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111 Bibeltexte die man kennen muss

Weltberühmte Dramen von biblischem Ausmaß, Geschichten, denen nichts Menschliches fremd ist und Texte, die sprichwörtlich geworden sind: das ist die Bibel. In ihr enthaltene Erzählungen sind Grundlage dreier Religionen, politischer Bewegungen und philosophischer Überzeugungen. Sie werden griffig erklärt und brillant präsentiert, ganz nach dem Motto „Du kommst auch drin vor“. Bibeltexte, die jeder kennen sollte, werden exemplarisch komponiert. Diese 111 Szenen und Geschichten der Bibel müssen Sie kennenlernen!

Alle Folgen

  • 10.11.2021
    3 MB
    03:43
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    111 | Nicht erst an Sankt Nimmerlein

    Der Sieger, sehr entgegenkommend – Jesu Wiederkommen (Offenbarung 22) 18 der 22 Kapitel des letzten Buches der Bibel sehen aus wie ein Fantasy-Blockbuster vor Erfindung der Computeranimation, dabei lässt sich Johannes’ Schlusswort sehr nüchtern zusammenfassen: Jesus Christus, der Auferstandene, wird wiederkommen und Gericht halten über jedes Menschenleben. Gut, wenn man das nicht fürchten muss, sondern herbeiwünschen kann.

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  • 08.11.2021
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    04:24
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    110 | Hat’s geklopft?

    Zum Kotzen faule Kompromisse – An die Gemeinde in Laodizea (Offenbarung 3) Laodizea war zu stolz, nach dem Erdbeben 61 nach Christus Wiederaufbau-Subventionen aus Rom anzunehmen. Banken, Textilindustrie und medizinische Hochschule in Laodizea boomen. Der Text spielt darauf an: Gott will goldene Herzen statt Geldvermögen, reine Motive statt Fashionlook, geistlichen Durchblick statt Augensalbe. Eine Gemeinde, die sagt, sie hat doch alles, hat sie nicht mehr alle!

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  • 07.11.2021
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    04:10
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    109 | Zornig für die Freiheit …

    … mit deftigem Witz – Freiheit statt Gesetz (Galater 5) Die Sache war entschieden: Egal, aus welchen Ethnien und Herkunftsreligionen jemand kommt – wer an Jesus glaubt, ist Christ, basta. Er muss also kein Jude werden durch Beschneidung, muss nicht alle mosaischen Gesetze befolgen. Als bei den »Galatern« rund um das heutige Ankara einige Leute predigen: »na ja, besser wär’s schon«, da rastet Paulus aus. So sehr, dass er einen dreckigen Witz reißt: »Wem die Beschneidung so wichtig ist, kann sich ja gleich kastrieren!«

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  • 05.11.2021
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    04:06
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    108 | Die Hoffnung …

    … stirbt gar nicht zuletzt – Die Auferstehung (1. Korinther 15) Im Gottesdienst inszenieren wir nicht die weisen Worte eines Verstorbenen, sondern feiern die reale Anwesenheit eines Lebenden! Das bezweifeln die Christen in Korinth. Und Paulus holt beim Briefschreiben so tief Luft, dass die Puste bis zu unseren modern-aufgeklärten Vorbehalten gegen die Auferstehung reicht: Jesus ist gestorben, er wurde begraben, er ist auferweckt worden und ist gesehen worden! Und dass mehr als 500 Zeugen übereinstimmend lügen, ist selten.

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  • 03.11.2021
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    03:41
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    107 | Eine Zu-Mutung!

    Teurer Trost gegen billigen – Die Liebe Gottes (Römer 8) Ist dieser millionenfach und seit 2000 Jahren bei Beerdigungen rezitierte Text ein billiges Trösterchen oder eine Zu-Mutung im Wortsinn: Der Zuspruch und Mut-Anfall, dass Gott selbst in Christus mitleidet, mittrauert, mitaushält? Dass es kein namenloses, sondern nur namhaftes Leid gibt? Paulus sortiert das Elend nicht nach schuldhaft und schicksalhaft entstanden. »Ich bin gewiss …« verspricht ja keine fromme Unfallversicherung, keine »Securitas«, sondern bekennt eine »Certitudo«, eine Gewissheit.

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  • 01.11.2021
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    03:42
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    106 | Ungenügend!

