mentale Gesundheit bei der Arbeit schützen können.Im ZEIT ONLINE-Podcast “Frisch an die Arbeit” erzählt Groeger, dass nicht nur eine Frage von Freundlichkeit sei: „Es ist gut, dass der Schutz von psychischer Gesundheit für Unternehmen auch wirtschaftliche Vorteile bringt”, sagt Groeger. Viele Unternehmen hätten bereits erkannt, dass Fehlzeiten reduziert und sie selbst als Arbeitgeber attraktiver werden, wenn sie Programme zum Schutz der psychischen Gesundheit umsetzen. Auch wenn Groeger sehr froh ist, dass bei ihrer eigenen Arbeit Rücksicht auf ihre psychische Gesundheit genommen werde, könne sie sich trotzdem keinen Job vorstellen, bei dem sie mit weniger Leidenschaft und mehr Distanz bei der Sache sei. „Ich bin Millennial” sagt Groeger. “Die Idee, mich im Job zu verwirklichen, hat für mich nichts an Faszination eingebüßt.”

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  • 02.03.2021
    35 MB
    37:03
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    Wie wird man Vorständin der Deutschen Bahn, Sigrid Nikutta?

    „Ich bin die Herrin der Güterzüge” sagt Sigrid Nikutta, Mitglied des Vorstands der Deutschen Bahn und Vorstandsvorsitzende von DB Cargo. „Jede Tonne, die ich auf der Schiene transportiere, spart sofort 80 Prozent an CO2. Ich muss also keinen Purpose-Workshop machen, um den Sinn meiner Arbeit zu erkennen. Ich sehe den Sinn jeden Tag!”Im Zeit-Online-Podcast “Frisch an die Arbeit” erzählt Nikutta, die als Vorstandsvorsitzende der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) erstmals Schlagzeilen machte, dass ihr Berufswunsch früher nichts mit Verkehr und Schienen zu tun gehabt habe: „Mein Traum war es, Psychologin im Justizvollzug zu werden”, sagt Nikutta. Dieses Ziel habe sie schon zu Schulzeiten verfolgt. Allerdings musste sie während ihres ersten Praktikums im Gefängnis feststellen, wie eine einzelne Psychologin im Gefängnis an den gesellschaftlichen Missständen ändern kann. „Ich bin dann in die Wirtschaft gewechselt”, sagt Nikutta. Der Berufwunsch änderte sich, die Zielstrebigkeit blieb. „Mit Ende 20 wollte ich zu einem Großunternehmen”, erzählt Nikutta im Podcast. “Und zwar in den neuen Bundesländern, das war mein strategisches Ziel. So kam ich zur Bahn – und das hat extrem gut gepasst.” Im Rückblick hätte es sich ausgezahlt, rastlos zu bleiben, erzählt die Managerin. So sei sie nach der ersten Station bei der Bahn zur BVG und im Frühjahr des letzten Jahres auch wieder zurück zur Bahn gekommen. „Solche Entscheidungen zogen sich durch meinen Berufsweg. Nämlich nicht zu fragen: Was ist der leichteste nächste Schritt? Sondern: Was bringt mich wirklich weiter? Was ist die herausforderndste Tätigkeit?”

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  • 16.02.2021
    46 MB
    48:06
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    Wie schreibt man einen Roman, Kirsten Fuchs?

    „Geschrieben habe ich immer” sagt die Schriftstellerin Kirsten Fuchs, die 1977 in Chemnitz geboren wurde und in Berlin-Hellersdorf aufwuchs. “Aber dass es mein Beruf sein könnte? Der Gedanke kam relativ spät.” Im Zeit-Online-Podcast “Frisch an die Arbeit” erzählt Fuchs, wie sie schon als Vorschulkind ihrem Vater Geschichten diktierte, später malte sie ihre Geschichten vor allem und hätte sich sogar vorstellen können, als Illustratorin zu arbeiten. Als Jugendliche besuchte sie dann aber doch Workshops für kreatives Schreiben: „Ich wollte Germanistik studieren, aber dafür hat die Note nicht gereicht. Dann habe ich mich für ältere deutsche Literatur und Sprache eingeschrieben – das ging überhaupt nicht gut.” Sie brach das Studium ab und begann eine Ausbildung zur Tischlerin: „Ich wollte das Gegenteil von einem Studium machen. Es sollte konkret, laut und dreckig sein.”Um auf ihre Geschichten zu kommen, habe sie ein einfaches Ritual: „Ich muss mich hinlegen, damit ich schreiben kann. Mich 20 Minuten ein bisschen löschen, dann ist die Stimmung da!” Daher schreibe sie zunächst auch immer viel zu viel – zu viel Dialog, zu viel Beschreibungen. Oft sei der erste Entwurf auch nur ein Herantasten, von dem manchmal nur eine Idee oder eine Person übrig bleibe. Aber das störe sie nicht. „Ich bin oft glücklich beim Schreiben” sagt Fuchs. „Das Scheitern beim Schreiben gehört einfach dazu.”

