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turi2 Clubraum

turi2 Clubraum ist der neue Live-Podcast für Medien, Wirtschaft und Politik. Ab 19. November laden wir die turi2-Commmunity immer freitags von 12-12.30 Uhr zur Debatte ein. Aline von Drateln diskutiert mit einem prominenten Gast und einem Mitglied der turi2-Redaktion die Themen der Woche.Den Podcast gibt es Live via Clubhouse und im Anschluss hier als Podcast. Mehr Infos: turi2.de/clubraum

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  • 01.07.2022
    25 MB
    40:40
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    Marcus Schuler über Tech-Giganten und Trump.

    Tech-Talker: Seit dem Amtseintritt von Präsident Joe Biden hat sich in den USA nicht viel verändert, resümiert Marcus Schuler im turi2 Clubraum. Er habe die Bevölkerung "eher enttäuscht, die Leute sind ernüchtert". Schuler berichtet seit 2017 als ARD-Korrespondent für TV, Radio und Online aus dem Sillicon Valley. Im Gespräch mit Moderatorin Aline von Drateln und turi2-Chef­redakteur Markus Trantow sagt er, dass sich die "Feindseligkeiten im Parlament zwischen Republikanern und Demokraten" auch in der Medien­landschaft widerspiegeln. Vor allem große TV-Sender und Zeitungen wie die "Washington Post" und "New York Times" hätten versucht, während der Trump-Regierung "eine hohe Neutralität zu wahren". Doch ebenso wie in der politischen Landschaft seien die "Gräben" geblieben. Seine Tätigkeit als Korrespondent sieht Schuler nach wie vor als "Traumjob", denn "es wird nie langweilig".Dennoch beunruhigen den gebürtigen Stuttgarter aktuelle Entwicklungen in seiner Wahl-Heimat – etwa der Umgang mit der LGBTQ-Community in manchen Staaten oder das Abtreibungs­verbot. Es gehe die Angst um, dass Straf­verfolgungs­behörden nun Frauen ausfindig machen können, die abgetrieben haben oder abtreiben wollen. Das gehe zum Beispiel, indem sie "zu den Googles und Facebooks hinmarschieren" und nach dem Reiseverlauf einer Frau fragen. Treibe diese nämlich in einem Staat ab, wo es legal ist, könne sie in einem anderen Staat, wo es illegal ist, verklagt werden, erklärt Schuler. Er und viele andere Menschen in den USA wundern sich jedoch, dass Google und Meta in den vergangenen Tagen verschwiegen haben, was sie mit den gesammelten Daten machen, "wenn ein Staatsanwalt aus Texas kommt und danach verlangt".Als Journalist ist der Zugang zu Informationen nicht bei allen Tech-Unternehmen einfach, erzählt Schuler. Während Apple "relativ offen" sei und er regelmäßig zu Presse-Veranstaltungen eingeladen werden, "kommt man bei Google oft nur durch Vitamin B weiter". Das Unternehmen sei in den vergangenen Jahren verschlossener geworden. Grundsätzlich beobachtet Schuler in den USA jedoch eine "Coolheit, Lockerheit und Offenheit" im Umgang mit der Presse. Auch sei das Land sehr schnell, wenn es um die Umsetzung neuer Ideen, Startups und Technologien geht: "Wir können nach wie vor davon lernen."Der turi2 Clubraum diskutiert jeden Freitag um 12 Uhr mit einem prominenten Gast die Themen der Woche. Nächste Woche ist Stephan Bayer zu Gast. Er ist der CEO der Online-Lernhilfe Sofatutor.

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  • 24.06.2022
    27 MB
    44:21
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    Mirna Funk über Feminismus und faire Bezahlung.

    It's all about money: "Frauen müssen begreifen, dass sie Gleich­berechtigung nicht bekommen, solange sie finanziell nicht unabhängig sind", sagt Mirna Funk im turi2 Clubraum. Die Journalistin und Autorin hat im Mai 2022 ihr Sachbuch Who Cares! Von der Freiheit, Frau zu sein veröffentlicht, in dem sie u.a. Frauen kritisiert, die sich finanziell auf ihren Partner verlassen und nicht selbst arbeiten gehen. Funk ist selbst allein­erziehende Mutter einer Tochter, erzählt sie im Gespräch mit Moderatorin Aline von Drateln und turi2-Chef­redakteur Markus Trantow. Vor allem Frauen in West­deutschland säßen einem "national­sozialistisch geprägten Muttermythos" auf. Um Gleich­berechtigung zu erreichen, plädiert Funk dafür, nicht nur auf die Politik zu warten. Auch das Individuum müsse "die Realität in die Arbeitswelt" tragen. Funk hätte sich vor drei Jahren noch der "Woke-Bubble" zugeordnet, habe inzwischen aber eine "180-Grad-Wendung" hingelegt.Der "Cluster-Fuck der Documenta" diese Woche hat Funk, die selbst Jüdin ist, eher amüsiert. Dass die Kunstausstellung ein anti­semitisches Werk gezeigt hat, habe niemanden in der jüdischen Community überrascht. Was auf der Documenta passiert ist, sei in der Kunstwelt seit vielen Jahren "Normalität". Ihre Erwartungen an die Macherinnen der Documenta sind "ganz begrenzt". Selbst­reflexion erwarte sie nicht, denn "die hat im Vorfeld schon gefehlt". Es müsse politische Konsequenzen geben, von Boykott oder "Cancelation" halte sie aber nichts. Auch nicht davon, jetzt "im Rahmen der Empörung" zu handeln und etwa Kultur­staatsministerin Claudia Roth ihres Amtes zu entheben.Geärgert hat Funk, dass sie "schon wieder" ihre Wohnung in Berlin vermieten muss, um sich einen Urlaub leisten zu können. Kunstschaffende und Intellektuelle würden in Deutschland "unglaublich schlecht bezahlt". Grund dafür sei, eine "absurde Vorstellung", dass diese Tätigkeiten ohne ein markt­wirtschaftliches System funktionieren müssten. Aber: "Niemand kann sich vom Denken ein Brot kaufen", kritisiert Funk.Nächste Woche ist Silicon-Valley-Korrespondent Marcus Schuler im turi2 Clubraum zu Gast. Aufgrund der Zeitverschiebung beginnt der Live-Podcast bereits am Donnerstag um 17 Uhr.

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  • 17.06.2022
    26 MB
    43:01
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    Tobias Lammert über Radio und digitale Reizüberflutung.

    Geht ins Ohr: "Am Ende des Tages holen auch wir das Geld rein, was für die journalistische Aufgabe gebraucht wird", sagt Tobias Lammert im turi2 Clubraum. Der Geschäfts­bereichs­leiter Marketing & Vertrieb beim Vermarkter WDR Mediagroup wünscht sich deshalb, dass europäische Medien in Zukunft stärker zusammen­arbeiten, "wo es rechtlich möglich und zielführend ist", um Qualitäts­journalismus zu unterstützen. Schließlich nähern sich auch die Tech-Giganten, "die unseren Markt interessant finden", sagt er im Gespräch mit Moderatorin Aline von Drateln und turi2-Chef­redakteur Markus Trantow. Ein gewisses "Silodenken nach dem Motto 'privat gegen öffentlich-rechtlich' ist aus meiner Sicht totaler Quatsch". Obwohl Lammert immer häufiger Diskussionen über die Zukunft des Radios führe, sei es "immer noch ein wichtiges Grundmedium" – gerade, "wenn du schnell kommunizieren willst".In Podcasts sieht Lammert die Audio-Zukunft nicht unbedingt. Das Format sei gut, um ein Thema zu vertiefen, ohne visuell gefordert zu sein. Mittlerweile gibt es in Deutschland jedoch so viele Podcasts, merkt Lammert an, dass es zu einer "customer confusion" führt. Deshalb müssen seiner Meinung nach vor allem Inhalte aggregiert und auffindbar aufbereitet werden, "sonst hast du eine Über­produktion und totale Reiz­überflutung". Zwar seien Podcasts gerade in Nischen auch künftig ein Thema, "wir müssen aber schon jetzt und heute beyond Podcast denken". Für Lammert bedeutet das, Plattformen für on-demand Audio­inhalte zu entwickeln, auf die Menschen mit dem Wissen zugreifen: "Da ist Qualitäts­journalismus unterwegs."In seiner beruflichen Zukunft freut sich Lammert vor allem auf "viele Werbe­sprechstunden". In dem YouTube-Format spricht er mit verschiedenen Gästen über Werbung und Marketing­themen. Vor der ersten Sendung war er "mega aufgeregt", berichtet Lammert und bilanziert, dass die Videos der WDR Mediagroup ein "neues Grundrauschen" verschafft haben. Zwar sei die Sendung eher etwas für ein "Special-Interest-Publikum", das seien dann aber Zuschauerinnen, die "sehr genau dabei sind – und das ist sehr wertvoll".Der turi2 Clubraum diskutiert jeden Freitag um 12 Uhr mit einem prominenten Gast die Themen der Woche. Nächste Woche ist Journalistin und Schriftstellerin Mirna Funk zu Gast.

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  • 10.06.2022
    28 MB
    45:24
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    Frederike Probert über Frauen und Führung.