    Wohin mit dem Rechtfertigungsdruck? – Gottes Gerechtigkeit (Römer 1) In Rom um 50 nach Christus leben strengreligiöse Juden, die ihre hunderterlei Gesetze zwar gut finden, aber oft nicht erfüllen und sich deshalb mies fühlen. »Ich schäme mich nicht«, sagt Paulus und die Rückfrage: »wieso, bist du immer perfekt?«, beantwortet er mit: »Nö, aber das Evangelium macht Juden und Griechen, also alle frei, sich selbst anzunehmen.«

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  • 31.10.2021
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    04:46
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    105 | Was philosophiert der da?

    Neuer Poetry Slam – Paulus auf dem Areopag (Apostelgeschichte 17) Wenn wir »Götter« mal als etwas definieren, wovon Ihr Sicherheit, Erfolg, Gesundheit und Glück erwartet, die irre viel Macht haben und denen Ihr bereitwillig Opfer bringt, dann stehen auf oder um Euren »Areopag«-Marktplätzen ihre Tempel. Vor und unter diesen immobilen Gottheiten parken die kleinen oder dicken automobilen Götzen und was zu meiner Zeit – gestatten: Paulus, Apostel, 1. Jahrhundert – Götterstatuen waren, sind bei Euch die weltweit gleichen Konzern- und Markenlogos.

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  • 29.10.2021
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    04:08
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    104 | Traum-Mann gesucht!

    Kann ich so gehen? – Lydia (Apostelgeschichte 16) Seit Kaiser Octavian 31 nach Christus die Beamten und Militärs seines Vorgängers nach Philippi verbannte und mit Abgabenfreiheit ruhigstellte, ist die Stadt eine Steueroase. Ein logischer Grund, als Händlerin hier zu sein. Aber warum sitzen heute drei jüdische Männer unter den Waschfrauen am Fluss? »Weil, äh, uns im Traum ein Mazedonier erschien«, sagt Paulus. Ein ziemlich unlogischer Grund, als Theologe hier zu sein.

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  • 27.10.2021
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    04:46
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    103 | Wer hat denn den bestellt?!

    Leute gibt’s, das gibt’s gar nicht – Petrus und Kornelius (Apostelgeschichte 10) Wie Potsdam zu Zeiten von Willem Zwo: eine Stadt im Kaiserkult. »Cäsarea« eben. Einer der fünf hier stationierten Kohortenführer, Kornelius, hat allerdings ein komisches Hobby: Er spendet, betet und mag Juden. Als er Freunde und Verwandte zusammenruft, ist die High Society beisammen. Gerade will man die Weinkelche auf den Kaiser erheben, da kommt ein stillos gekleideter Fischer aus Jaffa rein und Kornelius fällt vor ihm nieder wie bei einem Staatsempfang mit militärischen Ehren!

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  • 25.10.2021
    4 MB
    04:48
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    102 | Komm ich da lebend raus?

    Zwei umwerfende Begegnungen – Die Bekehrung des Paulus (Apostelgeschichte 9) In die sprichwörtliche »Höhle des Löwen« gehen? Den gefürchteten Dissidentenjäger Saulus von Tarsus besuchen? Ich bin doch nicht lebensmüde! Wie soll Hananias auch wissen, dass dieser »Saulus zum Paulus geworden« ist, wie wir noch heute sagen, weil der Saul neulich »ein Damaskus-Erlebnis« hatte, ein buchstäblich umwerfendes.

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  • 24.10.2021
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    05:01
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    101 | Erklären Sie mir das mal!

    Literatur wird Leben – Der Beamte aus Äthiopien (Apostelgeschichte 8) Reich und mächtig. Schwarz und kastriert. Arbeitet im Palast. Fährt aber grade durch die Pampa. Der Finanzminister von Äthiopien hat direkten Zugang zur Königin, ist also ein »Eunuch«. Alle derart Privilegierten sind das damals. Begeistert von ihrer Weisheit, darf er als »Verschnittener« trotzdem kein Jude werden und ja nicht in den Tempel rein, unternimmt aber eine Wallfahrt nach Jerusalem. Auf der Heimfahrt liest er das Buch Jesaja, da steht ein Tramper im Nirgendwo.

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  • 22.10.2021
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    03:22
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    100 | Religionstoleranz? Undenkbar.

    Die Gedanken sind (nicht überall) frei – Der Tod des Stephanus (Apostelgeschichte 7–8) Man gräbt einen Menschen bis zum Oberkörper ein und bewirft seinen Kopf so lange mit Steinen, bis er tot ist. Heutzutage werden Schwule, Ehebrecherinnen und »Ungläubige« so ermordet. Damals Stephanus, einer der sieben Sozialfürsorger der Christengemeinde. Wegen seiner provozierend anderen Deutung der jüdischen Religionsgeschichte. Folgen diesem Jesushype noch mehr Leute, sagt sich der kluge Saulus, brechen Staatsreligion und Macht zusammen. Paulus wird zum Hexenjäger. Im Lynch-Mob gibt’s auch Intellektuelle, immer schon.