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  • 02.02.2021
    39 MB
    41:08
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    Kann man mit Instagram die Welt verbessern, Oğuz Yılmaz?

    „Wir waren bei den Kids damals so bekannt wie die Kanzlerin”, sagt Oğuz Yılmaz, der mit der Commedygruppe Y-Titty einer der ersten Youtube-Stars in Deutschland war und auch bei Harald Schmidt und Stefan Raab auf der Couch saß. „Damals war ich der Eine von Y-Titty – heute fällt vielen erst auf, wenn ich meine Geschichte erzähle: Ach, du bist von denen!”Heute managt Yılmaz Influencerinnen wie DariaDaria und Mirella, die Youtuber von Vegan ist ungesund und die Autorin und Journalistin Alice Hasters. „Es geht um Verträge verhandeln, Werbedeals besprechen und strategisch gucken, mit wem man arbeitet”, erklärt Yılmaz im ZEIT-ONLINE-Podcast Frisch an die Arbeit. Sein Mitgründer Felix Hummel und er hätten sich vorgenommen, all die Dinge besser zu machen, die Yılmaz in seiner Zeit als Youtuber unangenehm fand. Sie wollen mit ihren Kundinnen und Kunden Verträge aufsetzen, die transparent machen, wer wieviel verdient und welche Provisionen vermittelt werden. Und sie wollen nur Deals mit Firmen machen, die Umwelt- und Naturschutz ernst nehmen und Diskriminierung aufgrund von Gender, sexueller Orietierung und Hautfarbe ablehnen.“Aber es geht für uns nicht nur bei den Brands um Nachhaltigkeit. Sondern auch darum, dass wir den Karriereaufbau nachhaltig planen.” Der wichtigste Tipp sei aber ohnehin: „Nicht zu allem Ja sagen. Die Angebote kommen wieder.”

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  • 19.01.2021
    37 MB
    38:36
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    Wie plant man die Stadt der Zukunft, Frau Polinna?

    „Viele Städte wachsen, dazu kommen die Mobilitätswende und die Klimakrise”, sagt Cordelia Polinna, Geschäftsführerin des Berliner Stadtplanungsbüro Urban Catalyst. So entstünden zur Zeit Probleme, die Städte nur lösen könnten, wenn sie langfristige Pläne entwickelten: “Die Kommunen müssen reagieren – und wir helfen ihnen dabei.” Die promovierte Stadtplanerin Polinna, 45, wuchs in einer denkmalgeschützten Wohnsiedlung in Berlin auf. Schon als Jugendliche habe sie dort beobachtet, wie die ganze Stadt sich mit ihren Vierteln entwickelte, erzählt sie im Zeit-Online-Podcast “Frisch an die Arbeit”. Schon in der Schule habe sie sich bei einem Erdkunde-Kurs mit der Frage beschäftigt, wo Berlin seinen neuen Flughafen bauen solle. Das habe ihr gezeigt, wie komplex solche Prozesse seien. Heute spricht sie mit ihrem Team viel mit den Bewohnerinnen und Bewohnern. Ihre Erfahrungen sollten genauso berücksichtigt werden wie das, was die Gegend in Zukunft leisten müsse, erzählt sie. Im Schweizerischen Bern etwa verwandelte Polinna einen zentralen, aber etwas verwahrlosten Parkplatz zwischen einem Bahnviadukt und zwei Ausfallstraßen in einen urbanen Platz – mit einem Ideenpavillon und Flächen für Theater, Sport und Spiel. „Aber viele Politikerinnen und Politiker haben eben Angst vor Veränderung.” Für sie selbst sei das manchmal frustrierend: „Wenn ich schlecht drauf bin, denke ich: Wir produzieren eigentlich nur Pdf-Dateien.” Als besonders motivierend erlebe sie hingegen, wenn die Prozesse von Politik, Verwaltung und Bürgerinnen und Bürgern eine eigene Dynamik entwickelten. In Bern zum Beispiel habe der Ideenpavillon dazu geführt, dass Stadtverwaltung und Anwohnerinnen und Anwohner die Qualitäten des Platzes erst erkannt hätten. Wo früher billig Autos abgestellt wurden, haben sie plötzlich Tänze gelernt und Feste gefeiert. Die Kinder sausten mit Fahrgeräten ungestört umher. „Am Spannendsten ist, wenn sich der Blick der Beteiligten weitet – und die Menschen mutig werden”, sagt die Stadtplanerin.

