Cover

SWR2 Archivradio

Die BBC meldet Hitlers Tod, Clara Zetkin (KPD) spricht vom „zusammenbrechenden Kapitalismus“, die Apollo 13 startet und 2003 identifiziert der junge Christian Drosten das SARS-Virus. – Das SWR2 Archivradio macht Geschichte hör- und die Stimmung vergangener Jahrzehnte fühlbar. https://archivradio.de

Alle Folgen

  • 02.03.2021
    3 MB
    04:10
    Cover

    Gorbatschow in der DDR – Kein "Wer zu spät kommt ..." | 6.10.1989

    Die DDR beginnt mit den Feiern zu ihrem 40. Jahrestag. Es gibt großes Tamtam mit Militärparade und allem, was dazugehört. Doch die Krise ist unübersehbar, die Demonstrationen laut. Der sowjetische Generalsekretär Michail Gorbatschow besucht zum Jubiläum die DDR. Er ist der Hoffnungsträger der Demonstrierenden. Gorbi, hilf uns, rufen sie, und noch viel mehr. Hier ein Zusammenschnitt der wichtigsten Demonstrationsrufe. Gorbatschow selbst hört die Rufe sichtlich gerne. Später wird ihm der Satz in den Mund gelegt: Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben. Das soll er in Bezug auf die Honecker-Regierung gesagt haben. Doch dieser Satz ist nicht im Ton überliefert. Und ob er ihn je gesagt hat, ist fraglich. Im folgenden Ton hören wir, was er tatsächlich gesagt hat. Die Szene: Gorbatschow vor der Neuen Wache Unter den Linden. Umringt von Dutzenden Reportern. Er geht auf eines der Mikrofone zu und gibt ein Statement. Da redet er zweimal über die Lehren des Lebens, aber von zu spät kommen ist nicht die Rede. Aus seinen späteren Gesprächen mit dem DDR-Staatsratsvorsitzenden Erich Honecker gibt allerdings noch ein Protokoll. Dort wird Gorbatschow mit den Worten zitiert: Wenn wir zurückbleiben, bestraft uns das Leben sofort. Zwei Reporter machen daraus die griffige Übersetzung: Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben. Gorbatschow erfährt davon später, und ihm gefällt das, er übernimmt den Satz in seiner Autobiografie. Funfact: Im Zusammenhang mit dem Ende der DDR gibt es noch ein zweites berühmtes Zitat, das so nie gesagt und erst nachträglich zum großen Wort hochstilisiert wurde – nämlich den Willy Brandt zugeschriebenen Satz "Es wächst zusammen, was zusammen gehört".

    ...mehr
  • 16.12.2020
    2 MB
    03:07
    Cover

    Kundgebung gegen Antisemitismus in Berlin | 14.9.2014

    Am Brandenburger Tor in Berlin findet eine Kundgebung gegen Antisemitismus statt. Organisiert wird sie vom Zentralrat der Juden in Deutschland.

    ...mehr
  • 12.11.2020
    4 MB
    04:51
    Cover

    Rabbinerin Elisa Klapheck über ihren Werdegang und das Judentum in Deutschland | 8.11.2006

    Bea Wyler bleibt als Rabbinerin in Deutschland nicht allein. Auch die in Düsseldorf aufgewachsene Feministin und Journalistin Elisa Klapheck lässt sich in den USA zur Rabbinerin ausbilden. Seit 2009 leitet sie in Frankfurt am Main den "Egalitären Minjan" der dortigen jüdischen Gemeinde.

    ...mehr
  • 16.12.2020
    4 MB
    05:32
    Cover

    Zentralrat der Juden und Bundesregierung unterzeichnen Staatsvertrag | 27.1.2003

    Bundeskanzler Gerhard Schröder und Paul Spiegel, Präsident des Zentralrats der Juden, unterzeichnen den ersten Staatsvertrag zwischen dem Zentralrat der Juden in Deutschland und der Bundesrepublik Deutschland. In seiner Dankesrede betont Paul Spiegel die Bedeutung des neuen Staatsvertrags zwischen dem Zentralrat der Juden in Deutschland und der Bundesrepublik Deutschland.