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  • 20.10.2021
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    03:37
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    099 | Seins oder nicht seins?

    Das ist hier die Frage – Die Urgemeinde in Jerusalem (Apostelgeschichte 4) Echt sprichwörtlich »ein Herz und eine Seele« waren die 3000 ersten Christen? Als Tempeldiener Josef seinen Verkaufserlös der Urgemeinde spendet, nennen ihn die Apostel »Tröster«: Barnabas. Toll. Auch Hausbesitzer folgen seinem Beispiel und zunächst erzeugt das unterschiedslose Vollversorgung. Außerdem herrscht ja keine erzwungene Vergesellschaftung von Vermögen a la Marx und Lenin, sondern Reiche teilen freiwillig mit Armen. Aus Liebe. Aus Dankbarkeit für die »Gnade« Gottes. Eigentlich ein Traum.

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  • 18.10.2021
    4 MB
    04:29
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    098 | Langer Rede großer Sinn

    Das Fischer-Referat hat Folgen – Die Pfingstpredigt des Petrus (Apostelgeschichte 2) Stocknüchtern erklärt Petrus vor internationalem Publikum – von Gottes Geist simultanübersetzt –, dass Jesus zwar spektakuläre Wunder tat und ungerecht zu Tode kam, aber erst durch seine Auferweckung als »gottwesensgleich« bestätigt und autorisiert wurde. »Echt? Ach so. Und jetzt?«, fragen die Leute betroffen, und Petrus sagt ein Wort, das die meisten Zuhörenden noch vom Prediger Johannes und einige vom Propheten Jona her kennen: »Tut Buße!«

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  • 17.10.2021
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    04:37
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    097 | Besoffen? Nein, begeistert!

    Eine In-Spiration – Das Pfingstwunder (Apostelgeschichte 2) Fünfzig Tage nach Ostern ist die Beklommenheit der Jüngerinnen und Jünger »wie weggeblasen«, feurige Begeisterung erfüllt sie, ganz »entflammt« haben sie zündenden Ideen und jetzt sprudeln sie nur so los. Die hebräisch »Ruach« genannte Geistkraft Gottes, der griechisch als »pneuma« und lateinisch »spiritus« bezeichnete Hauch, der Atem, der Geist erfüllt sie – eine »In-Spiration« im Wortsinn. Aber statt kopfschüttelndem Unverständnis gibt’s erstauntes Verstehen – bei allen, die das miterleben ohne Langenscheidt und Übersetzungs-App.

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  • 15.10.2021
    3 MB
    03:57
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    096 | Loslassen lernen

    Hans-guck-in-die-Luft! – Jesu Himmelfahrt (Apostelgeschichte 1) Himmelfahrt als religiöser Feiertag scheint den Kirchen peinlich zu sein – sie sind noch leerer als sonst. Peinlich wie ein altbackener Science-Fiction-Film geht aber auch Apostelgeschichte 1 zu: Die Erde ist offenbar eine Scheibe mit Käseglockenhimmel drüber, in den Jesus, der Rocket Man, wolkengetragen »hinauffährt«. Ach du liebes bisschen!

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  • 13.10.2021
    3 MB
    03:16
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    095 | Gehobene Missionarsstellung

    Alle Völker unterrichten?! – Der Missionsbefehl (Matthäus 28) Auf einem »Berg« wird’s was Wichtiges. Aber wenn von elf Jüngern »einige zweifelten« – also mindestens zwei –, dann sind das etwa 20 Prozent. Jesus gibt auch den Halbgläubigen einen »Missionsbefehl«. Der löst heutzutage Schnappatmung aus: »Missionieren?« Aua.

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  • 11.10.2021
    3 MB
    03:44
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    094 | Von wegen »ungläubig«

    Was Thomas berührt – Thomas (Johannes 20) »Auferstanden? Glaub’ ich nicht.« Ist er deshalb der sprichwörtlich »ungläubige Thomas«? Überhaupt nicht: Thomas war bereit, mit Jesus zu sterben; Thomas stellte die richtigen Fragen, Thomas hatte unfassbare Wunder miterlebt – jetzt passiert schon acht Tage lang nichts. Er bezweifelt ja nicht Gott, sondern die Gerüchte seiner Kumpel.