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  • 05.01.2021
    36 MB
    37:35
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    Wie baut man medizinisches Cannabis an, Herr von der Groeben?

    „Wir werden das erste deutsche Unternehmen sein, das Cannabis anbaut”, sagt der Jurist und Start-up-Gründer Constantin von der Groeben über seine junge Firma Demecan, deren Name ausgeschrieben Deutsches Medizinal-Cannabis lautet. „Ende November haben wir die Betäubungsmittelumgangserlaubis bekommen und 2021 geht es los mit dem kommerziellen Anbau.”Von der Groeben, der Jura studiert hat und erst in großen Kanzleien in Deutschland und den USA und dann im Bundeswirtschaftsministerium arbeitete, hat 2017 gemeinsam mit dem Arzt Adrian Fischer und dem Ökonomen Cornelius Maurer Demecan gegründet. Gemeinsam entwickelten sie ein Konzept, um in Deutschland legal Cannabis unter Laborbedingungen anzubauen und als Medikament in die Apotheken zu bringen. „Zunächst dachte ich schon: Aha, das klingt ja verrückt”, gibt von der Groeben im Podcast zu. Doch dann habe er gesehen, dass es in einem so sensiblen Markt wie dem mit Cannabis auf die rechtliche Absicherung ankommt.

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  • 22.12.2020
    34 MB
    35:30
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    Warum stresst uns Weihnachten so, Eva-Maria Seibel?

    "Ende November, Anfang Dezember gibt es häufig einen Ansturm auf psychotherapeutische Praxen", sagt Eva-Maria Seibel. Sie arbeitet als Diplom-Psychologin, systemische Therapeutin und Familientherapeutin in Berlin. Dass sich jetzt mehr Menschen bei Therapeuten melden, hätte sicher auch mit dem Winter zu tun, erzählt sie im ZEIT-ONLINE-Podcast Frisch an die Arbeit. Die Dunkelheit und der anstehende Rückblick auf das Jahr wirkten zudem belastend. Die Pandemie verstärke dieses Jahresendgefühl noch.Seibel, 42, stammt aus dem Pfälzerwald und lebt seit 2005 in Berlin. Ehe sie sich als Therapeutin selbstständig machte, arbeitete sie als Psychologin in der Marktforschung und in der Werbestrategie. "In das Bild der schrulligen Therapeutin will ich reinwachsen", sagt sie im Podcast. In ihrer Praxis seien Familientreffen wie an Weihnachten zum Jahresende ein Thema. Die Beziehung zu den Eltern sei immer eine besondere und manchmal eben auch besonders anstrengend: "Man fährt zur Familie und zwei Tage lang ist es schön – dann kippt man in alte Muster", erklärt Seibel. Man fühle sich wieder als Kind oder rebellischer Teenager und auch die Eltern verhielten sich dementsprechend: "Das sind ganz übliche Abgrenzungsprobleme, die an Weihnachten, aber auch zu anderen Familienanlässen auftreten."Es seien viele junge Menschen, die sich bei ihr meldeten. "Sie sind Anfang 20 und wollen sich schon in jungem Alter mit sich selbst auseinandersetzen", sagt Seibel. Ältere Menschen würden seltener ihre Hilfe in Anspruch nehmen: "Sie haben ganz andere Durchhaltestrategien, gerade die, die in der Kriegs- und Nachkriegszeit sozialisiert wurden." Gefühle runterzuschlucken und wegzudrücken seien Überlebensstrategien. Doch die könnten mit zunehmendem Alter auch stören.Für sie als systemische Therapeutin sei wichtig, dass die Menschen, mit denen sie arbeitet, keine Patienten sind – sondern Klienten. Der Mensch werde nicht als krank angesehen. Die Symptome seien Ausdruck eines Problems im System. "Wir schauen: Welche Funktion haben Symptome und Konflikte im System?", sagt Seibel.Wenn man zum Beispiel Sorgen wegen Weihnachten habe, müsse man das gesamte Wertesystem der Familie betrachten: "Was wird in der Familie etwa zum Thema Familienzusammenhalt propagiert, was zum Thema Harmonie? Und wie will man sich davon abgrenzen, sanft oder klar?"Dann müsse man betrachten, was die betreffende Person erreichen will und welche Muster sie abhalten. "Oft hilft, wenn man sich fragt: Was müsste passieren, dass es an Weihnachten so richtig fetzt?", sagt Seibel. Um danach herauszufinden: "Wie kann man dieses Muster unterbrechen und was anderes ausprobieren?"Wichtig sei ihr dabei, dass die Klientinnen und Klienten eigenverantwortlich bleiben. "Ich habe ein sehr großes Vertrauen in die Personen und deren Ressourcen", sagt Seibel. "Ganz viel Lösungspotenzial steckt in den Menschen drin. Man muss das manchmal nur ein bisschen reaktivieren."