    ...mehr
  • 12.11.2020
    10 MB
    12:29
    Cover

    Ralph Giordano zum Tod von Ignatz Bubis | 13.8.1999

    Ignatz Bubis ragte unter den Vorsitzenden des Zentralrats der Juden in Deutschland heraus. Doch kurz vor seinem Tod äußerte er sich sehr resigniert: Er habe weniger erreicht, als er sich vorgenommen hatte. Bubis starb am 13. August 1999. Zunächst ein Ausschnitt aus seinem letzten Interview, anschließend ein Gespräch mit dem Schriftsteller Ralph Giordano – eine Stunde, nachdem Bubis‘ Tod bekannt wurde.

    ...mehr
  • 26.01.2021
    29 MB
    29:57
    Cover

    Erster "Holocaust-Gedenktag" | 19.1.1996

    Der 27. Januar – Jahrestag der Befreiung der Menschen im Konzentrationslager Auschwitz 1945 – ist in Deutschland Holocaust-Gedenktag. Das war nicht immer so. Dieser Gedenktag wurde erst 51 Jahre nach Ende der Nazi-Diktatur geschaffen. Die erste Feierstunde 1996 wurde allerdings wegen einer Dienstreise von Bundespräsident Roman Herzog eine Woche vorverlegt, auf den 19. Januar. Vor Herzog spricht Bundestagspräsidentin Rita Süßmuth.

    ...mehr
  • 12.11.2020
    2 MB
    03:12
    Cover

    Bea Wyler: Erste Rabbinerin der Nachkriegsgeschichte | 1.8.1995

    Bea Wyler tritt ihr Amt in den jüdischen Gemeinden in Oldenburg und Braunschweig als erste Rabbinerin Deutschlands seit Ende des Zweite Weltkriegs an.

    ...mehr
  • 12.11.2020
    6 MB
    06:54
    Cover

    Ignatz Bubis mag sich nicht an Rabbinerin gewöhnen | 17.7.1995

    Ignatz Bubis, Vorsitzender des Zentralrats der Juden in Deutschland, erklärt 1995 in einem Interview, warum er keine Rabbinerin in jüdischen Gemeinden akzeptieren will.

    ...mehr
  • 12.11.2020
    7 MB
    08:00
    Cover

    Neue Einreisebestimmungen für Juden aus der Sowjetunion | 28.4.1991

    Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs wandern viele Juden aus der ehemaligen Sowjetunion nach Deutschland aus. Im Februar treten für sie neue Einreisebestimmungen in Kraft. Doch die erweisen sich als extrem bürokratisch und stellen die Einwanderer vor große Hindernisse. Eine Reportage vom 28. April 1991.

    ...mehr
  • 16.12.2020
    6 MB
    06:42
    Cover

    Marcel Reich-Ranicki: Es gibt keine jüdische Literatur | 27.10.1988

    Am 27. Oktober 1988 spricht der Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki in einem Interview über die Bedeutung jüdischer Schriftsteller für die deutschsprachige Literatur.

    ...mehr
  • 16.12.2020
    5 MB
    06:18
    Cover

    Theaterskandal um Fassbinder-Stück "Der Müll, die Stadt und der Tod" | 31.10.1985

    Demonstranten besetzen die Bühne des Schauspiels Frankfurt und verhindern die Aufführung von Fassbinders Theaterstück "Der Müll, die Stadt und der Tod". Vor allem Mitglieder der jüdischen Gemeinde in Frankfurt protestiere. Sie empfinden das Stück als antisemitisch, da im Mittelpunkt ein als "reicher Jude" bezeichneter Immobilienspekulant steht. Sie sehen darin eine Anspielung auf Ignatz Bubis.

    ...mehr
  • 12.11.2020
    49 MB
    52:28
    Cover

    Hans Rosenthal spricht über seine "Zwei Leben in Deutschland" | 24.5.1981

    Hans Rosenthal (1925 - 1987) war einer der beliebtesten Showmaster Deutschlands. Den Holocaust überlebte er nur knapp in einem Versteck in Berlin. Hier erzählt er seine Geschichte.