    Selbst ist die Frau: "Wenn du 20 Jahre auf deine Karriere fokussiert bist, bist du irgendwann in einem Hamsterrad", sagt Frederike Probert im turi2 Clubraum. Eine Reise mit dem Karavan quer durch Europa hat ihr schließlich geholfen, "den Fokus zu kalibrieren". Daraus entstanden ist das Wirtschaftsnetzwerk für Frauen Mission Female sowie das Buch Mission Female – Frauen. Macht. Karriere. Im Gespräch mit Moderatorin Aline von Drateln und turi2-Redakteur Björn Czieslik erzählt Probert, dass es eine Weile gedauert hat, "bis ich die Ruhe gefunden habe, um klare Gedanken zu fassten". 20 Jahre lang arbeitet die Vorständin der Deutschen Digitalen Beiräte in Tech-Unternehmen wie Yahoo und Microsoft, bis ihr plötzlich auffällt, dass sie in Konferenzen, auf der Bühne und in Meetings immer die einzige Frau ist: "Da ist es mir wie Schuppen von den Augen gefallen." Zwar können Frauen in bestehenden Männer-Netzwerken "mitspielen", wirklich willkommen seien sie aber nicht. Das ist laut Probert nicht nur in der Tech-Branche der Fall: "Wenn eine Frau erfolgreich ist, ist sie häufig alleine, hat nicht das stärkende Netzwerk und oft nicht das Gefühl in alteingesessenen Buddy-Clubs willkommen zu sein."Dem möchte Probert mit ihrem Unternehmen Abhilfe leisten. Mittlerweile tauschen sich dort über 100 Frauen miteinander aus, "die in ihrem Bereich erfolgreich sind, aber keine Zeit haben, das Thema Netzwerken für sich zu lösen", erklärt Probert die Aufgabe von Mission Female. Während Männer oft "organischer und natürlicher" netzwerken, müssen Frauen häufig erst lernen "konkret zu formulieren, was sie brauchen und das dann auch einzufordern", sagt Probert. Dieser Schritt ist auch Teil der unterschiedlichen Phasen in der Karriere einer Frau, die sie in ihrem Buch beschreibt. Angefangen beim "Fleißbienchen", das sich über Leistung und Überstunden profilieren will, geht es bis zur "Erhabenen" – die Frau, "die es 'geschafft hat'". Ist Frau erstmal an diesem Punkt angekommen, hat sie die Verantwortung, Gleichgesinnte auf dem Weg nach oben mitzunehmen, findet Probert.Auf rund 100 verschiedenen Veranstaltungen im Jahr kommen Teilnehmerinnen bei Mission Female zusammen und tauschen sich darüber aus, "was wir alle tun müssen, um eine Parität zu erzielen", sagt Probert. Die Dienstleistung mache die Mitglieder außerdem "sehr sichtbar", etwa auf Social Media oder bei Veranstaltungen. Weil das mittlerweile auch viele Unternehmen als Vorteil sehen, gibt es laut Probert immer mehr Arbeitgeber, die die Mitgliedschaft für 5.000 Euro im Jahr für ihre Mitarbeiterinnen übernehmen.Der turi2 Clubraum diskutiert jeden Freitag um 12 Uhr mit einem prominenten Gast die Themen der Woche. Nächste Woche ist Tobias Lammert zu Gast. Er leitet Marketing und Vertrieb beim Vermarkter WDR Mediagroup.

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  • 03.06.2022
    30 MB
    49:50
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    Christoph Amend über Elisabeth II. und Editorials.

    Queen-Fanboy: Als das "Zeit-Magazin" zuerst über einen eigenen Newsletter nachgedacht hat, "waren wir der Meinung, dass wir keinen brauchen", sagt Christoph Amend im turi2 Clubraum. Mittlerweile schreibt der Editorial Director des "Zeit"-Supplements seit fünf Jahren den täglichen Newsletter Was für ein Tag. Im Gespräch mit Moderatorin Aline von Drateln und turi2-Chefredakteur Markus Trantow erklärt er, dass er das nur mit einem gut entwickelten System und Co-Autorinnen schafft. Denn neben seinem täglichen Editorial schreibt Amend Bücher und ist Host der Podcasts Und was machst du am Wochenende und Alles gesagt?. Trotz anfänglicher Skepsis kann Amend den Erfolg von Newslettern mittlerweile erklären: "Wenn ich mich für bestimmte Themenbereich interessiere, abonniere ich einen Newsletter, der mir das am besten liefert." Hinzu komme, dass die Leserinnen "auf angenehme Art und Weise Nachrichten bekommen", ohne danach suchen zu müssen.Wichtig ist laut Amend, das Format immer weiterzuentwickeln. Er selbst habe die Erfahrung gemacht, den ein oder anderen Newsletter abzubestellen, "weil man irgendwann merkt, dass man sie ewig nicht geöffnet hat". Seine Aufgabe als Autor sei daher, "immer mal etwas neues zu entwickeln, damit es nicht langweilig wird". Im Zuge des Kriegs in der Ukraine etwa, vermerkt sein Newsletter ganz am Anfang, der wievielte Tag seit der russischen Invasion vergangen ist. Das diene als "tägliche Erinnerung" an die Geschehnisse, "selbst wenn an bestimmten Tagen keine fundamentalen Nachrichten aus Russland oder der Ukraine kommen". Zwar spielt die tägliche Nachrichtenlage in seinem Newsletter eine Rolle, auf aktuelle Debatten wie der "Welt"-Artikel über die angebliche Sexualisierung und Umerziehung von Kinder bei ZDF und ARD springt das "Zeit-Magazin" jedoch nicht auf. Amends Redaktion würde beim Thema Transsexualität "eher in die Tiefe gehen und eine Langzeitrecherche machen, um dem Thema auf den Grund zu gehen".Als es bei den Themen der Woche um das 70-jähriges Thronjubiläum von Queen Elisabeth II. geht, enttarnt sich Amend als Fanboy: "Wenn man sich ihr ganzes Leben anschaut, wie sie mit politischen Veränderungen umgegangen ist und Kontenance bewahrt hat, ist sie einfach beeindruckend." Sie habe gezeigt, Fehler korrigieren zu können, "wenn es darauf ankommt", etwa beim Umgang mit dem Tod von Lady Diana. Eine solche Person würde auch Deutschland gut tun, findet von Drateln und schlägt Hape Kerkeling vor. "Die Engländer haben die Queen, wir haben Steinmeier", meint Amend.Der turi2 Clubraum diskutiert jeden Freitag um 12 Uhr mit einem prominenten Gast die Themen der Woche. Nächste Woche ist Frederike Probert zu Gast. Sie ist CEO von Mission Female und Board Member der Deutschen Digitalen Beiräte.

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  • 27.05.2022
    29 MB
    48:31
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    Daniel Bouhs über neue Projekte und alte Unbefangenheit.

    Familiäre Vorbelastung: "Meine erste Fest­anstellung gekündigt zu haben, war rückblickend das Beste, was ich im Job gemacht habe", sagt Daniel Bouhs im turi2 Clubraum. Der langjährige Medienjournalist und frischgebackene Redakteur mit besonderen Aufgaben des SWR, erzählt im Gespräch mit Aline von Drateln und Björn Czieslik, dass sein Weg in den Medien­journalismus schnell ein "Selbstläufer" geworden ist. Da sein Vater ZDF-Journalist war, habe er nie Berührungs­ängste mit den Medien gehabt. Seine Zeit als freischaffender Journalist, u.a. im ARD-Radio, dem Deutschlandfunk und bei "Zapp", haben ihm "Entwicklungen ermöglicht, die ich in diesem Tempo in dieser Vielfältigkeit nicht gehabt hätte". Im Live-Podcast diskutiert das Trio auch über Diversität in den Medien, den Ansturm aufs 9-Euro-Ticket und die Kommunikation von Robert Habeck.Den SWR-Job in der Landes­­sender­­direktion Rheinland-Pfalz bei Direktorin Ulla Fiebig hat Bouhs angenommen, weil er "sehr bereit war, mal etwas Neues zu machen". Im Sender habe es "schon Fragezeichen, auch was den Stellenzuschnitt angeht", gegeben, weil er auch für journalistische Qualitäts­sicherung zuständig ist. Bouhs habe jedoch vermittelt: "Es gibt kein Qualitätsproblem", sondern nur die Herausforderung, die Qualität zu halten. Zudem befasst sich Bouhs mit digitalen Entwicklungen und will den "unbefangenen Blick" des Ex-Medien­kritikers in den eigenen Reihen einbringen. Ein weiteres Ziel sei, die "heimliche Medien­haupt­stadt Mainz" stärker zu profilieren.Künftig kann sich Bouhs gut vorstellen, Aufgaben im Rahmen des nahenden ARD-Vorsitzes des SWR zu übernehmen. Das könnte "eine interessante Perspektive" sein, auch wenn er die ARD-Chefs nicht beneidet: "ARD-Vorsitz ist glaub ich ein irres Brett. Das geht an die Substanz." In vergangenen Gesprächen mit ARD-Chefs habe er gelernt, dass "sich einige gefreut haben, wenn die zwei Jahre auch wieder vorbei waren". Die ARD-Vorsitzende könne nicht wie im Konzern "durchregieren", sondern müsse "neun Anstalten auf einen Nenner bringen, die ja aus guten Gründen autarke Medienhäuser sind".Dass bezüglich seines Wechsels, auch im Verbund mit der Personalie Kai-Hinrich Renner, von einem "Niedergang des Medien­journalismus" geschrieben wurde, hält er für übertrieben. Einerseits sei Medienjournalismus zwar "immer gefährdet", andererseits gebe es auch in Häusern wieder Bedarf, die ihre Aktivitäten auf dem Feld zwischenzeitlich stark heruntergefahren haben. Schuld daran sei auch die Herausforderung, "den Widerstand gegenüber Desinformation" zu leisten und Qualitäts­journalismus abzuliefern.Der turi2 Clubraum diskutiert jeden Freitag um 12 Uhr mit einem prominenten Gast die Themen der Woche. Nächste Woche ist der Editorial Director des "Zeit Magazins" Christoph Amend zu Gast.