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  • 08.12.2020
    35 MB
    37:08
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    Wie macht man Basteln zum Beruf, Andrea Potocki?

    „Ich habe mich anfangs mit dem Wort „basteln“ schwergetan und mich lieber als Gestalterin bezeichnet” sagt Andrea Potocki, die mit WLKMNDYS eines der größten deutschen DIY- und Bastelblogs betreibt. Auf ihrem Blog, erzählt Potocki, bietet sie Entwürfe und Ideen für das ganze Jahr an: von Kostümen an Karneval, über Ideen für Kindergeburtstage, Basteleien zu Ostern, Weihnachten und Halloween, Laternen in Form von Raumschiffen, Einhörnern und Dackeln und Schultüten. “Wir haben immer Saison” sagt Potocki im ZEIT-ONLINE-Podcast Frisch an die Arbeit. Sie sagt auch: “Ich habe mir meine eigene Welt gebastelt.”Da sie aus einer Familie kommt, in der immer gebaut, geschneidert und auch gebastelt wurde, gründete sie nach der Geburt ihres dritten Kindes im Jahr 2014 WLKMNDYS, der Name ist die Kurzform von We Like Mondays – zu Deutsch: Wir mögen Montage. “Ich wollte kreativ arbeiten und gleichzeitig nicht riesengroß denken müssen.“ Mittlerweile ist ihr Blog derart erfolgreich, dass Potocki nicht nur Studioräume in Berlin-Kreuzberg bezogen hat, sondern auch eine Assistentin angestellt, und ein Netzwerk an freien Mitarbeiterinnen und Autorinnen aufgebaut hat.Wie für das ganze Land war 2020 auch für Andrea Potocki ein spezielles Jahr, erzählt sie. Ihre Bastelsets verkauften sich spürbar besser als erwartet: “Seit März ging die Kurve in Bezug auf Bastelmaterial steil nach oben.” Gerade jetzt vor Weihnachten packe sie ganz schön viele Pakete mit Bastelmaterial statt sich neue Ideen, Entwürfe und Anleitungen auszudenken. “Jeden Tag schließe ich die Tür zu unserem Studio auf und bin wahnsinnig glücklich” sagt sie. “Aber es ist auch ein Geschäft und keine reine Leidenschaft.” Wenn sie Druck verspüre, ziehe sie sich auch einfach mal zurück oder bastle gegen die Anspannung. „Basteln ist mein Yoga“ sagt Andrea Potocki.

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  • 25.11.2020
    39 MB
    40:29
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    Warum sind Ihre Kunstwerke so teuer, Alicja Kwade?