    ...mehr
  • 12.11.2020
    33 MB
    37:21
    Cover

    Helmut Schmidts Rede zum 40. Jahrestag der Reichspogromnacht | 9.11.1978

    Bis 1978 war der 9. November ein Tag wie jeder andere. Es gab kein Gedenken, keine öffentliche Erinnerung. Erst vierzig Jahre nach der Reichspogromnacht – die damals noch nicht so genannt wurde – ändert sich das. Helmut Schmidt besucht an jenem Tag die Kölner Synagoge und hält eine Rede. Die erste Gedenkrede eines Bundeskanzlers zu den Ereignissen von 1938. Das damals noch gängige Wort Kristallnacht nimmt Schmidt bewusst nicht in den Mund.

    ...mehr
  • 12.11.2020
    43 MB
    47:32
    Cover

    Hannah Arendt und die "Banalität des Bösen" | 9.11.1964

    Die jüdische Philosophin Hannah Arendt erläutert in einem Radiointerview die Thesen ihres Buchs "Eichmann in Jerusalem: Ein Bericht von der Banalität des Bösen".

    ...mehr
  • 12.11.2020
    26 MB
    29:21
    Cover

    Israelitische Feierstunde im Süddeutschen Rundfunk | 14.5.1964

    Ebenso wie christlichen Kirchen werden auch jüdischen Gemeinden Sendezeiten im Rundfunk eingeräumt. Ein Beispiel ist die Reihe "Israelitische Feierstunde" im Süddeutschen Rundfunk.

    ...mehr
  • 12.11.2020
    18 MB
    21:15
    Cover

    Generalstaatsanwalt Fritz Bauer fordert Aufarbeitung der Nazi-Verbrechen | 25.3.1961

    In einem Interview aus dem Jahr 1961 erklärt der hessische Generalstaatsanwalt Fritz Bauer, warum es notwendig sei, die Naziverbrechen gerichtlich aufzuarbeiten.

    ...mehr
  • 12.11.2020
    5 MB
    05:42
    Cover

    Adenauer zu Synagogenschändung in Köln | 16.1.1960

    Bundeskanzler Konrad Adenauer nimmt Stellung zu den Hakenkreuzschmierereien an der Kölner Synagoge und dem Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus.

    ...mehr
  • 12.11.2020
    3 MB
    03:46
    Cover

    Bundeskanzler Adenauer kündigt "Wiedergutmachung" an | 27.9.1951

    Bei seiner Regierungserklärung kündigt Bundeskanzler Konrad Adenauer ein Wiedergutmachungsabkommen mit Israel und die Rückerstattung jüdischen Eigentums an.

    ...mehr
  • 12.11.2020
    10 MB
    12:08
    Cover

    Proteste in Berlin gegen Theateraufführung mit Werner Krauß | 8.12.1950

    Studierende und Angehörige der jüdischen Gemeinde protestieren in Berlin gegen ein Gastspiel des Wiener Burgtheaters mit "Jud Süß"-Schauspieler Werner Krauß.

    ...mehr
  • 12.11.2020
    4 MB
    04:25
    Cover

    Radioansprache von Anita Lasker nach ihrer Befreiung aus Bergen-Belsen | 16.4.1945

    Am 15. April 1945 wurde die 19-jährige Anita Lasker von britischen Truppen aus dem KZ Bergen-Belsen befreit. Schon einen Tag später berichtete sie im deutschen Programm der BBC, was sie erlebt hatte.

    ...mehr
  • 16.12.2020
    955 MB
    01:02
    Cover

    Olga Schlossberg (14 Jahre) nach ihrer Befreiung aus Bergen-Belsen im BBC-Interview | April 1945

    Am 15. April 1945 befreiten britische Truppen das Konzentrationslager Bergen-Belsen. Unmittelbar danach führt ein BBC-Reporter ein Interview mit einer 14-jährigen Überlebenden. Der Name des Interviewers ist nicht dokumentiert. Die Aufnahme dauert nur 40 Sekunden.