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  • 20.05.2022
    30 MB
    49:47
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    Ronald Focken über Shitstorms, Filterblasen und wilde Werbezeiten.

    Chief Emotional Officer: "Als Unternehmen musst du Haltung beziehen, Ecken & Kanten haben", sagt Ronald Focken im turi2 Clubraum. Der Geschäftsführer der Agentur-Gruppe Serviceplan erklärt im Gespräch mit Aline von Drateln und Pauline Stahl, dass Kommunikation dann hängen bleibt, wenn sie "gegen den Strom" formuliert wird. Angst vor Shitstorms will Focken seinen Kunden nehmen. Er erklärt etwa, wie seine Agentur einer Fast-Food-Kette geholfen hat, unberechtigte Rassismus-Vorwürfe abzuwenden. Außerdem sagt er, dass er die Arbeit von Kai Diekmann und seiner Social-Media-Agentur Storymachine "langweilig" findet und blickt in die wilden Werbezeiten früherer Jahrzehnte.Im schnellen Kreuzverhör verrät Focken u.a., dass er sich gerne an die Ravensburger-Werbung aus seiner Kindheit erinnert, weil sie ihm dabei geholfen hat, seinen Wunschzettel für Weihnachten zu füllen. Außerdem lobt er die Werbe-Kampagnen von O2 und Mercedes und sagt, dass er für seine Mitarbeitenden als Geschäftsführer der Chief Emotional Officer sein, Vertrauen geben, motivieren und im Team vorangehen will. Und Focken verrät, dass Serviceplan sich vor Jahren dagegen entschieden hat, Werbung für die Rüstungsindustrie zu machen. Heute, angesichts des Ukraine-Krieges, würde er sich womöglich anders entscheiden – vorausgesetzt, sein Team würde die Aufgabe übernehmen wollen."Der Job ist viel ernsthafter, viel effizienzgetriebener geworden", sagt Ronald Focken über den Wandel der Agentur-Branche, der seiner Meinung nach schon in den 1990er Jahren angefangen hat. In seiner Anfangszeit, habe er wilde Partys noch ein bisschen mitbekommen. Damals sei es vor allem um TV-Kampagnen gegangen, aus denen sich alle anderen Werbe-Maßnahmen abgeleitet haben. Später, mit Beginn der Digitalisierung, haben sich die Aufgaben fragmentiert, sagt Focken. Heute beschäftige Serviceplan 120 unterschiedliche Berufsbilder – ganz klassische Kreativ-Köfpe aber auch Daten-Analystinnen.Der turi2 Clubraum diskutiert jeden Freitag um 12 Uhr mit einem prominenten Gast die Themen der Woche. Nächste Woche ist der Journalist Daniel Bouhs zu Gast. Der langjährige Medienjournalist arbeitet seit diesem Jahr als Redakteur mit besonderen Aufgaben in der Landes­­sender­­direktion Rheinland-Pfalz des SWR.

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  • 06.05.2022
    27 MB
    45:13
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    Angelika Gifford über Meta und Meinungsfreiheit.

    IT-Angie: Soziale Medien sind "ein Spiegel der Gesellschaft und da passieren nicht immer nur gute Sachen", sagt Angelika Gifford im turi2 Clubraum. Die Vize-Präsidentin für EMEA bei der Facebook-Mutter Meta sagt im Gespräch mit Moderatorin Aline von Drateln und turi2-Chefredakteur Markus Trantow, dass Meinungsfreiheit für den US-Konzern "ein hohes Gut" ist. Menschen eine Stimme zu geben, sei "nicht bloß ein Poster", sondern ein "Wert, den wir Tag für Tag leben". Dabei gelte es stets, den Spagat zwischen Redefreiheit und Hate-Speech oder Fake-News zu schaffen. Zu beachten sei dabei auch der kulturelle Hintergrund: Was in Holland als schlechter Witz durchgehe, könne in Deutschland als Hassrede wahrgenommen werden. Um damit in Zukunft noch besser umzugehen, müsse Meta vor allem "transparenter kommunizieren, was wir eigentlich tun".Gifford, die zuvor Führungspositionen u.a. bei Microsoft und HP innehatte, erzählt, dass sie 2020 vor allem wegen der "gesellschaftlichen Relevanz" des Unternehmens zu Meta gegangen ist. Auch gefalle ihr, was ihr Arbeitgeber in Sachen Metaverse und KI auf den Weg bringe: "Ich liebe Innovation". Eine der erfolgreichsten deutschen Managerinnen zu sein, habe sie nie geplant. "Ich hatte aber nie Angst, in zu große Schuhe zu schlüpfen", sagt Gifford. Anderen Frauen möchte sie damit gern als Vorbild dienen. In den 30 Jahren, die sie in der Tech-Branche unterwegs ist, "sind immer viel zu wenige Frauen im Raum". Da sei es schon mal vorgekommen, "dass ich zur Sekretärin degradiert wurde".Für Aufmerksamkeit sorgt in Meetings häufig auch Giffords Herkunft aus Deutschland, das Kolleginnen gerne als "Fax-Republik" abstempeln. Das halte sie zwar für "nicht richtig", dennoch "müssen wir mutiger, schneller und geländegängier im Denken sein". Ein "Herzensprojekt" ist daher das Buch Die Digitale Dekade – Wie wir unsere Wirtschaft transformieren können, das Gifford im April herausgebracht hat. Auf 232 Seiten schreiben Autorinnen wie Sigrid Nikutta, Florian Haller, Achim Berg oder Brigitte Zypries ihre Ideen und Wünsche zur Digitalisierung auf. Gifford lernt daraus u.a., dass die "transformative Kraft" der Technologie auch für Nachhaltigkeit – ihr "zweites Herzensthema" – nutzbar ist.

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  • 29.04.2022
    30 MB
    49:54
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    Peter Schwierz über Neid und Newsletter.

    Elektrisierend: "Konzentriere dich auf dein Produkt", empfiehlt Peter Schwierz jeder Gründerin. Unter anderem mit dieser simplen Formel hat der ehemalige turi2-Mitarbeiter aus einem Morgen-Newsletter für E-Mobilität einen Digitalverlag mit 20 Beschäftigten und Millionen-Umsatz geschaffen. Im turi2 Clubraum bespricht der Gründer des E-Auto-Branchendienstes Electrive mit Moderatorin Aline von Drateln die Themen der Woche und schwelgt mit turi2-Verleger Peter Turi anlässlich des 15-jährigen Newsletter-Jubiläums in Erinnerungen. Schwierz war nämlich als einer der ersten Mitarbeiter dabei, als der turi2-Newsletter noch in den Kinderschuhen steckte. Damit, dass es das Format 15 Jahre später noch immer geben wird, habe keiner von beiden gerechnet. "Wir hatten viel Angst, dass der Newsletter auf Dauer nicht funktioniert", erinnert sich Turi. Mittlerweile sind sich Turi und Schwierz einig, dass sie nicht wissen, was den Newsletter ablösen sollte. Schließlich sei das der "direkte Kanal zu jeder Lesering und jedem Leser", meint Schwierz.Trotz anfänglicher Zweifel beschließt er, sein eigenes Ding zu machen und versendet einen Newsletter für E-Mobilität. Dabei sei nicht einmal klar gewesen, "ob überhaupt das technologische Thema der Elektromobilität kommt". Während er weiterhin bei turi2 arbeitet, investiert Schwierz "mit allem, was rein kam", baut Personal auf und lässt sein Geschäft wachsen. Sein Tipp: "Mit Beharrlichkeit anfangen und Stück für Stück das Baby entwickeln." Sobald "gutes Personal" und ein "funktionierendes Team" da waren, habe er Loslassen müssen. "Da habe ich eine Weile für gebraucht", gibt Schwierz zu. Doch nur so könne er sich wieder mehr auf das Produkt und "Dinge rechts und links davon" kümmern.Dazu gehört zum Beispiel die Entwicklung weiterer Formate, etwa eine monatliche Online-Konferenz zu bestimmten Themen der E-Mobilität. Von einem eigenen Podcast kann Turi ihn allerdings nicht überzeugen – ein Medium, mit dem Schwierz bisher "nicht warm geworden" ist. Mit einem Print-Produkt liebäugelt er hingegen schon und gibt zu, etwas "neidisch" auf die "schönen Print-Editionen" von Peter Turi zu sein.Der turi2 Clubraum diskutiert jeden Freitag um 12 Uhr mit einem prominenten Gast die Themen der Woche. Nächste Woche kommt Angelika Gifford, die Europa-Chefin bei Facebook und seit 2021 EMEA-Vizepräsidentin von Meta ist.