    „Man kann sich nichts Besseres wünschen, als sein Leben von der Kunst bestreiten zu können“, sagt die Künstlerin Alicja Kwade. Doch der tägliche Umgang mit Kunst sei nicht romantisch. “Das ist alles sehr handwerklich und hat viel mit Struktur und Organisation zu tun.“ Kwade, die im Alter von acht Jahren aus dem polnischen Kattowitz nach Deutschland kam und im niedersächsischen Hannover aufwuchs, gehört heute zu den erfolgreichsten und bekanntesten Künstlerinnen Deutschlands. Ihre Werke wurden bereits in der Schirn in Frankfurt am Main, in Kopenhagen, bei der Kunstbiennale in Venedig und im Museum of Modern Art in New York gezeigt. Für sie selbst und ihre Arbeit spiele das aber eigentlich keine Rolle, erzählt Kwade: „Dass ich eine Künstlerin bin, die im MoMA ausgestellt hat, das fühle ich eigentlich nicht.“ Ihre Werke, darunter Installationen, Plastiken sowie Video-, Licht- und Soundinstallationen handelten oft von “philosophischen Themen und gesellschaftlichen Codes“, erzählt sie im Zeit-Online-Podcast. In ihren bekannteren Werken kombiniert Kwade etwa besondere Gesteine mit Spiegeln (Link: https://showrooms.artbutler.com/732cb2bb/#pid=793889) oder arrangiert feine Bronzenadeln zu ausgefallenen Mustern (Link: https://showrooms.artbutler.com/732cb2bb/#pid=829949).„Jedes Material hat eine bestimmte Symbolik“, erklärt Kwade. “Kohle steht für Energie und Industrie, Kupfer steht für Strom, Leitungen und Systeme – und der Zeiger steht für die Zeit.” Sie versuche, die Materialien möglichst ungefiltert zu nutzen. Verweise in die Kunstgeschichte oder biografische Bezüge in der Wahl der Materialien seien aber nicht ihr Ding: „Mich persönlich interessiert die künstlerische Aufarbeitung meiner Biografie nicht“, sagt Kwade.

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  • 12.11.2020
    36 MB
    37:30
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    Was kann man gegen den Islamismus tun, Imam Doukali?

    “Am Anfang war es eine große Herausforderung und Bürde, mit dem Problem der Radikalisierung konfrontiert zu werden” sagt Mounib Doukali, der seit 2014 Imam der El-Iman-Moschee in Hamburg-Harburg ist. “Aber wir bereiten uns mit Seminaren und Fortbildungen auf Extremismus vor – und wir bieten auch Präventionsarbeit an, um gegen solche Ideologien zu wirken.”Doukali, der selbst in Tunesien geboren wurde und ursprünglich zum Informatik-Studium nach Berlin kam, wollte schon als Jugendlicher Imam werden, erzählt er im Zeit-Online-Podcast “Frisch an die Arbeit”. Neben den Gottesdiensten, der Seelsorge und dem Religionsunterricht für die Schülerinnen und Schüler der Gemeinde verwendet Doukali auch Zeit auf Präventionsarbeit – und auf den Dialog mit der Nachbarschaft der Gemeinde. “Ich lege großen Wert auf Dialog und Begegnung” sagt Doukali. “Wir als Gemeinde setzen uns für das Zusammenleben und für Demokratie ein – und das tun die meisten Muslime.”Wie wichtig das Gemeindeleben für viele der Mitglieder sei, das habe gerade auch die Corona-Pandemie wieder gezeigt. “Gemeinsam nach dem Gebet zusammen zu sitzen und zu essen wurde wie alle Veranstaltungen stark beschränkt” sagt Doukali. “Wir beten mit Abstand und Maske und alle müssen ihren eigenen Gebetsteppich mitbringen. Und durch die Abstandsregelungen müssen wir das Freitagsgebet zweimal anbieten.”

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  • 12.11.2020
    39 MB
    41:20
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    Patricia Cammerata: "Man sieht nicht, dass die Partnerin eine To-do-Liste im Kopf hat"