    ...mehr
  • 19.02.2021
    12 MB
    12:45
    Cover

    Plagiatsaffäre zwingt Guttenberg zum Rücktritt | 16.2. bis 1.3.2011

    Karl-Theodor zu Guttenberg gehörte zeitweise zu den beliebtesten Politikern in Deutschland. Der damalige Verteidigungsminister wurde als CSU-Chef und möglicher Kanzlerkandidat gehandelt. Doch 2011 endet seine politische Karriere jäh, als bekannt wird, dass er sich in seiner Doktorarbeit mit fremden Federn geschmückt und viele Passagen aus anderen Texten ohne Quellenangabe übernommen hat. Am 16. Februar werden die Plagiatsvorwürfe bekannt. Drei Tage weist er die Plagiatsvorwürfe "mit allem Nachdruck" zurück. Doch es hilft nichts. Die Kritik reißt nicht ab und so erklärt der Verteidungsminister am 1. März 2011 seinen Rücktritt.

    ...mehr
  • 12.11.2020
    23 MB
    26:53
    Cover

    Luftangriff auf Dresden – Drei Perspektiven | Februar 1945

    Der Luftangriff der Alliierten auf Dresden vom 13. bis 15. Februar 1945 gehört zu den massivsten des Zweiten Weltkriegs. Weit mehr als 20.000 Menschen kamen dabei ums Leben. Es gab offenbar nur wenige Rundfunkberichte, zumindest sind kaum welche erhalten geblieben. Zu den wenigen gehören die folgenden drei. Sie unterscheiden sich stark, je nachdem, wer spricht: ein Soldat, ein Berichterstatter der sogenannten Propagandakompanie und eine Mutter.

    ...mehr
  • 16.12.2020
    17 MB
    19:43
    Cover

    Krebsforschung: Gerhard Domagk über Chemotherapie als neue Hoffnung | 14.7.1954

    14.7.1954 | Welche Substanzen fördern Krebs? Welche verhindern ihn? Bei diesen Fragen stand man in den 1950er-Jahren ganz am Anfang. Zigaretten könnten ein Hauptgrund für den drastischen Anstieg an Lungenkrebserkrankungen sein. Diese damals noch erstaunliche These vertritt der Bakteriologe Gerhard Domagk auf der Nobelpreisträgertagung in Lindau im Juli 1954.

    ...mehr
  • 16.12.2020
    2 MB
    02:59
    Cover

    Reichspräsident Friedrich Ebert wird vereidigt | 21.8.1919

    21.8.1919 | SPD-Politiker Friedrich Ebert wird im Februar 1919 erster Reichspräsident der Weimarer Republik. Er trieb maßgeblich den Umbau von der Monarchie zur parlamentarischen Demokratie voran. Dazu gehört auch die Weimarer Verfassung. Weimar deshalb, weil die Nationalversammlung wegen der Unruhen in Berlin ihren Plenarsaal ins Nationaltheater Weimar verlegt hatte. Am 31. Juli 1919 wird die Verfassung verabschiedet und drei Wochen später, am 21. August, wird Friedrich Ebert auf diese Verfassung vereidigt. Das Wesen dieser Verfassung sei die Freiheit, betont Ebert in seiner Ansprache nach der Vereidigung. | Friedrich Ebert wurde am 4. Februar 1871 in Heidelberg geboren und starb am 28. Februar 1925 in Berlin.

    ...mehr
  • 25.01.2021
    8 MB
    08:50
    Cover

    Ägyptens Diktator Husni Mubarak tritt zurück | 10. bis 12.2.2011

    10. bis 12.2.2011 | In den 18 Tagen des Protests in Kairo und anderswo im Land sterben mehr als 300 Menchen. Gleichzeichtig hat Präsident Mubarak jegliche Unterstützung verloren. Am Nachmittag des 11. Februar dann die Gewissheit. Mubarak ist offiziell zurückgetreten. Das Ende der Herrschaft Mubarak brachte den Ägyptern am Ende aber doch nicht die ersehnte Freiheit. Bei den Wahlen ging zunächst die islamistische Muslim-Bruderschaft als Sieger hervor. Präsident wurde Mohammed Mursi. Nach erneuten Massenprotesten 2013 wurde er von der Armee abgesetzt. Militärratschef Al-Sisi übernahm die Macht und ließ sich 2014 offiziell zum Präsidenten ernennen. Sein Regierungsstil gilt als mindestens ebenso diktatorisch und autokratisch wie der des gestürzten Präsidenten Mubarak.