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  • 22.04.2022
    26 MB
    42:34
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    Isabell Beer: “Diversität bedeutet auch, Menschen ohne Studium in der Redaktion zu haben.”

    Jung und gar nicht naiv: "Du bist sehr jung", "du bist ne Frau", "geh doch erst mal studieren" – diese Argumente hat Isabell Beer schon häufig gehört. Im turi2 Clubraum mit Markus Trantow und Annkathrin Weis erzählt sie von ihrem mitunter steinigen Weg in den Investigativjournalismus. Ähnlich wie ihr Vorbild Günter Wallraff recherchiert sie undercover, aber nicht in Fabrikhallen, sondern im Netz: Unter falschem Profil begegnet sie Voyeuristen, bekennenden Vergewaltigern, Drogenkonsumenten – und ist auch schon bedroht worden. "Während Recherchen kann es sein, dass ich auch mal paranoid werde", gibt sie zu. Noch heute kontrolliert sie Hotelzimmer und öffentliche Toiletten auf Kameras und überlegt, wo sie sich in der Bahn hinsetzt.Auf den Journalismus kommt sie erst mit 18 Jahren, davor wollte sie Schreinerin werden. Sie beginnt mit Praktika und freier Mitarbeit bei den "Nürnberger Nachrichten" und macht ein Volontariat bei der Boulevard-Zeitung "Berliner Kurier". Heute arbeitet sie in einem Investigativteam für das öffentlich-rechtliche Content-Netzwerk funk. Dass sie nie studiert hat, haben Arbeitgeber ihr immer wieder vorgehalten. "Einfach nur falsch", findet das Beer. Diversität bedeute auch, Menschen ohne Studium in der Redaktion zu haben – schließlich wollten Medien auch "nicht nur Menschen erreichen, die aus einem akedemisierten Umfeld stammen".Dazu fordert Beer auch eine andere Sprache. "Wir sollten Journalismus in einfacher Sprache nicht Leuten wie der 'Bild'-Zeitung überlassen", ist ihre These, der auch Trantow und Weis zustimmen. Der turi2-Chefredakteur beobachtet, dass es gerade jungen Journalistinnen mitunter schwer fällt, einfache Sätze zu schreiben, sie seien oft "zu verkopft". "Die Beschäftigung mit Boulevardzeitungen kann hilfreich sein", rät Beer mit Blick auf ihre Volo-Erfahrung.Investigativer Journalismus ist aus Beers Sicht leider der Teil der Branche, der immer noch am wenigsten divers ist. Frauen sind in der Unterzahl und vielen Teams gar nicht vertreten. Nicht, weil sie keine Lust dazu haben, sondern weil der Einstieg schwer ist, so ihre Erfahrung. Dabei lobt sie, was Frauen in den Journalismus eingebracht haben: Eine neue Fehlerkultur, die Aufarbeitung struktureller Probleme wie in der #metoo-Debatte und einen sensiblen Umgang mit Traumatisierten.Dazu gehöre es auch, Menschen nicht aufgrund ihres Aussehens Eigenschaften zuzuschreiben. Beer hat wegen ihrer Piercings, Tattoos und Sitecut früher immer mal wieder Ablehnung erfahren. Vorgesetzte rieten ihr etwa, für Politiker-Interviews den Piercing rauszunehmen. "In den letzten Jahren hat sich da viel verändert", sagt Beer. Geholfen habe, dass viele junge Journalistinnen öffentlich gemacht haben, was zu ihnen gesagt wurde. Kommentare über ihr Aussehen sind Beer jedoch, wie sie sagt, egal – homophobe Äußerungen treffen die queere Journalistin schon eher.Der turi2 Clubraum diskutiert jeden Freitag um 12 Uhr mit einem prominenten Gast die Themen der Woche. Nächste Woche sind es anlässlich der turi2-Newsletter-Wochen turi2-Gründer Peter Turi und Peter Schwierz, Digital-Verleger des E-Mobility-Branchendienstes Electrive.

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  • 08.04.2022
    30 MB
    49:15
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    Oliver Wurm über das Grundgesetz und Gedichte: "Der schönste Text, den ich jemals bearbeiten durfte"

    Druck von allen Seiten: Das Grundgesetz als Magazin herauszubringen, war definitiv die verrückteste Idee, die Independent-Verleger Oliver Wurm jemals hatte, erzählt er Pauline Stahl und Markus Trantow im turi2 Clubraum. "Diejenigen, die damals gesagt haben, 'das wird funktionieren', kann ich an einer Hand abzählen – und da bin ich selbst viermal dabei." Das Risiko, dafür einen sechsstelligen Kredit aufzunehmen, habe sich allein deshalb schon gelohnt, weil das Grundgesetz "der schönste Text ist, den ich jemals bearbeiten durfte" – und am Ende wartete auch noch das Bundesverdienstkreuz auf den Verleger. Ein "derzeit großer Flop" in seinem Sortiment ist hingegen die Bibel, die er als Neues Testament als Magazin an die Kioske gebracht hat.Der Erfolg seiner Hefte sei eben oftmals abhängig von Krisen und Skandalen, erzählt Wurm im Podcast. Als die argentinische Fußball-Legende Diego Maradona starb, war das zwar gut für die Verkaufszahlen des Biographie-Magazins, aber erschütternd für den Fußball-Fan. Mit dem Sammelbildchen-Anbieter Panini produziert er seit Jahren regionale Stickeralben. Das Geschäft mit den Sticker-Alben zur Fußball-EM in Deutschland haben die Italiener an Topps aus den USA verloren. Doch Wurm ist sich sicher: "Der Kult um Panini ist auch durch den Rechteverlust unkaputtbar". Dem können seine Gesprächspartner Pauline Stahl und Markus Trantow zustimmen – auch, wenn sie selber keine Fußball-Fans sind.Zu einer seiner jüngsten Ideen, dem Magazin Dreizehn +13 Gedichte, wurde Wurm von Gerhard Schröder inspiriert – "auch, wenn es schlecht gealtert ist", dies zu erzählen. Dessen Frau Soyeon Schröder-Kim hatte im zweiten Lockdown ein Instagram-Video hochgeladen, in dem der Altkanzler Rainer Maria Rilkes Gedicht "Herbsttag" rezitiert. Es habe ihn "regelrecht angemacht", wie passend und aktuell dieses Gedicht auf die heutige Zeit passt, erzählt Wurm – und deshalb 13 klassische Werke und ebenso viele zeitgenössische Gedichte in ein Heft gepackt.Wurm vereint mit seinen Magazinen viele Leidenschaften. "Ich arbeite zu viel, ich arbeite zu hart, und brauche dringend eine Pause, sonst frisst mich die Arbeit auf", wird ihm immer wieder bewusst. Ausgleich findet er im Meditieren, Wandern und in der Familien-Chat-Gruppe, die ihn immer mit dem besten Klatsch aus seinem Heimatdorf versorgt.Der turi2 Clubraum diskutiert jeden Freitag um 12 Uhr mit einem prominenten Gast die Themen der Woche. Nächste Woche macht der Podcast Oster-Pause, in zwei Wochen ist dann die Investigativjournalistin Isabell Beer zu Gast. Sie spricht über ihre Arbeit und die Themen der Woche mit turi2-Chefredakteur Markus Trantow und seiner Co-Hostin Annkathrin Weis, die man aus dem "Journalist"-Podcast "Druckausgleich" kennt.

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  • 01.04.2022
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    51:34
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    “Storymachine ist ein selbstreinigender Organismus” – Philipp Jessen über Ohrfeigen und Home-Office-Ohnmacht.