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  • 10.10.2021
    4 MB
    04:34
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    093 | Erst im Nachhinein klar

    Wut im Bauch oder Mut im Herzen? – Die Begegnung mit dem Auferstandenen (Lukas 24) Aufs falsche Pferd gesetzt! Geld, Zeit und Kraft für Nix investiert! Drei Jahre Lebenszeit verschwendet! Kleopas und sein Freund empfinden das, weil Jesus a) nicht das Gesetz des Mose wieder in Kraft gesetzt, b) nicht die Reinheit des Tempels wiederhergestellt, c) nicht die römischen Besatzer rausgeworfen hatte, sondern d) schlichtweg gestorben war. Sie gehen frustriert nach Hause, aber plötzlich stellt ein Mitwanderer dumme Fragen.

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  • 08.10.2021
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    04:26
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    092 | Schock am Grab

    Nur eine Erscheinung? – Die Frauen am Grab (Matthäus 28) Das zu glauben ist eine Zumutung! Jesus sei »auferstanden«? Kann es nicht eine tröstliche Einbildung der zwei Frauen gewesen sein, ein »Narrativ« gegen den Verlustschmerz? Oder schafften die Jünger die Leiche beiseite, um ihre Theorie vom »Messias« aufrechtzuhalten? Oder waren es die Pharisäer, um dem erwartbaren Heldenkult-am-Grab vorzubeugen? Oder die Römer, um ihren Justizmord zu vertuschen?

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  • 06.10.2021
    3 MB
    03:30
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    091 | Alles aus.

    Was war das jetzt? – Jesu Grablegung (Markus 15) Wenn ein Politiker den Beschluss und das Vorgehen seiner Partei zwar missbilligte, aber nicht verhindern konnte – was macht er dann? Er leistet ein bisschen Wiedergutmachung und Schadensbegrenzung. »Ratsherr« Josef aus Arimatäa gehört zu jenem Gremium, das Jesus ans Messer lieferte, ist aber ein »heimlicher Jesusjünger«. Gut vernetzt dank Vitamin B kann er bei Pilatus die Freigabe der Leiche erreichen und sie in der für seine Familie reservierten Felsengruft bestatten. Was mag ihm und den Frauen, die bei der Grablegung zuschauen, durch den Kopf gegangen sein?

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  • 04.10.2021
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    04:10
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    090 | Der berühmteste Todesschrei

    Paradox oder plausibel? – Jesu Tod (Markus 15) Wie Jesus starb, erzählen vier Evangelien nüchtern und fast deckungsgleich. Was seine letzten Worte waren, erinnern die Zeugen abweichend als »Es ist vollbracht«, »Vater, in deine Hände befehle ich meinen Geist«, oder »Mein Gott, warum hast du mich verlassen?«. Die Mutmaßungen, was das bedeutet, gehen schon währenddessen los, die symbolträchtigen Schrecken auch.

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  • 03.10.2021
    3 MB
    04:00
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    089 | Monströse Mitleidslosigkeit

    Wozu Menschen fähig sind – Jesu Kreuzigung (Markus 15) Das Exekutionskommando prügelt Jesus den halben Kilometer von Pilatus’ Amtssitz zu einem schädelähnlichen Felshügel, wo drei Marterpfähle in den Bodenspalten verankert sind. Ein Zufallspassant aus Libyen muss den Querbalken schleppen, dann hämmern sie Jesus und zwei verurteilten Verbrechern Nägel durch die Handgelenke und die übereinandergelegten Füße und – richten die Kreuze auf. Ab jetzt beginnt das qualvoll langsame Sterben aus Atemnot und Blutstau. Drei Stunden lang.

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  • 01.10.2021
    4 MB
    04:26
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    088 | Richter ratlos:

    Macht doch, was ihr wollt! – Jesus vor Pilatus (Matthäus 27) Wenn Gerichtsurteile je nach Gebrüll des Pöbels entschieden werden, nennt man das Lynchjustiz. Der Vorwurf, Jesus habe den »Christus«-Titel anmaßend beansprucht, reicht nicht für eine Anklage. Verwaltungsjurist Pontius Pilatus weiß das. Wie also wird er diesen lästigen Fall los? Er schlägt eine Amnestie vor: Das Volk wird doch lieber einen ungefährlichen Spinner laufen lassen als einen Mörder!