    ...mehr
  • 25.01.2021
    18 MB
    18:40
    Cover

    Revolution in Ägypten – Die ersten zwei Wochen | 25.1. bis 4.2.2011

    25.1. bis 4.2.2011 | Was Anfang Januar 2011 in Tunesien begonnen hat, schwappt nun auch auf Ägypten über, wo Präsident Husni Mubarak seit 30 Jahren das Land regiert. In Kairo kommt es zunächst zu vereinzelten Demonstrationszügen, die aber ab dem 25. Januar eine Dimension annehmen, die ARD-Korrespondentin Esther Saoub bis dahin noch nicht gekannt hat. Drei Tage lang sehen die Sicherheitskräfte den Demonstrationen zu, dann, am 28. Januar hält dann die Armee dagegen.

    ...mehr
  • 12.11.2020
    5 MB
    05:18
    Cover

    Zuschauerreaktionen auf US-Fernsehserie „Holocaust“ | 28.1.1979

    Das Wort „Holocaust“ zog erst mit der gleichnamigen Serie 1979 in die deutsche Sprache ein – und das war nicht das einzige, was diese US-Serie bewirkte. Die Aufarbeitung und öffentliche Erinnerungskultur hat damals erst begonnen. Die Resonanz auf die Serie war überwältigend – aber auch gespalten, wie die Zuschauerreaktionen zeigen.

    ...mehr
  • 19.01.2021
    4 MB
    04:22
    Cover

    Franz Oehlecker über die moderne Bluttransfusion | 5.1.1932

    5.1.1932 | Franz Oehlecker (1874 - 1957) gilt als Pionier der modernen Bluttransfusion. Als Hamburger Chirurg am Krankenhaus Barmbek sammelte er Erfahrungen mit der Verträglichkeit und der Hygiene bei der Übertragung von Spenderblut. In diesem Vortrag der Reichsrundfunkanstalt vom Januar 1932 erklärt er den Stand der Wissenschaft und wendet sich gegen das verbreitete Vorurteil, bei der Transfusion übertrügen sich auch Charaktereigenschaften des Spenders. Franz Oehlecker war einer der ersten bekannten deutschen Chirurgen, der 1933 das „Bekenntnis der deutschen Professoren zu Adolf Hitler“ unterzeichnete.

    ...mehr
  • 19.01.2021
    18 MB
    19:48
    Cover

    Ministerialrat Arthur Gütt über Zwangssterilisation | 26.7.1933

    26.7.1933 | Bereits kurz nach ihrer Machtergreifung im Januar 1933 legten die Nationalsozialisten die Pläne für ein "rassenreines" Deutsches Reich vor. Zu den Kernideen gehört das "Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses", vornehmlich erdacht und konzipiert von dem Mediziner und Ministerialrat im Innenministerium Arthur Gütt. In dieser Rundfunkansprache vom 26. Juli 1933 entwickelte Gütt die Nationalsozialistische Rassenpolitik aus medizinischer Perspektive. Menschen ohne ihre Einwilligung unfruchtbar zu machen, nur weil sie einer anderen "Rasse" als der gewünschten angehören, ist laut Gütt eine "Tat der Nächstenliebe".

    ...mehr
  • 15.01.2021
    6 MB
    06:31
    Cover

    Tunesiens Präsident Ben Ali flieht aus dem Land | 14.1.2011

    14.1.2011 | Es ist der Wendepunkt in Tunesien. Nach knapp einer Woche der Konfrontation zwischen den wütenden Demonstranten und der Armee lenkt Präsident Ben Ali zunächst ein und kündigt im Fernsehen einen Wandel an: Ein Ende der Gewalt, Pressefreiheit und er werde bei den nächsten Wahlen nicht mehr kandidieren.