    Wahrhaft authentisch: Um bei der PR-Agentur Storymachine arbeiten zu können, "musst du speziell sein, aus diversen Gründen“, sagt Co-Gründer und Geschäftsführer Philipp Jessen im turi2 Clubraum mit Aline von Drateln und Markus Trantow. Die Agentur, die er zusammen mit Kai Diekmann und Michael Mronz führt, gibt sich fünf Jahre nach ihrer Gründung noch immer ziemlich geheimniskrämerisch. Nur selten dringt der Name eines Kunden an die Öffentlichkeit. Der frühere Chefredakteur von "Bravo", gala.de und stern.de kann es aber gut verkraften, seine Erfolge im Stillen zu feiern. "Ich empfinde mein Ego nicht als übergroß", sagt Jessen – auch auf die Gefahr hin, dass seine Kolleginnen bei dieser Aussage "lachend vom Stuhl fallen".Erfolgreiche PR-Arbeit fängt für ihn schon vorm Abschluss eines Vertrags an. "Ich kann nicht für jemanden arbeiten, wenn ich das Produkt oder die Person total ätzend finde." Und natürlich muss er als Chef dafür auch die richtigen Angestellten nach Berlin holen. Seine Agentur empfindet er als "selbstreinigenden Organismus", der die Leute wieder ausspuckt, die nicht dazupassen. Wenn es passt, dann entstehen die besten Ideen immer noch bei "vor Kreativität überlaufenden Teammeetings" – und die gebe es nunmal nicht im Homeoffice. Jessen befürchtet einen "Leistungsabfall", wenn Agentur-Mitarbeitende gar nicht mehr ins Büro zurückkehren. Moderatorin Aline von Drateln, die wegen Corona zurzeit an den heimischen Schreibtisch gefesselt ist, würde sogar Geld dafür zahlen, "um dieser Home-Office-Hölle zu entkommen".Der Erfolg der Agentur ist für Jessen nicht selbstverständlich. "Ich werde fast Will-Smith-aggressiv, wenn Leute sagen: 'War klar, dass das mit Storymachine funktioniert.'" Nach seinem Abschied von Gruner + Jahr habe er zunächst alleine in einem Co-Working-Space am Görlitzer Park gesessen, in einem Büro, in dem es dank verstopfter Rohre nicht wirklich appetitlich gerochen hat. Bis heute sei "jeder Tag ein Kampf".Apropos Will Smith: Dem ohrfeigenden Schauspieler würde er dringend raten, seinen Oscar selbst zurückzugeben, bevor er dazu aufgefordert wird. turi2-Chefredakteur Trantow findet, die Academy hätte ihm den Preis an dem Abend gar nicht erst geben dürfen. In Smiths Dankesrede erkennt Jessen Anzeichen einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung. Aline von Drateln sieht in dessen Verhalten typisch toxisches Männlichkeits-Gehabe, das im schlimmsten Fall zu Gewalt gegen die eigene Ehefrau führt.Apropos toxische Männlichkeit: Das Trio spricht im Podcast außerdem über die "Zwangsmaus"-Debatte um Julian Reichelt, kritische Berichterstattung über Storymachine und über Authentizität als Schlüssel für gute PR-Arbeit – oder wie Philipp Jessen sagen würde, "Wahrhaftigkeit". "Ich hasse das Wort 'authentisch'. Wenn ich zu Hause in Boxershorts 'Love Island' gucke und Schoko-Crossies esse, ist das auch authentisch. Aber das interessiert keinen.“Der turi2 Clubraum diskutiert jeden Freitag um 12 Uhr mit einem prominenten Gast die Themen der Woche. Nächste Woche ist Oliver Wurm zu Gast, Verleger des Grundgesetz-Magazins und Träger des Bundesverdienstkreuzes.

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  • 25.03.2022
    23 MB
    37:31
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    “Ich bin ein Marketing-Opfer” – Verena Gründel über Gummibärchen und gelb-blaue Logos.

    Werben & Vertrauen: Unternehmen werden künftig wieder weniger Geld in Social-Media-Werbung stecken, weil sich das geringe Vertrauen in die Plattformen negativ auf ihre "Brand Safety" auswirkt, sagt Verena Gründel im turi2 Clubraum. Die Chefredakteurin des Branchenmagazins "Werben & Verkaufen" erläutert im Gespräch mit Aline von Drateln und Markus Trantow, dass für Marken "Effektivität" ein wichtiger Key-Performance-Indicator ist – und der sei umso geringer, je schlechter das Image des Werbeumfelds ist. Deswegen würden Marketing-Abteilungen langfristig wieder mehr Budget für klassische Medien aufbringen. Trantow würde Gründel gerne zustimmen, befürchtet aber, dass am Ende nur "die Zahlen zählen".Aline von Drateln, die im Podcast ihre Vergangenheit als Philadelphia-Engel enthüllt, will von Gründel wissen, wie sich die Branche in den vergangenen Jahren verändert hat. "Werbung ist immer demokratischer geworden", so die "W&V"-Chefredakteurin. "Die Kunden können mit ihrem Feedback direkt Einfluss nehmen." Marken können mit Haltung punkten, indem sie "die Rolle des Identitätsgebers" übernehmen in einer immer komplexer werdenden Welt. Anders als die Konkurrenz hat sich W&V aber aktuell bewusst dagegen entschieden, das Logo in den Farben der Ukraine einzufärben. "Wenn wir unser Logo gelb-blau anstreichen, machen wir die Welt nicht besser.""Grenzwertig" findet die Gründel Werbung, die sich direkt an Kinder richtet, sagt sie im Clubraum. Trotzdem zählt eine Werbung des Gummibärchen-Herstellers Haribo zu ihren Lieblingsspots. Sie sei eben auch nur ein "Marketing-Opfer".Das Trio spricht im Podcast auch über Fridays For Future, die diese Woche die Musikerin Ronja Maltzahn von einer Veranstaltung in Hannover ausgeladen haben, weil sie als weiße Sängerin Dreadlocks trägt. turi2-Chefredakteur Markus Trantow begrüßt zwar den sensiblen Umgang mit anderen Kulturen, vor allem solchen, die von Unterdrückung betroffen sind. Er würde aber eine Linie zwischen "kulturellem Austausch" und kultureller Aneignung ziehen. Aline von Drateln weist daraufhin, dass die Runde als Nicht-Betroffene keine Bewertung vornehmen sollte. Werbeexpertin Gründel kann aber aus Marketing-Sicht resümieren: "Die Marke Fridays For Future hat sich mit dieser Diskussion keinen Gefallen getan."Der turi2 Clubraum diskutiert jeden Freitag um 12 Uhr mit einem prominenten Gast die Themen der Woche. Nächste Woche ist Philipp Jessen zu Gast, Co-Gründer und Geschäftsführer der PR-Agentur Storymachine.

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  • 18.03.2022
    22 MB
    37:18
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    “Gendern kann nerven und zugleich sinnvoll sein” – Judith Barbolini über Polarisierung und gute Nachrichten.

    Aufreger-Sterne: Gendern triggert viele Menschen, weil es gesellschaftliche Probleme an die Oberfläche bringt, sagt Judith Barbolini vom Rheingold-Institut im turi2 Clubraum. Sie hat vor Kurzem eine Studie geleitet, die gezeigt hat, dass mehr als die Hälfte der jungen Menschen in Deutschland von Sternchen, Unterstrichen und der Debatte im Allgemeinen genervt ist. Geschlechtergerechte Sprache führe einen "Stellvertreterkrieg" gegen Probleme wie Rassismus oder Sexismus, sagt die Studienleiterin. Zudem können vor allem Männer die Bedeutung des Genderns noch nicht richtig einschätzen. Sie fühlen sich dadurch "in ihren Domains beschnitten" und haben das Gefühl, "aus ihren Rollen gedrängt" zu werden.Barbolini fühle sich seit der Untersuchung vom generischen Maskulinum nicht mehr angesprochen, erzählt sie Aline von Drateln und Markus Trantow. Über manche Worte stolpere die Studienleiterin allerdings noch, beispielsweise über "Gästin". Es höre sich in ihren Ohren noch "falsch" an und sei damit eher "ein Störer als ein Zeichen für Toleranz". Sollten Medien und Unternehmen nun gendern oder nicht, fragt der Chefredakteur von turi2. "Es kommt drauf an", entgegnet Barbolini. Bei dem Thema gebe es keine klare Handlungsanweisung, da das Gendern selbst noch keine klaren Regeln hat. Allerdings komme geschlechtergerechte Sprache bei jungen Menschen prinzipiell gut an: "Auch wenn es einen nervt und ärgert, heißt das nicht, dass man es nicht als sinnvoll erachten kann." Vor allem im Jobkontext gehöre es mittlerweile "zum guten Ton".Das Trio spricht im Podcast auch über die aktuelle Nachrichtenlage, in der fast ausschließlich negative Schlagzeilen dominieren. Das verstärkt die "Lähmungserscheinungen" der Pandemie, weil wir das Gefühl haben, "dass wir uns gar nicht mehr freuen dürfen", sagt Barbolini. Trantow bestätigt, dass er sich in einer dauerhaften "Alarmstimmung" befindet. Moderatorin Aline von Drateln sieht das Grundproblem in der Journalistenausbildung, in der der Leitspruch "only bad news are good news" vermittelt wurde. Alle sind sich einig, dass Medien Handlungsanweisungen geben müssen, um positiv durch die Krise zu kommen.Ähnlich sieht es beim Umgang mit der russischen Bevölkerung aus. Trantow findet, die Sanktionen gegen Russland dürften sich nicht gegen die Kultur und das Volk selbst wenden. "Wir sollten die Tore zur russischen Zivilgesellschaft weit öffnen", damit ein Austausch stattfinden kann. Er findet es falsch, wenn beispielsweise russische Künstlerinnnen oder Komponisten aus Orchestern verbannt werden. Drateln stimmt zu, sagt aber: Bei einem Auftritt der Sopranistin und Putin-Anhängerin Anna Netrebko könnte sie nicht "mit gutem Gewissen in der Pause Piccolo schlürfen".Der turi2 Clubraum diskutiert jeden Freitag um 12 Uhr mit einem prominenten Gast die Themen der Woche. Kommende Woche ist Verena Gründel zu Gast, die Chefredakteurin des Branchenmagazins "Werben und Verkaufen".