    "Als Frau bekommt man sehr früh kommuniziert, dass man sich um die Familie zu kümmern hat", sagt die Bestsellerautorin und Projektmanagerin Patricia Cammarata im Zeit-Online-Podcast Frisch an die Arbeit. Im Job würde niemand auf die Idee kommen, den Projektverantwortlichen auch noch die restlichen To-dos aufzuhalsen. Im Privaten sei das vielfach anders. "Irgendwann habe ich mich gefragt: Wie würde man das im professionellen Projektmanagement denn machen?", sagt Cammarata.Darüber hat die 45-Jährige das Buch Raus aus der Mental Load-Falle – Wie gerechte Arbeitsteilung in der Familie gelingt geschrieben. Im Arbeitspodcast erzählt sie, wie sehr sie selbst unter der Mehrfachbelastung von Kindern, Job und Partnerschaft gelitten hat. Schritt für Schritt habe sie sich dann selbst geholfen. "Als Erstes habe ich einfach Aufgaben reduziert – also statt selbst etwas für das Schulfest zu backen, einfach etwas kaufen. Damit wurde es besser, aber es wurde nicht gut", sagt sie. Irgendwann sei ihr dann klar geworden: "Es geht nicht um die eigentlichen Aufgaben, sondern um die Planung und die Verantwortung, die damit einhergehen."Das mache die geistige und emotionale Last aus, die immer noch fast ausschließlich die Frauen und Mütter trügen. "Wenn man nur die Aufgaben anschaut, denkt man schnell: Wir teilen uns das doch gerecht auf!" sagt Cammarata. "Man sieht nicht, dass die Partnerin eine lange To-do-Liste im Kopf hat."Die allermeisten Frauen wären sich dabei noch nicht einmal darüber bewusst, welcher Druck auf ihnen allein lastet. "Endlich gibt es mit 'Mental Load' einen Begriff für das, was an Arbeit bis dahin oft unsichtbar blieb", sagt Cammarata. Teil der Lösung sei es, nicht nur die konkreten Erledigungen unter den Eltern gerecht aufzuteilen, sondern ganze Aufgabenbereiche zu übernehmen, also beispielsweise nicht bloß ein Paar Winterstiefel kaufen, sondern für die Kleidung des Kindes das ganze Jahr verantwortlich zu sein. "Witzigerweise sind es oft Männer, die dann sagen: Das ist aber unromantisch, alles zu verhandeln und genau aufzuteilen", sagt Cammarata.

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  • 12.11.2020
    35 MB
    37:10
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    Macht Ihnen Fußballspielen noch Spaß, Matthias Ginter?

    "Es gibt kaum einen Moment, in dem ich nicht darüber nachdenke, was mir hilft, ein besserer Fußballer zu werden", sagt der Bundesligaprofi und Nationalspieler Matthias Ginter im Zeit-Online-Podcast Frisch an die Arbeit. "Wenn ich mal was Ungesünderes esse, habe ich sofort ein schlechtes Gewissen – und dann lasse ich es lieber."Heute spielt der 26-jährige Ginter als Innenverteidiger bei Borussia Mönchengladbach. Eigentlich stammt er aber aus einem Vorort von Freiburg, mit elf Jahren wechselte er dort zum SC Freiburg. "Mit dem Fußball angefangen habe ich wie viele kleine Jungs, weil es mir Spaß machte und mein Hobby Nummer 1 war", erzählt Ginter im Podcast. Ein Hobby, das früh einen großen Teil seiner Zeit einnahm. "Ich würde sagen, dass ich mit 16, 17 Jahren angefangen habe zu arbeiten", erzählt Ginter im Podcast. In diesem Alter bestritt er auch sein erstes Profi-Spiel, ein Freundschaftsspiel für den SC Freiburg in Bern. "Ich wollte nie etwas anderes werden als Fußballprofi", sagte er.Ginter sieht auch, welchen hohen Preis er für seinen Erfolg zahlt: "Gerade nach Niederlagen denke ich, dass es schön wäre, einen Beruf zu haben, der nicht so viel Disziplin erfordert", sagt er. Und er sieht die Nachteile des Ehrgeizes: "Manchmal frage ich mich: Wann bin ich denn mal zufrieden?"

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  • 12.11.2020
    38 MB
    39:51
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    Wie erforscht man Pornos, Madita Oeming?