    ...mehr
  • 15.01.2021
    7 MB
    07:25
    Cover

    Der "Arabische Frühling" beginnt in Tunesien mit der Bestattung von Mohamed Bouazizi | 7.1.2011

    7.1.2011 | Der sogenannte Arabische Frühling beginnt Anfang 2011 in Tunesien. Der Initialfunke ist die Selbsttötung eines verzweifelten Gemüsehändlers. Viele Tunesier identifizieren sich mit ihm, sehen in ihm das Opfer eines korrupten Systems, in dem ein Diktator – Präsident Ben Ali – seine Macht zur persönlichen Bereicherung nutzt und sein Volk unterdrückt. Kleinere Proteste gab es schon in den vorangegangenen Wochen, doch vom 7. Januar 2011 an eskaliert die Lage zunehmend. Es ist der Tag der Bestattung des jungen Mannes. Innerhalb der nächsten Tage spitzt sich die Lage weiter zu.

    ...mehr
  • 12.01.2021
    12 MB
    12:50
    Cover

    Lothar Späth tritt nach "Traumschiff-Affäre" zurück | 13.1.1991

    13.1.1991 | Lothar Späth tritt zurück. Es ist nach Hans Filbinger der zweite Rücktritt eines baden-württembergischen Ministerpräsidenten. Grund für Späths Rücktritt waren von befreundeten Unternehmen bezahlte Privatreisen in seiner Amtszeit. Späth war in der Bevölkerung beliebt, holte regelmäßig für die CDU im Land die absolute Mehrheit. Doch die durch Presserecherchen zutage getretenen Vorwürfe machen ihm zu schaffen. Am Tag vor seinem Rücktritt wehrt er sich noch einmal.

    ...mehr
  • 11.01.2021
    3 MB
    03:15
    Cover

    Gerald Ford begnadigt Richard Nixon | 8.9.1974

    8.9.1974 | Im Zusammenhang mit der Aufklärung der Watergate-Affäre, die Nixon zu verhindern versuchte, kamen zahlreiche weitere Vergehen ans Tageslicht, in die das Weiße Haus verwickelt wurde. Es wurde ein Amtsenthebungsverfahren eingeleitet, am 9. August 1974 trat Nixon zurück. Strafrechtlich wird er aber nicht belangt, denn sein Nachfolger Gerald Ford begnadigt ihn einen Monat später. Zu hören ist zunächst die Erklärung Fords, anschließend schildert USA-Korrespondent Hans Kirchmann die Reaktionen auf diese Entscheidung.

    ...mehr
  • 31.12.2020
    25 MB
    26:37
    Cover

    Ronald Reagan in West-Berlin: "Mr. Gorbatschow, tear down this wall!"

    12.6. 1987 | US-Präsident Ronald Reagan ist zum Staatsbesuch in der Bundesrepublik. Er besucht West-Berlin und hält vor dem Brandenburger Tor eine Rede. Am Ende fordert er den sowjetischen Staats- und Parteichef Michail Gorbartschow auf, die Mauer abzureißen. Die Rede wird simultan übersetzt.

    ...mehr
  • 12.11.2020
    35 MB
    37:50
    Cover

    Umgang mit Corona – Aus früheren Pandemien gelernt? (v. März 2020)

    Spanische Grippe, Asiatische Grippe, SARS. Historische Tonaufnahmen zeigen, wie die Gesellschaft früher mit solchen Situationen umgegangen ist. Was haben wir daraus gelernt? Christoph König im Gespräch mit Gábor Paál. Die historischen Aufnahmen gibt es in voller Länge im Podcast "SWR2 Archivradio".