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  • 29.09.2021
    3 MB
    03:49
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    087 | Gesichtserkennung undigital

    Wer drei Mal lügt, dem … – Die Verleugnung des Petrus (Markus 14) »Kennen Sie diesen Mann?« Wenn die Befragten nicht wissen, um was es geht, antworten sie erst mal vorsichtig. Wer will schon zum Bekanntenkreis eines Verdächtigen gehören? Petrus auch nicht. Der Tratsch unter Türstehern in Hinterhöfen am offenen Feuer eskaliert ja leicht zu einem Satz heiße Ohren, also sagt er: »Nö!«.

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  • 27.09.2021
    3 MB
    03:55
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    086 | Ein Kuss, ein Schlag, ein Flitzer

    Nützt alles nix – Die Gefangennahme Jesu (Markus 14) Wenn in einer Firma das Betriebsklima im Keller ist und das Mobbing durch die Decke geht, kann überschwängliches Lob vom Chef solch ein Judaskuss sein. Da möchte man dreinschlagen vor Wut, klar. Macht einer der Jünger ja auch, trifft aber nicht. Weil Ausrasten kein Problem löst. In der Politik nicht, in der Firma nicht und in der Familie schon gar nicht. Die skandalös widerrechtliche Verhaftung eines Unschuldigen nimmt ihren Lauf – und die Freunde Jesu kriegen das Laufen.

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  • 26.09.2021
    3 MB
    03:53
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    085 | Todmüde?

    Wachsame Einwilligung – Jesus in Gethsemane (Markus 14) Gegen das »Todmüdesein« vor Erschöpfung – oder ist es Schlaf als Verdrängung? – hilft Angst. So makaber das klingt. Es sind Killer unterwegs, um ihn festzunehmen, und Jesus hat eine Panikattacke. Aber seine Gefährten nicken weg. Sie achten nicht drauf, können nicht miterleiden, was Jesus gerade durchmacht.

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  • 24.09.2021
    3 MB
    03:23
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    084 | Was esst und trinkt ihr da?!

    Das Abendmahl – Jesu letztes Mahl mit den Jüngern (Markus 14) Zur Erinnerung daran, dass der kindermordende Rache-Engel in Ägypten an all jenen Türen vorbeigegangen war, die mit dem Blut eines Lammes bestrichen waren, feiern Juden – bis heute übrigens – das »Passafest«. Zum (Seder-)Abendessen vorher gibt’s Lammfleisch, hefeloses Brot und über jedem Glas Wein einen Spruch. Aber als Jesus sagt: »das ist mein Leib« und: »mein Blut«, fällt den Jüngern die Kinnlade runter.

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  • 22.09.2021
    5 MB
    05:25
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    083 | Der Tod lässt mit sich reden

    Das Gegenteil von unerbittlich – Die Auferweckung des Lazarus (Johannes 11) Rund 40 Wunder werden in der Bibel von Jesus erzählt. Dies ist das unglaublichste. Ja, es gibt medizinisch Unerklärliches. Ja, die Natur macht manchmal Ausnahmen. »Lahme gehen, Blinde sehen« – aber einen Toten auferwecken? »Quatsch« sagt sich hier besonders leicht, weil man Wunder halt nicht beweisen kann. Wasserdicht widerlegen aber auch nicht.

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  • 20.09.2021
    4 MB
    04:56
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    082 | Stilles Wasser oder lebendiges?

    Woher kommt Beziehungsenergie? – Die Frau am Brunnen (Johannes 4) Weil sie vom Dorftratsch weder bemitleidet noch kommentiert werden möchte, geht die Singlefrau in der Mittagshitze zum Dorfbrunnen, wenn die andern Siesta machen. Blöd nur: Da sitzt ein Fremder und spricht sie prompt an! Er hat Durst nach Trinkwasser. Sie hat Durst nach einer tragfähigen Beziehung. Er hat kein Schöpfgefäß für den Brunnen. Sie hat kein Vertrauen mehr in Männer. Jesus brennt die Kehle. Der Singlefrau brennt die Seele. Aber wer gibt das schon gerne zu.

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  • 19.09.2021
    4 MB
    04:17
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    081 | Sich ändern?

    Niemand hat sich selbst geboren – Jesus und Nikodemus (Johannes 3) Wenn eine prominente Schauspielerin ihre Frisur und Garderobe ändert, jubeln die Boulevardmedien, sie habe sich »völlig neu erfunden«. Was mindestens so dämlich ist wie: »ich habe mich geboren«. Hat niemand. Jeder »wird geboren«, passiv. Das ist entscheidend, als »nachts« ein hochrangiger Religionsführer Jesus besucht und seine freundliche Begrüßung von Jesus schroff unterbrochen wird: »Neu geboren werden aus Wasser und Geist!« Paff.