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  • 11.03.2022
    30 MB
    49:23
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    “Kampagnen auf den Krieg aufzubauen, ist falsch” – Uwe Vorkötter über Haltungsmarketing und Zeitungs-Zukunft.

    Haltung zeigen: "Junge Medien­schaffende können besser und einfacher eine Reichweite aufbauen", sagt "Horizont"-Herausgeber Uwe Vorkötter im turi2 Clubraum. Im Live-Podcast mit Moderatorin Aline von Drateln und turi2-Chefredakteur Markus Trantow bescheinigt der langjährige Zeitungs-Chefredakteur jungen Journalistinnen ein besseres Gefühl für "zeitgeistige Themen", kritisiert aber, dass heute "Präzision in der Recherche" fehle. Eine gewisse "Tunnelblick-Recherche" bezeichnet Vorkötter als "einer der gravierendsten Fehlentwicklungen im Journalismus". Dass es vielen Zeitungen heute schlechter geht als noch vor 20 Jahren habe jedoch woanders seine Wurzeln. Wer heute noch eine Print­zeitung mache, müsse sie "nochmal ganz neu denken". Stattdessen werden die meisten Zeitungen noch genau so gemacht, "wie vor 20 Jahren".Vorkötter kritisiert auch andere Entwicklungen in der Medien­branche, etwa die Abschaltung von Russia Today und Sputnik im Zuge des Kriegs in der Ukraine. Er habe für die Sperrung der russischen Propaganda "emotional" zwar Verständnis, finde es aber trotzdem "falsch und unnötig". Artikel 5 im Grundgesetz ist "nicht teilbar", sagt Vorkötter. "Da steht, eine Zensur findet nicht statt – das Verbot von Medien ist Zensur." Schwieriger findet er die Debatte zur deutschen Bericht­erstattung über den Krieg. Trantows These, Journalismus dürfe auch im Krieg "die Welt nicht in Gut und Böse teilen", stimmt Vorkötter nur bedingt zu. Zwar sei es sein Job als Journalist kritisch zu sein, in diesem Fall könne er aber keine "Schein­objektivität einnehmen, weil Gut und Böse so offensichtlich sind".Stellung zu dem Angriffskrieg zu beziehen, findet der Journalist auch für große Unternehmen legitim. Haltungs­marketing ist nichts neues, sagt Vorkötter. Die "richtig großen Marken­geschichten" hatten etwas mit Politik oder wichtigen "Zeitgeist-Phänomenen" zu tun, etwa die Schockfoto-Kampagne von Benetton. Entscheidend sei, ob eine Marke eine Haltung hat und die für ihr Marketing nutzt oder umgekehrt. Klassische Kampagnen auf den Krieg aufzubauen, "ist jedoch der falsche Weg".Der turi2 Clubraum diskutiert jeden Freitag um 12 Uhr mit einem prominenten Gast die Themen der Woche. Am kommenden Freitag ist Judith Barbolini, Geschäfts­führerin des Markt­forschungs­instituts Rheingold, zu Gast.

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  • 04.03.2022
    25 MB
    41:34
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    Jens Schröder über Social Media und den Ukraine-Krieg.

    Graf Zahl emotional: "Wenn sich die Leute darüber aufregen, dass Wodka weggekippt wird, scheint es ihnen so schlecht doch noch nicht zu gehen", sagt Jens Schröder, Zahlen-Zampano und Daten-Dompteur bei Meedia.de, im turi2 Clubraum. Nach einer Woche Ukraine-Krieg ist in sozialen Medien "die erste große Panik gewichen", beobachtet Schröder, inzwischen trenden wieder Nebenaspekte: Etwa dass Bars weltweit russischen Wodka in den Abfluss schütten. Fast vier Jahre lang hat Schröder täglich den beliebten Trending-Newsletter geschrieben, inzwischen nur noch wöchentlich, in dem er das Social-Media-Geschehen aus Zahlensicht angeht. "Am besten funktioniert alles, was emotional ist": leidende Tiere, verschwundene Kinder, hitzige Polit-Debatten und Fußball.In der Diskussion der Themen der Woche mit Aline von Drateln und Markus Trantow stimmt Schröder Trantows These zu, dass das EU-Verbot der russischen Sender RT und Sputnik falsch ist: "Wenn man Propaganda-Sender verbietet, kann man nicht einschätzen, wie viel besser journalistische Medien sind als solche Propaganda-Medien." RT und Sputnik würden zwar Lügen verbreiten, "aber das muss eine Demokratie wie unsere aushalten", sagt Schröder. In der Diskussion um den Ukraine-Einsatz von "Bild"-Vize Paul Ronzheimer, findet es Schröder "sehr beachtlich", dass Ronzheimer in jedes Krisengebiet reist, um zu berichten. "Reporter, die in solche Kriegs­gebiete reisen, müssen verrückt sein, anders geht es nicht", sagt Schröder anerkennend. Besonders beeindruckt ihn derzeit ARD-Moskau-Korrespondent Demian von Osten, der zwar nicht in der Ukraine vor Ort ist, aber "von dem ich mich sehr, sehr gut informiert fühle". Um gut berichten zu können, müsse man nicht "mitten in den Schießereien sein".Keine rosige Zukunft sieh Schröder für das Geschäftsmodell des Privatfernsehens: Die aktuelle Kriegs­situation zeige, dass lineare TV-Sender vor allem mit aktuellen Nachrichten und Sonder­sendungen punkten können, dazu Shows und eigene Events. Aber: "Alles, womit das Privatfernsehen großgeworden ist, Serien und Filme, das guckt kein Mensch mehr im linearen Fernsehen." Auch für Ältere würden Streaming­dienste und Mediatheken zunehmend die erste Anlauf­stelle für alles, was nicht live ist.Seine Liebe zu Zahlen hat Schröder schon als Kind entdeckt, als er sich eigne Bundesliga-Tabellen errechnet hat. Damals wollte er noch Sportreporter werden. Anfangs war er in der Schule auch in Mathe gut: "Als es dann nicht mehr ums Rechnen ging, sondern um Kurvendiskussionen, da ließ es nach." Die Zahlen-Verliebtheit der Medienbranche erklärt Schröder damit, dass der Erfolg von Zahlen abhängt. "Deswegen sind Zahlen etwas Fundamentales für die gesamte Medienbranche." Ein baldiges Ende sozialer Netzwerke sieht Schröder nicht, erwartet jedoch, dass sich Diskussionen mehr ins Private verlagern, etwa in WhatsApp- oder Telegram-Chats, und die Timeline wieder "menschlicher" und weniger durch Algorithmen bestimmt wird.

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  • 25.02.2022
    21 MB
    34:57
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    “Die Welt ist viel komplexer als jedes Torten-Diagramm” – Katja Berlin über Twitter-Kritik und Gerhard Schröder.

    Helle Kerzen auf der Torte: Ihre Torten über gendergerechte Sprache sind ein "Reizthema" und sorgen "fast immer für Aufruhr", sagt Katja Berlin im turi2 Clubraum. Mit ihrer "Zeit"-Kolumne "Torten der Wahrheit" greift Berlin jede Woche das gesellschaftliche Geschehen in einem Torten-Diagramm auf. Positives Feedback bekommt sie vor allem für feministische Torten, erzählt sie Clubraum-Moderatorin Aline von Drateln und turi2-Chefredakteur Markus Trantow. Dass das Thema in sozialen Medien so beliebt ist, findet Berlin grundsätzlich gut. Dadurch sind "viele Diskussionen losgetreten worden". Allerdings sollten Nutzerinnen aufpassen, denn "nicht alles wo Feminismus drauf steht, ist Feminismus". Um Frauen geht es auch im Podcast Fix und Vierzig, in dem Berlin gemeinsam mit Gunda Windmüller über das Leben ab 40 spricht.Berlin weiß, dass all diese Themen und "die Welt viel komplexer als jedes Tortendiagramm" sind. Gerade damit erklärt sie sich aber auch die Beliebtheit ihrer Kolumne. Es sei ein "schöner visueller Kommentar, den man in zwei Sekunden anguckt und dann weiterleitet". In Zeiten, in denen "man komplexe Analysen lesen sollte", sei das "ganz erleichternd". Die Kehrseite der Medaille: Häufig werden Berlins Torten in sozialen Medien geteilt, oft ohne Quellenangabe. Hinzu kommen Hater, die sie "sofort blockiert". Nur so sei es für sie noch möglich, Twitter zu öffnen,"ohne mir komplett den Tag zu versauen".Kritik findet Berlin auch für den Umgang mit Gerhard Schröder. Gerade in der aktuellen Lage sei es wichtig, den Altkanzler in den Medien als das zu bezeichnen, was er ist: "Nicht nur Gas- sondern Russland-Lobbyist". In Deutschland schützen ihrer Meinung nach Ämter viel zu sehr vor Kritik oder Sanktionen. Strengere Maßnahmen wünscht sie sich auch im Falle des ARD-Boykotts der Eisschnell-Läuferin Claudia Pechstein. Nicht nur hätten die anderen Pressevertreter mehr Solidarität zeigen müssen, sondern "vielleicht sollten wir in diesem Jahr gar keine Sportler mehr interviewen". So würde man sich auch den "Worldcup of shame" in Katar im Winter sparen.Der turi2 Clubraum diskutiert jeden Freitag um 12 Uhr mit einem prominenten Gast die Themen der Woche. Am kommenden Freitag ist Meedia-Journalist und Daten-Dompteur Jens Schröder zu Gast. turi2.tv (35-Min-Podcast bei YouTube), turi2clubraum.podigee.io (Audio-Podcast), apple.com, spotify.com, deezer.com, audionow.de

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  • 18.02.2022
    24 MB
    39:20
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    “Nicht jede Instagram-Influencer*in kann Social Audio” – Camao-Chef Holger Kahnt über Social Audio im Business.