    ...mehr
  • 12.11.2020
    1 MB
    01:56
    Cover

    2020: „Rätselhafter Krankheitsausbruch“ – Erster ARD-Bericht über Corona

    7.1.2020 | Am 31. Dezember 2019 wurde die Weltgesundheitsorganisation WHO über eine Reihe ungewöhnlicher Fälle von Lungenentzündung in der chinesischen Stadt Wuhan informiert. Am 7. Januar 2020 geben die chinesischen Behörden bekannt, dass es sich offenbar um ein neuartiges Coronavirus handelt. Hier der erste Hörfunkbericht zum Thema im deutschen Radio von China-Korrespondent Steffen Wurzel.

    ...mehr
  • 12.11.2020
    3 MB
    03:45
    Cover

    2003: Der junge Christian Drosten identifiziert SARS-Virus

    7.5.2003 | Der Virologe Christian Drosten ist in der Corona-Krise einer der wichtigsten Ratgeber der Bundesregierung. Doch schon während der SARS-Pandemie 2003 macht er als junger Forscher in Hamburg Schlagzeilen. Er identifiziert zusammen mit Kollegen den tödlichen Erreger und entwickelt früh einen Test. NDR-Reporter Oliver Rabieh hat ihn damals getroffen.

    ...mehr
  • 12.11.2020
    39 MB
    40:51
    Cover

    2000: Menschliches Genom entschlüsselt – Rede von US-Präsident Clinton

    26.6.2000 | Das Genom ist so weit entziffert, dass US-Präsident Bill Clinton im Weißen Haus eine feierliche Pressekonferenz abhält. Die damals geäußerten Hoffnungen erwiesen sich mittlerweile als übertrieben.

    ...mehr
  • 16.12.2020
    9 MB
    09:59
    Cover

    2000: BSE in Deutschland nachgewiesen

    24.11.2000 | Die Seuche, die in den 1990er-Jahren die meisten Schlagzeilen machte, war BSE – auch als Rinderwahnsinn bekannt. Die mit Abstand meisten BSE-Fälle traten in Großbritannien auf. Da britisches Rindfleisch 1996 in Europa verboten wurde, gab es die Hoffnung, Deutschland bleibe davon verschont. Doch am 24. November 2000 stellt sich heraus: Auch in Deutschland geborene Rinder sind vor BSE nicht geschützt.

    ...mehr
  • 27.11.2020
    3 MB
    03:33
    Cover

    1994: BSE-Krise – Seehofer plant Rindfleisch-Stopp aus Großbritannien

    17.5.1994 | Die ersten BSE-Fälle In Großbritannien wurden schon in den 1980er-Jahren bekannt. Das Gehirn dieser Tiere war durchlöchert wie ein Schwamm. Bis 1992 stiegen die Fallzahlen drastisch an auf über 32.000 Rinder. Ganze Herden wurden notgeschlachtet. Als Auslöser der Krankheit wird schließlich das Tierfutter identifiziert. In Großbritannien wurde den Rindern Tiermehl aus zermahlenen Knochen verfüttert. 1994 diskutiert die EU über ein Einfuhrverbot von britischem Rindfleisch. Da sich das aber hinauszögert, entschließt sich der damalige Bundesgesundheit Horst Seehofer zu einem Alleingang. Seehofer findet dafür auch Zustimmung in der Bevölkerung.

    ...mehr
  • 16.12.2020
    2 MB
    02:45
    Cover

    1998: Rita Süssmuth über ihren Kampf in der Aids-Politik

    23.11.1988 | Rita Süssmuth ist Bundesgesundheitsministerin bis 1988, als der CDU-Vorsitzende und Bundeskanzler Helmut Kohl sie zur Bundestagspräsidentin vorschlägt. Süssmuth folgt diesem Ruf nicht ohne zu betonen, dass sie in der Aids-Politik weiter mitreden werde. Am 23. November 1988 gibt sie zur Überraschung vieler eine Abschiedspressekonferenz und zieht eine deutliche Bilanz. Sie habe in der Regierung oft mit dem Rücken zur Wand gestanden.

    ...mehr
  • 12.11.2020
    956 MB
    01:05
    Cover

    1978: Eltern des ersten Retortenbabys werden reich

    Wenige Tage nach der Geburt von Louise Brown kommt heraus: Ihre Eltern haben die Rechte an der Berichterstattung für viel Geld an die „Daily Mail“ verkauft – und kommt dadurch zu unerwartetem Wohlstand.