    "Porno-Konsum ist ein großer Teil meines Jobs", sagt Madita Oeming im ZEIT-ONLINE-Podcast Frisch an die Arbeit. Die 36-jährige Kulturwissenschaftlerin erforscht als wissenschaftliche Mitarbeiterin der Universität Paderborn die Rolle von Pornografie in der Gesellschaft und hält Seminare dazu. Um wissenschaftlich arbeiten zu können, sichtet sie fast täglich pornografische Inhalte. "Wenn ich einen Vortrag halte, brauche ich gutes Material. Gerade wenn ich spezielle fünf Sekunden suche, um mein Argument zu belegen", sagt Oeming.Oeming schrieb ihre Masterarbeit zu Moby-Dick-Pornos, "was eine große Freude war", wie sie sagt. Weshalb Oeming sich dann den Porn Studies, den Porno-Wissenschaften, verschrieben hat, dazu aktuell promoviert und Seminare anbietet. Einfach sei es jedoch nicht, zu Pornografie und ihrer kulturellen Rolle in der Gesellschaft zu forschen: "Es gibt genau eine englische Fachzeitschrift zu Pornografie. Die ist in Deutschland ausschließlich an einer Universität zugänglich."Mit der Bezeichnung "Porno-Wissenschaftlerin" habe sie sich gut arrangiert, sagt Oeming im Podcast: "Ich identifiziere mich sehr stark mit meinem Forschungsgebiet." Doch manches irritiere auch: "Menschen schicken mir manchmal interessante pornografische Aufnahmen. Das ist schon komisch, weil das ja heißt, dass sie beim Masturbieren an mich denken!"

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  • 12.11.2020
    38 MB
    40:00
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    Rappt man als Mann anders, Mavi Phoenix?

    "Endlich ein Mann zu werden, ist eine riesige Chance für mich als Rapper ", sagt der österreichische Musiker und trans Mann Mavi Phoenix im ZEIT-ONLINE-Podcast "Frisch an die Arbeit". "Ich werde mich äußerlich verändern und meine Stimme wird sich auch verändern. Das ist ein totales Privileg, weil ich mich wirklich verändere – und das nicht über einen neuen Style oder eine neue Frisur inszenieren muss." Mavi Phoenix, 25 Jahre alt, gab im Herbst des vergangenen Jahres öffentlich bekannt, dass er sich als Mann verstehe und künftig auch als Mann leben und auftreten werde. "Ich habe eine Testosteron-Creme, die schmiere ich seit einem Monat auf meinen Unterarm", erzählt Phoenix. Das werde natürlich auch seine Musik beeinflussen. "Ich habe wieder das Gefühl wie am Anfang: Ich muss mich beweisen! Ich muss zeigen, dass ich jemand bin!" sagt Phoenix. Um die Transition geht es auch auf seinem aktuellen Album "Boys Toys". Angefangen zu rappen hat Phoenix mit elf, zwölf Jahren. Zunächst veröffentlichte er seine Musik auf MySpace, seine erste EP "My Fault" war sein Durchbruch: Der Wiener Radiosender FM 4 nahm den Song "Green Queen" ins Programm, die Band Bilderbuch trat live mit Phoenix auf, noch ehe er seinen Schulabschluss hatte.

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  • 12.11.2020
    49 MB
    50:53
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    Wie führt man ein gutes Gespräch, Matze Hielscher?

    In dieser Folge ist Matze Hielscher zu Gast im ZEIT-ONLINE-Podcast Frisch an die Arbeit. Der 40-Jährige ist der Gründer und Geschäftsführer des Onlinestadtmagazins Mit Vergnügen und Host des Interview-Podcasts Hotel Matze. Sein Geheimnis bei seinen langen Interviews mit Prominenten, sagt Hielscher, sei ganz simpel: "Ich halte mich an Roger Willemsens Ratschlag: Frag nur das, was dich interessiert." Die besten Gespräche seien die, wenn man merke, da habe jemand ein wirkliches Interesse an seinem Gegenüber.Hielscher kommt aus Elsterwerda im Süden Brandenburgs. Nach der Schule machte er eine Ausbildung zum Lampenfachverkäufer und spielte über zehn Jahre in der Indie-Pop-Band Virginia Jetzt!. Als sich die Band im Jahr 2010 auflöste, gründete Hielscher gemeinsam mit seinem Freund Pierre Türkowsky, der zuvor in Berliner Clubs gearbeitet hatte, erst die Partyreihe Remmidemmi, dann Mit Vergnügen, eine Mischung aus Blog, Booking- und PR-Agentur. Parallel legte Hielscher bei Partys auf. Die Eventtipps von Hielscher wurden schnell beliebt, Mit Vergnügen wurde zu einem "Medienhäuschen", wie Hielscher es formuliert, das mittlerweile neben Berlin auch in München, Hamburg und Köln Veranstaltungen empfiehlt. Nur die DJ-Karriere hing Hielscher bald an den Nagel: "Ich habe aufgehört aufzulegen, als die Leute mich gesiezt haben", erzählt er.