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  • 17.09.2021
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    03:51
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    080 | Parade der Peinlichkeiten

    Jeder Wein war mal Wasser – Die Hochzeit in Kana (Johannes 2) Wessen Hochzeit da gefeiert wird und warum Maria, Jesus und immerhin zwölf Jünger eingeladen wurden, verrät uns der Text nicht. Stattdessen erzählt er zwei sich steigernde Peinlichkeiten: Der Wein geht aus, Maria sagt es ihrem Sohn (als wäre er der Verantwortliche) und Jesus blafft sie an: »Was willst du von mir?« Damit dürfte die Stimmung im Keller sein.

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  • 15.09.2021
    3 MB
    03:53
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    079 | Gauner wird Gönner …

    … zum Glück für alle – Zachäus (Lukas 19) Steuereinnahmen schätzen ist heikel, für Investitionen der öffentlichen Hand aber unerlässlich. Das kaiserliche Finanzamt privatisierte deshalb die Steuerveranschlagung an lokale Inkasso-Unternehmer, die jährlich feste Sockelbeträge nach Rom überwiesen. Und fette Provisionen on top kassierten. So einer ist Zachäus. Unbeliebt bis dorthinaus. Finanziell ein Riese, sozial ein Zwerg.

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  • 13.09.2021
    4 MB
    04:32
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    078 | Der großzügige Vater …

    … und ein knatschiger Sohn – Der verlorene Sohn (Lukas 15) Manche Menschen können nicht glauben, was Jesus hier schildert: Gott ist ein vergebender, barmherziger, gastfreier, ein sprichwörtlich »himmlischer« Vater. Weil sich ihnen ihr eigenes biografisches Vaterbild davorschiebt. Weil es Jahrzehnte dauerte, bis sie ihren Erzeuger und Erzieher überwunden hatten. Oder weil sie einen normsetzenden Gesetzgeber-Gott, den Rächer- und Richter, den streng fordernden Vater-im-Himmel wollen. Oder fürchten. Oder fürchten wollen.

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  • 12.09.2021
    3 MB
    03:22
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    077 | Klare Position …

    … statt Posen und Postings – Das Bekenntnis des Petrus (Lukas 9) Was die Leute sagen, wer Jesus sei? Meine Güte, dazu gibt’s zehn Regalbrettmeter Literatur: Ein androgyner Mann. Der erste Single. Im Herzen Marxist. Großer Judentum-Revoluzzer. Ein sanfter Früh-Grüner. Ein armer Irrer … Kriegen Pfarrer diesen Pudding je wieder an die Wand genagelt? Nein, schon die Jünger Jesu nicht. Denn Hand aufs Herz: Sie hatten seine Worte gehört, seine Taten gesehen, seine Anweisungen befolgt, aber – weiß man’s hundertprozentig?

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  • 10.09.2021
    3 MB
    03:37
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    076 | Fallwind fällt ihm …

    … im Schlaf ein – Die Sturmstillung (Lukas 8) Wer kann einen Sturm a) offenbar nicht voraussehen und b) dabei fest schlafen?! Ein Mensch, sagt Verfasser Lukas lapidar. Einer wie du und ich, der einfach müde genug ist und Schlaf braucht. Und wer kann brüllen »Ruhe da draußen!«, und ein Orkan wird zum Frühlingslüftchen? Nur Gott, sagt der Text.

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  • 08.09.2021
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    04:05
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    075 | Wer sagt das?!

    Ein weitreichendes Machtwort – Der Hauptmann von Kapernaum (Lukas 7) Jesus sagt den Hausbesuch zu, da fällt dem Zenturio ein: Darf der sich religiös-rituell bei mir, dem »Heiden«, verunreinigen? Wahrscheinlich nicht. Also lässt er ganz kultursensibel ausrichten: Bleib, wo du bist, aber bitte sprich ein Machtwort, damit mein Adjutant überlebt. Wenn du was sagst, ist das von höherer Autorität, als wenn ich was sage.

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  • 06.09.2021
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    03:15
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    074 | All you need is love

    In 3-D bitte – Das höchste Gebot (Markus 12) »Was ist das Wichtigste?« Hä? Das Wichtigste wovon? Zivilrecht, Strafrecht, Verkehrsrecht, Familien-, Verwaltungs- oder Wirtschaftsrecht? Für den Juristen, der Jesus fragte, war klar: Mit »Gesetz« meine ich die jüdische Rechtssammlung als Lebensordnung, Satzung und Bundesschluss mit Gott und Menschen.