    ...mehr
  • 16.12.2020
    1 MB
    01:49
    Cover

    1984: USA verkünden Entdeckung von Aidsvirus

    29.4.1984 | Anfang der 1980er-Jahren kamen aus den USA Nachrichten von einer bis dahin unbekannten, ansteckenden und tödlichen Immunschwächekrankheit: Aids. Die meisten Betroffenen sind homosexuell, was dazu führt, dass die Gefährlichkeit der Krankheit in der breiten Öffentlichkeit zunächst unterschätzt wird.

    ...mehr
  • 12.11.2020
    2 MB
    02:47
    Cover

    1978: "Retortenbaby" Louise Brown kommt zur Welt

    Am 25. Juli 1978 kam Louise Joy Brown bei Manchester zur Welt. Sie war das erste Baby, das aus einer künstlichen Befruchtung hervorgegangen war – damals "Retortenbaby" genannt.

    ...mehr
  • 12.11.2020
    6 MB
    06:51
    Cover

    1970: Erste erfolgreiche Nerventransplantation

    2.2.1970 | Es war eine medizinische Sensation am 2. Februar 1970: Ein Handwerker, dessen Hand gelähmt war, kann sie nun wieder voll einsetzen, dank Nerventransplantation. Zwar wurden schon 1876 in Österreich Nerven verpflanzt, doch erst jetzt gelingt es dem Münchener Chirurgen Walter Jacoby das so hinzubekommen, dass der Erfolg auch von Dauer ist.

    ...mehr
  • 16.12.2020
    6 MB
    06:37
    Cover

    1961: Contergan-Skandal kommt ins Rollen

    Das Schlafmittel war 1957 eingeführt worden. Auch schwangere Frauen nahmen es. Die Folgen: Tausende Kinder kamen mit Fehlbildungen auf die Welt. Der Rechtsanwalt Karl-Hermann Schulte-Hillen und der Arzt Widukind Lenz deckten den Zusammenhang auf.

    ...mehr
  • 12.11.2020
    15 MB
    17:03
    Cover

    1957: Asiatische Grippe in Deutschland

    16.10.1957 | In den Jahren 1957 und 1958 sterben weltweit mehr als eine Million Menschen an der damals grassierenden Asiatischen Grippe. Es ist die zweitschlimmste Influenza-Pandemie des 20. Jahrhunderts, übertroffen nur durch die Spanische Grippe 1918 bis 1920. In Deutschland fallen der Asiatischen Grippe rund 30.000 Menschen zum Opfer. Trotz dieser schweren Epidemie findet sich in den Archiven des Südwestrundfunks zur Asiatischen Grippe nur ein einziger Bericht aus dieser Zeit, gesendet am 16. Oktober 1957. Es geht, auch damals, um die Folgen für die Wirtschaft und das öffentliche Leben – und natürlich auch um Vorbeugemaßnahmen. Händewaschen wird dabei noch nicht genannt, dafür das Gurgeln mit Wasserstoffsuperoxid sowie das Einnehmen formalinhaltiger Tabletten.

    ...mehr
  • 12.11.2020
    10 MB
    10:47
    Cover

    1957: Beginn der Polio-Massenschutzimpfung

    22.5.1957 | In den 1950er Jahren erkranken Tausende Deutsche an Polio, auch bekannt als Kinderlähmung. Die Medizin investierte in die Forschung und schließlich kam im April 1957 die erste Massenschutzimpfung – mit großem Erfolg.

    ...mehr
  • 16.12.2020
    5 MB
    06:00
    Cover

    1953: Isolation des Polio-Erregers

    Jährlich sterben in Deutschland Tausende an der Kinderlähmung bzw. Polio. Es gibt noch keine Impfung. Am Institut für Virusforschung wurde unter der Leitung von Prof. Gustav-Adolf Kausche eine große Zentrifuge gebaut, um den Erreger erstmals zu isolieren.

    ...mehr