    You’re the voice: Social-Audio-Pionier Holger Kahnt hat bei Clubhouse noch "niemanden kennengelernt, der im echten Leben doof war", erzählt der Chef der Digital-Agentur Camao im turi2 Clubraum mit Tess Kadiri und Markus Trantow. Für ihn erschaffen Audio-Räume eine "Wohlfühlatmosphäre", die er von Plattformen wie Linked-in oder von Veranstaltungen wie Kongressen so nicht kennt. Der Hype sei vor einem Jahr auch deshalb so schnell abgeebbt, weil es kein funktionierendes Monetarisierungsmodell für Creators gebe. In der Hochphase habe kaum jemand Geld mit der App verdient, anders als bei TikTok beispielsweise. Und: "Influencer*innen, die von Instagram kommen, sind nicht automatisch erfolgreich auf Social Audio." Kahnt glaubt daran, dass sich Audio-Formate auch für Unternehmen eignen, denn "wir sprechen doch sowieso den ganzen Tag".Der Wecker von Kahnt klingelt morgens um 6.45 Uhr, damit er pünktlich um 7 Uhr mit Kaffee und in Jogginghose vor seiner "platonischen Liebe" Clubhouse sitzen kann. Seit Kurzem zählt er außerdem zu den weltweit wenigen Beta-Testern von Linked-in Audio, weshalb der turi2 Clubraum erstmals dort stattgefunden hat.Die Runde spricht außerdem über Regeln für private Social-Media-Profile, wie sie der WDR ursprünglich für seine Angestellten umsetzen wollte. Journalistinnen sollten ihre privaten Interessen nicht verstecken müssen, findet Moderatorin Kadiri. "Ein Like auf Instagram darf nicht reguliert werden." turi2-Chefredakteur Trantow folgt bei Twitter zwar unterschiedlichen Meinungsspektren, hält sich selbst aber lieber zurück. Das sei gut für die journalistische Arbeit.Camao-Chef Kahnt berichtet im Clubraum außerdem vom New-Work-Modell in seiner Agentur mit flexiblen Arbeitszeiten und Home Office. Trantow merkt an, dass bei solchen Modellen Flexibilität zur Entgrenzung führen könne. Kahnt sieht es in der "Eigenverantwortlichkeit jedes Mitarbeiters, Arbeit und Privates nicht zu sehr zu vermischen". Aus seiner Sicht trifft das Vorurteil "viel arbeiten, schlechte Bezahlung" bei Agenturen heute nicht mehr zu.Der turi2 Clubraum diskutiert jeden Freitag um 12 Uhr mit einem prominenten Gast die Themen der Woche. Am kommenden Freitag ist Autorin und Podcasterin Katja Berlin zu Gast, die die Grafik-Kolumne "Torten der Wahrheit" in der "Zeit" verantwortet.

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  • 11.02.2022
    27 MB
    44:38
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    Peter Wittkamp über Springer, Twitter und Witze mit Haltung.

    Nicht käuflich: "Ich habe nicht das Gefühl, dass ich der Öffentlichkeit am Tag drei Scherze schuldig bin", sagt Autor und Gag-Schreiber Peter Wittkamp im turi2 Clubraum. Der Hauptautor der Online-Ausgabe der "heute show" erzählt im Live-Podcast mit Aline von Drateln und Markus Trantow: "Bei Twitter und Instagram mache ich nur Sachen, die mir Spaß machen, wo ich auch Lust zu habe." Zwar empfehle er bei Instagram auch Produkte, die ihm gefallen, manchmal bekomme er auch Geld dafür, räumt aber ein: "Auf dieses dauerhafte Werben hätte ich keine Lust." Selbst für viel Geld käme er sich als Werber z.B. für Joghurt "total dämlich vor".Stattdessen nutzt Wittkamp seine Reichweite, um Haltung zu zeigen und sich etwa fürs Impfen auszusprechen: "Ich versuche, nicht zu krass zu sein und den Leuten die ganze Zeit meine Meinung aufzuzwingen." Bei Sachen, die ihm wichtig sind, mache er das aber gerne. Dabei erlebt er auch, dass nicht alle Menschen seine gewitzten, teils übertriebenen Botschaften "mit größter Dankbarkeit entgegennehmen". Manchmal erhalte er "auch Nachrichten, wo man ein Ego haben muss, das das auch abkönnen muss".Die Runde diskutiert auch die Themen der Woche, u.a. die jüngste Entwicklung der Causa Reichelt bei Springer. Trantow stellt die These auf, Mathias Döpfner sollte als Springer-Boss deshalb im Amt bleiben, weil "noch nie irgendwas gutes" daraus geworden sei, "wenn sich reiche Männer mit großem Ego und Sendungs­bewusstsein gecancelt fühlen und in der Schmoll­ecke sitzen". Wittkamp widerspricht: "Döpfner ist zu sehr in feinen Kreisen unterwegs, dass er sich es leisten kann, ein Tichy 2.0 zu werden." Das angekündigte "Diversity und Inklusions-Training" für alle Führungskräfte bei Springer hält Wittkamp für den "Horror-Job der Woche".Auch mit der These von Aline von Drateln kann sich Wittkamp nur bedingt anfreunden: Sie fordert anlässlich der Diskussion um #diesejungedame, Twitter sollte die Likes wieder abschaffen, damit der Tweet im Vordergrund steht und nicht die Clique rund um die Verfasserin. Ohne Likes verliere Twitter jedoch "ein bisschen die Spannung", meint Wittkamp. "Man schaut ja viele Sachen besonders dann gerne, wenn es schlimm wird: Stichwort 'Bachelor"." Der Twitter-Stream ist für ihn der "'Bachelor' für Intellektuelle".In zwei Wochen startet Peter Wittkamp bei Steady einen Newsletter mit dem Arbeitstitel "Wittkamps Woche". Geplant ist eine Kolumne im Newsletter-Format, mit drei Ausgaben im Monat, von denen zwei kostenlos sind. Die Dritte bekommt, wer ihn mit rund 5 Euro im Monat unterstützt. Das Medium Newsletter findet er "als Format schon immer total unterschätzt", weil es in Zeiten von Algorithmen eine "wahnsinnig zuverlässige Quelle ist, um Leute zu erreichen". Wittkamp findet es total wichtig, "seine eigene Bubble ein bisschen zu sprengen", indem er z.B. mal eine Zeitung anliest, die er sonst nicht liest.Im turi2 Clubraum diskutieren im Wechsel Tess Kadiri und Aline von Drateln jeden Freitag um 12 Uhr mit einem prominenten Gast und einem Mitglied der turi2-Redaktion die Themen der Woche und sprechen über Leben und Werk des Gastes. Am kommenden Freitag ist Social-Audio-Pionier Holger Kahnt zu Gast, Managing Director der Camao AG.

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  • 04.02.2022
    30 MB
    49:49
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    “Der ‘Playboy’ wird nicht von alten, weißen Männern gemacht” – Myriam Karsch spricht über Sexyness und Parität.

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  • 28.01.2022
    27 MB
    44:51
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    “Gibt kein Thema, das man nicht anschneiden kann” – Yasmin Polat spricht über Journalismus und Social Media.

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  • 21.01.2022
    27 MB
    45:27
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    “Wissenschaftler werden zu Stars” – Julia Rotherbl spricht im turi2 Clubraum über die Medien in der Pandemie.

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  • 10.12.2021
    28 MB
    46:05
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    "Es gibt keinen 'Ich tanz auf dem Tisch'-Scholz" – Lars Haider erklärt im turi2 Clubraum den neuen Kanzler.