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  • 12.11.2020
    41 MB
    43:07
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    Wie können wir Frauen besser vor Gewalt schützen, Christina Clemm?

    "Dass die Gewalt gegen Frauen und Kinder durch Corona zugenommen hat, das wissen wir aus Studien", sagt Christina Clemm, Fachanwältin für Strafrecht und Familienrecht, im ZEIT-ONLINE-Podcast Frisch an die Arbeit. Die 52-Jährige registrierte die gestiegene Gewalt allerdings auch selbst: "Ich erlebe das auch in meiner Praxis. Ich habe viel, viel mehr Anfragen von Betroffenen von Gewalt als vor einem Jahr." Clemm ist der Meinung, dass öffentlich viel mehr über Gewalt gegen Frauen und Gewalt in Familien gesprochen werden müsse. Im Podcast spricht sie auch darüber, was ihren Beruf so besonders macht: "Natürlich denke ich manchmal, als Anwältin in einem anderen Bereich hätte ich früher Feierabend und mehr Geld – aber das kann ich nicht und das, was ich mache, interessiert mich sehr", sagt Clemm. "Es gibt nicht besonders viele langweilige Tage in meinem Berufsleben." Über die Erfahrungen ihrer Mandantinnen hat Clemm daher vor Kurzem ein Buch geschrieben: Es heißt "AktenEinsicht – Geschichten von Gewalt gegen Frauen", ist im März im Kunstmann-Verlag erschienen und umfasst acht Geschichten von Vergewaltigungen, Mordversuchen und Morden, "die tatsächlichen Ereignissen nachempfunden sind, aber in dieser Form nicht stattgefunden haben“. Dort erklärt sie: Wann ist es Mord, wann Totschlag und was ist Heimtücke? Und wie groß dürften die Dunkelziffern der Fälle sein?**Anzeige** Heute schon wie morgen arbeiten: mit dem HP Elite Dragonfly mit Intel® Core™ i5 vPro® Prozessor. Mehr Infos: https://cmk.zeit.de/cms/microsite/11462

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  • 12.11.2020
    31 MB
    33:03
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    Was braucht eine Schule, um gut durch die Corona-Zeit zu kommen, Markus Plietzsch?

    "Wir wussten, dass wir vergleichsweise gut durch die Corona-Zeit kommen würden", sagt Markus Plitzsch im ZEIT-ONLINE-Podcast Frisch an die Arbeit. Der 51-Jährige unterrichtet als Lehrer die Fächer Deutsch, Politik und Wirtschaft an der Richtsberg-Gesamtschule im hessischen Marburg. Er sagt: "Wir haben seit einem guten Jahrzehnt intensiv auf Digitalisierung hingearbeitet, angefangen mit einem selbstgebastelten W-LAN." Dass Plietzsch selbst Lehrer wurde, war für ihn dabei lange nicht abzusehen: "Ich habe das Gymnasium nach der 9. Klassen wegen Langeweile verlassen", erzählt er. Doch gerade das sei für seine Arbeit heute besonders wichtig. Als Gesamtschullehrer habe er daher den Anspruch, seinen Schülerinnen und Schülern zu helfen, ihren eigenen Weg zu finden, ihre Fähigkeiten und Kompetenzen zu entdecken, statt einfach ein fixes Curriculum durchzupauken. Doch vor zehn Jahren habe er gemerkt, dass er etwas ändern musste. Er habe daraufhin viel Zeit und Energie darauf verwendet, das pädagogische Konzept neu zu erfinden. Dazu hat Plietzschs Gesamtschule einerseits in Zusammenarbeit mit den Eltern und finanziert durch öffentliche Mittel den Unterricht komplett digitalisiert – und andererseits im Zuge eines Umbaus die Klassenzimmer abgeschafft. "Unser Grundgedanke war: Wie kann man Schule so verändern, dass Schüler kreativ arbeiten können?"**Anzeige** Heute schon wie morgen arbeiten: mit dem HP Elite Dragonfly mit Intel® Core™ i5 vPro® Prozessor. Mehr Infos: https://cmk.zeit.de/cms/microsite/11462

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