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  • 05.09.2021
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    04:31
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    073 | Haste was, dann biste was …

    … bleibst aber immer unzufrieden – Der reiche Jüngling (Markus 10) Sein auffälligstes Merkmal steht im letzten Halbsatz: Er ist reich. Besitzt viel, vermisst aber auch viel. Werte, die man weder kaufen noch lernen kann: seelische Stabilität, persönliche Ausstrahlung, heitere Gelassenheit, Versöhnt-Sein mit sich und anderen. Ein Lebensglück, so heil und harmonisch, als wär es nicht von dieser Welt. »Ewig« nennt Erzähler Markus solche Lebensqualität, »Seligkeit« sagte Luther. »Wie krieg’ ich die?«, fragt der Mann.

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  • 03.09.2021
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    03:21
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    072 | Unbekümmertes Zutrauen

    Kindlich statt kindisch – Jesus segnet die Kinder (Markus 10) Dass die Jünger um Jesus erst mal den Türsteher machen, als Mütter scharenweise Kinder mitbringen, ist klar. Wer jemals für 18 Euro Eintritt von einem Kleinkind und seinen stolzen Eltern in akustische Geiselhaft genommen wurde, versteht das. Und Jesus? Der singt nicht »Kinder an die Macht!« mit Herbert Grönemeyer, sondern sagt »Gottes Reich« – also alle immateriellen Werte, die man weder selbst herstellen noch kaufen kann – »gehört Leuten, die sich das Urvertrauen, die Unbekümmertheit und emotionale Unmittelbarkeit eines Kindes bewahren.

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  • 01.09.2021
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    04:20
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    071 | Reicht’s? Es reicht.

    Picknick ohne Kühltasche – Die Speisung der Fünftausend (Markus 6) Massen-Events auf dem Land sind ein Logistikproblem. Man kennt das von Rockfestivals. Der Dorfladen hat zu, der EC-Automat ist defekt, das Kleingeld reicht nicht. Aber als Jesus ein seltsam feierliches Dankgebet spricht und nur fünf Brote und zwei Fische verteilen lässt – da reicht es plötzlich für alle! Zwölf Körbe Reste bleiben übrig.

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  • 30.08.2021
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    04:36
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    070 | Freundlicher Vandalismus

    Hätte ich vier Typen wie die? – Die Heilung des Gelähmten (Markus 2) Volles Haus. Die Leute stehen bis auf die Straße. Vier Freunde eines Gelähmten ärgern sich, dass die Bauverordnung für barrierefreie Zugänge noch nicht erfunden ist. Sie klettern aufs Dach, hieven den Liegenden hinauf, stemmen zwei Quadratmeter Dachpappe und Mörtel auf, treiben das nun staubbedeckte Publikum auseinander und lassen das Pflegebett an vier Seilen hinunter, damit ihr Freund aus der ersten Reihe zuhören kann.

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  • 29.08.2021
    3 MB
    03:51
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    069 | Ekel, Angst und Widerstand

    Ansteckende Gesundheit – Die Heilung des Aussätzigen (Markus 1) Die Haut wird weiß und schuppig, schält sich ab. Am offenen Fleisch gibt es eiternde Wucherungen, auch im Gesicht. Das hieß noch nicht »Lepra«, als Luther die Bibel übersetzte, sondern »Aussatz«. Weil die Infizierten ausgesetzt, verbannt, in der Antike sogar für tot erklärt wurden. So ein Untoter hat die Isolationssperren überwunden und zeigt sie: die Wunden. Statt panisch davonzulaufen, bleibt Jesus stehen und hört ihm zu. Das ist standhafter Widerstand gegen Ekel und Angst.

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  • 27.08.2021
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    05:03
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    068 | Ungerecht! Der Preis der Arbeit …

    … und der Wert des Menschen – Die Arbeiter im Weinberg (Matthäus 20) Als diese Last-Minute-Arbeiter den vollen Tagessatz als Stundenlohn bekommen, rechnen sich die Frühaufsteher den Betrag mal elf aus. Bingo! Aber Schock: Sie kriegen »nur« dasselbe. Wie vereinbart. Tagessatz. Der Arbeitgeber kommt seinen Verpflichtungen nach. Eigentlich gibt’s nix zu meckern. Aber es gibt jetzt was zu vergleichen.