    Die Ruhe in Person: "Aus meiner Sicht war das Wildeste und Verrückteste, das Olaf Scholz in den vergangenen Tagen gemacht hat, Karl Lauterbach zum Gesundheitsminister zu ernennen", sagt Lars Haider im turi2 Clubraum. Das sei bei dem sonst nüchternen, sachlichen und ruhigen Politiker überraschend. Der Chefredakteur des "Hamburger Abendblatts" und Autor der Olaf Scholz Biografie "Der Weg zur Macht" schaut mit Moderatorin Tess Kadiri und turi2-Chefredakteur Markus Trantow hinter die Fassade des neuen Kanzlers.Trantow meint Lauterbach sei auch deshalb Gesundheitsminister geworden, weil "seine Twitter-Fans unglaublich laut dafür gekämpft haben". Deshalb sollte die Regierung klar machen, dass sie Ministerposten "nicht nach Shares und Likes in Social Media“ besetzt. Für Haider ist das einer der wenigen Fälle, in denen Scholz das macht, "was alle wollen", obwohl er sich damit "einen Paradiesvogel" in die Regierung hole.Haider hat Scholz in den vergangenen zehn Jahren zwischen 150 bis 200 Mal getroffen. Manchmal nur ganz kurz, manchmal sprachen sie "bis spät in die Nacht". Dabei hat er gelernt, dass es keinen "Ich tanz auf dem Tisch-Scholz" gibt. Witzig sei er trotzdem, vor allem könne er "über sich selbst lachen". Ansonsten zeige der Kanzler Emotionen nur dann, wenn man ihn auf seine Frau und "Frauen generell" anspricht. Auch deshalb glaubt Haider, dass Scholz viel für Frauen tun wird. Moderatorin Kadiri freut sich, dass der Kanzler für ein paritätisches Kabinett gesorgt hat, befürchtet jedoch, dass die Diversität damit endet.Im turi2 Clubraum diskutiert Tess Kadiri jeden Freitag um 12 Uhr mit einem prominenten Gast und einem Mitglied der turi2-Redaktion die Themen der Woche und spricht über Leben und Werk des Gastes. Warum er vorherige Bücher unter Pseudonym veröffentlichte, was das Erfolgsrezept des neuen Bundeskanzlers ist und warum Politiker heutzutage viel zu schnell zurücktreten, erzählt Lars Haider im aktuellen Clubraum-Podcast. In der kommenden Woche wird Yasmin Polat zu Gast sein, die den Spotify-News-Podcast Fomo moderiert.

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  • 03.12.2021
    24 MB
    40:05
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    "Abschüssiger Pfad" – turi2 Clubraum mit Samira El Ouassil diskutiert über Reichelts Twitter-Tirade.

    Es reichelt: "Julian Reichelt befindet sich auf einem abschüssigen Pfad", findet Peter Turi im turi2 Clubraum. Er empfiehlt dem geschassten "Bild"-Chefredakteur, seine bezahlte Auszeit zu nutzen, "um in sich zu gehen und über sich und sein Leben nachzudenken". Gemeinsam mit Medienkritikerin Samira El Ouassil und Moderatorin Tess Kadiri diskutiert Turi die Legenden-Bildung, die Reichelt gerade auf Twitter versucht. Auch El Ouassil, die sonst bei Übermedien schreibt und über Philosophie und Gesellschaft podcastet, findet es "hoch problematisch", dass sich der "ewige Kriegsreporter" Reichelt "als Märtyrer und Jeanne d’Arc der politischen Führung inszeniert". Auf dem abschüssigen Pfad befinde er sich schon lange – gerade beschreite er "die letzten Meter".Moderatorin Kadiri befürchtet, dass Reichelt zum neuen Idol in der Verschwörungs-Ecke des Internets heranwachsen könnte, Turi sieht Reichelt nahtlos anknüpfen an den umstrittenen DDR-Vergleich von Mathias Döpfner. El Ouassil zieht Parallelen zum Fall von Matthias Matussek – "eine Selbstradikalisierung, die aus der Ökonomie der Widerständigkeit erwächst". Wenn die eigene politische Meinung eine Einbahnstraße sei, stehe man irgendwann mit dem Rücken zur Wand und könne nur noch "fauchen, kratzen und beißen".Im turi2 Clubraum diskutiert Tess Kadiri jeden Freitag um 12 Uhr mit einem prominenten Gast und einem Mitglied der turi2-Redaktion die Themen der Woche und spricht über Leben und Werk des Gastes. Wie sie Muße und Inspiration zum Schreiben findet und warum Ambiguitätstoleranz ihr Lieblingswort ist, erklärt El Oaussil im Clubraum-Podcast – und freut sich über die Zuschreibung von turi2, sie sei die "Grace Kelly der Medienkritik". In der kommenden Woche wird Lars Haider zu Gast sein. Der Chefredakteur des "Hamburger Abendblatts" hat ein Buch über den Bald-Kanzler Olaf Scholz geschrieben.

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  • 26.11.2021
    31 MB
    50:58
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    Rebranding fürs “Morning Briefing”, 100 Mio Euro Investment: die Pläne von Gabor Steingart.

    Kleckert nicht: "Fünf Menschen und ein Laptop machen noch keinen nachhaltigen Journalismus", sagt Gabor Steingart im turi2 Clubraum. In neuen Live-Podcast mit Tess Kadiri und Peter Turi spricht der Media Pioneer über Investitions-Pläne, sein Verhältnis zum Investor Springer und liefert eine kleine Pioneer-Leistungsschau. Steingart berichtet, dass sein Unternehmen in einem "Zeitraum X", den er noch überblicken kann, bis zu 100 Mio Euro investieren wird. Aktuell stehe auf der Ausgaben-Seite pro Jahr ein zweistelliger Mio-Betrag. Sein Ziel sei es, die Marke "The Pioneer" zu etablieren. Dafür verschwinde in "absehbarer Zeit" sogar der "Steingart" aus dem Titel seines Morning Briefings und werde durch die Kern-Marke ersetzt."Wir sind in vielerlei Hinsicht und für manche Menschen das Leitmedium am frühen Morgen", sagt Steingart gewohnt selbstbewusst und zählt pro Tag "mindestens 500.000 Leser" seines Morning Briefings. Den kostenlosen Morning-Briefing-Podcast rufen demnach bis zu 200.000 Menschen täglich ab. Die Mehrheit des lesenden und hörenden Publikums zahle zwar keine Abo-Gebühren, "wir zählen sie aber zu unserem Kosmos mit dazu". Die Zahl der bezahlten Abos soll bis Jahresende bei 15.000 liegen, prognostiziert der Gründer – "unsere Abos wachsen jeden Tag". 2022 will er diese Zahl verdoppeln, 2023 soll das Medienschiff "stand jetzt" über die Gewinnschwelle schippern.Auf die Frage, ob es ein Fehler war – angesichts der Reichelt-Affäre und der Äußerungen von Mathias Döpfner –, ausgerechnet auf Springer als Investor zu setzen, antwortet Steingart ausweichend: "Wir hätten das alleine nicht stemmen können", sagt er und betont, dass er sich bewusst für ein Medienhaus als "Anker-Investor" entschieden habe. Er lobt die juristische Bewaffnung des Konzerns und die "gute Finanzstruktur", die dem Startup ein "kluges, strategisches Controlling" und zinsgünstige Kredite sichere. Klingt eher nach Zweck-Bündnis als nach Liebesheirat – auch wenn Steingart die "Binnen-Pluralität" bei Springer und Döpfner als deren Verkörperung lobt.Im turi2 Clubraum diskutiert Moderatorin Tess Kadiri jeden Freitag um 12 Uhr mit einem prominenten Gast und einem Mitglied der turi2 Redaktion über die Themen der Woche und über Leben und Werk des Gastes. In der kommenden Woche ist Medien-Kritikerin Samira El Ouassil zu Gast. Über Fragen freuen wir uns als Text- oder Sprachnachricht an [email protected]

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  • 22.11.2021
    20 MB
    32:41
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    “Die Marke ganzheitlich verstehen”: Raphael Brinkert über seine SPD-Kampagne.

    Klappe, die erste: Die SPD zur Lovebrand machen und am liebsten eine neue Impfkampagne für Deutschland aufsetzen – im turi2 Clubraum, dem neuen Live-Podcast mit Tess Kadiri und Peter Turi, spricht Raphael Brinkert über Ideen für die Zukunft und den großen Erfolg seiner Wahlkampagne für die SPD. Im Talk sagt er, dass er gerne weiter für die SPD oder auch einzelne Ministerien arbeiten würde, konkrete Pläne gebe es aber noch nicht. Die Impf-Kommunikation des CDU geführten Gesundheits-Ressorts nimmt er sich gleich zu Beginn des Podcasts vor: Die schlechte Kommunikation des Ministeriums macht er dafür mitverantwortlich, dass die Herden-Immunität in Deutschland noch nicht erreicht ist. So wurde für die Impfung geworben, als die Nachfrage hoch und der Impfstoff knapp war – nun, da das Gegenteil der Fall ist, gebe es kaum noch Kommunikation.Brinkert spricht auch über seinen Parteienwechsel von der CDU zur SPD: "Ich will eine Marke, für die ich arbeite, ganzheitlich verstehen – das geht nur, wenn ich Mitglied werde." Das gelte für Parteien genauso wie für Fußball-Vereine. Nach dem Rücktritt von Angela Merkel und dem "Tabubruch von Thüringen" habe er die CDU verlassen, auch weil er mit Leuten wie Maaßen und Merz nichts zu tun haben will. Neue Kunden findet der Agentur-Chef mit 45 Beschäftigten nach eigener Aussage nicht über knallharte Akquise. "Unseren Neugeschäfts-Strategie ist, dass wir ans Telefon gehen."Im turi2 Clubraum diskutiert Moderatorin Tess Kadiri jeden Freitag um 12 Uhr mit einem prominenten Gast und einem Mitglied der turi2 Redaktion über die Themen der Woche und über Leben und Werk des Gastes. Weiteres Thema ist u.a. der bigotte Corona-Kurs der "Bild". Peter Turi fordert von Springer-Chef Mathias Döpfner eine öffentliche Entschuldigung und bei "Bild" künftig einen "Kurs der Vernunft".

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