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  • 25.08.2021
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    02:48
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    067 | Goldene Regel? Goldig …

    Faustformel für offene Hände – Die Goldene Regel (Matthäus 7,12) Ich freue mich über Höflichkeiten, nettes Entgegenkommen, Rücksichtnahme, Hilfsangebote, Gefälligkeiten, Wertschätzung, klar. All diese Freundlichkeiten motivieren und verpflichten mich auch, ebenso freundlich und hilfsbereit zu sein. Aber mal ganz unter uns: Wo hört der Spaß auf? Da, wo verrechnet wird. Vielleicht ist das berühmte Jesus-Zitat aus der Bergpredigt ja deshalb nur in der Negativ-Wendung, als Warnung, sprichwörtlich geworden: »Was Du nicht willst, dass man Dir tu’, das füg’ auch keinem andern zu.«

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  • 23.08.2021
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    04:29
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    066 | Ohne Sorgenfalten hübscher

    Nicht naiv, aber frei – Sorgt euch nicht (Matthäus 6) Um Liebe, Dienst und Geld geht’s hier am Anfang des Textes: Wer das Geld liebt und allein ihm dient, den wird der Zwang zur Wirtschaftlichkeit versklaven, warnt Jesus. Von innen sieht jedes Hamsterrad wie eine Karriereleiter aus. Aber Gier und Angst machen einen nicht reich, sondern unfrei. »Geld ist ein nützlicher Knecht, aber ein grausamer Herr«, sagte Martin Luther und machte ein aramäisches Wort im Deutschen sprichwörtlich: Mammon!

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  • 22.08.2021
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    03:25
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    065 | Herzstück und Glutkern

    Alles gesagt, hoch verdichtet – Das Vaterunser (Matthäus 6) Was Milliarden Christen seit 2000 Jahren jeden Sonntag als eine Art Teambulding-Mantra sagen, weiß ich: »Das« Vaterunser. Jesus lehrt es als Gegenteil zur klappernden »Gebetsmühle«, deren Schwunggewicht man durch Drehen in Gang hält. Als müsse der Mensch einem schwerhörigen Gott nervig »in den Ohren liegen«. Stattdessen eine Anrede, die die denkbar engste Beziehung voraussetzt, die es gibt: Kind sagt »Vater«. Und weiß auch, was ihn von anderen Vätern unterscheidet: »himmlisch«!

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  • 20.08.2021
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    04:07
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    064 | Das Blaue vom Himmel versprochen

    Wer sagt denn so was?! – Die Seligpreisungen (Matthäus 5) Die berühmte »Bergpredigt« Jesu beginnt verrückt: In 5 von 9 Fällen werden Unglückliche beglückwünscht. Würde ich mit Blumenstrauß in der Hand sagen »Glückwunsch, du bist arm! Gratuliere, du trauerst! Geil, du bist nicht durchsetzungsfähig! Toll, wie du hungerst nach gerechten Verhältnissen!« – Sie würden mich für durchgeknallt halten. Oder zynisch. Sagt das ein sozialromantischer Traumtänzer? Nein, Jesus.

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  • 18.08.2021
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    04:19
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    063 | Los, zauber’ mal was!

    Die Versuchung zur Macht – Die Versuchung Jesu (Lukas 4) Kaum ist Jesus von Gott autorisiert, sein wesensgleicher Gesandter zu sein, der »Sohn Gottes«, da zieht Satan genau dies in Zweifel und verlangt Beweise: »Wenn du Gottes Sohn bist …«. Als wäre er befugt, hier Prüfungen abzunehmen! Warum Jesus »vom Geist« inspiriert die Stille der Wüste wählt, um 40 Tage zu fasten, sagt der Text nicht. Aber dass man am Ende Heißhunger hat wie Hölle, leuchtet ein.

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  • 16.08.2021
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    03:33
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    062 | Sich taufen lassen …

    … was soll das? – Jesu Taufe (Matthäus 3) Da steht ein Mann am Flussufer, dessen freakiges Outfit Neugierige anlockt und dessen Rede provoziert und fasziniert: »Ändert eure Gesinnung und euern Lebensstil und lasst euch zum Zeichen eurer Umkehr taufen!,« ruft der »Täufer« Johannes, und die Leute machen es! Wohl wissend, dass nicht das Wasser ihre Lebenslügen und ihren Seelenmüll »abwäscht«, sondern Gott sie verzeiht. Als plötzlich Jesus auftaucht und getauft werden will, fragt sich Johannes zu Recht »Wieso? Wovon will der ›umkehren‹?«.

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